Francine Jordi, die Schweizer Schlager-Ikone, die seit den späten 90er Jahren die Herzen des Publikums erobert, hat anlässlich ihres 48. Geburtstags einen tiefen Einblick in ihre Seele gewährt. Hinter der Fassade der stets lächelnden, professionellen Künstlerin verbarg sich über Jahre eine “große Traurigkeit” – ein stilles Erschöpfen, das nun einem neuen Verständnis von Liebe und Selbstfürsorge gewichen ist. In einem bewegenden Rückblick gestand Jordi, dass die wahre Liebe ihres Lebens nicht nur eine Person ist, sondern die neu gefundene Ehrlichkeit zu sich selbst.

Der Weg dorthin war von harter Arbeit und einem enormen inneren Druck geprägt. Schon früh stand die 1977 geborene Sängerin im Rampenlicht und trug die Verantwortung für die Emotionen ihres Publikums. Während ihre Lieder Trost spendeten, blieb für ihre eigene Traurigkeit oft kein Raum. „Ich glaubte funktionieren zu müssen, um geliebt zu werden“, erklärte Jordi offen. Dieser ständige Wunsch, niemanden zu enttäuschen, führte schließlich zu einem inneren Zusammenbruch, der sie zwang, innezuhalten.

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Ein Schlüsselmoment war ein einsamer Abend in einem Hotelzimmer nach einem umjubelten Konzert. Statt Freude empfand sie nur noch Leere. Es war der Beginn einer radikalen Selbstreflexion. Jordi begann, Prioritäten neu zu setzen, Termine abzusagen und sich Pausen zu gönnen, ohne sich dafür zu rechtfertigen. In dieser Phase wurde die Musik für sie wieder zu dem, was sie ursprünglich war: ein Ausdruck innerer Wahrheit, nicht nur ein Mittel zum Zweck.

In diesem Prozess der Heilung spielte ihr Ehemann, Roman Meyer, eine entscheidende Rolle. Er beschreibt die gemeinsame Zeit als einen Weg, auf dem Francine erst lernen musste, Hilfe anzunehmen und ihre Verletzlichkeit nicht mehr als Gefahr zu sehen. Es gab Abende, an denen Tränen der Erleichterung flossen, weil der jahrelange Druck des „Starksein-Müssens“ endlich nachließ. Heute beschreiben beide ihre Ehe als ruhig, ehrlich und getragen von tiefem Respekt. „Wahre Nähe entsteht dort, wo man aufhört, perfekt sein zu wollen“, so das Fazit der Sängerin.

Auch gesundheitlich hat der jahrelange Stress Spuren hinterlassen. Jordi spricht heute offen über Phasen seelischer Müdigkeit und die Notwendigkeit, auf die Signale ihres Körpers zu hören. Mit 48 Jahren hat sie gelernt, „Nein“ zu sagen und ihre Energie bewusster einzuteilen. Ihr Vermögen, das sie sich durch Beständigkeit und Integrität aufgebaut hat, sieht sie heute vor allem als Mittel zur Unabhängigkeit und Sicherheit, nicht als Statussymbol.

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Francine Jordis Lebenswerk ist damit weit mehr als eine Aneinanderreihung von Hits. Es ist die Geschichte einer Frau, die den Mut gefunden hat, ihre Maske fallen zu lassen. Ihr Vermächtnis liegt in der Verbindung von Professionalität und Menschlichkeit. Sie bleibt eine Künstlerin, die Tiefe vor Tempo stellt und beweist, dass man die Menschen am stärksten berührt, wenn man den Mut hat, seine eigene Wahrheit zu leben.