Der 30. September 1745. Die Sonne war noch nicht aufgegangen über den böhmischen Hügeln, als das Schicksal Preußens an einem einzigen Morgen entschieden werden sollte. Friedrich der Große lag in seinem Feldlager bei Soer, tief in feindlichem Gebiet, weit entfernt von den sicheren Grenzen seines Königreichs.
Seine Männer schliefen noch, erschöpft von wochenlangen Märschen durch das zerklüftete Gelände Böhmens, als die ersten Meldungen eintrafen. Eine gewaltige österreichisch sächsische Armee hatte sich in der Nacht in Stellung gebracht. 40200 Mann, Artillerie auf den Höhen, Kavallerie an den Flanken. Ein vollständiger Einkreisungsplan, ausgeführt mit chirurgischer Präzision, während die Preußen schliefen.
22500 Soldaten standen auf preußischer Seite, müde, isoliert, ohne Verstärkung, ohne sichere Rückzugslinie. Die Zahlen sprachen eine eindeutige Sprache. Fast zwei feindliche Soldaten für jeden preußischen Mann. Die Anhöhe der Granerkoppe von feindlicher Artillerie besetzt, dominierte das gesamte Schlachtfeld.
Wer diese Höhe hielt, kontrollierte das Schicksal jedes Mannes auf dem Feld darunter und die Österreicher hielten sie. Erfahrene Generäle hätten in diesem Moment einen geordneten Rückzug befohlen oder kapituliert. Die Logik des Krieges, die Mathematik der Truppenstärken, jede militärische Konvention dieser Zeit, sie alle zeigten in dieselbe Richtung.
Diese Schlacht war bereits verloren, bevor sie begann. Aber Friedrich war nicht jeder General. Was in den nächsten zwei Stunden geschah, würde Militärhistoriker für Jahrhunderte beschäftigen. Die Garde Grenadiere in ihren hohen Blechmützen. Sturm schritt den steilen Hang hinauf unter mörderischem Feuer.
Die Kürassiere von Gessler in ihren weißen Collets und schwarzen Brustpanzern, die in einem Moment zuschlugen, als niemand es für möglich gehalten hätte. Die Husaren von Putkamer, die wie ein Blitz in die sächsische Flanke fuhren und eine Armee in Auflösung versetzten, die zahlenmäßig weit überlegen gewesen war.
2700 Tote und Verwundete auf preußischer Seite. Auf der Gegenseite [musik] annähernd 7000 Mann außer Gefecht, getötet, verwundet, gefangen. Eine der größten Armeen Europas in zwei Stunden zerschlagen. Wie war das möglich? Was geschah? wirklich auf diesem Schlachtfeld am 30. September 1745. Was trieben scheinbar uneinnehmbararen Hügel unter direktem Artilleriefeuer zu erstürmen und zu gewinnen? Das sind die Fragen, die dieses Video beantworten wird.
Schritt für Schritt, Soldat für Soldat, Entscheidung für Entscheidung. Wenn euch Geschichte interessiert, die nicht in Schulbüchern steht, Geschichte, die nach Pulver und Blut riecht, Geschichte, die in den Augen erschöpfter Männer geschrieben wurde, die das Unmögliche wagten, dann seid ihr hier genau richtig.
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Und sie endet mit einem Vertrag, der die Landkarte Europas für immer verändern sollte. bleibt dabei. Diese Geschichte gehört zu den größten, die je auf europäischem Boden geschrieben wurde. Um das Jahr 1700 zu verstehen, muss man Europa als das begreifen, was es damals war. Ein Kontinent, der permanent am Rand des Krieges balancierte.
[musik] Keine festen Grenzen im modernen Sinne, keine internationalen Institutionen, die Konflikte lösten. Was zählte, war Macht, dynastische Macht, militärische Macht, die Fähigkeit, Territorien zu beanspruchen und diese Ansprüche mit Blut zu verteidigen. In diesem Europa war Preußen ein Neuankömmling. Doch im Jahr 1600 Hone, ein kleines zerstreutes Territorium im Nordosten des Heiligen Römischen Reiches, hatte sich Brandenburg Preußen innerhalb weniger Generationen zu einer Macht entwickelt, die die etablierten Dynastien Europas
nervös machte. Das war kein Zufall. Es war das Ergebnis einer bewussten jahrzehntelangen Strategie, ein Staat, der sich vollständig dem Aufbau seiner Armee widmete. Friedrichs Vater, König Friedrich Wilhelm. war ein Mann, der Geschichte selten in Büchern suchte. Er fand sie in Regimentern, in Disziplinen, in dem obsessiven Aufbau eines Heeres, das zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1704 über 80.000 Mann zählte.

Für ein Land der Größe Preußens eine schwindelerregende Zahl. Friedrich Wilhelm lebte für seine Soldaten. Er aß mit ihnen, inspizierte persönlich die Ausrüstung, entwarf Uniformen. Seinen Sohn Friedrich betrachtete er als Enttäuschung. Der junge Friedrich liebte Bücher. Er liebte die französische Literatur, die Philosophie der Aufklärung, die Musik, vor allem die Flöte, die er mit bemerkenswerter Fertigkeit spielte.
Er korrespondierte mit Voltaire. Er schrieb eigene Gedichte und philosophische Abhandlungen. In den Augen seines Vaters war das alles Zeitverschwendung. Schlimmer noch Schwäche. Friedrich Wilhelm demütigte seinen Sohn öffentlich, schlug ihn, zwang ihn zu militärischen Übungen, die der Junge hasste. Die Spannung zwischen Vater und Sohn erreichte im Jahr 1730 ihren Höhepunkt, als Friedrich versuchte nach England zu fliehen.
Er wurde gefasst. Sein engster Freund Hans Hermann von Kathe wurde auf Befehl des Königs vor Friedrichs Augen hingerichtet. Friedrich selbst wurde inhaftiert und dem Kriegsgericht vorgeführt. Diese Szene, der junge Kronprinz hinter Gittern, gezwungen den Tod seines Freundes zu bezeugen, ist einer der Schlüsselmomente zum Verständnis dessen, was Friedrich später werden sollte.
Etwas in ihm zerbrach an diesem Tag und etwas härtete sich. Wer immer Friedrich nach diesem Moment war, er hatte gelernt, dass Sentimentalität einen Preis hat, dass Emotionen eine Schwachstelle sind, das Überleben Kälte erfordert. Als Friedrich Wilhelm. im Jahr 1744 starb, bestieg Friedrich den Thron Preußens. Er war 28 Jahre alt.
Europa erwartete einen Philosophenkönig, einen kultivierten, vielleicht schwachen Herrscher, der Voltaire lesen und Konzerte veranstalten würde, während die großen Mächte die eigentliche Politik machten. Stattdessen marschierte Friedrich 5 Monate nach seiner Thronbesteigung in Schlesien ein. Das war der Beginn von allem.
Der Einmarsch in Schlesien im Dezember 1744 war ein Schock für Europa. Schlesien gehörte zu den Habsburgischen Erblanden, zu dem riesigen Reich, das die junge Kaiserin Maria Theresia gerade von ihrem Vater geerbt hatte. Und Friedrich nahm es einfach ohne Kriegserklärung im traditionellen Sinne, ohne diplomatische Vorbereitung.
Ein kühler, berechnender Akt der Machtpolitik, der die Welt daran erinnerte, dass der neue König Preußens nicht der Philosoph war, den man erwartet hatte. Maria Theresia würde Schlesien nie vergessen und sie würde es nie akzeptieren. Was folgte, waren die sogenannten schlesischen Kriege, drei Konflikte, die zwischen 1704 und 40 und 1763 Europa in Atem hielten.
Der erste schlesische Krieg 1704 und 40 bis 1742 [musik] endete mit dem Bresslauer Frieden und der Abtretung Schlesiens an Preußen. Der zweite schlesische Krieg 1743 bis 1745 war der Kontext, in dem die Schlacht bei Soa stattfand. Österreich hatte aus der ersten Niederlage gelernt. Maria Theresia hatte ihre Armee reorganisiert, neue Kommandeure berufen und entscheidend eine enge Allianz mit Sachsen geschmiedet.
