Der 22. Oktober 1656. Philipov Herzogtum Preußen. 14 Tage früher am 8. Oktober hatte der Feldhetmann des Großfürstentums Litauen Vincenti Corvin Gosjewski mit einer Streitmacht von 12 bis 13 000 Mann, hauptsächlich Kavallerie, darunter rund 2000 Krimtataren, die schwedisch-Brandenburgischen Truppen in der Schlacht bei Prosken vernichtend geschlagen.
General Georg Friedrich von Waldeck hatte sein Heer nicht halten können. Die Litauer und Tataren hatten die Überhand behalten und als die Niederlage fest, wurde Fürst Bogusav Raziviwu, Kommandant der brandenburgischen Reiterei, gefangen genommen. Das war erst der Anfang. Nach dem Sieg bei Prostken begannen Goskis Truppen und seine tatarischen Verbündeten das Herzogtum Preußen systematisch zu verwüsten.
13 Städte wurden niedergebrannt, 250 Dörfer wurden zerstört, tausende Zivilisten starben oder wurden als Gefangene in die Krim verschleppt. Diese Verwüstung prägte sich so tief ins kollektive Gedächtnis der Region ein, dass sie noch Generationen später in der Volksüberlieferung lebendig blieben. Goewski schickte einen Brief an den großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg Preußen.
Er solle das Bündnis mit Schweden aufgeben. Friedrich Wilhelm lehnte ab. Dann kamen die Krimtataren zurück in ihre Heimat. Gosjewskis Armee schrumpfte auf rund 8500 Mann zusammen. Die litauischen Truppen lagerten in der Kleinstadt Filipov. Sie waren erschöpft, verstreut. Die Nachhut stand in Mironiski, mehrere Kilometer entfernt von der Hauptstreitmacht.
In der zweiten Oktoberhälfte marschierte ein schwedisch-Brandenburgisches Heer von etwa 9000 Mann direkt auf Philipov zu. Das Kommando teilten sich General Gustav Otto Stehenbock und Georg Friedrich von Waldeck, derselbe Waldeck, der 14 Tage zuvor bei Prostken geschlagen worden war. Am 22. Oktober griffen sie an, nicht frontal, nicht auf offener Ebene.
Die Schweden und Brandenburger stießen zunächst auf die litauische Nachhut in Mironiski im Überraschungsangriff. Von Anfang an hatten Stehenbock und Waldeck die taktische Überlegenheit. Als immer mehr Einheiten auf beiden Seiten in den Kampf eintraten, drohte Gosjewskis Armee eingeschlossen zu werden.
Gosjewski gab den Rückzug nach Norden. Die Litauer entkamen einer vollständigen Vernichtung, doch das Lager fiel in die Hände des Feindes und mit ihm ein außergewöhnlicher Gefangener. Fürst Boguswaav Ratziviwu, der zuvor bei Prostken gefangen genommen worden war, nutzte das Chaos der Niederlage und entkam. Nach der Schlacht zog sich Gosjewskis Heer aus dem Herzogtum Preußen zurück und kehrte nach Litauen zurück.
Stehenbock marschierte mit seinem Heer nach Süden zur Weichsel. In wenigen Wochen, im November 1656 unterzeichnete Gosjewski selbst in Wirzbowo einen Waffenstillstand mit Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Ein Jahr später im Vertrag von Wau vom 19. September 1657 erkannte der polnische König Johann I Kasimir die Souveränität des Kurfürsten über das Herzogtum Preußen an.
Ein direktes Ergebnis des Kräfteverhältnisses, das in diesen Oktoberwochen des Jahres 1656 entschieden worden war. Was hier in diesem kleinen Ort in Massuren geschah, war mehr als eine einzelne Feldschlacht. Es war ein Wendepunkt im zweiten nordischen Krieg und ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur preußischen Souveränität.

In den nächsten [musik] Minuten werden wir die gesamte Geschichte dieser Wochen erzählen. Von der Vorgeschichte des Konflikts über die Niederlage bei Prosten bis zur Bedeutung des Sieges bei Philipov für die Machtordnung Osteuropas. Wenn euch Geschichte interessiert, abonniert jetzt den Kanal und aktiviert die Benachrichtigungen, damit ihr keine Dokumentation dieser Art verpasst.
Friedrich Wilhelm von Brandenburg wurde am 16. Februar 1620 im Schloss zu Zöllen an der Spray geboren. Heute ein Teil Berlins. Sein Vater war Kurfürst Georg Wilhelm, ein Herrscher, der in die Geschichte als Schwächling eingegangen ist. Ein Mann, der während des 30-jährigen Krieges die Seiten so oft wechselte, dass seine Territorien am Ende von allen Seiten geplündert wurden, ohne dass er sich wirksam zur Weh setzen konnte.
Von seinen Eltern getrennt, verbrachte Friedrich Wilhelm von Frühjahr 1627 bis Sommer 1634 seine Kindheit hinter den Mauern der Festung Küstrin. In 1634 wurde der 14-jährige Kronprinz in die Niederlande gesandt. Vier Jahre lang lebte er dort, zunächst an der Universität Leiden, dann am Hof des uranischen Stadthalters Friedrich Heinrich von Nassau, seines Onkels.
Was er dort sah, prägte ihn für den Rest seines Lebens. Die niederländische Republik war damals auf dem Höhepunkt ihrer europäischen Macht. Wirtschaftlich führend, militärisch effizient, kulturell dominant. Im Feldlager seines Onkels lernte Friedrich Wilhelm, wie ein Heer wirklich geführt wird. Er sah, was Disziplin, moderne Taktik und eine zuverlässige Logistik leisten können.
Diese Lehrjahre in den Niederlanden wurden zur Grundlage seiner späteren Militärreformen. Am 1. Dezember 1640 starb sein Vater Georg Wilhelm in Königsberg. Friedrich Wilhelm trat die Herrschaft an mit 20 Jahren mitten im 30-jährigen Krieg, als die Mark Brandenburg von fremden Truppen besetzt war.
Die Schweden standen in Brandenburg, die Niederländer kontrollierten Kleve. Die kaiserlichen Truppen besetzten die Grafschaft Mark. Das mächtigste Mitglied des brandenburgischen Rates, der katholische Reichsgraf Adam von Schwarzenberg, regierte das Kernland faktisch ohne Kontrolle des neuen Kurfürsten. Brandenburg, Klewe und die preußischen Gebiete waren durch keine gemeinsame Verwaltung verbunden.
Es war kein Staat, sondern ein Flickenteppich von Territorien, die einzig durch den Namen der hohen Zollern zusammengehalten wurden. Das Herzogtum Preußen war dabei ein besonderer Problemfall. Seit dem zweiten Frieden von Thorn war es ein Lehen der polnischen Krone. Friedrich Wilhelm war als Herzog in Preußen dem König von Polen zu Treue verpflichtet.
Das Herzogtum lag geographisch eingeklemmt zwischen Schwedenpommern im Westen und dem Großfürstentum Litauen im Osten. Eine exponierte, schlecht zu verteidigende Lage. Die Einnahmen des Gesamtstaates beliefen sich 1640 auf rund eine Million Taler, davon nur 400.000 aus Steuern. Eine eigenständige Außenpolitik war mit diesen Mitteln nicht möglich.
Friedrich Wilhelm begann sofort zu handeln. Er baute systematisch ein stehendes Heer auf, ein in der Epoche noch nicht selbstverständliches Instrument der Herrschaft. Am 5. Juni 1644 beschloss der geheime Rat die Aufstellung einer stehenden Armee. Vorher hatte Brandenburg im Kriegsfall bezahlte Söldner angeworben, die nach Ende des Konflikts [musik] wieder entlassen wurden.
Das war, wie der 30-jährige Krieg gezeigt hatte, keine tragfähige Grundlage für staatliche Macht. In Klewe warb Friedrich Wilhelm allein 4000 Mann. Im Herzogtum Preußen konnten 1200 reguläre Soldaten und etwa 6000 Milizen ausgehoben werden. Um das Heer zu finanzieren, erzwang er auf den Landtagen 1643 die Bewilligung von Steuermitteln.
