Dieser Jungpolitiker hat in meinen Augen   alles richtig gemacht. Er hat den ÖR   völlig entlaft. Seine Aussage war ein   Volltreffer. So sehr, dass sich der   CDU-Pitiker aus Thüringen verlegen ans   Ohr fasst und die Moderatorin völlig   sprachlos wird. Sie vergisst dabei sogar   ihn zu fragen, wie er zu dieser Aussage   kommt.

 

 Jannik Hausdörper haben wir   eingeladen. Sie sind beim BSW. Muss man   dazu noch sagen. Sie kommen aus   Südtüringen zu uns. Deutschlander   Jahrein. Wie sieh da ist ist ja ihre   Meinung? Also ganz konkret, ich sehe ja   ein für und wieder in dieser Debatte,   weil am zur einen Seite sehe ich eben,   dass ein großes Heimatgefühl, meiner   Meinung nach, in diesem Land schon   erodiert und ich denke eben, dass man   das direkt in Thüringen auch sehen kann,   dass z.B.

 

 immer mehr Leute ähm   Perspektivlosigkeit   äh fühlen und deswegen halt eben auch   abwandern. Aber die kommt doch, die   Perspektive kommt ja mit der Deutschland   jetzt nicht zurück oder? Oder die hat   Heimatgefühl doch, aber ich denke schon,   dass das so ein bisschen dieses   Heimatgefühl mit steigern könnte und   auch dazu beitragen kann, dass man sich   z.B.

 

 mit seinem eigenen Bundesland oder   mit seinem äh Land identifizieren   könnte. Aber auf der anderen Seite sehe   ich es natürlich so, dass mir diese   Debatte relativ komisch vorkommt, da   gerade jetzt, wo auf der Welt überall   Krisen herrschen und überall Kriege   herrschen, jetzt gerade diese Debatte   geführt wird. Das wirkt auf mich so ein   bisschen als ob man die Leute auf die   Kriegssüchtigkeit schon einschwört.

 

  Mm.   Da frag wir aber gerade mal zum Thema   Zusammengehörigkeit von Europa, denn äh   es ist ja die Verordnung, wir haben die   Deutschlandflagge, die Europaflagge und   die Thüringflagge. Ist Europa bei jungen   Menschen ist das wichtiges Thema, dass   die Europaflagge mit gehisst wird? Nun   ja, wir gehören ja als Deutschland als   Land dieser Europäischen Union dazu und   deswegen denke ich auch, dass dieser   Dreiklang EU-Flagge, Deutschlandflagge   und Thüringenflagge eigentlich ein guter   Kompromiss ist. Ja, ne? Auch ich muss   ehrlich gestehen, ich bevorzuge lieber   diese drei, anstatt noch eine andere   Flagge. Doch der Moderator will die   Unterstellung der Kriegstüchtigkeit   nicht einfach stehen lassen und hakt   entschieden nach. Noch mal weiter jetzt   nach. Es wird ja auch diskutiert vor   Schulen. Vor Schulen soll beflagt   werden. Ist ein Thema richtig, falsch,   ganz kurz kurze Antwort. Das ist   richtig. Von meiner Schule damals hing   auf jeden Fall die Thüringenflagge und   ich denke auch, dass das zur   Identifikation beiträgt. Alles klar.

 

  Also ich würde gerne mal Herr Austoffer,   eine Frage habe ich dann doch noch. Also   Kathleen hat ja gesagt, sie sind auch,   weil wir transparent sein beim BSW   aktiv. Aber eine Frage muss ich jetzt   einfach mal stellen. Äh, also die ähm   die Pläne der Landesregierung oder auch   diese neue Verordnung in Zusammenhang zu   bringen mit wir bereiten die Leute auf   Krieg vor, das müssen Sie mir erklären.

 

  Also es klingt ja schon sehr pazifis,   also nach BSW auch, ne? Also nee, wollen   wir und verstehe ich auch alles   Parteiposition, aber erklären Sie mal   auch den Leuten hier im Raum, was die   Flagen, Wir machen jetzt wieder mehr   Flagen mit Kriegstüchtigkeit zu tun hat.   Ich will es auch verstehen.

