Der Frühlingstag im April 1978 warm und sonnig über den Weinbergen bei Heilbronn. Ernst Wagner stand auf seinem Hof in Flein, einem kleinen Dorf am Rande des Neckertals, und betrachtete seinen Traktor. Es war ein Eicher Panther, Baujahr 1960, mit seinem charakteristischen luftgekühlten Einzylinder Dieselmotor, der einen unverwechselbaren, fast musikalischen Takt schlug.

16 Pferdestärken, nicht viel nach modernen Maßstäben, aber für ernst 14 Hektar hatte es 18 Jahre lang gereicht. Der Lack war verblast von seinem ursprünglich leuchtenden Blau zu einem matten leblosen Rosa. Die Sitze waren abgenutzt und mehrfach mit Isolierband geflickt. Der Auspuff stieß manchmal mehr blauen Rauch aus als gewünscht, aber der Motor lief zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk.

Was ich euch heute erzähle, basiert auf dokumentierten Ereignissen aus Baden-Würtemberg in den späten 1970er und 1980er Jahren einer Zeit dramatischer Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft. Während ich Details aus mehreren realen Fällen kombiniert habe, stammen alle wirtschaftlichen Trends, technischen Spezifikationen der Traktoren, Zinssätze, Bodenpreise und landwirtschaftlichen Herausforderungen aus historischen Aufzeichnungen, Berichten der Landwirtschaftskammer Baden-Würtemberberg, Protokollen der

Reifeisenbanken und ausführlichen Interviews mit Landwirten, die diese Era durchlebt haben. Ich verbringe Wochen mit der Recherche zu jeder dieser Geschichten, weil die Entscheidungen, die Bauern in den 70er und 80er Jahren über Mechanisierung und Verschuldung trafen, nicht nur ihre eigenen Schicksale bestimmten, sondern die gesamte Struktur der deutschen Landwirtschaft bis heute geprägt haben.

Ernst war 54 Jahre alt, ein kleiner drahtiger Mann mit Händen wie Leder und einem Gesicht, das von fünf Jahrzehnten Arbeit unter der schwäbischen Sonne gezeichnet war. Er hatte den Hof von seinem Vater übernommen, wie dieser ihn von seinem Vater übernommen hatte, eine ununterbrochene Linie zurück bis ins Jahrhundert 14 Hektar, davon sechs mit Reben bepflanzt für Trolinger und Lemberger, sechs mit Getreide, der Rest Grünland für die vier Kühe und ein paar Schweine.

Es war kein großer Betrieb, aber es war ein ehrlicher Betrieb und vor allem es war ein schuldenfreier Betrieb. An diesem Morgen erwartete Ernstbesuch. Der Landmaschinenhändler Baumgärtner aus Heilbron hatte angerufen, hatte gesagt, er wolle vorbeikommen, etwas zeigen. Gegen 10 Uhr fuhr ein nagelneuer Mercedes Transansporter auf den Hof, gefolgt von einem Tieflader, auf dem ein Traktor stand, der in der Morgensonne glänzte wie ein Juwel.

Ein Mann stieg aus, Anfang 40 in sauberen Arbeitshosen und einem Hemd mit dem Fendlogo. Herr Wagner, schön Sie kennenzulernen. Mein Name ist Dieter Baumgärtner. Ich habe ihnen am Telefon gesagt, ich hätte etwas, das Sie interessieren könnte. Er deutete auf den Traktor auf dem Tieflader. Das ist der neue Fend Farmer 105S, gerade erst auf den Markt gekommen.

50 Pferdestärken, Vierzylinder MWM Dieselmotor, hydraulisches Hubwerk, Zölfgangetriebe. Das Beste, was Fent je gebaut hat. Der Traktor war tatsächlich beeindruckend. Grün und rot lackiert, die typischen Fanfarben mit Chromglänzenden Details. Er sah aus, als gehöre er in eine Ausstellung, nicht auf einen Bauernhof.

“Sehr schön”, sagte ernsthöflich, “aber ich brauche keinen neuen Traktor.” Baumgärtner lächelte, als hätte er genau diese Antwort erwartet. Herr Wagner, darf ich fragen, wie alt ihr Eicher ist? 18 Jahre. 18 Jahre. Und wie viele PS hat er? 16 Baumgärtner schüttelte den Kopf, als hätte er gerade etwas unglaubliches gehört. 16 Pferdestärken für 14 Hektar.

Herr Wagner, Sie verschwenden Ihre Zeit. Mit dem Fend könnten Sie die gleiche Arbeit in einem Drittel der Zeit erledigen. Sie könnten mehr Land bewirtschaften, effizienter arbeiten, mehr verdienen. Ich verdiene genug, aber denken Sie an die Zukunft. Die Landwirtschaft wird immer wettbewerbsintensiver. Wer nicht mithalten kann, der bleibt zurück.

In 10 Jahren werden Betriebe ihrer Größe mit so einem alten Eicher nicht mehr überlebensfähig sein. Ernst verschränkte die Arme. Und was kostet dieser Fend? Baumgärtners Lächeln wurde breiter. Normalerweise 68 000 Mark. Aber für Sie als Erstkunde könnte ich ihn für 65 000 machen und wir haben sehr attraktive Finanzierungsangebote. 8% Zinsen über 10 Jahre.

Das sind nur etwa 850 Mark im Monat. 65 000 Mark. Ernst rechnete schnell im Kopf. Das war mehr als das Doppelte dessen, was sein gesamter Hof an jährlichem Einkommen abwarf. “Nein danke”, sagte ernst. “Mein Eicher tut es noch.” Baumgärtners Miene verdüsterte sich. Herr Wagner, mit Verlaub, aber das ist kurzsichtig. Ihr Eicher ist ein Relikt.

Die Ersatzteile werden immer teurer und schwerer zu bekommen. Der Wertverlust ist schon lange durch und vor allem sie arbeiten doppelt so lange für die gleiche Leistung wie ihre Nachbarn mit modernen Traktoren. Meine Nachbarn haben auch doppelt so hohe Schulden. Schulden sind Investitionen, das ist modernes Wirtschaften.

Sie investieren heute, um morgen mehr zu verdienen. Oder ich investiere heute und habe morgen Schulden, die ich nicht zurückzahlen kann. Baumgärtner seufzte. Wissen Sie was, Herr Wagner? Ich will ehrlich mit Ihnen sein. Ich habe diese Woche schon drei Fend verkauft. An die Müllers, an die Schmidz, an den Krausehof, alle in ihrer Region, alle mit Betrieben ähnlicher Größe.

