Es war eine Nacht, die als Wendepunkt in die europäischen Geschichtsbücher eingehen könnte – allerdings nicht so, wie es sich die Strategen in Brüssel erhofft hatten. Was als glanzvoller Showdown gegen Moskau inszeniert werden sollte, endete in den frühen Morgenstunden in einem politischen Trümmerfeld. Der große Plan, eingefrorene russische Vermögenswerte kurzerhand zu enteignen, ist offiziell geplatzt. Es ist ein Scheitern mit Ansage, das nicht nur die tiefe Zerrissenheit der Europäischen Union offenbart, sondern auch zeigt, wie dünn das Eis der moralischen Argumentation wird, wenn reale finanzielle Abgründe drohen.
Das Ende einer Illusion: Warum die Enteignung scheiterte
Monatelang wurde das Narrativ der rechtmäßigen Enteignung russischer Gelder medial vorbereitet. Es klang nach der perfekten Lösung: Die Ukraine erhält Milliarden für den Wiederaufbau und die Verteidigung, ohne dass der europäische Steuerzahler direkt zur Kasse gebeten wird. Doch die juristische Realität hat die politische Wunschvorstellung nun eingeholt. Hinter den Kulissen schlugen internationale Banken und Finanzinstitute Alarm. Die Angst vor massiven Klagen Russlands und einer Kettenreaktion, die das Vertrauen in den Euro-Finanzplatz nachhaltig erschüttern könnte, war am Ende größer als der Drang zur politischen Symbolik.
Besonders hart trifft dieses Ergebnis Friedrich Merz. Der CDU-Chef hatte sich als einer der lautesten Befürworter der Enteignung profiliert und das Thema zu seinem persönlichen Prestigeprojekt gemacht. Dass er nun in Brüssel derart unterging, wird von Beobachtern als schwere politische Demütigung gewertet. Es zeigt die Ohnmacht einer deutschen Opposition, die maximale Forderungen stellt, ohne die komplexen globalen Abhängigkeiten und die rechtlichen Risiken kontrollieren zu können. Merz steht nun als jemand da, der den Mund zu voll genommen hat und nun vor einem Scherbenhaufen steht.

Selenskyjs gefährliches Spiel mit dem Feuer
Doch die eigentliche Eskalation fand abseits der Verhandlungstische statt. Für den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj war das Scheitern der Enteignungspläne offenbar ein Schock, der jegliche diplomatische Zurückhaltung wegwischte. In einer beispiellosen rhetorischen Offensive griff er nicht nur europäische Staaten wie Belgien direkt an, sondern begab sich auf ein Terrain, das in diplomatischen Kreisen als absolut tabu gilt. Seine unterschwelligen Anspielungen auf die politische Zukunft der USA und das persönliche Schicksal von Entscheidungsträgern in Washington haben eine rote Linie überschritten.
In Washington werden solche Aussagen nicht als rhetorische Nuancen, sondern als Sicherheitsrisiko gewertet. Besonders im Hinblick auf die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus wirkt Selenskyjs Verhalten wie ein politischer Kamikaze-Kurs. Trump, der ohnehin für seine skeptische Haltung gegenüber weiteren Milliardenhilfen bekannt ist, erhält durch diese Grenzüberschreitungen genau die Vorlage, die er braucht, um die Unterstützung für Kiew massiv infrage zu stellen. In der harten Logik der US-Machtpolitik gibt es für Partner, die unberechenbar werden und sich in inneramerikanische Angelegenheiten einmischen, selten eine zweite Chance.

Die 90-Milliarden-Euro-Falle für den Steuerzahler
Trotz des Scheiterns der Enteignung hat die EU ein neues Hilfspaket von 90 Milliarden Euro beschlossen. Offiziell als “zinslose Kredite” deklariert, wissen Experten und Politiker hinter vorgehaltener Hand längst: Dieses Geld wird der europäische Steuerzahler wohl nie wiedersehen. Die Rückzahlung ist an Bedingungen geknüpft, die angesichts der militärischen Lage in der Ukraine mehr als fragwürdig erscheinen. Es ist eine Flucht nach vorne – ein Versuch, das Gesicht zu wahren und die Ukraine künstlich am Leben zu erhalten, während die eigene wirtschaftliche Substanz in Europa bröckelt.
Besonders für Deutschland ist diese Entwicklung fatal. Während im Inland über marode Infrastruktur, Bildungskrisen und Sparmaßnahmen gestritten wird, bürgt die Bundesrepublik für Summen, deren Nutzen zunehmend zweifelhaft erscheint. Der Unmut in der Bevölkerung wächst, da das Gefühl entsteht, dass ideologische Ziele über die Interessen der eigenen Bürger gestellt werden. Die EU agiert hier nicht mehr als souveräner Gestalter, sondern als Getriebener einer Politik, die keinen tragfähigen Plan für einen Frieden oder einen geordneten Ausstieg hat.
Ein Präsident am Limit: Ist Selenskyj noch tragbar?
Die Frage nach der politischen Zukunft von Wolodimir Selenskyj wird mittlerweile auch in westlichen Sicherheitskreisen diskutiert – wenn auch noch leise. Ein Staatschef, der seine wichtigsten Verbündeten öffentlich unter Druck setzt und sich mit der kommenden US-Administration anlegt, wird zunehmend zur Belastung. Die militärische Lage an der Front verschlechtert sich schleichend, aber stetig. Die Moral sinkt, und die Rekrutierung neuer Soldaten gelingt in der Ukraine oft nur noch unter Zwang.
In dieser Situation wäre Diplomatie und Deeskalation gefragt gewesen. Selenskyj jedoch wählte den Weg der maximalen Konfrontation. Dies nährt das russische Narrativ, dass Kiew nicht an einer friedlichen Lösung interessiert sei. Für den Westen stellt sich die brutale Frage: Ist Selenskyj noch der Mann, mit dem man einen möglichen Waffenstillstand oder einen “Eingefrorenen Konflikt” moderieren kann? Die Geschichte lehrt, dass abhängige Partner schnell ausgetauscht werden, wenn sie ihren strategischen Zweck nicht mehr erfüllen oder zum Risiko für die Großmächte werden.
Fazit: Ein Scherbenhaufen der Geopolitik
Der Brüsseler Gipfel war die Entlarvung einer Politik, die sich in moralischen Absolutheitsansprüchen verfangen hat. Die EU steht gespalten und ängstlich da, Friedrich Merz ist politisch beschädigt, und Selenskyj hat sich international isoliert. Am Ende dieser Kette von Fehlentscheidungen steht wie immer der normale Bürger, der die finanziellen und gesellschaftlichen Folgen dieser Strategielosigkeit tragen muss. Der Wind hat sich gedreht – weg von der bedingungslosen Unterstützung, hin zu einer nüchternen Schadensbegrenzung. Es bleibt abzuwarten, wer als Nächstes in diesem hochgefährlichen geopolitischen Poker seine Karten offenlegen muss. Eines ist jedoch sicher: Die Zeit der großen Versprechungen und der moralischen Überlegenheit ist in dieser Nacht in Brüssel endgültig zu Ende gegangen.
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