In der deutschen Politiklandschaft braut sich ein Sturm zusammen, der die bisherigen Gewissheiten der etablierten Parteien in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Eine neue, 60 Seiten starke Studie mit dem Titel „Anatomie der Antizeitenwende: Konturen einer AfD-Außenpolitik“ sorgt derzeit für massiven Zündstoff. Die Analyse, verfasst von Jakob Ross und herausgegeben von der DGAP, zeichnet ein Bild der AfD, das weit über das herkömmliche Narrativ einer rein national fokussierten Protestpartei hinausgeht. Es ist die Rede von einem fundamentalen Strategiewechsel, der die Partei als Teil einer weltweiten postliberalen Strömung positioniert – eine Entwicklung, die den Druck auf die bestehende „Brandmauer“ massiv erhöht.

Der Kern der Analyse legt offen, dass die AfD eine Außenpolitik anstrebt, die sich nicht mehr an moralischen Werten, sondern primär an nationalen Interessen orientiert. Damit gleicht die Partei ihre Positionen der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft an. In einer Zeit, in der Deutschland massiv unter wirtschaftlichem Druck steht, Arbeitslosenzahlen steigen und Industriezweige abwandern, trifft diese Forderung nach „Interessen statt Werte“ einen nervösen Nerv der Bevölkerung. Die Studie belegt, dass die AfD den sogenannten „Universalismus“ des Westens ablehnt und stattdessen den Weg in eine multipolare Weltordnung ebnen will. Hierbei sucht die Partei gezielt den Schulterschluss mit globalen Playern wie China, Russland und insbesondere den USA unter der MAGA-Bewegung.

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Die Nervosität bei den etablierten Kräften ist greifbar. CSU-Chef Markus Söder wetterte jüngst, die AfD wolle lediglich an die „Fleischtöpfe“ und die Union ersetzen. Diese Rhetorik wirkt jedoch angesichts der fundierten Analyse zunehmend hilflos. Kritiker fragen sich: Geht es den etablierten Parteien etwa selbst nur noch um die „Eigenversorgung“ an diesen Fleischtöpfen statt um das Wohl des Landes? Die Analyse verdeutlicht, dass die Strategie der pauschalen Ausgrenzung und moralischen Abwertung der AfD an ihre Grenzen stößt. Während im Bundestag oft ein Benehmen herrscht, das mancher Beobachter als „schlimmer als im Kindergarten“ bezeichnet – geprägt von reinbrüllen und nicht ausreden lassen – fordern Experten nun eine sachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten der Partei.

Ein besonders brisanter Punkt der Studie ist die internationale Vernetzung. Die Einladung von AfD-Politikern zu den jungen Republikanern nach New York zeigt, dass die Partei längst keine isolierte deutsche Erscheinung mehr ist. Sie knüpft an Strömungen an, die in vielen westlichen Gesellschaften wie den Niederlanden, Dänemark oder Italien bereits an Stärke gewonnen haben. Selbst Sozialdemokraten in Nachbarländern schwenken mittlerweile auf einen Kurs gegen unkontrollierte Einwanderung um – Positionen, für die die AfD in Deutschland oft stigmatisiert wird. Die Studie warnt davor, dass die „deutsche Eigenheit“ der Brandmauer vor den Landtagswahlen 2026, bei denen die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft werden könnte, kaum noch haltbar sein wird.

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Die wirtschaftlichen Implikationen dieser politischen Verschiebung sind massiv. Während die aktuelle Bundesregierung an Ideologien festhält, die laut Kritikern zu Deindustrialisierung und Wohlstandsverlust führen, verweist die AfD auf nationale Souveränität. Der Stopp von Zahlungen für Entwicklungshilfe oder hohe EU-Beiträge, die nach Ansicht der Partei nur zur Stützung schwächerer Volkswirtschaften auf Kosten Deutschlands dienen, sind zentrale Forderungen, die durch die Analyse eine neue, strategische Einordnung erfahren. Es geht nicht mehr nur um Protest, sondern um den Entwurf einer „Antizeitenwende“, die den kollektiven Westen des 20. Jahrhunderts hinter sich lässt.

Das Fazit der Studie ist eine schallende Ohrfeige für die bisherige Strategie der moralischen Repression. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ideen der AfD jenseits von institutioneller Ausgrenzung sei dringend notwendig. Deutschland befinde sich an einer Wegscheide. Die Analyse macht deutlich, dass die bisherige Antwort der Ausgrenzung künftig immer schwerer durchzuhalten sein wird, da die außenpolitischen Konzepte der AfD außerhalb des Westens bereits große Anschlussfähigkeit versprechen.

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Für die Wähler bedeutet dies eine Zäsur: Die AfD wird in dieser Analyse als ernstzunehmender Akteur in einer sich verändernden Weltordnung dargestellt, deren Forderungen nach nationaler Wichtigkeit und dem Ende des „EU-Schwachsinns“ (wie etwa dem Verbrennerverbot) bei vielen Bürgern auf fruchtbaren Boden fallen. Es beginnt eine Phase, in der die rein ideologisch getriebene Debatte durch eine knallharte Realpolitik ersetzt werden könnte – ob es den aktuellen Machthabern gefällt oder nicht. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Brandmauer den Fakten dieser globalen Verschiebung standhalten kann oder ob Deutschland vor einem kompletten politischen Neustart steht.