viele von solchen Bodies gemacht. Ich habe Kleidchen, Röcke, Shorts für die Jungs, weil die Jungs werden manchmal so ein bisschen benachteiligt bei mir. Manchmal muss man durch die Hölle gehen, um zu verstehen, was wahres Glück bedeutet. Es sind die Worte einer Frau, die heute zu den erfolgreichsten Auswanderinnen Deutschlands zählt, die aber einen Preis dafür bezahlen musste, den nur wenige kennen.
Mit 56 Jahren durchbricht Manuela Reimann endlich ihr Schweigen über die dunkelsten Jahre ihres Lebens. Jahre, in denen sie glaubte, ihre Träume für immer begraben zu müssen. Jahre, in denen eine junge Frau aus Bruchsaal lernen musste, dass nicht alle Märchen ein Happy End haben. Aber manchmal, nur manchmal, bekommt das Leben eine zweite Chance.
Heute erzählen wir die Geschichte einer Frau, die durch Verrat, Enttäuschung und zerbrochene Versprechen hindurch ihren Weg zum Glück fand. Eine Geschichte, die zeigt, dass die größten Siege oft aus den schmerzhaftesten Niederlagen geboren werden. Es war der 23. September 1968, als in der beschaulichen Stadt Bruchsaal in Badenwürttemberg ein kleines Mädchen das Licht der Welt erblickte, das später zu einer der bekanntesten deutschen Auswanderinnen werden sollte.
Manuela wuchs in einer Zeit auf, in der Träume noch nicht grenzenlos waren, in der junge Frauen, wie sie oft vorbestimmte Wege gingen. Ihre Kindheit war geprägt von der typischen süddeutschen Bodenständigkeit, die sie bis heute auszeichnet. Nach dem Umzug der Familie nach Münster in Hessen entdeckte Manuela ihre Leidenschaft für das Handwerk.
Schon als kleines Mädchen faszinierten sie Stoffe, Farben und die Möglichkeit aus einfachen Materialien etwas Schönes zu erschaffen. Diese frühe Begeisterung sollte den Grundstein für ihr späteres Lebenswerk legen. Mit 17 Jahren traf Manuele eine Entscheidung, die mutig und zugleich typisch für ihren Charakter war.
Sie verließ das gewohnte Umfeld und zog nach Hamburg, um eine Ausbildung zur Damenschneiderin zu beginnen. Hamburg, die Hafenstadt mit ihrer weltoffenen Atmosphäre, öffnete der jungen Frau aus der schwäbischen Provinz neue Horizonte. Hier lernte sie nicht nur ihr Handwerk von der Piek auf, sondern begegnete auch Menschen aus aller Welt.
Die Hansestadt wurde zu ihrem ersten großen Abenteuer, einem Vorgeschmack auf das internationale Leben, dass sie später führen würde. Hamburg 1900, die Stadt pulsierte vor Lebendigkeit und mittendrin eine junge Frau mit großen Träumen und einem Herz voller Hoffnung. Manuela hatte gerade ihre Schneiderlehre abgeschlossen und arbeitete für renommierte Modehäuser der Stadt.
Sie war talentiert, ehrgeizig und voller Zuversicht, dass das Leben ihr alles bieten würde, wovon sie träumte. Dann geschah etwas, was ihr Leben für immer verändern sollte. Bei einer Veranstaltung für internationale Geschäftsleute lernte sie einen charismatischen US-Amerikaner kennen. Er war älter, erfahrener und versprach ihr eine Welt jenseits der deutschen Grenzen.
Was als romantische Begegnung begann, entwickelte sich schnell zu einer leidenschaftlichen Beziehung. Der Amerikaner war anders als alle Männer, die Manuela bis dahin kennengelernt hatte. Er sprach von großen Plänen, von einem Leben in Amerika, von unbegrenzten Möglichkeiten. Für eine junge Frau aus Bruchsaal klang das wie ein Märchen.