Der sächsische Kurfürst August II, der gleichzeitig König von Polen war, stellte Truppen und Territorium zur Verfügung. Zusammenbildeten die österreichisch sächsischen Kräfte eine Koalition, die entschlossen war, Schlesien zurückzuholen und Preußen ein für alle mal in seine Grenzen zu weisen. Die Kampagne des Jahres 1745 war für Friedrich militärisch brilliant verlaufen. Bei Hohen Friedeberg am 4.
Juni 1745 hatte er die österreichisch sächsische Armee in einer Morgenattacke vernichtend geschlagen. Einer seiner spektakulärsten Siege, aber der Krieg war nicht beendet. Die Koalition zog sich zurück, reorganisierte sich und Friedrich [musik] folgte ihr tief in das bömische Territorium hinein. Zu tief. Im September 1745 befand [musik] sich das preußische Heer in einer strategisch gefährlichen Lage.
Die Versorgungslinien waren überdehnt. Die Männer waren erschöpft von monatelangen Märschen und Gefechten und irgendwo in den bömischen Hügeln lauerte eine feindliche Armee, die diesmal nicht fliehen würde. Welchen Moment in Friedrichs Leben findet ihr am eindrucksvollsten? den jungen Philosophen, der Voltaire las und Flöte spielte, oder den König, der fünf Monate nach seiner Thronbesteigung eine Weltmacht herausforderte.
Schreibt eure Meinung in die Kommentare. Diese Frage hat keine einfache Antwort und genau deshalb lohnt es sich sie zu stellen. Was an jenem Morgen des 30. Septembers geschehen würde, war das direkte Ergebnis all dieser Entscheidungen. Die Kindheitstraumata, die dynastischen Rivalitäten, die militärischen Reformen, die Risikobereitschaft eines Königs, der gelernt hatte, das Überleben manchmal bedeutet, das Unmögliche zu wagen.
Aber bevor wir auf das Schlachtfeld kommen, müssen wir verstehen, wie Friedrich dieses Hergebaut hatte und was diese Männer in blauen Röcken und Grenadiermützen zu dem machte, was sie waren. Ein Heer ist kein Werkzeug, dass man kaufen kann. Man baut es über Jahrzehnte über Generationen und das preußische Heer, das am 30.
September 1745 bei So kämpfte, war das Ergebnis einer der konsequentesten militärischen Aufbauprozesse, die Europa je gesehen hatte. Friedrich Wilhelm II. hatte den Grundstein gelegt, aber es war Friedrich II. Der dieses Fundament in eine Kriegsmaschine verwandelte, die ihre Zeit um Jahrzehnte voraus war. Als Friedrich den Thron bestieg, übernahm er ein Heer von beeindruckender Größe über 80.
000 Mann, aber mit einer entscheidenden Schwäche. Es war auf Parade trainiert, nicht auf Krieg. Sein Vater hatte die Armee geliebt wie ein Sammler seine Kunstwerke. Gezeigt, bewundert, gepflegt. Friedrich liebte sie anders. Er wollte wissen, was sie wirklich konnte. Und die erste Antwort bekam er bei Molwitz. Die Schlacht bei Molwitz am 10.
April 1741 war Friedrichs erste große Bewährungsprobe und sie hätte nicht demütigender beginnen können. Die preußische Kavallerie, schlecht koordiniert und überhastet eingesetzt wurde von den österreichischen Reitern in die Flucht geschlagen. Die Situation schien so hoffnungslos, dass Friedrichs Generalstab ihn drängte, das Schlachtfeld zu verlassen, [musik] um einer möglichen Gefangennahme zu entgehen. Friedrich ritt ab.
Er verließ das Schlachtfeld, während die Schlacht noch tobte. Was dann geschah, rettete nicht nur den Tag, sondern prägte Friedrich für den Rest seines Lebens. General Kurt Christoph Schwerin übernahm das Kommando. Die preußische Infanterie trainiert auf ein Feuervolumen von fünf Schuss pro Minute pro Mann, ein in Europa unerreichter Wert.
Zu dieser Zeit hielt stand und trieb die österreichische Infanterie zurück. Preußen gewann die Schlacht. ohne seinen König. Friedrich kehrte zurück auf ein Schlachtfeld voller preußischer Fahnen. Er hatte gewonnen, aber er hatte geflohen. Diese Schande verfolgte ihn und sie veränderte ihn grundlegend. Von Mollitz an studierte Friedrich Krieg mit derselben Intensität, mit der er einst Philosophie studiert hatte.
Er las die antiken Feldherren Caesar, Alexander, Epaminondas. Er analysierte die Feldzüge des Prinzen Eugen von Savoyen und des Herzogs von Marboru. Er entwickelte, verfeinerte und testete eine taktische Doktrin, die auf einem einzigen Grundprinzip basierte: Geschwindigkeit schlägt Masse. Das Herzstück dieser Doktrin war der schiefe Schlachtangriff, der sogenannte Oblikattack.
Die Idee war nicht neu. Epaminondas hatte sie bei Leutra im Jahr 371 vor Christus angewendet. Aber Friedrich perfektionierte sie [musik] für die Bedingungen des 18. Jahrhunderts. Das Prinzip: Konzentriere deine stärksten Kräfte auf einen Flügel des Feindes. Greife dort mit überwältigender Stärke an, während der Rest deiner Linie den Feind bindet, ohne eine Entscheidung zu erzwingen. Brich den feindlichen Flügel.
Rolle die Linie auf. Vernichte den Feind, bevor er reagieren kann. Bei Hohen Friedeberg am 4. Juni 1745 führte Friedrich diesen Angriff mit einer Präzision aus, die selbst erfahrene Militärs in Erstaunen versetzte. Um 5 Uhr morgens noch im Dunkel ließ er seine Infanterie in Marschkolonnen vorrücken. Die österreichisch sächsische Armee zahlenmäßig überlegen, erwachte zu dem Anblick preußischer Regimenter, die sich mit beängstigender Ordnung entfalteten.

Das Gefecht dauerte weniger als zwei Stunden. Die Koalitionstruppen verloren über 14 000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Preußen verlor weniger als 5000, aber Hohen Friedeberg war mehr als ein taktischer Sieg. Es war der Beweis, dass die preußische Infanterie zu etwas fähig war, dass kein anderes Heer Europas replizieren konnte.
Koordinierter Bewegung unter Feuer, auf engstem Raum, mit einer Disziplin, die an das mechanische grenzte. Diese Disziplin hatte ihren Preis. Das preußische Rekrutierungssystem, bekannt als das Kantonsystem, teilte das Land in Bezirke auf, aus denen die Regimenter ihre Männer zogen. Bauern, Handwerker, Tagelöhner, sie alle konnten eingezogen werden. Das Training war brutal.
Körperstrafen waren nicht nur erlaubt, sie waren Methode. Ein preußischer Soldat wurde nicht überredet zu gehorchen. Er wurde konditioniert. Der berühmte preußische Drillmeister des 18. Jahrhunderts arbeitete nach einem simplen Prinzip. Der Soldat muss seine Offiziere mehr fürchten als den Feind. Klingt das unmenschlich? Es war es, aber es funktionierte.
Bei Sor würden Männer einen Hang unter direktem Artilleriefeuer hinaufstürmen. Nicht weil sie nicht wussten, dass sie sterben konnten, sondern weil die Alternative zurückzuweichen, die Linie zu brechen in ihrer Welt undenkbar war. Die Regimente, die bei Sor kämpften, verkörperten diese Realität in jedem Detail ihrer Ausrüstung und Erscheinung.
Die Infanteriergumenter von Kalnein Nummer 4 und von Kalkstein Nummer 25 trugen die charakteristischen dunkelblauenröcke mit roten und gelben Aufschlägen. Farben, die auf dem Schlachtfeld sofort erkennbar waren und die Zugehörigkeit [musik] zu einem bestimmten Regiment signalisierten. Der schwarze Dreispitzhut war das universelle Erkennungszeichen der preußischen Linieninfanterie.
