Der Opel Omega war blassgrün, Baujahr 1987, mit Rostflecken an den Rathäusern und einem Aufkleber der Reifeisenbank Prenzlau auf der Heckscheibe. Andreas Bachmann parkte ihn zwischen zwei Mercedes-Benz Limousinen auf dem Besucherparkplatz der Fendwerke in Markt Obdorf. Es war ein Dienstagmorgen, im März 2002, 8:30 Uhr und die bayerische Sonne ließ den Lach seines Wagens noch matter aussehen, als er ohnehin war.
Durch die Glastür des Verkaufszentrums sah er zwei Männer in Fentpolo Shirts, die zu seinem Auto hinüb schauten. Einer sagte etwas, der andere lachte. Andreas kannte dieses Lachen. Er hatte es sein ganzes Leben lang gehört. Im Aktenkoffer auf dem Beifahrersitz lagen 600.000 € in Bankschecks.
Aber bevor ich euch erzähle, wie dieser Moment endete, muss ich ehrlich mit euch sein, wie ich diese Geschichte zusammengestellt habe. Alles, was ihr gleich hört, die Preise, die Traktoren, die Marktsituation von 2002, die Entwicklung in Ostdeutschland nach der Wende basiert auf echten Daten. Statistiken der Landwirtschaftskammer Brandenburg, EU-Agrarberichte, Fverkaufszahlen aus dieser Zeit.
Ich nutze KI Tools für Recherche und Formulierung, aber jede Zahl, jedes technische Detail wird geprüft. Namen sind geändert, Situationen kombiniert, aber die Realität dahinter, wie ostdeutsche Landwirte nach 1990 ihre Betriebe aufbauten, wie man sie oft unterschätzte, wie schwer jede Entscheidung war, das ist dokumentiert.
Das geschah wirklich also. Der rostige Opel, die lachenden Verkäufer, 600.000 EUR in Checks. Andreas öffnete die Tür zum Verkaufszentrum. Der Raum roch nach neuem Teppich und Kaffee. An den Wänden hingen großformatige Fotos von Fentraktoren auf perfekten Feldern unter perfektem Himmel.
In der Ecke stand ein maßstabsgetreues Modell des Fend 926 Vario. Topmodell 260 Pferdestärken, Vario Getriebe, alles was das Herz begehrte. Guten Morgen sagte Andreas. Der jüngere Verkäufer, Mitte 30. Hemd gebügelt. Nahme Müller auf dem Schild sah von seinem Computer auf. Sein Blick wanderte kurz zum Parkplatz, zum grünen Omega, dann zurück zu Andreas.
Die Jacke war sauber, aber alt, die Schuhe auch, die Hände eines Mannes, der arbeitete. Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen? Ich möchte drei Traktoren kaufen, sagte Andreas. Heute eine halbe Sekunde Stille, dann sagte Müller: “Verstehe. Möchten Sie sich erst einmal unsere Modellreihe ansehen? Wir haben Prospekte. Ich weiß, was ich will.
einen 716 Vario, einen 714 Vario und einen 411 Vario. Andreas legte eine handgeschriebene Liste auf den Tresen. Mit dieser Ausstattung Frontlader für die beiden kleinen GPS Vorbereitung beim 716R. Der zweite Verkäufer, älter, graumeliert, Huber auf dem Schild, war näher gekommen. Er warf einen Blick auf die Liste, dann auf Andreas, dann wieder auf die Liste.
“Das ist, das ist eine Investition von etwa 600.000 €”, sagte Huber. Seine Stimme hatte diesen Ton. Den Ton, den Andreas kannte. Vorsichtig. Zweifeln. Kann der sich das leisten? 623 000, sagte Andreas. Ich habe die Preisliste von letzter Woche. Ich zahle Bar. Heute Wann können Sie liefern? Müller und Huber sahen sich an. Müller räusperte sich. Herr Bachmann.
