Es ist London im kalten feuchten Januar des Jahres 1969. Der Nachtclub Talk of the Town ist Abend für Abend ausverkauft. Das Publikum nippt an teurem Champagner und wartet. Sie warten nicht auf irgendeinen Star. Sie warten auf eine Legende. Sie warten auf Judy Garland. Die Zeitungen hatten von ihren Schulden und gesundheitlichen Problemen gemunkelt, aber das hier war Judy, die ultimative Überlebende des Showbsiness.
Doch die Frau, die schließlich auf die Bühne tritt, oft über eine Stunde zu spät, ist nicht die Ikone, an die sie sich erinnern wollen. Vor ihnen steht eine Gestalt von fast schmerzhafter Zerbrechlichkeit. Ihre Hände zittern, ihr Lächeln wirkt gequält, eine Maske, die jeden Moment zu zerbrechen droht.
An manchen Nächten bricht die Stimme, sie vergisst die Texte zu liedern, die sie tausende Male gesungen hat. Das Publikum, das für eine Wiederauferstehung bezahlt hat, wird unruhig dann offen feindselig. Und dann in einer dieser katastrophalen Nächte passiert das Unvorstellbare. Aus der Dunkelheit des Saales fliegen Gegenstände auf die Bühne.
Brotstücke, Zigarettenstummel. Die Menge boot die Frau nieder, die sie einst verehrt hat. Es ist eine öffentliche Hinrichtung, eine brutale laute Demütigung. 30 Jahre zuvor, im Jahr 1939, war dieselbe Person der größte Star der Welt. Als 16-Jährige sang sie Over the Rainbow und gab einer ganzen Nation eine Hymne der Hoffnung.
Sie war Amerikas Goldstück. Sie erhielt einen speziellen Jugendoscar für ihre Rolle als Dorothy. Ihre Filme waren globale Ereignisse. Wie, so müssen wir fragen, konnte das geschehen? Wie konnte das leuchtendste Talent Hollywood so tragisch verglühen? Verspottet von Fremden? nur wenige Monate vor ihrem Tod im Alter von nur 47 Jahren.
Dies ist nicht die Geschichte eines simplen Aufstiegs und Falls. Es ist die Geschichte einer Enthüllung, denn auf dieser Bühne in London enthüllte Judy Garland unfreiwillig das größte und dunkelste Geheimnis ihres Lebens. Ein Geheimnis, das die mächtigen Hollywoods jahrzehntelang verborgen hatten. Es ist die Wahrheit über eine systematische Zerstörung, die begann, als sie noch ein Kind namens Francis Gum war.
Es ist die Wahrheit über Pillen, die man ihr gab, um sie wach zu halten und Pillen, die man ihr gab, um sie schlafen zu legen, über den Hunger, den man ihr aufzwang und die Identität, die man ihr Stahl. Auf der Bühne in London brach nicht Judy Garallen zusammen. Es war das Lügengebäude, das ein ganzes System um sie herum errichtet hatte, das endlich einstürzte.
Um die Trümmer von 1969 zu verstehen, müssen wir die Zeit zurückdrehen vor den Ruhm vor den Namen Judy Garland. Wir müssen nach Grand Rapids Minnesota ins Jahr 1922 blicken. Hier wurde Francis Ael Gum geboren. Ihr Vater Frank Gum war ein charmanter Mann, der ein Geheimnis trug.
Doch die wahre treibende Kraft der Familie war ihre Mutter Ethel. Elgum war eine Frau von unerbittlichem Ehrgeiz, eine gescheiterte Wotwildarstellerin, die ihre Töchter als ihr Ticket ins Rampenlicht sah. Francis, ihr wertvollstes Kapital, wurde schon als Kleinkind auf die Bühne geschoben. Was folgte, war keine Kindheit, sondern ein unaufhörlicher Wodwille Kreislauf.
Etel formierte die Gom Sisters und triebs Land. Sie lebten aus Koffern, geprägt von Ethels eisernem Willen. Die Mädchen mussten auftreten, egal wie müde, egal wie krank. Und hier in dieser staubigen Realität beginnt das dunkelste Kapitel. Wenn die Mädchen erschöpft waren, wenn Baby Francis vor Müdigkeit nicht mehr auftreten konnte, hatte Athel eine Lösung.