Die Gardegrenadiere hingegen trugen ihre hohen prachtvollen Grenadiermützen aus Blech und Stoff. Ein Erbe aus der Zeit, als Grenadiere Handgranaten werfen mussten und breitkrempige Hüte dabei störten. Die Mütze war geblieben, längst nachdem die Granaten durch das Bayonett ersetzt worden waren, als Symbol des Elitestatus.
Die Kavallerie präsentierte ein anderes Bild. Die Kyassiere von Gessler Nummer 4. Schwere Reiter, bestimmt für den direkten Stoß ins Zentrum der feindlichen Linie, trugen weiße Colets und die schweren schwarzen Brustpanzer, die ihnen Namen und Funktionen gaben. Kürass, der Harnisch. Diese Männer waren die Panzer des 18. Jahrhunderts, langsamer als die leichte Kavallerie, aber in einem koordinierten Angriff von verheerender Wirkung.
Die Putkammerhusaren Nummer 4 standen am anderen Ende des Spektrums, leicht beweglich, gekleidet in die charakteristischen blauen Pelzdolmane mit den verschnürten Brustpartien. Ihre Waffe war nicht die massive Attacke, sondern die Geschwindigkeit, [musik] der blitzschnelle Flankenstoß, der einen Feind destabilisierte, bevor er reagieren konnte.
Dies war das Heer, das Friedrich bei Sor in die gefährlichste Situation seiner bisherigen Karriere führte. Ein Herr, das aus Demütigung und Lernbereitschaft entstanden war. Ein Herr, das bei Molwitz geprüft und bei Hohen Friedeberg bewährt worden war. Ein Herr, das seinen König fürchtete und ihm gleichzeitig vertraute.
Aber Vertrauen wird auf die härteste Probe gestellt, wenn man morgens aufwacht und erfährt, dass 40200 [musik] feindliche Soldaten bereits in Position sind. Was geschah in den ersten Minuten dieses Morgens? Wie reagierte Friedrich und was entschied letztlich über Sieg oder Vernichtung? Der 29. September 1745. [musik] Ein Tag vor der Katastrophe, die keine Katastrophe werden sollte.
Friedrich wusste es bereits. Seit den Morgenstunden des 29. September war er im Bilde. Der Feind näherte sich. Die Meldungen, die seine Speer zurückbrachten, zeichneten ein eindeutiges Bild. Prinz Karl von Lotringen, der kommandierende General der österreichisch [musik] sächsischen Koalitionsarmee, hatte sein Lager bei Jaromachen.
18 km hatten die beiden Armeen getrennt. Jetzt war dieser Abstand im Schwinden. Die Frage war nicht mehr, ob, sondern wann und von welcher Seite. Im preußischen Stab herrschte an diesem Abend eine eigentümliche Atmosphäre. Die Männer, die Friedrich am nächsten standen, wussten, was die Zahlen bedeuteten.
42 000 Mann auf feindlicher Seite, 22 000 auf ihrer eigenen. Ein Verhältnis von fast 2: ein und das auf einem Terrain, das dem Feind jeden erdenklichen Vorteil bot. Das Gelände westlich des preußischen Lagers stieg steil an. Wer die Höhen hielt, beherrschte das Tal und die Höhen waren noch nicht besetzt. Aber Prinz Karl hatte sie bereits im Blick.
Was dachte Friedrich an diesem Abend? Es gibt keine Aufzeichnungen seiner privaten Gedanken von jenem Nachtlager, aber seine Handlungen am darauffolgenden Morgen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Der Mann, der bei Molwitz gelernt hatte, was es kostete, einen Moment zu verlieren, würde keinen Moment mehr verlieren.
Nicht hier, nicht in Sor. Die Nacht verging mit den gedämpften Geräuschen eines Herlagers, das seinem Schicksal entgegenruhte oder zumindest so tat, als ob. Die Männer der Gardegrenadiere schärften ihre Bayonette. Die Kyassiere versorgten ihre Pferde. Die Husaren patroulierten im Dunkel die äußeren Linien des Lagers. Und irgendwo in diesem Dunkel, auf den Höhen westlich des Tales, [musik] bewegte sich Prinz Karls Armee in ihre Ausgangsstellungen.
Der Plan des Prinzen Karl war im Grundsatz elegant. Auf dem linken Flügel seiner Koalitionsarmee unter dem Kommando von Feldmarschall Fürst Lopkowitz standen 10 Bataillone Infanterie, 15 Grenadierkompanien zu Fuß, 30 Schwadronen, schwere Kavallerie und 15 Grenadierkompanien zu Pferde sowie Carabinieras. Diese Kräfte verstärkt durch [musik] 16 schwere Geschütze auf der Granerkoppe sollten den preußischen rechten Flügel fixieren und vernichten.
Das Herzstück dieser Position, die 16 schweren Geschütze auf der Granerkoppe, war der Schlüssel zum gesamten Schlachtplan. Von dieser Anhöhe aus dominierten sie die gesamte Ebene zwischen Burgersdorf und Neurognitz. Kein preußisches Regiment konnte sich formieren, ohne unter ihr Feuer zu geraten. Die Masse der Koalitionsarmee unter dem Befehl von Feldmarschall Herzog von Arenberg stand in zwei Treffen südlich der Graner Koppe, das Zentrum bildend.
Ganz im Süden flankierten sechs Kavallergimenter unter General der Kavallerie Hohenems die gesamte Aufstellung und ein detachiertes Chor unter dem kroatischen General Nadasdi sollte den Preußen in den Rücken fallen, das Lager umgehen, Verwirrungsstiften und den Rückzug abschneiden. Ein Gesamtplan, der auf der Annahme basierte: “Die Preußen sind zu erschöpft und zu entmutigt, um einem entschlossenen Frontalangriff ernsthaften Widerstand zu leisten.
Sie werden die Überlegenheit erkennen, sich zur Flucht wenden und in dem sumpfigen von Wasserarmen durchzogenen Gelände östlich des Lagers in Unordnung aufgerieben werden. Prinz Karl hatte nur einen Fehler gemacht, einen einzigen, aber er war entscheidend. Er unterschätzte Friedrich. Der 30. September 1745, [musik] 5 Uhr morgens.
Die Befehle sollten ausgegeben werden, das Lager zu verlassen und den Rückmarsch nach Schlesien anzutreten. Friedrich hatte in den vergangenen Wochen erkannt, dass ein Überwintern in Böhmen, fern von den eigenen Versorgungslinien, sein Heer ruinieren würde. Der geordnete Rückzug war geplant. Die Kolonnen sollten sich formieren.
Dann kamen die Meldungen westlich des Lagers, auf den Hängen in dem Gelände, das dem Feind seit Tagen als ideale Angriffsposition bekannt war. bewegten sich Truppen, nicht einzelne Spättrups, keine Patrouillen, ganze Regimenter, Artillerie, Kavallerie, eine Armee, die sich in Angriffsformation aufstellte. Es war Mayor von Seidlitz, 23 Jahre alt, der die entscheidende Meldung brachte.
Mit seiner Schwadron hatte er in den frühen Morgenstunden die feindlichen Truppenbewegungen beobachtet und sofort gemeldet. Dieser junge Offizier, dessen Name in den kommenden Jahren zum Symbol preußischer Kavallerie werden sollte, leistete an diesem Morgen einen Dienst, der nicht in Schlachtberichten steht, aber das Schicksal des Tages mitentschieden.
Er gab Friedrich die kostbare Ressource [musik] Zeit, nicht viel, aber genug. Augenblicklich ließ Friedrich seine Truppen zur Schlacht formieren. Was dann geschah, ist in der Militärgeschichte [musik] einzigartig. Ein Her von 22 000 Mann, das sich auf den Rückmarsch vorbereitete, Gepäck gepackt, [musik] Kolonnen in Marschformation, formierte sich innerhalb kürzester Zeit zur Schlachtaufstellung um.