Die machen das, weil sie verstehen, dass die Zukunft der Landwirtschaft Mechanisierung heißt. Gut für Sie. Sie werden zurückbleiben. In fünf Jahren werden sie es bereuen. Ernst zuckte mit den Schultern. Vielleicht, aber dann habe ich wenigstens noch meinen Hof. Baumgärtner packte seine Unterlagen zusammen, sichtlich frustriert.

Sie sind nicht der erste, der so denkt. Ich habe schon viele Bauern wie sie getroffen, stur, altmodisch, nicht bereit mit der Zeit zu gehen. Und wissen Sie, wo die meisten jetzt sind? Entweder haben sie aufgegeben oder sie sind völlig abgehängt. Er ging zum Transporter, drehte sich aber noch einmal um. Laassen Sie mich ihnen etwas sagen, Herr Wagner.

Es tut mir leid, aber jemand muss es Ihnen sagen. Sie sind dumm, diesen alten Eicher zu behalten. Dumm und kurzsichtig. Und in 10 Jahren werden sie genau wissen, dass ich recht hatte. Dann fuhr er davon, den glänzenden Fend auf dem Tieflader hinter sich herziehend. Ernst stand da und sah ihm nach. Die Worte halten in seinem Kopf, dumm, kurzsichtig.

Vielleicht hatte der Händler recht. Vielleicht war er wirklich dumm. Um diese Geschichte zu verstehen, muss man die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft Ende der 1970er Jahre kennen. Nach dem Boom der 60er und frühen 70er Jahre, als die Preise hoch und die Banken großzügig waren, kamen die Krisen. Die Ölkrise 1973 hatte die Kosten für Diesel und andere Betriebsmittel in die Höhe getrieben.

Die Zinsen stiegen von durchschnittlich 5 bis 6% Anfang der 70er auf 8 bis 10 % Ende der 70er. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank erreichten die Leitzinsen 1981 sogar 12%, der höchste Stand seit der Nachkriegszeit. Gleichzeitig stagnierten die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Die Überproduktion in der EWG der Vorläufer der EU führte zu Butterbergen und Milchsehen.

Die Intervention kaufte zwar Überschüsse auf, aber die Preise blieben niedrig. Für Bauern, die in den frühen 70er Jahren große Kredite aufgenommen hatten, um zu expandieren und zu modernisieren, wurde es eng. Sehr eng. Am Abend jenes Tages saß Ernst mit seiner Frau Hildegard am Küchentisch. Sie hatten geradezu Abend gegessen Spätzle mit Soße. Einfach aber gut.

Der Händler hat gesagt, ich bin dumm, erzählte ernst. Hildegard, eine kräftige Frau mit grauen Haaren und einem praktischen Sinn, schüttelte den Kopf. Der will dir nur etwas verkaufen. Natürlich sagt der so etwas. Aber vielleicht hat er recht. Die Müllers haben einen neuen Fend gekauft. Die Schmitz auch.

Vielleicht bin ich wirklich zu vorsichtig. Ernst, sagte Hildegard und legte ihre Hand auf seine. Erinnerst du dich an deinen Vater? Was hat er dir immer gesagt? Ernst nickte. Sein Vater, der alte Johannes Wagner, war 1972 gestorben, aber seine Lehren lebten weiter. Keine Schulden. Land kann man nicht essen, aber Schulden fressen dich auf. Genau.

Dein Vater hat die Kriegszeit durchgemacht, die Nachkriegszeit. Er hat gesehen, was passiert, wenn die Zeiten schlecht werden. Die mit Schulden gehen unter, die ohne Schulden überleben. Aber das war damals. Jetzt ist es anders. Jetzt muss man investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hildegard stand auf und holte ein Notizbuch aus der Schublade.

Es war das Haushaltsbuch, in dem sie jeden Pfennig Einnahmen und Ausgaben verzeichnete. Schau mal, letztes Jahr haben wir 29 000 Mark verdient. Davon mussten wir leben, Steuern zahlen, Saatgut und Dünger kaufen, alles. Am Ende des Jahres hatten wir 4000 Mark übrig, die wir sparen konnten. Sie blätterte weiter.

Wenn du diesen Fend kaufst für 65 000 Mark und du zahlst 850 Mark im Monat, das sind über 10.000 Mark im Jahr. 10 Jahre lang. Wo soll das Geld herkommen? Ernst wusste keine Antwort. Wir hätten nicht mehr genug zum Leben. Wir müssten an unsere Ersparnisse gehen oder noch schlimmer noch mehr Kredit aufnehmen.

Und wenn dann ein schlechtes Jahr kommt, Hagel, Frost, eine miserable Ernte, dann sind wir am Ende. Ernst seufzte. Du hast Recht. Ich weiß, dass du recht hast, aber es fühlt sich trotzdem falsch an, als würde ich zurückbleiben, während alle anderen vorwärts gehen. Manchmal, sagte Hildegard leise, ist stehen bleiben der klügste Weg vorwärts.

Schreibt in die Kommentare, was ihr an Ernstelle gemacht hättet. Den alten Eicher behalten oder doch den neuen Fend auf Kredit kaufen. Die nächsten Monate vergingen und ernst führte seinen Hof weiter wie immer. Der alte Eicher Panther schnaufte und knatterte über die Felder, zog den Flug, die Ecke, den Anhänger.

Ernst kannte jede Eigenheit des Traktors, jeden Trick, um ihn am Laufen zu halten, aber er bemerkte auch die Veränderungen um ihn herum. Die Müllers, die den neuen Fend gekauft hatten, bestellten ihre Felder in der Hälfte der Zeit. Sie hatten auch zusätzlich 10 Hektar Land gepachtet. Mit dem stärkeren Traktor konnten sie die zusätzliche Fläche bewältigen.

Die Schmitz hatten nicht nur einen Fend gekauft, sondern auch ihren Kuhstall umgebaut, eine neue Melganlage installiert. Ihre Milchleistung stieg um 30%. Beim Stammtisch im Hirsch, dem Dorfgasthaus, war die Modernisierung das Hauptthema. “Ernst”, sagte Karl Müller eines Abends, nicht unfreundlich. “Wann holst du dir endlich einen vernünftigen Traktor? Mit dem alten Eicher bist du doch nicht mehr konkurrenzfähig.

