zu spüren bekommen, wo die Grenzen sind.   Haben sie uns dann gezeigt und sie uns   dann Spielverbot aufs Leben.   Sehr geehrte Damen und Herren, heute   entführe ich Sie in eine Geschichte, die   kaum jemand in Ihrem vollen Ausmaß   kennt. Hinter den hämmernden Gitarren   und rebellischen Texten der Klaus Renft   Combo verbarg sich ein Drama, das so   radikal war, dass es ein ganzes   Lebenswerk aus den Analen der Kultur   tilgen sollte.

 

 Stellen Sie sich vor, Sie   stehen auf der Bühne. Der Applaus,   Toast, Sie sind der Held einer jungen   Generation und im nächsten Moment   existieren sie nicht mehr. Klaus Renft   erlebte genau diesen Albtraum. Heute   decken wir auf, warum ein Staat sich   gezwungen sah, ihn und seine Musik   auszulöschen. Sehr geehrte Damen und   Herren, Klaus Renft war weit mehr als   nur ein Musiker.

 

 Er war der Inbegriff   der Sehnsucht nach Freiheit in einem   Land, das jede Abweichung von der Norm   mit Misstrauen beeugte.   Geboren am 30. Juni 1942,   als Klaus Jensch, wuchs er in Leipzig   auf inmitten einer Gesellschaft, die   nach dem Krieg neun halt, suchte ihn   aber bald in rigidebahnen Zwang. Schon   in jungen Jahren griff er zur Gitarre,   inspiriert von westlichen Blues und   Rockklängen, die auf geheimen Sendern   durch den Ether drang und seine Fantasie   entfesselten.

 

  Mit einer Handvoll Gleichgesinnter   gründete er die Combo, die bald seinen   Namen tragen sollte, die Klaus Renft   Combo. Anfangs spielten sie vor kleinen   neugierigen Publikumsgruppen in   Turnhallen und Jugendclubs. Ihre Musik   war rau direkt geprägt von einem   ungestümmen Willen, das Lebensgefühl der   Jugend in der DDR einzufangen.

 

 Aus   schlichten Konzerten wurden bald   Regelrechte Happenings Renfts lange   Haare und seine kompromisslose Haltung   wurden zum Symbol des Aufbegehrens.   Während das Regime offiziell   Kulturförderung propagierte, wagte er   undenkbare Texte, die nicht nur   Liebesgeschichten erzählten, sondern   auch die Maroden Strukturen der   sozialistischen Gesellschaft   karikierten.

 

 Er sang von Alltagstress   unerfüllten Hoffnungen und der Sehnsucht   nach dem Westen. Diese Lieder waren eine   Provokation, denn sie hielten der Macht   den Spiegel vor mit Ironie und Trotz.   In den frühenbiger Jahren erlebte Klaus   Renft seinen künstlerischen Höhepunkt.   Die Band war auf Tourneen ständig   ausgebucht.

 

 Schallplatten fanden   reißenden Absatz und in Studentenkreisen   galten sie als Helden. Jugendliche, die   zwischen Konformität und Aufbegehren   schwankten, klammerten sich an ihre   Songs wie an ein Versprechen, dass es   auch jenseits der grauen Betonmauern ein   anderes Leben geben musste. Doch der   Erfolg hatte seinen Preis.

 

 Immer öfter   fanden sich Spitzel im Publikum. Die   Staatssicherheit verfaßte Berichte über   jede Textzeile, jede Geste auf der   Bühne, jedes Interview, das Renft mit   vorsichtiger Ironie beantwortete.   Manchmal loot man ihn zum Gespräch ins   Kulturministerium.   offizielle Mahnungen, daß er die Grenzen   des Erlaubten gefährlich überschreite.

 

  Er hörte sich das mit einer Mischung aus   Trotz und Resignation an, überzeugt,   dass Musik nicht schweigen dürfe. Seine   Persönlichkeit war so facettenreich, wie   seine Musik charismatisch eigensinnig   sensibel. Freunde beschrieben ihn als   warmherzig, aber von einem   unerschütterlichen Eigensinn getrieben.

