Mit großem Interesse habe ich mir diesen   Teil der Talgrunde angeschaut, indem   eine mutige Bürgerin den   Altparteinpolitikern offen ins Gesicht   sagt, dass sie sich die AfD in der   Regierung wünscht. Die zögerliche und   sichtlich verunsicherte Reaktion des   Moderators war einfach unbezahlbar. Er   kam überhaupt nicht damit klar, mit   welcher Klarheit und Selbstsicherheit   sie ihre Meinung vertreten hat.

 

 Ich   finde es großartig. Sie spricht vielen   Millionen Menschen aus der Seele und ich   bin überzeugt, dass der   öffentlichrechtliche Rundfunk niemals   damit gerechnet hat, dass sie so   deutlich Stellung bezieht. Ja, und das   wäre tatsächlich auch unsere Frage mal   direkt vorab an unsere Zuschauerinnen   und Zuschauer hier im Saal.

 

 Die Groo   finde ich gut, wäre das grüne Kärtchen.   Die Groo finde ich nicht gut, wäre das   rote Kärtchen. Bitte stimmen Sie einmal   ab. einmal die Karte deutlich nach oben   und da sehen wir eine ziemlich klare   Durchmischung. Anja, ich weiß nicht, wie   es dir geht. Ich würde sagen ein   bisschen mehr grün als rot, ein   bisschen, aber viel ist es nicht.

 

 Und da   würde ich einfach mal gerne bei Ihnen   nachfragen. Hier vorne einen schönen   guten Abend. Sehen ein rotes Kärtchen   für diese Groko. Rote Karte. Woran   liegt’s?   Also ich äh traue das den beiden   Parteien überhaupt nicht zu, weil ich   der Meinung bin, das einzige, was die   beiden gemeinsam haben, ist, dass wir   verhindern wollen, dass die AfD   mitreiert. Mm.

 

 Sie würden sich wünschen,   dass die AfD mitreiert, aber   hundertprozentig. Und ich halt auch,   muss ich sagen, für extrem gefährlich,   dass er das so kategorisch ausschließen.   Mhm. Und ich gehe sogar soweit, dass ich   beide Parteien dafür zutiefst verachte,   dass sie das so tun. Ja, klares klares   Votum. Vielen Dank erstmal hier vorn.

 

  Sie hat mir vorhin schon gesagt, sie   sind pro Groko, haben aber auch so ein   bisschen Bauchschmerzen. In welche   Richtung geht es? Ja, ich kann beide   Ansichten teilen von meiner Vorrednerin   und von dem Vorredner und Herr Kröber,   Herr Müller, was ihre Beinparteien   während des Wahlkampfs und eigentlich   auch seit Sonntag abgeliefert haben, das   war alles andere als ein guter   Wahlkampf.

 

 Ich weiß überhaupt nicht, was   sie für Zielstellung haben, worüber sie   sich da alle gestritten   haben. Ich weiß nur, dass zurzeit eine   schwarzblaue Koalition dieses Land   aushebeln würde und wir haben so viele   Probleme am Hals. Ähm, ich traue Ihnen   aber einfach gar nicht zu, dass sie das   gebacken bekommen. Und eine Frage habe   ich noch.

 

 Ähm, Frau Weidel hat kurz nach   äh der Bekanntgabe der Wahlergebnisse   hat sie an die CDU gerichtet, die   Aussage getroffen: “In vier Jahren haben   wir sie. Ich traue der AfD das zu und   ich traue es ihnen nicht zu, dass sie   das verhindern können oder wie wollen   Sie das verhindern? Da bin ich mal sehr   gespannt. Sie haben viel Zeit.

 

 Vielen   Dank. Das ist ein klares Votum. Einfach   nur stark die beiden. Die AfD ist   demokratisch gewählt, also sollten wir   den restlichen politischen Prozess   ebenfalls demokratisch weiterführen. Nur   mal zur Veranschaulichung, wenn die AfD   wirklich so gefährlich wäre, warum   durfte sie dann bei den EU-Wahlen   teilnehmen? Man hätte sie doch längst   ausschließen können, genauso wie bei der   Bundestagswahl.