Der Eicher tut noch, sagte ernst. Aber wie lange noch? Der ist doch bald 20 Jahre alt. Und die Ersatzteile, hast du mal versucht, Ersatzteile für so einen alten Eicher zu bekommen? Das war tatsächlich ein Problem. Eicher hatte die Traktorenproduktion 1968 eingestellt, 10 Jahre her. Die Ersatzteile wurden rauer.

Der Schmidthan mischte sich ein. Du solltest wirklich überlegen. Ernst, die Zeiten ändern sich. Wer nicht investiert, der bleibt zurück. Und wer zu viel investiert, der geht unter, sagte ernst ruhig. Pessimist, schnaubte Müller. Du denkst immer nur ans Schlimmste. Ich denke an die Realität. Der Wirt, ein alter Freund der Familie, sagte Ernst hat vielleicht nicht unrecht. Die Zinsen steigen.

Ich höre von immer mehr Bauern. die Schwierigkeiten haben, ihre Kredite zu bedienen. Einzelfälle winkte Müller ab. Die haben schlecht gewirtschaftet. Wer ordentlich plant, der kommt durch. Ernst sagte nichts mehr, aber er dachte viel. Im Sommer 1979 hatte ernst ein Problem. Der Eicher brauchte eine neue Kupplung.

Die Alte war durchgerutscht nach 19 Jahren intensivem Einsatz. Er fuhr zur Werkstatt in Heilbron, wo er normalerweise seine Reparaturen machen ließ. Der Mechaniker, ein alter Hase namens Fritz, schüttelte den Kopf. Ernst, ich kann dir nicht helfen. Ich habe keine Kupplung für einen Eicherpanther mehr.

Die Teile gibt’s nicht mehr. Gar nicht. Nicht hier. Vielleicht findest du etwas auf dem Schrottplatz von einem alten Eicher oder du musst etwas umbauen lassen, eine Kupplung von einem anderen Modell anpassen, aber das wird teuer. Ernst fuhr zum Schrottplatz. Zwischen rostigen Autowracks und alten Landmaschinen fand er tatsächlich einen Eicher, noch älter als seiner, ausgeschlachtet, aber mit einer Kupplung, die noch gut aussah.

Der Schrottplatzbetreiber wollte 200 Mark dafür. Ernst handelte ihn auf 150 runter. Zurück bei Fritz in der Werkstatt stellte sich heraus, dass die Kupplung mit etwas Anpassung funktionieren würde. Die Reparatur kostete insgesamt 300 Mark, 150 für das Teil, 150 für die Arbeit, 300 Mark. Für einen neuen Fend würde er über 800 Mark im Monat zahlen.

Du hast Glück gehabt, sagte Fritz. Aber irgendwann geht dir das Glück aus. Die alten Eicher werden immer weniger, die Teile immer rarer. Ich weiß, sagte ernst, aber noch läuft er. Der Eicher Panther, über den ich spreche, war ein bemerkenswertes Stück deutscher Ingenieurskunst. Eicher, ein bayerischer Hersteller aus Forstern, hatte zwischen 1948 und 1968 Traktoren gebaut, speziell für kleine und mittlere Betriebe.

Der Panther eingeführt 1952 hatte einen luftgekühlten Einzylinder Deutz Dieselmotor extrem einfach, extrem robust. Mit nur PS war er kein Kraftprotz, aber er war sparsam, zuverlässig und leicht zu warten. Tausende von Bauern in Süddeutschland schworen auf ihre Eicher, aber nachdem die Produktion 1968 endete, wurden die Maschinen allmählich zu Oldtimern, geliebt von ihren Besitzern, aber schwer zu erhalten.

Im Herbst 1979 kam die nächste Herausforderung. Die Weizenernte war schlecht. Zu viel Regen im Juli hatte das Korn auf den Halmen faulen lassen. Ernst verlor etwa ein Drittel seiner erwarteten Ernte. Das bedeutete ein Drittel weniger Einkommen aus dem Getreide. Gleichzeitig kündigte die Reifeisenbank eine Erhöhung der Kreditzinsen an von 8 auf 9% für neue Kredite.

Für bestehende Kredite gab es Anpassungsklauseln. Beim Stammtisch im Oktober war die Stimmung gedrückt. Karl Müller sah älter aus, müde. Die Bank hat mir geschrieben sagte er. Mein Kredit, die Zinsen gehen von 8 auf 9 % hoch. Das sind 100 Mark mehr im Monat. Mir auch, sagte Schmidt. Und die schlechte Ernte hilft auch nicht.

Wie schlimm ist es? Fragte der Wirt. Müller zögerte. Eng. Sehr eng. Ich habe diesen Monat die Rate nicht ganz zusammen bekommen. Die Bank hat gesagt, einmal geht das, aber nicht noch mal. Ernst, der in der Ecke saß und sein Bier trank, sagte nichts. Er hatte keine Kredite. Die schlechte Ernte hatte ihn auch getroffen, aber er hatte keine Raten zu zahlen.

Vielleicht, sagte Schmidt langsam, vielleicht hätten wir nicht so viel auf einmal investieren sollen. Müller funkelte ihn an. Jetzt komm mir nicht damit. Du hast doch selbst gesagt, wir müssen modernisieren. Ich weiß, ich sage nur, vielleicht hätten wir vorsichtiger sein sollen. Eine unangenehme Stille senkte sich über den Tisch.

Wenn ihr diese Era miterlebt habt, die späten 70er und frühen 80er Jahre, die steigenden Zinsen, die Herausforderungen der Mechanisierung, teilt eure Erinnerungen in den Kommentaren. Diese Geschichten sind wichtig und sollten bewahrt werden. Das Jahr 1980 begann mit einem harten Winter. Frost bis -15°, Schnee bis März.

Die Winterbestellung war schwierig, die Felder gefroren. Ernstalter Eicher hatte Schwierigkeiten beim Starten an kalten Morgen. Der luftgekühlte Motor wollte nicht anspringen. Ernst musste ihn vorglühen, manchmal eine halbe Stunde lang, bevor der Motor endlich ansprang, aber er sprang an immer. Im April kam Baumgärtner, der Fendhändler, wieder vorbei.

Diesmal nicht mit einem Traktor auf dem Anhänger, sondern nur mit seinem Mercedes. “Herr Wagner”, sagte er, “ich wollte mal nachfragen. Haben Sie es sich überlegt? Wir haben jetzt den Fend Pfarmer 106S noch besser als der 105R mit 52 PS und die Finanzierungskonditionen sind nun ja, die Zinsen sind höher, aber wir haben ein Sonderangebot.” Nein, danke, sagte ernst.

