Das Leben von Stan Laurel, der einen Hälfte des legendären Duos Laurel und Hardy, war weit mehr als nur eine Abfolge komischer Filme und fröhlicher Auftritte. Hinter dem ewigen Lächeln, dem leicht verwirrten Blick und der ikonischen Melone verbarg sich ein Mann, dessen Existenz von Tragödien, Verlusten und unerfüllten Sehnsüchten durchzogen war.
Millionen Menschen brachte er zum Lachen, doch in seinem Innersten trug er eine Melancholie, die nur wenige kannten. Vom kleinen Jungen aus Lenkescher, der in einer Künstlerfamilie aufwuchs, bis hin zum Weltstar, der am Ende seines Lebens allein in einem Apartment am Pazifik saß. Stan Laurels Geschichte ist keine reine Erfolgserzählung.
Sie ist ein stilles Drama, das in der Stille seiner letzten Jahre seine wahre Tiefe offenbart. In diesem Video werfen wir einen Blick hinter die Kulissen auf das tragische Ende eines Mannes, der Zeitlebens andere glücklich machte und dabei oft selbst auf der Strecke blieb. Wir erzählen die Geschichte von Stan Laurel und seiner Frau Ida.
Eine Geschichte über Ruhm, Einsamkeit, Liebe, Verlust und ein Erbe, das bis heute nachwirkt. Das Leben von Stan Laurel begann in bescheidenen, aber künstlerisch geprägten Verhältnissen. Geboren wurde er am 16. Juni 1890 in Alfston Lenkischer unter dem Namen Arthur Stanley Jefferson. Seine Familie war tief in der Theaterwelt verwurzelt.
Der Vater Arthur J. Jefferson war Theatermanager und Schauspieler. Die Mutter Margaret Medcarf eine erfolgreiche Schauspielerin. In einer Zeit, in der das Theater als gesellschaftlicher Mittelpunkt galt, war diese Umgebung der perfekte Näherboden für ein Kind mit angeborener Kreativität und Witz.
Doch obwohl seine Eltern in der Unterhaltungswelt Anerkennung fanden, verbrachte der junge Stan große Teile seiner Kindheit bei den Großeltern, da seine Eltern häufig auf Tournee waren. Diese frühe Trennung sollte seine Persönlichkeit und seine Sensibilität prägen. Eine Mischung aus tiefer Emotionalität, feinem Humor und einem gewissen Hang zur Melancholie, der ihn auch später in seinem Werk begleiten sollte.
Das Theater, die Bühnenluft, das ständige Kommen und gehen von Künstlern, all das wurde für ihn zur Normalität. Statt eines ruhigen Familienlebens lernte er früh sich anzupassen und Beobachtungen in seine Fantasie umzuwandeln. Diese Fähigkeit zur Beobachtung, gepart mit einem feinen Gespür für Timing und Körpersprache, sollte ihn später als Komiker unvergesslich machen.
Seine Eltern gaben ihm, wenn auch aus der Ferne, die Impulse, die ein Künstlerherz Schlagen bringen. Ihre Lebenswege öffneten Stan nicht nur Türen zur Welt des Theaters, sondern ließen ihn auch die Höhen und Tiefen dieser Branche aus nächster Nähe erleben. eine doppelte Lektion, die ihn später durch triumphale Erfolge, aber auch durch tragische Niederlagen tragen sollte.
Die Schulzeit von Stan Laurel war alles andere als konstant. Aufgrund der häufigen Ortswechsel seiner Familie besuchte er mehrere Bildungseinrichtungen in England und Schottland, darunter die King James W School und später die Public School in Glasgow. Diese unstähten Verhältnisse machten es schwer, Freundschaften zu pflegen oder langfristige schulische Bindungen aufzubauen.
Doch sie hatten auch eine andere Seite. Sie schärften seine Anpassungsfähigkeit und machten ihn zu einem exzellenten Beobachter menschlicher Eigenheiten. Schon früh zeigte sich sein Talent zur Komik. Im Alter von nur 7 Jahren stand Stan zum ersten Mal auf der Bühne in einer lokalen Produktion des Stücks Lichter von London.
