Isabella Moh hatte immer stolz darauf geblickt, wie professionell sie war. In ihren zwei Jahren als Vorstandsassistentin von Julian Bergmann, dem CEO der Bergmanngruppe mit Sitz in München, hatte sie nie einen wirklichen Fehler gemacht. Sie kam früher als alle anderen, blieb später als alle anderen und bewältigte jede Aufgabe mit chirurgischer Präzision.
Und das musste sie auch, denn Julian war kein einfacher Mann. fordernd, fokussiert, unnachgiebig, ein Chef, der Spitzenleistung erwartete und Fehler kaum duldete. Trotzdem hatte Isabella seinen Respekt gewonnen durch harte Arbeit, Loyalität und eine Ruhe, die in seinem Umfeld selten war. Der jährliche Führungskräfter Etriat auf Süld sollte eine Feier werden.
Die Bergmruppe hatte gerade einen europaweit bedeutenden Technologievertrag abgeschlossen. Ein Deal, der dem Unternehmen mehr als 45 Millionen Euro einbringen würde. Julian hatte keine Kosten gescheut. Ein Fünfsterne Resort direkt am Strand von Kampen, privater Tagungsbereich, exquisites Essen, sogar ein kleines Feuerwerk für die Abschlussnacht.
Isabella hatte monatelang an diesem Deal mitgewirkt und zählige Präsentationen, Terminabstimmungen, Hintergrundrecher, alles im Stillen, ohne je im Rampenlicht zu stehen. Am letzten Abend organisierte Julian ein festliches Dinner im besten Restaurant des Resorts. Die Nordseeluft wehte sanft über die offene Terrasse, gemischt mit dem Duft von Salz und warmen Kräutern.
Kristallgläser klangen zusammen. Gedämpftes Lachen mischte sich mit leiser Musik. Isabella saß zwischen ihren Kolleginnen und Kollegen und erlaubte sich zum ersten Mal stolz zu sein. Sie hatte das mit möglich gemacht. Sie, die sonst immer unsichtbare Kraft im Hintergrund. Julian stand am Kotz der langen, elegant dekorierten Tafel.
Seine Haltung war wie immer aufrecht, kraftvoll, aber in seinen grauen Augen lag an diesem Abend eine seltene Weichheit. Der Wind zerzauste leicht sein dunkles Haar und als er das Glas hob, senkte sich automatisch die Stimmung im Raum. Auf uns alle, sagte er. Dieser Erfolg gehört jedem einzelnen hier.
Als sein Blick kurz auf Isabella fiel, spürte sie etwas in ihrer Brust flattern. Sie sah schnell weg. Professionelle Distanz war ihre oberste Regel immer gewesen. Der Champagner floss bei diesem Dinner reichlicher als sonst. Isabella trank selten, doch an diesem Abend, im Gefühl des Triumphs und umgeben von der entspannten Atmosphäre der Insel, ließ sie sich treiben.
Ein Glas wurde zu zwei, dann drei. Die Lichter verschwammen leicht, die Geräusche wurden weicher, die Welt ein wenig schiefer und gleichzeitig wärmer. Du hast das hier mehr verdient als jeder andere”, flüsterte Mira Hart, ihre Kollegin aus dem Marketing und zugleich ihre beste Freundin im Unternehmen. “Du hast praktisch im Büro gewohnt in den letzten Monaten.
” Isabella lachte leise, fühlte die Wärme des Alkohols. “Es hat sich gelohnt, dieser Vertrag verändert alles.” Als das Dinner sich schließlich auflöste, erhob Isabella sich und merkte erst dann, wie viel sie tatsächlich getrunken hatte. Der Boden schien sich einen Moment zu bewegen. Mira wollte sie stützen, doch Isabella winkte ab.
Ich bin okay, nur müde. Ich gehe schlafen. Sie verabschiedete sich und wankte durch die eleganten Korridore des Resorts. Die Marmorbüden waren makelos. Der Duft von teurem Holzpolitur lag in der Luft. Doch die Flure wirkten endlos und die Zahlen auf den Türen verschwammen zu unlesbaren Mustern.
