Beim ganzen AfD Bashing, da macht ihr   ohne mich weiter. So die Worte von   Harald Schmidt. Und ganz ehrlich, da hat   er recht, denn dieses ständige Bashing,   also das pauschale draufhauen,   verächtlich machen oder verurteilen, mag   zwar manchen das Gefühl geben, moralisch   auf der sicheren Seite zu stehen, aber   es bringt uns kein Stück weiter.

 

 Eher im   Gegenteil, es lenkt nur ab von den   wahren Problemen, z.B. von einem   gewissen Herrn Merz, der verspricht, was   er später bricht, der Ankündigungen   macht und dann zurückrudert und sich   trotzdem hinstellt, als würde er   Deutschland retten. Nächstes Wortpar:   Krieg oder   Frieden? Über was wollen Sie sprechen?   Äh Krieg.

 

  Ja, sie haben den Krieg   angeönt. Krieg in Ukraine, auf dem   europäischen Kontinent herrscht Krieg   und zwar seit weit mehr als einem Jahr.   Die ewige Frage kann man kann man daraus   was ziehen? Sind das Themen, über die   man auch äh Witze machen kann? Nicht,   aber in dem auch das satirisch sprechen   kann.

 

 Man muss ja man muss ja sozusagen   mit dem äh mit dem Vokabular umgehen,   dass uns über die Nachrichten erreicht.   Ja, also es liegt eine Stadt in die   Luft, dann heißt es, hätte man das   vorher wissen können, dann ist zumindest   in Deutschland die Antwort, das war nur   schlecht kommuniziert. Ja, wir müssen   die Menschen mitnehmen.

 

 Dann haben wir   jetzt die Situation, die Schweiz muss   den deutschen genehmigen Waffen zu   liefern. Äh, die Schweiz sagt, äh, wir   sind   neutral. Vielleicht waren wir zu lange   neutral. Also die Diskussion haben sie   jetzt gerade in der Schweiz und wir   haben jetzt einfach seit 1945   zumindestens, sagen wir mal im   Mitteleuropa keinen Krieg mehr.

 

 Das so   eine lange Zeit gab es noch nie. Ich   kenne aber noch natürlich aus dem aus   der Verwandtschaft äh Vater Großeltern   äh meine Eltern Heimatvertriebene die   Situation Opa erzählt vom Krieg. Also   viele der Geschichten, die ich jetzt aus   der Ukraine höre, habe ich früher als   Kind Sonntag für Sonntag beim Kaffee   mittags gehört, weil meine Eltern im   Grunde auch der Schicksal der   Vertreibung innerhalb von 20 Minuten.

 

  Ja, eigentlich ist sind es Parallelen.   Es sieht auch aus wie vor 60, 70 Jahren.   So. Und ich gehöre zu denen, die sagen,   man sollte wirklich alles dranetzen,   dass dieser Krieg so schnell wie möglich   zumindest mal in eine Form von   Waffenstillstand. Sie kennen Sie kennen   die Schweiz ja gut und sie sie beobach   ne, aber sie beobachten die die Politik   auch sehr genau.

 

 Sie haben es   angesprochen. Was was macht ein Nachbar   wie Sie mit der ganzen Thematik   Schweizer? Ich würde mich niemals im   Leben in innerpolitische Schweizer äh   Angelegenheit einmischen, weil mir gehen   auch Ausländer auf den Kriegs, die in   deutsche Angelegenheiten einmischen. Ich   habe keine Ahnung, ich lebe hier nicht.

 

  Ich könnte mir nicht mal die die   wichtigsten Schweizer Minister   aufzählen. Äh, das wird die Schweiz äh   für sich entscheiden. Und äh der Begriff   neut Neutralität, den kann man weit   dehnen, aber das muss die Schweizer   Bevölkerung. Dann lass uns den Blick   nach Deutschland richten. Da sehr   ähnlich wie in der Schweiz gibt’s auch   zwei Lager.