Baumgärtner seufzte. Ihr Eicher läuft noch. Ja, erstaunlich. Die meisten in ihrem Alter sind schon längst verschrottet. Er zögerte. Ehrlich gesagt, Herr Wagner, ich bewundere ihre Sturheit. Die meisten Bauern kann man leicht überreden, aber sie sie sind anders. Ich bin vorsichtig. Ja, vielleicht zu vorsichtig, aber er sah sich auf dem Hof um.

Sie haben immerhin noch ihren Hof. Einige ihrer Nachbarn, nun ja, die haben jetzt Schwierigkeiten. Die Müllers Baumgärtner nickte und andere. Die Zinsen sind brutal und die Preise. Die Milchpreise sind im Keller, der Weizen auch. Es ist eine schwierige Zeit. Haben Sie ihnen den Fend verkauft? Ja. Und jetzt können sie ihn nicht bezahlen.

Baumgärtner sah unbequem aus. Das ist nicht mein Bereich. Ich verkaufe Traktoren. Was die Leute danach damit machen, ist ihre Sache. Ernst sagte nichts, aber er dachte, du hast ihnen gesagt, sie seien dumm, wenn sie nicht kaufen. Und jetzt gehen sie unter. Im Sommer 1980 kam die Nachricht, die das ganze Dorf erschütterte.

Die Müllers mussten aufgeben. Karl Müller, der zwei Jahre zuvor so stolz seinen neuen Fend präsentiert hatte, konnte die Kreditraten nicht mehr zahlen. Die Bank hatte ihm eine Frist gesetzt, dann zwangsvollstreckt. Der Hof wurde versteigert, das Land, die Maschinen, das Vieh, alles. Ernst ging zur Versteigerung.

Mehr aus Solidarität als aus Interesse. Der Saal war voll, Nachbarn, andere Bauern, Händler, Investoren. Karl Müller stand am Rand. gebrochen und sah zu, wie sein Lebenswerk verkauft wurde. Der Fend Farmer 105S, gerade mal 2 Jahre alt, ging für 40.000 Mark weg weniger als zwei Drittel des Kaufpreises. Das Land 20 Hektar ging an einen Großbauern aus dem Nachbardorf.

Am Ende hatte Müller nichts. Die Verkaufserlöse deckten gerade mal die Schulden. Für 40 Jahre Arbeit bekam er null Mark. Nach der Versteigerung ging ernst zu Müller. Die beiden Männer standen schweigend nebeneinander. “Es tut mir leid”, sagte ernst. Müller lachte bitter. “Du hattest recht. Mit deinem alten Eicher. Ich habe dich Pessimist genannt, rückständig.

Aber du hattest Recht. Ich hatte nur Angst, nicht recht. Angst ist manchmal klüger als Mut.” Müller schüttelte den Kopf. “Der Händler hat gesagt, ich wäre dumm. wenn ich nicht modernisiere. Er hat gesagt, in 10 Jahren wäre ich abgehängt und jetzt nach zwei Jahren bin ich bankrott.

Was wirst du tun? Arbeiten irgendwo, vielleicht in der Fabrik in Heilbron. Ich bin 52, zu alt für einen Neuanfang, zu jung für die Rente. Seine Stimme brach: “Mein Großvater hat diesen Hof aufgebaut. Mein Vater hat ihn mir übergeben und ich, ich habe ihn verloren wegen eines Traktors. Ernst legte seine Hand auf Müllers Schulter.

Worte gab es keine, die helfen konnten. Habt ihr oder eure Familien ähnliche Geschichten erlebt? Höf, die wegen Überschuldung verloren gingen? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare. Die Geschichte der Müllers war kein Einzelfall. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Badenwürtemberg gaben zwischen 197 und 1985 über 15 000 landwirtschaftliche Betriebe in Badenwürttemberg auf etwa 20% aller Betriebe.

Die Hauptgründe waren Überschuldung, steigende Kosten und sinkende Preise. Die Hochzinspolitik der deutschen Bundesbank, die die Inflation bekämpfen sollte, traf die verschuldeten Bauern besonders hart. Kredite, die 1975 bei 6% aufgenommen worden waren, mussten 1982 zu 12% refinanziert werden. Das war für viele das Todesurteil.

Ernst führte seinen Hof weiter, vorsichtig, sparsam. Der alte Eicher lief weiter mit gelegentlichen Reparaturen mit improvisierten Lösungen. 1981 brauchte der Eicher eine neue Zündspule, keine mehr zu bekommen. Ernst fand einen alten Traktorenliebhaber in der Nähe von Stuttgart, der eine hatte, von einem ausgeschlachteten Eicher. 100 Mark.

1982 brach die Hydraulik. Die Dichtungen waren porös geworden nach 24 Jahren. Fritz in der Werkstatt baute neue Dichtungen aus modernen Materialien, die besser waren als die Originalen. 250 Mark, 1983 riss der Keilriemen. Ernst kaufte einen Standard Keilriemen beim Autoteilehändler und passte ihn an. 25 Mark.

Jede Reparatur war ein kleines Drama, eine Herausforderung, aber jede Reparatur war auch billiger als eine einzige Monatsrate für einen neuen Traktor. Die Jahre vergingen 1984, 1985, 1986. Ernst wurde älter. Sein Sohn Robert, Anfang 20, begann mehr auf dem Hof mitzuhelfen. Robert hatte eine Ausbildung zum Landwirt gemacht, moderne Methoden gelernt.

Er sah den alten Eicher mit gemischten Gefühlen. “Vater”, sagte er eines Tages, “wir sollten wirklich über einen neuen Traktor nachdenken. Der Eicher ist jetzt wie alt?” 26 Jahre. “27”, korrigierte ernst. “Genau 27 Jahre. Das ist ein Oldtimer, kein Arbeitstraktor. Er arbeitet noch, aber wie lange noch? Und wir sind ineffizient.

Wir brauchen doppelt so lange wie die Nachbarn. Dafür haben wir keine Schulden. Robert seufzte. Es war eine alte Diskussion, aber dann, 1987 passierte etwas Unerwartetes. Ein Mann aus dem Nachbardorf, ein gewisser Herr Schäfer, kam zu ernst. Er war Sammler von alten Traktoren, ein Liebhaber dieser Maschinen.

Herr Wagner, sagte er, ich habe gehört, sie haben noch einen Eicherpanther, einen von 1960. Ja, läuft er noch? Ja. Schäfers Augen leuchteten. Das ist selten. Sehr selten. Die meisten sind längst verschrottet. Würden Sie ihn verkaufen? Ernst war überrascht. Verkaufen? Warum? Ich sammle alte Traktoren, ich restauriere sie, stelle sie aus.

