Diese Aktivistin bekommt ordentlich   Gegenwind, nicht nur von diesem   Jungpolitiker, der ordentlich auf den   Putz haut, sondern auch vom Publikum.   Solche Sendungen müssten dem ÖR mal   wieder öfter stattfinden. Frag sie, weil   Sie auch relativ jung und übrigens sehr   fit aussehen, w ich sagen darf. Wie ist   Ihr Name? Mein Name ist Manuel   Krauthausen und ich komme aus   Weißweiler.

 

 Sie haben sich, wir haben   das Thema gehört und Sie haben sich   gemeldet, kommen hierher. Was ist Ihre   Meinung zu dem Thema? Meine Meinung zu   dem Thema ist äh ganz klar, dass das   Thema in letzter Zeit sehr aufgebauscht   wird und dass man nicht vergessen darf,   ähm worum es eigentlich gehen sollte.   beispielsweise Dinge wie äh Sex Nötigung   oder Versteiner Meinung nach härter   bestraft werden und da ist unsere Justiz   ja zeigt sich oft als Kuscheljustiz und   ähm es kann nicht sein, dass jemand der   eine schon nach 5 Jahren   5 Jahre kriegt und nach zwei Jahren   wieder aus Bewährung bekommt, weil es   meinetwegen mild Umstände gibt. Der   einzige milstand ist, dass das nicht   war. Und das Thema hier, wenn ich dann   höre beim Flirten beispielsweise, wenn   man jetzt einer Frau schon Kompliment   macht, muss man mittlerweile als Mann   schon Angst haben. Ah, fühlt die sich   jetzt belästigt oder nicht? Weil ich sag   mal, wer schon mal auf einer   Damensitzung als männlicher Kellner   gearbeitet hat, der weiß, wie es auch   auf der Gegenseite aussehen kann und da   kenne ich aber keinen Mann, der jetzt so   äh einen großen Aufstand gemacht hat.

 

  Haben Sie schon mal auf als Kellner auf   einer Damitzung gearbeitet? Ja, habe   ich. Ich spreche da aus persönlicher   Erfahrung, aber ja, meinetwegen dann tut   man es ab, wenn jetzt so eine 50-jährige   Mutti gut drauf ist, dann ja   sagt man auch schon mal, ja, gut, die   hat vielleicht einen zu viel getrunken   und gut ist, dann lässt man auch schon   mal alle fünf gerade sein.

 

 Klar,   anfassen geht eigentlich nicht. Man kann   sich auch schon mal als Kellner manche   Sprüche anhören, aber gut, das geht dann   hier rein und da wieder raus. Wobei ich   muss da auch sagen, vielleicht sind wir   Männer da auch einfach ein bisschen   lockerer und sehen das da nicht so   ernst.

 

 Wir sagen dann ja gut, dann hat   die halt vielleicht jetzt gerade ein   Witzchen gemacht unter ihren Frauen und   dann geht man zum nächsten Tisch und   vergisst das ganze wieder. So, wenn sie   dann 50 mit der 50 Mutti zurücknehmen,   sind wir Freunde. Alles klar. Zurückel.   Was Bettina Böttinger hier noch nicht   wusste, der junge Mann gehört heute der   AfD an und doch hat sie ihm die Hand   gegeben und sich köstlich mit ihm   amüsiert.

 

 Manuel Krauthausen ist ein   sympathischer, kluger, junger Mann. Man   sollte ihm nicht ausgrenzen, nur weil er   einer Partei angehört, die einem nicht   gefällt. Mensch bleibt Mensch. Später   wird er übrigens noch einmal für   Gesprächsstoff sorgen. Der Chefredakur   des Playboy, der hat im vergangenen Juni   mal gesagt, Zitat: Wenn z.B.

 

 einer   unbekleiteten Frau ein Handy im Hin   steckt und die Werbebotschaft lautet   Handy im wir reparieren es. Dann ist das   nicht frauenfeindlich, sondern dämlich.   Das ist einfach nur dämlich. Ja. Ist   dieser Satz nicht genauso dämlich? Nein,   der Satz ist deswegen nicht dämlich,   weil die Idee halt wahnsinnig wahnsinnig   schwachsinnig ist.

