Die Nachricht kam am 22. Dezember 2020 an einem gewöhnlichen Montagmgen zwei Tage vor Heiligabend. Chris Rea war tot, 74 Jahre alt, gestorben in einer Klinik, umgeben von seiner Familie, wie es hieß, kurze Krankheit, friedlich eingeschlafen. Die Worte waren nüchtern fast klinisch in ihrer Präzision.
Es gab keine dramatischen Details, keine letzten Botschaften, keine spektakulären Enthüllungen, nur ein sachlicher Satz, der das Ende eines Lebens markierte, das über Jahrzehnte hinweg Millionen Menschen begleitet hatte. Für unzählige Hörer war Chris Rea mehr als nur ein Musiker. Er war eine Konstante geworden.
Seine Stimme, rau und doch tröstend klang nach langen Straßen bei Nacht, nach Scheinwerfern im Regen, nach diesem Moment zwischen Aufbruch und Ankunft, wenn man noch unterwegs ist, aber das Ziel schon vor Augen hat. Seine Musik war nie laut, nie aufdringlich. Sie wartete.
Und vielleicht war es genau diese Geduld, diese stille Präsenz, die sie so beständig machte. Chris Rea wirkte wie ein Mann, der Frieden mit sich selbst geschlossen hatte. jemand, der Ruhe ausstrahlte in einer Welt, die immer schneller wurde, immer lauter, immer fordernder. Er schien über den Dingen zu stehen, unberührt von den Turbulenzen der Musikindustrie, immun gegen den Druck des Erfolgs.
Doch mit seinem Tod endete nicht nur eine Karriere, es endete auch ein Schweigen. Ein Schweigen, das sich über vier Jahrzehnte gezogen hatte. 40 Jahre, in denen ein Körper Signale sendete, die ignoriert werden mussten. 40 Jahre, in denen Schmerz zu einem stillen Begleiter wurde, den man nicht erwähnte.
40 Jahre Zurückhaltung, in denen er lieber schwieg, als sich erklären zu müssen. Was niemand sehen wollte, begann genau dort, wo seine Musik am wärmsten klang. In den Jahren seines größten Erfolgs, in den 80ern und frühen 90ern schien Chris Re alles erreicht zu haben, wovon ein Künstler träumen konnte.
Seine Alben eroberten die Charts nicht mit einem Schlag, aber stetig beharrlich. Der Road to Hell erreichte 1989 Platz 1 in Großbritannien. Ober folgte 199 und wiederholte diesen Erfolg. Seine Konzerte fühlten große Hallen in ganz Europa. Seine Musik lief im Radio, wurde zur Untermalung von Autofahrten, von Winterabenden, von Momenten der Nachdenklichkeit.
Fast 30 Millionen Alben verkaufte er im Laufe seiner Karriere. 30 Millionen Mal entschieden sich Menschen dafür, seine Stimme in ihr Leben zu lassen. Er war kein Star, der sich in den Vordergrund drängte. Es gab keine Eskapaden, keine Schlagzeilen über Exzesse oder Skandale. Während andere Künstler ihre inneren Kämpfe öffentlich austragen, ihre Zusammenbrüche zur Schau stellten, blieb Chris Rea im Hintergrund.
Interviews waren selten und wenn sie stattfanden, dann kontrolliert. Persönliches blieb privat. Seine Musik sprach für ihn und das schien zu genügen. Für die Öffentlichkeit war er der Inbegriff eines Musikers, der seine Rolle verstand und sie mit Würde ausfüllte. Ein Profi, zuverlässig, berechenbar im besten Sinne. Auf der Bühne wirkte er souverän, beinahe unerschütterlich.
Die Stimme war da, klar und präsent. Der Blick ruhig, konzentriert, die Gesten sparsam, aber wirkungsvoll. Es gab keinen Anlass zu vermuten, dass hinter dieser Stabilität etwas zu bröckeln begann. Doch genau in dieser Phase auf dem Höhepunkt seiner Anerkennung begann eine andere Geschichte. Eine Geschichte, die nicht auf Albumcovern erschien und nicht in Kritiken erwähnt wurde.
