Kchen mit Mut auf und so kippt da so Likörglas um. Patch patch, weißt du, ne? So eikör drin blue oder sowas, ne? Er sagte immer, ich mache mein eigenes Ding, egal was die anderen sagen. Fast 60 Jahre lang lebte Udo Lindenberg nach genau diesem Motto. Keine Ehe, keine Kinder, zumindest keine, die er je öffentlich bestätigte.
Stattdessen eine Spur aus Hitz, wilden Nächten, grünen Socken und unbeantworteten Fragen. Doch jetzt mit 79 Jahren hat sich etwas verändert. In jüngsten Interviews beginnt er plötzlich zu reden über den Sohn, den er jahrzehntelang geheim hielt, über die gewaltsame Liebesgeschichte, die eine Narbe hinterließ, die niemand sieht, über die Wahrheit hinter dem Hut, den er niemals abnimmt.
Was hat Deutschlands exzentrischer Rockstar also endlich zugegeben und warum ausgerechnet jetzt, nachdem er so lange geschwiegen hat? Die Antworten auf diese Fragen führen uns zurück in eine Zeit, in der Deutschland noch geteilt war, in der Rockmusik auf Deutsch als unmöglich galt und in der ein junger Schlagzeuger aus Gronau beschloss, alle Regeln zu brechen.
Geboren im Mai 1946 in einer kleinen westfelischen Stadt nahe der niederländischen Grenze, wuchs Udo Lindenberg in bescheidenen Nachkriegsverhältnissen auf. Sein Vater war Klemtpner. Die Familie lebte vom Nötigsten. Doch während andere Kinder von Fußball träumten, träumte der kleine Odo von Rhythmus.
Mit 10 Jahren bekam er sein erstes Schlagzeug. Allerdings kein echtes, denn dafür hatte der Vater kein Geld. Stattdessen baute ihm sein Vater ein improvisiertes Set aus alten Benzinfässern. Und genau auf diesen rostigen Fässern begann eine der außergewöhnlichsten Karrieren der deutschen Musikgeschichte. Mit 17 Jahren nach einem abgebrochenen Versuch als Kellner in Düsseldorf landete Udo in Tripolis auf einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt.
Dort trommelte er für frustrierte GI, lernte den Blues, den Rock and Roll und den Alkohol. Schon damals, kaum volljährig begann eine Beziehung mit der Flasche, die ihn ein Leben lang begleiten sollte. Als er nach Deutschland zurückkehrte, zog es ihn magnetisch nach Hamburg. Die Stadt an der Elbe wurde seine Heimat, sein Spielplatz, sein Universum.
In den frühen 70er Jahren spielte er Schlagzeug für Klaus Dollinger und dessen Jazz Formation. Ein Detail, das heute kaum jemand weiß. Rudo Lindenberg spielte 1970 die Drums für die allererste Version der Tatort Titelmusik ein. Jene Melodie, die bis heute jeden Sonntagabend durch deutsche Wohnzimmer halt.
Doch Jazz allein konnte seinen Hunger nicht stillen. Udo wollte mehr. Er wollte seine eigene Stimme und er wollte auf Deutsch singen. 1973 veröffentlichte Lindenberg Alles klar auf der Andrea Doria, ein Album, das die deutsche Rocklandschaft für immer veränderte. Zu einer Zeit, als jeder erfolgreiche Rockmusiker auf Englisch sang, bestand Udo darauf, in seiner Muttersprache zu singen.
Die Kritiker lachten. Die Plattenfilmen waren skeptisch, doch Udo blieb stur. Er erfand eine eigene Sprache, die man später Lindianisch nennen sollte. Eine Mischung aus Hamburger Slang, poetischen Bildern und einer gehörigen Portion Ironie. Seine Texte handelten von Paula aus St. Pauli, von Rudi Ratlos und Bodo Ballermann.
Figuren, die niemand zuvor in der deutschen Musik gekannt hatte und die Menschen liebten es. Hundert.000 Exemplare verkaufte sich Andrea Doria, eine Sensation für deutschsprachigen Rock. In den Jahren darauf wurde Udo Lindenberg zur lebenden Legende. Er arbeitete mit internationalen Größen wie David Bowwiy, Eric Burden und Keith Forsy.
