Aber das das wird ja immer wieder   versprochen. Dann heißt es, wir   investieren in Bildung, wir investieren   in Schulen. Ganz ehrlich, Frau Lagen, es   tut mir leid, aber das finden wir schon   seit 20 Jahren.   Diese Unternehmerin pfeift darauf, dass   die Regierung neben ihr sitzt. Die   Realität ist knallhart.

 

 Es läuft   miserabel, auch wenn März etwas anderes   behauptet. Erinnerst du dich an seinen   Satz? Im Sommer werden wir alle die   bessere Stimmung merken. Reine Illusion.   Ich merke nichts davon. Und du? Wie   siehst du das? Danke, dass du dabei   bist. Jetzt wird Klartext geredet. Ähm,   wenn Sie an die wirtschaftliche Lage im   Moment denken, wie schauen Sie auf die   nächsten Monate, vielleicht auch auf das   nächste Jahr?   So, schon mal nicht optimistisch.

 

 Ich   spreche, glaube ich, für alle   Unternehmerinnen Unternehmer in dem   Land, wenn ich sage, wir haben uns einen   Aufschwung gewünscht. Wir haben wirklich   auch gehofft, dass es endlich mit einer   neuen Regierung diesen Aufschwung geben   wird. Und jetzt merken wir einfach, na   ja, die Rezession, wir stecken mitten in   der Rezession im zweiten Jahr und so   eine richtige Veränderung ist nicht in   Sicht.

 

 Ich sag mal, die Diskussionen,   die Sie hier führen, die sind ja schön   und gut, aber am Ende des Tages, ich   stell mir die Frage so, wir wollen jetzt   noch mehr Geld einsammeln, wir haben   Rekord Steuereinnahmen, wir haben gerade   ein Sondervermögen beschlossen. So, es   geht doch gar nicht darum, dass wir noch   mehr Geld einnehmen, sondern es ist doch   jetzt die Frage, was machen wir damit?   Also, wie packen wir denn die Probleme   an? Wie bringen wir denn jetzt die PS   auf die Straße? Und das ist das, was   mich beschäftigen, was auch meine   Mitarbeiter beschäftigt.   Herr Frei, das ist eine Unternehmerin,   die sagt, ihr wurde viel versprochen.   Sie dachte, da kommt eine neue Regierung   und jetzt geht’s aufwärts. Das war ja   auch das, womit die Union Wahlkampf   gemacht hat. Sobald März Kanzler ist,   geht’s mit der Wirtschaft Berg auf. Hat   nicht geklappt, oder?   Ach, Quatsch. Also, ich meine, sie   müssen doch mal sehen, wie viele Tage   wir jetzt im Amt sind und dass wir an   vielen Stellen Grundlagen gelegt haben.   Aber das Interessanteste fand ich   eigentlich, was sie zu den Inhalten   gesagt haben, es ist nämlich nicht eine   Frage des Geldes. Also wer glaubt, man   müsse einfach nur mehr Geld auf den

 

  Fisch legen, dann sind die Probleme   gelöst, der irrt, sondern wir haben   tatsächlich   aber Herr Frei, wer glaubt, man müss   einfach bei den ärsten Geld wegnehmen,   dann werden die Probleme gelöst.   strukturelle und wenn sie wenn wenn sie   den Herbst der Reformen ansprechen, dann   sind es ja nicht nur Sozialreformen,   nicht nur Reformen der sozialen   Sicherungssysteme, sondern dann geht es   auch um Energiepolitik, dann geht es um   Bürokratierückbau, dann geht es um die   Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und   das ist nicht unbedingt eine Frage des   Geldes, sondern da geht es darum, dass   wir den Unternehmen sozusagen die Stöcke   nicht in die Speichen stecken, sondern   rausnehmen, damit dort wieder Wachstumsk   Kräfte sich entfalten können. Das ist   übrigens dann auch etwas, was die   Debatte um den Sozialstaat in ein ganz   anderes Licht. Ja, wir führen ja heute   die Debatte, Frau Patzi, sie haben ja   auch zugehört schon im ersten Teil   dieser Sendung wer eigentlich mehr   beisteuern muss äh bei in diesem Herbst   der Reform, diesem sogenannten Herbst

