[Applaus] Remannst [Musik] du im Licht der Kameras war sie präsent, beherrscht, beinah Unhbar. Katja Riemann eins. Das Gesicht des intellektuellen deutschen Films. Eine Frau, die Figuren mit Substanz spielte, die Haltung zeigte, wenn andere schwiegen und die nie laut werden musste, um stark zu wirken.
Doch was passiert, wenn selbst die Starken verstummen, wenn eine, die scheinbar alles im Griff hat, plötzlich innehält und sagt, es gibt etwas, dass ich nie erzählt habe. Kein Skandal, kein Name, nur ein Satz. Und in diesem Satz ein Riss. Im Alter von 59 Jahren in einem Interview, das kaum jemand live sah, aber später viral ging, sprach Katja Riemann über ein Kapitel, das sie jahrzehntelang verschwiegen hatte.
Ein Jahrzehnt der inneren Abwesenheit, trotz äußerer Erfolge. Kein Drogenrausch, kein Klinikaufenthalt, sondern etwas viel banaleres und viel schmerzlicheres. Ich war Mutter, sagte sie, und ich war nicht da. Keine Träne, kein Zittern, aber eine Stille, die im Raum blieb. Was war geschehen? Warum hatte niemand es bemerkt? Wie kann jemand, der so sichtbar war, gleichzeitig so unsichtbar gewesen sein für das eigene Kind, für sich selbst? Sie erzählte nicht in Chronologie, sondern in Bildern, von Drehtagen in Prag, während ihre Tochter zu Hause fieberte, von Interviews in Kan, während sie nicht wusste, in welcher Klasse das Kind nun war. von dem Moment, als sie ein Schulvideo per E-Mail erhielt. Das Mädchen sang allein ohne Blick in die Kamera und ich saß im Hotel in der Maske, habe das Video angesehen und bin zum Dreh gegangen. Ich sagte nichts, aber innerlich war ich leer. Es war kein Geständnis, das um Mitleid bat. Es war ein Rückblick mit Klarheit. Kein Versuch Schuld abzugeben,
sondern ein Versuch, das eigene Verschwinden zu benennen in einer Zeit, in der sie täglich sichtbar war. Ich habe damals funktioniert”, sagte sie, “aber nicht gefühlt.” Und dieser Satz, fast beiläufig gesprochen, war vielleicht der ehrlichste ihrer Karriere, denn er enthüllte nicht nur ein persönliches Versäumnis, sondern auch das System dahinter.
Ein System, das Leistung Mist, aber Nähe nicht sieht. Der Weg zum Ruhm war bei ihr kein Märchen, sondern eine stille, stetige Bewegung. Katja Riemann trat nicht auf die Bühne, um Applaus zu jagen. Sie trat, weil sie etwas zu erzählen hatte. Bereits in den späten 1980er Jahren zeigte sie im Fernsehen, dass sie mehr war als nur ein hübsches Gesicht.
In Serien wie Sommer in Lesmona und Regina auf den Stufen spielte sie junge Frauen mit Ecken und Kanten zärtlich und zugleich widerständig. Doch der große Durchbruch kam 1995 mit Stadtgespräch einer Komödie über Beziehungen, Eitelkeit und Öffentlichkeit. Sie spielte die Radiomoderatorin Gesine, eine Frau, die on air das Leben anderer kommentiert und dabei das eigene verpasst.
Der Film wurde ein Kinohit und Katja plötzlich allgegenwärtig. Es folgten, die Apothekerin, eine bitterböse Adaption von Ingrid Nold, in der sie eine Frau zwischen Lust und Rache verkörperte. Dann Bandits, wo sie als Musikerin auf der Flucht nicht nur Schauspieler hatte, sondern auch selbst sang. Die Soundtracks wurden Bestseller und schließlich Rosenstraße, ein Drama über mutige Frauen zur NSzeit.