Er gründete sein Panikorchester, dessen Name Programm war. Er trug Hut und Sonnenbrille bei Tag und Nacht. Er wurde zur Kunstfigur, zur Ikone. Doch während sein öffentliches Image immer schildernder wurde, blieb sein Privatleben ein sorgfältig gehütetes Geheimnis. Er sprach nie über Beziehungen. Er erwähnte keine Familie. Und wenn man ihn nach Liebe fragte, wich er aus mit einem Lächeln und einer schnoderigen Bemerkung.
Doch hinter dieser Fassade spielte sich eine Geschichte ab, die erst Jahrzehnte später ans Licht kommen sollte. Es begann im Oktober 1983. Nach 8 Jahren Zeh verhandelns, unzähligen Briefen und diplomatischen Winkelzügen erhielt Udo Lindenberg endlich die Erlaubnis für etwas, das bis dahin undenkbar schien.
Ein Konzert in der DDR. Am 25. Oktober stand er im Palast der Republik in Ostberlin auf der Bühne. Bewacht von Stasiuten, umgeben von FJ Funktionären, beobachtet von Egon Grenz höchst persönlich. Die echten Fans, jene die seine Platten schwarz über die Grenze geschmuggelt hatten, blieben draußen.
Stattdessen saß der Saal voll mit Parteilleuten. Doch Udo sang trotzdem. Er sang von Freiheit, von Zusammensein, von einer Welt ohne Mauern. Und nach dem Konzert soll etwas geschehen sein, das sein Leben für immer veränderte. Der Song Mädchen aus Ostberlin war bereits 10 Jahre alt, als Udo ins Ostberliner Rampenlicht trat.
Er hatte ihn 1973 geschrieben, basierend auf einer frühen Begegnung in Panco. Doch während seines Aufenthalts im Oktober 38 soll es zu einer neuen intensiveren Begegnung gekommen sein. Eine junge Frau aus Ostberlin. Eine verbotene Anziehung, heimliche Treffen unter den Augen der Stasi. Udo selbst hat nie Details Preis gegeben, nie einen Namen genannt, nie ein Foto gezeigt.
Doch in einem Interview mit der Zeitschrift Bunte im Jahr 2011, 30 Jahre nach jenem Konzert, ließ er eine Bemerkung fallen, die Jahrzehnte der Spekulation bestätigte. “Das ist so ein Lindenberg Babygeheimnis”, sagte er mit einem rätselhaften Lächeln. Auf die direkte Frage, ob es einen Sohn gäbe, antwortete er: “Er ist ein Teen in den 20ern.” Das Alter stimmte.
Ein Kind geboren um 1985 wäre zur Zeit des Interviews Mitte 20 gewesen. Udo bestätigte auch, dass er mit der Mutter noch in Kontakt stehe. Wir telefonieren und ich erzähle, wie alles so läuft”, sagte er. Doch mehr wollte er nicht verraten. Keinen Namen, keine Fotos, keine öffentliche Anerkennung.
War es Schutz, war es Scham? Oder war es einfach Udos Art, die Menschen, die er liebte, vor dem gnadenlosen Scheinwerferlicht zu bewahren? Bis heute gibt es keine offiziellen Dokumente, keine Vaterschaftsanerkennung, keine Klagen. Der Sohn, wenn er existiert, hat nie die Öffentlichkeit gesucht. Er erschien nie bei Premieren, nie bei Konzerten, nie bei der Berliner Uraufführung des Musicals hinterm Horizont.
Das Lose auf Udos Ostwestliebesgeschichte basiert. Diese völlige Unsichtbarkeit befeuerte natürlich die Gerüchte, handelte es sich um eine PR-Erfindung, um eine romantische Legende, die Udo selbst geschaffen hatte, um sein Image als rastloser Liebhaber zu untermauern. Doch diejenigen, die Udo gut kennen, sagen: “Die Geschichte ist real.
Der Sohn existiert und Udo trägt diese Last seit fast vier Jahrzehnten mit sich. Aber die Ostberlinerin war nicht die einzige Frau, die Udo in jenen wilden 80er Jahren sein Herz schenkte. Mitte des Jahrzehnts, als die neue Deutsche Welle ihren Höhepunkt erreichte, begann eine Affäre, die erst 20 Jahre später enthüllt werden sollte.