Eine Geschichte, die sich im Verborgenen abspielte, hinter Garderoben und Hotelzimmern zwischen Auftritten und Presseterminen. Während das Publikum einen gefestigten erfolgreichen Künstler wahnahm, begann im Hintergrund ein Kampf, der nichts mit Ruhm zu tun hatte und alles mit Durchhalten. Der Körper begann Grenzen zu ziehen, lange bevor irgendjemand etwas bemerkte.
Zunächst waren es nur kleine Signale: Müdigkeit, die nicht mehr verschwand, Schmerzen, die sich nicht mehr ignorieren ließen. Was früher selbstverständlich war, auf die Bühne gehen, zwei Stunden spielen, danach noch Fans treffen, kostete plötzlich Kraft. Eine Kraft, die nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung stand.
Die Auftritte gingen trotzdem weiter, die Turneen hörten nicht auf. Nach außen blieb alles stabil. Die Musik funktionierte noch, also funktionierte auch er. So sah es aus. So sollte es aussehen. Doch hinter den Kulissen veränderte sich der Alltag grundlegend. Tage wurden von Erschöpfung bestimmt, Nächte von Unruhe.
Die Musik verlangte Disziplin, während der Körper Widerstand leistete. Es war kein Kampf, den man gewinnen konnte, nur einer, den man aushielt. Tag für Tag, Auftritt für Auftritt, Album für Album. Chris Rea sprach nicht darüber. Er machte keine Erklärungen, suchte kein Mitgefühl, bat um keine Rücksicht.
Krankheit wurde für ihn zu etwas zutiefst privatem. beinahe zu einer Pflicht, die man stillschweigend zu tragen hatte. Während andere Künstler begannen, offen über ihre Verletzlichkeit zu sprechen, über Burnout und Depression, über die Schattenseiten des Erfolgs, zog er sich weiter zurück. Schweigen wurde zur Strategie, nicht aus Kälte, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern vielleicht aus einer Art von Stolz oder aus der Überzeugung, dass manche Dinge niemanden etwas angehen.
Die Bühne blieb für ihn ein Ort der Kontrolle. Dort zeigte er nichts von dem, was ihn im Inneren beschäftigte. Die Stimme hielt, die Hände spielten, der Blick blieb fokussiert. Für das Publikum gab es keinen Grund zur Sorge. Alles funktionierte noch. Alles war wie immer. Doch jeder Auftritt forderte seinen Preis.
Jeder Applaus kam mit einer Anstrengung, die niemand sah, niemand ahnte, niemand verstehen konnte. Der Körper erinner erinnerte ihn täglich daran, dass Zeit kein unendlicher Vorrat war, dass Kraft sich nicht aus dem Nichts erneuern ließ, dass es Grenzen gab, auch wenn man sie nicht wahr haben wollte.
Es war kein dramatischer Bruch, kein plötzlicher Zusammenbruch. Es war ein langsames stetiges Nachlassen, ein Prozess, der sich über Jahre hinzog und immer tiefer in sein Leben eingriff, in seine Entscheidungen, in seine Musik. Als Driving home for Christmas 1968 erschien, wurde es schnell zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder Europas.
Jahr für Jahr kehrte es zurück, eroberte die Charts aufs Neue, begleitete Millionen Menschen durch die Adventszeit. Für die meisten klang es nach Wärme, nach Vorfreude, nach diesem wohligen Gefühl der Heimkehr, nach Lichtern entlang der Autobahn, nach Schnee auf Windschutzscheiben, nach dem Moment, wenn man weiß, dass man bald zu Hause ist.
Es war ein Lied, das man hörte, wenn draußen Kälte herrschte und drinnen Hoffnung wartete. Ein Lied über das Ankommen. So wurde es verstanden. So wird es bis heute verstanden. Doch diese Lesart war nur die Oberfläche. Eine Projektion, ein Missverständnis. Vielleicht hinter der ruhigen Melodie und der vertrauten Stimme verb sich etwas anderes.
Kein festlicher Überschwang, kein lautes Glück, keine Feierlaune. Stattdessen eine Bewegung, eine Fahrt, ein Zustand zwischen Aufbruch und Ankunft, zwischen Nähe und Distanz. Chris Rea sang nicht über das Ziel. Er sang über den Weg dorthin, über die Straße, über das Unterwegs sein. Für ihn war dieses Lied kein Weihnachtsgruß.