 

 Es gab die die Friedensdung   von Sarah Wagenknecht und alles   schwarze, wo man plötzlich merkt, da   treffen sich auch Welten zum Teil, also   da ist auch rechts bis links ist auf der   Straße. Was machen Sie mit diesen mit   mit diesen Bewegungen? Ich ja gemeint   oder das nehme ich zu kennen. Das nehme   ich zu Nein, nein, nein, das nehme ich   zu kennen.

 

 Ich nehme das schon sehr   ernst, dass bei mir ist ja auch der   Wunsch da zu sagen möglichst schnell äh   Waffenruhe. Ja, wie das gehen soll, weiß   ich auch nicht, aber ich sehe natürlich   jetzt war z.B. am Wochenende bei uns   eine Veranstaltung, die Bundeswehr wirbt   um Mitglieder und das wurde so   gestattet, als wäre das eigentlich so so   eine Art Volksfest, also ich sag junge   Menschen mit Panzerpfeusten rumgehen,   man kletterte auf Panzen rum, machte   Selfies an der Flag und so und dann   stellt es sich raus, dass sie sagen,   also Büro würde ich gerne machen, aber   alles andere ist mir zu gefährlich. Also   man muss sich ja mal klar machen, eine   Armee, die sagt, wir brauchen   Mitglieder, wofür die gebraucht werden,   im Ernstfall geht es an die Front.   Und ich kann jeden verstehen, der sagen,   ich nicht. Interessant daran ist ja ist   ja ein Phänomen, dass wir in den letzten   Jahren oft gesehen haben, dass gerade   bei dieser Friedensdiskussion, ich habe   es angetönt, dass dann plötzlich Welten   aufeinander treffen, die die sich vorher   gar nicht wirklich berührten. Also, wenn

 

  wenn jetzt dann der AfD Wähler und die   Feministin zusammen auf der Straße sind.   Äh gleiches haben wir in der Pandemie   gesehen, als zumindest bei den bei den   äh Pandemie äh Maßnahmen Skeptikerinnen,   Skeptikern trafen sich plötzlich äh ganz   verschiedene Welten. Ist das ein Zeichen   unserer Zeit auch? Na, das ist ja   einfach ganz normal.

 

 Wer sagt, dass die   Feministin nicht AfD Wählt, ja, oder der   AfD Vorsitzin nicht heimlichen Feminist   ist. Also auch an dem ganzen AfD Bing   beteilige mich auch nicht, weil es ist   eine Partei, die im deutschen Bundestag   vertreten ist. Ja, wenn man die nicht   will, muss man sie verbieten. Ansonsten   muss man sich damit auseinandersetzen,   warum so viele Leute AfD wählt das.

 

  Manche sagen, die AfD wird nur aus   Protest gewählt. Andere wiederum glauben   tatsächlich an ihr Wahlprogramm. Aber   halt mal, warum stellt sich eigentlich   niemand die Frage, wie kann man nach all   dem Disaster der Ampelkoalition noch die   SPD oder die Grünen wählen? Und die FDP,   die haben es klar verstanden.

 

 Die Wähler   haben gesprochen und die FDP ist raus,   denn genauso läuft das Spiel. Wer keine   gute Politik liefert, wird irgendwann   abgewählt. Ganz einfach sind. Das sind   Menschen, die die sich nicht mehr   abgeholt fühlen, die das Gefühl haben,   die Politik macht ja eh, was sie will.   Jetzt haben wir in der Schweiz ja die   direkte Demokratie.

 

 Eben diese Woche   waren wir wieder an der Urne, drei   Vorlagen. Haben Sie das Gefühl, so   könnte man diese auch diese Spaltung ein   bisschen besser meistern? Wäre das ein   System für Deutschland? Es gibt ja keine   Spaltung. Spaltung ist ein Medienwort.   Sie nein, sie haben alle 5 Minuten   ernstzunehmende Umfragen, die sagen,   also unterm Schritt gesehen ist jetzt   Umfrageergebnis in Deutschland äh ich   mache mir Sorgen um den Weltuntergang.