In 1653 sicherte er sich von den Ständen 530.000 Taler Steuern für die nächsten 5 Jahre. im Gegenzug für Adelsprivilegien, die vor allem auf Kosten der Bauern gingen. Das war der politische Preis für die Militarisierung des Landes. Im westfälischen Frieden 1648 erhielt Brandenburg als territorialen Gewinn hinter Pommern, Halberstadt, Minden und die Anwartschaft auf das Erzbistum Magdeburg.
Das war weniger als Friedrich Wilhelm erhofft hatte. Vorpommern ging an Schweden, aber es war ein Anfang und der Aufbau des stehenden Heeres wurde fortgesetzt. Diese militärische Grundlage war noch keine 6 Jahre alt, als der zweite nordische Krieg ausbrach und Brandenburg Preußen direkt in den Sog zog. Der Krieg hatte seinen Ursprung in einem dynastischen Streit, als die schwedische Königin Christina am 16.
Juni 1654 zugunsten ihres Vetters Karl X. Gustav abdankte, machte der polnische König Johann II. Kasimir Thronansprüche auf Schweden geltend. Kasimir war ein Urenkel des Königs Gustav. Ist von Schweden und letzter lebender Vasa. Er betrachtete die Abdankung Christinas als Gelegenheit. Karl XT Gustav antwortete mit Krieg.
Im Juni 1655 fielen schwedische Truppen von Pommern und Litauen aus in das [musik] politisch zerrüttete Polen ein. Feldmarschall Arwid Wittenberg marschierte mit 14 000 Mann aus Schwedisch-Pommern. Karl X Gustav selbst folgte mit weiteren 15 000. Im Nordosten drangen 9000 Schweden aus Liefland nach Litahauen vor.
Die Gesamtstärke des schwedischen Aufgebots für den Polenfeldzug betrug damit rund 40.000 Mann. Der Widerstand brach schnell zusammen. Am 25. Juli 1655 kapitulierten die polnischen Adligen bei Usch vor Wittenberg und schworen dem schwedischen König Treue. Am 18. August unterzeichnete der litauische Hetmann Janusch Raziviwu den Vertrag von Kidinai, der das Großfürstentum Litauen unter schwedischen Schutz stellte.
König Johann II, Kasimir floh nach Schlesien. Warschau und Krakau fielen kampflos. In Polen sprach man vom Potop, der Sindflut, eine Sindflut fremder Armeen, die das Königreich zu verschlucken drohte. Brandenburg Preußen war in diesem Moment in einer unmöglichen Lage. Das Herzogtum Preußen war polnisches Lehen und sein Lehensherr war geflohen.
Es gab keinen formellen Schutzherrn mehr. Friedrich Wilhelm hatte anfangs ein Bündnis mit Schweden erwogen, die Bedingungen aber auf den Verhandlungen in Stin als zu ungünstig abgelehnt. Stattdessen ließ er im Herzogtum Milizen aufbieten und schloss im November 1655 mit den Ständen Westpreußens den Vertrag von Rinsk, einen gegenseitigen Verteidigungspakt.
Doch das genügte nicht. Karl Dixte Gustav wollte Preußen für sich gewinnen. Ende Oktober 1655 marschierte der schwedische König von Krakau nach Norden und drängte die brandenburgischen Truppen bis vor die Mauern von Königsberg zurück. Am 17. Januar 1656 wurde Friedrich Wilhelm gezwungen, den Vertrag von Königsberg zu unterzeichnen.
[musik] Er nahm das Herzogtum Preußen nun als schwedisches Lehen an, nicht mehr als polnisches. Er musste sein Land für schwedische Truppen öffnen und dem schwedischen König die Hälfte der Seezölle abtreten. Als Gegenleistung erhielt er das Bistum Ärmland als schwedisches Lehen. Es war eine Unterwerfung unter Druck.
kein freiwilliges Bündnis. Friedrich Wilhelm selbst machte keinen He daraus, dass er dazu gezwungen worden war. Der Vertrag von Marienburg vom 23. Juni 1656 vertiefte das Bündnis Karl Dixons Gustav brauchte brandenburgische Truppen. Der polnische Widerstand wuchs. Johann. Kasimir war aus dem Exil zurückgekehrt. Der nationale und religiöse Widerstand gegen die protestantischen Schweden hatte sich formiert.
Der König sah seine Chance schmelzen. Im Gegenzug für militärische Unterstützung versprach er Friedrich Wilhelm Großpolen. Mit allen verfügbaren Kräften vereinigte sich Friedrich Wilhelm daraufhin mit den Schweden. Das Ergebnis war die dreitägige Schlacht bei Warschau vom 28. bis 30. Juli 1656. Das schwedisch-Brandenburgische Heer verfügte über 18 000 Mann, zahlenmäßig unterlegen gegenüber dem polnisch-tatarischen Aufgebot.

Doch die brandenburgische Infanterie mit insgesamt 6400 Mann war der polnischen überlegen. Friedrich Wilhelm ließ einen Hügel neben dem Wald besetzen und die polnischen Schanzen von dort aus unter Artilleriefeuer nehmen. Während die brandenburgischen Truppen allein dem Feind standhielten, führte Karl X Gustav die schwedischen Verbände in einem waghalsigen Manöver um die Brandenburger herum.
Unbemerkt von den polnischlitauischen Truppen. Gegen 16 Uhr tauchten sie plötzlich an der rechten Flanke der Polen auf. Die Stellung war unhaltbar. König Johann. Kasimir musste sich nach Lublin zurückziehen. Es war ein klarer Sieg, aber er war nicht entscheidend. Polen sammelte seine Kräfte neu und während Karl X und Gustav mit den Schweden in Konflikten im Norden und Osten gebunden war, ließ er Brandenburg zunehmend allein im Feld gegen Polen.
Die Krimtaren seit 1643 Verbündete der polnisch-Litauischen Adelsrepublik griffen in den Krieg ein und Hetmann Vincenti. Corwin Gosjewski sammelte im Herbst 1656 ein Heer aus litauischer Kavallerie und tatarischen Reitern und marschierte in das Herzogtum Preußen ein. Die Antwort auf diese Frage, was dann geschah, führt direkt nach Philiphof.
Welche der Entscheidungen Friedrich Wilhelms in diesen Jahren halten Sie für die mutigste? Schreiben Sie es in die Kommentare. Im Spätsommer 1656 war das Bild des Krieges im Wandel. Nach der dreitägigen Schlacht bei Warschau Ende Juli zogen sich die schwedisch-Brandenburgischen Heere nach Nordwesten zurück.
Es war ein Sieg gewesen, aber kein entscheidender. Das kombinierte Heer verfügte nur über 18 000 Mann, von denen 6400 Infanteristen waren. Die Polen hatten rund 40.000 Mann aufgeboten, davon den größten Teil als Kavallerie und 2000 Krimtataren. Die zahlenmäßige Unterlegenheit der Schweden und Brandenburger hatte sie nicht gehindert, durch überlegene Taktik den Sieg zu holen, aber sie hatten nicht die Kräfte, um die Früchte dieses Sieges zu ernten.
Warschau wurde besetzt und ausgeplündert. Dann musste die Armee weiterziehen, denn eine dauerhafte Kontrolle über die polnische Hauptstadt war mit diesen Truppenstärken nicht möglich. Was die brandenburgische Infanterie bei Warschau geleistet hatte, war für die europäische [musik] Militärgeschichte des 17. Jahrhunderts bemerkenswert. Während Carl Dixton Gustav seine schwedischen Truppen in einem waghalsigen Flankenmanöver um den Biało Wenkerwald herumführte, standen die Brandenburger allein dem Feind gegenüber.
Friedrich Wilhelm hatte persönlich auf einer Erkundungsmission am zweiten Schlachttag den entscheidenden taktischen Vorteil erkannt, einen kleinen Hügel neben dem Wald, hoch genug, um den gesamten Wald und die polnischen Schanzen zu überblicken. Er ließ den Hügel durch brandenburgische Infanterie und Dragona angreifen und besetzen.
