Es ist eine der langlebigsten und festesten Traditionen im deutschen Fernsehen: Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages versammelt sich die Nation vor den Bildschirmen, um Zeuge des ultimativen Quoten-Duells zu werden. Auf der einen Seite die Krimi-Instanz der ARD, der „Tatort“, auf der anderen Seite die heile Welt des ZDF, das „Traumschiff“. Jahrein, jahraus kämpfen diese beiden Giganten der Unterhaltung um die Gunst des Publikums, meist mit verlässlichen Millionenreichweiten, die den Senderchefs ein entspanntes Lächeln ins Gesicht zaubern. Doch das Jahr 2025 markiert eine Zeitenwende, die in den Chefetagen von Mainz und München für Katerstimmung sorgen dürfte. Was sich am Abend des 26. Dezember abspielte, war kein gewöhnlicher Schlagabtausch, sondern ein regelrechtes TV-Massaker, das Verlierer auf beiden Seiten hinterlässt und insbesondere für Florian Silbereisen und seine Crew Fragen aufwirft, die an die Existenz gehen.

Das historische Debakel: Kapitän Silbereisen auf Grund gelaufen
Im Zentrum der Aufmerksamkeit – und der Kritik – steht zweifellos das ZDF-Flaggschiff. Dass die Zeiten, in denen das „Traumschiff“ spielend leicht acht oder neun Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte, vorbei sind, ist kein Geheimnis. Doch was die aktuelle Ausstrahlung der neuesten Episode offenbarte, ist nichts Geringeres als ein historischer Tiefschlag. Lediglich 4,26 Millionen Menschen entschieden sich dazu, Florian Silbereisen auf seiner Reise über die Weltmeere zu begleiten.
Um die Dramatik dieser Zahl zu begreifen, muss man in die Geschichtsbücher des Senders schauen: Noch nie zuvor in der jahrzehntelangen Geschichte des Formats war das Interesse so gering. Es ist ein absoluter Negativrekord, ein historischer Tiefstwert, der selbst die pessimistischsten Prognosen unterbietet. Selbst der bisherige Tiefpunkt, die Episode, die Ostern 2025 nach Miami führte und damals 4,46 Millionen Zuschauer verzeichnete, wirkt im Rückblick fast noch wie ein Erfolg.
Seit Florian Silbereisen das Steuer als Kapitän Max Parger übernommen hat, schippert das Format durch zunehmend trübe Quoten-Gewässer. Die Kritik an den Drehbüchern, den teilweise absurden Handlungssträngen und der schauspielerischen Qualität der Gaststars ist nicht neu, doch nun scheint das Publikum endgültig mit der Fernbedienung abgestimmt zu haben. Wenn ein Format, das einst als unsinkbar galt, derart massiv an Zugkraft verliert, müssen die Alarmglocken schrillen. Ist das Konzept der heilen Welt auf einem Kreuzfahrtschiff in der heutigen Zeit schlichtweg überholt? Oder hat sich das Publikum an der aktuellen Besetzung sattgesehen? Fakt ist: Das „Traumschiff“ hat einen Eisberg gerammt, und der Schaden ist immens.
Der „Tatort“: Ein Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt
Während im ZDF Katerstimmung herrscht, dürften auch bei der ARD die Sektkorken nur sehr verhalten knallen. Zwar konnte sich der neue „Tatort“ mit dem Titel „Das Verlangen“ den Tagessieg sichern und das direkte Duell gegen die Konkurrenz gewinnen, doch der Triumph steht auf tönernen Füßen. Mit 5,13 Millionen Zuschauern setzte sich der Krimi zwar an die Spitze der täglichen Charts, doch für die Verhältnisse der Reihe ist dies eine erschreckend niedrige Zahl.