 

 Aber es ist nicht   schauenfeindlich, sagen sie, wenn ich,   wenn ich dieses Handy einem Mann in den   Hintern schieben würde, wäre es genauso   eine dämliche Idee. Aber es wird nach   Frau Hintern geschoben,   aber es wäre nicht männerfeindlich, wenn   es eine Mann in hin geschoben werden   würde. Ja, aber komischerweise müssen   immer die Frauen dran glauben, denn Frau   Keller hat gerade den Vorwurf erhoben,   das sei Zensur, wenn man versucht auf   Werbung Einfluss zu nehmen.

 

 Sie bekommen   aber so viel ich weiß vom   Bundesfamilienministerium sogar den   Auftrag für die kommenden, ich glaube   zwei Jahre genau zu gucken, ein   Monitoring anzustellen, wo ist Werbung   sexistisch oder nicht. Genau, das   macht’s doch nicht besser. Wer sagt,   bitte darf ich bitte Frau Schmiedel erst   fragen? Das ganze ist entstanden, weil   eine Mitarbeiterin von uns Dorin Berit   Fölzmann den deutschen Juristinpreis   gewonnen hat mit ihrer Gesetzesnorm, die   sie in ihrer Doktorarbeit ausgeführt   hat, die sich dre Jahre damit   beschäftigt. Wie können wir unser   Grundgesetz anwenden im Gesetz gegen   unlauteren Wettbewerb, um genau und   deziert auszuführen, wo Sexismus anfängt   und aufhört? Das können wir nicht bei   Film, das können wir nicht bei   Filmplakaten, nicht mal, das können wir   nicht bei Radiosendung, wir können es   bei Werbung, weil Werbung dazu da ist,   um zu manipulieren. Und deshalb können   wir schauen, wo ist hier die   Meinungsfreiheit noch erhalten und wo   ist das im Konflikt mit unserem   Gleichstellungsgesetz, wenn immer nur   Frauen als Deko über den Autoreifen der   Würstchenbude, den Hundefutter, nennen   sie mir irgendein Produkt und ich nenne   die Werbung dazu mit der halb nackten

 

  Frau, ähm wenn die Frau immer Deko ist,   dann ist es natürlich frauenfeindlich   und das Handy wird natürlich eher der   Frau in gestopft und ähm das Problem   ist, dass ein Mann, der halb nackt in   der Werbung zu sehen ist und es ist   völlig okay, wenn es David Beckel ist   für Cin Klein Unterwäsche oder Davidorf,   der Davidorfmann oder der Coca-Cola.

 

  Ähm, ne, Entschuldigung. Coca-Cola   könnte man sagen, ist ja Sexismus, weil   das eigentlich nichts mit Sex zu tun   hat. Aber dieser Mann, der wird später,   wenn er rausgeht aus der Werbung, immer   noch die besseren Jobs bekommen. Der   wird weniger sexualisierter Gewalt   ausgesetzt sein.

 

 Der wird weniger Armut   im Alter leiden. Der ist in dieser   Gesellschaft besser gestellt. Wer   entscheidet eigentlich, ob eine Werbung   als geeignet gilt oder nicht? Nach   welchen Kriterien wird davorgegangen?   Auch mir gefällt es nicht, dass   Freizügigkeit inzwischen überall so   präsent ist. Ein Beispiel bei der   letzten Olympiaöffnung in Paris.

 

 Was ich   da gesehen habe, fand ich persönlich   völlig unpassend. Solche Darstellungen   haben für mich bei einer Olympiade   nichts verloren. Genauso irritierend   finde ich die jährlichen Paraden, die in   ganz Deutschland stattfinden. Erwachsene   in schrillen Kostümen und viel nackter   Haut mitten auf der Straße.