Kein Chaos, keine Panik. Die preußische Disziplin in Jahren brutalsten Trainings eingehämmert, bewährte sich in dem Moment, in dem sie gebraucht wurde. Aber die Ausgangslage blieb verheerend. 16 schwere Geschütze auf der Granerkoppe, 40 000 Mann in Ausgangsstellung und die Preußen aufgewacht in ein Schlachtfeld, das der Feind gewählt hatte.
Friedrich traf eine Entscheidung, die alle militärische Konvention der Zeit auf den Kopf stellte. Er würde nicht warten. Er würde nicht die feindliche Stellung analysieren, nicht auf Verstärkungen hoffen, nicht eine defensive Position aufbauen. Er würde angreifen sofort, bevor der Feind seine gesamten Kräfte in Stellung gebracht hatte, bevor Prinz Karls Plan seine volle Wirkung entfalten konnte.
Und das erste Ziel war die Granerkoppe. Feldmarschall Wilhelm Dietrich von Buddenbrock war 73 Jahre alt, ein Mann vieler Schlachten, vieler Wunden, vieler gelebter Jahre im Dienst der preußischen Armee. Er hatte Feldzüge erlebt, die der junge Friedrich nicht kannte. [musik] Er hatte den Geruch von Pulverdampf in der Nase gehabt, als Friedrich noch Philosophie las. An jenem Morgen des 30.
September übernahm er das Kommando über die preußische Kavallerie und führte sie auf einen Ritt, den er selbst später als den schwersten seiner gesamten Karriere bezeichnen sollte. Die Aufgabe lautete: Die Granerkoppe angreifen, die Flanke umgehen, die 16 schweren Geschütze zum Schweigen bringen.
Kurz nach 5 Uhr morgens setzte sich Buddenbrocks Kavallerie in Bewegung. Aus dem preußischen Lager kommend, hielt er zunächst Richtung Norden auf Neurocknitz zu. Der Plan: Die Granerkoppe nördlich umgehen, dann nach Westen schwenken und die Anhöhe von der unerwarteten Seite angreifen. Ein Reitangriff auf eine Artilleriestellung, Berg auf, unter Feuer.
Anfangs lag noch schützender Nebel über dem Gelände. Die böhmischen Morgenstunden im späten September bringen diesen feinen schweren Nebel mit, der in den Tälern hängt und die Sicht auf wenige Dutzend Meter beschränkt. Dieser Nebel war Buddenbrocks stiller Verbündeter in den ersten Minuten des Rittes. Er schluckte das Geräusch der Hufe, verschluckte die Umrisse der Schwadronen, hüllte den Angriff in eine merkwürdige unheilverkündende Stille.
Dann stieg die Sonne, der Nebel wich und mit ihm wich der einzige natürliche Schutz, den Buddenbrocks Männer gehabt hatten. Die 16 schweren Geschütze auf der Granerkoppe öffneten das Feuer. Was Buddenbrock später beschrieb, war kein gewöhnliches Artilleriefeuer. Der 73-jährige Feldmarschall, der in seiner Karriere mehr Schlachten erlebt hatte als die meisten seiner Zeitgenossen, sagte ausdrücklich: “In seiner gesamten Laufbahn war er noch keinem schwereren Artilleriefeuer ausgesetzt gewesen als östlich der Graner Koppe bei seinem Ritt zur
Ausgangsposition. Diese Aussage wiegt.” Ein Mann, dem Artilleriefeuer vertraut war wie anderen der Sonnenaufgang, bezeichnete das Feuer an der Granerkoppe als das Schweste seiner gesamten Existenz als Soldat. Unter dieser Kanonade fiel der hochdekorierte Oberstleutnant Georg Vivigens von Wedel.
Er war nicht der einzige. Die Schwadronen ritten weiter. Das war das Wesen des preußischen Kavalleristen in jener Zeit. Nicht weil der Tod ihn nicht schreckte, sondern weil das Anhalten undenkbar war. Hinter ihm wären alle anderen ebenfalls gestorben. In Unordnung, ohne Zweck, ohne Ziel. Gegen 8 Uhr morgens, nun vom Norden auf die feindlichen Stellungen zukommend, brach Buddenbrocks Kavallerie in die österreichisch sächsische Kavallerie auf der Graner Koppe ein.
Was folgte, war einer der bemerkenswertesten Momente des gesamten Gefechts. Die feindliche Kavallerie, zahlenmäßig weit überlegen, in vorbereiteter Stellung mit der Initiative des Angreifers auf ihrer Seite reagierte nicht. Bis heute fragen sich Kenner und Experten, wie das möglich war.
Prinz Wilhelm von Anhalt schrieb am 1. Oktober 1745 in einem Bericht an Fürst Leopold. Die Österreicher schienen an den Boden genagelt, verstört, gleichsam geblendet. 30 Schwadronenkaavallerie, das sind schätzungsweise 4000 bis 5000 Reiter, die einem preußischen Angriff zusahen, ohne zu reagieren. Die Erklärungen reichen von geländebedingter Einschränkung der Bewegungsfreiheit bis zu einem schlichten Versagen des Befehlsweges.
Fürst Lobkowitz, der kommandierende General des feindlichen linken Flügels, wurde in dem Getümmel überritten und schwer verwundet. ob sein Ausfall die Reaktionslosigkeit seiner Kavallerie erklärte oder ob er erst verwundet wurde, weil die Kavallerie nicht schützend eingriff. Die Geschichte hat diese Frage nie endgültig beantwortet.
Was feststeht, Wudenbrocks Kavallerie schlug die feindliche Reiterei auf der Granerkoppe und warf sie in den dahinterliegenden Wald zurück. Der linke Flügel der Koalitionsarmee war gebrochen, aber die Koppe selbst gehörte noch nicht den Preußen. Während Buddenbrocks Kavallerie ihre unmögliche Aufgabe vollbrachte, bereitete sich am Osthang der Graner Koppe die preußische Infanterie unter Generalmajor Blankensee auf das vor, was der direkteste und tödlichste Teil des gesamten Gefechts werden sollte.
Den Frontalangriff auf die Artilleriestellung des Feindes. Berg auf unter direkt Feuer. Die Männer in den dunkelblauen Röcken mit den roten und gelben Aufschlägen, die drei Spitzhüte auf den Köpfen formierten sich in Linie. Hinter ihnen die Reserve, vor ihnen der Hang der Graner Koppe und die Mündungen der österreichischen Geschütze.
Bis auf 150 m kämpften sie sich vor. [musik] 150 m unter direktem Artillerie und Infanteriefeuer. Dann trat Oberst Bänder mit fünf Grinadier Kompanien energisch entgegen. Blankensees erste Linie wankte. Die Regimenter Wedel, Treskov, Fink und Anhalt wurden zurückgetrieben hinter das zweite Treffen.
Generalmajor Blankensee fand dabei den Tod. Er war nicht der einzige preußische Offizier, der an diesem Hang blieb. Das zweite Treffen die Regimenter Lamott, Blankensee und Geist übernahm. Was nun geschah, war die eigentliche taktische Essenz dessen, wofür die preußische Infanterie jahrelang trainiert worden war. Kein Rückzug, kein Zögern.
Das zweite Treffen stoppte mit einem konzentrierten Pelotonfeuer die vorrückenden österreichischen Einheiten unter Oberst Bänder. Dann mit gefälltem Bayonett brachen sie in die österreichisch sächsischen Reihen ein. Die 16 schweren Geschütze auf der Granerkoppe wurden genommen. Die Koppe fiel. Es war ungefähr 9:30 Uhr morgens. Friedrich II.
beherrschte nun die entscheidende Anhöhe des Schlachtfeldes. Der gesamte linke Flügel des Feindes war aufgerieben, aber der Krieg an diesem Tag war noch nicht vorbei. Das Zentrum des Schlachtfeldes lag bei Burgersdorf. Hier konzentrierte sich nun das Schwergewicht des Gefechts. Prinz Karls Heer, obwohl auf dem linken Flügel geschlagen, war im Zentrum und auf dem rechten Flügel noch intakt und dort stand eine weitere schwere Batterie südwestlich von Burgersdorf aufgestellt, auf ansteigendem Terrain, dass die
angreifenden Preußen überwinden mussten. Das gesamte Zentrum Friedrichs setzte sich in Bewegung. Die Regimenter passierten Burkersdorf und gerieten sofort unter das Feuer der zweiten großen österreichisch sächsischen Batterie. Das Terran stieg an, die Verluste stiegen schnell. Was oben auf der Granerkoppe geschehen war, wiederholte sich hier im kleineren preußische Infanterie, die bergauf unter Direktfeuer Angriff, die Linie haltend, das Feuer erwidernd.