Ein „Tatort“ am zweiten Weihnachtsfeiertag ist normalerweise ein Garant für Quoten jenseits der sieben oder acht Millionen. Dass nun gerade einmal etwas mehr als fünf Millionen Menschen einschalteten, bedeutet die niedrigste Reichweite für die Krimireihe seit zwei Jahren. Auch wenn der Marktanteil von 21,6 Prozent auf dem Papier solide aussieht und die Marktführerschaft sichert, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dem „Tatort“ die Zuschauer in Scharen davonlaufen. Das „Verlangen“ des Publikums nach Mord und Totschlag unterm Tannenbaum war in diesem Jahr offensichtlich deutlich geringer ausgeprägt als gewohnt.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ist es eine allgemeine Ermüdung gegenüber dem linearen Fernsehen? Suchen die Menschen an Weihnachten vermehrt die Flucht zu Streamingdiensten wie Netflix und Disney+, wo sie ihr Programm selbst bestimmen können? Oder war die Qualität der angebotenen Episode schlichtweg nicht überzeugend genug, um gegen die Konkurrenz – oder das gemütliche Beisammensein mit der Familie – zu bestehen? Die ARD wird diesen Abend genau analysieren müssen, denn der Status als unangefochtener Platzhirsch bröckelt.

Der bizarre Hoffnungsschimmer: Jugend forscht auf dem Traumschiff
Inmitten dieser Tristesse aus sinkenden Reichweiten und historischen Tiefstständen gibt es jedoch eine statistische Anomalie, die so überraschend ist, dass sie fast schon absurd wirkt. Ausgerechnet in der Zielgruppe, die dem linearen Fernsehen und insbesondere Formaten wie dem „Traumschiff“ traditionell am kritischsten gegenübersteht, konnte Florian Silbereisen punkten.
Bei den 14- bis 49-Jährigen, der sogenannten werberelevanten Zielgruppe, wendete sich das Blatt dramatisch. Hier schalteten so viele junge Menschen ein wie lange nicht mehr. Mit einem Marktanteil von fantastischen 16,1 Prozent erzielte das „Traumschiff“ in dieser Altersklasse den höchsten Wert seit März 2024. Ein Phänomen, das Experten Rätsel aufgibt. Ist das „Traumschiff“ bei der Jugend inzwischen zum „Kult“ geworden, den man ironisch konsumiert? Oder sehnen sich gerade jüngere Menschen in unsicheren Zeiten nach der kitschigen Sicherheit und Vorhersehbarkeit, die das Format bietet?
Der „Tatort“, der sonst auch bei den jüngeren Zuschauern oft eine Bank ist, hatte in dieser Disziplin das Nachsehen. Mit lediglich 11,7 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen landete der Krimi nur auf einem enttäuschenden dritten Platz. Ein Schlag ins Gesicht für die Macher, die stets versuchen, den „Tatort“ auch für nachwachsende Generationen relevant zu halten. Dass ausgerechnet Kapitän Silbereisen ihnen hier den Rang abläuft, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Fazit: Ein Weckruf für das lineare Fernsehen
Der 26. Dezember 2025 wird als schwarzer Tag in die Geschichte der öffentlich-rechtlichen Sender eingehen. Wenn die beiden stärksten Pferde im Stall gleichzeitig straucheln, ist dies mehr als nur ein Ausrutscher – es ist ein Symptom einer tiefergehenden Krise.
Für Florian Silbereisen wird die Luft dünner. Ein historischer Tiefstwert lässt sich nicht schönreden, auch nicht mit guten Werten bei der Jugend. Das ZDF wird sich die Frage stellen müssen, wie lange man das Format in dieser Form noch weiterführen kann, ohne den Mythos „Traumschiff“ endgültig zu zerstören.
Und die ARD? Sie muss erkennen, dass auch die Marke „Tatort“ nicht unverwundbar ist. Die Zuschauer sind wählerischer geworden, die Konkurrenz durch Streamingdienste ist übermächtig. Wer an Weihnachten 2026 nicht vor leeren Rängen spielen will, muss sich etwas einfallen lassen. Das TV-Duell der Giganten endete dieses Jahr nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen Wimmern. Es bleibt abzuwarten, wer aus diesem Debakel die richtigen Schlüsse zieht.
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