La vie de cette chèvre que n’importe quoi. Et là, j’ai pris conscience. Die Nachricht verbreitete sich still, fast so, als wollte sie niemand wirklich aussprechen. Brigitte Badeau ist tot. Mit ihrem Tod verstummt nicht nur eine der berühmtesten Stimmen des europäischen Kinos, sondern auch eine ganze Epoche.
Eine Era, die für Freiheit stand, für Provokation, für radikale Unabhängigkeit. Für viele war sie mehr als nur eine Schauspielerin auf der Leinwand. Sie war ein Symbol, eine Frau, die sich ihr Leben lang weigerte, sich den Erwartungen anderer anzupassen. Eine Ikone, die Europa geprägt hat, weit über die Grenzen Frankreichs hinaus.
Während das Land trauert und die Welt Abschied nimmt, liegt über Sint Tropé eigentliche Stille. Die schweren eisernen Tore von Lamadrag, jenem legendären Anwesen direkt am Meer, bleiben geschlossen. Ein Ort, der jahrzehntelang Rückzugsort, Schutzwahl und Zuflucht zugleich war. Doch hinter dieser Stille formt sich bereits eine Frage, die kaum jemand laut auszusprechen wagt.
Was geschieht jetzt mit Lama Drag? Wer wird wirklich erben, was Brigit Badau über 60 Jahre lang mit aller Kraft verteidigt hat? Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach fast banal. Es gibt einen Sohn, einziges leibliches Kind. Nicola Jacques Charier. Doch das Leben von Briitte Badau folgte nie den Regeln gewöhnlicher Familiengeschichten und auch ihr Tod markiert keinen klassischen Übergang, keine sanfte Versöhnung, keine späte wieder Gutmachung.
Stattdessen offenbart sich das Ende eines stillen Konflikts. Der Jahrzehnte überdauerte, tief vergraben unter Schweigen und unausgesprochenen Vorwürfen. Denn das Testament, das nun ans Licht kommt, ist kein gewöhnliches Dokument. Es ist kein Akt der Versöhnung, keine späte Geste der Reue. Es ist ein letzter radikaler Entschluss, eine Entscheidung, in der sich Mutterschaft, tiefe Enttäuschung und bedingungslose Hingabe an eine andere Form von Liebe unversöhnlich gegenüberstehen.
Um dieses Testament wirklich zu verstehen, reicht es nicht über Besitz zu sprechen über Häuser und Bankkonten. Man muss zurückgehen zu einer Wunde, die nie verheilte, zu einer Frau, die früh lernte Menschen zu meiden und Tieren zu vertrauen, zu einem Leben, das von außen wie ein Märchen wirkte, von ihnen jedoch von Ängsten, Zweifeln und einer tiefen Sehnsucht nach Schutz geprägt war.
Lamadrack war für Brigitte Badeau nie einfach nur ein Haus, nie nur ein luxuriöses Anwesen an der französischen Riviera. Kein Ort für glamuröse Empfänge oder rauschende Sommerfeste der reichen und schönen. Für sie war es etwas völlig anderes, etwas existenzielles. Es war eine Grenze, eine unsichtbare, aber unüberwindbare Linie zwischen ihr und der Welt, die sie jagte, die sie formte, ausbeutete und am Ende tief verletzte.
Als sie dieses abgelegene Stück Land kaufte, befand sie sich auf dem absoluten Höhepunkt ihres Rums, umgeben von Kameras, die ihr auf Schritt und Tritt folgten, von Gerüchten, die ihr Leben zu öffentlichen Ware machten, von Erwartungen, die sie zu ersticken drohten. Sie suchte keinen Komfort, keine Villa zum Angeben.
Sie suchte Schutz. La Madrage wurde ihr Bunker, ein Ort, an dem sie endlich wieder atmen konnte, fern von neugierigen Blicken und vernichtenden Urteilen. Keine gesellschaftlichen Protokolle mehr, keine aufgezwungenen Rollen, keine Masken, die sie tragen musste. Mit den Jahren verwandelte sich das Anwesen in ein stilles Reich mit eigenen Regeln, vernerab jeder gesellschaftlichen Konvention.