Es war ein Bekenntnis. 1978, kurz vor Weihnachten saß er im Auto seiner Frau, die ihn von London nach Middlesbro fuhr. Sein Plattenvertrag war ausgelaufen. Die Firma weigerte sich, ihm ein Zugticket zu bezahlen. Es schneite. Sie gerieten in einen Stau und während sie dort saßen, zwischen all den anderen Autos, zwischen all den anderen erschöpften Gesichtern begann er den Text zu schreiben, fast scherzhaft als Ablenkung.
Doch in diesen Zeilen lag mehr als nur ein Scherz. Das Lied erzählte von Erschöpfung, von langen Tagen, von dem Wunsch, alles hinter sich zu lassen. Die Straße wurde zum Schutzraum, das Auto zum einzigen Ort, an dem keine Erwartungen warteten. Dort musste er nichts erfüllen, niemandem etwas beweisen. Dort durfte er einfach unterwegs sein.
Während das Publikum das Lied mit Geborgenheit verband, spiegelte es für seinen Schöpfer einen inneren Zustand. Es ging um Heimkehr, ja, aber nicht im wörtlichen Sinn. Es ging um die Sehnsucht nach Ruhe. Nach einem Moment, in dem man nicht stark sein muss, nach einem Leben jenseits der Bühne, jenseits der Verpflichtungen, jenseits der Rolle, die man zu spielen hat.
Chris Rea erklärte diese Bedeutung nie offen. Er ließ die Musik sprechen, vielleicht, weil Worte zu viel verraten hätten, vielleicht, weil Schweigen für ihn der ehrlichere Ausdruck war. So wurde das Lied zu einem der großen Missverständnisse seiner Karriere. Ein Song, der tröstete, während er selbst Trost suchte.
ein Song über Heimkehr, gesungen von jemandem, der nie wirklich ankam. In der Einfachheit der Zeilen lag eine Wahrheit, die viele überhörten. Das Tempo war ruhig, fast gleichmäßig. Keine Dramatik, kein emotionaler Höhepunkt. Genau das machte es glaubwürdig. Es war kein Lied des Feierns, sondern eines des Durchhaltens.
Ein musikalischer Zwischenraum, in dem man kurz inne halten konnte, ohne stehen zu bleiben. Mit diesem Lied zeigte sich, wie Chris Reitete, wie er persönliche Last in allgemein verständliche Bilder verwandelte, wie er nicht über Schmerz sprach, sondern über Wege, nicht über Krankheit, sondern über Bewegung. Seine Musik wurde zum Ort, an dem er sagen konnte, was er seinem Leben verschwieg.
So blieb Driving home for Christmas für Millionen ein freundlicher Begleiter durch den Winter. Für ihn jedoch war es ein stiller Spiegel, ein Lied über das Unterwegs sein, das mehr über seine innere Verfassung verriet, als jede öffentliche Erklärung jemals könnte. Und genau darin lag seine Kraft, in dem, was nicht gesagt wurde.
Im Frühjahr 2000 veränderte sich alles. Die Diagnose kam plötzlich ohne Vorwarnung. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Einer der aggressivsten, einer der tödlichsten. Die Prognosen waren düster, die Überlebenschancen gering. Was folgte, war eine 16stündige Operation in Deutschland. 16 Stunden, in denen Ärzte kämpften, um sein Leben zu retten.
Die Bauchspeicheldrüse wurde entfernt, Teile des Magens, Teile des Dündaramms, die Gallenblase, die Leber. Sein Körper wurde umgebaut, neu zusammengesetzt, damit er funktionieren konnte, damit er weitermachen konnte. Er überlebte, aber der Preis war hoch. Von diesem Moment an war sein Leben ein anderes.
Täglich musste er Insulin splitzen. Täglich musste er Tabletten nehmen, nur um die grundlegendsten Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Er hatte den Krebs überlebt, aber er hatte sich nie wirklich davon erholt. Das sagte er Jahre später selbst in einem Interview. Diese Operation markiert eine Cesur. Nicht nur körperlich, sondern auch künstlerisch.
Im Krankenhaus zwischen Leben und Tod traf er eine Entscheidung. Wenn er überlebte, wenn er eine zweite Chance bekam, dann würde er endlich das tun, was er immer hatte tun. wollen. Er würde zum Blues zurückkehren, zu den Wurzeln, zu der Musik, die ihn wirklich interessierte, die ihn wirklich berührte.
