Und dann kommt er wieder, der Klassiker. Putin wird mit Hitler verglichen. Ganz ehrlich, wie soll auf so einer Grundlage noch eine vernünftige Debatte entstehen? Zum Glück sitzt in dieser Torrunde auch jemand mit klarem Verstand. Der Politikwissenschaftler Johannes Warwig bringt die kriegstreiberische Rhetorik auf den Boden der Realität und verteilt dabei ein paar dringend nötige Denkzettel.
Diplomatie hat nicht den besten Leumond, natürlich nicht im Moment, aber wer Diplomatie diffiert gewissermaßen und wer von Diktatfrieden und sowas redet, der will am Ende keine politische Lösung, sondern der will eine militärische Lösung äh die so aussieht, dass man Russland aus der Ukraine vertreibt.
Und wenn ich mir was wünschen könnte, dann würde ich mir das wünschen. Noch mal, Russland ist der Aggressor und dieser Krieg war in dem Sinne äh nicht nur unnötig, sondern natürlich auch ein Verbrechen. Aber wir müssen doch jetzt sehen, aus dieser realision Situation das Beste zu machen. Und im übrigen gab es ja schon mal lange nach Minsk in Istanbul im Jahr 2022 sehr weitgehende Gespräche, die dann daran gescheitert sind, dass der Westen ganz offenkundig dachte, er kann noch einen besseren Deal für die Ukraine erreichen und das hat sich einfach als Fehlkalkulation erwiesen und daraus sollten wir lernen. Das ist sind die Verhandlungen in Istanbul damals gewesen 2022. Ähm, sie sagen, nee, das äh das die Verhandlung 2022, die Tat, was Sie als Faktum hier hinstellen, ist falsch. Es sind nicht, es ist nicht kann man zumindest unterschiedlicher Auffassung sein. Wenn ich ih Auffassung gerne hören, ja, dann kann ich das weiß nicht, dass meine falsche ist, sie haben eine andere das in Ordnung, aber da kön schreit. Also es es gab damals diesen berühmten zehn
Punkteplan, der beinhaltete Teile dessen, was verhandelt werden sollte und dann sind die dann sind die die Russen haben davon Abstand genommen und sie haben vor allen Dingen sie wollten ihre Situation damit damals stabilisieren, weil sie militärisch am Schlachtfeld verloren haben. Sie waren militärisch vorgedrungen und dann kamen sie nicht weiter und dann kamen diese kam diese Dinge.
Aber ich will noch was ich will noch was anderes sagen. Hätten Sie im Jahre 1938 mit Hitler verhandelt? Ja, schön, dass Sie das sagen. Wenn Sie Putin mit Hitler gleichsetzen, dann kann man nicht verhandeln. Gar keine Frage. Und natürlich gab es mit Hitler keine politische Lösung, aber sie machen jetzt den Fehler, dass sie Putin mit Hitler gleichsetzen und damit verunmöglicht man Diplomatie.
Dann müssen sie eine russische Niederlage, wie ist das ausgegangen? Das deutsche Reich hat zurecht dann ähm verloren, ist sozusagen in die Knie gezwungen worden. Wollen sie Russland so in die Knie zwingen? Ist das die richtige Analyse? Putin als Hitler bezeichnen. Ich glaube das du gar nicht haben den Vergleich aufgebracht.
Es geht darum eine Situation zu schaffen in der Russland einsieht der Völkerrechtsbruch, den sie begangen haben, in ihr zu nichts führt. Den Rest erspare ich dir, denn der Diplomat im Ruhestand und ehemaliger Botschafter in Polen haut ernsthaft raus, dass Putin nach der Ukraine direkt in Berlin vor der Tür steht.
Dreieinhalb Jahre lang durfte niemand mit Putin verhandeln. Wer es versucht hat, wurde sofort als Putin Versteher abgestempelt. Und jetzt jetzt versucht Donald Trump zu verhandeln und plötzlich ist das auch wieder falsch. Europa wirkt wie ein bockiges Kind. Aber richtig ist genauso, dass die NATO sozusagen Russland immer mehr auf die Pelle gerückt ist und die Ukraine die roteste der roten Linien für Russland war. Und alle wussten das.
Sie wussten es auch. Alle, die sich damit beschäftigt haben, wussten das. Das heißt, äh wir haben das sehr ungeschickt gespielt und das ist auch sozusagen der Ansatzpunkt für einen Ausweg. Und noch mal das, was Sie gesagt haben über die Konferenz etwa in der Schweiz. Russland war ja nicht mal eingeladen.
Sie haben die Stimmen zitiert, richtigerweise. Es war dre Jahre die Stimmung, dass man mit Putin nicht reden darf. Das einzige, worüber man verhandeln kann mit ihm, ist die Größe der Zelle in den Hak als Kriegsverbrecher. Über Reparationen und solche Dinge kann man verhandeln, über nichts anderes.
Und das hat sich als nicht erfolgreich herausgestellt. Wir hatten ja sogar politische Ziele und militärische Ziele, die bis zur Rückeroberung der Krim gingen und damit haben wir sozusagen Waffenlieferung begründet. Also völlige Fehlannahmen in diesem Konflikt und ich habe den Eindruckelt, muss ich leider sagen, sie machen weiter Fehlannahmen.
Die Ukraine ist dabei diesen Krieg zu verlieren und wir können die Unterstützung, die wir in den letzten Jahren geleistet haben, so nicht fortsetzen, auch weil die Amerikaner nicht mehr mitmachen. Das heißt schon aus dem Grund brauchen wir politische Ansätze, die nur auf einem Interessenausgleich beruhen können.