Ein Junge, der kaum größer war als der Vorhang, aber schon die Präsenz eines echten Entertainers hatte. Diese ersten Schritte auf der Bühne waren keine Kinderspielerei. Sie legten den Grundstein für das, was später zu einer weltweiten Karriere werden sollte. Während andere Kinder noch mit Spielzeug beschäftigt waren, probstick, Mimik und Timing.
Die Reaktionen des Publikums, das Lachen, das Klatschen, waren für ihn nicht nur Bestätigung, sondern Treibstoff. Mit trat er regelmäßig im Panopticon Theater in Glasgow auf, einem Ort, der damals als Brutstätte für junge Talente galt. Dort entwickelte er seinen berühmten, zurückhaltenden Stil, der ihn von den lauten Komikern seiner Zeit unterschied.
Er perfektionierte die Kunst der kleinen Geste, des gezielten Blicks, der stillen Verzweiflung. Ein Markenzeichen, das später Millionen Menschen weltweit faszinieren sollte. Die Bühne wurde für Stand nicht nur zum Beruf, sondern zum Zufluchtsort. Sie war das eine Kontinuum in einem Leben, das von Instabilität geprägt war.
Jedes Lampenlicht, jede Vorstellung war eine kleine Rettung aus der Unsicherheit. Und so begann die Metamorphose von Arthur Stanley Jefferson, dem sensiblen Jungen aus Lenkischer, zu Stan Laurel, dem Mann, der mit einem Blick mehr sagen konnte als andere mit einer ganzen Rede. Ein Schlüsselmoment in Stan Lawrels Leben ereignete sich im Jahr 1910, als er der berühmten Theatertruppe von Fred Carno beitrat.
Diese Kompanie war nicht nur ein Zentrum kreativer Energie, sondern auch das berufliche Zuhause eines anderen aufstrebenden Künstlers, Charlie Chaplin. Die beiden Verbanden, nicht nur der britische Humor und ein intuitives Gespür für Timing, sie standen sich auch menschlich nahe. In Chaplins Abwesenheit übernahm Stan oft dessen Rolle und musste sich vor einem Publikum behaupten, dass eigentlich nur den kleinen Trump sehen wollte.
Doch Stan enttäuschte nicht. Im Gegenteil, diese anspruchsvollen Einsätze forderten ihn heraus, schärften sein Können und machten ihn zu einem Darsteller, der sein Publikum lesen konnte, wie ein offenes Buch. Die gemeinsame Reise über den Atlantik, Chaplin und Laurel reisten auf demselben Schiff in die USA, markierte den Anfang einer neuen Era.
Beide verfolgten zwar später getrennte Wege, aber die Prägung durch diese Zeit war unübersehbar. Chaplin wurde der Philosoph unter den Komikern, melancholisch, poetisch, sozialkritisch. Laurel hingegen schlug den Weg des stillen Beobachters ein, der mit leisen, fast kindlich naiven Reaktionen große emotionale Wirkung erzielte.
Doch ohne die Zeit in der Carruppe, ohne den direkten Vergleich, das gemeinsame Lernen und das ständige Feilen an jeder Geste, wäre Laurel nie zu dem geworden, der er war. Inmitten des Tumuls dieser frühen Bühnenjahre entstand auch ein entscheidender Schritt in seiner Selbstwahrnehmung. Im Jahr 1913 änderte er seinen Namen.
Aus Arthur Stanley Jefferson wurde Stan Laurel. Der Grund? Ein Aberglaube. Der alte Name hatte 13eh Buchstaben. Für Stan ein schlechtes Omen. Der neue Name sollte ein neues Kapitel markieren. Und tatsächlich nur wenige Jahre später betrat er die Leinwand mit der Premiere seines ersten Films Nuts in May.