 

 Na ja, man   möchte ja ein bestimmtes nationales   Gefühl auch in der Bevölkerung erzeugen,   dass man eben sagt, okay, man fühlt sich   zu Deutschland zugehörig, für dieses   Land würde man auch kämpfen und dann   dementsprechend auch zur Waffe greifen.   Und das finde ich eben gerade jetzt   eigentlich diese, dass diese Debatte   jetzt gerade aufflammt eben schade.

 

 Das   Gefühl entsteht bei Ihnen dadurch?   Bei mir persönlich ähm ähm würde ich   jetzt eigentlich nicht davon sagen, aber   ich habe das Gefühl, dass in der   allgemeinen Bevölkerung das Gefühl   erzeugt werden soll. Ah, okay. Frag mal   Herr Bü, also er guckt ein bisschen   skeptisch.   Na ja, also ich habe ja schon jetzt   zweimal betont, dass für mich der   Dreiklang wichtig ist.

 

 Äh, den Kontext   den den kann ich jetzt so nicht   herstellen, weil er für uns auch nie   Diskussionspunkt war. Der CDU, glaube   ich, gar kein Wort mehr. Natürlich würde   in dieser Runde niemand offen und   ehrlich zugeben, dass sie den   Nationalstolz wieder anheben wollen.   Nach Jahre des Zwangs durch   Regenbogenfahren, Bänke oder   Zebrastreifen.

 

 Aber so naiv sind wir   nicht. kann, denn alleine die   Deutschlandfahne, wenn ich richtig in   Erinnerung habe, was ich von Ihnen und   über Sie gelesen habe, wäre ja für sie   im Grunde ein kleines Problem, wenn ich   das lese. Sie können sich nicht   vorstellen, dass sich alle im Land   hinter diesem einen Symbol versammeln   können. Das müssen Sie mir erklären.

 

 Na   ja, ich glaube, dass in diesem Land ganz   unterschiedliche Lebensrealitäten halt   eben gleichzeitig existieren. Herr Bü,   Realität, ihr Alltag, aber auch der   Alltag von Alleinerziehenden von   Menschen Behinderungen, die vor Treppen   stehen, vor älteren Menschen, die halt   eben Flaschen sammeln.

 

 Und man muss   schon fragen, das mache ich als   Politikerin, können diese Menschen sich   hinter der Fahne sehen? Identifizieren   die sich wirklich damit? Und ich würde   sagen, ich glaube, dass zumindestens   einige die Flagge, die Deutschlandflagge   nicht sehr selbstbewusst einige eben   z.B. diese Gruppen, die ich gerade   genennt habe, genauso auch Migrantinnen,   die sozusagen eine Chance haben wollen   in diesem Land und diese einfach nicht   bekommen. Mhm.

 

 Ich sehe das immer   sozusagen zweigeteilt. Ich bin in dieses   Land gekommen. Ich bin ja in Kasachstan   geboren und ich kenne diesen deutschen   Traum. Ich vereine mich dahinter. Ich   meine Familie hat dafür sozusagen auch   immer gestritten und deswegen kann ich   das emotional sehr gut nachvollziehen,   aber mein Leben ist ein gutes Leben.

 

 Ich   weiß, dass es ganz vielen Menschen in   diesem Land nicht so geht und aus deren   Brille schaue ich mir eben genau diese   Debatte ein und ich glaube, da müssen   wir zumindestens als Politiker und   Politikerin eben auch diese Widersprüche   anerkennen. Also das kann ich   nachvollziehen.

 

 Und an einer Stelle habe   ich dann doch so ein Widerspruch   entdeckt, den ich einfach aufklären   möchte, weil natürlich ich frage mich,   wenn ich als Migrant nach Deutschland   komme, mich bewusst für Deutschland   entscheide, also nach Deutschland komme,   eine bewusste Entscheidung treffe, sagen   Sie jetzt ist es durchaus möglich, dass   man sich nicht hinter diesem Symbol, das   Symbol des Landes, für das ich mich   entschieden habe, versammeln kann.