Andreas Bachmann aus der Uckermark. Herr Bachmann. Huber lächelte jetzt professionell, aber dünn. Verstehen Sie? Solche Anschaffungen erfordern normalerweise Finanzierungsgespräche, Bedarfsanalysen. Wir müssen sicherstellen, dass die Maschinen auch zu ihrem Betrieb passen. Welche Größe hat Ihr Hof? 780 Hektar, sagte Andreas. Weizen, Gerste, Raps.
Ich brauche die Traktoren für die Frühjahrsbestellung, der 716R für die schweren Arbeiten, die 714R und 411 für Transport und Pflege. Meine alten Maschinen sind am Ende. 780 Hektar. Huber nickte langsam. In der Erermark. Verstehe. Er zögerte. Darf ich fragen? Wie sie? Ich meine, bar ist natürlich möglich, aber bei dieser Summe.
Andreas öffnete den Aktenkoffer. Die Bankschecks lagen ordentlich in einem Umschlag der Sparkasseckermark. Andreas legte sie auf den Tresen. Sechs Checks, der erste über 100.000 €. Die anderen über jeweils etwa 100 bis 120.000. Müller starrte auf die Checks wie auf etwas Außerirdisches. Huber sagte nichts.
Für lange fünf Sekunden sagte keiner etwas. Dann ich hole den Geschäftsführer”, sagte Huber. Während Huber telefonierte, während Müller nervös Formulare hervorkramte, während das Verkaufszentrum plötzlich sehr geschäftig wurde, saß Andreas auf einem der Ledersessel im Wartebereich und dachte an seinen Vater. Karl Bachmann hatte nie einen neuen Traktor besessen.
In der DDR hatte er auf der LPG roter Stern bei Schwed gearbeitet, hatte ZT300 und Belarus gefahren, hatte jeden Pfennig gespart, weil er wusste, dass eines Tages vielleicht irgendwann alles anders werden könnte. 1990 war alles anders geworden. Andreas war damals 36 Jahre alt gewesen, hatte Agronomie in Eberswalde studiert, hatte in der LPG als stellvertretender Produktionsleiter gearbeitet.
Als die Wende kam, als dieTreuhand die alten Strukturen auflöste, als plötzlich Land zu kaufen war, LP Land, aufgeteilt, verkauft, umverteilt, hatte Andreas genau gewusst, was er wollte. Land, nicht gepachtet, gekauft, für immer. Sein Vater hatte ihm das Geld gegeben. Alles, was er gespartte. 80.000 Dmark. Kaufland, hatte Karl gesagt. Land bleibt. Systeme ändern sich.
Land bleibt. Andreas hatte 150 Hektar gekauft. 1992 500 Mark pro Hektar in der Okermark. Nicht das beste Land. Sandboden, aber seins. Die Bank hatte ihm nichts geliehen. Ostdeutscher, keine Sicherheiten, keine Geschichte. Die Sparkasse Prenzlau hatte ihm erklärt, dass man vorsichtig sein müsse mit Krediten an neue Landwirte ohne Erfahrung im marktwirtschaftlichen System.
Also hatte Andreas anders gearbeitet. Er hatte einen alten Fortschritt E512 Mehrdrescher gekauft, Baujahr 1978 für 12000 Mark. hatte einen Z323 Traktor übernommen, hatte nachts repariert, hatte tagsüber sein eigenes Land bewirtschaftet und für andere Lohnarbeiten gemacht. Dreschen, Flügen, Transport, alles, wofür jemand zahlte. Seine Frau Petra hatte in Przlau in der Sparkasse als Sachbearbeiterin gearbeitet.
Ihr Gehalt hatte die Familie durchgebracht. Sein Einkommen, jede Mark, ging zurück in den Betrieb. 1995 kaufte er weitere 100 Hektar, 600 Mark pro Hektar. Die Preise stiegen 1998 weitere 200 Hektar, 800 Mark, 2300 Hektar, 1000 Mark pro Hektar. Gutes Land diesmal. Lehmboden. Er zahlte bar, immer bar. Die Bank wunderte sich, woher hatte dieser ostdeutsche Bauer mit dem alten DDR-Traktor das Geld? Die Antwort war einfach, er lebte wie ein armer Mann und sparte wie ein Reicher.