Das Lächeln, das Wackeln mit dem Melonenhut, der Blick zur Kamera, es war alles da und es war einzigartig. Die vielleicht wichtigste Cesur in Stan Laurels Karriere kam im Jahr 1927, einem Jahr, das nicht nur für die Filmgeschichte, sondern auch für Millionen Kinobesucher rund um den Globus Bedeutung erlangen sollte.
Der Filmregisseur Leo McCarry erkannte das immense Potenzial, das in der Kombination von Stan Laurel und dem gemütlich wirkenden, etwas schwerfälligen Oliver Hardy lag. Ihre erste gemeinsame Arbeit, Putting Pants on Philip war mehr als nur ein komödiantisches Experiment. Sie war die Geburtsstunde eines der erfolgreichsten und beliebtesten Komikerduos aller Zeiten, Laurel and Hardy.
Was dieses Duo auszeichnete, war nicht nur ihr Kontrast, der schmächtige, verunsicherte Laurel und der überlegene, leicht cholerische Hardi, sondern ihre beispiellose Chemie. Jeder Gag, jede Eskalation, jede Katastrophe wirkte wie ein Tanz. zwischen zwei perfekt aufeinander eingespielten Partnern. Hinter den Kulissen jedoch war es Laurel, der oft die kreativen Fäden zog.
Er schrieb, inszenierte, plante Szenen bis ins Detail, doch nie stellte er sich in den Vordergrund. Er war nicht nur Schauspieler, sondern auch ein Meister des Understatements und das galt auch für seine Arbeit im Hintergrund. Bis hatte Stan bereits in über 50 Filmen mitgewirkt, viele davon geschrieben und selbst inszeniert.
Doch mit Hardi an seiner Seite wuchs seine Wirkung ins Unermessliche. Gemeinsam drehten sie über 100 Filme, Kurzfilme, Langfilme, Klassiker wie The Music Box, Way Out West oder Sons of the Desert. Diese Werke zeichneten sich nicht nur durch perfekten Slapstick aus, sondern durch eine tiefe Menschlichkeit. Laurel and Hardy waren nie bloß komisch.
Sie waren verletzlich, manchmal verzweifelt, oft scheitnd, aber immer auf eine Weise, die das Publikum nicht auslachte, sondern mitfühlen ließ. Die Welt verliebte sich in sie. Ihre Filme liefen weltweit in Kinos, später im Fernsehen wurden synchronisiert, adaptiert, parodiert. Doch was sie wirklich unsterblich machte, war ihre Zeitlosigkeit.
Es gibt kaum ein anderes Duo, dessen Witz auch heute noch fast ein Jahrhundert später Generationen zum Lachen bringt. Und im Zentrum dieser Magie stand Stan Laurel, ein Mann, der mit seinem traurigen Blick, seiner zerzausten Frisur und seinem unvergesslichen Timing Komik neu definierte. Während Stan Laurel auf der Leinwand einen kometenhaften Aufstieg erlebte, wurde sein Privatleben zunehmend von Turbulenzen überschattet.
In dener under Jahren war er zwar einer der bekanntesten Komiker der Welt, doch hinter den Kulissen rang er mit zwischenmenschlichen Herausforderungen, Unsicherheiten und einer Sehnsucht nach Stabilität, die ihm nie dauerhaft vergönnt war. Seine erste tiefere Beziehung war mit Meerg, einer australischen Schauspielerin, mit der er zwischen 1919 und 1925 in einer Art wilder Ehe lebte.
Sie war nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern auch seine künstlerische Partnerin. Doch ihre Beziehung war von Eifersucht, Streitereien und zunehmender Distanz geprägt. Es war der Auftagt zu einem Muster, das sich wie ein roter Faden durch sein Beziehungsleben ziehen sollte. Seine erste offizielle Ehe schloss er 19122 mit Loy Nielson.
Sie war eine Schauspielerin aus der Stummfilmzeit, die in Filmen wie Do you love your Wife mitwirkte. einem Werk, in dem die beiden sich auch vor der Kamera begegneten. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Tochter Loy, die 191 nicht geboren wurde und ein langes Leben führte, sowie Sohn Stanley Thorill, der 1930 geboren wurde.
