dass man sich in einem Meinungsstreit   auf eine Seite stellen soll, weil hier   sind die Guten und da sind die Bösen,   dann ist das das Ende von Journalismus,   das ist PR, das ist Propaganda, das geht   so nicht. Was man nicht unterschätzen   soll, sind auch technische   Entwicklungen, wenn man also zu meiner   Zeit äh konnte man nicht von jetzt auf   dann irgendwo was senden.

 

  Leute, wundert sich jetzt ernsthaft   irgendjemand darüber, dass die Dinge aus   dem Zusammenhang reicht? Verdreht,   verfälscht, vertauscht und zwar genauso   wie es ihn in den Kram passt? Dieser   Beitrag entsprach nicht unseren hohen   Standards.   Wenn Sie dann nicht liefern, was   gewünscht wird, dann sind sie raus.

 

  Also, das ist schon auch ein objektiver   Druck, der ausgeübt wird.   Da hat sich auch die Struktur verändert.   Äh weniger fest angestellte und mehr   freie. Und dann ist man natürlich darauf   angewiesen.   Professor Gabriele Krone Schmalz geht   hart mit ihren ehemaligen Kollegen vom   öffentlichrechtlichen ins Gericht.

 

 Statt   unabhängigen Journalismus zu betreiben,   werde zunehmend Haltungsjournalismus   praktiziert, kritisiert sie. Für   Kronischmalz ist das ein klarer Trend.   Weg von nüchterner Berichterstattung hin   zu Aktivismus. Dafür findet sie   deutliche Worte und spart nicht mit   Kritik an ihrem früheren Arbeitgeber,   dem öffentlich rechtlichen Rundfunk.

 

  Aber was Medien betrifft, ich fürchte,   dass eine Entwicklung äh sehr schädlich   sich auswirkt vom, ich sag mal, von der   von der Berichterstattung zum   Haltungsjournalismus.   Und Haltungsjournalismus ist ja etwas,   was so jetzt so vor sich her getragen   wird, als wäre das was moralisch   hochstehendes oder ethisch   erstrebenswertes oder irgendwie so.

 

 Ähm,   ich versuch es mal so zu erklären. Wenn   Haltung zeigen heißen soll, dass man   sich, dass man Rückrad hat, dass man   nicht jeden Tag sein Fähnchen in den   Wind hängt, dann bin ich sehr dafür,   Haltung zu zeigen. Aber wenn Haltung   zeigen heißen soll, und so ist es ja   gemeint, dass man sich in einem   Meinungsstreit auf eine Seite stellen   soll, weil hier sind die Guten und da   sind die Bösen, dann ist das das Ende   von Journalismus.

 

 Das ist PR, das ist   Propaganda, das geht so nicht. Wie wie   konnte es denn dazu kommen? Ich meine,   sie sind ja auch Dozentin für   Journalismus oder gewesen. Ähm, es gibt   ähm diesen Punkt, dass inzwischen der   Journalismus   Regierungsunterstützung ist, dass es   einfach also einen politmedialen Komplex   gibt.

 

 Wann wie wie kommt es denn dazu   kommen? Was ist denn da passiert?   Äh, ich wüsste, ich wünschte, ich könnte   sagen, das war erstens, zweitens,   drittens, weil dann könnte man da   ansetzen. Es ist wirklich eine   schleichende Entwicklung nach meiner   nach meinem Eindruck. Ich würde mir   wünschen, dass ich äh, dass das   untersucht wird, wirklich, weil das ist   ein lohnendes lohnendes Thema, das   untersuch wissenschaftlich untersucht   wird, was da eine Rolle spielt.

 

 Äh ich   glaube, das sind verschiedene Dinge. Es   sind auch, was man nicht unterschätzen   soll, sind auch technische   Entwicklungen. Wenn man, also zu meiner   Zeit äh konnte man nicht von jetzt auf   dann irgendwo was senden. Also ich habe   ja noch die Zeit erlebt, wo man Film   entwickeln musste, bevor man was senden   konnte.

 

 Ja, das kann man sich heute   nicht mehr vorstellen. Ähm oder man   musste irgendwo hinfahren, wo ein Sender   war, wo man was sagen konnte. Also, das   sind man hatte zwischendurch noch Zeit   nachzudenken und man hatte zwischendurch   Zeit mit lebenden Menschen zu reden. Das   ist heute alles anders. Das verändert   auch die Struktur der Berichterstattung.