Und dann im Dezember 2001 starb seine Tante Hildegard. Hildegard war die Schwester seines Vaters gewesen. Sie war 1953 in den Westen gegangen nach Stuttgart, hatte dort geheiratet, einen Steuerberater, keine Kinder bekommen. Andreas hatte sie zweimal getroffen in seinem Leben. Einmal 1987, als sie mit Sondergenehmigung zur Beerdigung ihrer Mutter gekommen war.
Einmal 1991 nach der Wende. Sie hatte ihn gemocht, hatte gesagt, er habe Haltung. hatte gefragt, was er vorhabe. Er hatte ihr von seinem Land erzählt. Als sie starb, hinterließ sie ihm000 Mark, umgerechnet 200.000 €. Der Notar rief im Januar 2002 an. Andreas saß in der Küche seines Bauernhauses, Baujahr 1927, Außenputz bröckelig, Heizung alt, und hörte zu, wie der Stuttgarter Notar ihm erklärte, dass er nun ein wohlhabender Mann sei. Petra weinte.
Andreas saß einfach da. Dann sagte er, ich kaufe Traktoren. Der Geschäftsführer des Fverkaufszentrums hieß Dr. Werner Schäfer, trug einen dunkelblauen Anzug und behandelte Andreas ab der ersten Sekunde wie einen geschätzten Kunden. Das Lachen war vergessen. Die Blicke zum rostigen Opel auch. Herr Bachmann, es ist uns eine Ehre.
Lassen Sie uns in Ruhe über Ihre Anforderungen sprechen. Sie saßen in einem Besprechungsraum. Kataloge technische Spezifikationen Kaffee in Porzellantassen. Der Fend 716 Vario, 165 Pferdestärken, stufenloses Variogetriebe, Kabine mit Klimaanlage, Profiausstattung. Listenpreis 1124 € ohne Frontlader. Der Fend 714 Vario, 140 Pferdestärken, gleiche Technologie etwas kleiner mit Frontlader 98600 €.
Der Fend 411 Vario 110 Pferdestärken, perfekt für leichtere Arbeiten, wendiger mit Frontlader 76800 €. Zusammen mit der exakten Ausstattung, die Andreas wollte, 623 000 €. Wir können Ihnen einen Flottenrabatt anbieten sagte Dr. Schäfer. Bei drei Maschinen sagen wir 12%. Das bringt sie auf etwa 548 000 €. Andreas schüttelte den Kopf. Ich will die Maschinen zum vollen Preis, aber ich will sie schnell.
Kann ich sie in zwei Wochen haben? Dr. Schäfer zögerte. Zwei Wochen ist sportlich, normalerweise 6 bis 8 Wochen Lieferzeit. Ich zahle Expresszuschlag, sagte Andreas. 15% extra, aber ich will die Maschinen bis Ende März. Ich muss Mitte April sehen. Dr. Schäfer rechnete, atmete tief. Das wären dann 717 000 €. In Ordnung, sagte Andreas.
Er hatte noch das Geld aus dem Landverkauf. Im August 2001 hatte er 50 Hektar seines schlechtesten Landes verkauft. Sandboden am Ortsrand, an einen Investor aus Berlin für Bauland. 100.000 €. Er hatte es nicht ausgegeben, hatte gewusst, dass eines Tages etwas kommen würde, irgendeine Gelegenheit. Jetzt war sie da. Die Traktoren kamen am 27.
März 2002. Drei Fend auf einem Tieflader. Grün, glänzend, brandneu. Halb Grammoo stand auf der Straße. Der Tieflader musste rückwärts in die Hofeinfahrt rangieren, was 20 Minuten dauerte und die Durchfahrt blockierte. Leute kamen aus ihren Häusern, Kinder auf Fahrrädern, der Bürgermeister, der Pfarrer.