Der Film wurde in Venedig ausgezeichnet, lief in den USA und Katja Riemann galt plötzlich als internationale Hoffnung des deutschen Films. Sie war nicht nur Darstellerin, sie wurde Projektionsfläche für ein Deutschland, das sich nach der Wende neu erfand, für ein Frauenbild, das Intellekt und Sinnlichkeit verbinden durfte, für ein Publikum, das sich nach Tiefe sehnte, nach Gesichtern, die mehr sagten als der Text.
Journalisten nannten sie die klügste Schauspielerin des Landes. Phölet lobten ihre Haltung, ihren Witz, ihre Präzision und sie selbst antwortete oft ironisch oder gar nicht, denn mit dem Ruhm kam auch der Druck. Sie wurde zur Stimme ohne gefragt worden zu sein, zur Repräsentantin, zur Vorzeigefrau.
Man erwartete, dass sie sich politisch äußerte, aber bitte nicht zu radikal, dass sie über Frauenrollen sprach, aber ohne zu klagen, dass sie charmant war, aber nie verletzlich. In Talkshows fragte man sie nach Gleichberechtigung, nach Bildung, nach dem Zustand der Republik. Aber kaum jemand fragte, wie geht es ihnen wirklich? Sie drehte bis zu fünf Filme pro Jahr, reiste durch Europa, ging zu Preisverleihungen, Pressekonferenzen, Filmbällen und irgendwann wusste sie nicht mehr, ob sie noch spielte oder längst gespielt wurde. In einem Interview sagte sie einmal: “Es gibt Tage, da rede ich 10 Stunden und keiner dieser Sätze gehört mir.” Das Publikum liebte sie weiter, aber sie selbst fühlte sich zunehmend fremd in einem Leben, das nach außen glänzte, aber nach innen hohl wurde. Sie war auf dem Covern von der Spiegelbrigte Zeitmagazin, aber abends im Hotel lag das Handy neben dem Drehbuch und niemand rief an. Niemand fragte, ob sie gut angekommen sei, denn
alle glaubten, sie sei längst da an der Spitze. Unantastbar, dabei war sie längst auf dem Weg ins Off. Hinter jeder perfekten Silhouette liegt ein Schatten, den das Rampenlicht nicht zeigen will. Für Katja Riemann begann dieser Schatten nicht mit einem Skandal, sondern mit einem Gefühl.
Ein schleichender Verlust von Eigenzeit, von Stille, von sich selbst. Sie war überall, aber nie zu Hause. Nicht in ihrer Wohnung in Berlin, die sie monatelang kaum betrat. Nicht in sich selbst, deren Stimme leiser wurde, je mehr sie sprach. Ihre Tochter damals Szene malte ein Bild. Eine Frau mit Mikrofon, aber ohne Gesicht.
Katja hängte es an den Kühlschrank, aber sie fragte nicht, was es bedeutete. In einem Interview mit einer Frauenzeitschrift wurde sie gefragt, wie sie Familie und Karriere meistere. Sie antwortete mit Listen, Taxis und schlechtem Gewissen. Alle lachten, sie auch, aber nur äußerlich hinter den Kulissen, begannen Risse zu wachsen.
Bei den Dreharbeiten zu einer großen Literaturverfilmung wurde sie von einem Regisseur, nennen wir ihn J, öffentlich kritisiert. Er warf ihr vor zu viel denken zu wollen. Spiel Remann, denk nicht. Sie antwortete nicht, aber innerlich zog sich etwas zusammen. Ein Produzent H schickte ihr einen Vertrag mit 40 Drehtagen, aber nur 20 Tagen Vorbereitungszeit und sie sagte, ich brauche Raum für diese Rolle.
Er antwortete: “Dann nehmen wir jemand unkomplizierteres.” Ihre Agentin Rie zum Nachgeben. Du bist gerade überall. Mach jetzt keine Wellen. Und sie machte keine. Sie drehte, sie lächelte, sie schwieg. Immer öfter spielte sie Rollen, in denen sie nur funktionierte. Die kluge Ermittlerin, die elegante Witwe, die taffe Therapeutin.
