In Deutschland bahnt sich eine politische Debatte an, die buchstäblich jeden Haushalt am Esstisch treffen wird. Während die besinnliche Weihnachtszeit traditionell von Süßigkeiten und kulinarischen Ausschweifungen geprägt ist, planen Entscheidungsträger in den Staatskanzleien bereits die gesetzliche Zügelstraffung für das neue Jahr. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hat mit einem brisanten Vorstoß die Diskussion um eine bundesweite Zuckersteuer neu entfacht. Was als Maßnahme für die Volksgesundheit verkauft wird, wirft bei Kritikern grundlegende Fragen über staatliche Bevormundung, soziale Gerechtigkeit und die Doppelmoral der aktuellen Drogenpolitik auf.

Der Vorstoß aus dem Norden: Erziehung durch Besteuerung

Daniel Günther macht ernst. In einem aktuellen Interview kündigte er an, bereits im ersten Quartal 2026 eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat einzubringen. Das Ziel: Eine verpflichtende Abgabe auf zuckerhaltige Produkte. Günthers Argumentation folgt einem bekannten Muster: Da freiwillige Reduktionen bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten, müsse nun der Staat regulierend eingreifen. Als leuchtendes Vorbild dient dabei Großbritannien, wo eine ähnliche Steuer seit 2018 existiert und angeblich zu einem Rückgang der Fettleibigkeit bei Kindern geführt hat.

Doch hinter der Fassade der Gesundheitsfürsorge verbirgt sich eine bittere Pille für die Verbraucher. Eine solche Steuer trifft vor allem Geringverdiener überproportional hart. Zudem stellt sich die Frage der Eigenverantwortung. Ist der Bürger noch Herr über seinen eigenen Körper, oder wird individuelles Fehlverhalten beim Essen nun als „unsolidarisch“ gebrandmarkt, weil es die Krankenkassenbeiträge in die Höhe treibt? Die Rhetorik der Politik verschiebt sich hier merklich weg von der Freiheit hin zu einer moralischen Verpflichtung zur Fitness, die notfalls mit finanziellen Sanktionen erzwungen wird.

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SPD setzt noch einen drauf: Das Ende des freien Marktes?

Wem die Zuckersteuer noch nicht weit genug geht, der sollte einen Blick auf die Forderungen der SPD in Schleswig-Holstein werfen. Birte Pauls, gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, geht noch einen entscheidenden Schritt weiter. Ihrer Meinung nach reicht eine isolierte Steuer auf Zucker nicht aus. Sie fordert eine allgemeine Abgabe auf Lebensmittel und begründet dies mit einem tiefen Misstrauen gegenüber der freien Marktwirtschaft. „Wir können uns nicht auf den freien Markt verlassen, der angeblich alles regelt“, so das Credo.

Kritiker sehen darin den Keim einer neuen Planwirtschaft im Supermarktregal. Wenn der Staat beginnt, Lebensmittelpreise nach ideologischen oder gesundheitspolitischen Kriterien zu manipulieren, verlässt er den Pfad der sozialen Marktwirtschaft. Die Befürchtung steht im Raum, dass diese zusätzlichen Einnahmen am Ende nicht in Präventionsprogramme fließen, sondern im allgemeinen Haushaltssumpf versinken oder gar für die Erhöhung von Abgeordnetendiäten zweckentfremdet werden.

Die Lebensmittelindustrie und die „Zuckerfalle“

Dass Handlungsbedarf bei der Ernährung besteht, ist unbestritten. Zucker findet sich heute in fast allen Industrieprodukten – von der Tiefkühlpizza über die Leberwurst bis hin zum fettarmen Joghurt. Oft dient Zucker als billiger Geschmacksträger, besonders wenn Fett als vermeintlicher Dickmacher reduziert wird. Die Lebensmittelindustrie hat über Jahrzehnte hinweg die Geschmacksknospen der Konsumenten auf „süß“ getrimmt.

Experten wie der ehemalige Profisportler Sten Eckberg oder bekannte Ernährungsmediziner betonen immer wieder, dass der Körper ohne den ständigen Zuckerzufuhr deutlich leistungsfähiger wäre. Doch die Lösung, so die Kritiker der Steuerpläne, liege in der Bildung und Aufklärung, nicht im staatlichen Zwang. Wer lernt, wieder selbst zu kochen und frische Produkte zu verwenden, entkommt der Zuckerfalle ganz ohne Finanzamt. Doch anstatt in Schulen die Kochlöffel schwingen zu lassen, scheint Berlin lieber die Melkkuh der Nation – den Steuerzahler – erneut anzuzapfen.

4 Einkaufswagen voll: Das zahlt diese Großfamilie für Lebensmittel

Eine absurde Doppelmoral: Zucker pfui, Kokain hui?

Besonders brisant wird die Debatte, wenn man sie in den Kontext der aktuellen Drogenpolitik stellt. Deutschland erlebt eine paradoxe Entwicklung: Während der Genuss von Zucker strenger reguliert und verteuert werden soll, feiert die Politik die Legalisierung von Cannabis. Noch absurder wird es durch aktuelle Expertenstimmen, die nun sogar öffentlich über eine Legalisierung von Kokain nachdenken. Das Argument: Man wolle den Schwarzmarkt austrocknen und die Reinheit der Droge garantieren.

Diese Widersprüchlichkeit ist kaum zu überbieten. Ein Softdrink wird zum Gesundheitsrisiko hochstilisiert, das staatlich sanktioniert werden muss, während gleichzeitig über die Freigabe harter Rauschmittel debattiert wird. Es entsteht der Eindruck, dass es der Politik weniger um die Gesundheit der Bürger geht, als vielmehr um die Erschließung neuer Steuereinnahmen unter dem Deckmantel der Progressivität. Ob „Rauschmittelsteuer“ oder „Zuckerabgabe“ – am Ende zahlt immer der Bürger.

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Fazit: Ein tiefer Eingriff in die Lebensgestaltung

Die geplante Zuckersteuer ab 2026 ist mehr als nur eine Preiserhöhung für Limonade. Sie ist ein Symbol für einen Staat, der sich immer mehr in die intimsten Bereiche der Lebensgestaltung einmischt. Wenn das Frühstücksbrot und das Feierabendgetränk zur politischen Verhandlungssache werden, ist Wachsamkeit geboten. Die Bürger sind aufgerufen, sich kritisch mit diesen Plänen auseinanderzusetzen. Gesundheit ist ein hohes Gut, doch sie sollte das Ergebnis von Bildung und bewusster Entscheidung sein – und nicht das Resultat einer staatlich verordneten Teuerung, die letztlich nur die Staatskassen füllt, während der kleine Mann im Supermarkt ratlos vor den steigenden Preisen steht.