War ihr Zimmer 2 oder 241? Sie wuß es nicht mehr. Sie versuchte ihre Schlüsselkarte mehrfach an verschiedenen Türen. Die dritte oder vierte Tür klickte schließlich und sprang auf. Ein Triumphgefühl durchströmte sie. Endlich. Sie stolperte hinein, ohne das Licht anzuschalten. Das Zimmer war dunkel, aber sie erkannte ein großes Bett, spürte die weichen Teppiche unter den Füßen.
Ohne nachzudenken, ließ sie sich auf die Matratze fallen. Die Welt drehte sich noch kurz, dann wurde alles schwarz. Eine Stunde später kehrte Julian Bergmann in seine Site zurück. Der Tag war lang gewesen, Wochenende der Verhandlungen lagen hinter ihm und obwohl der Erfolg groß war, nackte die Erschöpfung an ihm. Er betrat die Dunkelheit seines Zimmers und ging schweigend in Richtung Bad, als ihm etwas auffiel.
Etwas lag auf seinem Bett, etwas, das dort nicht hingehörte. Er blinzelte in die Dunkelheit, zog instinktiv die Augenbrauen zusammen und schaltete die Lampe an. Der Anblick ließ ihn erstarren. Auf seinem Bett, zusammenger wie ein erschätztes Kätzchen, lag Isabella. Ihre dunkelbraunen Haare fielen über sein Kotzkissen.
Ihr tiefblaues Kleid hatte sich leicht verschoben. Ihre Atmung war ruhig und sanft. Sie schlief tief, völlig ahnungslos. Julian stand unbeweglich da. Er sollte sie natürlich sofort wecken. Das wäre korrekt, professionell, vernünftig. Doch er tat es nicht. Stattdessen sah er sie an, wie er sie noch nie gesehen hatte. entspannt, ungeschützt, weit entferntvon der kontrollierten, perfekten Assistentin, die ihm täglich begegnete.
Und zum ersten Mal erlaubte er sich wahrzunehmen, was er sonst verdrängt hatte, die feinen Linien ihres Gesichts, die Zartheit ihrer Wimpern, den leichten Anstieg ihrer Brust mit jedem Atemzug. Er seufzte leise, rieb sich über die Stirn. Wenn er sie jetzt weckte, würde sie vors Scham sterben. Das wuste er. Doch sie einfach schlafen zu lassen, in seinem Bett. ebenfalls völlig falsch.
Bevor er eine Entscheidung treffen konnte, murmelte Isabella im Schlaf etwas, drehte sich und streckte einen Arm aus, als würde sie nach einem zweiten Kissen greifen. Julian hielt den Atem an, dann entschied er sich, vielleicht gegen jede Vernunft. Er holte eine Decke aus dem Schrank, legte sie sich über den Arm und ging zum Sessel gegenüber vom Bett. Dort setzte er sich.
Dort würde er schlafen oder es zumindest versuchen. Während die Nacht verging, blickte er immer wieder zu ihr hinüber und jedesmal spürte er ein unerwartetes Gefühl in seiner Brust. Er mochte es, dass sie da war. Als das erste Morgenlicht durch die Fenster fiel, begann Isabella sich zu regen. Sie lächelte schlaftrunken, bis sich ihre Augen öffneten und die Welt in Stücke fiel.
Dieses Zimmer war nicht ihres, und der Mann im Sessel war Julian, ihr Chef. Sie schoss hoch. Oh mein Gott. Guten Morgen, sagte er, ruhig, fast amüsiert. Ihr Gesicht wurde rot, dann weiß, dann noch röter. Sie stotterte Entschuldigungen, Worte überschlugen sich. Panik machte sie fahrig. Julian blieb ruhig, erklärte, dass ihr Schlüssel dummerweise auch seine Tür öffnen konnte, ein Sicherheitsfeature der Führungsetage.
Isabella wollte im Boden versinken und als sie begriff, dass Julian im Sessel geschlafen hatte, traf sie die Scham noch härter. Doch was sie am meisten verwirrte, war der Blick, den er ihr gab. Ein Blick, der nicht reinberuflich war, nicht so wie sonst. Ein Blick, der eine Grenze berührte, die keiner von ihnen je überschritten hatte.