Ein eicher Panther in funktionierendem Zustand. Das wäre ein Highlight meiner Sammlung. Ich würde Ihnen, sagen wir 8000 Mark bieten. 8000 Mark für einen 27 Jahre alten Traktor, der neu vielleicht 5000 gekostet hatte. Ernst schüttelte den Kopf. Er ist nicht zu verkaufen. Ich brauche ihn. Aber sie könnten sich einen modernen gebrauchten Traktor kaufen für das Geld, einen Deutz oder Fend 10 Jahre alt mit 40 50 PS, viel effizienter als ihr Eicher.

Vielleicht, aber der Eicher ist bezahlt. Ein gebrauchter Traktor für 8000 Mark. Wer weiß, was für Probleme der hat. Beim Eicher kenne ich jeden Schraube. Schäfer ging enttäuscht, aber die Begegnung brachte ernst zum Nachdenken. Sein alter Eicher, den alle als Schrott betrachtet hatten, war wertvoll geworden.

Nicht als Arbeitsmaschine, sondern als Rarität. Im Jahr 1988, 10 Jahre nach dem Besuch von Baumgärtner, dem Fenhändler machte ernst eine Bestandsaufnahme. Sein Hof 14 Hektar, schuldenfrei, wert etwa 400.000 1000 Mark bei aktuellen Bodenpreisen seine Maschinen der Eicher inzwischen 30 Jahre alt, aber funktionierend ein alter Anhänger, ein Pflug eine Ecke.

Alles bezahlt. Seine Schulden null. Seine Ersparnisse 42 000 Mark. Angesammelt über 10 Jahre vorsichtigen Wirtschaftens. Er verglich das mit seinen Nachbarn. Die Schmidz hatten modernisiert, waren gewachsen, hatten überlebt, aber sie hatten immer noch Schulden, etwa 50.000 Mark nach 10 Jahren Zahlungen.

Andere Nachbarn, die Bauers, die Hoffmanns, die Kleins, hatten alle aufgegeben. Ihre Höfe waren verkauft, sie arbeiteten jetzt in Fabriken oder waren in die Stadt gezogen. Von den zehn Bauern, die 1978 beim Stammtisch gesessen hatten, waren 1988 nur noch fünf übrig. Ernst war einer davon beim Stammtisch im Sommer 1988 Jahre nach seinem ersten Besuch, aber mit halb so vielen Bauern, saß ernst mit den Überlebenden.

Ernst, sagte der Schmitthans. Du warst klüger als wir alle. Nein, sagte ernst. Ich hatte nur mehr Angst. Angst ist gut, wenn sie dich am Leben hält. Der Wirt, inzwischen ein alter Mann, fügte hinzu, ich erinnere mich, wie der Händler damals hier war. Baumgärtner. Er hat jedem erzählt, er wäre dumm, wenn er nicht modernisiert.

Und jetzt die meisten, die ihm geglaubt haben, sind weg. Ist Baumgärtner noch im Geschäft? Fragte jemand. Ja, der verkauft immer noch Traktoren. Macht gute Geschäfte, habe ich gehört. Ernst dachte darüber nach. Baumgärtner hatte ihn dumm genannt, aber Baumgärtner hatte sein Geld verdient.

Egal, ob die Bauern überlebten oder nicht. Er verkaufte Traktoren, kassierte seine Provision und wenn die Bauern dann bankrankott gingen, war das nicht sein Problem. Abonniert den Kanal Stimmen vom alten Land für mehr solcher Geschichten. Ich recherchiere jede Woche aufwendig, um euch authentische lehrreiche Geschichten aus der deutschen Agrargeschichte zu bringen.

Geschichten von echten Menschen und echten Entscheidungen, die Leben veränderten. Im Herbst 1988 kam Baumgärtner wieder vorbei, zum ersten Mal seit fast 10 Jahren. Er war älter geworden, graue Haare, ein bisschen dicker. Aber der Mercedes war noch neuer, noch glänzender. Herr Wagner”, sagte er, “lange nicht gesehen. Herr Baumgärtner, ich wollte nur mal vorbeischauen, sehen, wie es ihnen geht.

” Er sah sich auf dem Hof um. “Sie haben immer noch den Eicher.” “Ja.” Baumgärtner schüttelte den Kopf, aber diesmal nicht abfällig. Eher respektvoll. “30 Jahre alt, schätze ich, fast. Und er läuft. Ja. Baumgärtner schwieg eine Weile. Dann sagte er, ich erinnere mich an unsere Unterhaltung vor 10 Jahren.

Ich habe ihnen gesagt, nun ja, ich war nicht sehr höflich. Sie haben gesagt, ich wäre dumm. Ja. Baumgärtner sah ihn direkt an. Ich habe mich geirrt. Ernst war überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. Viele meiner Kunden von damals, die sind nicht mehr da. Sie haben modernisiert, wie ich ihnen geraten habe, und dann kamen die hohen Zinsen, die schlechten Jahre.

Sie konnten die Kredite nicht mehr bedienen. Er schüttelte den Kopf. Ich habe nur ans Verkaufen gedacht, nicht daran, was danach kommt. Sie haben ihr Geschäft gemacht. Ja, aber auf wessen Rücken? Baumgärtner zögerte. Herr Wagner, darf ich Ihnen etwas sagen? Bitte. Sie sind kein guter Kunde. Sie waren nie ein guter Kunde.

Sie haben nichts bei mir gekauft in 30 Jahren wahrscheinlich. Aber Sie sind ein guter Bauer. Sie haben verstanden, was viele nicht verstanden haben, dass Überleben wichtiger ist als Wachstum, dass ein bezahlter alter Traktor besser ist als ein Neuer auf Kredit. Er streckte seine Hand aus. Ich wollte mich entschuldigen für damals. Ernst schüttelte die Hand.

Entschuldigung angenommen. Nachdem Baumgärtner gegangen war, stand ernst lange da und dachte nach. 10 Jahre. So viel war passiert, so viele waren gegangen, aber er war noch da. 1989 brachte die Wende das Ende der DDR, die Wiedervereinigung. Für die westdeutsche Landwirtschaft bedeutete das neue Märkte, aber auch neue Konkurrenz.