Die polnische Kavallerie griff den Hügel mehrfach an. Die Brandenburger hielten Stand. Das gut gedrillte Musketenfeuer der stehenden brandenburgischen Armee hielt die Angriffe zurück. Am dritten Tag ließ Feldmarschall Otto Christoph von Spar ein stundenlang andauerndes Artilleriebombardement auf die bereits demoralisierte polnisch-Litauische Stellung stattfinden und führte dann den Angriff der Pikeniere.
Friedrich Wilhelm selbst führte eine Kavallerieattacke gegen die rechte Flanke der Polen, brach tief in ihre Linien ein und verursachte den vollständigen Zusammenbruch der polnischen Armee. Das war das Ergebnis von über einem Jahrzehnt konsequentem Heeresaufbau. Bis zu diesem Zeitpunkt im zweiten Nordischen Krieg hatte die brandenburgisch-preußische Armee eine Gesamtstärke von rund 25 000 bis 38 000 Mann.
einschließlich Garnisonstruppen, Artillerie und zehn Reiterregimente erreicht. Das war eine Armee, die 1640 noch nicht existiert hatte. Friedrich Wilhelm hatte sie aus dem Nichts aufgebaut und Warschau bewies, dass seine Investitionen in Ausbildung, Disziplin und moderne Taktik sich ausgezahlt hatten. Die schwedischen Kriegsartikel von König Gustav den Zwalsin und Antip Adolf von 1620 hatten als Vorbild gedient. Am 2.
September 1656, wenige Wochen nach der Warschauerschlacht, erließ Friedrich Wilhelm eigene Kriegsartikel für seine Armee, die mit Abwandlungen rund 200 Jahre in Brandenburg Preußen Gültigkeit haben sollten. Aber der Sieg bei Warschau hatte die grundlegende Schwäche des schwedisch-Brandenburgischen Bündnisses nicht beseitigt.
Karl Iens. Gustav zog nach der Siegesparade in den Straßen Warschaus sofort in Richtung Danzig gegen eine neu aufgestellte polnische Streitmacht an der unteren Weichsel. Friedrich Wilhelm musste zurück nach Preußen, um die östliche Grenze zu sichern. Beide Verbündeten hatten nach dem Sieg unterschiedliche Ziele und das schwächte die gesamte Allianz.
In eben jenem Herbst 1656 hatten die polnisch-litauischen Heerführer erkannt, dass sie Brandenburg an einem anderen Punkt treffen konnten, im Herzogtum Preußen selbst. Das Herzogtum war formal ein Vasalenstaat der polnischen Krone. Friedrich Wilhelm hatte sich mit dem Feind verbündet. Für die polnische Seite war das nicht nur strategisch, sondern auch rechtlich und politisch eine Provokation.
Ein Angriff auf Preußen sollte Friedrich Wilhelm zwingen, das Bündnis mit Schweden zu beenden oder ihn zumindest in seiner eigenen Provinz so zu beschäftigen, dass er Karl Iksens Gustav keine weitere Unterstützung leisten konnte. Den Befehl über diese Offensive erhielt Wincenti Corvin Gosjewski, Feldhetmann von Litauen.
Gosjewski war kein gewöhnlicher Soldat. Er hatte Rechtswissenschaft und Philosophie an der Universität Willnius studiert und seine Ausbildung in Wien, Padua und Rom fortgesetzt, den bedeutendsten akademischen Zentren Europas seiner Zeit. Nach seiner Rückkehr hatte er eine steile Karriere gemacht. 1651 General der Litauischen Artillerie, 1652 Großschatzmeister von Litauen 1643 Feld Hethettman, einer der höchsten militärischen Ränge der Adelsrepublik.
[musik] Er war 1643 schwedischer Kriegsgefangener geworden und in Königsberg in Haft gehalten worden, hatte aber im Frühjahr 1656 fliehen können und auf eigene Kosten sofort neue Truppenverbände aufgestellt. Er kannte den Feind, kannte das Gelände und kannte die Grenzen seiner eigenen Kräfte.
Gosjewskis Armee umfasste Anfang Oktober zwischen 8000 und 10000 Mann. hauptsächlich Kavallerie, darunter rund 2000 Krimtaren unter dem Hetmann Subchaniaga. In den ersten Oktobertagen 1656 überquerte die Armee den Fluss Narev bei Wamja oder Witzna und marschierte nach Norden in das Herzogtum Preußen. Das Ziel LÜCK und die südstliche Region des Herzogtums, die militärisch weitgehend ungesichert lag.
Auf der brandenburgischen Seite hatte Georg Friedrich Fürst von Waldeck seine Truppen bei Wohnzosch konzentriert. Rund 3500 Mann, überwiegend Reiter und Dragona. Am 6. Oktober erreichte er Prosten, ein kleines Dorf am östlichen Ufer des Flusses Elk und schlug dort Lager auf, nahe einer Brücke, die er zu verteidigen plante.
Er hatte Kontakt zu Boguswaav Riviu aufgenommen, dessen Kavallerieeinheit von 800 Reitern in Reigrot stationiert war. Weitere brandenburgische Einheiten bei LÜCK machten sich auf den Weg, aber nur rund tausend Mann erreichten Prostken noch vor der Schlacht. Am Morgen desen Oktober 1656 trafen Gojewskis Vorhuteinheiten zuerst Tataren, dann litauische Kavallerie in Prostken ein.
Die Hauptkräfte folgten rund 2 Stunden später. Gosjewski, der zahlenmäßig überlegen war, wählte ein taktisches Manöver. Er wollte die Brandenburger zwingen, ihre geschützten Stellungen hinter dem Fluss aufzugeben. In der ersten Phase täuschten die litauischen Einheiten einen Rückzug vor. Nach einem kurzen Zusammenstoß wichen sie scheinbar zurück.
Die Preußen fielen auf das Manöver herein und überquerten den Fluss. Waldeck schickte gleichzeitig eine Kavallerieeinheit von 500 Reitern nach Lück, um den tatarischen Vorstoß abzufangen. Diese wurden durch Boguswivius 800 Reiter verstärkt und trafen auf die Tataren. Als Gosjewskis Hauptstreitmacht, die nun auf offenem Feld stehenden Brandenburger Angriff, befahl Waldeck den Rückzug über den Fluss. Aber es war zu spät.
Die litauisch tatarische Streitmacht hatte sie eingeholt. Die Infanterie wurde in den Fluss getrieben. Viele ertranken oder wurden getötet. Nur einzelne Einheiten entkamen mit Teilen der Artillerie. Unmittelbar danach griffen Gosjewski und die Tataren Ratzvius Kavallerieinheit von hinten und der Flanke an.
Die meisten seiner Reiter wurden getötet. Og Frraivio [musik] selbst wurde gefangen genommen. Waldeck entkam mit rund 500 Soldaten, weil die Litauer und Tataren zu beschäftigt damit waren, das brandenburgische Lager zu plündern. Die gesamte Schlacht bei Prostken hatte ungefähr 5 Stunden gedauert. [musik] Die Zahlen der Verwüstung, die danach folgte, sind durch zeitgenössische Quellen belegt.
23000 Einwohner des Herzogtums Preußen verloren ihr Leben. 3400 wurden als Sklaven auf die Krim verschleppt. 80.000 Weitere starben in den verwüsteten Landstrichen an Hunger und Krankheiten. 13 Städte, 249 Dörfer und 37 Kirchen wurden niedergebrannt. Der Weg, den die Tataren durch die Wälder von Prostgen nach Lück zogen, blieb danach als Tatarenweg in der Volksüberlieferung lebendig, ein Name für eine Strecke, auf der die Zivilbevölkerung schreckliches erlebt hatte.
Der Chronist Christoph Hartknoch beschrieb diese Ereignisse als eine der schwersten Katastrophen, die das Herzogtum Preußen in seiner Geschichte erlitten hatte. Nach dem Sieg schrieb Gosjewski einen Brief an Friedrich Wilhelm. Er solle das Bündnis mit Schweden aufgeben. Der große Kurfürst antwortete mit einer klaren Ablehnung. Die Konsequenz war sofort spürbar.