Isabella brauchte fast 10 Minuten, um genügend Fassung zu gewinnen, damit sie nicht mehr zittrigte. Kaum hatte sie ihr eigenes Zimmer erreicht, lehnte sie sich gegen die Tür, prste eine Hand auf ihre Brust und schloss die Augen. Ihr Herz raste. Der Gedanke, in Julians Bett geschlafen zu haben, ließ ihr Blut kochen aus Scham, aus Verlegenheit, aus etwas anderem, das sie nicht benennen wollte.
Sie war seit zwei Jahren die zuverlässigste Person in seinem Umfeld. Und nun das, ein gigantischer Fehltritt, der alles verändern konnte. Ein Klopfen ließ sie zusammenzucken. Mirahart stand in der Tür, zwei Kaffees in der Hand, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen. “Du warst gestern plötzlich verschwunden”, sagte sie und drückte ihr einen der Becher in die Hand.
“Ich dachte schon, du wärst irgendwo im Dünensand eingeschlafen.” “Wenn du wüsstest”, dachte Isabella und zwang ein Lächeln. Ich war einfach müde. Der Tag war lang. Mira musterte sie kritisch. “Du siehst aus, als wäre etwas passiert. Isabella wich ihren Blick aus. Nur zu viel Champagner. Doch bevor Mira weiterbohren konnte, summten beide Smartphones gleichzeitig.
Eine Nachricht von der Unternehmenszentrale, dringendes Meeting. Eine Stunde. Was? Sagte Mira fassungslos. Wir sollten den Tag frei haben. Isabellas Magen zog sich zusammen. Es gab nur eine Person, die so etwas spontan anordnete und sie würde ihm wieder begegnen müssen, viel früher, als sie gehofft hatte.
Eine Stunde später trat Isabella in den Konferenzraum des Resorts. Sie sah markellos aus. Streng zurückgebundener Dut, dezentes Make-up, ein knitterfreies, dunkelgraues Businesskleid. Auf den ersten Blick wirkte sie ruhig, doch innerlich herrschte Chaos. Julian stand bereits am Fenster im perfekt sitzenden Anzug, die Silhouette scharf gegen das Licht.
Neben ihm ein Mann, den Isabella nicht kannte, etwas älter, distinguiert silbergraues Haar, teurer Maßanzug. Julian bemerkte Isabella sofort. Sein Blick traf ihren nur eine Sekunde lang, aber lang genug, dass sich der Raum zu verengen schien. Dann war die gewohnte Maske zurück. Professionell, kontrolliert, undurchdringlich.
Meine Damen und Herren, danke, daß Sie kurzfristig erschienen sind”, begann Julian. “Ich möchte Ihnen Herrn Richard Kellnberg vorstellen, potenzieller Hauptinvestor für unsere europäische Expansion.” Kellenberg nickte freundlich in die Runde, doch seine Augen waren wachsam, prüfend, analytisch. Das Meeting verlief intensiv, doch reibungslos.
Isabella schrieb Notizen, fokussiert, doch immer wieder glitt ihr Blick unauffällig zu Julian. Jede Bewegung, jede Sternfalte, jede kleine Betonung in seiner Stimme schien ihr deutlicher aufzufallen als je zuvor. Nach der Präsentation schlug Kellenberg vor, das Gespräch beim Mittagessen fortzuführen. Die Gruppe verlagerte sich auf die Außenterrasse des Restaurants.
Isabella setzte sich bewusst nicht in Julians Nähe aus Selbstschutz. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Während der Vorspeisebeugte sich Kellenberg plötzlich nach vorne, seine Stimme laut genug, dass mehrere Kollegen mithören konnten. Julian, ich muss sagen, ich war beeindruckt, heute morgen zu sehen, wie stabil Ihr Privatleben wirkt.
In dieser Branche ist das selten. Julian runzelte irritiert die Stirn. Ich verstehe nicht ganz. Ach, tun sie nicht so. Kellenberg schmunzelte. Ich habe sie und ihre Partnerin im Flur vor ihrer Swiete gesehen. Die Art, wie sie einander angesehen haben, das sagt mehr als Worte. Isabellas Herz setzte aus. Sie spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde.