1988, gerade einmal 20 Jahre alt, stand Manuela vor einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens. Sie sagte ja zu diesem Mann und nahm seinen Namen Bradley an. Die Hochzeit war ein rauschendes Fest, voller Hoffnung und Versprechungen auf eine gemeinsame Zukunft, was niemand ahnte. Es war der Beginn von sieben Jahren, die Manuele an ihre Grenzen bringen würden.
Die ersten Jahre der Ehe Bradley waren geprägt von einem ständigen Kampf zwischen Traum und Realität. Manuele hatte sich ein Leben an der Seite eines liebevollen Partners vorgestellt. Stattdessen fand sie sich in einer Beziehung wieder, die von Missverständnissen und kulturellen Differenzen geprägt war.
Ihr Ehemann Bradley war beruflich viel unterwegs, ließ sie oft wochenlang allein zurück. Die Einsamkeit nagte an ihr, aber sie hielt durch, denn 1987 kam ihre Tochter Janina zur Welt, gefolgt von Sohn Jason, zwei Jahre später. Die beiden Kinder wurden zu Manuelas Lebensmittelpunkt, aber gleichzeitig auch zur größten Herausforderung als alleinerziehende Mutter, denn praktisch war sie das auch wenn sie verheiratet war, musste sie Beruf, Haushalt und die Erziehung unter einen Hut bringen.
Bradley war zwar physisch anwesend, wenn er da war, aber emotional immer distanzierter. Freunde berichteten später von Spannungen, die schon früh sichtbar waren. Manuela, die von Natur aus eine warme, gesellige Person ist, fühlte sich zunehmend isoliert. Die Sprache war ein Problem, die Mentalität ein anderes, was in Hollywood Filmen so romantisch aussieht, die deutsche Frau, die für die Liebe alles aufgibt, entpuppte sich als harte Realität voller Kompromisse und Opfer.
Doch Manuela kämpfte, denn Aufgeben war nie eine Option für sie. Sie investierte alles in diese Ehe, in der Hoffnung, dass die schweren Zeiten vorübergehen würden. Mitte der 1990er Jahre spitzte sich die Situation dramatisch zu. Bradley und Manuela lebten mehr nebeneinander her als miteinander. Die Kommunikation beschränkte sich auf das Nötigste.
Die Intimität war längst verschwunden. Manuela erzählte später Freunden, dass sie sich wie eine Fremde im eigenen Leben fühlte. Sie hatte ihre Träume, ihre Karriere, teilweise sogar ihre Identität für eine Ehe aufgegeben, die nur noch auf dem Papier existierte. Die Kinder spürten die Spannungen, auch wenn die Eltern versuchten, ihre Probleme vor ihnen zu verbergen.
Janine und Jason, damals gerade mal 8 und 6 Jahre alt, wurden zu stillen Zeugen einer Beziehung, die langsam aber sicher zerbrach. Der Wendepunkt kam 1994, als Bradley eine berufliche Entscheidung traf, ohne Manuela zu konsultieren. Es war der Moment, in dem ihr klar wurde, dass sie in dieser Ehe nur noch eine Statistin war, nicht mehr die Hauptdarstellerin ihres eigenen Lebens.
Nächtelang lag sie wach und überlegte, ob sie weiter in einer Ehe bleiben sollte, die beide Partner unglücklich machte. Die Antwort kam langsam, aber mit einer Klarheit, die sie selbst überraschte. Sie musste gehen nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Kinder, die ein Recht darauf hatten, eine glückliche Mutter zu haben.
Das Jahr 1955 markierte einen der schwärzesten, aber auch mutigsten Momente in Manuelas Leben. Nach 7 Jahren Ehe reichte sie die Scheidung ein. Es war kein leichter Entschluss, besonders nicht mit zwei kleinen Kindern, aber es war der Richtige. Die Scheidungsverhandlungen zogen sich über Monate hin und waren emotional zermürbend.
Bradley kämpfte um das Sorgerecht, Manuela um ihre finanzielle Absicherung. Am Ende erhielt sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder, aber finanziell stand sie vor dem Nichts. Mit 27 Jahren war sie alleinerziehende Mutter zweier Kinder, ohne Partner, ohne festes Einkommen, aber mit einem unerschütterlichen Willen es zu schaffen.