Es war ein gewöhnlicher Tag am Flughafen Tegel. Udo stand am Checkin auf dem Weg nach München. Plötzlich sah er aus dem Augenwinkel eine Gestalt in einem langen grünen Ledermantel. Es war Nena. Gabriele Susanne Kerner. Die Frau, die mit 99 Luftballons die ganze Welt erobert hatte. Sie hatten sich nie zuvor getroffen.
Deutsche Stars zten damals übereinander. Die Konkurrenz war rau, doch in diesem Moment am Gate intel funkte es. Nena selbst erzählte Jahre später, wie es begann. Doch dann kam er schon angeschlft. Es war von der ersten Sekunde an süß, charmant und witzig. Sie stiegen gemeinsam ins Flugzeug, flogen nach London statt nach München und aus einem spontanen Flirt wurde eine leidenschaftliche Affäre.
Ein ganzes Jahr lang waren Udo Lindenberg und Nena ein Paar, zwei der größten deutschen Popstars der 80er Jahre, heimlich verliebt und niemand wusste davon. Wie war das möglich? Durch Kreativität, Verkleidungen und jede Menge Humor. Nena berichtete später, wie sie mit einer Affenmaske durch Hotelrezeptionen schlich, wie sie sich nachts als kanadische Großmutter verkleidete, wie sie sich unter Decken versteckte, wenn der Zimmerservice klopfte.
Einmal wären sie beinahe erwischt worden vom damaligen Bravoche Chefredakteur, der in einer Londoner Hotellobby stand, während Udo und Nena mitten in der Nacht Rollschuh fahren wollten. Nena sprang hinter einen Samtvorhang. Udo nuschelte sich heraus. Für Außenstehende war es die perfekte Romanze. Rebellisch, kreativ, frei.
Doch in Wahrheit passte die Beziehung perfekt zu Udos Lebensphilosophie. Keine Regeln, keine Öffentlichkeit, keine Verpflichtungen. Es war lustig, dann wurde es langweilig, sagte Nena später über das Ende. Kein Drama, kein Herzschmerz, einfach ein stiller Abschied. Udo sprach nie detailliert über die Affäre, selbst nicht Jahrzehnte später.
In einem Playboy Interview 2020, als die Geschichte längst publik war, sagte er nur: “Das war sehr lustig und es bleibt ein Geheimnis. Nena ist eine Hammerfrau.” Mehr nicht. Gentleman bis zuletzt. Doch warum diese Zurückhaltung? Warum nie eine öffentliche Beziehung? Im selben Interview gab Udo die Antwort: “Ich kann nicht gut damit umgehen, irgendwo eingespannt zu werden.
Ehe und gemeinsamer Haushalt hätten nie zu mir gepasst. Vielleicht bin ich der letzte Sponti. Ich lebe Freestyle nach Instinkt aus der momentanen Laune heraus.” Diese Worte erklären nicht nur das Ende mit Nena. Sie erklären sein ganzes Leben. Ein Leben ohne Anker, ohne Heimat im traditionellen Sinne, ohne die Strukturen, die andere Menschen stabilisieren.
Udo lebte im Hotel Atlantic in Hamburg. Er hatte keine eigene Wohnung, keine Küche, kein Wohnzimmer. Sein Zuhause war eine Suite. Sein Alltag war Inszenierung. Und genau diese Freiheit, so betonte er immer wieder, war der Preis, den er für seine Kunst zahlen muße. Doch diese Freiheit hatte auch ihre dunklen Seiten.
Während Udo Mitte der 80er Jahre auf dem Höhepunkt seines Ruhs stand, rutschte er privat immer tiefer in den Abgrund. Der Alkohol, der ihn seit seiner Jugend begleitete, wurde zum täglichen Begleiter. Nicht mehr gesellig, nicht mehr kreativ, sondern zerstörerisch. Freunde berichteten später, dass Udo tagelang verschwand, dass er bei Studioaufnahmen nicht erschien, dass sein Zustand beängstigend war.
“Ich hatte nur noch Restblut im Alkohol”, sagte er selbst einmal in einem Interview. Ein Satz, der wie ein Scherz klingt, aber eine brutale Wahrheit beschreibt. 1998 im Alter von nur 43 Jahren, brach sein Körper zusammen. Herzinfarkt. Udo wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte gaben ihm eine klare Prognose.