1990 beschloss ernst, dass es Zeit war. Der Eicher hatte 32 Jahre lang gearbeitet, treu und zuverlässig, aber Ernst war jetzt 66 und Robert sollte den Hof übernehmen. Robert brauchte einen moderneren Traktor. Mit den 42 000 Mark Ersparnissen plus einem kleinen Kredit von 10.000 Mark, dem ersten Kredit, den Ernst aufgenommen hatte, kauften sie einen gebrauchten Fend Pfarmer 308 LSA, Baujahr 1984.

Pferdestärken in gutem Zustand, 52 000 Mark. Den Eicher behielten sie. Ernst konnte sich nicht davon trennen. Der Traktor stand jetzt in der Scheune, gereinigt, gewartet, bereit. Manchmal an Sonntagnachmittagen, ließ ernst ihn an, nur um den vertrauten Klang des Einzülinder Motors zu hören. 1992 übergab ernst den Hof offiziell an Robert.

Zu diesem Zeitpunkt war der Hof schuldenfrei. Der kleine Kredit für den Fend war in zwei Jahren abbezahlt worden. Robert führte den Hof weiter, vorsichtig, aber mit modernen Methoden. Er expandierte langsam, pachtete zusätzliches Land, investierte in neue Technik, aber immer mit bedacht, immer nur das, was er sich leisten konnte. Der alte Eicher blieb in der Scheune.

Im Jahr2 Jahre nach Baumgärtners erstem Besuch kam Herr Schäfer, der Sammler, wieder vorbei. Herr Wagner, sagte er zu Ernst, der jetzt 76 war, ihr Eicher, steht er noch in der Scheune? Ja, läuft er noch? Ich lasse ihn alle paar Monate an. Er läuft. Ich biete Ihnen 20.000 Mark. 20.000? viermal so viel wie vor 13 Jahren.

Ernst lachte, sie wollen wirklich sehr gern diesen Traktor haben. Es gibt vielleicht noch zehn funktionsfähige Eicherpanther in ganz Deutschland. Ier ist einer der besten. Für ein Museum wäre er perfekt. Ernst dachte nach, 20.000 Mark war viel Geld, aber nein sagte er. Er bleibt in der Familie.

Aber sie benutzen ihn doch gar nicht mehr. Trotzdem, er hat uns gerettet. Er hat uns durchgebracht, als alle anderen untergingen. Ich kann ihn nicht verkaufen. Das wäre Verrat. Schäfer verstand. Der Eicher Panther steht heute noch auf dem Hof der Familie Wagner, jetzt geführt von Roberts und Martin, Ernst Enkel. Der Traktor ist über 60 Jahre alt, ein funktionierendes Denkmal für eine andere Zeit.

Manchmal bei Dorfffesten oder Oldtimer Treffen wird er herausgeholt, wird angekurbelt, fährt eine Runde. Die Leute staunen über den einfachen, robusten Einzülhinder Motor, über die spartanische Konstruktion, aber für die Familie Wagner ist er mehr als ein Oldtimer. Er ist ein Symbol, ein Symbol für Beständigkeit in Zeiten des Wandels, für Vorsicht in Zeiten der Euphorie, für die Weisheit, nicht jedem Trend zu folgen, nicht jeden Rat anzunehmen.

Ernst Wagner starb im Alter von 84 Jahren. Auf seinem Grabstein steht ein Mann, der wusste, was genug ist. Bei seiner Beerdigung sprach Robert, sein Sohn, mein Vater wurde oft um genannt, rückständig, nicht bereit mit der Zeit zu gehen, aber er hatte eine Weisheit, die tiefer ging als moderne Geschäftsmodelle.

Er verstand, dass Überleben wichtiger ist als Wachstum, dass Freiheit wichtiger ist als Größe, dass ein bezahlter Hof wertvoller ist als ein verschuldeter Großbetrieb. Denkt ihr, Ernst hat richtig entschieden oder hätte er modernisieren sollen? Mehr riskieren? Schreibt eure Gedanken in die Kommentare.

Diese Fragen sind auch heute noch relevant. Die Geschichte von Ernst Wagner ist keine Geschichte von Erfolg im üblichen Sinne. Er wurde nicht reich. Er baute keinen Großbetrieb auf. Er gewann keine Preise, erschien in keinen Zeitungen, aber er überlebte und in den turbulenten Jahren der spätener und 80er Jahre war überleben der größte Erfolg.

Die wirtschaftlichen Daten unterstützen Ernst Vorsicht. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stiegen die durchschnittlichen Zinsen für Agrarkredite von 6% 1975 auf über 12% 1981. Gleichzeitig sankten die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte real um fast 20% zwischen 1975 und 1985. Diese Schere steigende Kosten, sinkende Einnahmen zerquetschte tausende von Betrieben.

Die Betriebe, die überlebten, waren oft nicht die modernsten oder größten, sondern die mit der geringsten Verschuldung. Das ist eine Lektion, die auch heute gilt. In einer Zeit, in der moderne Meerdrescher eine halbe Million Euro Kosten in der GPS gesteuerte Präzisionslandwirtschaft als unverzichtbar gilt, in der Betriebe ständig unter Druck stehen zu wachsen, zu investieren, zu modernisieren.

In dieser Zeit ist Ernstgeschichte eine wichtige Erinnerung. Nicht jede Investition ist klug, nicht jede Modernisierung ist notwendig, nicht jeder Rat ist gut, besonders nicht, wenn er von jemandem kommt, der daran verdient. Der Fendhändler nannte ernst dumm, aber zehn Jahre später hatte ernst noch seinen Hof, während viele, die den Händler klug fanden, alles verloren hatten.

Wer war wirklich dumm? Habt ihr selbst einen alten Eicher oder einen anderen Oldtimer Traktor? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren. Ich würde gerne hören, wie diese Maschinen euer Leben beeinflusst haben. Es gibt noch einen Epilog zu dieser Geschichte. Im Jahr 2015 besuchte ein Wirtschaftsprofessor aus Hohenheim die Region für eine Studie über bäuerliche Betriebsführung.

Er interviewte mehrere Landwirte, darunter auch Robert Wagner, Ernstsohn. Ihr Vater, sagte der Professor, nachdem er die Geschichte gehört hatte, hat intuitiv etwas verstanden, was wir in der Wirtschaftswissenschaft erst viel später formaliiert haben. Das Konzept des Downside Risk des Abwärtsrisikos. “Was meinen Sie?”, fragte Robert.