In diesem Moment trat Generalmajor Prinz Ferdinand von Braunschweigwolfenbüttel hervor. Er war bereits verwundet. Dennoch ging er persönlich voran. Die Batterie wurde genommen. Die sächsischen Regimenter im Zentrum Prinz Xava, Botta, Beirut und Fettes, geführt von Feldmarschall Prinz von Sachsengota, kämpften lang und zäh. Die Sachsen, oft in der Geschichte dieser Kriege, als weniger standhaft dargestellt als die Österreicher, zeigten bei Soar eine andere Seite.
Sie wichen nicht sofort, sie hielten, aber der Druck von Norden, wo Buddenbrocks Kavallerie nun die befreiten Kräfte der Graner Korpel zuführte und von Osten, wo Friedrichs Zentrum durchgebrochen war, erwies sich als zu stark. Das Zentrum der Koalitionsarmee begann zu bröckeln. Dann kam der Moment, auf den Friedrich gewartet hatte.
Die auf dem linken Flügel freiwerdende preußische Kavallerie, kombiniert mit den Kavalleriekräften des Prinzen von Anhalt auf dem rechten Flügel wurde gegen den feindlichen rechten Flügel südlich von Burgersdorf geworfen. Hier standen 36 feindliche Schwadronen, die Reiterei unter General der Kavallerie Hohenems, die größte Kavallerieformation der gesamten Koalitionsarmee, 36 Schwadronen, Sie taten nichts.
ist eines der ungelösten Rätsel der Schlachtgeschichte von Soa. Diese massive Kavallerieformation, die den Ausgang des Gefechts hätte entscheiden können, wich den anstürmenden Preußen aus und blieb untätig. Die Infanterierimenter Damnitz und Colovrat von der preußischen Kavallerie gefasst, wurden vollständig versprengt.
Ein großer Teil ihrer Soldaten geriet in Gefangenschaft. Während all dies geschah, spielte sich südlich des Hauptschlachtfeldes eine Episode ab, die in ihrer Mischung aus militärischem Versagen und fast komischer Ironie einzigartig in der Geschichte dieses Tages [musik] ist. Das detachierte Chor des kroatischen Generals Nadasti hatte den Auftrag, das preußische Lager zu umgehen und den Feind in seinem Rücken zu bedrohen.
Es sollte Panik sähen, die Versorgungslinien zerschneiden, den Preußen das Gefühl der Einkreisung geben, das ihren Widerstandswillen brechen würde. Nadasti fand das Lager und er nahm es. Was er nicht fand, waren die Männer. Das Lager war hastig geräumt worden. In dem ersten Chaos des Morgens hatten die Begleitpersonen, Dienstboten und Verwaltungsangestellten das Lager verlassen, was bedeutete, dass es praktisch leer war, als Nadas die Einritt, aber nicht ganz leer.
Die preußische Kriegskasse war zurückgeblieben. 200.000 Taler in barem Geld, dazu die Kabinettsräte des Königs, die Dienerschaft, verschiedenes Gepäck. Nadasti hatte die Kriegskasse Friedrichs des Großen in Händen und er hatte den Auftrag, dem Feind in den Rücken zu fallen. Einen Auftrag, den er nicht erfüllte.
Was die Kroaten mit den 200.000 Talern anfingen, ist überliefert. Was sie nicht taten, ist ebenfalls überliefert. Sie bedrohten die kämpfenden preußischen Verbände an diesem Morgen nicht. Na das Discord, das den entscheidenden Unterschied hätte machen können, blieb ein Faktor ohne Wirkung. Gegen 13 Uhr war es vorbei. Die Verlusten erzählen die Geschichte in Zahlen, die kalt und präzise sind, aber hinter denen sich das gesamte menschliche Gewicht dieses Tages verbirgt.
Auf österreichisch sächsischer Seite 204, 10 Offiziere und 7230 Mann. Von diesen gerieten 36 Offiziere und 3072 Mann in preußische Gefangenschaft. 19 Geschütze und acht Fahnen gingen verloren. Auf preußischer Seite Offiziere und 376 IGmann, von denen fast 900 gefallen waren. Dazu eine Fahne und ein Geschütz, die Nadas Düscor beim Überfall auf das Lager erbeutet hatte.
Zwei hochrangige preußische Generäle hatten ihr Leben gelassen. Generalmajor Blankensee, der am Osthang der Graner Koppe fiel und Generalmajor Albrecht von Braunschweig Wolfenbüttel, der erst kurz zuvor in preußische Dienste gewechselt war. Auf der anderen Seite Feldmarschall Fürst Lobkowitz, überritten und schwer verwundet.
Der Herzog von Arenberg, sein Mitkommandierender, hatte sein Heer nicht retten können. Hinter diesen Zahlen lagen tausende von Geschichten. Der namenlose preußische Infanterist, der den Hang der Granerkoppe dreimal angriff, bis er ihn nahm oder fiel. Der österreichische Kanonier, der bis zum letzten Moment sein Geschütz bediente, der sächsische Grenadier, der Regimenter Xava oder Beirud, der nicht floh, als alle anderen zu fliehen begannen.
Geschichte wird in Schlachtberichten gemessen an Offizieren, Fahnen und Kanonen. Sie wird in Wirklichkeit von namenlosen Männern entschieden, die an einem kalten Herbstmorgen in Böhmen das Unmögliche taten. Welchen Moment dieser Schlacht findet ihr am eindrucksvollsten? Buddenbrocks Kavallerieritt unter dem schwersten Artilleriefeuer seiner gesamten Laufbahn oder den namenlosen Infanteristen, der Beruf gegen Kanonenangriff.
Schreibt eure Antwort in die Kommentare. Diese Frage hat keine richtige oder falsche Antwort und genau das macht sie wert, gestellt zu werden. Friedrich selbst sprach später in einem jener seltenen Momente privater Reflexion über seine Überzeugung, die ihn an jenem Morgen geleitet hatte. Es sei bei weitem ehrenvoller vernichtet zu werden, wenn man sich teuer verkaufe, als auf einem Rückzug umzukommen, der womöglich in eine schmähliche Flucht ausgeartet wäre.
Das war keine Heldenrorhorik für Medaillen und Gedenkfeiern. Es war die Kalkulation eines Mannes, der verstanden hatte, dass es in seiner Lage kein sicheres Entrinnen gab. Der Rückzug nach Schlesien, wenn der Feind ihn abschnitt, würde [musik] das Ende Preußens bedeuten. Der Angriff konnte dasselbe bedeuten, aber der Angriff hatte eine Chance. Der Rückzug hatte keine.
So war kein Glück. So war die destillierte Essenz dessen, was Friedrich in 5 Jahren Kriegsführung gelernt hatte, das Geschwindigkeit Masse schlägt, das Initiative Defensive übertrumpft, dass ein Herr, das seinen Führern vertraut, Dinge vollbringen kann, die kein Zahlenvergleich vorausgesagt hätte. Und in diesem So legte der 23-jährige Major von Seidlitz, der die Truppenbewegungen am frühen Morgen gemeldet hatte, den Grundstein für eine Karriere, die ihn zum berühmtesten Kavalleriegeneral der preußischen Geschichte machen würde. Der
21-jährige Sekondeleutnant von Möllendorf, der sich südlich Burgersdorf unter Prinz Ferdinand von Braunschweig ausgezeichnet hatte, wurde noch auf dem Schlachtfeld vom König persönlich belob. Aus dem Rauch und Blut dieses Oktobermorgens stiegen zwei der prägendsten Militärfiguren der kommenden Jahrzehnte hervor.