Die Verwüstung des südöstlichen Herzogtums und der benachbarten polnischen Kreise Witzner und Rei Grot wurde fortgesetzt. Dann aber verließen die Krimtataren das Schlachtfeld. Sie hatten genug Beute gemacht und kehrten in ihre Heimat zurück. Mit ihrem Abzug schrumpfte Goskis Armee von ihrer ursprünglichen Stärke auf rund 8500 Mann.
Die litauischen Truppen, erschöpft und mit Plündergut belastet, lagerten in der Gegend um Philipphof, einem kleinen Ort im masurischen Tiefland, unweit der Grenze zwischen Herzogtum Preußen und dem Königreich Polen. Die Hauptstreitmacht ruhte in Philipov selbst. Die Nachhut aber stand mehrere Kilometer entfernt in dem noch kleineren Dorf Mironiski, ohne direkte Sichtverbindung zur Hauptstreitmacht, ohne geschlossene Verteidigungslinie, ohne Koordination zwischen Vor und Hauptstreitmacht.
Das war die Situation, die Stehenbock und Waldeck vorfanden, als sie mit ihrem Heer von rund 9000 Mann heranrückten. Gustav Otto Stehenbock war ein erfahrener schwedischer General, der in verschiedenen Feldzügen des 30-jährigen Krieges und seiner Folgeauseinandersetzungen Kampferfahrung gesammelt hatte. Waldeck kannte das Gelände aus seiner Niederlage bei Prostken.
Ein Wissen, das jetzt zum Vorteil wurde. Beide Kommandeure verstanden, dass eine direkte Konfrontation mit einer zahlenmäßig schwächeren, aber noch kampffähigen litauischen Kavallerie auf offenem Feld heikel sein konnte. Die Litauer waren geübte Reiter, schnell und wendig, eine Eigenschaft, die ihnen bereits bei Prostken den Sieg gebracht hatte.
Stehenbock und Waldeck entschieden sich daher für eine andere Vorgehensweise. Sie würden zuerst die isolierte Nachhut in Miruniski angreifen im Überraschungsmoment, bevor Gosjewski reagieren konnte. In der 2. Oktoberhälfte 1656 marschierte das schwedisch-Brandenburgische Heer direkt auf Philip zu. Was am 22. Oktober geschehen würde, war das direkte Ergebnis all dieser Entscheidungen der Unterwerfung Friedrichs Wilhelm unter den schwedischen König im Januar, des Vertrags von Marienburg im Juni, des Sieges bei Warschau im Juli, der Niederlage bei Prostken am 8. Oktober
und des Abzugs der Tataren in den darauffolgenden Wochen. Gosjewski hatte eine geschwächte, erschöpfte Armee in einer exponierten Position. Stehenbock und Waldeck hatten eine frische, zahlenmäßig überlegene Streitmacht und das taktische Element der Überraschung auf ihrer Seite. Die Geschichte großer militärischer Auseinandersetzungen zeigt immer wieder, dass der Moment der Entscheidung selten im Schlachtgetümmel selbst liegt, sondern in den Tagen und Wochen davor, wenn Armeen marschieren, Kommandeure entscheiden und Geschicke
sich verschieben. Was am 22. Oktober in Philipow geschah, war keine spontane Begegnung. Es war das Ende einer Kette von Ereignissen, die mit dem Abzug der Tataren aus Preußen begann und mit dem Heranmarsch von 9000 schwedisch-Brandenburgischen Soldaten endete. Hätte Gosjewski sich anders positioniert, seine Nachhut näher bei der Hauptstreitmacht besser gesichert, wäre das Ergebnis vielleicht ein anderes gewesen, aber er tat es nicht. Und am Morgen des 22.
Oktober 1656 zahlte seine Armee dafür den Preis. Was hat Gosjewski in diesen Wochen falsch berechnet? Schreibt eure Meinung in die Kommentare. Stellen wir uns vor, es ist der 20. Oktober 1656. Georg Friedrich von Waldeck steht mit seiner brandenburgischen Streitmacht in Oleko, einer kleinen Stadt 16 km südwestlich von Mironiski.
Er ist nervös, nicht weil er [musik] Angst vor dem Feind hätte. Waldeck war ein erfahrener Militär, der in zahlreichen Feldzügen des dreigjährigen Krieges und seinen Nachfolge Auseinandersetzungen gekämpft hatte. Er ist nervös, weil Gustav Otto Stenbock mit den schwedischen Einheiten noch nicht eingetroffen ist.
Baldeck weiß, allein ohne Stehenboxkräfte sind seine Brandenburger zu schwach für eine offene Konfrontation mit den Litauern. Also wartet er. Er wartet in Oletco und schaut nach Süden, woher Steenbock kommen muss. Nur zwei Tage zuvor, am 18. Oktober hatten Steenbock und Waldeck noch gemeinsam bei Straduni gestanden und erst an jenem Tag durch ihre Kundschafter erfahren, wo Gosjewskis Armee genau lagerte.
Philipov, der Name eines kleinen masurischen Städtchens, das 1670 als Stadt gegründet worden war und bis zu den polnischen Teilungen des 18. Jahrhunderts eine Staros Thai bildete, einen historischen Marktplatz hatte es, eine Kirche und einen alten Straßengrundriss, der noch heute erhalten ist.
Und im Herbst des Jahres 1656 war es das Ziel zweier Armeen. Stehenbock war am 20. Oktober erst in Gigel. Er brauchte noch zwei Tage. Waldeck wartete unter Oletko und rechnete nach. Goskis Armee lagerte in Philipov. Seine Nachhuteinheiten standen in Mieruniski, 5 km von Philipov entfernt, getrennt durch die [musik] Rospudederung, sumpfige Wiesen und den kleinen Bach Javorek.
Zwischen Miroiski und Oletko zwischen Philipov und Stehenbock mehr als 30 km. Wenn Waldeck angriff, bevor Stehenbock ankam, riskierte er eine Wiederholung von Prosten. Wenn er zu lange wartete, könnte Gosjewski die Position wechseln und die günstige Gelegenheit verfehlt sein. Doch nach dem polnischen Historiker Swavomir Agusiewic, der die verfügbaren Quellen für diesen Feldzug am gründlichsten ausgewertet hat, war Gosjewskis tatsächliche Stärke am 22.
Oktober deutlich geringer als die 8inhaltaus Mann, die nach dem Abzug der Tataren noch unter seinem Befehl standen. Ein erheblicher Teil seiner Männer war nach Prostken abgezogen worden. Zurück zur Hauptstreitmacht in Wirzbowo zu den Aufstandsverbänden der Litauer. Ein weiterer Teil des Aufgebots hatte sich nach dem Ende der Plünderung einfach aufgelöst.
Söldner mit Beute, Freiwillige, die nach Hause gingen, Kavalleristen, die nicht Krieg führen, sondern reiden wollten. Agusiewic schätzt, dass Goiewski in der Gegend von Philipov letztlich nur noch rund 5000 Mann hatte. Hauptsächlich Kavallerie, schnell und beweglich, aber ohne schwere Infanterie und ohne nennenswerte Artillerie.
5000 berittene Männer gegen 9000 schwedisch-Brandenburgische, darunter gut ausgebildete Infanterie und Feldgeschütze. Am 22. Oktober 1656 begann die Entscheidung früh am Morgen. Die brandenburgische Reitereinheit unter dem Offizier Görz Keo, die genaue Einheitsgröße ist nicht in allen Quellen belegt, aber es handelte sich um einen Vorausverband.
Rückte aus Richtung Wüstrutsch. auf Miruniski vor. Mirunischki, ein Dorf am südöstlichen Ufer des großen Mironiska Sees, flankiert im Norden durch den See. Entlang des Dorfes zog sich der kleine Bach Javorek, der die Seen Miruniskie und Garbaskie verband. Am Javorek auf der preußischen Seite stand ein herzoglicher Mühle, die bereits seit dem Jahr 1541 urundlich belegt war.