Die ersten Monate nach der Scheidung waren die härtesten ihres Lebens. Freunde halfen, wo sie konnten, aber im Grunde war Manuela auf sich allein gestellt. Sie nahm jeden Job an, der sich bot, arbeitete als Schneiderin für verschiedene Ateliers, nähte abends für Privatkundinnen. Manchmal schlief sie nur dre vi Stunden pro Nacht, aber sie gab nicht auf.
Langsam, sehr langsam, begann sie sich ein neues Leben aufzubauen. Ein Leben, in dem sie wieder die Kontrolle hatte, ein Leben, in dem ihre Träume wieder Platz hatten. Die Kinder spürten die Veränderung. Ihre Mutter war zwar gestresst und müde, aber sie war wieder sie selbst.
Die drückende Atmosphäre der letzten Ehejahre war verschwunden. Was folgte, waren Jahre harte Arbeit, aber auch Jahre der Selbstfindung und des Wachstums. Die Zeit zwischen 1995 und 2002 war für Manuela eine Phase der Transformation. Sie arbeitete hart, um sich und ihre Kinder über Wasser zu halten, aber gleichzeitig reifte in ihr Traum heran, der größer war als alles, was sie bisher gewagt hatte zu denken.
Als gelernte Schneiderin hatte sie schon immer ein Gespür für Mode und Qualität. Jetzt als alleinerziehende Mutter sah sie täglich, wie schwer es war, schöne hochwertige Kinderkleidung zu einem vernünftigen Preis zu finden. 2002 fasste sie einen Entschluss, der ihr Leben erneut revolutionieren sollte.
Sie gründete Just Kidties, ihre eigene Kindermodemarke. Mit den wenigen Ersparnissen, die sie hatte, richtete sie sich ein kleines Atelier ein und begann, Kinderkleidung aus hochwertigen Naturstoffen zu nähen. Jedes Stück war handgemacht mit der Liebe und Sorgfalt, die sie als Mutter selbst für ihre Kinder empfand.
Der Onlineshop war revolutionär für die damalige Zeit. Während andere noch auf traditionelle Vertriebswege setzten, erkannte Manuela das Potenzial des Internets. Anfangs waren es nur wenige Bestellungen pro Woche, aber die Qualität sprach sich herum. Mütter empfahlen ihre Produkte weiter und langsam aber stetig wuchs Just Kiddies zu einem respektablen kleinen Unternehmen heran.
Zum ersten Mal seit Jahren hatte Manuela das Gefühl, ihr Schicksal wieder selbst in der Hand zu haben. Sie war nicht mehr abhängig von einem Mann oder einem Arbeitgeber. Sie war Unternehmerin geworden. Manchmal spielt das Schicksal auf die wundersamste Weise. 2002, just in dem Jahr, als Manuela ihr Unternehmen gründete, sollte ihr eine Freundin einen Vorschlag machen, der ihr Leben erneut auf den Kopf stellen würde.
Komm doch mal mit zum Kickboxen sagte die Freundin. Manuela war eigentlich nicht interessiert. Sie hatte genug um die Ohren mit zwei Teenagern und einem aufstrebenden Geschäft, aber ihre Freundin ließ nicht locker und schließlich gab Manuela nach. Es war eine Entscheidung, die sie nie bereuen würde.
Im Kickbox Studio angekommen fiel ihr Blick sofort auf den Ersatztrainer. Connie Reimann war alles, was ihr Ex-Mann nicht gewesen war. Bodenständig, ehrlich, mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Aber es war mehr als das. Es war die Art, wie er mit Menschen umging, seine natürliche Wärme und sein ungekünstelter Humor, die Manuela sofort faszinierten.
Was dann folgte, war eine der charmantesten Eroberungsgeschichten der deutschen TVgeschichte. Manuela, normalerweise zurückhaltend, wurde zur Jägerin. Nach jedem Training wartete sie auf Connie, suchte Gespräche, fand Ausreden, um länger zu bleiben. Connie, wie er später selbst zugab, durchschaute das Spiel lange nicht.