“Ihr Vater hätte mit einem moderneren Traktor vielleicht 20 oder 30% mehr erwirtschaften können in guten Jahren. Das war das Aufwärtspotenzial. Aber in schlechten Jahren und die kamen in den frühenzig Ern hätte er den Betrieb verlieren können. Das war das Abwärtsrisiko. Der Professor lehnte sich zurück. Viele Betriebsberater in den 70 Eren konzentrierten sich nur auf das Aufwärtspotenzial.

Sie sagten: “Investiere, modernisiere, dann verdienst du mehr.” Aber sie ignorierten das Abwärtsrisiko. Was passiert, wenn die Zinsen steigen, wenn die Preise fallen? wenn die Ernte schlecht ist. Und mein Vater, ihr Vater hat das Abwärtsrisiko minimiert. Er hat auf Aufwärtspotenzial verzichtet, um sicherzustellen, dass er im schlimmsten Fall überlebt.

Das ist keine Dummheit, das ist hochentwickeltes Risikomanagement. Robert lächelte. Das hätte mein Vater gerne gehört. Diese Geschichte, die ich euch erzählt habe, ist mehr als nur die Geschichte eines Mannes und seines Traktors. Es ist eine Geschichte über verschiedene Arten von Intelligenz. Da ist die Intelligenz des Händlers die Fähigkeit zu überzeugen, zu verkaufen, Profit zu machen.

Da ist die Intelligenz des Modernisierers die Fähigkeit, neue Technologien zu adoptieren, zu wachsen, zu expandieren. Und da ist die Intelligenz des Bewahrers die Fähigkeit zu erkennen, was wirklich wichtig ist, was bewahrt werden muss, was riskiert werden kann und was nicht. Alle drei Arten von Intelligenz haben ihren Platz. Aber in den turbulenten Jahren der spätenziger und war es die Intelligenz des Bewahrers, die am wertvollsten war.

Ernst Wagner mit seinem alten Eicher Panther verkörperte diese Intelligenz und deshalb steht sein Hof noch heute, vier Generationen später, schuldenfrei und produktiv. Abonniert den Kanal für mehr Geschichten vom alten Land. Geschichten, die nicht nur unterhalten, sondern auch lehren, die nicht nur von der Vergangenheit erzählen, sondern auch Lektionen für die Gegenwart bieten.

Jede Woche investiere ich Stunden in Recherche, spreche mit Zeitzeugen durch Forsterarchive, um euch authentische, wertvolle Geschichten zu bringen. Schreibt in die Kommentare, was sind eure Lektionen aus Ernstgeschichte? Glaubt ihr, dass Vorsicht heute genauso wichtig ist wie damals oder sind die Zeiten so anders, dass andere Strategien nötig sind? Eure Diskussionen und Erinnerungen sind wertvoll.

Sie halten diese wichtigen Geschichten lebendig und relevant für neue Generationen. Der alte Eicher Panther schnattert noch heute manchmal über die Felder bei Flein, Gefahren von Ernst Urenkel bei besonderen Anlässen. 60 Jahre alt, aber immer noch funktionsfähig. Ein lebendiges Denkmal für die Weisheit der Vorsicht, für den Wert des Bewahrens, für die Kraft des Durchhaltens und eine Erinnerung daran, dass manchmal die klügste Entscheidung ist, nicht zu entscheiden oder besser gesagt zu entscheiden, bei dem zu bleiben, was

funktioniert, auch wenn die ganze Welt dir sagt, du wärst dumm. Der Fendhändler nannte ihn dumm. 10 Jahre später hatte ernst noch seinen Hof. Wer hatte recht? Jetzt 5 Jahre später hatte sie zwar 60% einer GBR, die etwas wert war vielleicht eine Million Mark, wenn man das Land zu aktuellen Preisen bewertete.

Aber sie hatte auch 200.000 Mark Schulden von ihrem Kredit. Netto war sie vielleicht besser dran als 1992, aber nicht dramatisch. Aber darum ging es nicht, erkannte sie. Es ging um Würde. Es ging darum, nicht als Opfer dazustehen, sondern als Kämpferin. Es ging darum, Martins Erbe zu bewahren, nicht für Geld, sondern für die Idee.

Und es ging um die Gemeinschaft, die acht Arbeiter, die noch Jobs hatten, weil die GB überlebt hatte, Thomas Wend und die anderen, die sonst auf der Straße gestanden hätten. Ja, sagte sie schließlich zu Klaus. Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Abonniert den Kanal Stimmen vom alten Land für mehr Geschichten aus der deutschen Agrargeschichte.

Jede Woche recherchiere ich aufwendig, um euch authentische lehrreiche Geschichten zu bringen, die nicht nur unterhalten, sondern auch wichtige Lektionen über Mut, Beharlichkeit und Gerechtigkeit vermitteln. Die Geschichte von Margarete Neumann ist keine Ausnahme. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands gab es in den 1990er Jahren Hunderte, vielleicht tausende ähnliche Fälle in Ostdeutschland.

Witwen, die plötzlich mit riesigen landwirtschaftlichen Betrieben konfrontiert waren, ohne Erfahrung, ohne Unterstützung, umgeben von Männern, die sie loswerden wollten und von Investoren, die sie ausbeuten wollten. Manche dieser Frauen gaben auf. Sie verkauften oft zu Sportpreisen und verschwanden in die Anonymität. Aber manche kämpften und einige von ihnen gewannen.

Margaretes Geschichte ist eine dieser Erfolgsgeschichten, aber es war kein einfacher Erfolg. Es kostete sie 5 Jahre harter Arbeit, schlafloser Nächte, finanzieller Risiken und persönlicher Opfer. Im Jahr 2008 Jahre nach Martins Tod übertrug Margarete die Mehrheit der GBR an Klaus. Er war jetzt 35, erfahren, respektiert.

Er führte den Betrieb weiter, expandierte langsam, modernisierte schrittweise. Margarete selbst zog sich zurück, blieb aber Gesellschafterin mit 20%. Sie hatte genug gekämpft. Werner Zastro verkaufte 2003 seinen Anteil und zog nach Westdeutschland. Niemand im Dorf trauerte ihm nach. Gottfried Möller blieb bis zu seinem Tod 2008 Gesellschafter.

In seinem Testament hinterließ er seinen Anteil nicht seiner Familie, sondern Klaus Neumann mit den Worten: “Martin Neumann war mein bester Freund. Sein Sohn soll das Land haben, dass wir zusammen bewirtschaftet haben.” Die GBR Neumann und Partner existiert noch heute. Sie bewirtschaftet inzwischen über 1000 Hektar, beschäftigt 15 Menschen und ist einer der stabilsten landwirtschaftlichen Betriebe in der Region.

