[musik]   Athen im Januar 2015. Ein kalter Wind   weht durch die historischen Straßen der   griechischen Hauptstadt. Doch in einem   sterilen Zimmer des Krankenhauses Üge   herrscht eine noch kältere Stille. Auf   dem schlichten Krankenbett liegt ein   Mann, der seine letzten Stunden zählt.   Ein Mann, der einst als griechischer   Gott der Musik verehrt wurde.

 

  Demis Russos. Dieser Name war eins der   Inbegriff von Romantik, ein Symbol für   sehnsüchtige Melodien wie Goodbye my   love Goodbye, die die Herzen von   Millionen Menschen in Deutschland über   Jahrzehnte hinweg erwärmten. Die Welt   erinnert sich an ihn als den sanften   Riesen in prächtigen bunten Kaftannen,   der stets ein warmes Lächeln auf den   Lippen trug und Freude verschenkte.

 

 Doch   die traurige Wahrheit ist, dass hinter   diesem strahlenden Rampenlicht eine   Seele verborgen lag, die voller Narben   war. Narben, die nie wirklich   verheilten.   Willkommen zurück auf der verborgenen   Bühne, wo wir gemeinsam den schweren   Vorhang heben, um die Wahrheit hinter   dem Ruhm zu enthüllen.

 

 Heute sprechen   wir nicht über den Applaus, wir sprechen   über die ohrenbetäubende Einsamkeit   einer Legende.   Man erzählt sich, dass Demis Russ drei   Tage vor seinem letzten Atemzug das   Schweigen brach, dass er ein Leben lang   wie eine Last getragen hatte. In einem   Moment zwischen Dämmerung und Klarheit   betete er nicht um Erlösung.

 

 Er nannte   stattdessen fünf Namen, fünf Schatten   seiner Vergangenheit, denen er niemals   vergeben konnte. Es waren jene, die ihm   sein wahres Lächeln stahlen, die ihn zu   einer bloßen Figur machten und ihn am   Ende, als die Lichter ausgingen, in der   Dunkelheit zurückließen.   War einer dieser Namen der Terrorist,   der ihm auf jenem schicksalhaften Flug   im Jahr 1985   eine Waffe an den Kopf hielt, waren es   die Manager der Musikindustrie, die ihn   in eine Rolle zwangen, die er eigentlich   verachtete. Und wer ist der fünfte Name   auf dieser Liste? Ein Name, der so   schmerzhaft ist, dass er uns alle   zutiefst berühren wird.   Ich bitte Sie, bleiben Sie bis zur   letzten Sekunde dieses Videos bei uns,   denn das Geheimnis um den fünften Namen,   den Menschen, den Demis Russus am   meisten hasste und doch am meisten   liebte, ist eine Enthüllung, die ihr   Bild von diesem großartigen Künstler für   immer verändern wird. Doch um dieses   Ende zu verstehen, müssen wir zuerst an   den Anfang zurückkehren.

 

  Bevor er die Weltbühne betrat, bevor er   zu der Ikone wurde, die wir alle kennen,   war Demis Russ einfach nur ein kleiner   Junge namens Artemius. Geboren im   sonnigen Alexandria in Ägypten wuchs er   in einem wahren Märchen auf. Seine   Familie war wohlhabend. Das Leben war   ein endloser Sommer voller Musik und   Lachen.

 

 Doch das Schicksal kann grausam   sein und das Paradies ist oft nur eine   Leih auf Zeit.   Mitte der 50er Jahre während der   Sueskrise zerbrach diese heile Welt über   Nacht in 1000 Stücke. Die Familie verlor   alles, ihr Haus, ihr Vermögen, ihre   Heimat. Sie flohen als mittellose   Flüchtlinge zurück nach Griechenland in   ein Land, das sich fremd anfühlte.

 

 Für   den jungen Artemios war dies der erste   große Riss in seiner Seele. Der kleine   Prinz war plötzlich ein Bettler.   Haben Sie sich jemals gefragt, warum   Demis Rousseaus diesen massigen Körper   hatte? Warum er so viel aß? Es war nicht   einfach nur Genuss. Psychologen würden   sagen, es war ein Schutzschild.

 

 Die   plötzliche Armut hinterließ ein tiefes   Trauma in dem Jungen. Das Essen wurde zu   seinem einzigen Trost, zu seiner   einzigen Sicherheit in einer Welt, die   ihm alles genommen hatte. Jedes Kilo,   das er zunahm, war wie eine Mauer, die   er um sein verletztes Herz baute, um nie   wieder verletzt zu werden.

