Es war der Moment, auf den Millionen von Schlagerfans hingefiebert hatten: Der Jahreswechsel im Ersten, präsentiert vom unangefochtenen Showmaster Florian Silbereisen. Der “Silvester Schlagerbooom” versprach Glanz, Glamour und die größten Hits des Jahres, um 2025 gebührend zu verabschieden und das Jahr 2026 willkommen zu heißen. Die Arena bebte, das Konfetti regnete herab, und die Stimmung schien auf dem Siedepunkt. Doch zwischen den ausgelassenen Feierlichkeiten und den knallenden Sektkorken gab es einen Moment, der tiefer ging als die übliche Party-Laune. Ein Moment, in dem eine lebende Legende sichtlich mit den Nerven – und vor allem mit einem hartnäckigen Missverständnis – kämpfte.
Howard Carpendale, der Grandseigneur des deutschen Schlagers, stand im Rampenlicht. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seiner charismatischen Aura zog er das Publikum sofort in seinen Bann. Doch als der Applaus abebbte und der Talk mit Gastgeber Florian Silbereisen begann, wich das professionelle Show-Lächeln einer ehrlichen, fast schon verzweifelten Dringlichkeit. Es ging um ein Thema, das die Schlagerwelt seit Monaten in Atem hält: Der Abschied von Howard Carpendale.

Ein Missverständnis, das nicht sterben will
Es ist eine Geschichte, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet hat und die, wie es scheint, kaum mehr einzufangen ist. “Howard Carpendale hört auf!” – diese Schlagzeile geisterte durch die Gazetten und sozialen Netzwerke. Für die treuen Anhänger des Sängers, der Hits wie “Ti Amo” und “Hello Again” unsterblich gemacht hat, war dies ein Schock. Doch genau hier liegt das Problem, das Carpendale beim Silvester Schlagerbooom sichtlich zu schaffen machte.
Als Florian Silbereisen, der immer ein feines Gespür für die Fragen hat, die den Fans auf der Seele brennen, das Thema vorsichtig ansprach, konnte man förmlich spüren, wie sich bei Carpendale etwas entlud. Es war keine Wut, sondern eher eine tiefe, fast resignierte Frustration darüber, dass seine Botschaft einfach nicht so ankommt, wie sie gemeint ist.
“Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll”, entfuhr es dem Sänger. Ein Satz, der schwer wiegt. Er offenbart die Ohnmacht eines Künstlers, der gegen Windmühlen kämpft, wenn es um die Interpretation seiner eigenen Worte geht. Carpendale erklärte weiter, dass er in den sozialen Medien immer und immer wieder versucht habe, die Dinge geradezurücken. Er schreibt, er erklärt, er stellt klar – und doch bleibt bei der breiten Masse nur das Wort “Abschied” hängen.
Klartext vor einem Millionenpublikum
Die Bühne des Schlagerboooms bot nun die perfekte, wenn auch dramatische Kulisse, um dieses Missverständnis ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Howard Carpendale nutzte die Gunst der Stunde für eine deutliche Ansage, die keine Fragen mehr offenlassen sollte.
“Es ist kein Abschied, es ist ein Tournee-Abschied”, betonte er mit Nachdruck. Der Unterschied mag für den flüchtigen Leser marginal erscheinen, für den Künstler und sein Leben ist er jedoch gewaltig. Es geht nicht darum, das Mikrofon für immer an den Nagel zu hängen und sich in den Schaukelstuhl zurückzuziehen. Es geht um die Art und Weise, wie Howard Carpendale seinen Beruf in Zukunft ausüben möchte – und vor allem körperlich noch ausüben kann.
Der Hintergrund ist ebenso verständlich wie respektabel: Im Jahr 2026 wird Howard Carpendale seinen 80. Geburtstag feiern. Ein Alter, in dem die meisten Menschen schon lange ihren Ruhestand genießen. Doch Carpendale ist ein Bühnentier, die Musik ist sein Lebenselixier. Dennoch fordert das Alter seinen Tribut, und genau hier zieht er die Reißleine. “Da habe ich mich entschieden, da hören Tourneen in dieser Form auf”, erklärte er.
Er spezifizierte genau, was das bedeutet: Das endlose Reisen, das Leben aus dem Koffer, der Stress, 20 Hallen oder mehr direkt hintereinander zu bespielen – dieser Knochenjob, den eine große Arena-Tournee darstellt, soll der Vergangenheit angehören. Es ist eine Entscheidung für die Gesundheit und für die Lebensqualität, nicht gegen die Musik oder die Fans.

