Ich brauche deine Hilfe nicht. Die Worte schnitten durch den Regen wie Glassplitter. Sophie stand zitternd unter dem Straßenlicht vor dem Restaurant die schwarze Perle, die Arme vor der nassen Bluse verschränkt. Der Regen fiel in Strömen. Der Wind trieben herüber und peitschte ihr ins Gesicht. Vor ihr stand ein Fremder, der die Tür seines BMW offenhielt.
“Du zitterst”, sagte er mit tiefer Stimme, ohne auszusteigen. “Ich bin nicht kalt, ich bin wütend und durchnäst.” Sophie lachte bitter, ein Geräusch, das mehr nach Verzweiflung klang als nach Humor. “Du hast es gesehen oder? Den ganzen Auftritt da drinnen?” Der Mann antwortete nicht, doch in seinen Augen lag etwas, dass sie nicht sehen wollte, mit Leid vielleicht oder Schuld.
“Bitte lass mich einfach in Ruhe.” Eine halbe Stunde zuvor, Sophie war mit einer Flasche Chateau Margauks 2015 in der Hand in die Küche der schwarzen Perle gestürmt. Ihr Herz hämmerte. Richard Albrecht, der Inhaber und Küchenchef, sah auf sein Lächeln professionell wie immer.
Sophie, meine Liebe, was verschlägt dich um diese Zeit hierher? Diese Flasche, sagte sie und hielt sie hoch. Der Gast an Tisch 7 hat genau diesen Wein bestellt. Aber das ist kein Margaux, das ist eine billige Bordeaux Imitation mit neuem Etikett. Die Küche verstummte sofort. Das Messerklotzen hörte auf. Der Geschirrsspüler stellte das Wasser ab. Richard lächelte weiter.
Sophie, du arbeitest zu viel. Du siehst Gespenster. Ich arbeite hier seit drei Jahren, entgegnete sie ruhig. Ich kenne jede Flasche unseres Kellers und ich weiß, dass du seit Monaten teure Weine durch Fälschungen ersetzt. Sein Lächeln wurde einen Hauch zu star. Pass auf, was du sagst.
Oder was? Willst du mich feuern, weil ich meinen Job mache? Langsam stand er auf, immer noch mit diesem unangreifbaren Grinsen. Du gehst jetzt in den Gastraum und entschuldigst dich beim Kunden. Morgen finden wir eine Therapie für dein Problem. Mein Problem? Ihre Stimme brach fast. Diebstahl ist eine Krankheit. Sophie, wir verstehen, dass du Geld brauchst für deine kranke Mutter. Sie erstarrte. Wage es nicht.
Wir haben zwei Flaschen Roman Conte in deinem Schrank gefunden. Ein Zufall. Lüge. Doch er ging bereits hinaus in den Gastraum und sie folgte ihm, weil es ein Wort gegen ihres war und weil sie spürte, daß sie schon verloren hatte. Freitagabend, der Saal voll mit Geschäftsleuten und Promis. Richard hob die Stimme.
Meine Damen und Herren, leider muß ich Ihnen mitteilen, dass unsere Sommelier Sophie Neumann beim Diebstahl erwischt wurde. Die Blicke bohrten sich in sie wie Pfeile. Das ist eine Lüge. Er betrückt die Kunden. “Ich verstehe, dass du aufgebracht bist”, unterbrach er sie sanft und legte eine Hand auf ihre Schulter.
“Aber wir rufen nicht die Polizei aus Respekt vor deiner Mutter.” “Gib mir meine Tasche”, flüsterte sie. Beweisstück. Wir bewahren sie auf, bis alles geklärt ist. Du bestieß mich gerade selbst. Ich bringe dich nur hinaus, bevor du alles verschlimmerst. Und so stand Sophie wenig später im Regen, ohne Telefon, ohne Geld, ohne Würde, während die Gäste durch die Fenster auf sie starten wie auf ein Schaust. Der letzte U-Bahnzug war schon weg. “Lass mich dich fahren”, sagte der Fremde leise.
Er stand immer noch da, sein schwarzer Anzug durchnäst. “Ich kenne dich nicht. Ich steige nicht zu Fremden ins Auto. Sie wischte sich das Gesicht ab, doch die Tränen mischten sich mit dem Regen. Vor allem nicht zu jemandem, der mein Elend gesehen hat und jetzt denkt, ich bräuchte Rettung. Ich rette dich nicht, sagte er.