 

 Er aß, um die   Lehre zu füllen, die der Verlust seiner   Heimat hinterlassen hatte.   Doch in dieser Dunkelheit fand er ein   Licht, seine Stimme, eine Stimme, die so   einzigartig war, dass sie Engel zum   Weinen bringen konnte. Er schwor sich   nie wieder arm zu sein. Er würde singen,   bis die Welt ihm zuhörte. Und die Welt   hörte zu, besonders Deutschland.

 

  In den 70er Jahren wurde Deutschland zu   seiner zweiten Heimat. Als er Lieder wie   ” Goodbye My Love Goodbye” sang, spürten   die Menschen hierzulande eine tiefe   Verbindung. Vielleicht, weil auch   Deutschland nach dem Krieg wusste, was   Verlust bedeutet. Demis wurde zum   Superstar. Er füllte die größten Hallen.

 

  Sein Gesicht war auf jedem Bildschirm zu   sehen. Er war reich, er war berühmt und   er wurde geliebt. Er hatte es geschafft.   Er hatte die Armut besiegt.   Aber und hier beginnt die Tragödie. Der   Ruhm verlangte einen hohen Preis. Die   Musikindustrie sah in ihm nicht den   sensiblen Künstler, der eigentlich   Rockmusik und Gospel liebte.

 

 Sie sahen   eine Geldmaschine. Sie steckten ihn in   diese weitengewänder, die Kaftanne, um   sein Übergewicht zu kaschieren und ihn   exotisch wirken zu lassen. Sie machten   ihn zu einem gemütlichen Bären, der   immer lächeln musste. Während er auf der   Bühne von Liebe und Freiheit sang,   fühlte er sich hinter den Kulissen oft   wie ein Gefangener seines eigenen   Images.

 

  Er dachte, er hätte die Kontrolle. Er   dachte, mit seinem Reichtum könne er   sich endlich sicher fühlen. Doch das   Leben hatte noch eine weitere, viel   dunklere Prüfung für ihn vorbereitet.   Eine Prüfung, die beweist, dass kein   Geld der Welt uns vor dem wahren Horror   schützen kann.   Es war der 14. Juni 1985.

 

  Ein Tag, der als normaler Reisetag   begann und in einem Albtraum endete, der   Demis Russ für immer verändern sollte.   Was an diesem Tag geschah, brach den   sanften Riesen endgültig.   Flug TVA 847.   Was als kurzer routinemäßiger Flug von   Athen nach Rom geplant war, verwandelte   sich innerhalb von Sekunden in eine   Bühne des Schreckens.

 

 Demis saß mit   seiner damaligen Freundin Pamela an   Bord, als plötzlich bewaffnete   Terroristen die Kontrolle übernahmen.   Schreie halten durch die Kabine, Waffen   wurden auf unschuldige Menschen   gerichtet. Und mitten in diesem Chaos   saß er, der weltberühmte Sänger, unfähig   sich zu verstecken, unfähig zu fliehen.   Es ist eine grausame Ironie des   Schicksals, dass Demis Russos genau in   dieser Hölle seinen 39.

 

 Geburtstag   verbringen musste. Stellen Sie sich das   vor. An dem Tag, an dem man eigentlich   das Leben feiern sollte, blickte er dem   Tod direkt in die Augen. Man sagt, die   Terroristen hätten ihn erkannt. Es gibt   bizarre Berichte, dass sie ihn sogar   baten, für sie zu singen. Doch das war   kein privates Konzert.

 

 Es war eine   psychologische Folter. 5 Tage lang war   er eine Geisel. Fünf Tage, in denen er   nicht wusste, ob er die Sonne je   wiedersehen würde.   Als er schließlich freigelassen wurde,   atmete die Welt auf. Die Kameras   blitzten, die Journalisten drängten sich   um ihn, alle wollten das glückliche Ende   sehen.

 

 Auf einer Pressekonferenz dankte   er Gott und den Menschen für ihre   Gebete. Er lächelte in die Kameras, aber   wenn man genau hinsieht in die Aufnahmen   von damals, dann sieht man es. Das Licht   in seinen Augen war erloschen. Der   fröhliche Bär war gestorben. Zurückblieb   ein gebrochener Mann, der von   Panikattacken und Depressionen gejagt   wurde.

 

  Doch die Tragödie endete nicht mit der   Freilassung. Das eigentliche Grausamkeit   geschah danach. Und hier kommen wir zu   dem zweiten Namen auf seiner Liste der   Unverzeihlichen, die Industrie.   Haben sie ihm Zeit gegeben, dieses   schreckliche Trauma zu verarbeiten?   Haben sie ihm erlaubt, sich   zurückzuziehen und seine Wunden zu   heilen? Nein, the show must go on.