Sie sagte Texte auf, die nicht mehr in ihr lebten. Am Set Vorabendserie vergaß sie einmal den Vornamen ihrer Figur nicht aus Müdigkeit, sondern aus innerem Widerstand. “Ich wollte gar nicht mehr wissen, wer ich da bin”, notierte sie später im Tagebuch. “Das schlechte Gewissen wuchs gegenüber ihrer Tochter, die Geburtstagsfeiern ohne sie, die Proben fürs Schultheater ohne Zuschauerin, die Weihnachtskarten, in denen sie “Ich bin stolz auf dich” schrieb. ohne zu wissen, worauf genau.
Sie war immer unterwegs im Flieger, im Taxi, am Set, in der Maske und jedes Mal, wenn sie ihre Tochter anrief, war da ein leiser Zweifel. Bin ich zu spät? Einmal nach einem Talkshow Auftritt fand sie im Hotelzimmer eine Sprachnachricht: “Mama, ich habe heute mein Solo gesungen, aber ich habe dich nicht gesehen.
” Sie hörte sie dreimal, dann löschte sie sie und stand am nächsten Morgen wieder pünktlich am Set. Sie funktionierte, aber sie fühlte nichts mehr. nicht den Applaus, nicht die Dialogen, nicht die Komplimente, nur die Lücke zwischen dem, was sie war und dem, was von ihr erwartet wurde. Und irgendwann wusste sie, wenn sie jetzt nicht innehält, wird sie bald nur noch eine Rolle von sich selbst spielen.

Es war kein öffentlicher Skandal, kein Aufschrei in den Boulevardzeitungen, kein Alkohol, keine Therapie, kein Zusammenbruch. Die eigentliche Krise kam leise. Sie kam in einer Pause in einem Moment ohne Kamera, ohne Maske, ohne Text. Es war ein Herbstnachmittag. Katja Riemann saß in einem Caffée in Zürich zwischen zwei Presseterminen.
Das Handy vibrierte. Eine Nachricht vom Vater ihrer Tochter. Sie ist heute von der Schule nach Hause gelaufen, allein. Sie wollte nicht warten. Nur dieser Satz, aber er traf. Tiefer als jede Kritik, härter als jede Szene. Sie rief sofort an. Die Tochter war ruhig, fast zu ruhig. Es war nicht schlimm.
Mama, du, ich bin nur gelaufen. Aber Katja spürte, etwas war verschoben, etwas, das nicht mehr rückholbar war. Am selben Abend stand sie vor Kameras, gab ein Interview zur Premiere eines neuen Films. Sie sprach über Empathie, über komplexe Frauenrollen, über die Verantwortung der Kunst und dachte dabei nur, ich habe mein Kind nicht abgeholt.
Nach der Premiere fuhr sie nicht ins Hotel, sondern zum Bahnhof, setzte sich in den Nachtzug, schlief nicht, starrte ins Fenster und schrieb in ihr Notizbuch: “Ich muss mir verzeihen, aber ich weiß nicht, wie.” “In den folgenden Wochen”, sagte sie zwei Drehs ab. “Zum ersten Mal. Ohne Begründung. Die Branche reagierte irritiert.
Ein Regisseur sagte: Katja war früher zuverlässig, jetzt ist sie sensibel geworden. Ein Produzent fragte, geht es ihr gut oder ist das wieder so ein Imagewechsel? Niemand fragte direkt, aber alle tuschelten. Die Medien spekulierten, Reman auf Rückzugskurs hat sie den Anschluss verloren, aber sie war nicht auf Rückzug.
Sie war auf Suche nach einem Ort in sich selbst, der nicht spricht, nicht spielt, nicht antwortet, sondern fragt. Und je mehr sie schwieg, desto klarer wurde, dass sie etwas sagen musste. Nicht für die Kamera, nicht für das Publikum, sondern für das Mädchen, das allein von der Schule nach Hause lief und für die Frau, die vergessen hatte, wie es sich anfühlt, jemanden wirklich zu erwarten.
Die Einladung kam beiläufig. Eine Redakteurin des Kulturmagazins Aspekte bat sie um ein Gespräch zum Thema Rollenbilder in der Filmindustrie. Katja Riemann zögerte. Dann sagte sie zu, nicht, weil sie etwas promoten wollte, sondern weil sie wusste, dass sie an einem Punkt angekommen war, an dem Schweigen nicht mehr trug.