Der Pop hatte ihn berühmt gemacht, hatte ihm Erfolg gebracht, hatte ihm ein Leben ermöglicht, aber er hatte ihn auch ausgelaugt. Pop bedeutete Geschwindigkeit, hohe Erwartungen, enge Zeitpläne, große Bühnen, grelles Licht, ein Rhythmus, der keinen Raum für Schwäche ließ. Jede Veröffentlichung verlangte Präsenz, jede Tour neue Kraft.
Für jemanden, dessen Körper längst Signale des Rückzugs sendete, wurde dieses Umfeld zu einer täglichen Belastung, zu einer Qual, die er nicht mehr ertragen konnte, nicht mehr ertragen wollte. Der Blues bot etwas anderes. Er verlangte weniger Eile, weniger Inszenierung. Er ließ Pausen zu. Er akzeptierte Unvollkommenheit.
In dieser Musikform war Langsamkeit kein Makel, sondern Teil der Wahrheit. Chris Ria fand dort einen Raum, in dem er nicht ständig gegen sich selbst arbeiten musste, wo er sein durfte, wie er war, mit all seinen Einschränkungen, mit all seinen Namen. 2002 erschien Dancing Down the Stony Road, sein erstes Blues Album.
Es war kein kommerzieller Erfolg. Es erreichte nicht die Charts. Es wurde nicht im Radio gespielt. Aber das war nicht der Punkt. Der Punkt war, dass er es machen durfte, dass er endlich das spielte, was er fühlen konnte. 2005 folgte Blue Guitars, ein monumentales Projekt, 11 CDs, 130 Songs, dazu 50 eigene Gemälde, eine DVD.
Es war sein Vermächtnis, seine Art zu sagen, das bin ich, das ist wer ich wirklich bin. Diese Hinwendung zum Blues war kein Abschied vom Erfolg. Es war ein Schritt hin zur Ehrlichkeit. Die Themen wurden dunkler, die Arrangements reduzierter, die Stimmung ernster. Es ging nicht mehr darum zu gefallen, es ging darum auszuhalten.
Der Blues erlaubte ihm Schmerz nicht zu verstecken, sondern ihn in Klang zu übersetzen. Gleichzeitig bedeutete dieser Weg einen stillen Rückzug aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit. Weniger Hits, weniger mediale Präsenz, weniger Erwartungsdruck. Für das Publikum wirkte es wie ein Verschwinden. Für ihn war es ein Überleben, ein Versuch, die Kontrolle über das eigene Tempo zurückzugewinnen.
2006 gab er seine offizielle Abschiedstour. Road to Hell and Back Farewell Tour. Der Titel sagte alles. Er hatte den Weg zur Hölle und zurück hinter sich. Jetzt zog er sich zurück. Endgültig, so dachte man. Chris Rea erklärte diesen Schritt nie ausführlich. Er machte keine großen Aussagen darüber, was er aufgab oder gewann. Er tat es einfach.
Wie so oft ließ er die Musik für sich sprechen. 2016, 10 Jahre später, kam der nächste Schlag, ein Schlaganfall, ohne Vorwarnung, ohne Vorzeichen. Plötzlich konnte er nicht mehr richtig sprechen. Seine Hände gehorchten ihm nicht mehr. Die Gitarre, sein treuester Begleiter, wurde zu einem fremden Objekt. Die Rehabilitation war lang und mühsam.
Monate vergingen, bevor er wieder ein Instrument halten konnte, bevor er wieder Worte formen konnte, die Sinn ergaben. Doch er kämpfte sich zurück. 2017 turte er wieder. Road Songs for Lovers, ein Album voller Balladen, voller Zärtlichkeit, voller Melancholie. Die Kritiker waren überrascht. Nach allem, was er durchgemacht hatte, war er wieder da.
Doch der Körper hatte andere Pläne. In Oxford, mitten in einem Konzert, brach er auf der Bühne zusammen. Einfach so. “Er hatte brillliant gespielt”, sagten Augenzeugen. Und dann fiel er, die Bilder gingen um die Welt. Ein alter Mann am Boden liegend, während das Publikum schockiert zusah. “Es sah schlimm aus”, sagten die, die dabei waren. “Es war schlimm.