Andreas stand neben Petra und sah zu, wie der erste Traktor, der 716R von der Rampe rollte. Das Geräusch des Motors, das Glänzen der Kabine, der Geruch von neuem Lack und frischem Hydrauliköl. “Mein Gott”, sagte jemand hinter ihm, “Drei Stück.” “Was hat der denn gemacht?”, sagte ein anderer. Im Lotto gewonnen. Andreas drehte sich nicht um. Er wusste,was sie dachten.
“Wussten sie vom Erbe, vom Landverkauf?” Nein, sie sahen nur den Mann mit dem alten Opel, der jetzt drei Spitzentraktoren vor seinem alten Bauernhaus stehen hatte. Sein Nachbar Friedrich Sommer, der auch aus LPG Zeiten kam, der 100 Hektar bewirtschaftete mit einem gebrauchten John Deer und zwei alten Belarus, kam herüber. Andreas, sagte er leise.
Das ist das ist eine Ansage. Das ist ein Werkzeug, sagte Andreas. Aber er wusste, was Friedrich meinte. In dermark, wo die meisten Bauern mit gebrauchter Technik arbeiteten, wo Kredite schwer zu bekommen waren, wo ostdeutsche Betriebe noch immer versuchten, mit westdeutschen Konkurrenten mitzuhalten.
Drei neue Fend waren mehr als Werkzeuge. Sie waren ein Statement: “Ich gehöre hierher. Ich bleibe, ich investiere.” Die ersten Wochen mit den neuen Traktoren waren wie das Erlernen einer neuen Sprache. Andreas war an ZT323 und alte Fortschritttechnisch gewöhnt. Mechanisch, simpel, reparierbar mit Hammer und Zange.
Der Fend 716 Vario hatte ein Computerdisplay in der Kabine. GPS Vorbereitung, elektronische Steuerung für Zapfwelle, Hydraulik, Balastierung. Die Kabine war schallisoliert. Klimaanlage. Man konnte Radio hören, ohne dass der Motor es übertönte. Andreas, Sohn Florian, 22 Jahre alt, gerade mit Ausbildung zum Landwirt fertig, setzte sich das erste Mal in den 716 und sagte: “Papa, das ist wie ein Raumschiff.
” Sie lachten, aber Florian hatte recht. Die Technologie war Lichtjahre entfernt von dem, womit Andreas aufgewachsen war. Am ersten Tag der Frühjahrsbestellung, Mitte April, fuhr Andreas mit dem 716R und dem Amazonägerät aufs Feld, 30 Hektar Weizen. Er stellte die Arbeitsbreite ein, die Tiefe, die Aussatzstherke, 200 Körner pro Quadratmeter.
Das Gerät arbeitete Millimeter genau. Nach 4er Stunden war das Feld fertig. Mit dem alten Fortschritt gespannen hätte es 10 Stunden gedauert. Andreas stieg aus der Kabine, stand am Feldrand. Das Land war dunkel, frisch gesäht, perfekte Reihen. Der Himmel war klar. April 2002, 12 Jahre nach der Wende, 780 Hektar Land in seinem Besitz, drei neue Traktoren, eine Zukunft, aber auch eine Last.
Die Zahlen waren gnadenlos. 780 Hektar voll bewirtschaftet bedeuteten Kosten von etwa 400 000 € pro Jahr. Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, ich Versicherungen, Reparaturen und jetzt drei Traktoren, die zwar abbezahlt waren, aber deren Wert sich Jahr für Jahr entwertete. Ein Fend 716 Vario würde nach 5 Jahren Einsatz vielleicht noch 60% seines Wertes haben. Nach 10 Jahren 40%.