Er hatte sie gesehen, im falschen Zimmer, in Julians Nähe, zerzaust, imselben Kleid. Oh nein, nein, nein. Alle Blicke wandten sich zu ihr. Julian sah sie an, kurz, intensiv und in diesem Blick erkannte sie den Moment, indem er eine Entscheidung traf. “Das ist richtig”, sagte Julian ruhig. “Isabella Moh ist meine Partnerin.
” Ein Rascheln ging durch den Tisch. Mira ris die Augen auf. Isabella hielt den Atem an. Kellenberg leuchtete geradezu vor Zufriedenheit. Wunderbar. Nichts schafft Vertrauen wie eine stabile Beziehung, besonders wenn man große Projekte gemeinsam stemmt. Eine Beziehung mit ihrem Chef. Einfach so ausgesprochen.
Isabella fühlte, wie ihre Gedanken rasten. Sie wollte etwas sagen, erklären richtig stellen, doch kein Wort kam hervor. Julian führte die Situation mit beeindruckender Ruhe weiter aus, erzählte, wie ihre Zusammenarbeit sich natürlich vertieft habe, wie sie einander ausbalancieren. Isabella tat ihr Bestes mitzuspielen. Sie nickte an den richtigen Stellen, lächelte, wenn es erwartet wurde, sprach Waage über ihr kennenlernen.
Doch in ihrem Inneren tobte ein Sturm. Nach dem Mittagessen zog Julian sie sanft zur Seite, führte sie in einen abgelegenen Teil des Hotelgartens. Isabella, ich weiß. Warum hast du das getan? Ihre Stimme bebte. Das war ich. Ich hätte nie. Weil wir ihn brauchen, unterbrach Julian leise, aber bestimmt. Seine 50 Millionen könnten über die Zukunft der gesamten Expansion entscheiden.
Wenn er glaubt, dass wir ein starkes, stabiles Team sind, privat wie beruflich, steigt seine Bereitschaft enorm. Isabella verschränkte die Arme, suchte halt. Und was tun wir jetzt? Julian sah sie ruhig an. Wir machen weiter ein paar Wochen. Wir treten als Paar auf. Wir überzeugen ihn dann, sobald der Vertrag unterschrieben ist. Er ließ den Satz offen.
Isabella schluckte. Eine professionelle Beziehung vorspielen mit ihm nach der letzten Nacht, nach dem Blick heute morgen und wir? Fragte sie leise. Was ist mit uns in dieser Zeit? Julian trat einen Schritt näher. nicht übergriffig, aber nah genug, daß ihre Haut prickelte. Das hängt davon ab, ob wir beide professionell bleiben können.
Sein Blick ruhte auf ihr, warm, tiefer, gefährlicher als jeder Blick, den er ihr je zuvor geschenkt hatte. Isabella spürte in diesem Moment, es würde nicht einfach bleiben. Isabella wusste, dass sie nein sagen sollte. Es verstieß gegen jede innere Regel, jeden professionellen Instinkt, den sie in sich trug. Doch als sie Julian dort stehen sah, mit diesem ernsten Blick, der mehr ausdrückte als Worte, spürte sie, wie ihr Widerstand zu bröckeln begann.
Nicht wegen der Firma, nicht wegen Kellnberg, sondern wegen ihm. Gut, hörte sie sich sagen, bevor sie darüber nachdenken konnte. Ich mache mit, aber nur unter klaren Bedingungen. Julian nickte sofort. Selbstverständlich. Nichts reales, sagte sie mit mehr Überzeugung, als sie fühlte. Nur eine Darstellung. Streng geschäftlich, bestätigte Julian und reichte ihr die Hand, als wäre es ein Vertrag.
Sie zögerte, dann legte sie ihre Hand in seine. Der Händedruck dauerte eine Sekunde zu lange, eine Sekunde zu intensiv und sie beide wussten, es war bereits nicht mehr nur geschäftlich. Noch am selben Abend erfuhr Mira von der vermeintlichen Beziehung. Und obwohl Isabella sich schuldig fühlte, log sie weiter. “Wie konnte ich das nicht wissen?”, rief Mira, während sie in Isabellas Hotelzimmer auf und abging.