 

 Die   Maschinerie musste weiterlaufen. Es gab   Verträge zu erfüllen, Platten zu   verkaufen, Konzerte zu geben. Man   steckte den traumatisierten Mann sofort   wieder in seine bunten Gewänder, schob   ihn auf die Bühne und verlangte von ihm   Fröhlichkeit auszustrahlen. Er musste   den glücklichen Demis spielen, während   er innerlich zitterte.

 

 Er fühlte sich   benutzt. Er war kein Mensch mehr. Er war   ein Produkt, ein Produkt, das   funktionieren musste, egal wie sehr die   Seele schrie.   Er versuchte seine Angst zu betäuben. Er   aß noch mehr. Er suchte Trost in   flüchtigen Beziehungen. Er klammerte   sich an den Applaus, als wäre es die   einzige Medizin, die noch wirkte.

 

 Doch   der Applaus ist ein untreuer Liebhaber.   Und als die 80er Jahre zu Ende gingen   und sich der Musikgeschmack der Welt   veränderte, musste Demis Russos lernen,   wie grausam die Stille sein kann.   Das Rampenlicht begann zu flackern, die   Hallen wurden kleiner und die Menschen,   die ihm einst ewige Liebe geschworen   hatten, begannen sich abzuwenden.

 

 Was   passiert mit einem Idol, wenn es nicht   mehr gebraucht wird? Was passiert, wenn   das Telefon aufhört zu klingeln?   Wenn der Ruhm verblasst, zeigt die Welt   ihr wahres hässliches Gesicht. In den   90er Jahren und zu Beginn des neuen   Jahrtausends wurde es stiller um den   griechischen Barden.

 

 Die Charts wurden   von neuen jüngeren Gesichtern dominiert.   Für Demis Russ begann ein schmerzhafter   Abstieg. Er war immer noch der Mann mit   der goldenen Stimme, aber für die   gnadenlose Presse wurde er zunehmend zur   Zielscheibe des Spots.   Das ist der dritte Name auf seiner Liste   der Unverzeihlichen, die Medien.   Jahrelang hatten sie ihn hochgejubelt,   solange er ihnen Schlagzeilen lieferte.

 

  Doch nun, da er älter und kränker wurde,   stürzten sie sich auf sein Äußeres wie   Geier auf ihre Beute. Sie nannten ihn   nicht mehr den sanften Riesen. Sie   machten Witze über sein Gewicht, sie   nannte seine geliebten kaftane Zelte.   Jeder Artikel, der sich über seine Figur   lustig machte, war wie ein Dolchstich in   das Herz eines Mannes, der sein ganzes   Leben lang gegen die Dämonen seiner   Kindheit gekämpft hatte.

 

 Er fühlte sich   verraten. Er hatte ihnen seine Seele   gegeben und sie gaben ihm Spott zurück.   Aber die Einsamkeit, die ihn in seinem   Haus in Athen umgab, war nicht nur   beruflicher Natur. Demis Russos war ein   Mann, der die Liebe atmete. Er war   viermal verheiratet, er liebte   leidenschaftlich und doch endete er oft   allein.

 

 Er suchte in den Augen seiner   Partnerinnen nach der bedingungslosen   Liebe, die er als Kind verloren hatte.   Doch oft fand er nur Menschen, die den   Star liebten, aber nicht den Mann namens   Artemios.   Dies führt uns zum schmerzhaften vierten   Punkt seiner Anklage, die falsche Liebe.   Menschen, die in sein Leben traten, um   sich im Glanz seines Ruhmes zu sonnen   und die verschwanden, als die Wolken   aufzogen.

 

 Stellen Sie sich vor, sie sind   von Menschen umgeben und doch weiß   niemand wirklich, wer sie sind. Sie sind   umringt von Schulterklopfern, aber wenn   sie nachts vor Schmerzen und Angst wach   liegen, ist das Bett neben ihnen leer.   Oder was noch schlimmer ist, besetzt von   jemanden, der sie nicht versteht.   Sein Körper, der ihn so lange geschützt   hatte, begann zu rebellieren.

 

 Die Kilos,   die er als Schutzwall aufgebaut hatte,   wurden zu seinem Gefängnis. Seine   Gesundheit verschlechterte sich rapide,   Rückenschmerzen, Atemprobleme und   schließlich die schreckliche Diagnose   Krebs. In diesen letzten Monaten, als er   im Krankenhausbett lag, fiel die Maske   endgültig.