Von diesem Moment an zog er sich endgültig zurück. Keine Turneen mehr, keine großen Auftritte. Er konzentrierte sich auf sein Studio, auf seine Malerei, auf seine Familie, auf das, was wirklich zählte. Die letzten Jahre verbrachte er zurückgezogen. Sein Instagram Account wurde von seinem Team gepflegt, meist mit alten Fotos mit Erinnerungen an bessere Zeiten.
Nur selten zeigte er sich selbst und wenn, dann gezeichnet. älter, müder, aber auch friedlicher, so schien es, als hätte er einen Frieden gefunden, den er lange gesucht hatte. In den letzten drei Tagen seines Lebens wurde Chris Rea stiller als je zuvor. Nicht, weil er nichts mehr zu sagen hatte, sondern weil die Worte zu spät kamen.
Der Körper war müde von einem Kampf, der sich über fast ein Vierteljahrhundert hingezogen hatte, von Operation zu Schlaganfall, von Tablette zu Tablette, von Auftritt zu Auftritt. Und der Geist wusste, dass es keinen Raum mehr für Zurückhaltung gab. Es war kein dramatisches Abschied nehmen, kein letzter großer Auftritt, kein inszenierter Moment für die Kameras.
Die Tage vergingen langsam, fast ereignislos. Gerade diese Ruhe machte sie so schwer zu ertragen. In dieser Stille, so wird erzählt, begann etwas sichtbar zu werden, dass er so lange für sich behalten hatte. Nicht öffentlich, nicht für die Presse, nur als Erkenntnis, die sich nicht länger verdrängen ließ.
In diesen letzten Stunden wurde klar, was der Preis gewesen war. Chris Rea sprach nicht zuerst über Schmerzen, auch nicht über Krankheit oder Operationen. Das alles war bekannt, dokumentiert, Teil seiner Geschichte. Er sprach über etwas anderes, über Einsamkeit, über das Gefühl, ein Leben lang von Menschen umgeben zu sein und sich dennoch oft zutiefst allein zu fühlen.
Die Bühne war immer voller Gesichter gewesen, tausende, manchmal ztausende. Doch hinter der Bühne blieb es leer. Der Applaus endete, das Licht ging aus und zurück blieb ein Raum, in dem man niemandem etwas vorspielen musste, aber auch niemanden hatte, den man sich zeigen konnte. Diese Einsamkeit war kein plötzlicher Zustand.
Sie hatte sich schleichend aufgebaut, Jahr für Jahr, Album für Album, Tour für Tour. Je mehr seine Musik Menschen erreichte, desto weiter entfernte er sich von sich selbst. Die Rolle des Musikers wurde zur Schutzschicht, hinter der er sich versteckte. Sie funktionierte gut, solange er stark genug war, sie zu tragen.
In diesen letzten Tagen fiel diese Schutzschicht weg, nicht aus Schwäche, sondern aus Klarheit. Er erkannte, dass er vieles getragen hatte, ohne es zu teilen, dass das Schweigen ihn geschützt, aber auch isoliert hatte, dass die Krankheit ihn gezwungen hatte, langsamer zu werden, während die Einsamkeit ihm gelehrt hatte, wie viel er ausgehalten hatte, ohne es je zu benennen. Am 22.
Dezember an diesem Montagmgen der Schlaganfall. nicht wie ein dramatischer Bruch, eher wie der letzte Schritt eines langen Prozesses. Kein plötzlicher Feind, sondern die logische Konsequenz eines Körpers, der zu lange funktioniert hatte, zu lange gekämpft hatte, zu lange durchgehalten hatte.
In diesem Moment gab es keinen Kampf mehr, keine Entscheidung, nur das Ende einer Bewegung, die 40 Jahre gedauert hatte. Was blieb, war Stille. Keine Bühne, kein Publikum, kein Rhythmus, der vorgab, wie es weitergeht. In dieser Stille lag keine Panik, eher eine Art Erschöpfung, die alles andere überlagerte. Der Körper hatte gesprochen, nachdem er so lange überhört worden war.
Chris Rea starb nicht als tragische Figur im klassischen Sinn. Es gab keinen Skandal, keinen öffentlichen Zusammenbruch. Sein Tod war leise, fast konsequent. Wie vieles in seinem Leben geschah er ohne große Gesten. Und genau darin lag die Tragik. Ein Mann, der Millionen Menschen durch seine Musik begleitete, ging in einem Moment, den kaum jemand bemerkte, der in keiner Schlagzeile Platz fand, der keine Bilder produzierte.
