In der ewigen Stadt Rom, wo Geschichte an jeder Ecke atmet, herrschte in den letzten Junitagen des Jahres 2016 eine ganz besondere, fast ehrfürchtige Stille. In seiner gemütlichen Wohnung, umgeben von den Erinnerungen an ein beispielloses Leben, bereitete sich einer der größten Giganten der Unterhaltungswelt auf seine letzte Reise vor. Bud Spencer, der Mann, dessen Faustschläge Millionen zum Lachen brachten und dessen Güte Generationen prägte, ruhte in seinem vertrauten Sessel. Doch bevor er die Augen für immer schloss, hatte er eine Mission: Die Maske des Filmstars abzulegen und die Wahrheit über Carlo Pedasoli ans Licht zu bringen.
Genau sieben Tage vor seinem Tod rief der sanfte Riese seine engsten Vertrauten zusammen. Mit einer Stimme, die trotz der körperlichen Erschöpfung nichts von ihrer Entschlossenheit verloren hatte, offenbarte er ein Geheimnis, das die Weltöffentlichkeit fassungslos machte. Es war die Geschichte eines Mannes, der im Rampenlicht stand, während er im Inneren eine psychische Last von immenser Tragweite trug. Hinter der Fassade des humorvollen Actionstars verbarg sich ein tiefer Kummer und eine heldenhafte Entscheidung, die weit über das hinausging, was irgendein Drehbuchautor hätte verfassen können.
Der wahre Carlo Pedasoli: Mehr als nur Muskeln

Um die Tiefe dieses Geständnisses zu verstehen, muss man den Blick zurück auf das außergewöhnliche Leben von Carlo Pedasoli werfen. Geboren 1929 in Neapel, war er ein wahres Universalgenie. Bevor er als Bud Spencer weltberühmt wurde, war er ein hochbegabter Student und ein Ausnahmeathlet. Er war der erste Italiener, der die 100 Meter Freistil in weniger als einer Minute schwamm, und nahm an zwei Olympischen Spielen teil. Doch trotz dieses frühen Ruhms blieb er ein bescheidener Mann, der nach Höherem strebte als nur nach sportlichen Medaillen.
Sein Eintritt in die Filmwelt war fast zufällig, doch seine Präsenz war monumental. Zusammen mit seinem kongenialen Partner Terence Hill schuf er ein Genre, das Gewalt in choreografierten Humor verwandelte. Bud Spencer wurde zum „Onkel der Nation“, zum Verteidiger der Schwachen. Doch während die Welt ihn für seine Unbeschwertheit feierte, hütete er eine Zone des Schweigens, die er mit eiserner Disziplin verteidigte. Wann immer Reporter nach seinen Jahren in Südamerika fragten, wich er geschickt aus. Heute wissen wir: Dieses Schweigen war kein Zufall, sondern eine Notwendigkeit.
Die Flucht und das Ehrenwort
Das große Geheimnis, das Spencer schließlich lüftete, betraf seinen plötzlichen Rückzug vom Schwimmsport und sein Verschwinden nach Südamerika Ende der 1950er Jahre. Es war keine bloße Selbstfindung, wie er die Presse jahrelang glauben ließ. Carlo Pedasoli war unabsichtlich auf einen massiven Wettskandal gestoßen und hatte sich geweigert, Teil eines korrupten Deals zu werden, der ihm Reichtum, aber seinem Land Schande gebracht hätte. Diese Integrität machte ihn und seine Familie zum Ziel mächtiger krimineller Organisationen.
Um seine Lieben zu schützen, tauchte er unter. In Brasilien und Argentinien lebte er unter falscher Identität und engagierte sich im Geheimen für humanitäre Hilfsprojekte für politische Flüchtlinge. Der Name „Bud Spencer“ war später nicht nur ein Künstlername, sondern eine bewusste Trennung von seiner gefährlichen Vergangenheit als Carlo Pedasoli. Er musste Geheimhaltungsvereinbarungen mit Behörden unterzeichnen, um nach Italien zurückkehren zu können. Sein ganzes Leben als Filmstar war somit ein Akt der Tarnung, ein friedliches Leben, das er sich durch jahrzehntelanges Schweigen erkauft hatte.
Ein Vermächtnis der Ehrlichkeit

In seinen letzten Wochen war es nicht der körperliche Verfall, der ihn quälte, sondern der Drang, rein gewaschen vor seinen Schöpfer zu treten. Er wollte nicht mit einer Maske sterben, nicht einmal mit einer, die die ganze Welt liebte. Seine Kinder berichteten, dass er in diesen Tagen viel über den Preis der Integrität und die Last eines verborgenen Erbes sprach. Er fürchtete, dass Fremde nach seinem Tod Fragmente der Wahrheit finden und sie falsch interpretieren könnten, was seinen Nachkommen schaden würde.
Die Veröffentlichung seiner letzten Worte löste ein Beben aus. Terence Hill bestätigte, dass er die Melancholie in seinem Freund immer gespürt habe, sie aber aus Respekt nie ansprach. Bud Spencer ist heute mehr als nur ein Star; er ist ein Symbol für stillen Mut und unerschütterliche Moral. Er lehrte uns nicht nur, wie man Bösewichte mit einem Schlag auf den Kopf ausschaltet, sondern wie man im wahren Leben gegen das Böse kämpft – mit Aufopferung, Stille und einem unbestechlichen Herzen. Sein Tod an jenem römischen Sommertag war kein Ende, sondern der Beginn einer unsterblichen Legende der Güte.
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