Doch das Glück war nur von kurzer Dauer. Stanley Junior starb nur wenige Tage nach der Geburt. Der Schock dieses Verlustes ging tief. Nicht nur bei Loys, sondern vor allem bei Stan. Der Tod des eigenen Kindes, so kurz nach dessen Geburt, ist für jeden Vater eine kaum beschreibbare Wunde. Für einen sensiblen Mann wie Stan, der sich selbst oft hinter einem Vorhang aus Komik versteckte, war es ein Bruch, der nicht mehr heilte.
Die Ehe mit Loy zerbrach 1935, auch wegen der zunehmenden Belastung durch Starriere, die viele Reisen, lange Arbeitszeiten und öffentliche Aufmerksamkeit mit sich brachte. Es sollte nicht die letzte gescheiterte Ehe in seinem Leben sein. Doch keine andere Beziehung hatte ein solch tragisches Kapitel hinterlassen wie diese.
Der kleine Sarg seines Sohnes, kaum größer als ein Instrumentenkoffer, wurde zu einem Symbol für die Vergänglichkeit allessen, was Stan sich außerhalb des Rampenlichts erträumte. Eine Familie, Beständigkeit, Glück. Stattdessen blieb ihm nur die Bühne und eine Tochter, die Jahre später ihr Leben der Bewahrung seines Erbes widmete.
Nach der Scheidung von Lois Nielson versucht es denn mehrmals, sein privates Glück neu zu definieren. Doch was nach außen wie ein Serienversuch in Sachen Liebe wirkte, war in Wahrheit ein schmerzhafter Weg auf der Suche nach Nähe, die ihm sein Leben lang entglitt. Seine zweite Ehefrau war Virginia Ruth Rogers.
Die beiden heirateten 1935, ließen sich jedoch zwei Jahre später scheiden. Bemerkenswerterweise heiratete Stan dieselbe Frau 1941 erneut, ein verzweifelter Versuch an etwas Vergangenes anzuknüpfen. Doch auch diese zweite Ehe mit Virginia zerbrach, diesmal endgültig, im Jahr 1946. Kinder gingen aus keiner dieser beiden Ehen hervor, dafür aber viele Diskussionen, rechtliche Auseinandersetzungen und erneute seelische Rückschläge.
Besonders turbulent war St dritte Ehe mit der russischen Schauspielerin Vera Ivanova Schuvalova, auch bekannt als Iliana. Die beiden heirateten am 1. Januar 1938. Vera war leidenschaftlich, impulsiv und wie einige berichten, bisweilen instabil. Die Ehe war geprägt von Auseinandersetzungen, Eifersucht und dramatischen Szenen.
Ein besonders verstörender Vorfall sorgte für Schlagzeilen. Vera warf Stan vor, versucht zu haben, sie lebendig im Garten zu begraben. Eine Anschuldigung, die nie bewiesen wurde, aber die extreme Dynamik dieser Beziehung unterstrich. Nach nur zwei Jahren trennten sich ihre Wege. Ein weiteres Kapitel persönlicher Zerwürfnisse, das Stan erschöpfte und zunehmend an seinen inneren Kräften zährte.

Erst mit seiner vierten und letzten Ehefrau Ida Kitaeva Rafael fand Stan eine gewisse Form von Ruhe. Sie heirateten am 6. Mai 1947, eine Verbindung, die bis zu seinem Tod 196 bestand hatte. Ida war keine Schauspielerin, sondern eine stille, unterstützende Kraft an seiner Seite. Während Stan gesundheitlich und finanziell immer stärker abbaute, blieb Ida bei ihm.