Biografen berichten übereinstimmend, dass Ethel Gum begann ihren Töchtern Pillen zu geben. Aufputschmittel Pepp Pilz, um sie für die Shows wach zu machen. Und nach den Shows, wenn sie vom künstlichen Rausch nicht schlafen konnten, gab es Beruhigungsmittel, um sie zur Ruhe zu zwingen. Wir sprechen von einem Kind, vielleicht 10 Jahre alt.
Lange bevor das Wort Amphetamin existierte, wurde Francis Gum an den Zyklus gewöhnt, der ihr Leben zerstören sollte. Chemische Energie für die Bühne, chemische Betäubung danach. Es war keine Sucht, die sie sich aussuchte. Es war eine von der eigenen Mutter eingeleitete Programmierung. Die Familie floh schließlich überstürzt aus Minnesota, als sich ein Skandal um den Vater anbahnte.
Sie landeten in Kalifornien. Für AHel war dies die große Chance. Sie trieb ihre Töchter zu jedem Vorsprechen. Auf Anraten eines Agenten wurde aus der unscheinbaren Francis Gum die glamurös klingende Judy Garland. Es war die Vollendung von Aels Projekt. Das echte Kind Francis wurde ausgelöscht. An ihre Stelle trat Judy, ein sorgfältig konstruiertes Produkt, trainiert und bereits medikamentös eingestellt.
Als Metro Goldwinmeer, das größte Studio Hollywoods Judy Garland 1935 unter Vertrag nahm, übernahmen sie ein bereits vorbereitetes Paket. Lewis Bmeer und die Studiobosse mussten das System der Ausbeutung nicht erfinden. Sie mussten es nur perfektionieren. Das Fundament für die Tragödie war längst gelegt.
Im Jahr 1935 betrat die 13-jährige Judy Garland das Studiogelände von MGM. Es war eine Monarchie regiert von Leis B. Meer und Judy mit ihrer phänomenalen erwachsenen Stimme war Meers neueste Entdeckung. Doch das Studio wußte nicht, was es mit ihr anfangen sollte. Sie paßte in keine Schublade.
Sie war in den Augen der Studiobosse unbeholfen. Leis B. Meyer, der sich selbst als Vaterfigur inszenierte, nahm sie unter seine Fittiche. Doch diese Umarmung war ein eiserner Griff. Er nannte sie herablassend seinen kleinen Buckligen. Ein Spitzname, der sich auf ihre Körpergröße von kaum 1,50 m bezog. Es begann eine totale Transformation.
Ihr Körper musste kontrolliert werden. Sie war ständig auf Diät, ein Regime des Hungers, das von Studioärzten überwacht wurde. Ihr Mittagessen bestand oft nur aus Hühnersuppe, schwarzem Kaffee und um den Appetit zu unterdrücken, bis zu 80 Zigaretten am Tag. Sie war 16 Jahre alt. Und dann kam das Jahr 1939, die Rolle, die sie unsterblich machen sollte, der Zauberer von OS.
Um sie in die Rolle des unschuldigen Mädchens zu pressen, wurde die Kontrolle verschärft. Ihre jugendlichen Kurven wurden in schmerzhafte Corsets gezwängt, um ihre Brust flach zu drücken. Um die brutalen Drehpläne durchzuhalten, die oft 18 Stunden dauerten, griff das Studio auf die Methode ihrer Mutter zurück und institutionalisierte sie.
Jeden Morgen erhielt Judy Ampetermine Aufputschmittel, damit sie vor der Kamera strahlen konnte und jede Nacht gaben ihr dieselben Studioärzte, Barbiturate, starke Schlafmittel, um sie in einen erzwungenen Schlaf zu versetzen. Das war die Magie Hollywoods, ein chemisch induzierter Zyklus aus Leistung und vergessen.