Das war normaler Wertverlust, aber es bedeutete, dass Andreas Investition von sie € sich Jahr für Jahr verringerte, ob er wollte oder nicht. Die Erträge mussten stimmen. 2002 war ein gutes Jahr. Der Weizenpreis lag bei etwa 150 € pro Tonne. Sein Ertrag: 6,5 Tonnen pro Hektar auf dem guten Land, 4,5 Tonnen auf dem Sandboden, durchschnittlich 5,8 Tonnen über den ganzen Betrieb, bei 350 Hektar Weizen, 2030 Tonnen, bei 150 € pro Tonne, 304500 € Umsatz allein aus Weizen.
Dazu Gärste, Raps Gesamtumsatz 2002 etwa 520.000 €. Nach Abzug aller Kosten, Betriebsmittel, Diesel, Reparaturen, Versicherungen blieben etwa 120.000 € Gewinn. Gut, solide, aber 2003 kam anders. Der Sommer war zu trocken. Die Weizenpreise fielen auf 110 € pro Tonne. Die Erträge sanken auf durchschnittlich 4,2 Tonnen pro Hektar. Umsatz 370.000 €.
Gewinn nach Kosten €o. Andreas saß im Herbst 2003 in seiner Küche, die Zahlen vor sich auf dem Tisch ausgebreitet und rechnete. Petra saß neben ihm, schwieg. Wenn das zwei Jahre so weitergeht, sagte Andreas leise, wird es eng. “Wir haben Rücklagen”, sagte Petra. “Die Rücklagen sind weg. Die sind in den Traktoren.
” Sie saßen lange schweigend da. Draußen stand der 716 im Hof. glänzend, mächtig, ein Symbol des Erfolgs, aber auch ein Klotz am Bein, wenn die Zahlen nicht stimmten. Ich muss euch hier etwas über die Ökonomie deutscher Landwirtschaft in den frühen 2000er Jahren erzählen, weil sie den Kern dieser Geschichte berührt. Die gemeinsame Agrarpolitik der EU, die Cup, wurde 2003 fundamental reformiert.
Das Prinzip der Entkopplung wurde eingeführt. Bis dahin hatten Bauern Direktzahlungen basierend auf Produktion bekommen. Je mehr du produziertest, desto mehr Subventionen bekamst du. Ab 2003 wurden die Zahlungen entkoppelt. Du bekamst Geld pro Hektar, unabhängig davon, was du produziertest. Das klang gut, Stabilität, Planbarkeit, aber es bedeutete auch, die Marktpreise wurden wichtiger.
Wenn früher schlechte Ernten durch höhere Subventionen ausgeglichen wurden, musstest du jetzt auf dem freien Markt bestehen. Und der freie Markt war volatil. 2004 erholten sich die Preise. 2005 auch. 2006 war gut, dann kam 2007 der Boom. Getreide explodierten. Weizen bei 250 € pro Tonne. Bioenergiehype. Mais für Biogas wurde überall angepflanzt. Landpreise stiegen.
Pachten stiegen. Andreas machte 2007 einen Gewinn von 280.000 €. Aber er kaufte keine neuen Maschinen. Er legte das Geldzurück. Warum? Fragte Florian, der jetzt fest auf dem Betrieb arbeitete. Wir könnten expandieren, mehr Land pachten, einen größeren Mehdrescher kaufen. Weil das nicht hält, sagte Andreas.
Das ist ein Boom. Booms Enden. Er hatte recht. 2008 kam die Finanzkrise. Die Getreidepreise halbierten sich innerhalb von Monaten von 250 € auf 120 € pro Tonne. Betriebe, die 2007 expandiert hatten, die auf Kreditland gepachtet und Maschinen gekauft hatten, gerieten in Schwierigkeiten. Andreas nicht. Seine Traktoren waren abbezahlt, sein Land gekauft, nicht gepachtet, seine Rücklagen intakt.
Er überstand die Krise, aber die Frage blieb: “War die Investition von 2002 richtig gewesen?” Florian stellte diese Frage 2010. Sie saßen nach der Ernte zusammen, überprüften die Bilanzen der letzten 8 Jahre. “Papa,” sagte Florian, “wenn du 2002 nicht die drei Fend gekauft hättest, wenn du das Geld einfach angelegt hättest oder wenn du es nach und nach konservativer investiert hättest, wären wir jetzt besser dran.