 

  der Reform ähm müssen sich äh das   diskutieren wir heute Reiche mehr   einbringen. Ist das ihr Gefühl?   Also, wir sehen jetzt schon wieder so   auf der Einnahmenseite die Frage, die   sich mir stellt, was machen Sie damit?   Ähm, ich nenne ihn jetzt mal ein   Beispiel. Damit ein Mitarbeiter   tatsächlich 3000 € Netto bekommt, muss   ich 6000 € erwirtschaften und dann habe   ich 0,0 dran verdient und dann habe ich   auch nicht die Gemeinkosten des   Unternehmens gedeckt.

 

 Also, ich muss ein   Vielfaches dessen erwirtschaften, damit   er am Ende des Tages wirklich 3000 €   bekommt. Das heißt, wir zahlen   unglaubliche Steuern und Abgaben auch im   internationalen Durchschnitt. Jetzt ist   ja die Frage, wenn wir noch mehr Geld in   dieses System stecken, äh wo kommt es   denn raus? Das verpufft ja in der   Bürokratie.

 

 Das ist zumindest mein   Eindruck und es wird nicht bei den Armen   ankommen. Und ich glaube, da müssen wir   doch noch mal genau hinschauen. Ich bin   total bei Ihnen, dass wir die Menschen,   die Schütz, also die Schutz brauchen,   auch tatsächlich schützen. Aber die   eigentliche Aufgabe ist doch, wie   bekommen wir das mal effizient und auch   effektiv hin.

 

 Und das traue ich dem   Staat momentan nicht zu.   Mhm. Okay,   eins muss ich loswerden. Riesiges Lob an   hart, aber fair. Sie schaffen es immer   wieder Unternehmer zu finden, die   knallhart sagen, was Sache ist, ohne   Beschönigung. Und dann mein persönliches   Highlight. Diese Unternehmerin stopft   Frau Lang den Mund mit dem Satz: Seit 20   Jahren wird uns etwas versprochen und   nichts passiert.

 

 Das heißt, mein   Vorschlag wäre, wir gehen an diese   Ausnahmen bei der Erbststeuer ran, die   zutiefst ungerecht sind und das Geld,   was da reinkommt, das investieren wir in   Schulas und damit gleiche Chancen für   Kinder.   Aber so funktioniert’s ja nicht.   So funktioniert’s ja nicht. Sie haben   keine Sie haben keine zweckgebundenen   Steuereinnahmen und das ist ja genau der   das ist doch genau der Punkt.

 

 Ja, aber   das das wird ja immer wieder   versprochen. Dann heißt es, wir   investieren in Bildung, wir investieren   in Schulen. Ganz ehrlich, Frau Lagen, es   tut mir leid, aber das finden wir schon   seit 20 Jahren. Also die Frage ist doch,   es wird immer mehr Geld eingezogen, aber   wo landet es denn? Und die Probleme, die   wir schon haben, die haben wir nicht   seit gestern, die haben wir seit   Jahrzehnten und jetzt ist doch der   eigentliche Punkt erreicht.

 

 So, wir   haben so viel Geld, lassen Sie uns doch   echt mal ehrlich drüber sprechen, wir   haben so viel Geld wie noch nie zur   Verfügung. Wir haben so viel   Steuereinnahmen wie noch nie zur   Verfügung. Wir haben Sondervermögen. So.   Und was wir machen ist jetzt   Schlupflöcher zu schaffen auf   Startseite, um das Ganze zu   verkonsumieren beispielsweise, indem wir   das Thema Rente nicht gescheit angehen.