 

 Aber seit Jahren gibt es   nichts handfestes, rein gar nichts, nur   heiße Luft. Aber nun weiter im Video zu   einem Fall, der mich wirklich bewegt.   Ein Rentner, der als Soldat diesem Land   gedient hat, wird der Art respektlos   behandelt. Für mich ist das einfach nur   unter aller Sau. Wir haben in der MDR   Frag Community äh auch Kontakte und   Menschen gehabt, die uns gesagt haben,   es ist eigentlich alles andere als   gerecht.

 

 Freue mich sehr, dass Thomas   Hering heute Abend bei uns ist. Schönen   guten Abend. Schönen guten Abend, Herr   Hering. In aller Kürze. Sie haben als   Soldat in zwei Armeen gedient, in der   NVA und in der Bundeswehr. Haben sie   sich auf ihren Ruhestand gefreut, als   die Pension kam und der erste   Pensionsbescheid. Da waren Sie, gelinde   gesagt, irritiert.

 

 Sagen Sie kurz,   warum?   Äh, ich habe Deutschland wie gesagt 42   Jahre gedient. Dann kam das   Pensionsalter   äh und dann wurde ich wieder Ossi. Das   heißt, gegenüber denselben Kameraden äh,   die in den alten Ländern gedient haben,   habe ich   21,4% weniger Ruhgehalt für die gleiche   Arbeit. Für die gleiche Arbeit. Es geht   mir nicht um das monetäre Element,   sondern ich finde es beschämend, dass   die Lebensleistung der Bürger in den   neuen Bundesländern nicht gewürdigt wird   von der   Politik.

 

 Und das ist das, was auch dazu   führt, dass eine Spaltung Ostwest   entstanden ist, die man versucht hat zu   kitten. Mhm. Und das ist äh für mich äh   nicht überwindbar, indem man Brandmauern   baut oder   irgendwelche äh ja, es der Osten tickt   anders. Das tut mir leid. Okay, also   Ihnen geht’s um Gerechtigkeit. Herr   Hering, ich danke Ihnen.

 

 Wir lassen die   Politikerech reagieren. Ich will nur   noch mal einen Schritt weitergehen, dass   jemand von der Lehrerfront bei uns ist.   Astrid Düder ist bei uns aus Bernburg.   Guten Abend. Ja, ich freue mich auch.   Hallo. Hallo, Frau Düder. Sie haben mir   erzählt, äh ich bin seit 40 Jahren   Lehrerin, Herr Bernschein, ich habe   immer noch Lust. Ja. Jippi.

 

 Dann wurde   es kurz still bei uns am Telefon. Dann   haben sie gesagt, aber mein Akku ist   leer. Ja, immer schneller und heute ist   Mittwoch und ich bin jetzt schon heiser.   Und sie muss no durchhalten bis Freitag.   Ja, muss ich. Woran liegt das denn, dass   der Akku so leer ist? An den   Bedingungen.

 

 Nicht an den maroden   Schulen, nicht an irgendeiner blöden   technischen Ausstattung. Es liegt am   System, am Schulsystem. Machen Sie es   konkret? Sie haben Finnland gesagt,   Jippi. Wissen Sie, woher die Fin das   haben?   Sie haben unsere Bildung studiert. Ich   bin in diesem Bildungssystem groß   geworden und ich sag ihn was wir seit 40   Jahren, nein, seit 35 Jahren falsch   machen.

 

 Wir haben hier ein föderales   föderalistisches Bildungssystem. Jeder   macht, was er will, ganz schlecht. Wir   haben inluiert wir haben es so genannt   und nichts dazu getan. Wir wir sollen in   integrieren und tun nichts dazu. Jetzt   digitalisieren wir auch noch nichts wird   besser durch Digitalisierung. Nichts.   Ich erlebe seit 40 Jahren, wie es hier   im Berg runtergeht.