Der Zauberer von Oss wurde zu einem globalen Phänomen Judy Garland mit ihrer Darbietung von Over the Rainbow wurde über Nacht zum Symbol. Sie war die Stimme der Hoffnung, die Verkörperung der amerikanischen Unschuld. Sie erhielt einen speziellen Jugendoscar. Auf dem Höhepunkt ihres Ruhs war sie die wertvollste Darstellerin der Welt.
Doch hinter der Regenbogenfassade zerfiel der Mensch. Die Pillen wurden zur Notwendigkeit. Die psychologische Manipulation durch Lis B. Meyer war unerbittlich. Er erinnerte sie ständig daran, dass er sie erschaffen habe und sie jederzeit zerstören könne. Der ultimative Akt dieser Entmenschlichung ereignete sich 1941.
Judy, nun 19, hatte heimlich geheiratet und wurde schwanger. Ein Kind hätte ihr Image zerstört. Das Studio in Zusammenarbeit mit Judys eigener Mutter Ethel griff zu einer brutalen Maßnahme. Sie zwangen Judy zu einer Abtreibung. Es gab keine Diskussion. Es war eine geschäftliche Entscheidung. Das war das große dunkle Geheimnis von MGM’s goldenem Zeitalter.
Der strahlendste Stern an ihrem Himmel war in Wirklichkeit eine Gefangene. Der Höhepunkt ihrer Karriere war gleichzeitig der Beginn ihres unumkehrbaren Abstiegs. Das Produkt Judy Garland war ein voller Erfolg. Der Mensch Francis Gum hatte bereits begonnen zu sterben. Die erzwungene Abtreibung im Jahr 1941 war ein tiefer seelischer Bruch.
Judy Garland, das perfekt geformte Produkt, begann zu rebellieren. Nicht offen, sondern durch Selbstzerstörung und eine verzweifelte Suche nach etwas echtem in einer Welt aus Kulissen. Ihre erste Ehe zerbrach. Sie stürzte sich in die Arbeit Film um Film, Pille um Pille. Im Jahr 1945 fand sie Hoffnung in Vincente Minelli, einem der visionärsten Regisseure bei MGM.
Sie heirateten, unter seiner Regie drehte sie Meet Me St. Lis einen ihrer größten Erfolge. Für einen kurzen Moment schien das Glück greifbar. Im Jahr 1946 brachte sie ihre Tochter zur Welt leiser Minelli. Doch das Glück war fragil. Ihre Tablettensucht jahrelang vom Studio verwaltet eskalierte.
Die Belastung eine Mutter zu sein und gleichzeitig der größte Star von MGM war zu viel. Kurz nach Leisers Geburt erlitt sie einen schweren Nervenzusammenbruch und verbrachte Zeit in Sanatorien. Zurück im Studio war die Geduld mit ihrem einstigen Goldstück am Ende. Judy Garland war unberechenbar geworden. Sie kam Stunden zu spät.
Manchmal tauchte sie überhaupt nicht auf. Sie litt unter extremen Gewichtsschwankungen und paranoiden Schüben alles Nebenwirkungen des jahrelangen chemischen Missbrauchs. Der Wendepunkt kam 1949. Sie wurde für die Hauptrolle in Annie Get Your Gun besetzt. Stattdessen wurde es ihr Ende bei MGM. Sie konnte sich die Texte nicht merken.
Ihre Verfassung war katastrophal. Das Studio feuerte sie aus der Produktion. Es war eine öffentliche Demütigung. Im Jahr 1950, nach 15 Jahren, tat MGM das Undenkbare. Sie kündigten ihren Vertrag Louis B. Meyer, der Mann, der sich ihren Vater nannte, Schnitt sie Fallen. Mit 28 Jahren war sie arbeitslos, galt als unzuverlässig, süchtig und unheilbar beschädigt.
Die Reaktion war unmittelbar und verheerend. In einem Anfall tiefster Verzweiflung schloss sich Judy Garland in ihrem Badezimmer ein und schnitt sich mit einer zerbrochenen Glasscherbe die Kehle auf. Es war kein Hilferuf. Es war ein ernsthafter Versuch, dem allem zu entkommen.