Tiere wurden willkommen geheißen, ohne Fragen, ohne Bedingungen. Menschen hingegen wurden nur geduldet und selbst das nur unter strengen Auflagen. Wer bleiben wollte, musste sich unterordnen. Respekt vor der Natur war keine höfliche Bitte, sondern absolute Voraussetzung. Richitte Bardau lebte hier dann nicht einfach nur.
Sie verschmolz mit diesem Ort, wurde eins mit ihm. Amadrag ersetzte das, was ihr früh im Leben fehlte. Sicherheit, ein Gefühl der Zugehörigkeit, bedingungslose Nähe ohne Angst vor Verrat. Sie ist genau dieser Ort, an dem sich ihre tiefsten Überzeugungen verfestigten, an dem sie zur Tierschützerin wurde, zur Aktivistin, zur kompromisslosen Kämpferin.
Und genau deshalb steht Lama Drage heute im absoluten Zentrum eines Testaments, das weniger über materiellen Besitz spricht, als über Vertrauen, über Loyalität, über die Frage, wem schenke ich das, was mir heilig ist? Denn was hier über Jahrzehnte geschützt wurde, war nicht einfach nur Stein und Land, nicht Mauern und Gärten.
Es war ein inneres Zuhause, ein seelischer Zufluchtsort, den sie niemals wieder verlieren wollte. Im Herzen dieses Erbes liegt kein juristischer Trick, kein kühler ideologischer Kampf, keine kalkulierte Strategie. Es liegt eine Geschichte, die weit schmerzhafter ist, weit menschlicher und zugleich verstörender.
Die Geschichte einer Mutterschaft, die nie ihren Platz fand, nie zur Ruhe kam, nie heilen konnte. Denn so kompromisslos und hingebungsvoll Brigitte Bau für Tiere kämpfte, so fremd und unerreichbar blieb ihr lange die Rolle, die die Gesellschaft bedingungslos von ihr erwartete. Die Rolle der liebenden fürsorglichen Mutter.
Als ihr Sohn Nicola geboren wurde, befand sich Badeau nicht in einem geschützten intimen Raum. Sie lebte unter Belagerung, unter permanenter Beobachtung. Die Schwangerschaft wurde zum öffentlichen Ereignis, zur Schlagzeile, zum Eigentum der Massen. Fotografen lauerten vor ihrem Haus, kletterten auf Dächer, versteckten sich hinter Mauern.
Jeder Schritt, jeder Blick, jede Geste wurde dokumentiert, analysiert, bewertet. Intimität existierte nicht mehr. Ruhe war unmöglich. Für eine Frau, die Nähe nur in absoluter Sicherheit ertragen konnte, wurde diese Zeit zu einer psychischen Grenzerfahrung, zu einem Trauma, das sie nie ganz überwinden sollte. Aus dieser Überforderung, aus dieser permanenten Bedrohung wuchs etwas, dass sie selbst später als Abwehr beschrieb.
Nicht gegen das Kind, nicht gegen Nikola als Person, sondern gegen die Situation, gegen den Druck, gegen die Unausweichlichkeit. Doch genau hier begann das tiefe Missverständnis, dass sich nie mehr vollständig auflösen sollte, dass zwischen Mutter und Sohn eine Kluft aufriss, die mit den Jahren nur größer wurde.
Brigitte Badau sprach offen darüber, vielleicht zu offen, vielleicht zu radikal. Jahrzehnte später in ihren Erinnerungen, in ihren veröffentlichten Memoiren wählte sie Worte, die nicht nur schockierten, sondern zutiefst verletzten. Sie beschrieb die Schwangerschaft als etwas Bedrohliches, als einen Zustand des völligen Ausgeliefertseins, den sie kaum er tragen konnte.
Sie schrieb, sie habe das Neugeborene weggestoßen, als man es ihr auf den Bauch legte. Sie schrieb von einem Wunsch nach Abtreibung, der ihr verwehrt wurde. Diese Sätze, diese brutale Ehrlichkeit trafen nicht nur die schockierte Öffentlichkeit, sie trafen vor allem einen Menschen tief ins Herz, ihren Sohn.