Ich biete dir nur ein Auto an, keinen Rat, kein Mitleid. Dann tat er etwas, dass sie sprachlos machte. Er legte ihr die Autoschlüssel in die Hand. Was tust du? Der Wagen gehört dir für heute Nacht. In der Mittelkonsole liegt eine Adresse. Stell ihn morgen dort ab. Das ist verrückt.
Vielleicht, aber ich bewundere Menschen, die für das Richtige einstehen, auch wenn sie alles verlieren. Bevor sie antworten konnte, stieg er in ein Taxi und verschwand im Regen, während sie mit den Schlüsseln in der Hand zurückblieb, mit tausend Fragen im Herzen. Der BMW war schwarz und markelos, mehr wert als alles, was sie ihr besessen hatte. Sophie sollte die Schlüssel wegwerfen, einfach nach Hause laufen.
Doch ihre Mutter brauchte um 11 Uhr ihre Medikamente und sie würde es zu Fuß nicht schaffen. Sie setzte sich ins Auto. Der Duft von Leder und teurem Holz umgab. In der Mittelkonsole fand sie ein Blattpapier. Dornfeld Investments Hamburg Hafen City. Der Name kam mir bekannt vor, doch das war eine Sorge für morgen.
Heute würde sie nach Hause fahren, ihre Mutter umarmen und versuchen zu verstehen, wie ihr Leben in weniger als einer Stunde zerbrochen war, was sie nicht wusste. Der Mann mit dem Anzug beobachtete sie vom Fenster gegenüber der schwarzen Perle, das Telefon in der Hand und eine Entscheidung im Kopf, die alles verändern würde.
Die Sonne ging gerade über der Elbe auf, als Sophie den BMW vor einem gläsernden Hochhaus in der Hafencity parkte. Sie hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Immer wenn sie die Augen schloß, sah sie Richards Gesicht, hörte das Murmeln der Gäste, fühlte den Blick der Kellner, als wäre sie etwas Schmutziges, dass man wegwischen wollte.
Die Autoschlüssel in ihrer Tasche wogen wie Blei. Ein Sicherheitsmann kam mir entgegen. Kann ich Ihnen helfen, gnädige Frau? Sophie nickte unsicher. Ich Ich komme, um das hier zurückzugeben. Sie hielt die Schlüssel hoch. Sie gehören dem Herrn. Sie stockte. Sie kannte nicht einmal seinen Namen, den Besitzer des Wagens. Der Mann musterte sie, dann den BMW, dann wieder sie, die nasse Bluse, das müde Gesicht, das zerzauste Haar.
Wie ist Ihr Name? Sopie Neumann. Aber er kennt mich eigentlich gar nicht. Er sprach leise in sein Funkgerät. Sophie nutzte die Zeit, um ihr Spiegelbild im Glas des Gebäudes zu betrachten. Ein Disaster, dunkle Ringe unter den Augen, verschmiertes Make-up, die Bluse zerknittert. Eine Frau, die am Boden war. Der Herr Dornfeld erwartet sie, sagte der Sicherheitsmann schließlich.

-
Stock. Das ist ein Missverständnis. Ich wollte nur. Er besteht darauf. Natürlich tut er das, dachte Sophieel bitter. Vermutlich wollte er nur prüfen, ob sie sein Auto zerkratzt hatte. Der Aufzug war ein Käfig aus Stahl und Spiegeln.
Sie sah sich selbst unendlich vervielfacht eine 28-jährige Frau, die gestern noch eine Karriere hatte und heute nichts mehr besaß. Oben öffnete sich die Tür zu einem Raum, der wie ein Bild aus einer Architekturzeitschrift wirkte. Dunkles Holz, moderne Kunst, bodentiefe Fenster mit Blick über die Stadt. Frau Neumann, seine Stimme war ruhig, fast zu ruhig. Er stand am Fenster, diesmal ohne Krawatte, in einem grauen Anzug.
Dieben ernsten Augen, die sie in der Nacht gesehen hatte. “Ich bringe nur die Schlüssel zurück”, sagte sie und legte sie auf den Empfangsträen. “Danke für den Wagen.” “Wie geht es ihrer Mutter?”, fragte er. Die Worte trafen sie wie ein Schlag. “Woher wissen Sie?” Ihr ehemaliger Chef hat es in der ganzen Küche laut herumzählt.