 

 Wir senken   Bildungsstandards ständig, damit es   besser klingt. Wir äh bringen Niveau in   diese Schule. Wir streichen Lerninhalte.   Uns fehlen die Worte. In dieser Sendung   hat mir natürlich auch das Thema   Migration gefehlt. Es wird nicht mal   angesprochen, obwohl es Wahlkampfthahema   Nummer 1 ist oder war.

 Gerade die   Lehrerin, die von den katastrophalen   Bedingungen an den Schulen berichtet   hat, hätte auch zur Wahrheit hinzufügen   können, dass viele Schüler, die nicht   lesen und schreiben können, eben nicht   nur deutsche Kinder sind. Und dann das   Thema Gewalt an Schulen. Kaum noch   jemand möchte diesen Beruf heute mit   Überzeugung ausüben.

 

 Jetzt kommen wir zu   einem Teil vom Politik YouTuber, der   Parabelritter, der noch etwas zur   Ausgrenzung der AfD zu sagen hat. Und   auch hier nach gefragt, es wird von   vielen gerade hier im Osten, wo die AfD   stärkste Kraft geworden ist, ähm in   vielen ähm Kommunen und Bundesländern   als undemokratisch empfunden. Wir haben   es gehört, dass ähm sie ausgeschlossen   wird.

 

 Wie sehen Sie da, wie sehen Sie   das? Ich fand dahingehend die   Wortmeldung schon wirklich sehr   repräsentativ. Ich glaube, das ist das,   was sich hier sehr wieder sehr oft   widerspiegelt äh im Osten. Ähm ich würde   grundsätzlich erstmal sagen, dass diese   das Ergebnis zu ignorieren oder die AfD   zu ignorieren, wie es jetzt sozusagen   scheint, nicht das Ignorieren des Ostens   ist, sondern das Ignorieren einer   gewissen Bevölkerungsgruppe.

 

 Die   Bevölkerungsgruppe, die wirtschaftlich   gesehen weniger resilient ist. Also, das   heißt, in dieser Multikrisensituation,   in der wir uns gerade befinden, mm in   eine wacklige Existenzsituation geraten   ist oder zumindest in eine Situation, wo   sie sich etwas mehr betroffen und   bedroht fühlen von den Irrungen und   Wirrungen der Zukunft.

 

 Das heißt, wenn   jetzt diese 20%, die die AfD bekommen   hat, außen vorleibt, dann ist nicht nur   der Osten ausgeschlossen, sondern da   fühlen sich die, die beispielsweise in   Bayern auch sehr starke AfD gewählt   haben. Kaisers Lautern, da die AfD, da   sehen wir die Karte übrigens noch mal   und das betrifft auch, weil gerade   Kaiserslauter in Gelsen Kirchenbereich   auch.

 

 Also, es gibt auch dort Menschen,   die sich wurde es gerade gesagt, einen   Politikwandel   wünschen, aber dieser Politikwandel ist   eben mit dieser Rambo Zambo Koalition   oder wie man sie dann nennt. Ich weiß   nicht, ob wir hier an dieser Stelle   überhaupt schon darüber sprechen können,   weil da doch einige ähm sehr starke   Unvereinbarkeiten beispielsweise im   Hinblick auf das Bürgergeld existieren.

 

  Ich fürchte, dass gerade diese   Menschen, die brauchen jetzt ganz   dringend von wem auch   immer Lösungen, Verbesserungen und   einschneidende Veränderungen.   Zusammenfassend kann ich nur sagen, die   Bevölkerung will endlich Politik, die   für das Volk gemacht wird, nicht gegen   oder über unsere Köpfe hinweg.

 

 Die   Menschen haben genug davon, ignoriert   und belogen zu werden. Es wäre gar nicht   so schwer, wenn man es wirklich wollte.   Was wir derzeit im Land erleben, ist   keine Stimmung, die langsam kippt. Nein,   sie ist bereits gekippt. Die Politik   wird von vielen Menschen nicht nur   abgelehnt, sie wird, um die Worte von   Anja Wenzel aus der Torkrunde   aufzugreifen, ganz offen verachtet.

 

 Und   genau deshalb wird es höchste Zeit, dass   sich etwas verändert. Nicht morgen,   sondern jetzt. M.