Ich war schon sehr hartnäckig, gestand Manuela, Jahre später lachend. Dreimal pro Woche ging sie zum Training, nicht etwa wegen des Sports, sondern wegen des Trainers. Es war eine Zeit der Hoffnung und der vorsichtigen Annäherung. Der erste offizielle Date fand in einem Autokino statt.
Wie romantisch war das denn? Connie hatte Manuela endlich zu einem gemeinsamen Abend eingeladen und sie war so aufgeregt wie ein Teenager. Das Autokino war perfekt, entspannt, unverbindlich, aber trotzdem besonders. Sie aßen Popcorn, lachten über den Film und redeten bis tief in die Nacht. Es war das erste Mal seit Jahren, dass Manuela sich wieder wie eine Frau fühlte und nicht nur wie eine Mutter und Geschäftsfrau.
Die Chemie zwischen ihnen war unübersehbar. Con war ehrlich, direkt und hatte keine versteckten Agenden. Er war das komplette Gegenteil von Bradley. Wo ihr Ex-Man oft unberechenbar und distanziert gewesen war, war Connie verlässlich und nahbar. Die Beziehung entwickelte sich langsam, aber stetig. Connie lernte Janina und Jason kennen und ging wunderbar mit ihnen um.
Er versuchte nie ihren Vater zu ersetzen, sondern war einfach da als Freund, als Unterstützung, als jemand, der sich wirklich für sie interessierte. Für Manuela war das ein Geschenk. Sie hatte so lange gekämpft, alles allein zu schaffen, dass es fast unwirklich schien, endlich jemanden an ihrer Seite zu haben, der die Last mit ihr teilte.
2003 machte das Paar eine Entscheidung, die zunächst sehr pragmatisch klang, aber durchaus romantisch war. Sie heirateten in Las Vegas. Der Grund war nicht nur die Liebe, sondern auch eine unglaubliche Chance, die sich Manuela geboten hatte. Doch das Jahr 2003 brachte gleich zwei lebensverändernde Ereignisse für Manuela.
Zunächst die spektakuläre Nachricht. Sie hatte im Diversity Immigrant Visa Programm der US-Regierung eine Greencard gewonnen. Ein Lottwinn der besonderen Art, der nur wenigen Deutschen zu Teil wird. Plötzlich stand ihr der Weg nach Amerika offen, jenem Land, dass sie einmal durch ihre erste Ehe kennengelernt, aber unter schmerzhaften Umständen wieder verlassen hatte. Doch diesmal war alles anders.
Diesmal hatte sie die Kontrolle. Die Hochzeit mit Connie in Las Vegas war daher sowohl romantisch als auch strategisch klug. Durch die Ehe konnten auch Janina und Jason mit nach Amerika und Connie erhielt ebenfalls die Möglichkeit zur Auswanderung. Las Vegas, die Stadt der Casinos und Neonlichter, wurde zum Schauplatz eines Neuanfangs.
Keine große Feier, keine 100 Gäste, nur sie beide. Und das Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft. Es war das komplette Gegenteil ihrer ersten Hochzeit. Bescheiden, aber ehrlich. Real, aber voller Träume. 2004 war es dann soweit. Die Familie Rimann packte ihre Koffer und verließ Deutschland. Ziel: Gainesville, Texas.
Für Connie bedeutete das, seinen gelernten Beruf als Klimaanlagenmonteur in einem fremden Land auszuüben, ohne ein Wort Englisch zu sprechen. Für Manuela bedeutete es wieder nach Amerika zurückzukehren, aber diesmal unter völlig anderen Vorzeichen. Sie war nicht mehr die abhängige Ehefrau von einst, sondern eine erfolgreiche Unternehmerin mit eigenen Zielen und Visionen. So.