Aber so war, wie Friedrich selbst erkannte, kein strategischer Triumph. Prinz Karl wurde zum Rückzug gezwungen, aber sein Heer war nicht vernichtet. Die Kriegskasse der Preußen war in Nadastys Händen und die Österreicher und Sachsen unbeirrt durch die Niederlage begannen ihre Armeen in Richtung Brandenburg, dem Kernland Preußens, zu dirigieren.
Der Krieg war nicht gewonnen. Er war nur noch nicht verloren. Was als nächstes folgte, würde Friedrich vor Entscheidungen stellen, die noch weitreichender waren als alles, was an der Graner Koppe geschehen war. Das Ende des Jahres 1745 würde beweisen, ob Sor ein Wendepunkt war oder nur eine Episode in einem Krieg, der Preußen [musik] noch in die Knie zwingen würde.
Zoor hatte Preußen gerettet, aber hatte den Krieg nicht beendet. Das war die bittere Wahrheit, die Friedrich in den Stunden nach der Schlacht erkennen mußte. Er hatte eine Armee von mehr als dem doppelten Umfang seiner eigenen Kräfte geschlagen. Er hatte die Graner Koppe genommen. Er hatte Prinz Karl zum Rückzug gezwungen und er hatte dabei fast 900 tote Männer verloren, dazu über 3000 Verwundete, fast ein [musik] Fünftel seines gesamten Heeres.
Das Schlachtfeld bei S an jenem frühen Nachmittag des 30. September war kein Ort des Triumphs. Es war ein Ort erschöpfter Männer, die um ihre Toten trauerten und wussten, dass der Feind noch lebte. Friedrich selbst erlebte einen Moment, der mit wenigen Worten das gesamte Dilemma seiner Lage beschrieb. Als er nach der Entscheidung versuchte, die Verfolgung des fliehenden Feindes aufzunehmen, ritt er zu seiner Kavallerie.
Was er antraf, war kein kampfbereites Regiment, das auf den Befehl zum Vorstoß wartete. Er fand Männer, die vor Freude trunken waren. Er rief: “Marsch!” Er rief es immer wieder. Die Kavallerie rührte sich nicht. Sie hörte ihn nicht oder wollte ihn nicht hören. Sieger, die gerade dem Tod ins Gesicht gesehen hatten, die Kameraden verloren und das schier Unmögliche vollbracht hatten, konnten in diesem Moment keinen weiteren Schritt tun.
Friedrich hatte den Sieg. Er konnte ihn nicht ausnutzen. Prinz Karl entkam mit dem Rest seiner Armee. Das war strategisch verheerend. Ein vernichteter Feind hätte den Krieg beenden können. Ein zurückgewichener Feind würde sich sammeln, reorganisieren und zurückkehren. Und genau das geschah. Bereits am 29. August 1745.
Also noch vor der Schlacht bei Sor hatten Österreich und Sachsen in einem Geheimvertrag vereinbart, den Krieg gegen Preußen fortzuführen und preußisches Territorium zu erobern. Dieser Vertrag existierte, während die Diplomaten noch von Frieden sprachen. Nach So änderte sich daran nichts. Maria Theresia, die Schlesien niemals abschreiben würde, war entschlossen weiterzukämpfen.
Ihr Ziel war nun direkt und unverblühmt, den Krieg in die Stammprovinzen Preußens zu tragen. Nach Brandenburg, dem Herzen des preußischen Königreichs, nach Berlin selbst. Anfang November 1745 starteten die Österreicher und Sachsen eine neue Offensive aus mehreren Richtungen. Prinz Karls österreichische Armee [musik] marschierte von Böhmen nordwärts Richtung Lausitz.
Die sächsische Hauptarmee unter General Friedrich August von Rutowski bereitete sich auf einen Angriff aus Westsachsen vor. Der Plan war klar und kühn. Zwei Armeen von verschiedenen Seiten konvergierend würden gemeinsam Berlin erreichen und den Krieg endgültig entscheiden. Friedrich befand sich in einer Lage, die seine schlimmsten Befürchtungen bestätigte.
Seine Kriegskasse war leer oder genauer gesagt, sie befand sich noch in den Händen von General Nadasti, der sie beim Überfall auf das preußische Lager bei Sor erbeutet hatte. Die 200.000 Taler fehlten, aber das war das geringste Problem. Die eigentliche Bedrohung war struktureller Natur. Friedrich verfügte nicht über genügend Mittel, um einen weiteren langen Feldzug zu finanzieren.
Und am Horizont lauerte eine Gefahr, die noch größer war als die österreichisch sächsische Koalition, Russland. Die russische Armee hatte bereits an der Grenze aufmarschiert. Ein russischer Eingriff auf österreichischer Seite würde Preußen in eine Zangenbewegung treiben, aus der es kein Entkommen gäbe. Für den Fall einer Katastrophe hatte Friedrich bereits einen Notfallplan vorbereitet.
Der Hof sollte sich mit dem Silberschatz und dem Archiv in der Festung Spandau verschanzen. Die Verteidigungslinie Magdeburg Spandau Schwerin sollte gehalten werden. Das war kein Ausdruck von Defetismus. Es war die Kaltblütigkeit eines Mannes, der alle Szenarien durchdachte, aber es war auch der Beweis, dass Friedrich wusste, in welcher Gefahr Preußen wirklich steckte.
Die Antwort auf diese Bedrohung kam nicht von Friedrich selbst. Sie kam von einem 72-jährigen Mann, der älter war als der preußische Staat in seiner modernen Form. Fürst Leopold von Anhalt Dessu, in der Geschichte bekannt als der alte Dessauer. Leopold war eine Legende. Er hatte unter dem großen Kurfürsten gedient, unter König Friedrich dem I.
unter Friedrich Wilhelm dem I. Er hatte die preußische Infanterietaktik mitentwickelt, den eisernen Ladestock eingeführt, das Gleichschritt exerzieren, perfektioniert. Wenn es einen Mann gab, der das preußische Heer verkörperte, dann war es Leopold von Anhalt Dessau und im Dezember 1745 führte er seinen letzten großen Feldzug.
Mit 30.000 Mann marschierte Leopold in Sachsen ein. Er rückte aus dem Raumhalle in Richtung Dresden vor. Die sächsisch-österreichische Armee unter Rutowski sammelte sich bei Kesselsdorf, einem kleinen Ort unweit der sächsischen Hauptstadt, um sich dem Angriff entgegenzustellen. Sie zählte rund 31 000 Mann.
Auf dem Papier ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis, aber Rutowski hatte eine starke Defensive aufgebaut. Eine große Batterie am Ortsausgang von Kesselsdorf mit 14 schweren und sechs leichten Kanonen. Dahinter sieben befestigte Grenadierbataillone. Das Gelände begünstigte den Verteidiger. [musik] Am 15. Dezember 1745 griff Leopold an.
Es war eine der blutigsten Schlachten des gesamten Krieges. Im Stab Rutowskis herrschte am Nachmittag die Überzeugung, dass die Preußen nicht mehr angreifen würden. Es war zu spät am Tag. die Bedingungen zu ungünstig. Um 14 Uhr wurde man eines Besseren belehrt. Leopold gab den Grenadierbataillonen den Befehl zum Angriff auf die große Batterie.
Was folgte, war ein Frontalangriff unter schwerem Artilleriefeuer, das dem Angriff auf die Graner Koppe bei Sor in seiner Brutalität nicht nachstand. Dem Anführer Leopold fuhren drei [musik] Flintenkugeln durch den Mantel. Seinem Sohn, Prinz Moritz, wurde das Pferd dreimal unter dem Leib verwundet. Vater und Sohn blieben unverletzt.
Die Batterie wurde genommen. Die sächsisch-österreichische Armee zog sich in Unnung zurück. Am 17. Dezember wurde Dresden übergeben. Am 18. Dezember zog Friedrich II. persönlich in der sächsischen Residenzstadt ein. Jetzt erst mit preußischen Truppen in seiner Hauptstadt und seiner Armee geschlagen bei Kesselsdorf, war Sachsen bereit, Frieden zu schließen.