 

 Das   ist für mich ein Widerspruch. Ich   glaube, dass die allermeisten   Migrantinnen, die in dieses Land kommen,   das sehr bewusst tun und sehr gerne tun,   weil sie diese Chance haben wollen. Und   ich glaube, sie stellen sich dann nicht   dahinter, wenn sie diese Chance nicht   bekommen.

 Wenn sie erkennen, dass es in   der Gesellschaft einen Widerstand gibt,   eine Gesellschaft, die mich nicht will,   hinter der will ich mich möglicherweise   nicht vereinen. Ich habe sehr starke   Schwierigkeiten dieser Frau zu folgen.   Warum repräsentiert man eine   alleinerziehende Mutter oder einen   Menschen mit Behinderung mit der   Regenbogenflagge und nicht mit der   Deutschen? Ich verstehe das nicht.

 

 Diese   Menschen gehören genauso zu Deutschland.   Wenn ich z.B. morgen im Rollstuhl sitze   oder alleinerziehend werde, höre ich   doch nicht auf, die deutsche Fahne zu   lieben. Ich würde mich immer noch als   Deutscher fühlen und könnte mich   weiterhin zu 100% mit dieser Fahne   identifizieren.

 

 Und ganz ehrlich, viele   Migranten hat man sie mal gefragt, sie   lieben ebenfalls ihre Herkunftsfahne und   würden sie gegen nichts auf dieser Welt   eintauschen. Niemand nimmt ihnen das   weg. Ob da eine EU oder eine   Deutschlandfahne hängt, interessiert   viele gar nicht. Ihr Herz schlägt für   ihr Herkunftsland und das ist ihr gutes   Recht. Bei mir ist es genauso.

 

 Egal, wo   ich auf der Welt lebe, ich weiß, dass   ich Deutscher bin. Ich bin stolz   Deutscher zu sein und ich sehe die   deutsche Fahne sehr gerne. Für mich   steht sie nicht für Links oder   Rechtsextremismus. Ich verbinde damit   z.B. meine Oma, mein Opa, meine Eltern,   meine Geschwister und noch so viel mehr.   Ich würde gerne noch einmal zurückkommen   auch zu diesen Symbolflaggen.

 

 Wir haben   die Regenbogenfahne gehört und Frau   Maurer, ihr Parteifreund Bodo Ramelo,   der war ja auch ein großer Flaggenfan.   Wir können ihn dann noch mal ein Bild   zeigen. Ehrlicherweise ist die Qualität   nicht gut. Es ist aber auch 10 Jahre   alt. Ähm, trotzdem wollen wir das Bild   an der Stelle gerne einblenden.

 

 Eine der   ersten Amtshandlung von Bodo Ramelo ist   es gewesen, diese Regenbogenflagge vor   der Staatskanzlei zu hissen. Das heißt,   also diese Beflagungsdiskussion, die   begleitet uns jetzt doch schon so ein   paar Jahre, ist kein neues Phänomen.   Mich interessiert die Position der   Linken.

 

 Wä es ihnen lieber, wenn es da   auch eine Offenheit gegeben hätte, wenn   die Landesregierung jetzt gesagt hätte,   also die drei müssen sein und wenn ihr   die Regenbogenfahne oder was weiß ich   dazu hängen wollt, macht das bitte gern.   Ich glaube, dass es durchaus   Unterschiede gibt, dass man bei der   Regenbogenfgeer   weiß, worum es sozusagen geht, dass es   da auch einen kleineren Kreis gibt,   worauf man sich sozusagen einigen kann   und dass es noch mal eine andere   Symbolwirkung hat als die   Deutschlandflagge.

 

 Na gut, dass Herr   Ramelo in Thüringen abgewählt wurde. Das   muss man sich mal auf der Zunge zergehen   lassen. Das war vor 10 Jahren unfassbar.   M.