In der Welt der Antiquitäten und Raritäten ist nicht alles Gold, was glänzt – eine Lektion, die nun auch ein bekanntes TV-Gesicht auf die harte Tour lernen musste. Die beliebte ZDF-Trödelshow “Bares für Rares” ist bekannt für ihre emotionalen Geschichten, doch was sich kürzlich in den Hallen des Pulheimer Walzwerks abspielte, sorgte selbst bei eingefleischten Fans für Fassungslosigkeit. Im Mittelpunkt des Geschehens: Die 37-jährige Cosima Viola, die vielen Zuschauern noch bestens als Schauspielerin aus der legendären ARD-Serie “Lindenstraße” in Erinnerung geblieben ist.

Mit einem strahlenden Lächeln und großen Erwartungen betrat die Kölnerin das Set. Im Gepäck hatte sie eine Sammlung alter Parfümflakons, die sie als wertvolle Erbstücke ihrer geliebten Großmutter deklarierte. Laut ihrer Darstellung handelte es sich bei den filigranen Glasobjekten um Meisterwerke des renommierten französischen Herstellers Lalique – eine Marke, die bei Sammlern weltweit Höchstpreise erzielt. Die Hoffnung auf einen vierstelligen Betrag und einen spannenden Bieterstreit im Händlerraum war zum Greifen nah.

Moderator Horst Lichter erkannte die prominente Kandidatin sofort. Es folgte ein herzliches Begrüßungsgespräch, in dem Erinnerungen an Violas Zeit vor der Kamera wachgerufen wurden. Doch die wohlige Atmosphäre schlug schlagartig um, als der Sachverständige Colmar Schulte-Goltz die Objekte genauer unter die Lupe nahm. Was als Routine-Expertise begann, entwickelte sich binnen Minuten zu einem handfesten Skandal.

Obwohl die Flakons auf den ersten Blick täuschend echt wirkten und sogar Bodenmarkierungen trugen, die eine Herkunft aus dem Hause Lalique suggerierten, hielt die Begeisterung des Experten nicht lange an. Mit geschultem Auge und fachmännischem Blick entlarvte Schulte-Goltz die vermeintlichen Schätze als plumpe Nachahmungen. “Diese Stücke sind gemacht worden, damit Menschen glauben, sie wären Originale”, lautete das vernichtende Urteil, das wie ein Paukenschlag durch den Raum hallte.

Für Cosima Viola war dieser Moment ein Schock. Die Erkenntnis, dass es sich bei den Familienerbstücken um Fälschungen handelt, traf sie sichtlich unvorbereitet. Es war nicht nur der finanzielle Verlust, der schmerzte, sondern auch die bittere Einsicht, dass ihre Großmutter offenbar vor Jahren selbst Opfer eines Betrugs geworden war. In der Welt von “Bares für Rares” gibt es in einem solchen Fall keine Gnade: Wer mit Fälschungen antritt, erhält keine Händlerkarte.

Das Regelwerk der Sendung ist hierbei unerbittlich. Um den Markt und die Händler zu schützen, dürfen plagiierte Gegenstände nicht zum Verkauf angeboten werden. Horst Lichter, der sichtlich mit der enttäuschten Schauspielerin mitfühlte, blieb keine Wahl: Er musste Viola ohne den begehrten Pass für den Händlerraum nach Hause schicken. Ein dramatischer Abgang für einen Gast, der mit so viel Hoffnung gekommen war.

Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein wachsendes Problem im Antiquitätenhandel. Immer häufiger tauchen täuschend echte Kopien auf, die gezielt auf Flohmärkten oder über private Nachlässe in Umlauf gebracht werden. Der Fall von Cosima Viola zeigt einmal mehr, dass selbst eine prominente Herkunft oder eine emotionale Familiengeschichte nicht vor den Machenschaften von Fälschern schützt.

Am Ende blieb der Schauspielerin nur der Weg zurück nach Hause – ohne Deal, ohne Geld, aber mit einer bitteren Erfahrung im Gepäck. “Bares für Rares” beweist mit diesem Fall erneut seine Integrität als Sendung, in der die Expertise über der Sensation steht. Für die Zuschauer bleibt die Mahnung: Hinter jedem vermeintlichen Schatz kann eine bittere Enttäuschung stecken, und wahre Expertise ist durch nichts zu ersetzen.