 

 Das kann ich   nicht einfach abschalten. Es ist da im   öffentlichen Raum im Gegensatz zur   Werbung im TV. Die kann man immerhin   wegschalten. Aber nun zurück zu dem   jungen Mann, um den es hier eigentlich   geht. Der gelernte Schornsteinfäger, der   mittlerweile für die AfD im Bundestag   sitzt, kommt erneut zu Wort. Ja,   richtig. Genau.

 

 Ich würde noch gerne auf   das eingehen, was Frau Dr. Schmiedel   eben gesagt hatte und äh zwar ging es   darum, dass Frauen auch aufgrund ihres   Äußeren unter einen gewissen   Leistungsdruck stehen. Aber jetzt sind   wir noch mal ganz ehrlich, es gibt so   ein klassisches Frauenbild, wie eine   Frau auszusehen hat, wenn sie also wie   eine schöne Frau auszusehen hat.

 

 Das   gibt’s aber doch auch für Männer. Also,   ich sag mal, wie werden Männer in den   Medien dargestellt oder wie wurden die   schon vor 2000 Jahren in Statuen   dargestellt? Groß, muskulös, breite   Schultern, ein Sixback. Und ich höre   immer nur, dass Frauen unter Druck   stehen, aber wir Männer, wir die wir   stehen doch auch in einer gewissen Weise   unter Druck, weil ich meine, klar, ist   ich habe es eben schon mal gesagt,   vielleicht sind wir Männer da auch   einfach ein bisschen ja, gut, wenn ich   jetzt nicht der hübscheste bin oder   keine Lust habe ins Fitneystudio zu   gehen, dann gucke ich, dass ich einen   guten Job habe und Geld macht ja   bekanntlich auch sexy, aber   es ist ja leider so. Aber sie gehen ins   Fitnessstudio, ne? Ich gehe auch ins   Fitnessstudio. Ja, das sieht man. Ich   würde aber also positiv war ein   Kompliment. Danke schön. Thema zusammen   zu dem Punkt. Aber jetzt ja, das Thema   ist ja, wo fängt Belästigung an?   Grabschen oder flirten oder was weiß   ich? Also mal ganz klar, Anfassen gegen   den Willen geht nicht, aber alles   andere, also ob der mich anguckt, ob der

 

  mir ein Spruch tut, ob der mich   beschimmt hat, geht mir sowas von   vorbei. Kann ich mich umdrehen und   gehen, kriegt er von mir ein Spruch auch   gut. Aber solange nicht gegen den Willen   angefasst wird, ist alles im grünen   Bereich. Und so eine Werbung, wo wir   eben von gesprochen haben, nackte   Frauen, das ist mir auch sowas von egal.

  Darf ich Sie wirken aber auch sehr   selbstbewusst, sehr straight. Es gibt   aber auch Frauen und heranchsen, die   vielleicht mehr Probleme mit haben und   die sich nicht so cool Ja, aber es tut   doch nicht weh, wenn ja, wenn dich einer   anguckt oder dir einer in Spruch tut   oder was weiß ich.

 

 Das tut doch nicht   weh. Wo ist denn da die sexuelle   Belästigung? Gut, die Frage gebe ich   weiter. Frau Schwedel, sie setzen sich   ein für Gleichberechtigung und für den   Abbau von Übergriffen auch am Beispiel   Werbung. Wo ist da die Grenze? Wo ist da   das? Ich denke, was einfach so wichtig   ist und das wollte ich eigentlich   aufnehmen, dass wir anfangen, die   Gesamtkultur anzugucken, die diese   Übergriffe trägt und in den es so   einfach ist, diese diesen Wechsel von   Spruch zu Angrabschen zu begehen.

 

 Und   zwar ganz einfach. Es ist einfach so,   dass wenn Frauen ständig Dekoration   sind, wie z.B. in der Werbung? Nein, sie   vielleicht nicht, aber es gibt viele   Frauen, die zu uns kommen und die uns   schreiben und die sagen, das finden wir   nicht in Ordnung und es nervt uns ganz   doll, objektifiziert zu werden.