Er sagte, sie brauchten Geld für die Behandlung. Sophie spürte, wie ihr das Blut in den Kotz schoss. Ich brauche keine Fremden, die über meine Familie Bescheid wissen. Er trat einen Schritt näher und reichte ihr die Hand. Dann sind wir keine Fremden mehr. Ich bin Sebastian Dornfeld. Sie ignorierte die Hand. Sophie Neumann.
Und ja, meine Mutter ist krank, aber das bedeutet nicht, dass ich Eimosen brauche. Er nickte langsam. Ich verstehe, aber lassen Sie mich etwas klarstellen. Ich biete keine Eimosen an. Ich biete Arbeit an. Sophie blinzelte. Wie bitte? Ich brauche jemanden mit Expertise im Bereich Wein. Eine professionelle Katalogisierung meiner Sammlung.
800 Flaschen, teilweise Raritäten. Sie sind qualifiziert. Woher wissen Sie das? Ich habe gestern Abend mehr über Sie herausgefunden, als Sie denken. 3 Jahre Erfahrung. hervorragende Kritiken, ein feines Gespür für Authentizität. Das nennt man Nachforschung, nicht Vertrauen. Vertrauen entsteht mit der Zeit, entgegnete er.
Aber ich habe den Verdacht, dass Sie jemand sind, der für die Wahrheit kämpft, auch wenn sie weh tut. Sophie schwieg. Das letzte, was sie wollte, war erneut jemandem in die Hände zu geraten, der sie benutzen konnte. Ich schätze das Angebot, aber ich bin nicht in der Verfassung, irgendetwas zu akzeptieren. Sie drehte sich zur Tür. Frau Neumann, sagte er ruhig. Nehmen Sie sich Zeit. Ich zahle Marktniveau.
15 000 € monatlich. Sie blieb stehen. Das ist zu wenig. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann 20.00. 15.00. Ich arbeite. Sie zahlen keine Gefälligkeiten. Abgemacht. Er streckte wieder die Hand aus und diesmal nahm sie. Sein Griff war warm, fest, ehrlich. Wann können Sie anfangen? Heute, aber ich brauche einen Vorschuss für das Krankenhaus und ein neues Telefon. Richard hat alles einbehalten.
Erledigt, sagte Sebastian schlicht. Und das bedeutet nicht, dass Sie mir etwas schulden, außer ihrer Arbeit. Warum sind Sie so freundlich zu mir?”, fragte sie leise. Sein Blick wurde fern, weil vor fünf Jahren jemand zu mir freundlich war, als ich es am wenigsten verdient hatte. Und ich habe mich nie bedankt. Bevor sie fragen konnte, führte er sie durch das Büro zu einem privaten Aufzug. “Kommen Sie”, sagte er.
“Ich zeige Ihnen die Sammlung.” Die Villa in Blankenese war atemberaubend, ein Labyrinth aus Glas, Marmor und Stille. Doch obwohl sie groß und perfekt war, fühlte sie sich leer an. “Hier unten”, sagte Sebastian und öffnete eine schwere Stahler. Die Luft in der Weinkammer war kühl, fast heilig. Regale aus Eichenholz, jedes mit leuchtenden Etiketten, hunderte Flaschen, geordnet nach Region und Jahrgang.
“Mein Gott”, flüsterte Sophie, “ich habe nach dem Unfall damit angefangen”, sagte er leise. “Ich brauchte etwas, das mich ablenkt.” Sie drehte sich zu ihm um. Ihre Frau. Er nickte. Carolina, vor 5 Jahren gestorben. Es tut mir leid. Alle sagen das. Sophie schwieg. Ihre Finger glitten über eine Flasche Chateau Latour 1998. Warum ich? Fragte sie schließlich.
Sie könnten jeden Somelier Hamburgs einstellen, weil sie gestern nicht geweint haben. Sie haben den Kopf erhoben, obwohl man sie öffentlich erniedrigt hat. und weil ich Menschen vertraue, die die Wahrheit verteidigen, auch wenn sie alles verlieren. So fiel sah ihn an. In seinen Augen lag dieselbe Einsamkeit, die sie jeden Morgen im Spiegel sah. “Zwei Monate”, sagte sie, “dannalog fertig.