Ohne sofortige Änderung seines Lebensstils würde er keine 50 werden. Doch Udo hörte nicht auf zu trinken, noch nicht. Der Tiefpunkt kam Jahre später um das Jahr 2000 herum. Mit 55 Jahren wurde er mit einem Alkoholspiegel von 4,7 Promille ins Krankenhaus gebracht. eine tödliche Dosis für die meisten Menschen.
Er überlebte. Wie weiß niemand genau. Vielleicht war es sein eiserner Wille. Vielleicht war es Glück. Oder vielleicht, wie Odo selbst sagte, hatte er einfach noch nicht alles erzählt, was erzählt werden musste. Doch bevor Udo seine Dämonen bekämpfen konnte, musste er durch ein weiteres dunkles Kapitel.
Eines, das bis heute eine sichtbare Narbe hinterlassen hat, versteckt unter dem schwarzen Hut, den er seit Jahrzehnten trägt. Die Geschichte spielt in Rio de Janerof der 80er Jahre, kurz nach der Trennung von Nena. Udo, emotional ausgelaugt, verzweifelt auf der Flucht vor sich selbst, flog nach Brasilien.
An der Kopacabana traf er eine Frau, die er später nur als dunkle Schönheit bezeichnete. Eine brasilianische Schönheitskönigin. Leidenschaftlich, intensiv, gefährlich. Udo verliebte sich, wie er es immer tat, kopfüber, ohne Sicherheitsnetz. Er sagte später, ich war ab sofort ein bisschen verlobt mit diesem Girl von Ipanema. Doch die Romanze verlief anders als geplant. Die junge Frau wollte heiraten.
Sofort. Ihre Familie drängte. Ein Woodup Priester soll involviert gewesen sein. Es gab Gerüchte über ein Eheversprechen, das Udo unter Alkoholeinfluss gegeben haben soll. Als Udo wieder nüchtern wurde und realisierte, was geschehen war, tat er das, was er immer tat. Er floh zurück nach Hamburg, zurück in die Sicherheit seines Hotels, doch die Brasilianerin ließ nicht locker.
Sie verfolgte ihn über den Atlantik. Eines Tages stand sie vor seiner Hotür in Hamburg. Udo öffnete. Sie zückte ein Messer aus ihrem Strumpfband und bevor Udo reagieren konnte, strach sie zu. Einmal längst über seinen Schädel. Die Wunde war tief, das Blut floss. Udo schaffte es ins Krankenhaus zu kommen, wo er mit dutzenden Stichen zusammengenäht wurde.
Die physische Narbe heilte, die psychische blieb. Von diesem Tag an trug Udo Lindenberg einen Hut. Immer zu jeder Tages und Nachtzeit auf der Bühne, im Interview beim Joggen. Nur seine Ängsten vertrauten, seine Freundin Tine Acke, sein Bodyguard Eddie kannte, vielleicht ein paar Musiker haben ihn jemals ohne gesehen.
Der Hut wurde zu seinem Markenzeichen. Viele dachten, er verstecke eine Glatze. Andere vermuteten modisches Kalkül. Doch die Wahrheit war weit dramatischer. “Der Scheitel ist ein bisschen verrutscht”, sagte Udo einmal lakonisch in einem Interview mit dem Magazin Fokus. Ein typisch Lindenbergscher Satz, witzig formuliert, aber mit einem ernsten Kern.
Die Narbe ist real, die Geschichte ist real und der Hut ist mehr als nur ein Accessoire. Er ist ein Schutzschild, ein Symbol, eine Erinnerung an eine Zeit, in der Liebe und Gewalt untrennbar miteinander verwoben waren. Interessanterweise stammt der Hut aus dem Algu ebenfalls Lindenberg heißt.
Ein Zufall, der wie erfunden klingt, aber wahr ist. Das Modell, das Udo am liebsten trägt, heißt Open Road von der Marke Statson. Er kaufte es für 200 $ Madison Avenue in New York und dieses eine Hutmodell, sagte er, habe ihm mehr Glück gebracht als alle anderen zusammen. Vielleicht, weil es ihn schützte.
