viel viel besser zu verstehen.   Hallo und herzlich willkommen zurück auf   unserem Kanal Verborgene Bühne. Hier   beleuchten wir die Geschichten, die im   Schatten des Rampenlichts verborgen   liegen und heute öffnen wir eine Akte,   die jahrzehntelang verschlossen blieb.   Wer war er wirklich? Wenn wir die Augen   schließen und an ihn denken, sehen wir   alle dasselbe Bild.

 

 Das lange schwarze   Haar, das lederne Gewand, das edle   Stirnband. Wir sehen Winnetu, den   Häuptling der Apachen, den Helden   unserer Kindheit. Er war das Gesicht der   Hoffnung für eine ganze Generation. Aber   haben wir jemals den Mann hinter der   Maske gesehen?   Pier Breeze. Ein Name, der klingt wie   ein Versprechen von Eleganz und   Freiheit.

 

 Doch als der Vorhang fiel und   das Rampenlicht erlosch, blieb eine   Stille zurück, die lauter schrie als   jeder Applaus. Es gibt Berichte über   Gedanken, die er erst in den späten   Jahren seines Lebens auf seinem Landgut   in Frankreich zu Papier brachte. In   diesen stillen Momenten brach der ewige   Held endlich sein Schweigen.

 

 Er sprach   nicht über den Ruhm und nicht über die   goldenen Trophäen, die in seinen Regalen   verstaubten. Nein. Er schrieb über den   Schmerz.   Er deutete auf drei tiefe Wunden, die   niemals heilten. Ein mächtiges System,   das ihn zu einer Ware machte, einen   tragischen Verlust, der ihm die Hälfte   seiner Seele raubte und eine goldene   Maske, die er nicht mehr abnehmen   konnte, selbst wenn er es wollte.

 

  Wie geriet eine Ikone, die Millionen von   uns Freude schenkte, in eine solch tiefe   innere Einsamkeit? Wer stahl ihm seine   wahre Identität und zwang ihn ein Leben   lang, den Schatten eines anderen zu   spielen? Wir kannten sein strahlendes   Lächeln auf dem Bildschirm, aber wir   wussten nichts von den Tränen, die er   vergoss, wenn die Kameras aus waren.

 

  Heute öffnen wir dieses letzte Kapitel.   Wir lesen zwischen den Zeilen seiner   Geschichte und enthüllen die Wahrheit   über den Mann, der uns alles gab und   dabei sich selbst verlor. Dies ist die   wahre Geschichte von Pierre Bries.   Es begann alles mit einem Zufall, der   wie ein schicksalhafter Irrtum wirkte.

 

  Pierre Briees war nie dazu bestimmt, ein   deutscher Volksheld zu werden. Er war   ein Kind der Britannier ein   französischer Gentleman durch und durch.   Sein Traum war nicht die staubige Präe,   sondern das anspruchsvolle Theater. Er   wollte Charakterrollen spielen, komplexe   Figuren mit Tiefe, genau wie seine   großen Vorbilder in Paris.

 

 Doch das   Schicksal hatte ein anderes Drehbuch für   ihn geschrieben.   Die Legende besagt, dass der Produzent   Horst Wendland ihn 1962   auf dem Filmfest in Berlin entdeckte.   nicht auf der Leinwand, sondern in der   Menge. Wendland sah in die dunklen, fast   melancholischen Augen dieses unbekannten   Franzosen und sagte nur einen Satz: “Das   ist mein Vinnetu.

 

”   Aber Pierre Brce wollte nicht. Als man   ihm das Angebot machte, lachte er fast,   er kannte Karl Mein nicht. Für ihn waren   Indianerfilme damals oft nur laute bunte   Spektakel ohne Seele. Er hatte Angst,   sich lächerlich zu machen. Er fürchtete,   dass Federschmuck und Lederfransen seine   Würde als ernsthafter Schauspieler   verletzen würden.

 

 Nur das Drängen seiner   Agentin und ein gut dotierter Vertrag   brachten ihn dazu schließlich ja zu   sagen. Ein Jahr, das sein Leben für   immer verändern sollte.   Dann geschah das Unfassbare. Der Film   Der Schatz im Silbersee kam in die Kinos   und löste ein Erdbeben aus. Deutschland   verfiel in einen kollektiven Rausch. Es   war nicht nur ein Erfolg, es war eine   Hysterie.