 

  Mir persönlich geht’s aber super. Das   ist der Zustand. Ja. Und äh es wird   natürlich permanent äh wenn einer zum   anderen auf dem Fußplatz sagt: “Halt’s   Maul”, heißt es Spaltung der   Gesellschaft. Äh das muss aber permanent   geschrieben werden, weil natürlich die   Onlinesiten alle 15 Minuten eine neue   Meldung brauchen für die Klicks und wenn   sie keine neue Meldung haben, muss halt   die alte Meldung mit einem neuen Foto   kommen.

 

  Ähm, es gab immer äh unterschiedliche   Schichten in der Gesellschaft. Ja.   Und äh ich darf Max frisch zitieren,   Biedermann und nur den Brandstifter. Ich   bedauere, dass gerade in den unteren   Klassen so viel für Klassengesellschaft   geredet wird. Mhm. Man merkt, sie haben   die Sprache gern und mir ist was   aufgefallen auch in der in der schon in   der Pandemiussion, jetzt auch in der   Kriegsdiskussion, da wird jemand   plötzlich zum Versteher oder zur   Versteherin, z.B.

 

 zum Russland oder zur   äh Putin Versteherin.   Wann hat das angefangen, dass einer, der   versteht, plötzlich negativ konnotiert   wird? Ja, das ist halt so ein Begriff,   der sich äh dann irgendwie durchsetzt.   Ja, aber da muss man auch davon   ausgehen, dass der Großteil der   Bevölkerung das überhaupt nicht   mitkriegt.

 Es ist ja immer so eine   deutsche Talkshow Floskel heißt äh wobei   der Moderator dann immer diese Geste   macht. Ich muss ich fragen, wie nee,   nee, die Nation spricht darüber. Ja.   oder muss ich sagen welche, weil also   die Nation für von der ich meinen Pass   habe, die kennt dieses Thema gar nicht.   Ja, es wird einfach unglaublich viel   angeblich behauptet, was die Menschen   umtreibt.

 

 Meiner Meinung nach ist es   immer noch dieser alte abgelutschte Satz   von Bill Clinton: “It’s the economy   stupid.” Und ich würde sagen, it’s the   money stupid. Wenn es den Leuten an den   Geldbeutel geht, dann wird es aktuell,   das war jetzt ganz genau. Erst wenn es   im Portemonnaie so richtig schmerzt,   dann wird’s ernst. Vorher nicht.

 

 Der   Großteil von uns lebt noch immer in   einer Komfortzone, in der die echten   Konsequenzen der Politik noch nicht so   richtig spürbar sind. Aber wenn die   Ersparnisse weniger werden und die   Rechnungen mehr, dann wird klar, wie   weit wir von den Entscheidungen in den   Parlamenten wirklich betroffen sind. Ein   weiteres Beispiel: Frau Professor Dr.

 

  Gabriele Krone Schmalz. Sie wurde   jahrelang als Putin Versteherin   deformiert, nur weil sie als   Russlandkorrespondentin der AfD   jahrelang fundierte, Einblicke und   Analysen über Russland gab. Aber warum   erst jetzt, nach all den Jahren wird   ihre Expertise und ihr Standpunkt in   Frage gestellt? Kritik an ihr plötzlich   laut, gerade jetzt, wo Putin und   Russland für viele das zentrale Problem   geworden sind.

 

 Das ist nicht nur absurd,   sondern auch ein wenig scheinheilig. Was   bleibt, wenn der ganze politische Zirkus   vorbei ist? Frieden. Das ist der einzige   Wert, der wirklich zählt und über allem   steht. Und dieser Frieden beginnt mit   Zuhören und Verstehen, nicht mit Hektik   und Überreaktion. Wir sollten uns daran   erinnern, Verständigung ist die   Grundlage jeder Lösung und sie läst sich   nicht durch kurzfristige politische   Hetze oder unbedachte Entscheidungen   ersetzen.

 

 Es ist an der Zeit genau   hinzusehen, bevor wir urteilen.