Ihr zwei, also wirklich, Isabella, der CEO, und du hast mir nichts gesagt. Isabella lächelte schwach. Es ist kompliziert. Wir wollten es erst einmal ruhig halten. Mira blieb stehen, sah sie intensiv an und ihre Stimme wurde weich. Ich freue mich für dich. Wirklich, er behandelt dich mit Respekt. Und in deinen Augen, ich sehe etwas, dass ich sonst nie sehe.
Isabella senkte den Blick. Wenn Mira Wüste, wie kompliziert es wirklich war. Am nächsten Morgen flogen sie zurück nach München. Zurück in den Alltag eines Großkonzerns, nur dass jetzt ein Spiel begann, das keiner der beiden wirklich beherrschte. In den folgenden Wochen trafen sie sich dreimal mit Kellenberg.
Dreimal spielten sie das perfekte Paar. Beim ersten Dinner legte Julian seine Hand an den kleinen Rücken von Isabella. Eine subtile Geste, passen zur Rolle. Doch die Wärme seiner Finger brannte sich in ihre Haut. Beim zweiten Treffen berührten sich ihre Hände beim Teilen eines Menüs. Kellenberg bemerkte es undlächelte zufrieden.
Isabella bemerkte dagegen etwas anderes, wie Julians Hand eine Sekunde länger ruhte als nötig. Beim dritten Treffen erzählte Julian eine improvisierte Geschichte darüber, wie sie sich ineinander verliebt hatten. Sein Blick wanderte zwischendurch zu ihr, weich, warm und ehrlich. Zu ehrlich. Isabella begann zu fürchten, daß sie den Unterschied zwischen Spiel und Gefühl nicht mehr klarziehen konnte.
Die Shartig Gala in München war der Höhepunkt, ein Ereignisvoller Wirtschaftselite, Presse, Investoren und schimmernder Abendroben. Isabella trug ein smaragdgrünes Kleid, das sanft mit jeder Bewegung glitzerte. Als Julian sie in der Eingangshalle abholte, kam er ins Stocken. “Du siehst unglaublich aus”, sagte er mit einer Wärme, die nicht einstudiert war.
Isabella spürte, wie ihr das Herz gegen die Rippen schlug. Danke, du auch. Er sah im schwarzen Smoking aus wie aus einem Magazin. Elegant, souverän, gefährlich. Auf der Fahrt zur Gala sprach kaum jemand von ihnen. Die Spannung hing zwischen ihnen wie eine dünne, vibrierende Seite, die jederzeit reißen konnte. Als Julian schließlich ihre Hand nahm, sagte er nur: “Übung für später.
” Doch sein Daumen strich sanft über ihre Haut. Viel zu sanft. Viel zu echt. Die Gala fand in einem historischen Münchner Palais statt. Kronleuchter warfen goldenes Licht über Marmorflore. Das Orchester spielte Weizer, überperte Gesprächszerke lachen. Kellenberg war natürlich da. Da sind sie ja mein Lieblingspaar, rief er, als er Isabella und Julian entdeckte.
Julian legte einen Arm um Isabella und sie lehnte sich leicht an ihn, so wie sie es geübt hatten. Doch diesmal fühlte sich seine Nähe anders an. Tiefer, gefährlich, unwiderstehlich. Wir sollten tanzen flüsterte Julian plötzlich, weil Kellnberg schaut, weil ich es möchte. Isabella blieb stehen.
Ihre Kehle wurde trocken, aber sie nickte. Julian führte sie auf die Tanzfläche. Seine Hand auf ihrer Taille warm, besitzergreifend und gleichzeitig schützend. Sie legte ihre Hand auf seine Schulter und als sie sich bewegten, pasßten ihre Schritte plötzlich perfekt ineinander, als hätten sie schon hundertmal miteinander getanzt.
“Du kannst”, sagte Isabella leise, überrascht. “Internat”, antwortete er mit einem schwachen Lächeln. Der Weizer trug sie durch den Saal. Doch für Isabella existierte plötzlich nur noch Julian. Sein Blick, seine Nähe, seine Hand an ihrer Taille. Isabella begann er seine Stimme rau. Ich muss dir etwas sagen. Doch im selben Moment klopfte Kellenberg ihm auf die Schulter und rief gut gelernt: “Darf ich mir die Dame kurz ausleihen?” Julian versteinerte kurz, dann ließ er sie gehen, höflich, gezwungen, aber mit einem Ausdruck in den Augen, der sie
erschütterte. “War das Eifersucht?” Während Kellenberg mit ihr tanzte, spürte sie Julians Blick förmlich auf ihre Haut. Scharf, wach, unfassbar intensiv. Kellenberg dagegen plauderte fröhlich weiter. Sie tun ihm gut, sagte er plötzlich. Er ist ausgeglichener, glücklicher. Ein Mann ist nur so stark wie die Person, die an seiner Seite steht. Die Worte trafen Isabella tief.