 

 Die Vinnet Money hatte   begonnen. Über Nacht wurde der   skeptische Franzose zum berühmtesten   Gesicht des Landes.   Jugendliche tapezierten ihre Zimmer mit   seinem Gesicht. Die Zeitschrift Bravo   musste säcke voller Fanpost mit   Lastwagen abtransportieren. Pierre Bries   erhielt den goldenen Otto nicht einmal,   nicht zweimal, sondern zwölf mal.

 

 Ein   Rekord für die Ewigkeit. Für das   deutsche Publikum war er kein   Schauspieler mehr. Er war eine   moralische Instanz. In einer Zeit des   Umbruchs und der Unsicherheit   verkörperte dieser Mann Werte, nach   denen sich die Menschen sehnten. Treue,   Würde, stille Kraft und vor allem   bedingungslose Freundschaft.

 

  Jede Vorstellung war ein Balsam für die   Seele eines Landes, das nach Vorbildern   suchte. Er war der edle Mensch, den wir   alle sein wollten. Aber während   Millionen ihm zjubelten, begann sich   hinter den Kulissen die Falle zu   schließen. Pierre Bries merkte zu spät,   dass der Applaus auch Gitterstäbe haben   kann.

 

 Mit jedem Erfolg, mit jedem neuen   Film wie Vinnetu erste Teil oder Old   Surhwand der Mensch Pierre ein Stück   mehr. Die Welt wollte nur noch den   Häuptling sehen und der Mann, der   eigentlich Shakespeare spielen wollte,   fand sich gefangen in einem goldenen   Käfig aus Erwartungen, aus dem es kein   Entkommen mehr gab.   Doch wo viel Licht ist, da ist auch viel   Schatten.

 

 Während das Publikum im Kino   den freien Häuptling auf seinem Pferd   Ilchi durch die weite Präie reiten sah,   war die Realität für Pierre Bries ganz   anders. Er war vielleicht der freieste   Mann auf der Leinwand, aber im echten   Leben fühlte er sich zunehmend wie ein   Gefangener.   Hinter dem strahlenden Lächeln auf den   Filmplakaten spielten sich Szenen ab,   die niemand sah.

 

 Die Filmindustrie im   Deutschland der 60er Jahre war eine   harte Maschine und Pierre Bries war ihr   wertvollster Treibstoff. Sein Gesicht   gehörte nicht mehr ihm, es gehörte den   Produzenten, es gehörte der Reialto Film   und vor allem gehörte es den Millionen   von Fans, die keine Veränderung   duldeten.   Er war gefangen in Verträgen, die ihm   kaum Luft zum Atmen ließen.

 

 Horst   Wendland, der geniale, aber harte   Geschäftsmann hinter den Karl Mai   Filmen, wusste genau, was er an seinem   Star hatte. Pierre Brass wurde zur Marke   zu einem Produkt, das funktionieren   musste. Er wollte zeigen, dass er ein   vielseitiger Schauspieler war. Er wollte   moderne Rollen spielen. Er wollte   Bösewichte spielen oder Liebhaber in   eleganten Anzügen.

 

 Aber jedes Mal, wenn   er versuchte aus dem Schatten des   Apaatchen zu treten, stieß er auf eine   Mauer aus Ablehnung.   Die Ansage der Industrie war brutal und   einfach. Das Publikum will Winnetu,   niemand will Pierre Bries. Das waren   Worte, die wie Peitschenhirafen. Er   durfte sein Aussehen nicht verändern.   Das lange schwarze Haar musste bleiben,   auch wenn es ihm lästig war.

 

 Sein Image   musste markellos sein. Er durfte keine   Skandale haben. Er durfte nicht   menschlich sein. Er musste immer der   edle Held bleiben. Tag und Nacht.   Stellen Sie sich vor, Sie werden so sehr   für eine Rolle geliebt, dass die   Menschen vergessen, daß sie existieren.   Wenn Pierre Briees auf die Straße ging,   riefen die Leute Vinnetu.

 

 Sie sahen   durch ihn hindurch. Sie sahen nur das   Kostüm. Er fühlte sich oft einsam,   inmitten der Menge, ausgenutzt von einem   System, das Millionen mit seinem Gesicht   verdiente, während er selbst um seine   künstlerische Seele kämpfte.   Es gab Tage, an denen er das Lederkostüm   hasße.