 

  Das ist überhaupt keine Frage.   Ganz genau. Und dieser   Haltungsjournalismus sowie die   veränderte Struktur des Berichtens wird   in nahe Zukunft immer problematischer   werden. Ein Paradebeispiel dafür ist der   katastrophale Bericht im heute Journal   zur Primetime im ZDF. In einem Bericht   über die amerikanische Behörde Eis wurde   ein KI generiertes Video gezeigt ohne   redaktionelle Kennzeichnung.

 

 Das ist   kein Detail, das ist ein massiver   Fehler. So etwas darf dem zweiten   deutschen Fernsehen mit diesem Anspruch   schlicht nicht passieren. Transparenz   ist keine Option, sondern Pflicht. Wer   sie missachtet, verspielt Vertrauen.   Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs   ist, wird festgestellt haben, dass es   sehr viele Videos zu den Einsätzen der   Eis Truppen von Donald Trump gibt.

 

 Nicht   alle sind echt, aber doch sehr viele.   Und die Gewalt, mit der die   Abschiebekräfte oftmals vorgehen und   auch die Willkür, die dort zu sehen ist,   hat auf jeden Fall eines erreicht. Es   herrscht ein Klima der Angst, das selbst   vor Kindern nicht halt macht.   Obwohl es gegen die Verfassung ist,   dringen die Agenten ohne   Durchsuchungsbefehl in private Häuser   ein.

 

 Sie führen Eltern vor den Augen   ihrer Kinder ab oder nehmen   Minderjährige vor ihren Schulen mit.   Frau Hayali in diesem Clip wurde KI   verwendet und ist dem Zuschauer nicht   offen deklariert. Der Clip mit dem   kleinen Jungen hatte nichts mit Trump   und den Eis Abschiebebeamten zu tun. Es   war ein Video aus dem Jahr 2022 und das   makabere ist, Frau Hayali hat sich erst   vor kurzem selbst sehr häisch und   schadenfreudig über Fake News geäußert.

 

  Leute, wundert sich jetzt ernsthaft   irgendjemand darüber, dass dieses   Newsportal   Dinge aus dem Zusammenhang reißt,   verdreht, verfälscht, vertauscht und   zwar genauso wie es ihn in den Kram   passt? Das ist ja Strategie,   immer so wie Sie es gerade brauchen.   War das bei Ihnen auch Strategie, Frau   Hayali? Angeblich hat sich das zweite   deutsche Fernsehen erst nach dem großen   medialen Aufschrei dazu geäußert.

 

 Wer   weiß, ob das überhaupt passiert wäre,   wenn alternative Medien nicht darauf   aufmerksam gemacht hätten. Das ZDF hat   das Video gelöscht und sich schließlich   entschlossen, ein Statement abzugeben.   Nun zu einem Thema in eigener Sache. Wir   haben hier im Heutejournal am   Sonntagabend einen Bericht gesendet, der   handwerkliche Fehler enthielt.

 

  Das Heutejournal von Sonntagabend. Dabei   sind zwei Fehler passiert. Als es um die   realen Einsätze der Eisbeamten ging,   zeigte der Beitrag ein mit KI   generiertes Video. Das Video wurde mit   dem KI Tool Sora AI erstellt, wie ein   Wasserzeichen zeigt.   Das Benutzen solcher KI Bilder   widerspricht den KI Regeln, die im ZDF   Standard sind.

 

 Dort ist festgelegt, der   Einsatz KI generierter Bilder und Videos   von Menschen, Ereignissen und   politischen Zusammenhängen sind im   Nachrichtenbereich nicht möglich. In   einer zweiten Szene wurde ein Video   eingeblendet, das nicht von einem   Eiseinsatz stammt, sondern einen   Polizeieinsatz im Jahr 2022 zeigt. Das   hat die Redaktion vor Ausstrahlung nicht   rechtzeitig erkannt.

 

  Ein Doppelfehler, den wir nun sorgfältig   aufarbeiten und der besonders schmerzt,   weil wir hier bei den ZFNachrichten sehr   viel Kraft investieren, um Ihnen   geprüfte Informationen zu liefern. Das   ist uns diesmal nicht gelungen. Dafür   bitte ich Sie, unsere Zuschauer als ZDF   Nachrichtenchefin ausdrücklich um   Entschuldigung.