Für Nikola waren diese Worte kein literarisches Bild, keine künstlerische Übertreibung, keine Metapher. Sie waren eine tiefe existentielle Verletzung. Er klagte gegen seine eigene Mutter und er gewann. Juristisch wurde ihm recht gegeben. Das Gericht bestätigte, dass die Worte seiner Mutter seine Würde verletzt hatten.
Emotional jedoch markierte dieser Prozess eine Cesur, eine Grenze, die fortan nicht mehr überschritten wurde. Es folgte keine offene Feindschaft, keine lauten Auseinandersetzungen, aber auch keine echte tiefe Versöhnung. Mit den Jahren entstand eine fragile Distanz, ein vorsichtiges Nebeneinander. Begegnungen gab es sporadisch, höflich, Gespräche auch manchmal.
Brigitte Badeau äußerte vereinzelt bedauern, sprach von ihrer Unfähigkeit, eine Mutter im klassischen Sinne zu sein. Doch zwischen Einsicht und wirklicher Nähe blieb eine Lücke, die nicht geschlossen wurde, die nicht geschlossen werden konnte. Nikolai baute sein Leben weit entfernt von sein Tropé auf, geographisch wie emotional.
Er zog nach Norwegen, schuf sich seine eigene Existenz, fernab vom Schatten seiner berühmten Mutter. Diese Entfernung hatte Konsequenzen, tiefgreifende, unumkehrbare Konsequenzen. Während zwischen Mutter und Sohn kaum gemeinsamer Alltag existierte, kaum geteilte Erinnerungen, kaum Vertrautheit, wuchs an anderer Stelle eine andere mächtigere Form von Bindung.
Brigitte Badeau begann ihre gesamte Fähigkeit zu lieben, ihre ganze Energie, ihre ganze Hingabe dorthin zu verlagern, wo sie sicher fühlte, zu Wesen, die nicht forderten, die nicht urteilten, die sie nicht zur Verantwortung zogen, die keine Erwartungen hatten. Für sie wurde Loyalität wichtiger als Herkunft.
Treue bedeutete mehr als Blutsverwandtschaft, mehr als biologische Verbindungen. In dieser inneren Logik, in dieser emotionalen Neuausrichtung war es nur konsequent, dass Tiere zu ihrer Warnfamilie wurden. Nicht aus bewusster Ablehnung gegenüber dem eigenen Kind, nicht aus Boshaftigkeit oder Kälte, sondern aus einem tiefen, verzweifelten Bedürfnis nach einer Beziehung ohne Angst, ohne Verletzung, ohne die Gefahr des Scheiterns.
Diese innere Verschiebung, diese fundamentale Neuordnung ihrer emotionalen Prioritäten erklärt, warum Ihr Testament heute so kompromisslos, so radikal, so schockierend erscheint. Es ist kein Akt der Rache, keine späte Bestrafung, kein berechneter Schlag gegen ihren Sohn. Es ist die nüchterne, logische Konsequenz eines Lebens, in dem Mutterschaft nie Schutzbot, sondern Verletzlichkeit bedeutete.
Eines Lebens, in dem Liebe nur dort überlebte, wo sie nicht eingefordert, nicht bewertet, nicht enttäuscht werden konnte. Wer dieses Erbe, dieses Testament, diesen letzten Willen verstehen will, muss akzeptieren, dass Brigitte Badau nie nach Vergebung suchte, nie um Verständnis bat. Sie suchte Koherenz, Stimmigkeit zwischen dem, was sie fühlte und dem, was sie hinterlassen wollte.
Genau hier liegt der wahre Kern ihres letzten Willens. Und genau hier beginnt der juristische Plan, der alles veränderte, der jahrzehntelang vorbereitet wurde und am Ende unumkehrbar war. An diesem Punkt wird aus einer zutiefst persönlichen emotionalen Geschichte ein juristisches Gefüge von erstaunlicher Präzision und Konsequenz.
Denn Brigitte Badeau wusste sehr genau, dass Gefühle allein kein Vermächtnis sichern können, dass gute Absichten nicht ausreichen. In einem Land wie Frankreich, dessen er Brecht Kinder schützt und ihnen einen festen gesetzlich garantierten Anteil zusichert, musste sie früh handeln, strategisch denken, vorausschauend planen, um das zu bewahren, was ihr wirklich wirklich wichtig war.