Die letzte große Runde: “Let’s Do It Again” 2026
Für die Fans gibt es also keinen Grund zur Trauer, sondern eher einen Grund zur Vorfreude, gemischt mit ein wenig Melancholie. Denn bevor der große Tour-Vorhang fällt, will es “Howie” noch einmal wissen. Von März bis September 2026 wird er ein letztes Mal auf große Reise gehen. Diese Tournee wird sein Abschiedsgeschenk an die großen Arenen, eine letzte Ehrenrunde durch die Städte, die ihn über Jahrzehnte gefeiert haben.
Es ist diese Tournee, die oft fälschlicherweise als das absolute Ende interpretiert wurde. Dabei ist sie “nur” das Finale eines Kapitels, nicht des ganzen Buches. Carpendale machte im Gespräch mit Silbereisen deutlich, dass er auch nach 2026 nicht gedenkt, sich völlig unsichtbar zu machen.
“Wenn ich gesund bleiben sollte und wenn die Leute wollen, dann werde ich schon immer wieder mal hier und da auf einer Bühne stehen”, versprach er. Diese Aussage ist der Hoffnungsschimmer, an den sich die Fans klammern können. Es wird also weiterhin Howard Carpendale geben – vielleicht bei ausgewählten Galas, bei TV-Events wie dem Schlagerbooom oder bei speziellen Einzelkonzerten. Nur eben nicht mehr im strikten Takt eines Tourneeplans, der keine Gnade kennt.
Ein Abend der Emotionen und großen Namen
Natürlich war Howard Carpendale nicht der einzige Stern am Schlagerhimmel, der in dieser besonderen Nacht leuchtete. Florian Silbereisen hatte, wie es seine Art ist, wieder einmal die Crème de la Crème der Szene versammelt. Die Gästeliste las sich wie das “Who is Who” der deutschen Unterhaltungsmusik.
Neben dem emotionalen Highlight mit Carpendale sorgte auch der “Kaiser” persönlich für Gänsehautmomente. Roland Kaiser, dessen Popularität ungebrochen scheint, bewies einmal mehr, warum er seit Jahrzehnten an der Spitze steht. Auch Maite Kelly, die Powerfrau des Schlagers, brachte die Halle zum Kochen.
Ein Hauch von Nostalgie wehte durch die Arena, als die Musik von Unheilig erklang, und internationale Töne brachte die britische 80er-Jahre-Ikone Samantha Fox auf die Bühne. Die Mischung war bunt und vielfältig: Von den rockigen Klängen eines Ben Zucker über die Party-Garantie von DJ Ötzi bis hin zum charmanten Andy Borg und dem jungen Wilden Vincent Gross – für jeden Geschmack war etwas dabei. Auch Heinz Rudolf Kunze und Nicole sorgten für unvergessliche Momente.
Doch trotz dieses Feuerwerks an Stars und Hits war es Howard Carpendale, dessen Worte am nachhaltigsten im Gedächtnis blieben. In einer Welt, die oft laut und oberflächlich ist, war seine ehrliche, fast verletzliche Art eine willkommene Abwechslung. Er zeigte, dass hinter dem Star ein Mensch steckt, der sich Gedanken über seine Zukunft macht und der missverstanden werden kann.

Kritik und Begeisterung: Die zwei Seiten der Medaille
Während in der Halle die Stimmung auf dem Höhepunkt war und die Fans vor Ort den Abend ihres Lebens feierten, gab es – wie so oft bei großen TV-Produktionen – auch kritische Stimmen vor den Bildschirmen. Nicht alle ARD-Zuschauer waren restlos überzeugt von der Inszenierung des Abends. Die Kluft zwischen dem Live-Erlebnis in der Arena, wo die Energie direkt spürbar ist, und der Übertragung im Wohnzimmer, wo mancher Ton oder manche Moderation kritischer beäugt wird, war auch diesmal spürbar.
Doch diese Kritik verblasst ein wenig angesichts der menschlichen Momente, die solche Shows erst wirklich sehenswert machen. Wenn ein Künstler wie Howard Carpendale, der alles erreicht hat, sich hinstellt und fast flehentlich um Verständnis bittet, dann ist das echtes Fernsehen. Es zeigt die Verbundenheit zwischen Künstler und Publikum, die auch nach über 50 Jahren Karriere nicht abgerissen ist.
Fazit: Ein Abschied auf Raten, aber kein “Lebewohl”
Der Auftritt von Howard Carpendale beim Silvester Schlagerbooom war mehr als nur eine Performance; es war eine notwendige Korrektur. Er hat den Fans die Angst genommen, ihn nie wieder zu sehen, und gleichzeitig um Verständnis für seine Entscheidung gebeten, kürzerzutreten.
Das Jahr 2026 wird nun mit einer ganz besonderen Spannung erwartet. Es wird das Jahr, in dem Howard Carpendale 80 wird und seine letzte große Tournee bestreitet. Jedes Konzert dieser Reihe wird nun noch kostbarer sein, da jeder im Publikum weiß: So wird es nicht wiederkommen. Aber es wird auch das Jahr sein, in dem wir lernen müssen, “Abschied” neu zu definieren. Nicht als Ende, sondern als Wandel.
Howard Carpendale bleibt uns erhalten. Anders, seltener vielleicht, aber dafür umso exklusiver. Und wenn er dann, wie er es selbst sagte, “hier und da” auf der Bühne steht, wird die Freude umso größer sein. Sein “Hello Again” wird in Zukunft vielleicht nicht mehr jeden Abend in einer anderen Stadt erklingen, aber verstummen wird es noch lange nicht. Das hat er uns an diesem Silvesterabend versprochen – und wenn einer Wort hält, dann Howard Carpendale.
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