Keine Sonderbehandlungen, keine persönlichen Gefälligkeiten.” “Verstand?” Er lächelte schwach und natürlich nichts persönliches. Sophie nickte. Genau. Aber beide wussten, dass das bereits die erste Lüge war. Drei Wochen später kannte Sophie die Geheimnisse von Sebastian Dornfeld besser als ihre eigenen.
Nicht die großen, nicht die über seine Investments oder seine Vergangenheit, sondern die leisen, die sich zwischen den Zeilen seines Schweigens verbargen. Wie er die Stirn runzelte, wenn ein Wein sein Versprechen nicht hielt, wie seine Hand kaum merklich zitterte, wenn er über Carolina sprach und wie er fast jede Nacht um Punkt in die Weinkammer hinabstieg, so als suchte er dort etwas, das die Stille füllen konnte.
Romane Konti 1990 lass Sophie laut aus ihrem Notizbuch. Herkunft bestätigt Zustand exzellent. Geschätzter Wert lieber nicht aussprechen. Sag’s ruhig kam seine Stimme aus der Ecke, in der er an seinem Laptop arbeitete. 80.000 €. Sebastian fiff leise durch die Zähne und trotzdem trinkt kein Mensch sie.
Ein Sakrileg murmelte Sophie und setzte ihre Notizen fort. Es war Routine geworden. Sie katalogisierte, er arbeitete. Und um 11 Uhr, wenn die Luft schwerer wurde, öffnete er eine Flasche. Nie dieselbe, nie willkürlich, immer genau die, die zur Stimmung passte. Manchmal sprach er, manchmal schwieg er, aber er war immer da. Heute war es ein Malbeck 1998.
Katena Zapat. Er goss ein. Der rubinrote Wein schimmerte im Licht der Wandlampen. “Probier”, sagte er leise. Ihre Finger berührten sich, als sie das Glas nahm, ein flüchtiger Stromstoß, heißer als jeder Rotwein. Sophie hob die Nase, roch tief, Zlaume, dunkle Schokolade, etwas Tabaak und Zäffer, wie immer präzise.
Sie nippte und der Geschmack breitete sich wie Feuer in ihr aus. “Und?”, fragte sie schließlich. Ich sammele Weine, um Geschichten festzuhalten, antwortete er nachdenklich. Jede Flasche ist ein Moment in der Zeit, bewahrt, unverändert. Es ist einfacher, damit zu leben, als mit der Zeit, die man nicht festhalten kann. Sophie schwieg.
Drei Wochen hatte sie ihn gesehen, hatte die Schatten in seinen Augen bemerkt, die Müdigkeit in seinen Bewegungen. Jetzt sprach er darüber, als wäre es längst überfällig. “Carolina liebte Wein”, sagte er plötzlich. Sie hat mir beigebracht, ihn wirklich zu schmecken. Früher war er für mich nur ein Requisit, ein Statussymbol. Wie habt ihr euch kennengelernt? Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, kurz und traurig. Auf einer Auktion.
Sie bot auf ein Gemälde von ach wie hieß er? Kirchner. Ich auf einen Bckmann. Am Ende hat ein Sammler aus Tokio beide gekauft. Er lachte leise. Wir sind danach Kaffee trinken gegangen. Ich habe ihr erzählt, dass ich den falschen Beruf habe und sie hat gesagt, ich soll es ändern. Ich habe es nie getan. Sophie sah ihn an und dann kam der Unfall. Er nickte kaum merklich.
Mein Fehler, obwohl ich nicht gefahren bin. Sie hatte ein Glas zu viel. Ich war nicht dann. Ich hätte das Steuer nehmen sollen, aber ich er verstummte. Ich wollte noch ein paar E-Mails checken. Geschäftlich. Es war spät. Ich dachte, es hat Zeit. Dann kam der Zusammenstoß. Fahrerflucht.
Der Aufprall traf ihre Seite. Sie war sofort. Er brach ab. Sophie trat näher. Sie sagte nichts, legte ihm nicht die Hand auf, saß einfach neben ihn auf den kalten Steinboden. “Es war nicht deine Schuld”, sagte sie schließlich. “Mein Kopf weiß das, mein Herz nicht. Wie oft hast du dir das in den letzten Jahren gesagt? Nicht oft genug.
Sie schwieg, dann griff sie nach seiner Hand. Mein Vater ist gegangen, als ich sieben war, sagte sie leise. Eines Morgens war er einfach weg. Meine Mutter hat sich die Schuld gegeben. Sie meinte, sie sei zu stolz gewesen, zu stark. Aber manche Menschen sind zerbrochen, bevor man sie trifft. Und egal, wie sehr man bleibt, man kann sie nicht heilen.