 

  Sicherlich gibt es viele Frauen, die   kein Objekt sein, sondern ernst genommen   werden wollen. Doch gerade durch Social   Media scheint es heute immer mehr leicht   bekleidete Frauen zu geben. Und genau   dieses Problem spricht nun diese junge   Dame offen an. Darf sie fragen, wo sie   hier kommen? Ich komme aus Hahn, das   liegt bei Wuppertal und ich würde gerne   noch mal was zu der Objektivierung   sagen, weil ich ja jung bin und auch in   den sozialen Medien aktiv bin und ich   muss sagen, dass ich junge Mädchen ganz   klar und viel also sehr oft zum machen,   wenn ich mir ansehe, wie sich 13,   14-jährige Mädchens ähm vorm Spiegel   oder im Bikini äh fotografieren und das   hochladen und jeder kann es sehen. Dann   frage ich mich, warum macht ihr das? Und   warum ähm   wundert ihr euch, wenn ihr dann komische   Nachrichten bekommt? Das ist ein ein   wichtiger Aspekt, das finde ich gut. Wie   alt sind Sie? Äh 23. Dann frage ich   jetzt mal, Sie haben sich ja vorhin

 

  schon gemeldet. Äh Lobby für Mädchen war   das. Sagt sie, viele junge Mädchen sind   heute selber so auf dieser Sexwelle,   dass ich sozusagen von sich aus ähm dem   Anbietern Ja, das ist schon richtig   beobachtet. Die Frage ist nur, wie   entsteht das? Und Mädchen und junge   Frauen werden heute damit groß, dass auf   der einen Seite eine riesen   Leistungsanforderung an sie da ist, also   was sie alles lernen und leisten sollen   und gleichzeitig ein Druck, den es in   der Form noch nie gegeben hat, eine   bestimmte Form von zu verkörpern, von   sich darzustellen, von sich attraktiv zu   machen. Und da wirkt natürlich Werbung,   dafür ist sie ja auch da. Die wird ja   nicht gemacht, damit sie nicht wirkt.   Mädchen wachsen mit Botschaften auf   sein, erfolgreich sein, Geld machen,   liebende Ehefrau sein oder liebende Frau   sein und natürlich nicht an der   Vorratstell Vormachtstellung des Mannes,   mit dem sie zusammen sind oder des

 

  Jungen zu kratzen. ist unauflös und in   diesem ganzen ähm in dieser ganzen   Gemengelage entsteht schon, dass Mädchen   da Dinge tun, die sie hinterher auf   bitter bereuen und von denen sie   irgendwann merken, da habe ich mir ganz   fürchte, habe ich mich selber furchtbar   reingelegt, aber sie reagieren auf etwas   so und da kommen Erwachsene nicht aus   der Verantwortung raus, die die Werbung   machen, die die Medien machen etc.

 

 etc.,   dass sie genau dafür die Linien   vorgeben. Genau. Und da schließt sich   der Kreis. Die Verantwortung liegt bei   den Erwachsenen. In diesem Fall ganz   klar bei den Eltern. Meiner Meinung nach   sind es die Eltern und niemand sonst.   Wenn wir heute solche Bilder von Heidi   Klum und ihrer Tochter sehen, frage ich   mich, muss das wirklich sein? Sie ist   reich, erfolgreich.

 

 Sie hat das doch gar   nicht nötig. Wird ihre Tochter das eines   Tages bereuen? Vermutlich nicht. Oder   denken wir an die Geißens? Mutter und   Tochter im Pool öffentlich präsentiert.   Auch hier gilt die Eltern sind und   bleiben Vorbilder, zumindest bis zu   einem gewissen Alter. Es liegt an Ihnen,   ihre Kinder zu schützen, ihnen klar zu   machen, welche Konsequenzen es haben   kann, wenn man sich so freizügig im   Social Media zeigt und dass das Netz   nichts vergisst. M.