 

 Dieser Beitrag entsprach   nicht unseren hohen Standards.   Das ist das mindeste, was das zweite   deutsche Fernsehen tun kann. Sich live   und in großer Form zu entschuldigen in   genauso einem Beitrag und vor allem vor   den Fernsehzuschauern, die nicht auf Ex   oder YouTube unterwegs sind. Doch in der   Regel passiert genau das so gut wie nie.

 

  Stattdessen folgt eine stille Korrektur,   irgendwo klein auf einer Webseite schon   fast versteckt. Die entscheidende Frage   aber ist, wie konnte es soweit kommen,   dass Journalismus nicht mehr plural und   ausgewogen berichtet, sondern immer   stärker zum Meinungsjournalismus wird?   Frau Kronischmalz hat dazu eine Theorie.

 

  Dann ähm   sagen wir so ein ein Beispiel, die   Universität, an der ich äh gelehrt habe,   die hatte eine ganze Weile beides   gelehrt dort. Man konnte dort beides   lernen, PR, Unternehmenskommunikation   und Journalismus. Und irgendwann hat die   Uni Journalismus abgeschafft. Brauchen   wir ja nicht.

 

 Also, ich fand das immer   eine gute Idee, beides parallel laufen   zu lassen, weil dann die einen wissen,   wie die anderen ticken und wenn man dann   besser damit umgehen kann. Ich kann ih   nicht sagen, woran es im einzelnen   liegt. Ich stelle nur fest, dass es so   ist und ich halte das für hochgradig   gefährlich.

 

 Auch jetzt mal mit Blick,   wenn ich meine Heimat mal anspreche, den   öffentlichrechtlichen Rundfunk, fühle   ich mich immer noch irgendwie zugehörig   und leide ohne Ende, weil es genug   Menschen mittlerweile gibt, die sagen,   wofür soll ich da Gebühren zahlen? Weil   ich finde mich da nicht mehr wieder und   ich fühle mich da nicht vertreten.

 

 Und   ich finde, von der Konstruktion her ist   der öffentlichrechtliche Rundfunk sehr,   sehr, sehr wichtig für ein   demokratisches System. nur wenn er   seinen Auftrag nicht mehr erfüllt, ja,   dann fällt es schwer, die Existenz zu äh   zu vertreten.   Ja, man spricht ja immer von der Nähe   zwischen ähm Politik und Medien.

 

  Sicherlich könnte man fast sagen, dass   es da doch deutliche Verflechtungen   aufgibt. Was kann man denn da noch tun,   um das wieder auseinander zu bekommen?   Frau Wahnsicht, kriegt man das   auseinander oder? Na ja, im Grunde   braucht man eine grundlegende Reform des   öffentlichrechtlichen Rundfunks, also   auch in den Aufsichtsgrämien äh diese   Staatsnähe, also klar betrifft auch   Zeitungen und   ja, also in den Zeitungen, klar, wenn   die privat sind, ist es dann noch   schwerer, aber der öffentlichrechtige   Rundfung hat ja tatsächlich Statuten und   die missachtet er sträflich. Also wir   erleben das ja jetzt, wir sind ja   komplett als BSW, wir werden ja   gecancelt, also wir kommen nicht mehr   rein in keine Nachrichtensendung mehr,   in keine Talkshow mehr. Und äh das ist   eine Partei, die immerhin noch in diesem   Jahr von 2,5 Millionen Menschen gewählt   wurde und in den Umfragen immer noch bei   4 bis 5 % steht. Das heißt, das ist   einfach ähm das ist kein Umgang. Und   natürlich auf der anderen Seite, ich bin   kein Sympatis der AfD, wahl ich nicht,   aber auch die Art, wie Sie mit der AfD   umgehen, hat mit ihren Statuten nichts   zu tun. Sie müssen eigentlich dieser   Partei ein Podium in dem Sinne bieten,   dass die dort zu Wort kommen. Und

 

  natürlich erreichen sie damit eigentlich   nur, das ist ja tatsächlich so, dass   immer mehr Menschen überhaupt nicht mehr   reingucken. Also, ehrlich gesagt, ich   ertrag es auch nicht mehr. Ich war   früher wirklich regelmäßiger. Ich habe   mir immer die Tagesschau angeguckt. Das   war eigentlich normal.