Sie wurde in letzter Minute gefunden und gerettet. Die Nabe an ihrem Hals würde sie für den Rest ihres Lebens verbergen. Aus dieser Asche trat ein neuer Mann in ihr Leben. Sid Luft. Er war kein Künstler. Er war ein Produzent, ein Spieler. Er sah, was MGM nicht mehr sehen wollte, das unzerstörbare Talent. Er wurde ihr Manager, ihr Beschützer und 1952 ihr dritter Ehemann.
Luft inszenierte ihre Wiedergeburt. Er erkannte, dass ihre Zukunft auf der Konzertbühne lag. Er buchte das Palace Theater in New York im Jahr 1951. Die Show war ein beispielloser Triumph. Abend für Abend hielt sie tausende in ihrem Bann. Judy war zurück. Doch diese neue Freiheit war eine gefährliche Illusion.
Sie hatte den goldenen Käfig von MGM verlassen, nur um in einem anderen zu landen. Sitluft war ihr Anker, aber auch ihr neuer Herr. Er kontrollierte ihre Finanzen, um ihre Karriere zu finanzieren, aber auch um seine eigene schwere Spielsucht zu befriedigen. Der Druck Abend für Abend diese emotionale Höchstleistung zu erbringen, erforderte denselben Treibstoff wie zuvor.
Sie hatte die totale Kontrolle gegen das totale Chaos eingetauscht. Sidluft wusste, daß Judis größtes Kapital ihre Fähigkeit zur Wiederauferstehung war. Er setzte alles auf eine Karte. Die Neuverfilmung von A Star ist Born. Ein Stern geht auf, aus dem Jahr 1954. Es war ihr Film, ihre Firma. Es sollte die ultimative Antwort an Hollywood sein.
Und das war es auch. Ihre Darstellung war keine Schauspielerei, es war ein Exorzismus. Judy Garland legte jede Narbe ihres eigenen Lebens offen auf die Leinwand. Die Kritiker waren sich einig, es war die Rolle ihres Lebens. Das Comeback war vollkommen. Dann kam die Oscar Nacht 1955. Judy Garland war die hausohe Favoritin.
Sie war so siegessicher, dass sie der Zeremonie fernblieb, da sie gerade erst ihren Sohn Joey zur Welt gebracht hatte. Der Fernsehsender NBC baute ein komplettes Kamerateam vor ihrem Krankenhauszimmer auf, bereit ihre Dankesrede live zu senden. Der Umschlag wurde geöffnet. Der Name, der verlesen wurde, war nicht Judy Garland, es war Grace Kelly.
In Judys Krankenzimmer schalteten die Techniker abrupt die grellen Lichter aus und packten ihre Kameras ein, noch bevor die Übertragung beendet war. Dieser Moment, diese plötzliche Dunkelheit war mehr als nur eine verlorene Auszeichnung. Es war die brutalste, öffentlichste Zurückweisung, die Hollywood ihr antun konnte.
Dieser emotionale Schlag war der Auftrag zum endgültigen finanziellen Kollaps. A Star is Born war zwar ein künstlerischer Triumph, aber ein finanzieller Misserfolg. Sitluft und Judy hatten Millionen investiert, die sie nicht hatten und Luftspielsucht verschlang den Rest. Und genau in diesem Moment trat der unerbittlichste Gläubige auf den Plan.
die amerikanische Steuerbehörde IRS. Es stellte sich heraus, dass ihre Steuern kaum bezahlt worden waren. Das IRS präsentierte Jud eine astronomische Rechnung über 100ta.000 von Dollar. Von diesem Tag an war sie eine finanziell gejagte. Das IRS beschlagnahmte alles. Ihr Haus, ihre Autos, ihre Verträge.
Die Frau, die eins der bestelt war, war nun offiziell bankrott. Die letzten 10 Jahre ihres Lebens waren kein Glämmer. Sie waren ein ständiger, verzweifelter Kampf ums nackte Überleben. Ihre Ehe mit Sitluft zerbrach. Sie war nun allein mit ihren drei Kindern ohne ein Zuhause. Sie lebten in Hotelzimmern, aus denen sie, so wird berichtet, mitten in der Nacht geworfen wurden.
