: Judith Rakers war über fast zwei Jahrzehnte hinweg eine Institution im deutschen Fernsehen. Jeden Abend lieferte sie in der Tagesschau präzise, sachlich und hochprofessionell die wichtigsten Nachrichten des Tages in die Wohnzimmer von Millionen Zuschauern. Doch hinter der kühlen Eleganz und dem perfekt sitzenden Blazer brodelte ein Geheimnis, das sie nun mit 49 Jahren endlich gelüftet hat. Es ist die Geschichte einer Frau, die am Zenit ihrer Karriere erkannte, dass Applaus und Einschaltquoten nicht dasselbe sind wie innerer Frieden. Ihr Ausstieg bei der Tagesschau im Januar 2024 markierte nicht nur das Ende einer Ära, sondern den Beginn eines völlig neuen Lebenskapitels, das radikaler kaum sein könnte.

Die Wurzeln ihrer Unabhängigkeit wurden bereits in ihrer Kindheit im westfälischen Paderborn gelegt. Aufgewachsen bei ihrem alleinerziehenden Vater, lernte Judith Rakers früh, sich in einer Welt zu behaupten, die oft klare Rollenbilder vorgab. Diese frühe Prägung zog sich wie ein roter Faden durch ihre journalistische Laufbahn, vom Lokalradio in Münster bis hin zur internationalen Bühne des Eurovision Song Contests 2011. Doch trotz des glitzernden Erfolgs und der enormen Glaubwürdigkeit, die sie sich erarbeitete, blieb ein Teil von ihr stets unberührt vom Medienrummel. Während die Öffentlichkeit über ihr Privatleben spekulierte, insbesondere nach der Scheidung von Andreas Pfaff im Jahr 2017, suchte Rakers im Stillen nach einer tieferen Bedeutung jenseits der Teleprompter.

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Was viele Fans bereits vermuteten, hat Judith Rakers nun bestätigt: Das Leben in der Großstadt und der ständige Druck der Aktualität passten immer weniger zu ihrem wahren Kern. Ihr Bekenntnis zur Unabhängigkeit und zum bewussten Alleinsein nach ihrer Ehe war der erste Schritt in eine neue Freiheit. Sie gab offen zu, dass sie sich nicht länger von gesellschaftlichen Stereotypen über Ehe und Familie unter Druck setzen lassen wolle. Stattdessen entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Natur und ein einfaches, nachhaltiges Leben neu. Heute lebt sie auf einer kleinen Farm, tauscht das Studio-Make-up gegen Gartenerde und die Fernsehkameras gegen die Gesellschaft ihrer Tiere.

Judith Rakers und ihr Garten

Dieser Wandel ist jedoch kein bloßer Rückzug ins Private, sondern ein mutiges Statement für Selbstbestimmung. Rakers nutzt ihre Bekanntheit heute, um für ökologische Landwirtschaft und einen achtsamen Lebensstil zu werben. Auf ihren Social-Media-Kanälen zeigt sie sich ungeschminkt beim Gemüseanbau oder bei der Pflege ihrer Hühner – eine Authentizität, die ihre Follower begeistert und inspiriert. Sie hat bewiesen, dass man eine Spitzenkarriere beenden kann, ohne zu scheitern, indem man den Fokus auf das lenkt, was einen wirklich erfüllt. Ihre Projekte zur nachhaltigen Selbstversorgung sind mehr als nur ein Hobby; sie sind Ausdruck einer tiefen Überzeugung, dass ein Leben im Einklang mit der Natur die Antwort auf die Hektik unserer Zeit ist.

Judith Rakers: So lief ihre letzte Sendung in der „Tagesschau“

Judith Rakers’ Geständnis ist deshalb so bedeutend, weil es mit dem Tabu bricht, dass eine Frau in den besten Jahren ständig “mehr” erreichen muss. Sie hat gezeigt, dass wahre Stärke darin liegt, “genug” zu sagen und den Mut zu haben, leiser zu werden, um die eigene Stimme wieder zu hören. Während sie früher nationale Krisen moderierte, widmet sie sich heute den kleinen Wundern des Wachstums auf ihrem Bauernhof. Ihr Weg vom Nachrichten-Star zur Bio-Bäuerin und Lifestyle-Influencerin für Nachhaltigkeit ist eine Inspiration für alle, die sich nach Veränderung sehnen, aber den ersten Schritt fürchten. Judith Rakers hat ihren Frieden gefunden – fernab vom Blitzlichtgewitter, mitten in der Natur.