Texas empfing die Reimans mit glühender Hitze und endloser Weite. Gainesville, eine Kleinstadt mit etwa 16 000 Einwohnern, war das komplette Gegenteil der Hamburger Großstadt Hektik die Connante. Hier tickten die Uhren langsamer, hier zählten andere Werte. Für Manuela war es eine Art Wiederkehr, aber unter völlig neuen Umständen.
Die ersten Monate waren hart. Connie schuftete auf Baustellen, montierte Klimaanlagen bei 40° im Schatten und lernte dabei Englisch. Manuela führte Just Kiddies weiter, musste aber ihr Geschäftsmodell an den amerikanischen Markt anpassen. Die Kinder, mittlerweile Teenager, mussten sich in einer neuen Schule, in einer neuen Kultur zurechtfinden.
Es war ein Kraftakt für die ganze Familie, aber es war auch eine Zeit des Zusammenwachsens. Gemeinsam kauften sie ein Grundstück am See, begannen mit dem Aufbau ihrer eigenen kleinen Welt. Connie Island war geboren, zunächst nur ein Traum. Später das erfolgreichste Auswandererprojekt im deutschen Fernsehen.
Manuela übernahm das Management der Gästehäuser, kümmerte sich um die Vermarktung, führte die Bücher. Ihre Erfahrung als Unternehmerin zahlte sich aus. Was andere als Risiko gesehen hätten, war für sie eine Chance. Sie hatte bereits einmal bei null angefangen und es geschafft. Texas war nur der nächste Schritt auf ihrer Erfolgsleiter.
Die Fernsehkameras kamen 2004 zu den Reimanns, zunächst für Extra und später für Goodbye Deutschland. Was als Dokumentation über eine deutsche Auswandererfamilie begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Reality TV Formate Deutschlands. Millionen Zuschauer verfolgten gespannt, wie sich die Reimns in Texas ein neues Leben aufbauten.
Manuela wurde dabei zur heimlichen Protagonisten der Show. Während Connie mit seinen Projekten und seiner direkten Art für Unterhaltung sorgte, war sie der ruhende Pol, die organisatorische Kraft im Hintergrund. Sie manager von Connie Island, sondern auch die wachsende Medienaufmerksamkeit, Interviews, Fotoshootings, TV Auftritte.
Manuela meisterte alles mit der Gelassenheit einer erfahrenen Geschäftsfrau. Parallel dazu expandierte Just Kidties. Was in Hamburg als kleiner Onlineshop begonnen hatte, wurde in Texas zu einem echten Unternehmen. Manuela eröffnete einen physischen Laden, verkaufte auf Märkten, baute ein Netzwerk auf.
Ihre Kindermode aus Naturfasern fand in Amerika eine neue Zielgruppe. Amerikanische Mütter schätzten die europäische Qualität und die handwerkliche Perfektion ihrer Produkte. Es war der Beweis, dass ihre Geschäftsidee nicht nur in Deutschland funktionierte, sondern international tragfähig war. Nachfeinhalb erfolgreichen Jahren in Texas stand 2015 die nächste große Entscheidung an.
Der Umzug nach Hawaii. Hawaii. Für die meisten Menschen der Inbegriff des Paradieses. Für die Reimanns wurde es zur nächsten Station ihres außergewöhnlichen Lebens. 2015 verließen sie Texas und zogen nach Pupukea auf Oahu an die berühmte Northshare. Der Umzug war nicht nur geographisch, sondern auch persönlich ein Meilenstein.
Janina und Jason waren mittlerweile erwachsen, hatten eigene Familien gegründet und blieben in Texas. Für Manuela war es ein emotionaler Abschied, aber auch der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Hawaii boht andere Möglichkeiten, andere Herausforderungen. Die Tourismusindustrie war noch größer als in Texas.
Die internationale Klientel vielfältiger. Manuela erkannte sofort das Potenzial und passte ihr Geschäft entsprechend an. 2017 hatte sie eine ihrer kreativsten Ideen. Sie kaufte einen alten Bus, baute ihn zu einer mobilen Boutik um und verkaufte ihre Just Kiddies Produkte direkt an den Stränden Hawaiis.