Und da Sachsen Bad und England vermittelte, sah auch Maria Theresia keinen Ausweg mehr. Friedrich seinerseits war froh über die Beendigung des Krieges, nicht aus Schwäche, sondern aus nüchterner Berechnung. Die russische Armee stand noch immer an der Grenze. Ein weiterer Feldzug hätte die preußischen Finanzen überfordert.
Der Moment war günstig. Der Friede musste jetzt kommen. Am 25. Dezember 1745, dem ersten Weihnachtstag, wurde der Friede von Dresden unterzeichnet. Um 11:30 Uhr mittags eine präzise überlieferte Stunde, die bis heute von der St. Katharinenkirche in Kesselsdorf durch ihr tägliches Mittagsleuten geehrt wird.
[musik] Die Bedingungen, der Friede von Berlin aus dem Jahr 1742 wurde bestätigt. Preußen behielt Schlesien und die Grafschaft Glatz. Friedrich erkannte Franz Stefan von Lotringen, den Gemahl Maria Theresias, der im September 1745 in Frankfurt zum Kaiser Franz dem I. gekrönt worden war, rückwirkend als heiligen römischen Kaiser an.
Sachsen zahlte [musik] eine Kriegschädigung von einer Million Talern an Preußen. Die gewaltsam ausgehobenen Sachsen in der preußischen Armee blieben, wo sie waren. In Leipzig, das Ende November 1745 besetzt worden war, schuf Johann Sebastian Bach zum Festakt der Unterzeichnung die lateinische Weihnachtsmusik Gloria in Excelsis Deo, das Werk BWV 191.
Die Geschichte Europas hat diesen Weihnachtstag 1745 mit einem der bedeutendsten Musikwerke des Barok verewigt. Was hatte Sor in diesem Gesamtbild bewirkt? Die Antwort ist komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Militärisch war Sor ein taktischer Sieg von außerordentlichem Rang. Eine doppelt überlegene Feindarmee in vorbereiteter und beherrschender Stellung war in zwei Stunden geschlagen worden.
Aber strategisch blieb der Effekt begrenzt. Prinz Karl entkam. Die Koalition setzte den Krieg fort. Die entscheidende militärische Wende kam erst mit Kesselsdorf. Dennoch war Soar unverzichtbar. Ohne den Sieg bei So hätte das preußische Heer seinen Rückzug nach Schlesien unter feindlichem Druck antreten müssen. Verfolgt, dezimiert, womöglich in Auflösung geraten.
So sicherte den Rückzug. So erhielt das Heer und ohne dieses intakte Heer hätte Friedrich nicht mehr die Mittel gehabt, die Bedrohung Berlins abzuwehren und Leopold hätte nicht mehr die Kräfte gehabt, Kesselsdorf zu entscheiden. Politisch hatte der Friede von Dresden tiefere Konsequenzen als die nüchternen Vertragsartikel erkennen lassen.
Maria Theresia hatte Schlesien zum zweiten Mal verloren. Zum zweiten Mal. Die Demütigung saß tief. Die Feindseligkeit Österreichs und Sachsens gegenüber Preußen vertiefte sich nach Dresden weiter und legte den Samen für das, was 11 Jahre später kommen würde, den siebenjährigen Krieg 1756 bis 1763. Einen Konflikt von einer Dimension, gegen den die schlesischen Kriege wie Proben geklungen hatten.
Friedrich hatte bei Soren Tag gewonnen und einen Tag gewonnen, den er brauchte. um am Ende einen Krieg zu gewinnen. Aber er hatte damit auch den nächsten Krieg vorbereitet, ohne es zu wissen. Friedrich selbst zog aus diesen Feldzügen eine Lehre, die ihn tiefer beschäftigte als jede Schlachttaktik, die Verwundbarkeit. So hatte bewiesen, dass ein preußisches Heer überrascht werden konnte, das Nachrichtendienstversagen ein Heer in eine Falle führen konnte, aus der nur Glück, Disziplin und Entschlusskraft es wieder befreiten. In den Jahren nach dem
Dresner Frieden investierte Friedrich systematisch in das, was man heute militärische Aufklärung nennen würde. ein Netzwerk von Speärn, schnellen Reitern und zuverlässigen Informanten, das sicherstellen sollte, dass er nie wieder so aufgewacht wurde wie am 30. September 1745. Hätte er damals anders handeln können? Hätte Sor vermieden werden können? Und wenn nicht, hätte er bei besserer Vorbereitung mit weniger Verlusten gesiegt? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
Diese Fragen beschäftigen Militärhistoriker bis heute und eure Perspektive auf die Entscheidungen Friedrichs ist Teil dieser [musik] Diskussion. Der 30. September 1745 endete damit, dass ein erschöpftes preußisches Heer auf einem Schlachtfeld stand, das ihm gehörte. Aber die Geschichte der Schlachten verblasst. Was bleibt ist das, [musik] was eine Entscheidung über ihren eigenen Moment hinaus bewirkt.
Was So wirklich bedeutete, zeigte sich nicht in den Tagen danach. Es zeigte sich in den Jahrzehnten, in den Jahrhunderten danach, in den Büchern, die darüber geschrieben wurden, in den Köpfen der Männer, die diese Bücher lasen und ihre Schlussfolgerungen in neue Kriege trugen. Karl von Klausewitz, Leonard, der bedeutendste Militärtheoretiker der deutschen Geschichte, schrieb in seinem unvollendeten Hauptwerk vom Kriege, einem Werk, das bis heute an Militärakademien der ganzen Welt gelehrt wird. auch in Harvard und Westpoint
einen bemerkenswerten Abschnitt über Sor. Er verwendete die Schlacht nicht als Beispiel für taktische Brillanz, obwohl sie das zweifellos war. Er verwendete sie als Beweis für einen tieferen Begriff, den moralischen Sieg. Klausewitz schrieb, dass Friedrich bei Soer den Sieg dadurch verkündete, dass er noch fünf Tage auf dem Schlachtfeld stehen blieb, obwohl sein Rückzug nach Schlesien längst beschlossen war.
F Tage auf einem Schlachtfeld, das er strategisch nicht brauchte, in einem Land, aus dem er ohnehin abmarschieren würde. Warum? Weil Friedrich, wie Klausewitz ausdrücklich anmerkte, glaubte mit dem moralischen Gewicht dieses Sieges sich dem Frieden zu nähern. Das ist eine Einsicht, die über So hinausweist. [musik] Klausewitz erkannte in Friedrichsverhalten bei Soer das Prinzip, das Krieg nicht allein durch physische Zerstörung entschieden wird, sondern durch die Erschütterung des Willens des Gegners. Fünf Tage auf dem
Schlachtfeld stehen ohne militärische Notwendigkeit war eine politische Aussage. Preußen ist nicht besiegt. Preußen kann nicht besiegt werden. Diese Aussage hatte Gewicht. Klausewitz zitierte Zoor noch an einer zweiten Stelle in vom Kriege. Diesmal in einer Liste klassischer Beispiele für die Stärke der defensiven Kampffform gegen einen angreifenden Feind neben der Schlacht bei Chaslao und der Schlacht bei Rossbach.
So als Lehrbeispiel nicht einmal, sondern zweimal in dem Buch, dass die europäische Militärdoktrin des 19. und 20. Jahrhunderts grundlegend prägen sollte. Napoleon Bonaparte, der größte Feldherr der nachfriederizianischen Epoche, kannte Friedrich als Vorbild und als Warnung. Er hatte Friedrichs Schriften studiert. Er hatte seine Feldzüge analysiert.
Im Jahr 1800. 6. Nachdem er die preußische Armee in der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen hatte, besuchte er persönlich Friedrichsgrab in Pozdam. Es ist ein Bild von ungeheurer historischer Ironie. Der Mann, der Friedrichs her im Bruchteil des Lebenswerks Friedrichs zerstört hatte, der an seinem Grab stand.
Napoleons Generäle fragten ihn, warum er dem toten Feind diese Ehrerbietung erweise. Napoleon antwortete: “Wenn dieser Mann noch lebte, wäre ich heute nicht hier.” Was so in diesem größeren Zusammenhang bedeutet, es war eine der Schlachten, in denen das Preußische her bewiesen hatte, dass es zu Leistungenfähig war, die kein anderes europäisches Heer seiner Zeit replizieren konnte.