 

 Ich gucke mir das   nicht mehr an und viele Menschen gucken   sich es nicht mehr an und gerade bei den   Jüngeren, ähm die verlieren sie komplett   und trotzdem ist es natürlich immer noch   so, dass Millionen zuschauen und   deswegen ist es auch ein Hebel. der   Einschränkung von Demokratie, wenn dort   nicht mehr also die verschiedenen   Stimmen zu Wort kommen und wenn z.B.

 

 in   diesem Talkschuss dann immer äh fünf   Kriegspropagandisten sitzen zusammen und   schaukeln sich gegenseitig hoch im   Sinne, wir müssen es jetzt mal Putin   zeigen. Na, schönen Dank auch. Also ja,   wir bräuchten tatsächlich eine Reform,   einen Auftrag. Klar könnte man sagen,   vielleicht müsste einfach mal einer   Landesregierung äh diesen Rundfunk   Staatsvertrag in Frage stellen, dass das   irgendwie ein Warnschuss wäre.

 Ja, Frau   Wagenknecht, einen Warnschuss hätten Sie   setzen können, locker sogar in   Thüringen. Dort tragen Sie aktuell   Regierungsverantwortung, gemeinsam mit   den Christ und Sozialdemokraten. Und   dennoch passiert dort rein gar nichts.   Das ist enttäuschend. Gerade weil nichts   vorangeht, hat die AfD inzwischen   aufgeholt und ist stärker geworden,   stärker als die drei regierenden   Parteien zusammen.

 

 Das ist mehr als nur   peinlich. Doch genau das passiert, wenn   Wahlversprechen nicht gehalten werden.   Und wer weiß, Frau Wagenknecht, wenn Sie   in Thüringen nicht umsetzen, was von   Ihnen erwartet wird, ist Ihr Bündnis,   Sarenknecht am Ende vielleicht selbst   weg vom Fenster. Wer nicht liefert,   verliert.

 

 Wer Erwartungen enttäuscht,   wird abgestraft politisch wie medial.   Und was ich traurig finde, ist, dass   doch so viele Journalisten das   mitmachen, also dass sie sich eben   diesen Maulkorb umhängen lassen.   Wahrscheinlich, gut, will ich jetzt auch   nicht arrogant sein, weil man sonst dort   keine Perspektive hat, gerade bei jungen   Journalisten.

 

 Klar, ist ja attraktiv,   wenn man dort irgendwie noch eine   Anstellung bekommt. Viele sind   wahrscheinlich auch unsicher und wenn   also haben keine festen Jobs mehr und   wenn sie dann nicht liefern, was   gewünscht wird, dann sind sie raus.   Also, das ist schon auch ein objektiver   Druck, der ausgeübt wird.   Da hat sich auch die Struktur verändert.

 

  äh weniger fest angestellte und mehr   freie und dann ist man natürlich darauf   angewiesen. Das muss man irgendwo auch   nachvollziehen. Es würde sich lohnen bei   dem, was sie geschildert haben, es würde   sich lohnen tatsächlich auch mal die   Sprache zu analysieren, weil das ist   immer sehr entlarfend.

 

 Nur ein simples   Beispiel, es kann für meine Begriffe   nicht angehen, dass man in einer   Nachrichtensendung von Präsident Trump   und vom Machthaber Putin spricht. Ob   einem das gefällt oder nicht, das ist   russischer Präsident. Punkt.   Putin Regime.   Ja. Oder auch so. Und da gibt’s ja   haufenweise Beispiele und das fällt ja   schon gar nicht mehr auf.

 

 Das ist das   Schlimme.   Eine Mehrheit der Deutschen fordert laut   einer Umfrage aus dem Jahr 2023 einen   deutlich geringeren Rundfunkbeitrag. 35%   würden am liebsten gar keinen Beitrag   mehr zahlen. Ich bin mir sicher, dass   diese Zahl heutzutage noch gestiegen   ist. Vor allem nach dem peinlichen KI   Patzer des zweiten Deutschen Fernsehens.

 

  Hast du den überhaupt mitbekommen?   Schreib es mir gerne in die Kommentare.   Das würde mich wirklich interessieren,   denn heutzutage wird so etwas ja leider   oft schnell unter den Teppich gekehrt.   Danke, dass du bis zum Schluss mit dabei   warst. Alles Gute.