Wenn er wüste. Dann sagte Kellenberg noch etwas etwas, das ihren Atem stoppen ließ. Ich unterschreibe den Vertrag morgen. Ich vertraue Julian und ich vertraue Ihnen morgen. Dann würde alles enden. Ihre Rolle als Paar. Die Nähe, diese unerklärliche, unaufhaltsame Verbindung. Und der Gedanke daran tat weh, tiefer als sie erwartet hätte.
Als der Tanz endete, brachte Kellenberg sie zurück zu Julian. Dieser ergriff sofort ihre Hand. Zu schnell, zu fest. Können wir kurz rausgehen? Jetzt, sagte er leise, aber eindringlich. Sie nickte, denn sie wusste, es würde etwas passieren, dass man nicht mehr zurücknehmen konnte. Auf dem Balkon des Palais wehte ein kühler Abendwind, der Isabella Schaudern ließ.
Unter ihnen erstreckte sich der Garten in weichen Schatten. Nur vereinzelte Laternen warfen warmes Licht auf die Kieswege. Drinnen halten Musik und Stimmen, doch hier draußen schien die Welt stillzustehen. Julian zog sein Jackett aus und legte es ihr wortlos um die Schultern. Die Geste war so zärtlich, so selbstverständlich, daß Isabella kaum wußte, wohin mit ihren Gefühlen.
“Er unterschreibt morgen”, sagte sie schließlich leise. Julian nickte. “Ja, dann ist unsere Vereinbarung beendet.” Stille. Isabella wandte den Blick ab, fixierte die dunklen Konturen der Bäume. Also gehen wir zurück zum Normalzustand. Assistentin und Chef. professionell distanziert. Sie versuchte es sachlich klingen zu lassen, doch ihre Stimme verriet sie.
Julian trat einen Schritt näher, so nah, dass sie seine Wärme spürte. “Ist das wirklich das, was du willst?”, fragte er. Isabella schloss die Augen. Ihr Herz schlug so heftig, dass sie glaubte, er müsßse es hören. Es wäre so viel einfacher zu lügen, so viel sicherer. Doch seit Wochen balancierte sie zwischen gespielter Nähe und echter Sehnsucht und heute Abend war die Grenzeendgültig verschwunden.
“Nein”, flüsterte sie. “Ich will das nicht.” Sie hörte ihn scharf einatmen, als hätte er genau diese Antwort erhofft und gleichzeitig gefürchtet. Isabella. Er hob sanft ihre Hände, hielt sie in seinen. Seine Finger waren warm, fest, zitternd vor Zurückhaltung. “Ich habe versucht, das zu ignorieren”, sagte er mit rauer Stimme.
“Weil du für mich arbeitest, weil es kompliziert ist und weil ich dachte, ich müsste das Richtige tun.” Er legte seine Stirn gegen: “Aber ich kann es nicht mehr leugnen. Nichts davon war gespielt. Nicht für mich. Keine Berührung, kein Blick, kein Wort.” Isabellas Augen füllten sich mit Tränen. Ich dachte schon, ich bilde mir alles ein. Nein, flüsterte Julian.
Du hast nichts erfunden. Seine Hände glitten an ihre Wangen, Daumen strichen Tränen weg, bevor sie fallen konnten. Seit jener Nacht, als ich dich in meinem Bett gefunden habe, hat sich etwas verändert. Ich habe dich anders gesehen und seitdem kämpfe ich dagegen an. Warum? Hauchte sie.
Weil du mir wichtiger bist, als ich mir erlauben wollte. Dann küsste er sie. Es war kein gespielter, vorsichtiger Kuss wie beim Dinner mit Kellenberg. Es war echt tief, voller Zurückhaltung, die sich endlich lösen dürfte. Isabella klammerte sich an ihn, ihre Hände glitten an seinen Nacken, während seine Arme sie eng an sich zogen. Jede Phasa ihres Körpers schien zu wissen, dass sie genau hierhin gehörte.