 

 Er hasste die Perücke, die auf   seinem Kopf klebte. Er hasste die   Erwartung immer gut, immer weise, immer   sanft sein zu müssen. Er war ein Mann   aus Fleisch und Blut, mit Fehlern und   Kanten, aber die Welt zwang ihn eine   Statue aus Gold zu sein. Und das   Schlimmste war, dass er niemanden hatte,   dem er diesen Schmerz wirklich   anvertrauen konnte, außer einem Mann.

 

  Dieser Mann war Lex Barker. Für die Welt   war er Old Shatterhand der starke weiße   Bruder, aber für Pierre war er mehr. In   einer Branche voller Neid und falscher   Lächeln fanden diese zwei Männer eine   Freundschaft, die echter war als jeder   Film. Sie waren so unterschiedlich wie   Tag und Nacht.

 

 Lex, der laute,   lebenslustige Amerikaner, Pierre, der   stille, nachdenkliche Franzose. Doch   genau diese Gegensätze schweißen sie   zusammen. Sie waren Blutsbrüder, nicht   nur im Drehbuch, sondern im Herzen.   Wenn Pierre am Set unter dem Druck der   Produzenten fast zerbrach, war Lex da.   Wenn er sich einsam fühlte, brachte Lex   ihn zum Lachen.

 

 Sie waren eine Einheit,   ein Symbol für Freundschaft, das eine   ganze Generation prägte. Die Menschen   glaubten daran, dass diese Verbindung   ewig halten würde. Doch das Schicksal   ist grausam und es schlug ohne   Vorwarnung zu.   Das Jahr 1973 markierte den wohl   dunkelsten Wendepunkt im Leben von   Pierre Breeze.

 

 An einem kalten Tag im   Mai erreichte ihn die Nachricht, die ihm   den Boden unter den Füßen wegriss. Lex   Parker war tot, zusammengebrochen auf   einer Straße in New York, mitten im   Leben, einfach so. Sein Herz hatte   aufgehört zu schlagen.   Für Pierre Breeze brach eine Welt   zusammen. Er verlor nicht nur einen   Kollegen, er verlor seinen Halt.

 

 In   Interviews späterer Jahre konnte man den   Schmerz in seinen Augen sehen, wenn er   über diesen Moment sprach. Es war als ob   mit Old Shhatter Hand auch ein Teil von   Vinnetu gestorben wäre. Die Magie war   gebrochen.   Nach dem Tod von Lex Parker war nichts   mehr wie zuvor. Die große Zeit der Karlm   Filme ging zu Ende.

 Das Publikum wandte   sich ab. Neue Helden kamen, neue Trends   entstanden und der edle Apachen   Häuptling wurde plötzlich nicht mehr   gebraucht. Das Telefon hörte auf zu   klingeln, die Einladungen wurden weniger   und Pierre Brises stand plötzlich   alleine da.   Er war noch jung, aber für die Industrie   war er Geschichte.

 

 Er versuchte   auszubrechen, er versuchte andere Rollen   zu finden, aber niemand wollte ihn sehen   ohne das Stirnband. Er erlebte die   bitterste Form der Einsamkeit, die   Einsamkeit eines Idols, das von seinen   Anbetern im Stich gelassen wird, sobald   das Licht ausgeht. Die Industrie, die   ihn hochgejubelt hatte, ließ ihn fallen   wie eine heiße Kartoffel.

 

 Er war   gefangen in der Vergangenheit und   trauerte um seinen Bruder, während die   Welt einfach weiterdreht.   Im Herbst seines Lebens zog sich Pierre   Bris auf sein Landgut zurück. Dort   verfaßte er jenes Dokument, das dem   Titel unserer heutigen Geschichte seinen   Namen gibt. Ein Brief, der nicht an   Produzenten ging, sondern an Sie, an   seine Millionen Fans.

 

 Er wollte nicht   gehen, ohne ihnen die Wahrheit zu   erklären.   Er schrieb: “Liebe Freunde, ihr habt   mich jahrelang bewundert, aber ihr habt   eine Illusion geliebt. Ich muss euch   drei Dinge gestehen, die ich euch   verschwiegen habe, weil ich euch nicht   enttäuschen wollte.”   Das erste Geständnis betraf die   Industrie, die ihr so liebt.