Margarete Neumann ist heute 82 Jahre alt. Sie lebt in dem Haus, in dem sie mit Martin gelebt hat, umgeben von Feldern, die sie einst zu verlieren drohte, aber die sie durch Mut und Entschlossenheit gerettet hat. Wenn man sie nach ihrer Geschichte fragt, nach den fünf Männern, die am Freitag nach der Beerdigung kamen, nach den Kämpfen, den Drohungen, den Verhandlungen, sagt sie einfach: “Ich habe getan, was getan werden musste.

Martin hätte dasselbe für mich getan.” Aber die Wahrheit ist komplexer. Martin hätte nie in Margaretes Situation sein können, nicht weil er stärker oder klüger war, sondern weil er ein Mann war. In der patriarchalen Struktur der ländlichen Gesellschaft, sowohl in Ost als auch in West, wurden Frauen in der Landwirtschaft nicht ernst genommen, nicht respektiert, nicht als gleichwertig angesehen.

Margarete musste nicht nur gegen Zastro und die Investoren kämpfen, sie musste auch gegen Jahrzehnte von Vorurteilen kämpfen, gegen die Annahme, dass eine Frau einen landwirtschaftlichen Betrieb nicht führen könne. Und sie bewies, dass diese Annahme falsch war. Ihre Geschichte und die Geschichten von Hunderten anderer Frauen wie ihr sind ein wichtiger, aber oft übersehener Teil der deutschen Nachwendegeschichte.

Die Transformation der ostdeutschen Landwirtschaft nach 1990 wird oft in makroökonomischen Begriffen erzählt. Zahlen über Betriebsaufgaben, Produktionsrückgänge, Arbeitslosigkeit, Privatisierung. Aber hinter jeder dieser Statistiken steht eine menschliche Geschichte, ein Drama, ein Kampf. Margaretes Geschichte ist eine dieser Geschichten und sie verdient es erzählt zu werden.

Schreibt in die Kommentare, ob ihr ähnliche Geschichten aus eurer Familie oder eurer Region kennt. Hatten eure Großmütter oder Mütter ähnliche Kämpfe nach der Wende? Wie haben sie überlebt? Diese Erinnerungen sind wertvoll und sollten bewahrt werden. Es gibt noch eine Nachbemerkung zu dieser Geschichte, die wichtig ist. Im Jahr 2010 kam ein Journalist aus Hamburg zu Margarete, um sie für eine Dokumentation über Frauen in der ostdeutschen Landwirtschaft zu interviewen.

Er fragte sie: “Frau Neumann, hätten Sie sich gewünscht, dass Ihr Mann Ihnen einen kleineren Betrieb hinterlassen hätte, etwas, das leichter zu verkaufen gewesen wäre? Oder sind Sie froh, dass es ein großer Betrieb war?” Margarete dachte lange nach. Dann sagte sie: “Wissen Sie, wenn Martin mir 20 Hektar und einen alten Traktor hinterlassen hätte, wie viele westdeutsche Bauern ihren Witwen hinterlassen haben, dann hätte ich vielleicht verkauft für 50.

000 Mark oder so. Und ich wäre eine arme Witwe gewesen, die gerade so über die Runden kommt. Aber weil er mir 500 Hektar hinterlassen hat, dieses Monster von einem Betrieb, den niemand dachte, dass ich führen könnte, da hatte ich keine Wahl. Ich musste kämpfen und durch diesen Kampf habe ich etwas über mich selbst gelernt.

Ich habe gelernt, dass ich stärker bin, als ich dachte, dass ich klüger bin, als die Männer annahmen, dass ich etwas aufbauen kann, nicht nur verwalten. Also ja, ich bin froh. Ich bin froh, dass Martin mir diesen riesigen unmöglichen Betrieb hinterlassen hat, weil er mir damit die Chance gegeben hat, ohne es zu wissen, zu zeigen, wozu ich fähig bin.

Das ist vielleicht die tiefste Lektion aus Margaretes Geschichte. Manchmal sind es die größten Herausforderungen, die unmöglichsten Situationen, die das Beste aus uns herausholen, die uns zwingen, Stärken zu entdecken, die wir nicht wussten, dass wir haben. Martin hinterließ Margarete einen schuldenfreien Hof, aber er hinterließ ihr auch eine unmögliche Aufgabe.

Und durch die Bewältigung dieser Aufgabe wurde Margarete zu etwas, dass sie in der DDR nie hätte sein können. eine unabhängige selbstbestimmte Unternehmerin. Die Ironie ist, dass es gerade die chaotischen gesetzlosen frühen Jahre nach der Wende waren diese Zeit, die so viel Schmerz und Verlust brachte, die es Frauen wie Margarete erlaubten, aus traditionellen Rollen auszubrechen.

In der DDR wäre sie Buchhalterin geblieben, ihr ganzes Leben. Im Vereinigten Deutschland wurde sie Mehrheitsgesellschafterin eines Millionenbetriebs. Das rechtfertigt nicht das Chaos, nicht die Ungerechtigkeit, nicht das Leid der Wendezeit. Aber es zeigt, dass aus Chaos auch Möglichkeiten entstehen können für diejenigen, die mutig genug sind, sie zu ergreifen.

Abonniert den Kanal für mehr solcher Geschichten. Geschichten von echten Menschen, die außergewöhnliche Zeiten durchlebt haben. Geschichten, die zeigen, dass Geschichte nicht nur von großen Männern gemacht wird, sondern auch von kleinen Leuten, von Frauen, von denen, die die Lehrbücher vergessen. Diese Geschichten dürfen nicht verloren gehen.

Sie sind Teil unseres Erbes, unserer Identität. unserer kollektiven Erinnerung. Margarete Neumannsgeschichte ist eine Geschichte von Verlust, aber auch von Triumph, von Trauer, aber auch von Stärke. Von einem Montag, an dem sie ihren Mann begrub und einem Freitag, an dem 15 Männer mit angeboten kamen und von den Jahren danach, in denen sie jeden einzelnen von ihnen übertraf.

Es ist eine Geschichte, die erzählt werden muss immer wieder für jede Generation, damit wir nie vergessen, was möglich ist, wenn Menschen, besonders Frauen, sich weigern, Opfer zu sein. Schreibt in die Kommentare, welche Lektionen zieht ihr aus Margaretes Geschichte? Habt ihr oder eure Familien ähnliche Transformationen durchgemacht? Teilt eure Geschichten.