Sie pflegte ihn, unterstützte ihn moralisch und organisierte seinen Alltag, eine fast pflegerische Liebe, getragen von Respekt und Geduld. Trotz aller vorherigen Dramen war diese Ehe der ruhigste Hafen, den Stan je kannte. Doch selbst in dieser letzten Lebensphase wurde Stan immer wieder von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht, von verlorenen Kindern, zerbrochenen Beziehungen innerer Lehre.
Die Liebe, nach der er sich so sehr sehnte, blieb ihm über weite Strecken seines Lebens fremd oder unvollständig. Seine letzte Ehe war keine romantische Komödie, sondern ein stilles Drama zweier Menschen, die sich im Angesicht des Alterns gegenseitig halt gaben. Und doch für Stan Laurel war das vielleicht das größte Glück, das ihm im wahren Leben vergönnt war.
Stan Laurel war zeitlebens ein Mann zwischen zwei Welten, der schillernden Illusion Hollywoods und der nüchternen Realität eines einfachen Lebens. Während seiner Glanzzeit lebte er standesgemäß in großzügigen Häusern, an prominenten Adressen in Los Angeles und später auch in Malibu.
Sein Anwesen in den Cheviot Hills galt als Ausdruck seines Erfolgs. Weitläufig, geschmackvoll eingerichtet, ein Ort, an dem sich Freunde, Kollegen und Bewunderer versammelten. Auch das berühmte Ford Laurel Estate zeugte von den goldenen Jahren, in denen Stan als einer der ganz großen der Filmindustrie galt.
Diese Residenzen waren nicht nur Orte des privaten Rückzugs, sondern auch soziale Zentren, an denen die Filmwelt ein und ausging. Doch das Leben meint es selten konstant gut, und so begann auch bei Stan ein allmählicher Rückzug aus dem Rampenlicht. Die großen Engagements blieben aus. Das Fernsehen verdrängte zunehmend das klassische Kino.
Neue Komiker eroberten die Bühnen und mit dem Abappben der Karriere kamen auch finanzielle Einschnitte. Die luxuriösen Willen wurden aufgegeben. Stattdessen zog Laurel 195 in das bescheidene, aber gepflegte Oceana Apartment Hotel in Santa Monica. Seine Wohnung Nummer 203 war klein, aber charmant, ausgestattet mit einem Balkon, der einen atemberaubenden Blick auf den Pazifik bot.
Dieser neue Lebensmittelpunkt spiegelte eine tiefgreifende Wandlung wieder vom Star zum stillen Beobachter seiner eigenen Legende. Laurel lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1965. Er liebte die Einfachheit der Unterkunft, die Nähe zum Meer, den Zimmerservice und das Fernsehen. Damals noch ein kleiner Luxus.
Trotz seiner Berühmtheit war sein Lebensstil erstaunlich zurückhaltend. Keine Bodyguards, keine teuren Autos oder verschwenderischen Feste. Stattdessen Ordnung, Bescheidenheit und ein großes Herz für Besucher. Denn was Stan so einzigartig machte, war seine Zugänglichkeit. Anders als viele Stars seiner Zeit hielt er seine Telefonnummer öffentlich, ließ Fans bei sich zu Hause vorbeischauen, nahm sich Zeit für Gespräche und beantwortete regelmäßig Fanpost, oft mit handgeschriebenen Briefen voller Wärme und Dankbarkeit. In dieser kleinen Wohnung fand er etwas, das ihm jahrzehntelang gefehlt hatte. Frieden. Vielleicht war es nicht das Zuhause eines Millionärs, aber es war ein Zuhause. Und für einen Mann, der andere zum Lachen brachte, war das vielleicht mehr wert als jede Villa in Beverly Hills. Man würde meinen, dass ein Mann wie Stan Laurel, der in über 100 Filmen auftrat und mit Oliver Hardy ein weltweites Komikerimperium schuf, im
Alter auf einem komfortablen finanziellen Polster ruhen würde. Doch die Wahrheit war tragischer und vor allem ernüchternder. Laurel war zwar auf dem Papier ein Star, doch seine Verträge spiegelten nicht den Reichtum wieder, den er tatsächlich generierte. Während seines Karrierehöhepunkts in den 1930er Jahren verdiente er bis zu 135 000$ im Jahr.