Er sah sie an. Aber Carolina war nicht zerbrochen. Nein, sie war perfekt und es war Zufall. Ein verdammter Fahrer, der über Rot fuhr. Kein Schicksal, nur Pech. Er ließ ihre Hand nicht los. Der Wein in den Gläsern stand still zwischen ihnen. “Warum kann ich mit dir so leicht reden?”, fragte er nach einer Weile. “Weil ich nur vorübergehend bin”, antwortete sie.
In ein paar Wochen bin ich weg und dann gibt es keine Konsequenzen. Etwas in seinem Blick veränderte sich ein Schatten, der kurz auflammte und dann blieb. Und wenn ich nicht will, dass du gehst, so fiel wie ich seinem Blick aus. Dann sollten wir aufhören, so zu reden. Vielleicht solltest du mir stattdessen diesen Wein beschreiben. Er griff zur Flasche, reichte ihr das Glas.
Seine Finger strichen über ihre. Wieder dieser Strom. Sie zwang sich zu atmen. Samtig, warm, wie Erinnerung in flüssiger Form. Das ist kein Fachausdruck. Vielleicht sollte es einer sein. Ihre Stimmen wurden leiser, die Stille dazwischen dichter. Als ihre Blicke sich trafen, war da kein Lächeln mehr, nur etwas, das beängstigend echt war.
“Das hier muss aufhören”, flüsterte sie schließlich. Wir trinken, reden, tun so, als wären wir Freunde, aber wir sind keine Freunde. Du bist mein Chef. Vorübergehend. Genau. Sie stand auf, zu schnell. Der Wein drehte sich in ihrem Kopf. Oder vielleicht war es die Art, wie er sie ansah. Ich sollte gehen. Bleib.
Das eine Wort ließ sie erstarren. Seine Stimme war tief, brüchig wie ein Mensch, der zu lange geschwiegen hatte. Ich kann nicht. Doch keiner bewegte sich. Dann eine Stimme aus der Tür. A. Die berühmte Katalogisiererin. Sophie fuhr herum. Eine Frau stand in der Tür, etwa 40, markelos gekleidet, mit einem Lächeln, das so scharf war wie ein Messer.
Patrizia, sagte Sebastian überrascht. Ich wusste nicht, dass du kommst. Offensichtlich, erwiderte sie kühl und trat näher. Wir müssen über das Restaurant reden. Die Zahlen der schwarzen Perle stimmen nicht. Sophie erstarrte. Die schwarze Perle, einer unserer kleineren Beteiligungen, sagte Patrizia beiläufig, ohne Sophie eines Blickes zu würdigen. Können wir das oben besprechen? Gib mir 10 Minuten.
Dann wandte Patrizia sich doch zu ihr um. Freut mich, sie kennenzulernen. E Katharina, richtig Sophie. Natürlich die Sommelierin. Wie praktisch. Sie lächelte süß, ging aber mit einem Duft von teurem Parfüm und kaltem Spott die Treppe hinauf. Sophie blieb wie versteinert zurück. Ihr seid in der schwarzen Perle investiert. Sebastian atmete tief.
8% über einen Fons. Ich habe nichts mit dem Tagesgeschäft zu tun. Du investierst in das Restaurant, das mein Leben zerstört hat. Ich wußte es nicht, als ich dich eingestellt habe. Ich habe nachgesehen, offiziell bist du freiwillig gegangen. Richard hat nie eine Entlassung gemeldet. Sophie lachte tonlos. Natürlich nicht. Sie griff nach ihrem Notizbuch. Das ändert alles.
Nein, es ändert nichts. Doch, Sebastian, es ändert alles. Sie ging zur Treppe. Sophie, bitte lass mich das erklären. Sie drehte sich halb um. Wie? Dass du mich eingestellt hast, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ich habe dich eingestellt, weil ich dir vertraue. Du wusstest nicht mal, wer ich war. Ihre Stimme zitterte, doch in ihren Augen lag Wut und Schmerz.
“Dieser Ort hat mich gebrochen und du bist Teil davon.” Dann wandte sie sich ab und ging. Sebastian blieb unten stehen, die Hand ausgestreckt, ohne sie zu berühren. “Gib mir eine Chance, das wieder gut zu machen”, sagte er leise. “Ich brauche keine Rettung, Sebastian.” “Ich will dich nicht retten”, murmelte er.