” Andreas dachte lange nach. Dann sagte er: “Rechne es aus.” Sie rechneten, die drei Traktoren hatten 2002 brutto 717 000 € gekostet. Ihr Wiederverkaufswert 2010 etwa 320.000 € zusammen. Wertverlust 397 000 € über 8 Jahre. Wenn Andreas das Geld stattdessen mit 5% angelegt hätte konservativ in Bundesanleihen wäre es auf etwa 1,06 Millionen Euro gewachsen.
Rein finanziell gesehen war der Traktorkauf ein Verlustgeschäft, aber Florian sah auch die anderen Zahlen. Die Arbeitszeiten, mit den alten Maschinen 2000 Stunden Arbeit pro Jahr für Andreas allein. Mit den Fend 900 Stunden, der Rest durch Effizienz eingespart. Die Gesundheit. Andreas war jetzt 58. Sein Rücken war besser als bei gleichaltrigen Kollegen, die noch auf alten Traktoren ohne Federung fuhren.
Die Sicherheit: Moderne Kabinen, Rohlbügel, Klimaanlage. Florian hatte auf dem 716 nie auch nur einen kritischen Moment erlebt und die Kapazität. Mit drei zuverlässigen Maschinen konnten sie ihre 780 Hektar perfekt bewirtschaften. Hätten sie expandieren wollen, mehr Landpachten hätten sie gekonnt. Die Technik war da. Es ist nicht nur Geld, sagte Andreas schließlich. Es ist nie nur Geld.
2011 kam die Anfrage von einem Investor aus Berlin. Ein Agrarunternehmen wollte expandieren, suchte Land in Brandenburg. Sie boten Andreas 18000 € pro Hektar für seine 780 Hektar, gesamt 14,04 Millionen Euro. Andreas saß in seinem Büro den Brief vor sich und rechnete: 14 Millionen.
Nach Steuern würden etwa 8 Millionen übrig bleiben. Genug, um sich zur Ruhe zu setzen. Genug, um Florian ein Startkapital zu geben. genug, um nie wieder um Erntepreise oder Dürren sorgen zu müssen. Er ging nicht zum Feld. Er ging zu dem kleinen Friedhof in Gramzo, wo sein Vater Karl 2004 begraben worden war. Stand vor dem Grab. Gran einfach.
Karl Bachmann 1926 bis 2004. Kaufland Land, hatte sein Vater gesagt. Land bleibt. Andreas dachte an den rostigen Opel, mit dem er 2002 nach Markt Oberdorf gefahren war. An die lachenden Verkäufer, an die 600.000 € in Checks, an die Entscheidung zu investieren statt abzuwarten. Er dachte an die DDR, an die LPG, an die Zeit.
Als Land niemandem und jedem gehörte, an 1990 an die Schau die sich aufgetan hatte. an die Jahre des Sparens, des Wartens, des Kämpfens. 14 Millionen Euro. Andreas ging nach Hause, schrieb einen Brief an den Investor, dankte für das Angebot, lehnte ab. “Du bist verrückt”, sagte sein Nachbar Friedrich, als er davon hörte. 14 Millionen.
“Vielleicht”, sagte Andreas, “aber ich bin Bauer, kein Investor.” Es ist jetzt 2024. Andreas ist Jahre alt. Florian hat den Betrieb 2018 offiziell übernommen. Die drei Fend von 2002 sind alle noch im Einsatz. Der 716R, mittlerweile 22 Jahre alt, wird für leichtere Arbeiten eingesetzt. Der 714R arbeitet noch voll.
Der 411R wurde 2019 verkauft. Ersetzt durch einen modernen Fend 516 Vario mit RTK GPS und automatischer Lenkhilfe. Der Betrieb hat expandiert. 950 Hektar jetzt. Mehr pachtland. Florians zwei Söhne, Niklas und Jonas 16 und fahren in den Ferienraktor. Niklas will Agrartechnik studieren und der Opel, er steht in einer Scheune, konserviert, nicht restauriert.