Bereits in den 80er Jahren, lange bevor ihr Tod auch nur in weiter Ferne lag, begann sie ihren Nachlass nicht als klassische Familienfrage zu denken, sondern als strategische, fast militärische Aufgabe. Sie erkannte mit scharfem Verstand, dass ein klassisches Testament ihre Überzeugungen niemals schützen würde, dass es nicht ausreichen würde, einfach nur Wünsche niederzuschreiben.
Auch entschied sie sich für einen anderen Weg, einen stillen, aber absolut unumkehrbaren Weg. Die Gründung ihrer Stiftung der Fundation Brigit Badeau war kein symbolischer Akt, keine PR-Maßnahme, kein freundliches Zeichen an die Öffentlichkeit. Es war das solide Fundament eines Plans, der Jahrzehnte überdauern sollte, der über ihren Tod hinauswirken würde.
Um staatlich anerkannt zu werden, um rechtlich bindend zu sein, brauchte diese Stiftung Substanz. Nicht nur Worte, nicht nur nobsichten, sondern echtes handfestes Vermögen. Brigitte Badeau traf daraufhin eine Entscheidung, die selbstenge Vertraute überraschte, die viele nicht verstanden.
Sie trennte sich von allem, was sie an ihre glanzvolle Zeit als Star erinnerte. Schmuck, wertvolle Erinnerungsstücke, Kleidungsstücke aus berühmten Filmen, Trophäen ihres internationalen Rooms. Alles wurde verkauft, versteigert, zu Geld gemacht. Sie erklärte öffentlich mit einer Klarheit, die keine Fragen zulies. Ich habe meine Schönheit und meine Jugend den Menschen gegeben.
Was mir geblieben ist, was ich noch habe, will ich nun den Tieren widmen. Doch der radikalste, der endgültigste Schritt betraf nicht Objekte, nicht Schmuckstücke oder alte Kostüme. Er betraf einen Ort, das Herzstück ihres gesamten Rückzugs, Lam Drag. Durch eine hochkomplexe rechtliche Schenkung übertrug sie das Eigentum an diesem Anwesen an ihre Stiftung.
Für sich selbst behielt sie lediglich ein einziges Recht, das Recht dort zu leben, solange sie atmete. Ein lebenslanges Wohnrecht, mehr nicht. Juristisch bedeutete das eine glasklare Trennung. Besitz und Nutzung wurden voneinander getrennt, sauber, unwiderruflich. Damit war das Schicksal des Hauses besiegelt für immer.
Unabhängig von späteren Entwicklungen, unabhängig von persönlichen Annäherungen, unabhängig von möglichen Versöhnungen zwischen Mutter und Sohn, konnte Lama Drag niemals mehr Teil einer klassischen Erbfolge werden. Für ihren Sohn Nikolas blieb lediglich das, was das französische Gesetz zwingend vorsieht. Eine finanzielle Mindestbeteiligung, ein Pflichtteil, aber kein Zugang zu den Mauern, die sie als ihren einzigen Warenschutz verstanden hatte.
Keine Möglichkeit jemals über diesen Ort zu verfügen. Diese juristische Konstruktion war kein spontaner Einfall, keine Entscheidung aus einer Laune heraus. Sie war präzise durchdacht, vorausschauend geplant, absolut endgültig. Brigitte Badeau entzog ihr Lebenszentrum den Kern ihrer Existenz, bewusst der familiären Verfügbarkeit.
Nicht aus Gleichgültigkeit, nicht aus Grausamkeit, sondern aus tiefer Überzeugung. Sie wollte mit aller Kraft verhindern, dass Lamad Drag jemals verkauft, umgewandelt oder profaniert werden könnte. Kein Luxushotel, kein exklusives Sommerdomizil für Fremde, kein Objekt fremder wirtschaftlicher Interessen. Mit diesem Schritt stellte sie eine Idee, eine Vision, eine Mission über Jahrhunderte alte Tradition.
Sie entschied sich bewusst gegen die Logik der Abstammung, gegen die biologische Ordnung und für die Logik der Kontinuität, der Treue zu einer Sache. Lamadrag sollte für immer bleiben, was es für sie gewesen war. Ein Zufluchtsort für Verletzte, ein Schutzraum für Wehrlose, ein Werkzeug im Dienst einer Sache, der sie mehr vertraute als jedem menschlichen Band als jeder menschlichen Beziehung.