Ich will dich verstehen. Aber Sophie war bereits verschwunden und diesmal öffnete sich keine Tür mehr für sie. Sophie fand die Wahrheit um 3 Uhr morgens in einem digitalen Register, dass sie eigentlich nur aus Neugier geöffnet hatte. Sie saß an ihrem alten Laptop in ihrer kleinen Ebauwohnung in Altona. Die Heizung klopfte. Die Stadt draußen war still.
Sie wollte wissen, wer Sebastian Dornfeld wirklich war. Nicht der Mann, der ihr Kaffee brachte, wenn sie müde war. nicht der, der wußte, wann sie schweigen wollte, sondern der Mann hinter Dornfeld Investments. Sie scrollte durch endlose Listen von Firmen, Hotels, Immobilien, Technologie und dann da war es Restaurant Die Schwarze Perle GmbH, Beteiligung 8% über Dornfeld Capital Fonds 2 8% nicht viel, aber genug genug um zu wissen.
Genug, um sich nicht mit ich wusste es nicht herauszureden. Ihr Herz raste. Der Bildscherm verschwamm. Hat er sie von Anfang an benutzt? War sie nur ein Schachzug, eine Figur in einem Spiel, das sie nie verstehen sollte? Sie klappte den Laptop mit einem Schlag zu. Das Geräusch halte in der Stille nach.
Dann stand sie auf, zog ihren Mantel über und ging. Sebastian war in der Weinkammer, als sie gegen 7 Uhr früh ankam. Er sah müde aus, die Hemdknötze offen, die Augen rot vom Schlafmangel. “Ich habe nicht erwartet, dich so früh zu sehen”, sagte er. Ich auch nicht”, antwortete sie. Sie warf ihre Tasche auf den Boden. Wie viel? Er blinzelte.
Wie bitte? Wie viel Beteiligung an der schwarzen Perle? Er erstarrte. 8%, sagte er schließlich. “Und wann wolltest du es mir sagen? Ich habe es dir doch erzählt gestern. Du hast gesagt, es sei eine kleine Beteiligung. 8% sind keine Kleinigkeit. 8% bedeuten Verantwortung. 8% bedeuten, du wusstest es. Sebastian stand auf.
Sophie, hör zu, das ist ein passiver Fons. Ich wähle die Firmen nicht selbst aus. Und das soll ich glauben, weil es die Wahrheit ist. Sie ging zwischen den Weinregalen hin und her. Ihre Finger streiften Etiketten, als suchte sie heid. “Weißt du, was das Traurigste ist?”, sagte sie leise. “Dass ich angefangen habe, dir zu vertrauen.
Zum ersten Mal seit Jahren.” Sie drehte sich um. “Ich dachte, du siehst mich nicht als Opfer, nicht als Projekt, sondern einfach als Mensch.” “So sehe ich dich?” “Nein”, ihre Stimme bebte. “Ich war dein Ablenkungsmanöver, dein gutes Gewissen. Das Mädchen, das du retten konntest, weil du Carolina nicht retten konntest.
” Er blinzelte, getroffen. Das ist unfair. Ist es? Dann sag mir, warum du mich eingestellt hast. Sebastian atmete tief durch, weil ich dachte, du könntest mir helfen, Richard aufzuhalten. Stille, was? Er erpresst mich, sagte er schließlich. Er fälscht Zahlen in der schwarzen Perle, schiebt mir die Schuld zu. Patrizia hat es gestern bestätigt.
Er droht Beweise an die Presse zu geben, wenn ich nicht weitere zwei Millionen investiere. Sophie fühlte, wie ihr der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Und du hast mich eingestellt, weil ich weil ich ihn kenne. Am Anfang. Ja. Ihr Herz raste. Mein Gott, Sebastian. Aber nach zwei Tagen war das egal.
Ich wollte dich in meiner Nähe haben, nicht als Werkzeug, sondern weil. Sag es nicht, unterbrach sie ihn. Er trat einen Schritt näher. Weil ich dich liebe. Verdammt. Die Worte trafen sie wie ein Schlag. Nein, sag das nicht. Nicht jetzt. Nicht, nachdem du mich benutzt hast. Ich habe dich nicht benutzt. Dann was war ich? Rief sie.