Vielleicht, weil es ihm erlaubte weiterhin der zu sein, der er war. Udo Lindenberg, der Mann mit dem Hut, der Panikrocker, der Mythos. Doch trotz all dieser Geschichten, all dieser Frauen, all dieser Geheimnisse, blieb eine Frage unbeantwortet. Hat Udoor Lindenberg Kinder? Offiziell lautete die Antwort jahrzehntelang: “Nein, er sei kein Vater.
Er habe nie eine traditionelle Familie gewollt. Doch je älter Udo wurde, desto wager wurden seine Antworten.” Im bun, als er den Sohn aus Ostberlin bestätigte, wurde er gefragt, ob es noch weitere Kinder geben könnte. Seine Antwort war ein Rätsel. Vielleicht gibt’s irgendwo in fernen Ländern noch welche.
Wäre doch schade, wenn ich keine Linkenzwerge hätte. Oder war das ein Scherz? Eine Andeutung, eine Wahrheit, verpackt in typischen Udo Humor. Niemand weiß es genau. Fakt ist, Udo verbrachte in den 70er und 80er Jahren viel Zeit im Ausland. Paris, New York, Tripolis, Rio, London. Überall hinterließ er Spuren, musikalisch und möglicherweise auch persönlich.
Doch wenn weitere Kinder existieren, haben sie sich nie gemeldet. Keine Vaterschaftsklagen, keine Enthüllungen, keine öffentlichen Forderungen. Entweder existieren sie nicht oder sie respektieren Udos Wunsch nach Diskretion. Was Udo jedoch stets betonte, war seine Abneigung gegen traditionelle Vaterschaft. In einem Interview mit dem Playboy im Jahr 2020 erklärte er: “Dan setzen Sie dem kleinen Lindenwerg einen Hut auf und sagen: “So, jetzt sing wieder Alte.
Die Last, die auf Promy Kindern liegt, sei enorm. Der Druck den Erwartungen des berühmten Vaters gerecht zu werden, könne Kinder psychisch zerstören. Aus diesem Grund sagte Udo, habe er sich bewusst gegen eine öffentliche Vaterrolle entschieden. Ob diese Erklärung seine wahren Motive vollständig abdeckt oder ob sie eine nachträgliche Rationalisierung ist, bleibt offen.
Dennoch fand Udo Wege, väterliche Impulse auszuleben. Er hat Partenkinder in Afrika, Kinder, die er unterstützt materiell und emotional. Er nennt sie Teil seiner Panikfamilie. Diese Beziehungen sind ihm wichtig. real, langfristig. Doch er nennt sie nie Vaterschaft, eher Freundschaft, Mentoring, Solidarität.
Diese dezentrale unkonventionelle Form von Familie passt perfekt zu Udos Lebensphilosophie. Keine festen Strukturen, keine Besitzansprüche, keine Erwartungen, nur Verbindung, Unterstützung, Freiheit. Und genau diese Philosophie erklärt, warum Udo Lindenberg niemals geheiratet hat. In einem Alter, in dem andere Rockstars längst in ihren Land sitzen sitzen, umgeben von Ehefrauen und Enkelkindern, lebt Udo weiterhin in seiner Hotel Suite.

Seine Freundin Tine Ake, mit der er seit Ende der 90er Jahre zusammen ist, hat ihre eigene Wohnung. Sie ist Fotografin, seine Muse, seine Ängste Beraterin, doch sie leben nicht zusammen. “Sie ist kein Weibchen, keine Spielerfrau”, sagte Udo über sie. “Sie macht ihr Ding. Wir haben eine tiefe Liebe, Verlässlichkeit, aber jeder hat seinen Raum.
Diese Worte fassen Udos gesamte Beziehungsphilosophie zusammen. Liebe ja, Bindung ja, aber Freiheit immer. Mit 79 Jahren blickt Udo Lindenberg auf ein Leben zurück, das so außergewöhnlich war wie kaum ein anderes in der deutschen Kulturgeschichte. Er hat Alben geschrieben, die Generationen prägten. Er hat politische Grenzen überschritten.