Rost und alles. Andreas startet ihn einmal im Monat, lässt ihn warm laufen. Einmal im Jahr am 27. März, dem Tag, an dem die Traktoren 2002 geliefert wurden, fährt er damit eine Runde durchs Dorf. Die Leute winken. Sie kennen die Geschichte. Der Mann mit dem rostigen Opel, der zur Fanzentrale fuhr und paar drei Traktoren kaufte.
Was sie nicht immer verstehen, es war nie eine Geschichte über Geld. Es war eine Geschichte über Würde. Was bedeutete es nach der Wende als ostdeutscher Bauer neu anzufangen? Was bedeutete es in eine Sparkasse zu gehen und abgelehnt zu werden, weil man keine Erfahrung im marktwirtschaftlichen System hatte? Was bedeutete es in einem rostigen Auto zu fahren, weil jeder Pfennig ins Land ging? Andreas hatte gelernt zu warten, zu sparen, geduldig zu sein.
Und als derMoment kam, das Erbe, der Landverkauf, die Chance, hatte er gewusst, was zu tun war. Die drei Traktoren waren nicht nur Maschinen, sie waren Beweise. Ich bin angekommen. Ich gehöre hierher. Ich investiere in die Zukunft. Als die Verkäufer bei Fend lachten, als sie den grünen Omega sahen, sahen sie einen armen Bauern aus dem Osten. Als Andreas die Checks auf den Tisch legte, sahen sie etwas anderes.
Jemanden, der länger geplant hatte, als sie dachten. Jemanden, der mehr gespart hatte, als sie erwarteten. Jemanden, der wusste, was er tat. Das Lachen verstummte schnell. Es gibt eine Lehre in dieser Geschichte, aber sie ist nicht die, die man denkt. Es ist nicht investiere groß und gewinne. Es ist nicht unterschätze niemanden. Es ist kenne deine Ziele.
Kenne deine Mittel und wenn der Moment kommt, handle. Andreas hätte das Geld anders nutzen können, hätte kleiner investieren können, vorsichtiger, hätte es zurücklegen können für schlechte Jahre. All das wäre vernünftig gewesen, aber er wusste, was er baute, einen Betrieb, der halten sollte, der für Florian halten sollte, der Würde haben sollte.
Die drei Fend waren ein Fundament. Heute in der Uckermark gibt es viele moderne Betriebe. Viele haben größere Flächen als Andreas. Viele haben neuere Technik. Das ist die Natur der Landwirtschaft. Sie entwickelt sich weiter. Sie wächst, sie verändert sich. Aber wenn Florian mit dem alten sie er aufs Feld fährt, 22 Jahre alt, Lackmatt, Motor noch stark, denkt er an seinen Vater, an die Entscheidung von 2002, an den rostigen Opel, an die Lachenden, die nicht lachten, als die Checks auf dem Tisch lagen.
Er denkt, das ist mehr als ein Traktor. Das ist eine Geschichte und jede Geschichte verdient es, erzählt zu werden. Was ist die größte Investition, die du oder deine Familie je in eurem Betrieb gemacht haben? War es eine Maschine, Land, Gebäude und war es rückblickend richtig? Schreib es in die Kommentare. Ich will diese Geschichten hören.
Sie sind Teil der deutschen Agrargeschichte, die weitergeht. Wenn dir diese Geschichte etwas bedeutet, abonniere den Kanal. Hier werden die Geschichten erzählt, die sonst verloren gehen von den Höfen, den Familien, den Entscheidungen, die deutsche Landwirtschaft geformt haben. Und wenn du jemanden kennst, der diese Perspektive braucht, teile das Video.
Geschichte lebt durch das Erzählen. Bis zum nächsten Mal. Passt auf euch auf. M.
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