Dein Experiment, dein moralischer Neuanfang. Sebastian schloss die Augen. Du bist die erste Person seit 5 Jahren, die mich wieder leben lässt. Hör auf. Nein, du bist der Grund, warum ich wieder aufstehen will, warum dieses Haus nicht mehr wie ein Grab aussieht. Sopie wich zurück. Tränen mischten sich mit Wut.
Und was ist mit mir? Ich verliere alles jedes Mal, wenn ich jemandem glaube. Erst Richard, jetzt du. Ich bin nicht wie er. Doch bist du, nur eleganter. Er ging auf sie zu, aber sie wich aus. Ich wollte dir helfen, Sophie. Wie du mir damals im Regen geholfen hast, mit einem Auto und einem Lächeln. Nein, diesmal richtig. Ich will dich nicht retten. Ich will mit dir kämpfen.
Für was? Für eine Lüge. Sebastian trat noch einen Schritt näher. Für uns. Es gibt kein uns. Er sah sie an. Verzweifelt, ehrlich, erschätzt. Lügnerin flüsterte er. Was? Du lügst, wenn du sagst, dass es dir nichts bedeutet hat. Ich habe es in deinen Augen gesehen. Laß mich gehen. Ich halte dich nicht auf. Genau das ist das Problem. Sie drehte sich zur Treppe.
Ihre Schritte halten zwischen Stein und Stille. Ich hasse dich dafür, sagte sie leise. Ich weiß, ich hasse dich, weil du mich fühlen lässt. Auch das weiß ich. Ihre Tränen liefen jetzt frei, doch sie hielt den Kopf hoch. Ich gehe, dann geh. Sie ging und er ließ sie zum zweiten Mal unterregen. Zwei Monate vergingen.
Zwei Monate, in denen Sophie das Kunststück perfektionierte, nicht an Sebastian Dornfeld zu denken. Sie arbeitete jetzt in einer kleinen Winothek in Eppendorf, verkaufte billige Flaschen an Kunden, die mehr auf Etiketten als auf Geschmack achteten. Sie redete wenig, lächelte mechanisch, schlief schlecht. Ihre Mutter, inzwischen in der Reha, rief jeden Abend an: “Du klingst leer, Kind.
Ich bin nur müde. Nein, sagte Lucy ruhig. Du bist feige. Sophie schwieg. Es war zwecklos, mit ihrer Mutter zu streiten, die den Krebs besiegt hatte, aber niemals die Wahrheit scheute. An diesem Nachmittag vibrierte ihr Handy, eine unbekannte Nummer. Schauen Sie sich die Nachrichten an. Sophie öffnete Twitter. Schlagzeile: Ermittlungen gegen Dornfeld Investments, Verdacht auf Steuerbetrug. Darunter ein Foto.
Sebastian umgeben von Kameras, bleich und stumm. Ihr Magen zog sich zusammen. Richard, es konnte nur Richard sein. Mama, ich muss los, sagte sie. Wohin? Etwas gerade biegen, was ich hätte nie schiefgehen lassen dürfen. In ihrer Wohnung suchte sie nach dem alten Smartwatch, dass sie monatelang nicht angerührt hatte.
Das Ding, das sie getragen hatte, als Richard sie öffentlich gedemütigt hatte. Sebastian hatte es bemerkt. ein alter Chronograf mit digital Herz. Sie drückte die Seitentaste, hielt sie 3 Sekunden. Das Display erwachte eine Aufnahme erkannt. Sie hörte ihre eigene Stimme. Das ist kein Magaux, Richard. Dann seine Sophie, pass auf, was du sagst.
Das Gespräch, das alles zerstört hatte, aber sie ließ weiterlaufen. Dann eine zweite Männerstimme tief, nervös. Bist du sicher mit der Nummer, Richard? Dornfeld wird nichts merken. Solange sie die Schuld trägt, sucht er nicht weiter. Ein kurzes Lachen. Und wenn sie redet, wer wird ihr glauben? Eine gefeuerten Sommelier. Ich bin der Manager. Sophie hielt die Luft an. Da war der Beweis.
Nicht nur, dass Richard sie hereingelegt hatte, er hatte Sebastian benutzt, um seine eigenen Verbrechen zu vertuschen. Sie überspielte die Datei auf einen USB-Stick, steckte ihn in die Tasche und rannte los. Es regnete, als sie in Blankenes ankam. Natürlich regnete es. Hamburg wußte genau, wann es Patos brauchte. Sie klingelte einmal, zweimal, nichts. Dann schlug sie gegen die Tür. Sebastian, ich weiß, dass du da bist.
