Ein historischer Abend bei ProSieben, der eigentlich als großes TV-Fest geplant war, endete für viele Zuschauer in purer Frustration und hitzigen Online-Debatten. Während Entertainer Riccardo Simonetti seinen Triumph und einen ganz besonderen privaten Meilenstein feierte, liefen die Kommentarspalten heiß – und das leider nicht nur mit Glückwünschen.

Es sollte eine Premiere der Superlative werden: Zum ersten Mal in der Geschichte von „Schlag den Star“ trat ein Mann direkt gegen eine Frau an. Model und Moderatorin Sylvie Meis forderte den Entertainer und Influencer Riccardo Simonetti heraus. Doch was als spannender Kampf der Geschlechter angekündigt wurde, entwickelte sich für das TV-Publikum schnell zur Geduldsprobe, die in einem digitalen Shitstorm gipfelte.

Ein Duell ohne Gnade – und ohne Spannung?

Von Beginn an machte Sylvie Meis klar: „Heute gibt es keinen Kuschelkurs.“ Mit Kampfansagen wie „The Price is Meis“ versuchte sie, den Druck auf ihren guten Freund Riccardo zu erhöhen. Dieser konterte charmant-bissig: „Aus Meis macht man ja bekanntlich Popcorn.“ Die Stimmung im Studio war gut, die Chemie zwischen den Kontrahenten stimmte – doch sportlich entwickelte sich der Abend schnell zu einer Einbahnstraße.

Zwar konnte Sylvie Meis kurzzeitig Hoffnung wecken, als sie beim „Bumper Duell“ und beim „Curling“ Punkte holte und sogar kurzzeitig mit 9:6 in Führung ging. Doch diese Phase war nur von kurzer Dauer. Riccardo Simonetti dominierte den Rest des Abends fast nach Belieben. Ob beim „Nüsse sortieren“, dem kniffligen „Adventskalender“-Gedächtnisspiel oder beim Geschicklichkeitsspiel „Ballon-Becher“ – der Entertainer ließ der Moderatorin keine Chance.

Das Ergebnis war am Ende vernichtend eindeutig: Mit 69:9 Punkten fegte Simonetti seine Gegnerin vom Platz. Bereits um kurz nach halb eins nachts verwandelte er im Spiel „Halbieren“ seinen ersten Matchball. Ein Kantersieg, der für Riccardo süß, für die Zuschauer jedoch oft bitter schmeckte.

„Einschläfernd“ und „Schlechteste Ausgabe“: Die Zuschauerreaktionen

Während im Studio der Konfettiregen niederging, braute sich auf der Plattform X (ehemals Twitter) und Facebook ein gewaltiges Donnerwetter zusammen. Der Hauptkritikpunkt: Langeweile. Da Simonetti so dominant und Sylvie in vielen Spielen chancenlos wirkte, fehlte dem Abend die für „Schlag den Star“ typische Dramatik bis zur letzten Sekunde.

„Das war die langweiligste Ausgabe des Jahres“, wetterte ein User. Ein anderer kommentierte sarkastisch: „Danke ProSieben für dieses wirksame Schlafmittel kurz vor Weihnachten.“ Die Kritik richtete sich aber nicht nur gegen den mangelnden Spannungsbogen, sondern auch gegen die Auswahl der Spiele, die vielen als zu „harmlos“ und wenig actionreich erschienen. „Wo bleibt der Kampfgeist? Wo sind die harten körperlichen Duelle?“, fragten sich enttäuschte Fans.

Schattenseiten des Ruhms: Hasskommentare überschatten den Sieg

Doch die Kritik blieb nicht sachlich. Leider zeigte sich das Internet von seiner hässlichen Seite. Riccardo Simonetti, der eigentlich für seine offene und herzliche Art beliebt ist, wurde Zielscheibe von Kommentaren, die weit unter die Gürtellinie gingen. Homophobe Anfeindungen und persönliche Beleidigungen mischten sich unter die Kritiken zur Sendung.

Es war ein trauriger Kontrast zu dem, was dieser Abend für Riccardo eigentlich bedeutete. Denn der Sieg hatte für ihn eine zutiefst emotionale Komponente: Der Sendetermin fiel exakt auf seinen ersten Hochzeitstag mit Ehemann Steven. „Dass ich an diesem Tag hier gewinne, bedeutet mir alles“, erklärte er sichtlich gerührt. Viele treue Fans sprangen ihm daraufhin zur Seite und verurteilten die Hasswelle scharf: „Man kann die Show langweilig finden, aber dieser Hass ist einfach nur widerlich“, so der Tenor der Verteidiger.

Ausblick: Sender-Duell zum Jubiläum

Um die Wogen etwas zu glätten und den Blick nach vorne zu richten, ließ Moderator Matthias Opdenhövel am Ende noch eine Bombe platzen. Die nächste Ausgabe von „Schlag den Star“ wird nicht irgendeine sein, sondern die große 100. Jubiläumsshow. Und dafür hat sich ProSieben etwas Besonderes einfallen lassen: Ein echtes Sender-Duell.

Unter dem Motto „ProSieben gegen SAT.1“ werden bekannte Gesichter der beiden Senderfamilien gegeneinander antreten. Eine Ankündigung, die zumindest kurzzeitig die Gemüter beruhigte und für neue Spekulationen sorgte. Wer wird für welchen Sender in den Ring steigen? Kann dieses Konzept die Spannung zurückbringen, die dem Duell Meis gegen Simonetti fehlte?

Fazit

Riccardo Simonetti geht als verdienter Sieger und um 100.000 Euro reicher nach Hause – ein perfektes Geschenk zum Hochzeitstag. Doch der Abend hinterlässt Spuren. Er hat gezeigt, dass ein harmonisches Miteinander der Kandidaten nicht immer Garant für bestes Entertainment ist und dass die Anonymität des Internets weiterhin ein Nährboden für unnötigen Hass bleibt. Bleibt zu hoffen, dass die 100. Ausgabe wieder durch sportliche Höchstleistungen statt durch Diskussionen über Langeweile von sich reden macht.