Eine astronomische Summe, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittslohn in den USA damals nur bei rund und 800 $ lag. Doch dieser Reichtum war flüchtig. Ein Grund dafür. Laurel und Hardy besaßen keine Rechte an ihren eigenen Filmen. Stattdessen lagen diese in den Händen der Produzenten und Studios, die sämtliche Wiederholungserlöse kassierten.
Es gab keine Tantiemen, keine Beteiligungen, keine Rückflüsse, obwohl ihre Filme noch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung im Fernsehen liefen und Millionen Zuschauer erreichten. Das Einkommen des Duos bestand ausschließlich aus fest vereinbarten Gehältern. Auch wenn diese anfangs gut dotiert waren, fehlte ihnen jegliche Langzeitwirkung.
Hinzu kamen zahlreiche private Verpflichtungen. Laurel war viermal verheiratet, hatte mehrere Scheidungen und entsprechend hohe Unterhaltszahlungen zu leisten. Die Anwaltskosten, gerichtlichen Auseinandersetzungen und emotionalen Belastungen zogen nicht nur an seinen Nerven, sondern auch an seinem Bankkonto.
Besonders bitter, das Missmanagement seiner Finanzen durch beauftragte Verwalter führte immer wieder zu Verlusten, die Stan kaum kontrollieren konnte. Er war ein Künstler, kein Geschäftsmann, ein Umstand, den andere oft zu ihrem Vorteil nutzten. Als Stan Laurel 1954 starb, belief sich sein gesamtes Vermögen auf gerade einmal 50.000 Tow Dollar.
Eine beinahe grotesk niedrige Zahl für einen Mann, dessen Lächeln, Mimik und Körpersprache über Generationen hinweg Freude spendeten. Aber Laurel selbst beklagte sich nie. Für ihn lag der wahre Reichtum nicht im Geld. sondern in der Liebe seines Publikums. Er hatte seine Bestimmung gefunden, nicht im Besitz, sondern im geben.
Und so zeigte sich in seinem finanziellen Abstieg vielleicht sogar seine größte Würde. Er blieb bis zum Ende der, der er immer war. Ein einfacher Mann mit einem außergewöhnlichen Talent, das die Welt nie vergessen wird. In seinen letzten Lebensjahren zog sich Stan Laurell immer weiter aus der Öffentlichkeit zurück. nicht aus Bitterkeit oder Resignation, sondern aus einem tiefen Bedürfnis nach Ruhe und Besinnung.
Seine kleine Wohnung im Oceana Apartment Hotel in Santa Monica wurde zu einem Ort des Rückzugs, der Reflexion und erstaunlicherweise der Nähe zu seinen Fans. Laurel, der in früheren Jahren von Film zu Film, von Studio zu Studio gehetzt war, lebte nun in einem Rhythmus, den er selbst bestimmen konnte, und diesen nutzte er nicht, um sich von der Welt abzuwenden, sondern im Gegenteil.
um Verbindung zu schaffen. Es war bekannt, dass seine Tür fast immer offen stand. Briefe von Fans aus aller Welt wurden liebevoll gelesen und oft handschriftlich beantwortet. Manche berichten, dass sie Stan sogar anriefen. Seine Telefonnummer war öffentlich gelistet und er sich mit stiller Höflichkeit meldete, als hätte er gerade nichts Wichtigeres zu tun, als zuzuhören.
Diese Offenheit war keine PR-Stategie, keine Masche. Sie war Ausdruck seines Wesens. Stan Laurel war selbst nach all den Höhen und Tiefen, nach Erfolg, Verlust, Scheidung, Krankheit und finanzieller Unsicherheit ein bescheidener und aufrichtiger Mensch geblieben. 1991, 4 Jahre vor seinem Tod, wurde ihm eine große Ehre zu Teil, die Verleihung eines Ehrenoscars für sein Lebenswerk, eine späte, aber tief verdiente Anerkennung für seinen unermesslichen Beitrag zur Filmgeschichte und zur Welt der Komödie.