Aber diese Kanäle, die Kommunikationskanäle existieren ja und werden weiter genutzt. Ich glaube, es ist falsch zu denken, dass das für uns immer so offensichtlich ist. Ja, aber das nicht alles zu ist, ist auch klar. Es findet ja z.B. statt gefangenen Austausch. So etwas funktioniert nicht, wenn es nicht auf militärischen Bereich und auf dem politischen Bereich nicht Gespräche stattfinden.
Auch das Getreideabkommen ist so ein Beispiel. Und ja, das muss immer wieder neu versucht werden, immer wieder neu initiiert und vielleicht auch noch nicht der große Wurf, sondern auch im kleinen Details immer wieder äh versuchen, da äh ins Gespräch zu kommen, weil wenn dieser entscheidende Moment da ist, dann müssen diese Kommunikationskanäle schon da sein.
Aber äh es braucht einen Plan B und da möchte ich einmal zurückgreifen, um Putin auch einfach noch mal aus einer anderen Sicht zu sehen. Ich meine, wir haben es mit einem autoritären Regime zu tun und die agieren anders als wir in demokratischen Verhältnisse. Er verhandelt auch anders. Trotzdem kann man mit ihm verhandeln, aber ein autoritäres Regime lebt vom Konflikt und in den Konflikt zu gehen.
Und das machen sie ziemlich lange, weil es sehr erfolgreich ist und das sehen wir schon über viele Jahre in Russland. Das heißt nicht, dass ich auch eine Diktatur wiedermäßigen kann. Und deshalb müssen diese Gesprächskanäle offen gehalten werden, aber wir brauchen beides.
Wir brauchen vor allen Dingen auch ein, aber ich meine, wir können ja die Welt nicht so machen, wie wir uns das wünschen. Die Welt ist voller autoritärer Systeme und Diktaturen. Mit denen muss man irgendwie arbeiten und natürlich das Beste rausholen. Aber das Argument zu sagen, Russland ist eine Diktatur oder ein außeres System, mit denen kann man nicht reden, das ist frem Logis Kommunikationskanäle offen halten und es ist der Punkt zu sagen und die müssen da sein, wenn der Punkt da ist, dass Friedensgespräche da sind, aber ich wäre dafür einen Plan B zu haben, wenn das hab sie haben ja recht, aber ich finde Kommunikationskanäle sind natürlich kein Selbstzweck. Es gibt wenige, es gibt welche, sie haben recht. Es gibt z.B. sehr wenige Kontakte nur noch zwischen Militärs, um auch Eskalation zu verhindern, auch unab abbesicht unbeabsichtigte Eskalation, also Fehlperzeption der anderen Seite. Also wir sind in einer wirklich brisanten Lage. Professor Warwig bekommt nun die Frage gestellt, ob ausgerechnet Donald Trump der Richtige ist, um diesen
Job zu übernehmen. Ganz ehrlich, in meinen Augen ist das völlig zweitrangig. Es geht nicht darum, wer verhandelt, sondern dass überhaupt jemand den Mut hat, über Frieden zu sprechen. Ob Trump oder sonst wer, entscheidend ist, dass der Dialog endlich wieder in den Mittelpunkt rückt, denn Frieden hängt nicht am Namen, sondern am Willen, überhaupt einen Weg dahinzufinden.
Also, ich bin gewiss hier niemand, der Donald Trump verteiligt. Der ist sozusagen ein sprunghafter, auch unangenehmer Politiktp, der viel falsch macht. Das ist gar keine Frage, aber das heißt ja nicht, dass er nicht auch was richtig machen kann. Und ich würde sagen, in der Ukraine hat er einen anderen Ansatz als den der Westen bisher hat und im übrigen auch die USA.
Also er unterscheidet sich sehr sehr radikal vor seinem Vorgänger und die Kernidee, wenn ich ihn richtig lese, ist, dass man Diplomatie nur machen kann, wenn man Kompromisse macht und auch einen Interessenausgleich macht. Und die Vorstellung, dass wir diesen Krieg noch weiterlaufen lassen mit immer mehr Waffenlieferung befeuern und dann die Ukraine irgendwann besser dabei wegkommen, das glaube ich ist eine Illusion und das hat Trump erkannt und im übrigen glaube ich hat Trump auch erkannt, darüber haben wir noch gar nicht geredet, dass dieser Krieg auch so schlimm er jetzt schon ist noch schlimmer werden kann, das heißt eskalieren kann in eine militärische Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland und auch das will Donald Trump mit guten Gründen, finde ich, vermeiden. Heißt, wir müssen jetzt eine gewissermaßen strategische Frontbereinigung in dieser Frage machen und die nimmt Donald Trump vor und das heißt, dass man auch die Interessen des Aggressors gewissermaßen in den Blick nehmen muss, nicht ihm recht geben und
nicht die Ukraine verhöern oder alles akzeptieren. Warum geht es überhaupt nicht? Aber über einen klugen Interessenausgleich nachdenken, wie die europäische Sicherheit wieder stabilisiert werden kann und wie die Ukraine zu guten und bestmöglichen Bedingungen aus diesem Krieg rauskommt. Im Moment ist die Ukraine dabei, den Krieg zu verlieren, trotz all unserer Unterstützung und das kann nicht der richtige Weg sein.
Professor Warwig strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und es scheint, dass er in diesem Bereich der richtige Mann ist. Wenn wir mehr Politiker von seinem Kaliber hätten, wären wir ziemlich sicher schon einen Schritt näher am Frieden. Solche Menschen, die mit Verstand und Gelassenheit agieren, sind genau das, was die Politik heute braucht.
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