Als sie sich lösten, atmeten beide schwer. Julian strich ihr eine Haarstreine hinters Ohr. “Ich will das richtig machen”, sagte er. “Keine Heimlichkeiten, keine Spielchen, eine echte Beziehung.” Isabella lächelte durch ihre Tränen. “Ich auch. Aber dein Unternehmen, die Leute werden reden. Ich weiß, Julia aus Haer wird mich hassen.
” Er lachte leise. Wahrscheinlich. Und Kellenberg, er wird denken, wir hätten ihn getäuscht. Julian schüttete den Kopf. Dann sage ich ihm die Wahrheit, daß wir es erst geheim halten wollten, dass Gefühle nicht immer planbar sind. Er nahm ihre Hände wieder, sah sie mit einer Ernsthaftigkeit an, die ihr Herz noch stärker pochen ließ.
Und wenn er deshalb abspringt, dann ist das so. Du bist wichtiger. Diese Worte trafen sie mitten ins Herz, weil sie wußte, wie selten Julian Bergmann etwas über die Arbeit stellte. “Ich hätte nie gedacht, das von dir zu hören”, sagte sie leise. “Ich auch nicht”, antwortete er, bis du gekommen bist und alles verändert hast.
Sie standen noch einen Moment so da, eng aneinander geschmiegt, während unter ihnen die Musik langsam von einem Beizer zu einem Jazzstück wechselte. Als sie schließlich zurück in den Saal gingen, war es nicht mehr Teil einer Rolle. Es war echt. Mira bemerkte sie sofort und sah Isabella mit großen Augen an. Ihr zwei, ihr seht anders aus.
Richtig anders. Isabella bis sich auf die Lippe, unfähig das breite Lächeln zu unterdrücken. Wir sind wirklich zusammen. Mira stieß einen kleinen Freudenschrei aus und fiel ihr um den Hals. Ich wusste es. Ich wusste es von Anfang an. Am nächsten Morgen bat Kellenberg um ein Gespräch. Julian nahm Isabella mit in sein Büro.
Sie war nervös, bereit für Vorwürfe. Doch Kellenberg lächelte nur wissend. Julian hat mir gerade gesagt, dass Sie ihre Beziehung nun offen leben wollen. Ich finde das sehr reif und ehrlich. Isabella blinzelte überrascht. Sie passen gut zusammen und Vertrauen entsteht nicht nur im Geschäft, sondern im Leben. Er unterschrieb ruhiger Hand.
Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Es war geschafft. Alles war geschafft. Doch tief in ihr wußte Isabella. Das eigentlich Wichtige begann erst jetzt. Die Wochen nach der Vertragsunterzeichnung verliefen überraschend ruhig, zumindest nach außen. In der Firma arbeiteten Isabella und Julian weiterhin professionell, sprachen ihre Termine ab, führten Projekte fort und hielten klare Strukturen ein.
Niemand konnte ihnen irgendwelche Vorteile oder Vätternwirtschaft vorwerfen. Doch wer genau hinsah, bemerkte kleine Veränderungen. Julian lächelte öfter. Isabella wirkte gelöster, strahlender. Und in den Momenten, in denen sie glaubten, unbeobachtet zu sein, glitten ihre Blicke ineinander wie zwei Geheimnisse, die nur sie verstanden.
Sie meldeten ihre Beziehung offiziell bei der Personalabteilung. Es war ein unangenehmer Termin mit Formularen, Regeln und juristischen Hinweisen. Doch als Isabella Julias skeptischen Blick bemerkte, legte Julian sanft eine Hand an ihren Rücken und sagte ruhig: “Isabella ist die beste Mitarbeiterin, die ich je hatte.
Sie bleibt in ihrer Position ohne Privilegien, ohne Sonderbehandlung.” Isabella nickte. “Ich will nichts geschenkt bekommen.” Julia musterte sie einen Moment, dann notierte sie etwas. Gut. Solange Sie beide professionell bleiben, sehe ich keine Probleme.” Es lief stabiler, klarer, ehrlicher, als Isabella es sich hier vorgestellt hätte.