Um zu überleben, musste sie singen. Jeden Abend, egal wo, sie nahm jeden Job an, oft für einen Bruchteil dessen, was sie wert war, organisiert von skrupellosen Promotern, die ihre Verzweiflung ausnutzten. Sie war gefangen im Teufelskreis. Sie brauchte die Pillen, um aufzutreten und sie brauchte die Auftritte, um die Pillen und die Hotelschulden zu verdienen.
Dieser finanzielle Ruin war der wahre Grund, warum sie das Angebot annahm, für 5 Wochen im Talk of the Town in London aufzutreten. Es war ihre letzte verzweifelte Chance, ihre Schulden zu begleichen. Sie kam im Winter 1968 in London an, nicht als Legende, sondern als Flüchtling vor ihren eigenen Finanzen.
Wir kehren also zurück nach London. 1969. Wir sind zurück im Talk of the Town. Aber jetzt, da wir die Wahrheit kennen, sehen wir diese tragische Gestalt mit anderen Augen. Wenn sie stolpert, sehen wir das Mädchen, dem man mit 16 Amphetamine gab. Wenn sie ihren Text vergisst, sehen wir die Frau, die jahrzehntelang mit Barbitoraten in den Schlaf gezwungen wurde.
Die Gegenstände, die aus der Dunkelheit auf sie geworfen werden, sind der letzte grausame Akt eines Publikums, das immer alles von ihr genommen hat und ihr nun, da sie nichts mehr zu geben hat, seine Verachtung entgegenschleudert. Inmitten dieses totalen Zusammenbruchs klammert sie sich an einen letzten Strohhalm, einen neuen Mann.
Sein Name ist Mickey Dienst. Er ist 12 Jahre jünger als sie. Im März 1963. Nur 3 Monate vor ihrem Tod, heiraten sie. Es ist ihre fünfte Ehe. Die Hochzeitsfotos sind fast schmerzhaft anzusehen. Das London Engagement endet in einem Disaster. Das Geld ist aufgebraucht. Das Paar zieht in ein kleines Miethaus in London.
Am 22. Juni 1969, 12 Tage nach ihrem 47. Geburtstag findet Mickey Dienst sie. Das Badezimmer ist von innen verschlossen. Er klettert auf das Dach, blickt durch das Fenster und sieht sie. Sie sitzt auf der Toilette zusammengesunken. Reglos. Sie ist tot. Der offizielle Autopsiebericht ist klinisch tot durch eine unbeabsichtigte Überdosis von Barbituraten.
Es gab keinen Abschiedsbrief, keine Anzeichen für einen bewussten Selbstmordversuch wie den von 1950. Der Bericht spricht von einer unachtsamen Selbstüberdosierung. Und hier in diesem nüchternen Befund liegt die endgültige furchtbare Enthüllung. Das ist das Geheimnis, dass sie enthüllt hat.
Judy Garland hat sich nicht umgebracht. Sie ist einfach gestorben. Ihr Tod war kein aktiver Entschluss. Er war die logische, unvermeidliche Konsequenz eines Lebens, das von anderen kontrolliert wurde. Nach drei Jahrzehnten, in denen ihr Körper darauf programmiert worden war, mit Pillen aufzuwachen und mit Pillen schlafen zu gehen, hat ihr erschöpfter Organismus einfach einen Fehler gemacht.
Die Toleranzgrenze war an diesem Tag zu niedrig. Es war ein Unfall, ein tödlicher Arbeitsunfall, dessen Ursache 30 Jahre zurücklag. Das ist das Geheimnis, das ihr Tod enthüllt hat. Die Überdosis begann nicht in London. Sie begann 1935 in den Büros von MGM. Der wahre Schuldige war nicht die Flasche in ihrem Badezimmer.
Der Schuldige war das System. Ihre Mutter Ael Leis B. Meer, der sie ihren kleinen Buckligen nannte, die Studioärzte, die Agenten und Ehemänner und ja auch das Publikum, das sie sehen wollte, egal zu welchem Preis. Ihr Körper gefunden in diesem Badezimmer war das letzte Beweisstück in einem Jahrzehntelangen Verbrechen.