Doch selbst dieser perfekt konstruierte juristisch wasserdichte Plan ließ eine letzte Frage offen. Eine Frage, die nichts mit Eigentum zu tun hatte, nichts mit Geld oder Macht, sondern allein mit ihrem eigenen Ende, mit ihrem eigenen Tod. Denn Brigitte Badeau hatte noch einen allerletzten Wunsch, einen, der selbst dieses perfekt konstruierte juristische Gefüge noch einmal herausfordern sollte, der noch einmal alle Grenzen testete.
Nachdem Besitz und Vermächtnis längst minutös geregelt waren, nachdem alle juristischen Fragen geklärt schienen, blieb für Brigitte Badeau nur noch eine einzige, aber existenzielle Frage offen. Eine Frage, die nichts mit Geld zu tun hatte, nichts mit Häusern oder Stiftungen, sondern mit der Angst, die sie ihr ganzes Leben begleitet hatte wie ein dunkler Schatten.
Die Angst selbst im Tod, selbst nach dem allerletzten Atemzug, nicht in Ruhe gelassen zu werden. Sie wollte Lamadrag nicht verlassen, nicht einmal nach ihrem Tod. Für sie war dieser Ort kein bloßer Wohnsitz, keine Immobilie, kein Stück Erde mit Meerblick. Er war ein Teil ihrer Identität, ihrer Seele. Zwischen den Tieren, die sie dort aufgenommen hatte, zwischen den stillen Gräbern jener Hunde und Katzen, die sie über Jahre treu begleitet hatten, sah sie den einzigen Platz, an dem sie wirklich bleiben wollte. fern von neugierigen Blicken, fern von Kameras, fern von Menschenmengen, die sie nie verstanden hatten. Doch dieser Wunsch stieß auf eine Grenze, die selbst ihr weltweiter Ruhm, selbst ihr Name nicht mühelos überwinden konnte. Das französische Recht sieht Bestattungen auf privatem Grund nur in seltenen Ausnahmefällen vor. Hygiene, Abstand zu Grundwasser, behördliche Genehmigungen, strenge Auflagen. Für die meisten Menschen wäre ein solcher Antrag von vorn herein aussichtslos gewesen. Für Brigitte Badau wurde er zu einem letzten stillen Kampf,
geführt nicht vor Publikum, nicht in den Medien, sondern in den nüchternen Büros der französischen Verwaltung. Über Jahre ließ sie keinen Zweifel daran, dass sie keinen öffentlichen Friedhof wollte, kein Grab, das unweigerlich zu einem Ziel für Touristen werden würde, kein Ort, an dem Trauer zur Kulisse wird.
zur Inszenierung. Für sie bedeutete ein Grab in San Tropé zwischen anderen, zwischen Fremden das genaue Gegenteil von Frieden. Es wäre die Fortsetzung dessen gewesen, wovor sie sich ein ganzes Leben lang zurückgezogen hatte. Die Verhandlungen waren C, angespannt, langwierig.
Bis zuletzt blieb unklar, ob der französische Staat ihrem außergewöhnlichen Wunsch nachgeben würde. Doch am Ende schien die Republik zu weichen. Diskret, ohne große öffentliche Ankündigungen, fast im Verborgenen. Nach Informationen aus ihrem engsten Umfeld wurde alles vorbereitet, um ihre Entscheidung zu respektieren, um ihr diesen letzten Wunsch zu erfüllen.
Ein Platz im Garten von Lamandrag, abgeschirmt, still, unauffällig, würdevoll. Dieser letzte Wunsch war kein Luxus, keine Laune einer Diva. Er war absolut konsequent die logische Vollendung ihres Weges. Brigitte Badau hatte sich immer gegen gesellschaftliche Konventionen gestellt, hatte Normen radikal in Frage gestellt, Erwartungen kategorisch verweigert und Nähe streng kontrolliert.

In der Wahl ihres Grabes setzte sie diesen Weg bis zum allerletzten Moment fort. Sie entschied sich endgültig gegen die Welt der Menschen und für den Ort, der sie ein Leben lang geschützt hatte, der sie aufgefangen hatte, der ihr Halt gegeben hatte. Mit dieser Entscheidung schloss sich ein Kreis.