Emma, wie sie den Bus liebevoll nannte, wurde schnell zu einer lokalen Attraktion. Touristen fotografierten sich vor dem bunten Bus, kauften nicht nur Kinderkleidung, sondern auch kleine Accessoires und Andenken. Es war Geschäft und Marketing in einem typisch Manuela. Heute, mehr als 20 Jahre nach der Gründung ist Just Kiddies in zwei hawaianischen Läden vertreten, hat einen florierenden Onlineshop und verkauft weltweit.

Aus der verzweifelten alleinerziehenden Mutter von 1995 ist eine international erfolgreiche Unternehmerin geworden. Mit 96 Jahren blickt Manuela Reimann auf ein Leben zurück, das von Höhen und Tiefen geprägt war, aber letztendlich eine Geschichte des Triumphs ist. In seltenen Momenten der Offenheit spricht sie heute über ihre erste Ehe und die Lektionen, die sie daraus gelernt hat.
Bradley war nicht böse, sagt sie nachdenklich. Wir waren einfach zu unterschiedlich, zu jung, zu unerfahren. Ich habe damals gedacht, Liebe reicht aus, um alle Probleme zu lösen. Heute weiß ich, dass eine Beziehung harte Arbeit ist, Kompromisse, gegenseitigen Respekt. Die Scheidung von 1995, die damals wie das Ende der Welt schien, bezeichnet sie heute als die beste Entscheidung meines Lebens.
Ohne diesen schmerzhaften Schnitt hätte sie nie die Kraft gefunden, sich selbständig zu machen. Ohne die Jahre des Alleinseins hätte sie nie gelernt, auf ihre eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Manchmal muss man fallen, um zu lernen, wie man fliegt. Ist einer ihrer Lieblingssätze geworden.
Ihre Beziehung zu Connie beschreibt sie als Partnerschaft auf Augenhöhe. Beide haben ihre eigenen Projekte, ihre eigenen Träume, aber sie unterstützen sich gegenseitig. Es ist eine Liebe, die auf Respekt, Vertrauen und gemeinsamen Werten basiert, ganz anders als die jugendliche Verliebtheit von einst.
Die Kinder Janina und Jason haben übrigens beide den Namen Reimann angenommen und betrachten Connie als ihren Vater. Der biologische Vater spielt in ihrem Leben keine Rolle mehr. Es ist vielleicht das schönste Zeugnis dafür, dass Familie nicht durch Blut, sondern durch Liebe definiert wird. Heute lebt Manuela Reimann den amerikanischen Traum, aber auf ihre eigene sehr deutsche Art.
Sie ist bodenständig geblieben, trotz des Erfolgs und des Ruhms. Morgens macht sie Yoga, mittags arbeitet sie in ihrem Atelier, abends entspannt sie mit Connie auf der Terrasse ihres hawaianischen Hauses. Just Kiddies feierte 2022 20-jähriges Jubiläum. Ein Unternehmen, das aus der Not herausgeboren wurde und heute international erfolgreich ist.
Ihre Geschichte zeigt, dass Scheitern nicht das Ende ist, sondern oft der Anfang von etwas Besserem. Sie zeigt auch, dass Frauen auch nach dramatischen Rückschlägen die Kraft finden können, ihr Leben komplett neu zu gestalten. Manuela Reimann ist heute eine der erfolgreichsten deutschen Auswanderinnen, eine respektierte Unternehmerin und eine glückliche Ehefrau.

Aber am wichtigsten ist sie, schüchterne junge Frau aus Bruchsaal, die einmal bereit war, ihre Träume für einen Mann aufzugeben, hat gelernt, dass wahres Glück nur möglich ist, wenn man authentisch zu sich selbst ist. Ihre erste Ehe war kein Fehler, sondern eine Lektion. Eine schmerzhafte, aber notwendige Lektion, die sie zu der starken Frau gemacht hat, die sie heute ist.
“Ich bereue nichts,” sagt sie heute. “Jeder Schmerz, jede Träne, jeder Neuanfang war notwendig, um hierhinzukommen. Und hier ist genau der richtige Ort für mich.”
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