Das war das Gelände, in dem die litische Nachhut lagerte, zwischen dem See im Norden, dem Bach im Osten und dem offenen Hügelland im Süden. Görz Keo griff an. Die litauische Nachhut wehrte sich. Sie war nicht schwach. Sie bestand aus erfahrenen litauischen Kavalleristen, die in den Wochen seit Prostken mehr als genug Kampferfahrung gesammelt hatten.
Der Kampf in den Feldern von Miruniski dauerte rund 2 Stunden, ohne dass eine Seite die Entscheidung erzwingen konnte. Zwei Stunden, in denen die Nachhuteinheiten wussten, dass die Hauptstreitmacht in Filipov lagerte und in denen Gosiewski von dem Angriff erfahren haben musste. Aber 5 km Entfernung über die Rosspuderiederung bedeuteten eine erhebliche Zeitverzögerung für jede Verstärkung.
Dann änderte sich die Lage grundlegend. Aus Richtung Oleco kam Waldecks Hauptstreitmacht heran. Als erste große Einheit galoppierte die Reiterformation unter Friedrich von Hessenhomburg auf das Schlachtfeld. Gört Keo zur Unterstützung. Friedrich von Hessenhomburg war ein junger brandenburgischer Offizier, der in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Feld Herrn Brandenburg Preußens aufsteigen würde.
Die Entscheidung bei Philiphof war ein früher Einsatz in einer langen Karriere. Mit seinen Reitern verschob sich das Kräfteverhältnis in Mironiski sofort. Die litauischen Nachhuteinheiten gerieten unter zunehmendem Druck. Kurz darauf trafen die Infanterie und die Feldartillerie der schwedischen und brandenburgischen Streitmacht auf dem Schlachtfeld ein.
Das war der entscheidende Moment und er verdient es genau betrachtet zu werden. Die litauische Kavallerie war beweglich und geübte Reiter. Aber gegen gut positionierte Infanterie mit Musketen und Pieken gedeckt durch Feldartillerie hatte berittene Kavallerie ohne eigene Infanterieunterstützung nur begrenzte Möglichkeiten.
Kavallerie konnte aufklären, flankieren, verfolgen und fliehende Feinde niedermachen. Aber sie konnte Artilleriebeschuss nicht dauerhaft standhalten und sie konnte keine Piekenier Formationen frontal brechen, ohne katastrophale Verluste zu erleiden. Gosjewskis Armee hatte diese Schwäche bereits bei Prostken nicht gezeigt, weil sie bei Prostken die Bedingungen des Kampfes selbst gesetzt hatte.
Bei Philipow war es umgekehrt. Die Schweden und Brandenburger setzten die Bedingungen. Die Feuerkraft der kombinierten schwedisch-Brandenburgischen Streitmacht begann, die litauischen Einheiten aus den Feldern von Mironiski herauszudrängen. Schrittweise mit der Überlegenheit von Muskete und Kanone schoben Stehenbock und Waldeck die Verteidiger zurück.
Die Nachhuteinheiten bedrängt und ohne die Möglichkeit, die Artillerie durch einen Kavalleriestoß zu überwältigen, begannen sich in Richtung Philipov zurückzuziehen. Mit ihrem Rückzug brach die gesamte Sicherung der lithauischen Weststellung zusammen. Verwirrung griff um sich. Die Truppen, die aus Mironiski zurückwichen, trafen auf die Einheiten, die aus Philipov vorankamen und statt Ordnung entstand durcheinander.
Gosjewski, der nun aus der erhöhten Lage des Hetmannischen Lagers bei Philipow die Entwicklung beobachtete, erkannte die wachsende Feuerstärke des Gegners und das ununterbrochene Heranrücken immer neuer schwedisch-Brandenburgischer Verbände. Er traf eine [musik] Entscheidung. Die Westseite der Rospuda war nicht mehr zu halten.
Er befahl, die Verteidigung auf die Rospuder Linie selbst zu verlegen. Die Tross sollte nach Osten gebracht, die Furten durch Deckungstruppen gesichert und die Hauptstreitmacht über den Fluss geführt werden. Von der östlichen Seite des Flusses aus hätte er Überquerungsversuche des Feindes abwehren und Zeit für einen geordneten Rückzug nach Norden gewinnen können.
Die Rospuda war im 17. Jahrhundert keine leichtzunehmende Linie. Sie war breiter und tiefer als heute, denn die modernen Meliorationsarbeiten des 20. Jahrhunderts hatten den Grundwasserspiegel abgesenkt und Teile der ursprünglichen Sympfe trocken gelegt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sogar der Flusslauf begradigt und ein neues Flussbett gegraben. Alte Meander wurden verfüllt.
Im Jahr 1656 meandrierte die Rospuder bei Philipov stark und war von ausgedehnten Sympfen und morigen Überschwemmungsflächen umgeben. Die einzige brauchbare Überquerungsstelle war ein Furt. eine sandige Passage durch das Ufergelände, auf der Pferde und Gespanne den Fluss überqueren konnten, aber langsam, geordnet und nur in begrenzter Breite.
Diese Furt lag unmittelbar westlich der Pfarkirche, rund 400 Schritte von der Pfarei entfernt. Die Straße nach Norden Richtung Pseroschl, Bijine und Virschbo führte genau dorthindurch. Das war die Passage, durch die Gosjewskis Armee den Rückzug antreten musste und es war die Passage, die er mit der östlichen Uferseite sichern wollte.
Der Plan war nicht unvernünftig, aber er scheiterte aus einem Grund, den die polnischen und litauischen Quellen deutlich festhalten. Auf dem östlichen Ufer der Rospuda erschien schwedische Infanterie. Wie exakt diese schwedischen Einheiten auf die östliche Seite des Flusses gelangten, lässt sich aus den erhaltenen Quellen nicht mit letzter Sicherheit rekonstruieren.
Stehenbox persönliches Tagebuch des Feldzugs in Preußen liegt im Stockholmer Reichsarchiv, dem Rix Archivid und war für die wissenschaftliche Forschung zum zweiten Nordischen Krieg lange nicht ausgewertet. Die polnische Forschung um Agusevit hat diese schwedischen Quellen mit dem Werk Samuel von Pufendorfs abgeglichen, der in seinem monumentalen historischen Werk über die Kriege Karls X Gustav, dem siebenbändigen Derebus Acarollo Gustavo Gestis, auch die Ereignisse bei Philipov beschrieb schwedische Ingenieur und Militärkartograf Erik Dahlberg, der Pufendorfswerk mit
Kupferstichen illustrierte, schuf sogar eine bildliche Darstellung der Philipovkampagne, die als Prälium adopidum Philipova in die Überlieferung einging. Ein einzigartiges zeitgenössisches visuelles Zeugnis für das, was an jenem Oktobertag geschah. Was feststeht, als schwedische Infanterie auf dem östlichen Ufer der Rospuda auftauchte, trat das ein, was Gusjewski um jeden Preis hatte verhindern wollen.
Die litauischen Einheiten, die auf die Furt zumarschierten, sahen den Feind auf der Seite, auf der sie Schutz erwartet hatten. Panik brach aus. Die geordnete Verteidigung löste sich innerhalb von Minuten auf. Der Tros, Versorgungsgüter, Waffen, Ersatzpferde, Zelte, das gesamte bewegliche Eigentum der Armee, fiel in die Hände der Schweden und Brandenburger.
Der litauische Chronist Wespatian Kokchowski beschrieb in seiner Analium Polonia den Verlust des Trosses als eine der schmerzhaftesten Konsequenzen der Niederlage. Go selbst schrieb er habe den Verlust bestimmter Gefangener, die er im Tross mitführte, in einem Brief tief beklagt. Auf die fliehenden litauischen Verbände setzte das königliche Garderegiment Karls X Gustav Verfolgung an.