Lamadrag, das Anwesen, das sie vor dem Leben bewahrt hatte, wurde auch ihr allerletzter Zufluchtsort, ihr ewiges Zuhause. Doch während sich dieser Ort nun auf ihren letzten Abschied vorbereitete, blieb eine Frage unbeantwortet, eine Frage, die schwerer wog als jede juristische Konstruktion, schwerer als jedes Testament.
ob dieser lebenslange Rückzug wirklich Frieden bedeutete oder die endgültige Kapitulation vor einer Welt, in der sie trotz allem Ruhm, trotz aller Bewunderung nie wirklich ankommen konnte. Als sich die schweren Tore von Lamadrag nun endgültig schließen, endet nicht nur das Leben einer Ikone, nicht nur die Existenz einer berühmten Schauspielerin.
Es endet eine Haltung, eine Art zu leben, eine Art sich der Welt zu entziehen, um sich selbst treu zu bleiben, um nicht zu zerbrechen. Brigitte Badeau verlässt diese Welt so, wie sie sie jahrzehntelang betrachtet hat. mit Distanz, mit eiserner Kontrolle und mit einer Klarheit, die viele Menschen verstört, die viele nicht ertragen können.
Ob Ihr Sohn Nikola erscheinen wird, um ein letztes Mal Abschied zu nehmen, bleibt offen, bleibt ungewiss. Diese Entscheidung gehört allein ihm. Sie ist sein Recht, seine Last. Zu viel Schweigen liegt zwischen ihnen, zu viele Verletzungen, zu viele unausgesprochene Sätze, zu viele verpasste Chancen. Der Tod hält nicht automatisch, was ein ganzes Leben nicht lösen konnte.
Doch unabhängig davon, wie diese allerletzte Begegnung ausfallen mag, eines ist sicher. Brigitte Badau geht nicht allein. Sie ist umgeben von jener stillen Gemeinschaft, der sie ihr ganzes Vertrauen geschenkt hat. Von Wesen, die sie nie bewertet haben, nie enttäuscht haben, nie vor Gericht gezogen haben, nie Erwartungen hatten.
Ihr Testament ist daher weit mehr als eine juristische Konstruktion, mehr als ein trockenes Dokument. Es ist eine Botschaft radikal, unbequem und zutiefst persönlich. Indem sie symbolisch den Menschen weniger hinterließ als den Tieren, stellte sie eine unbequeme Wahrheit in den Raum.
Eine Wahrheit, die viele nicht hören wollen. Liebe folgt keinen Gesetzen, keinen gesellschaftlichen Erwartungen, keinen biologischen Automatismen. Sie entsteht dort, wo Loyalität spürbar ist, wo Schutz gegeben wird, wo Verlässlichkeit erfahrbar ist. Brigitte Badu verlangte nie Verständnis, nie Mitleid, nie Nachsicht.
Sie verlangte einzig Freiheit das Recht, ihr Leben nach ihren eigenen Regeln zu leben. Sie war keine heilige, keine moralische Instanz, keine perfekte Mutter. Sie war eine verletzte Frau, die sich weigerte, ihre Wunden zu verstecken, die sich weigerte, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Statt sich anzupassen, statt sich zu verbiegen, baute sie sich ihre eigene Welt.
Eine Arche, fern von Heuchelei und falschen Erwartungen, fern von Menschen, die forderten, was sie nicht geben konnte. Namadrag war nicht ihr Besitz. Es war ihr Rückzugsort, ihr Schweigen, ihre Antwort auf eine Welt, die zu laut war, zu fordernd, zu verletzend. Heute bleibt dieser Ort verschlossen, seine Tore fest verriegelt.

Und vielleicht ist genau das ihr allerletzter ihr wahrer Wille. Kein Denkmal für die Ewigkeit, kein Pilgerort für Fans, sondern einfach nur Ruhe, Stille, Frieden in einer Welt, die sie bewundert hat, die sie vergöttert hat, aber die sie nie ganz verstanden hat, nie wirklich erreicht hat.
Ihre Stimme ist verstummt, doch ihr letzter Entschluss spricht weiter, leise und unmißverständlich für immer.
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