Öffne ein leises Klicken. Die Tür öffnete sich. Er stand da, ungezlegt. Bart stoppeln, hemm zerknittert, die Augen leer. Was machst du hier? Ich weiß nicht. Ich sah die Nachrichten. Ich konnte nicht. Ihre Stimme brach. Ich konnte nicht atmen, als ich dich so sah. Sie trat einen Schritt vor.
Ich habe die Aufnahme, Sebastian von Richard. Er gibt alles zu. Seine Augen weiteten sich. Was? Er hat dich benutzt. Mich auch. Hier. Sie hielt ihm den Stick hin. Er nahm ihn mit zitternden Fingern, als hielte er eine Waffe. Und du, warum bringst du mir das? Weil ich dich liebe. Verdammt noch mal. Die Worte platzten aus ihr heraus wie ein Sturm, der zu lange gestaut war.
Ich liebe dich und ich habe Angst und ich weiß nicht, was daraus wird, aber du hast mir beigebracht, dass Hilfe annehmen kein Zeichen von Schwäche ist. Er stand still, atmete schwer und dann zog er sie an sich. Der Kuss war roh, verzweifelt, nass vom Regen und von allem, was zwischen ihnen unausgesprochen geblieben war.
Eine Stunde später saßen sie in seiner Arbeitsbliothek. Überall lagen Akten. Sebastian spielte die Aufnahme ab, das Gesicht bleich vor Zorn. “Er hat alles gefälscht”, flüsterte er. “Bilanzen, Überweisungen, fingierte Rechnungen und mich hineingezogen.” “Dann beweisen wir das.” Er hob den Blick. “Wir?” “Ja, wir.” Er nickte langsam.
Morgen früh bringe ich das zur Staatsanwaltschaft. Nicht du, wir ich bin ein Teil davon, ob es dir passt oder nicht. Ein schwaches Lächeln. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr über Widerspruch gefreut. Am nächsten Morgen betraten sie gemeinsam das Büro der Finanzbehörde. Draußen stand die Presse. Drinnen herrschte Stille. Sebastian legte die Unterlagen vor, übergab den Stick.
Die Ermittlerin hörte die Aufnahme, sah sie beide an. Das reicht. Wir werden Herrn Eibrecht noch heute festnehmen. Als sie hinaustraten, fiel der Regen wieder, aber diesmal fühlte er sich anders an. Reinigend, frei. Und jetzt? Fragte Sophie. Sebastian atmete tief. Jetzt wird es laut. Presse, Anwälte, alles.
Aber ich weiß, was ich zu verteidigen habe. Was dich? Sie wollte etwas sagen, aber er küsste sie, bevor sie konnte. Zwei Wochen später. Die schwarze Perle war wieder geöffnet unter neuer Leitung. Richard saß in Untersuchungshaft. Sebastian hatte alle Anschuldigungen entkräftet. Sophie kehrte nicht dorthin zurück. Stattdessen eröffnete sie mit Sebastian eine kleine Weinberatung in der Hafencity.
Neumann und Dornfeld, Wein und Wahrheit. Bei der Eröffnung lachte Lucy laut, als sie das Schild sah. Ich wusste, du wirst deinen Namen zuerst setzen. Er hat darauf bestanden erwiderte Sophie. Sebastian grinste. Gleichberechtigung beginnt auf dem Türschild. Später, als die Gäste gegangen waren, standen sie auf der Terrasse über ihnen der wolkige Hamburger Himmel. Neun Monate, flüsterte Sophie.
Vor neun Monaten stand ich unter diesem Regen und hatte nichts. Jetzt hast du zu viel Kaffee, zu wenig Schlaf und einen Partner, der dich wahrscheinlich in den Wahnsinn treibt und ich würde nichts davon eintauschen. Er nahm ihre Hand, sah sie ernst an. Ich wollte dich nie retten, Sophie. Ich weiß, ich wollte lernen, was Liebe ist, wenn man jemanden nicht retten muss.
Sophie lächelte. Dann hast du es geschafft. Der Wind trug den Geruch der Elbe herüber und als die ersten Tropfen fielen, blieb keiner von beiden stehen. Sie lachten nass, glücklich, frei und wußten, daß dies nicht das Ende war, sondern der Anfang. M.
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