Kommandiert von Pfalzgraf Philip von Sulzbach. Das war ein Regiment mit dem höchsten Status in der schwedischen Armee. Die persönliche Garde des Königs für derartige Verfolgungsaufgaben ausgebildet und motiviert. Die Verfolgung durch das Garderegiment trieb litauischen Einheiten nach Norden, weg von der Rospuder Linie, weg von Philipov in Richtung Litauen.
Die litauische Division verlor bei Philipov nach polnischen Quellen rund 500 bis 600 Tote. Unter den Gefallenen war der Hauptmann Korotkiewic. Der Offizier Konstanti Poksk geriet in Gefangenschaft der Schweden [musik] und dann inmitten von Verfolgung, Panik und dem Chaos der Plünderung des litauischen Lagers geschah jenes Ereignis, das für die zeitgenössischen Beobachter das spektakulärste Einzelergebnis der gesamten Kampagne war. Fürst Bogusav Raziviu, seit dem 8.
Oktober als Kriegsgefangener im litauischen Tross mitgeführt, entkam in der Verwirrung der Niederlage. Er hatte 14 Tage lang als Gefangener unter litauischem Gewahrsam in diesem Lager verbracht. Derselbe Ratziviu, dessen Verlust bei Prostken Waldeck so schwer getroffen hatte, derselbe Fürst, der als Angehöriger des mächtigsten Magnatengeschlechts des Großfürstentums Litauen ein politisches Symbol des gesamten Konflikts war.
Jetzt, während die litauische Armee auseinanderfiel und der Tross geplündert wurde, bot das Chaos ihm den Moment zur Flucht und er nutzte ihn. Er ritt nach Norden, fort aus dem Schlachtfeld und gelangte in Sicherheit. Für Waldeck war dieser Tag ein vollständiger Umschwung. 14 Tage zuvor hatte er bei Prostken alles verloren.
Sein Lager, seine Artillerie, den größten Teil seiner Infanterie, seinen Verbündeten Ratziv. Er war mit 500 Soldaten entkommen. Jetzt stand er auf dem Schlachtfeld von Philipov und Mironischki auf der Siegerseite. Er hatte den litauischen Tross gewonnen, den Feind aus dem Herzogtum Preußen getrieben und Rativiu war frei, ohne einen Pfenniglösegeld, ohne eine Verhandlung, ohne einen weiteren Kampf.
Der Krieg hatte in 14 Tagen das Ergebnis umgekehrt. Die evangelische Kirche in Mironiski 1645 erstmals urkundlich erwähnt, wurde in den Kampfhandlungen jenes Herbstes zerstört. Sie konnte erst im Jahr 1610 wieder aufgebaut werden, mehr als 50 Jahre nach ihrer Zerstörung. Ein stiller baulicher Zeuge dafür, dass der Oktober 1656 nicht nur auf Karten und in Schlachtberichten Spuren hinterließ, sondern in den Dörfern, Kirchen und Familien des masurischen Tieflandes für Generationen spürbar blieb.
Nach der Niederlage zog Gosjewskis Heer vollständig aus dem Herzogtum Preußen ab und marschierte nach Litauen in Richtung Wirzbowo. Stehenbock wandte sich mit seiner Armee nach Süden in Richtung Weichsel. Der Mann, dem Samuel Pufendorf später in seinem siebenbändigen Werk über die Kriege Karls X Gustav ein umfassendes historisches Denkmal setzte, hatte seinen Feldzug in Preußen damit abgeschlossen.
Das Reichsarchiv in Stockholm bewahrt bis heute das Tagebuch dieser Wochen in Stehenbocks eigener Hand. Philipov war keine Vernichtungsschlacht. 500 bis 600 Tote auf litauischer Seite. Das ist bei einer Streitmacht von 5000 Mann ein empfindlicher, aber kein katastrophaler Verlust. Was Philipov zu einem Wendepunkt machte, war nicht die Zahl der Toten, sondern die Konsequenzen.
Der vollständige Rückzug der litauischen Armee aus Preußen, der Verlust des gesamten Trosses, die Freilassung Razivius und [musik] als unmittelbare politische Folge der Waffenstillstand, den Gosjewski wenige Wochen später in Wirzbovo mit Friedrich Wilhelm schließen musste. Ein Waffenstillstand, der Brandenburg deutlich stärker zurückließ, als es vor der gesamten litauischen Invasion gewesen war.
Das ist die seltsame, unbarmherzige Logik des Krieges im 17. Jahrhundert. Manchmal bestimmt nicht die Zahl der Schlachten, sondern eine einzige entscheidende Stunde darüber, welche Richtung die Geschichte einschlägt. In Philiphof dauerte diese Stunde einen Herbsttag lang. Vom frühen Morgen bis zur Verfolgung der fliehenden Litauer durch das Garderegiment des Königs.
Am Abend des 22. Oktober 1656 war das Herzogtum Preußen frei von litauischen Truppen und Friedrich Wilhelms Weg zur Souveränität war um einen entscheidenden Schritt kürzer geworden. Wäre der Ausgang bei Philipov anders gewesen, wenn Gosjewski seine Kräfte konzentriert, die Rospuda Linie früher gesichert oder die Nachhustellung rechtzeitig verstärkt hätte, hätte Friedrich Wilhelm vielleicht nie die Verhandlungsposition gehabt, die er wenige Monate später nutzen konnte, um das Schicksal seines Hauses zu verändern. Aber Geschichte macht keine
Ausnahmen für verpasste Gelegenheiten. Was geschehen ist, ist geschehen. Welches Manöver bei Philipov hat euch am stärksten beeindruckt? Die Überrumpelung der Nachhut in Miruniski oder das Erscheinen schwedischer Infanterie auf der östlichen Rospuder Seite, das die litauische Panik auslöste. Schreibt eure Einschätzung in die Kommentare.
Der Sieg bei Philipov war militärisch entscheidend, aber er löste das politische Grundproblem Friedrich Wilhelms nicht. Das Herzog Tumppreußen war frei von litauischen Truppen. Ja. Gosjewskis Armee hatte sich nach Litauen zurückgezogen. Ja. Aber der Kurfürst war immer noch schwedischer Vasal, gebunden durch den Vertrag von Königsberg vom 17.
Januar 1656. Er musste die Hälfte der Seezölle an Stockholm abliefern. Er mußte schwedischen Truppen durchmarschrecht durch sein Land gewähren und er war verpflichtet Karl X de Gustav im Krieg gegen Polen militärisch zu unterstützen. Das war der Preis, den er für den schwedischen Schutz bezahlt hatte. Aber Friedrich Wilhelm hatte keinen Schutz gewollt.
Er hatte Souveränität gewollt und die hatte ihm der Vertrag von Königsberg nicht gegeben. Die nächsten Wochen nach Philipov waren ein politisches Meisterspiel. Friedrich Wilhelm spielte gleichzeitig auf zwei Bühnen. Auf der einen sprach er mit Karl X Gustav. Auf der anderen ließ er geheime Fühler in Richtung Warschau und Wien ausstrecken.
Er wusste, was er hatte. Nach Philiphof. war das Herzogtum Preußen gesichert. Seine Armee hatte sich bewährt und die litauische Bedrohung war vorerst gebannt. Von dieser Position aus konnte er verhandeln, mit beiden Seiten gleichzeitig, ohne sich vorzeitig festzulegen. Karl Ixtens. Gustav erkannte, dass er Friedrich Wilhelm verlieren würde, wenn er nicht nachgab.
Die schwedische Position in Polen hatte sich im Herbst 1656 erheblich verschlechtert. Der Vertrag von Wilner, den Polenlitauen am 3. November 1656 mit dem russischen Zarenreichschloss hatte eine neue Koalition gegen Schweden geformt und gleichzeitig Polenlitauen den Rücken für weitere Operationen gegen Karl Gustav freigehalten. Der schwedische König war unter Druck in der S.
Und unter Druck machte er das einzige, was Friedrich Wilhelm wirklich interessierte. Er bot Souveränität an. Am 20. November 1656, wenige Wochen nach der Entscheidung bei Philipov, unterzeichneten Schweden und Brandenburg den Vertrag von Labio. Dieser Vertrag war für Friedrich Wilhelm ein kolossaler Gewinn. Karl X.