Abends aber nach der Arbeit, wenn die Bürotüren geschlossen waren, wenn der Druck des Tages nachließ, war allesanders. Dann gehörten sie sich, dann fielen Mauern, die sie jahrelang aufrechhalten hatten. Sie kochten zusammen in Julians Penthaus über der Münchner Innenstadt, gingen spazieren an der Isa, lachten über Dinge, die früher keinen Platz in ihrem Alltag gehabt hatten.
Isabella lernte Seiten an Julian kennen, die sie nie erwartet hätte. Seine Schüchternheit am Morgen, seine Vorliebe für alte Jaz Platten, seine ehrliche Unsicherheit, wenn es um Gefühle ging. Und Julian lernte, was er an ihr all die Jahre übersehen hatte. ihre Sanftheit, ihre Klarheit, ihren Humor, ihre unerschütterliche Loyalität. Er merkte, dass er sich auf sie stützen konnte, nicht als Assistentin, sondern als Mensch.
Sechs Monate vergingen wie im Flug. An einem späten Freitagnachmittag rief Julian Isabella in sein Büro. Die Sonne stand tief über der Stadt, tauchte den Raum in warmes Gold. Isabella trat ein, ahnungslos ein paar Dokumente in der Hand, bereit für die Wochenabschlussbesprechung. Doch Julian stand am Fenster und als er sich umdrehte, lag in seinem Blick etwas, das sie noch nie so deutlich gesehen hatte. Entschlossenheit.
Und Liebe, du wolltest mich sprechen? Ja, sagte er. Seine Stimme war ruhig, aber sein Herz klotzte spürbar. Komm her. Sie legte die Unterlagen ab und trat zu ihm. Er nahm ihre Hände. Warm, vertraut, fest. “Weißt du noch?”, begann er leise, wie du damals aus Versehen in meinem Zimmer gelandet bist und ich im Sessel schlafen mußte.
Isabella lachte, errötete leicht. Oh Gott, wie könnte ich das vergessen? Ich wollte im Boden versinken. Für mich war es der beste Fehler, der passiert ist. Seine Stimme vibrierte leicht, weil er die Mauern eingerissen hat, weil er etwas sichtbar gemacht hat, was ich zu lange ignoriert habe. Er griff in seine Jackentasche. Isabellas Atem stockte.
Ein kleines dunkelblaues Samtitui. Ihre Hand flog zu ihrem Mund. Julian öffnete es langsam. Ein schlichter, funkelnder Diamantring lag darin elegant, zeitlos, genau ihr Stil. Er fiel vor ihr auf ein Knie. Isabella Mo”, sagte er und seine Stimme brach fast. “Du bist unerwartet in mein Leben gestolpert, im wahrsten Sinne des Wortes, aber seit diesem Tag kann ich mir keine Zukunft vorstellen, in der du nicht an meiner Seite bist.
Nicht als meine Assistentin, sondern als meine Partnerin, als meine Frau.” Tränen schossen Isabella in die Augen. Alles in ihr vibrierte Freude, Erleichterung, Liebe, ein Gefühl von Ankommen. Wirst du mich heiraten? Sie nickte sofort, dann lauter. Ja, ja, natürlich. Ja. Julian erhob sich, schob ihr den Ring auf den Finger und zog sie in einen tiefen, langen Kuss.
Ein Kuss, der all das bestätigte, was zwischen ihnen entstanden war. Ungeplant, ungeschliffen, aber echt. Als sie sich voneinander lösten, sahen sie gemeinsam aus dem Fenster. Die Lichter über München funkelten auf, einer nach dem anderen, wie Sterne, die nur für sie erschienen. Isabella lehnte ihren Kopf an Julians Schulter.
“Weißt du”, sagte sie lächelnd, manchmal führt die falsche Tür genau dorthin, wo man hingehört. Julian küsste ihre Stirn. Ja, genau dahin. Und so begann ihr gemeinsames Leben nicht trotz des Chaos, sondern wegen des Chaos. Manchmal, dachte Isabella später oft, passiert das Beste im Leben genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, wenn man durch die falsche Tür geht und schließlich beim richtigen Menschen landet. M.
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