Das Vermächtnis von Chris Re lässt sich nicht in Verkaufszahlen oder Auszeichnungen messen. Es liegt in der Art, wie seine Musik Menschen begleitet hat, ohne sie zu überfordern. Seine Lieder drängten sich nie auf, sie warteten, und genau deshalb blieben sie. Er hinterließ keine lauten Botschaften, keine großen Erklärungen, keine Manifeste. Stattdessen schuf er Räume.
Räume für Nachdenklichkeit, für Müdigkeit, für Momente, in denen man nicht stark sein wollte, nicht stark sein musste. Seine Musik war nie ein Versprechen auf Glück. Sie war ein Angebot zum Aushalten. Für viele wurde er zur Stimme jener, die gelernt hatten, still zu bleiben. Nicht aus Schwäche, sondern aus Erfahrung.
Aus der Erkenntnis, dass nicht jeder Schmerz geteilt werden muss, dass nicht jede Last nach außen getragen werden kann. In einer Welt, die Schnelligkeit belohnt, entschied er sich für Langsamkeit. In einer Branche, die Sichtbarkeit fordert, wählte er Rückzug. In einer Zeit, die ständige Verfügbarkeit verlangt, zog er Grenzen.
Dieses Erbe ist unscheinbar und gerade deshalb beständig. Es zeigt, dass Wahrhaftigkeit leiser sein kann als Erfolg, dass Musik nicht retten muss, um zu helfen, dass ein Lied nicht perfekt sein muss, um wahr zu sein. Chris Ria hinterließ keine Antworten, aber er stellte die richtigen Fragen und das ist oft mehr als man von einem Leben erwarten kann.
Chris Ria brauchte kein großes Finale. Sein Leben hatte sich nie über große Gesten definiert. Er ging, wie er gelebt hatte. Leise, kontrolliert, ohne Anspruch auf Mitleid oder besondere Aufmerksamkeit. Was bleibt? ist die Erkenntnis, dass hinter vertrauten Stimmen oft Geschichten liegen, die niemand hören will, die niemand sehen möchte.

Geschichten von Durchhalten, von Krankheit, von Einsamkeit. Geschichten, die nicht erzählt werden, weil sie nicht in Schlagzeilen passen, weil sie unbequem sind, weil sie uns daran erinnern, dass Erfolg und Leid keine Gegensätze sind. Chris Ria war kein Opfer. Er war ein Mensch, der gelernt hatte, Lasten zu tragen und sie in Musik zu verwandeln.
Seine Lieder bleiben als Spuren dieses Weges, nicht als Trostpflaster, nicht als Heilmittel, sondern als Begleiter für all jene, die selbst unterwegs sind, die selbst kämpfen, die selbst schweigen. Vielleicht liegt darin sein letzter Gruß, die Erinnerung daran, dass man zuhören sollte.
Nicht nur der Musik, sondern auch dem Schweigen dahinter, denn manchmal sagt das Schweigen mehr als tausend Worte. M.
News
Sensationell! Krall nimmt kein Blatt vor dem Mund!
Dr. Markus Krall nimmt kein Blatt vor dem Mund. Die heutige CDU wird von vielen Linksradikalen geführt….
Jeder geigt ihr die Meinung & sie kommt nicht darauf klar
die Migration kostet Deutschland jährlich 50 Milliarden Euro Steuergelder hart erarbeitetes Steuergeld und da ist es…
Er hat sie hintergangen! Polizistin & Bund der Steuerzahler gar nicht zufrieden
Mario Vogt hat nicht etwa Stellen abgebaut, wie groß angekündigt. Im Gegenteil, er hat noch mehr Leute…
Lanz: “Kinder fassen zum ersten Mal einen Stift an!” Reine Fassungslosigkeit! Hüther schlägt Alarm
die Grundschule verlassen und immer noch nicht lesen und schreiben können und viel zu dick sind und…
Wir sind ihnen egal
die Autorin undistin Birgit Kelle ist ein geresehener G bei dem Nachrichtenportal sie ist über die …
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen – Zum Abschuss freigegeben – Antje Hermenau
die Gewalt an Politikern nimmt stetig zu doch wenn es ein Politiker von der AFD ist ist…
End of content
No more pages to load