Gustav entband ihn ausdrücklich von der Lehsabhängigkeit gegenüber der schwedischen Krone. Das Herzogtum Preußen war nicht mehr schwedisches Lehen. Es war souveränes Territorium unter Friedrich Wilhelm. Im Gegenzug musste der Kurfürst militärische Unterstützung gegen Polen und Russland leisten und einen Teil seiner Streitkräfte der schwedischen Kriegsführung zur Verfügung stellen.
Aber der entscheidende Rechtsstatus hatte sich verändert. Friedrich Wilhelm war kein Vasall mehr. Er war ein souveräner Fürst, zumindest nach schwedischer Anerkennung. Doch Polenlitauen anerkannte diese Souveränität noch nicht und ohne polnische Anerkennung war die schwedische Gewährleistung nur so stark wie Schwedens eigene Position in diesem Krieg und die verschlechterte sich mit jedem Monat.
Genau hier lag das Dilemma, das Friedrich Wilhelms Diplomatie in den folgenden Monaten beschäftigte. Karl X. Gustav war ein gefährlicher Verbündeter, mächtig genug, um Feinde abzuschrecken, aber zunehmend in eine Lage gedrängt, in der er seine Versprechen nicht mehr erfüllen konnte. Friedrich Wilhelm ließ über den Habsburgischen Gesandten Franz von Lisola geheime Kontakte zum polnischen König Johannon II Kasimir herstellen.
Was würde Polen zahlen für einen Bündniswechsel für den Übertritt Brandenburgs auf die polnische Seite. Unterstützt wurde er dabei ausgerechnet von Boguslav Ratsiviu, dem Fürsten, der bei Prostken gefangen und bei Philipov frei geworden war. Raziviu wollte sich ebenfalls aus dem schwedischen Bündnis lösen und er verfügte über Verbindungen in Warschau, die Friedrich Wilhelms Unterhändlern fehlten.
Die diplomatischen Verhandlungen, die in den Wintermonaten des Jahres 1656 und dem Frühjahr 1657 liefen, waren schwierig und riskant. Friedrich Wilhelmte gegenüber Karl X Gustav dem treuen Bundesgenossen spielen, während er gleichzeitig mit dessen Feinden verhandelte. Die Geheimhaltung war absolut notwendig. Jede vorzeitige Aufdeckung hätte die schwedische Reaktion provoziert und Karl Gustav hatte die Mittel, das Herzogtum Preußen erneut unter Druck zu setzen.
Friedrich Wilhelm wartete und beobachtete, wie sich die militärische Lage zu Schwedens Ungunsten entwickelte und er hatte Geduld. Am 19. September 1657 war die Geduld bezahlt. In der kleinen preußischen Stadt Wau unterzeichneten die Unterhändler Brandenburgs und Polenlitauens den Vertrag von Wau. Sein Kern war einfach und revolutionär zugleich.
König Johann II, Kasimir von Polen Litauen anerkannte die Souveränität Friedrich Wilhelms über das Herzogtum Preußen vollständig und unwiderruflich. Das polnische Lehnsrecht, das seit dem Jahr 1549 über das Herzogtum bestanden hatte, seit dem Vertrag von Krakau mit dem Albrecht von Brandenburg Ansbach sein Herzogtum als polnisches Lehen erhalten hatte, war erloschen.
Im Gegenzug wechselte Friedrich Wilhelm das Bündnis. Er würde fort an Polenlitauen gegen Schweden unterstützen. Der Vertrag wurde erst im November desselben Jahres veröffentlicht, weil Friedrich Wilhelm schwedische Repressalien fürchtete. Ein letzter Ausdruck der Vorsicht, die ihn durch diese gesamte Periode geleitet hatte.
Was hatte er also getan? Er hatte innerhalb von 14 Monaten von Januar 1656 bis September 1657 das Herzogtum Preußen von einem polnischen Leh über ein schwedisches Lehen zu einem souveränen Territorium geführt. Er hatte Warschau mit dem Schwert bekämpft und dann mit der Feder von Warschau bekommen, was das Schwert nicht hätte geben können.
Er hatte Schweden benutzt, um das polnische Lehnsrecht zu brechen und dann Polen benutzt, um das schwedische Lehnsrecht zu brechen. Und der Sieg bei Philiphof, diese eine entscheidende Stunde am 22. Oktober 1656 hatte ihm die Verhandlungsposition gegeben, von der aus all das möglich wurde. Gosjewski hatte das gespürt.
Der Mann, der Prostken gewonnen und Philipov verloren hatte, war derselbe Mann, der im November 1656 in Wirzbovo den Waffenstillstand mit Friedrich Wilhelm unterzeichnete und er wusste, was dieser Waffenstillstand bedeutete. nicht das Ende des Krieges, sondern den Beginn eines politischen Prozesses, an dessen Ende Friedrich Wilhelm stärker dashen würde, als vor der gesamten litauischen Invasion.
Manchmal ist der gefährlichste Moment im Leben eines Fürsten nicht der Moment der militärischen Niederlage, sondern der Moment, in dem der Feind hinter dem Verhandlungstisch lächelt. Wie viel hat das Schicksal der drei Verträge? Labio Welau, Wirzbovo mit dem Ausgang bei Philipov [musik] zu tun.
Schreibt eure Meinung in die Kommentare. Am 9. Mai 1688 starb Friedrich Wilhelm in Pozdam. Er war 68 Jahre alt, hatte 48 Jahre regiert und einen Staat hinterlassen, der kaum wiederkennbar war im Vergleich zu dem, was er als 20-Jähriger im Dezember 1604 übernommen hatte. Die Nachwelt gab ihm den Beinamen, der ihm bis heute anhaftet, der große Kurfürst, einen Beinamen, den er nicht durch eine einzige große Tat verdient hatte, sondern durch jahrzehntelange konsequente Arbeit, durch Geduld, durch taktisches Geschick, durch die
Fähigkeit, aus jeder Lage das Maximum herauszuholen, auch aus der Niederlage bei Prostken, auch aus der Bedrohung durch Gusjewskis Heer, auch aus der Notwendigkeit, sich zunächst Schweden zu unterwerfen, bevor er sich aus dieser Unterwerfung befreite. Was hat die Welt von Philipov geerbt? Auf den ersten Blick erscheint die Frage übertrieben.
Philipov ist ein kleines Masurisches Städchen, das heute zur polnischen Vowotschaft Podlachien gehört. Die Einwohnerzahl ist gering, der internationale Bekanntheitsgrad minimal. Ein Schlachtfeld, das nicht einmal von den meisten deutschen Historikern ausführlich behandelt wird. Und doch zieht man die Konsequenzenkette von jenem 22.
Oktober 1656 weiter. Dann führt sie direkt in das Herz der europäischen Geschichte. Ohne Philiphof wäre der Vertrag von Labion vielleicht nicht zu den Konditionen geschlossen worden, die er hatte, denn Friedrich Wilhelms Verhandlungsposition wäre ohne den militärischen Beweis seiner Schlagkraft gegen Gojewskis Armee schwächer gewesen.
Ohne Labiau wäre Wau undenkbar und ohne Wu ohne die Anerkennung der preußischen Souveränität durch Polen im September 1657 wäre das Folgende nicht möglich gewesen. Am 3. Mai 1660 bestätigte der Friede von Oliver, den Schweden, Polen, Österreich und die Garantiemacht Frankreich unterzeichneten, die Bestimmungen von Wlau endgültig und international.
Das Herzogtum Preußen war souverän, anerkannt von allen Großmächten Europas. Am 18. Januar 1701 ließ sich Friedrich Wilhelms Sohn Friedrich der in Königsberg als Friedrich FZ zum ersten König in Preußen Krönen. Das Königreich Preußen war geboren. Haus hohen Zollern hatte den Rang einer Königsdynastie erhalten und dieser gesamte Weg hatte seinen entscheidenden militärischen Ursprung in den Ereignissen des zweiten nordischen Krieges, zu denen die Stunden von Philipov und Mironiski untrennbar gehörten. Die Historiker des 19.