Judy Garland musste nicht reden. Ihr Tod war ihre Aussage. Der Schock über ihren Tod halte um die ganze Welt. Ztausende Menschen säumten die Straßen von New York City für ihre Beerdigung. Es war ein Staatsbegräbnis für eine Königin, die nie ein Königreich besessen hatte, außerdem der Bühne. Ihre Freunde, ihre Rivalen und die Fans, die sie liebten, sie alle kamen, um einer Frau die letzte Ehre zu erweisen, die sie alle zu kennen glaubten, die aber niemand wirklich gerettet hatte.
Die Geschichte von Judy Garland ist nicht nur die Geschichte einer einzelnen Frau, es ist die Geschichte einer Industrie, die ihre eigenen Kinder verschlingt. Es ist die Geschichte eines Systems, das auf der Ausbeutung von Talenten aufgebaut wurde, lange bevor es Gesetze zum Schutz von Kindern am Arbeitsplatz gab, lange bevor Worte wie mentale Gesundheit oder Arbeitsplatzmissbrauch existiert hätten.
Wie war das Testobjekt, das erste globale Opfer der modernen industrialisierten prominenten Maschinerie? Und so müssen wir uns fragen, was wäre geschehen, wenn Ethel Gum in ihrer Tochter Francis nur ein Kind gesehen hätte? Was wäre geschehen, wenn Leis B. Meyer sie als einen Menschen behandelt hätte, nicht als seinen kleinen Buckligen? Was wäre passiert, wenn die Industrie, die durch ihre Stimme reich wurde, ihr erlaubt hätte, erwachsen zu werden, Fehler zu machen, ohne sie dafür zu bestraffen? Wir werden es nie wissen. Aber ihr Leben zwingt uns diese Fragen zu stellen, denn das tragische Muster der Judy Garland hat sich unzählige Male wiederholt. In den verlorenen Kindheiten anderer Kinderstars, in den öffentlichen Zusammenbrüchen von Künstlern, die dem unerbittlichen Druck ausgesetzt sind, ein perfektes Image aufrecht zu erhalten. Judy Garland war die Blaupause für eine Tragödie, die in Hollywood zur Routine wurde. Ihr Vermächtnis ist daher zutiefst
gespalten. Da ist das unsterbliche Erbe, die Stimme, die Filme und natürlich für immer Overhebow. Es ist die Hymne der Hoffnung, die paradoxerweise von einer Frau gesungen wurde, der diese Hoffnung im eigenen Leben so oft verwrt blieb. Diese Kunst ist unantastbar, aber es gibt ein zweites Vermächtnis, ein dunkleres. Es ist eine Mahnung.
Es ist die Narbe an ihrem Hals, die sie vor der Welt verbarg. Es ist der Autopsiebericht aus einem Londoner Badezimmer. Es ist die Erinnerung daran, dass hinter jedem strahlenden Lächeln auf der Leinwand ein Mensch steht, der atmet, leidet und zerbrechlich ist. Judy Garland hat das Schweigen nicht im Alter gebrochen.

Sie hatte nie die Chance dazu. Stattdessen war ihr ganzes Leben, ihr ganzer Körper ein einziger lauter Schrei nach der Wahrheit. Sie hat das Geheimnis nicht enthüllt, indem sie es aussprach. Sie hat es enthüllt, indem sie es lebte und indem sie daran starb. Heute hören wir ihre Stimme und staunen über die Kraft.
Aber vielleicht sollten wir auch genauer hinhören, denn zwischen den Noten in dem leichten Zittern ihrer Stimme da liegt, die ganze Geschichte, die Geschichte eines Mädchens, das einfach nur nach Hause wollte, an einen Ort jenseits des Regenbogens, den sie auf dieser Welt nie ganz finden konnte. Ihre Geschichte ist nicht nur eine Tragödie, sie ist eine Verantwortung, die Verantwortung zuzuhören.
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