 

 Es gab keine Kameras mehr,   keine jubelnden Massen, nur die sterile   weiße Decke und die bittere Erkenntnis,   dass er sein Leben für einen Traum   geopfert hatte, der ihn am Ende aufraß.   Und nun sind wir zurück im Zimmer des   Üja Krankenhauses. Zurück in jenem   Moment, drei Tage vor seinem Tod, als er   die Kraft sammelte, um den letzten, den   fünften und wichtigsten Namen   auszusprechen.

 

  Hier sind wir nun. Im Angesicht des   Todes gibt es keine PR-Stategien mehr,   keine Lügen, keine Masken. Mit schwacher   Stimme, kaum mehr als ein Hauchen, ging   Demis Russ seine Liste durch.   Der erste Name war der des Terroristen,   der ihm die Unschuld raubte. Der zweite   Name gehörte den mächtigen Bossen der   Musikindustrie, die seine Kunst in eine   Ware verwandelten.

 

 Der dritte Name galt   den zynischen Medien, die ihn   verspotteten. Der vierte Name stand für   all jene falschen Freunde, die ihn nur   für seinen Ruhm liebten.   Doch dann, als er zum fünften Namen kam,   zitterte seine Stimme. Tränen liefen   über das Gesicht des Mannes, der sein   Leben lang versucht hatte, stark zu   sein.

 

 Der fünfte Name, der Mensch, dem   er am wenigsten verzeihen konnte, war   nicht sein Feind. Es war er selbst.   Ja, sie haben richtig gehört. Demis   Russos konnte sich selbst nicht   verzeihen. Er warf sich vor, dass er den   kleinen Jungen Artemios verraten hatte.   Er hatte zugelassen, dass die Welt ihn   verformte.

 

 Er hatte zugelassen, dass er   die Musik sang, die andere wollten,   statt die Musik, die in seinem Herzen   brannte. Er hatte zugelassen, dass er   seinen Körper als Schutzschild   missbrauchte, bis dieser Körper ihn   schließlich im Stich ließ. Sein größter   Schmerz war die Erkenntnis, dass er zwar   die ganze Welt erobert, aber sich selbst   dabei verloren hatte.

 

  Das ist die tragische Ironie seines   Lebens. Der Mann, der uns allen Trost   spendete, konnte keinen Trost für sich   selbst finden. Er starb mit dem Gefühl,   ein Gefangener in einem goldenen Käfig   gewesen zu sein, den er selbst mitgebaut   hatte.   Am 25. Januar 2015 hörte das Herz von   Demis Rousse aufzuschlagen.

 

 Die   Nachricht verbreitete sich wie ein   Lauffe Welt trauerte um eine Ikone.   Radiosender spielten wieder seine   Lieder. Zeitungen druckten wieder sein   Bild. Doch dieses Mal war es zu spät.   Die Anerkennung, nach der er sich in der   Stille gesehn hatte, erreichte ihn nicht   mehr.   Was bleibt also von Demis Russ? Bleibt   nur die Erinnerung an den dicken Mann im   Kaftan? Nein, das wäre ungerecht.

 

 Was   bleibt? Ist eine Stimme, die größer war   als das Leben selbst. Eine Stimme, die   uns daran erinnert, dass hinter jedem   Star ein Mensch aus Fleisch und Blut   steckt, mit Ängsten, Träumen und einem   zerbrechlichen Herzen.   Seine Geschichte ist eine Mahnung an uns   alle. Sie lehrt uns, dass Ruhm nicht   gleich Glück ist.

 

 Sie lehrt uns genauer   hinzusehen, nicht zu urteilen und den   Menschen hinter der Fassade zu suchen,   bevor es zu spät ist. Vielleicht hat   Demis Rousse in seinen letzten Momenten,   nachdem er diese fünf Namen   ausgesprochen hatte, endlich seinen   Frieden gefunden. Vielleicht konnte er   dem kleinen Artos in sich endlich die   Hand reichen und sagen: “Es ist vorbei,   wir gehen nach Hause.

 

”   Wir auf der verborgenen Bühne werden ihn   nicht als das Produkt der Industrie in   Erinnerung behalten, sondern als den   sensiblen Künstler, der er im Herzen   immer war.   Wenn Sie diese Geschichte berührt hat,   wenn Sie heute einen anderen Blick auf   Demis Russ geworfen haben, dann teilen   Sie dieses Video.

 

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