Doch Stan war zu krank, um an der Zeremonie teilzunehmen. Der Oscar wurde ihm zwar physisch übergeben, doch sein Moment auf der Bühne, das kollektive Applaudieren eines ganzen Saals, blieb ihm verwrt. Es war, als hätte sich auch dieser Triumph in das Stille, zurückgezogene Leben seines letzten Kapitels eingefügt. Laurel starb am 23.
Februar 1965 an einem Herzinfarkt. Die Nachricht verbreitete sich schnell, doch während sich die Welt von einem der größten Komiker der Filmgeschichte verabschiedete, war es vor allem ein Gefühl, das blieb. Dankbarkeit nicht nur für seine Filme, seine Sketsche, sein Talent, sondern für die Menschlichkeit, mit der er seinem Ruhm begegnete.
In einer Branche, die oft von Eitelkeit, Status und Exzessen geprägt ist, blieb Stan Laurel, ein Mann, dem seine Fans mehr bedeuteten als jede Auszeichnung. Ein Komiker mit Herz, ein Künstler mit Anstand, ein Mensch. Wenn man heute über Stan Laurel spricht, dann nicht nur wegen seiner Rollen, seiner unvergesslichen Sketsche oder seines ikonischen Melonenhuts.
Man spricht über ihn, weil er das geschafft hat, was nur wenigen gelingt. Er hat Generationen miteinander verbunden. Großeltern lachten über ihn, als der Tonfilm noch jung war. Ihre Kinder entdeckten ihn im Schwarz-Weiß Fernsehen der 60er und 70er Jahre und ihre Enkel klicken heute auf YouTube auf alte Clips von Laurel and Hardy und lachen genauso herzhaft wie einst das Publikum in den Lichtspielhäusern von New York, London oder Berlin.
Sein wahres Vermächtnis liegt nicht in materiellen Besitztümern. Als er starb, hatte er kaum mehr als die bescheidene Einrichtung seiner Wohnung und einen Schrank voller Erinnerungen. Kein Luxus, keine Yachten, keine Firmenanteile. Was er jedoch hinterließ, war unendlich wertvoller, das Lachen. Und nicht irgendein Lachen, sondern jenes kindliche, ehrliche, befreiende Lachen, dass man nicht künstlich erzeugen kann.
Stan Laurel hatte die Gabe, Menschen zu berühren mit einem schiefen Blick, einer zögerlichen Bewegung, einem Moment der Stille, der mehr sagte als tausend Worte. Gleichzeitig ist sein Lebensweg auch eine Mahnung an die Schattenseiten des Showbsiness, an Verträge ohne Rückflüsse, an eine Industrie, die Künstler oft verbraucht, bevor sie sie ehrt.
Die Tatsache, dass Stan und sein Partner Oliver Hardy nie Anteile an ihren eigenen Filmen besaßen, erscheint aus heutiger Sicht wie ein Hohn. Ihre Werke wurden milliardenfach ausgestrahlt, kopiert, adaptiert, doch ihr Anteil daran war rein ideell. Doch vielleicht, und das ist die versöhnliche Note dieser Geschichte, war genau das die Stärke von Stan Laurel.

Er hat nie für Geld gespielt, sondern für das Publikum, für das Lächeln, das Kichern, den Applaus. Seine Tochter Loys, die bis 2017 lebte, sorgte dafür, dass das Erbe ihres Vaters nicht in Vergessenheit geriet. Fans auf der ganzen Welt erinnern sich nicht an den Reichtum, nicht an die Schlagzeilen, sondern an den Mann, der selbst im tiefsten Schmerz nicht vergaß, wie man andere zum Lachen bringt.
Stan Laurel war mehr als ein Komiker. Er war ein Seelentröster, ein Lebensbegleiter, ein Freund aus der Kindheit und das bleibt er bis heute.
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