Jahrhunderts, die im Zeitalter des deutschen Nationalstaats schrieben, erkannten diese Verbindungslinie und stellten Friedrich Wilhelms Feldzug von 1656 in eine große Erzählung vom Aufstieg Preußens. Der brandenburgische Historiker Johann Gustav Dreusen widmete der Warschauer Schlacht von 1656 eine eigene wissenschaftliche Abhandlung und beschrieb sie als den Beginn der preußischen Militärgeschichte.
Der amerikanische Militärhistoriker Hoorn schloss sich diesem Urteil an. Und tatsächlich, was Friedrich Wilhelm bei Warschau erstmals bewies, dass eine disziplinierte stehende brandenburgische Armee numerisch überlegene Feinde durch taktische Überlegenheit schlagen konnte, wurde bei Philipov und Miruniski unter bewährten und auch neuen Bedingungen bestätigt.
nicht durch die Brillanz eines einzigen Manövers, sondern durch die Kombination aus Überraschung, Feuerkraft und der Fähigkeit, eine zersplitterte Verteidigung durch koordinierten Angriff zu brechen. Was lässt sich aus dieser Geschichte lernen? Friedrich Wilhelm hatte 1604 mit fast nichts begonnen, einem zerrütteten Staatshaushalt, einem Land ohne eigene Armee, einem Herzogtum preußen, das fremde Lehensherren hatte und Feinden auf allen Seiten.
Er hatte sich nicht beschwert und auch keine unmöglichen Träume geträumt. Er hatte mit dem angefangen, was er hatte, dem Willen zur Reform, dem Verständnis für moderne Heeresführung aus seinen Jahren in den Niederlanden und der Bereitschaft, kleine Schritte konsequent zu gehen. 1643 bewilligte der Landtag erste Steuern für eine stehende Armee.
1646 nahm er Luise Henriette von Uranien zur Frau und brachte damit niederländisches Kapital, Können und Netzwerke nach Brandenburg. 1648 holte er im westfälischen Frieden hinter Pommern und Halberstadt, Schritt für Schritt, Jahrzehnt für Jahrzehnt, bis 1656 der Moment kam, indem er zeigen musste, ob all das, was er aufgebaut hatte, tatsächlich trug.
Es trug bei Warschau, bei Philipov und am Verhandlungstisch von Labiau und Welau. Die tiefste Lektion, die Friedrich Wilhelms Weg uns hinterlässt, ist nicht die des Krieges oder der Diplomatie allein. Es ist die Lektion der Geduld und der strategischen Konsequenz. Friedrich Wilhelm fiel seinem Zeitgenossen und Kritikern auf, weil er das Bündnis wechselte.
von Schweden zu Polen, von Polen zu wechselnden Kombinationen je nach Lage. Man warf ihm vor, weder treu noch berechenbar zu sein. Der Historiker aus dem geheimen Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz beschrieb diese Politik als das, was Friedrich Wilhelms Zeitgenossen Wechselfieber nannten. Aber ein genauerer Blick zeigt, das Ziel wechselte nie.
Nur der Weg dahin passte sich den Umständen an. Das Ziel war von Anfang an dasselbe: Souveränität für das Herzogtum Preußen, Unabhängigkeit von Lehensherren, die Fähigkeit im eigenen Namen zu handeln. Wer dieses Ziel vor Augen hat und hartnäckig genug ist, es durch sich verändernde Umstände hindurch zu verfolgen, dem geben diese Umstände irgendwann die Gelegenheit, die er braucht.
Gosjewskis Niederlage bei Philipov gab Friedrich Wilhelm genau diese Gelegenheit. Nicht, weil Philipov alles entschied, sondern weil Philipow das letzte Hindernis aus dem Weg räumte, das zwischen Friedrich Wilhelm und seinem Ziel stand. Nach Philipow war das Herzogtum Preußen gesichert, die ltauische Bedrohung gebannt und die Verhandlungsposition gestärkt.
Was danach kam, Labiao, Welau, Oliva, die Krönung von 1701 war die Ernte einer Aussaat, die Friedrich Wilhelm über Jahrzehnte betrieben hatte und Philipov selbst. Das masurische Städtchen trägt seine Geschichte still. Der alte Straßengrundriss aus der Gründungszeit des 16. Jahrhunderts ist noch erhalten. Die Rosspuder fließt begradigt und gezähmt durch die Melioration des 20.
Jahrhunderts an dem Ort vorbei, wo einst Gosiewwskis Männer über eine sandige Furt flohen. Kein Monument, kein Museum, nur die Landschaft, die Seen, der Herbstwind über dem masurischen Tiefland und die Stille, die überall dort entsteht, wo einmal Geschichte gemacht wurde und die Zeit darüber hinweggegangen ist.
Die Ereignisse von Philipov und Mironiski sind in der großen Erzählung des zweiten Nordischen Krieges eine Fußnote geblieben. Aber Fußnoten sind manchmal die Sätze, ohne die das Hauptwerk seinen Sinn verliert. Wenn ihr das nächste Mal von Preußen lest, von Friedrich dem Großen, von der Krönung in Königsberg, vom Königreich, das Europa verändert hat, denkt an einen grauen Herbsttag im Oktober 1656 an die Felder von Miruniski, an einen brandenburgischen Reiterverband namens Görzkeo, der im frühen Morgengrauen auf eine litauische Nachhut stieß und an die
Kette von Ereignissen, die dieser Zusammenstoß in Gang setzte. Geschichte beginnt [musik] nie dort, wo die großen Namen stehen. Sie beginnt in den Momenten, die kaum jemand kennt. Das ist die eigentliche Lektion von Philipov. Wenn euch diese Geschichte berührt hat, lasst es uns in den Kommentaren wissen. Welche Persönlichkeit dieser Era hat euch am meisten beeindruckt? Friedrich Wilhelm mit seiner strategischen Kaltblütigkeit oder Gosjewski mit seinem Mut, trotz aller Widerstände bis zuletzt zu kämpfen. Schreibt es uns? Und wenn ihr
News
Die 5 brillantesten deutschen Generäle, von denen Sie nie gehört haben DD
Haben Sie sich jemals gefragt, welche brillanten Militärstrategen im Schatten der Geschichte verschwanden? Während Namen wie Rommel, Guderian oder Mannstein,…
Giotto Bizzarrini: Wie ein Ferrari-Rebell sein eigenes Superauto baute DD
Es gibt eine Nacht im Jahr 1961, die Geschichte des italienischen Automobilbaus für immer verändert hat. Keine Rennstrecke, kein Triumph,…
Bruce Lee Scherzte Mit Einem Marine Schlag Mich — Nicht Wissend Er War Boxing Champion; 4 Sekunden S DD
Camp Pendleton, Kalifornien. September 1967. Die Marinebasis lag unter brutaler Nachmittagssonne. Hitze strahlte von Beton, Staub in der Luft. Das…
ALICE WEIDEL ZERLEGT FRIEDRICH MERZ VOLLSTÄNDIG – LIVE IM TV VOR MILLIONEN ZUSCHAUERN ! DD
In einer Welt, in der Politik oft wie Chaos klingt, schnitt eine Stimme durch den Lärm, als Friedrich März versuchte,…
„Sie haben uns kaputtes Spielzeug hinterlassen“: Wie australische Wollsocken die Nazis vernichteten DD
Stellen Sie sich vor, Sie werden in einen Fleischwolf geworfen , völlig umzingelt von der tödlichsten Armee der Welt, nur…
Hitlers GEHEIMES URAN in der ANTARKTIS Was verbargen Deutschland und Japan in ihrem NUKLEAREN PAKT? DD
Mai 1941. Der Hilfskreuzer Atlantis steuerte auf den Kergölen Archipel in der subantarktischen Zone zu. Ein abgelegenes Gebiet, unbewohnt und…
End of content
No more pages to load