 

  Jetzt stell ich mir die Frage, wie viel   Geld wollen wir denn noch und können wir   es denn überhaupt im Staat zumuten,   dieses Geld zu verwalten und was   Gescheites draus zu machen?   Aber wir haben auch ein extremes   Problem.   Sie noch mal fragen, Frau Patzi, als   Unternehmerin äh melden Sie z.B. für   ihre Stellen dem Arbeitsamt und hoffen   dann, dass äh sich da Menschen auf   Stellen bei Ihnen im Unternehmen   bewerben.

 Haben Sie da eine   Zusammenarbeit sozusagen durchaus? Ja,   ich habe da eine sehr, sehr gute   Zusammenarbeit tatsächlich auch und auch   da ist natürlich immer sehr   personenabhängig, aber ich habe die   Erfahrung gemacht, dass es auch wirklich   Menschen gibt auf Arbeitsamt äh Seite,   die wirklich gewillt sind, stark zu   unterstützen und wir haben da wirklich   ganz tolle Matches gefunden.

 

 Also   insofern ja, an der Stelle möchte ich   aber auch noch mal ergänzen, ähm so   familiengeführte Unternehmen, wie ich es   habe, wir sehen das als Aufgabe auch   unsere Mitarbeiter selber zu entwickeln.   Vor 30 Jahren ähm haben wir noch   Produktkataloge auf CDROM entwickelt.   Meine Mitarbeiter, die seit 30 Jahren   dabei sind, die machen heute natürlich   keine CDROMs mehr.

 

 Die sind   hochqualifiziert. Das sind immer noch   die absoluten Leistungsträger, die   Vorausdenker. Und wenn wir eine starke   Wirtschaft haben und die Unternehmen   unterstützen tatsächlich auch darin,   dass sie ihre Arbeit machen können, dann   werden ja auch die Mitarbeiter   weiterentwickeln, dann werden die auch   stärker rekrutieren und sie haben selbst   gesagt, Menschen in Arbeit sind   letztlich der beste Schutz gegen Armut.

 

  Also ich glaube, an der Stelle müssen   wir einfach Rahmenbedingungen schaffen,   damit es den Unternehmen auch gut geht,   damit die wirtschaft stark und   leistungsfähig ist. Das ist keine   Aufgabe, die der Staat unter übernehmen   muss. Das können wir machen.   Boom! Noch ein Treffer versenkt. Die   Unternehmer wissen ganz genau, was zu   tun ist.

 

 Der Staat soll sich bitte   gefälligst mehr zurückziehen. Punkt.   Dabei musste ich an meine Mutter denken.   Auch sie hat sich über die Jahre   unzählige Eigenschaften angeeignet, die   sie stark gemacht haben. Als die   Unternehmerin von ihren Mitarbeitenden   sprach, hatte ich sofort dieses Bild vor   Augen.

 

 Kennst du auch jemanden, der seit   Jahren eine Menge für dieses Land   schultert? Und jetzt noch eine Szene für   dich. Ricarda Lang hat sich im Social   Media über Friedrich März lustig   gemacht. Ganz ehrlich, wenn du oder ich   uns das erlauben würden, könnten wir   direkt den Bademantel bereihalten.   Den jungen Leuten.   Sofort.

 

 Ich will noch mal einmal was zu   dem Zitat von Friedrich Merz zeigen,   denn Ricarda Lang hat da auch eine   Antwort drauf, nämlich   die hier hat sie neulich bei Instagram   gepostet: “Wir leben seit Jahren über   unsere Verhältnisse und dann ein Foto   von Friedrich Merz in seinem Privatjet.   Mussten Sie da auch lachen, als Sie das   gesehen haben?” Nee, ich finde das   populistisch, weil das geht natürlich am   wirklichen Problem vorbei.

 

 Wir reden   über die Gesellschaft im ganzen   auch. Ich musste wirklich lachen und   das, obwohl ich von den Grünen sonst   absolut nichts halte. Aber dieser Post   war schon verdammt witzig. Kanzler März   im Jet, während wir angeblich über   unsere Verhältnisse leben. Ja, nee, ist   klar. M.