 

 Er erklärte   seinen Fans, die Filme, die ihnen   Hoffnung gaben, für ihn oft ein   Gefängnis waren. Er schrieb: “Ihr saht   den Helden, aber ich fühlte mich wie   eine Ware. Das System hat mein Gesicht   verkauft und meine Seele behalten.” Er   bat seine Fans zu verstehen, dass sein   Lächeln oft nur Teil des Vertrags war.   Das zweite Geständnis in diesem Brief   war eine Entschuldigung.

 

 Er   entschuldigte sich dafür, dass er nach   dem Tod von Lex Parker nicht stark genug   war. Er schrieb an seine Anhänger. Als   Lex starb, starb ein Teil von mir, den   ich euch nie mehr zeigen konnte. Ich   habe funktioniert, aber ich habe nicht   mehr gelebt. Er wollte, dass die Fans   wissen, dass seine Trauer echt war,   tiefer als jede Rolle.

 

  Und das dritte und schmerzhafteste   Geständnis richtete er gegen sich   selbst, um seine Fans von ihrer Schuld   zu befreien. Er schrieb nicht. “Ihr habt   mich eingesperrt. Ich habe es selbst   getan. Ich hatte Angst, dass ihr den   echten Pierre nicht lieben würdet, wenn   ich das Stirnband abnehme.

 

 Heute weiß   ich, dass das ein Fehler war.”   Indem er diese Worte an seine Fans   richtete, wandelte er seine Bitterkeit   in eine letzte große Geste der   Ehrlichkeit um. Er wollte keine Legende   mehr sein. Er wollte, dass seine Fans   endlich den Freund sehen, den sie   verdienten. Ein Menschen mit Narben und   Fehlern.

 

 Das war seine Art Frieden zu   schließen, nicht mit der Industrie,   sondern mit denen, die ihn wirklich   liebten, mit euch.   Die Geschichte von Pierre Bree ist mehr   als nur die Biographie eines   Schauspielers. Sie ist ein stilles   Mahnmal. Eine Erinnerung daran, dass   hinter jedem strahlenden Idol ein Mensch   aus Fleisch und Blut steht.

 

 Ein Mensch,   der verletzlich ist, ein Mensch, der   Träume hatte, die anders waren als das,   was wir von ihm erwarteten.   Wir müssen uns heute fragen, sind wir   bereit zuzuhören, bevor die Lichter   ausgehen? Sind wir bereit, den Menschen   zu sehen und nicht nur die glänzende   Maske, die er trägt? Die   Unterhaltungsindustrie hat Pierre Brie   gegeben, aber sie hat ihm auch viel   genommen.

 

 Sie gab ihm Ruhm, aber nahm   ihm die Stimme. Sie gab ihm Applaus,   aber nahm ihm die Freiheit.   Was wäre, wenn man ihn nicht nur als   Produkt behandelt hätte? Was wäre, wenn   man dem Menschen Pierre erlaubt hätte zu   atmen, statt nur dem Mythos Winnetu zu   huldigen? Vielleicht hätte er uns noch   viel mehr Facetten seines Talents zeigen   können, aber am Ende bleibt etwas   Wichtigeres als Filme und Verträge.

 

  Pierre Breeze hat uns auf der Leinwand   gelehrt, was Freundschaft bedeutet, aber   sein wahres Vermächtnis liegt in seiner   Menschlichkeit hinter der Kamera. Er hat   uns gezeigt, dass Ruhm vergänglich ist,   aber die Würde ewig bleibt. Er hat den   goldenen Käfig zwar nie ganz verlassen   können, aber er hat ihn mit Anstand   getragen bis zum Schluss.

 

  Er sucht heute keine Vergebung mehr, er   hat seinen Frieden gefunden, aber er   bittet uns durch seine Geschichte um   eines. Erinnert euch nicht nur an das   Stirnband und das Ledergewand. Erinnert   euch an das Herz, das darunter schlug.   Ein Herz, das liebte das LD und das bis   zum letzten Schlag treu blieb.

 

  Wenn euch diese Reise hinter die   Kulissen berührt hat, dann begleitet uns   auch beim nächsten Mal auf der   verborgenen Bühne. Hier gibt es noch   viele Geschichten zu erzählen, viele   Schatten zu beleuchten. Abonniert   unseren Kanal, um keine Wahrheit zu   verpassen, denn jedes Denkmal hat eine   Geschichte, die niemand kennt.

 

 Und wir   sind hier, um sie zu erzählen. Ruhen Sie   in Frieden, Pierre Bries. Und danke für   alles. Auf Wiedersehen.