Und dieses Heer, diese Doktrin, diese Tradition setzte sich fort. Nicht ungebrochen, nicht ohne Niederlagen und Krisen, aber als erkennbarer Faden durch die Geschichte der europäischen Kriegsführung. Die preußischen Reformen nach der Katastrophe von 1800 CT Kokis, die das Militärwesen von Scharnhorst, Gneisenau und Klausewitz grundlegend umgestalteten, griffen bewusst auf Elemente der Friederizianischen Era zurück, während sie andere überwarfen.
Klausewitz, der diese Reformen mitgestaltete, hatte Friedrich studiert. Er hatte So studiert. Was er aus Sonnahm, war nicht die Taktik. Die war längst überholt durch neue Waffen und neue Formen der Massenarmee. Was er mitnahm, war die Frage: Was macht einen Soldatenfähig, das Unmögliche zu tun? Die Antwort, die Friedrich lebte und Klausewitz formulierte, ist keine bequeme.
Sie lautet nicht Liebe zum Vaterland. Sie lautet nicht moralische Überzeugung. Die Männer, die den Hang der Granerkoppe hinaufstürmten, taten es, weil sie so trainiert worden waren, dass ihnen keine andere Handlung möglich schien, weil das System, in dem sie lebten, den Rückzug tödlicher erscheinen ließ als den Angriff. Das ist eine dunkle Wahrheit über das Friederizianische Preußen und es ist eine Wahrheit, die Friedrich selbst nicht verbarg.
Er schrieb über seine Soldaten, als wären sie Maschinen, die zu warten und zu bedienen waren. Er schrieb über Krieg mit einer Sachlichkeit, die seinen humanistischen Briefen an Voltaire diametral widersprach. In Friedrich lebten zwei Menschen. Der Philosoph, der über Menschenwürde schrieb und der König, der Menschen in eine Schlachtordnung stellte, aus der sie nicht lebend zurückkehren sollten.
Diese Spannung ist sein bleibendes Rätsel und sie macht ihn zu einer der komplexesten Figuren der europäischen Geschichte. Nicht trotz dieser Widersprüche, sondern wegen ihnen. Preußen, das Friedrich hinterließ, war nicht mehr das kleine unsichere Königreich seiner Kindheit. Es war eine anerkannte europäische Großmacht.
Schlesien, das er 1840 ohne Kriegserklärung besetzt hatte, gehörte unwiderruflich zu preußen. Der Dresdenner Friede hatte das bestätigt. Der Hubertusburger Friede von 1763, [musik] der den siebenjährigen Krieg beendete, bestätigte es erneut. Preußen hatte sich gegen drei Großmächte gleichzeitig, Frankreich, Österreich, Russland und zwei Mittelmächte.
Schweden und Sachsen in einem Krieg behauptet, der das Königreich mehrfach an den Rand der Auflösung gebracht hatte. Das Preußen diesen Krieg überlebte und als Großmacht hervorging, war das direkte Ergebnis des Vertrauens, das die preußische Armee in den schlesischen Kriegen aufgebaut hatte und so war ein untrennbarer Teil dieses Fundaments.
Das Erbe Friedrichs und Sores reicht aber auch in dunklere Kapitel der Geschichte. Der preußische Militarstaat, den Friedrich vollendet hatte, wurde zum Modell für die Militarisierung des deutschen politischen Lebens, die im 19. Jahrhundert unter Bismarck und Moltke dem Älteren ihren Höhepunkt fand und im 20.
Jahrhundert in Katastrophen mündete, die Sor in ihrer Größenordnung ins Nichts verschwinden lassen. Die Waffenbrüderschaft Preußens, der Drill, die bedingungslose Ausführung von Befehlen. All das hatte seine Wurzeln in dem System, das Friedrich perfektioniert hatte. Das ist keine Anklage gegen Friedrich II. II, der sein eigenes Jahrhundert nicht für die Fehler eines späteren verantwortlich gemacht werden kann, aber es ist eine notwendige Mahnung, dass Legacies nie einfach sind, nie nur hell oder nur dunkel.
Was aber bleibt von Sor für uns heute jenseits der Schlachtpläne und Truppenstärken? Es bleiben die Menschen, nicht Friedrich, nicht Bodenbrock, nicht die Generale, die einfachen Männer, deren Namen in keinem Buch stehen. [musik] Der Grenadier aus einem brandenburgischen Dorf, der einen böhmischen Hang hinaufgestürmt ist, den er nie zuvor gesehen hatte, für ein Königreich, dessen Hauptstadt er vielleicht nie betreten hatte.
Der österreichische Kanonier, der bis zum letzten Moment seine Stellung hielt. Der sächsische Soldat, der kämpfte und fiel für einen Fürsten, dessen politische Spiele ihm gleichgültig waren. Geschichte wird oft als das Spiel der Mächtigen erzählt, als Entscheidungen in Palästen und Stabszelten. Aber Sor erinnert uns, dass Geschichte in den Körpern und dem Mut gewöhnlicher Menschen geschrieben wird, die in außergewöhnliche Umstände geworfen wurden.
Das ist die Lektion, die über jeden taktischen Lehrsatz hinausgeht. dass Entscheidungen, die in Kapitalen gefällt werden, ihren Preis in Fleisch und Blut an Hängen bezahlen, die auf keiner Karte der Mächtigen stehen. Friedrich der Große ist heute eine komplexe Figur des historischen Gedächtnisses. Bewundert für seine Brillanz, kritisch betrachtet für sein System, studiert für seine Lektionen.
Sein Grab in Sanusi wurde mehrfach bewegt. während des Zweiten Weltkrieges versteckt nach dem Mauerfall endlich zurückgebracht. Er liegt dort, wie er es verfügt hatte, neben seinen Hunden. Keine pompöse Grabkirche, kein Mausoleum. Eine Terrasse in Pozdam, Blick auf den Garten. Vielleicht ist das die ehrlichste Aussage seines Lebens.
Ein Mann, der sein ganzes Leben Kriege führte, wollte am Ende in Stille ruhen. So liegt heute in Tschechien in der Nähe der Stadt Trutnov. Das Dorf heißt jetzt Heinizze. Wer heute dorthinfährt, findet keine großen Gedenkstätten, keine Museen, keinen touristischen Rummel. Ein Hang, Felder, der Himmel über Böhmen.
Aber wer weiß, was hier geschah. Wer weiß, was für ein Morgen der 30. September 1745 war, der sieht diesen Hang anders. Er sieht die Männer in den dunkelblauen Röcken. Er hört das Feuer der 16 schweren Geschütze. Er versteht, warum Klausewitz diesen Ort zweimal in sein wichtigstes Buch schrieb. So war ein Morgen.
Ein einziger Morgen von zwei Stunden, der eine Weltmacht in Verlegenheit brachte. Aber die Lektionen dieses Morgens über Mut, über Initiative, [musik] über die Fähigkeit unter dem schlimmsten denkbaren Druck die richtige Entscheidung zu treffen, die sind zeitlos. Wenn euch diese Geschichte gefallen hat, wenn diese Männer auf einem böhmischen Hang euch etwas bedeuten, dann hinterlasst jetzt einen Kommentar.
Welche Figur in dieser Geschichte beeindruckt euch am meisten? Friedrich, der ruhelosentscheidende, Buddenbrock, der 73-jährige unter dem schwersten Artilleriefeuer seiner Karriere oder die namenlosen Grenadiere, die einen Hang hinaufstürmten, den sie nie hätten nehmen dürfen. Es gibt keine falsche Antwort, nur ihre eigene. Abonniert den Kanal, aktiviert die Glocke und bleibt dabei, denn die Geschichte Europas ist voller Männer und Frauen wie Friedrich, wie Buddenbrock, wie die Grenadiere von Zoor.
Und wir werden ihre Geschichten erzählen, eine nach der anderen, solange ihr zuhört. Die nächste Geschichte wartet bereits. Ihr werdet sie nicht verpassen wollen.
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