Die Sendung wurde live aufgezeichnet. Ein Studio ohne Publikum, nur Licht, ein Sessel, ein Glas Wasser. Die Moderatorin fragte zunächst nach ihren frühen Rollen, nach Stadtgespräch, nach Bondies, nach Figuren, die rebellisch waren, klug, komplex. Katja antwortete ruhig, professionell, fast distanziert.
Dann kam die Frage: Gab es in ihrer Karriere einen Punkt, an dem sie sich selbst verloren haben? Ein kurzer Blick zur Seite, ein Atemzug. Dann sagte sie: “Ja” und es war kein großer Moment, es war ein schleichendes Verschwinden. “Stille im Studio.” “Ich habe meine Tochter jahrelang nur am Rand gesehen”, fuhr sie fort.
“Nicht, weil ich sie nicht liebte, sondern weil ich dachte, ich müsse erst jemand sein, bevor ich jemandem nahe sein darf.” Die Moderatorin schwieg. Katja sprach weiter über Tagen, an denen sie nicht wusste, wo das Kind schlief. über Gespräche, die immer zu kurz, zu spät, zu müde waren. “Ich war nicht abwesend, weil ich es wollte”, sagte sie, “sondern weil ich nicht gelernt hatte, anwesend zu sein.
” Dann nahm sie ein kleines Notizbuch aus ihrer Tasche, blätterte und las leise: “Ich habe die Schuld getragen wie ein Kleid, als das keiner sah, aber es war schwer und es hat mich gebückt. Keine Namen und keine Schuldzuweisungen, nur dieser Satz: “Ich habe mir jahrelang verziehen, ohne je um Vergebung gebeten zu haben.
” Nach der Sendung blieb das Studio leer. Die Redaktion war stiller als sonst, aber im Netz begann etwas zu rollen. Ausschnitte wurden geteilt, Zitate kursierten, Überschriften tauchten auf. Riemann bricht ihr Schweigen. Ehrliches Bekenntnis einer Ikone. Einige lobten ihren Mut, andere nannten es späte Inszenierung, aber sie las nichts davon.
An diesem Abend saß sie mit ihrer Tochter am Küchentisch. Keine Kameras, nur zwei Stimmen, die endlich zur gleichen Zeit am selben Ort waren. Heute ist Katja Riemann weniger präsent auf Leinwenden, aber deutlicher denn je, nicht, weil sie sich zurückgezogen hätte, sondern weil sie neu gewählt hat, wann sie spricht und wofür.
Sie dreht seltener, wählt Projekte, die Raum lassen für ihre Stimme, für ihre Tochter, für sich selbst. Sie besucht Schulen nicht als Star, sondern als Zuhörerin. Sie spricht mit jungen Frauen über Grenzen, über Mut, über Schuld. In einem Interview sagte sie: “Ich glaube, wir sind eine Generation, die gelernt hat, zu leisten, aber nicht zu heilen.

Ihre Geschichte ist kein Drama, kein Opfermonolog, sondern eine Chronik des Aufstehens, des späten Begreifens, des bewussten Wandeln. Sie hat keine Denkmal gestürzt, keine Namen genannt, aber sie hat gezeigt, dass auch Schweigen eine Biografie schreibt. Was bedeutet es als Frau sichtbar zu sein und dennoch nicht gesehen zu werden? Was heißt es, eine gute Mutter sein zu wollen in einer Welt, die nur perfekte Performerinnen akzeptiert? Wie viele tragen Kapitel in sich, die nicht erzählt wurden, weil niemand zuhörte? Und was, wenn das größte Bekenntnis nicht das ist, was man öffentlich sagt, sondern das, was man leise zu sich selbst spricht? Katja Riemann hat ihr Kapitel geöffnet, nicht um zu erklären, sondern um zu teilen. Nicht um Schuld abzulegen, sondern um Verantwortung zu zeigen. Und vielleicht ist genau das die neue Form von Stärke, die wir heute brauchen. [Applaus]
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