Er hat mit den größten seiner Zeit zusammengearbeitet und er hat sich selbst erfunden immer wieder Jahrzehnt für Jahrzehnt. Doch die Frage bleibt, warum spricht er jetzt nach so vielen Jahren des Schweigens plötzlich über seine Geheimnisse? Warum bestätigt er den Sohn? Warum erzählt er von der Nabe? Warum lässt er uns hinter die Kulissen blicken? Vielleicht, weil er alt genug ist, um zu wissen, dass Legenden vergehen, das Mythen verblassen, das am Ende nur die Wahrheit übrig bleibt.
Vielleicht, weil er möchte, dass seine Geschichte vollständig erzählt wird. Nicht nur die Hits und die Bühnenomente, sondern auch die Narben und die Geheimnisse. Oder vielleicht, weil er erkannt hat, dass wahre Freiheit nicht darin besteht, alles zu verbergen, sondern darin, sich selbstvollständig zu zeigen mit allen Widersprüchen, allen Fehlern aller Verletzlichkeit.
Udo Lindenberg hat nie traditionellen Weg gewählt. Er wollte nie der bürgerliche Vater sein, nie der treue Ehemann, nie der Hausbesitzer mit weißem Gartenzaun. Stattdessen schuf er seine eigene Definition von Familie, von Liebe, von Vermächtnis. Seine Kinder sind seine Songs. Seine Ehe ist seine Kunst.
Sein Zuhause ist die Bühne und sein wahres Erbe. Das sind nicht Gene oder Nachnamen. Es sind die Millionen Menschen, die durch seine Musik lernten, dass man sein eigenes Ding machen darf, dass Konventionen gebrochen werden können, dass Freiheit wichtiger ist als Sicherheit. Heute fast 8 Jahrzehnte nach seiner Geburt ist Udo Lindenberg fitter als je zuvor.
Er jogt täglich, er tue durch ausverkaufte Stadien. Er malt, er schreibt, er lebt und er trägt immer noch diesen schwarzen Hut, unter dem eine Narbe verborgen liegt, die nur wenige jemals gesehen haben. Diese Narbe erzählt eine Geschichte von Liebe und Gewalt, von Leidenschaft und Verzweiflung, von einem Mann, der niemals still stand, niemals aufhörte zu suchen, niemals aufgab, sein eigenes Leben zu leben.
Am Ende bleibt die Frage, gibt es da draußen noch mehr Lindenwerge, Kinder, die seinen Namen tragen könnten, seine Gene, sein Talent? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Udo selbst wird nie alle Antworten geben. Und vielleicht ist genau das sein letzter größter Akt der Rebellion. Die Welt rätseln zu lassen, die Legende am Leben zu halten, die Geheimnisse zu bewahren, selbst wenn er einige von ihnen lüftet.
Denn am Ende war Odo Lindenberg nie nur ein Musiker. Er war ein Mythos, ein Experiment, ein Beweis dafür, dass man ein ganzes Leben lang gegen den Strom schwimmen kann und trotzdem oder gerade deshalb zur Legende wird. Der Sohn aus Ostberlin existiert. Die Narbe ist real. Die Geschichten sind wahr, doch was noch im Verborgenen liegt, welche weiteren Geheimnisse unter diesem schwarzen Hut schlummern, das weiß nur Udo selbst.

Und vielleicht ist es besser so, denn ohne Geheimnisse wäre Udo Lindenberg nicht Udo Lindenberg. Er wäre nur ein weiterer Rockstar. Aber er ist mehr. Er ist der Panikpräsident, der Mann mit dem Hut. Der letzte Sponti, der Künstler, der niemals in eine Schublade passte und genau deshalb unsterblich wurde.
Mit 79 Jahren hat Udo Lindenberg endlich zugegeben, was viele vermutet haben. Doch die ganze Wahrheit, die kennen wir noch lange nicht und vielleicht werden wir sie nie kennen. Doch eines ist sicher. Udoor Lindenberg hat sein Leben gelebt auf seine Art, ohne Kompromisse, ohne Reue. Und wenn er heute auf sein Leben zurückblickt unter jenem schwarzen Hut durch jene dunkle Sonnenbrille, dann sieht er vermutlich nicht die Fehler oder die Narben.
Er sieht die Freiheit, die Musik, die Liebe und ein Leben, das er niemals anders hätte leben wollen.
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