 

  Er glaubte an Kunst als Waffe gegen   Gleichgültigkeit.   In einer Epoche der ideologischen   Erstarrung wurde er zum Sprachrohr einer   Generation, die sich nicht länger ducken   wollte. Dennoch hätte kaum jemand damals   geahnt, wie abrupt und endgültig der   Staat zuschlagen würde. Klaus Renft   selbst ahnte, dass es gefährlich war,   immer weiter an den Grenzen zu rütteln,   aber er war nicht bereit, sich beugen zu   lassen.

 

 Er war überzeugt, wenn er   schwieg, würden all jene verstummen, die   heimlich auf seine Lieder hofften.   Dieses unstillbare Bedürfnis, Widerstand   in Noten zu verwandeln, machte ihn zu   einer Legende und bald auch zum   Staatsfeind. Sehr geehrte Damen und   Herren, der Tag, an dem das Drama seinen   unaufhaltsamen Lauf nahm, begann beinahe   unscheinbar.

 

  Es war September 195,   als die Klaus Renft Combo in die Räume   des Kulturministeriums einbestellt   wurde. Offiziell war es nur ein   routinemäßiges Vorspielen, die   Lizenzverlängerung, wie man es nannte.   Doch in den Fluren dieses Ministeriums   hing eine Spannung, die Renft nicht   entging.

 

 Man tuschelte Miet seinen Blick   als jeder bereits, dass dies kein   gewöhnlicher Termin war. Noch am Morgen   hatte Klaus Renft versucht, seine   Musiker zu beruhigen. “Das ist nur   Theater”, sagte er mit jener leisen   Ironie, die ihn oft rettete, wenn der   Druck zu groß wurde. Doch tief in ihm   brannte die Angst. Er wusste, dass man   die Band seit Monaten auf Schritt und   Tritt überwachte.

 

 Manche ihrer neuen   Lieder waren den Funktionären ein Dorn   im Auge. Texte, in denen die   Hoffnungslosigkeit der Arbeiter der   Frust über die Grenzen das Schweigen der   Gesellschaft in bittere Melodien   gegossen waren. Die Vorzeichen hatten   sich schon lange verdichtet. Die   Staatssicherheit notierte akribisch, wie   bei Auftritten manche Zeilen laut   bejubelt wurden.

 

 Ein Lied über eine   Mauer im Kopf hatte für Unruhe gesorgt.   Ein anderes über verlorene Träume   wertete man als offene Kritik am   Sozialismus. Immer öfter wurden ihnen   Auftritte kurzfristig abgesagt. Freunde   warnten ihn, man suche nur nach dem   richtigen Vorwand, sie endgültig mundtot   zu machen. Als sie nun vor dem   Kulturfunktionär standen, breitete sich   eine unnatürliche Stille aus.

 

 Keiner der   Beamten stellte Fragen zum Repertoire.   Keiner notierte etwas. Schließlich erhob   sich ein Mann, dessen Gesicht so   unbewegt blieb, als spräche er über   irgendeine bürokratische Nebensache. Mit   eiskalter Stimme erklärte er: “Sie   werden nicht mehr auftreten. Ab sofort   existieren sie als Combo nicht mehr.

 

 Es   war kein formelles Verbot, wie es Klaus   Renft erwartet hätte. Es war die   Vernichtung durch bürokratische   Auslöschung. Kein Urteil, keine   Verteidigung, kein Einspruch. einfach   die Annullierung ihrer Existenz auf dem   Papier. Das perfide an dieser Strategie.   Man wollte nicht nur ihre Musik   verbieten, sondern sie aus dem   kulturellen Gedächtnis löschen, als habe   es sie nie gegeben.

 

 Die Nachricht   verbreitete sich wie ein Lauffeuer.   Kollegen reagierten schockiert, wagten   aber kaum sich öffentlich zu   solidarisieren.   Renft selbst schwankte zwischen Wut und   lähmender Ohnmacht. Er zog sich für Tage   in seine Wohnung zurück, umgeben von   seinen Instrumenten, den Manuskripten,   den alten Aufnahmen, die nun allamt zu   Relikten einer nicht mehr geduldeten   Welt geworden waren.

 

 In den folgenden   Wochen begann die systematische Tilgung.   Ihre Platten verschwanden aus den Läden.   Veranstalter erhielten Anweisungen,   keine Anfragen mehr zu beantworten.   Radio und Fernsehen strichen jede   Erwähnung. Fans, die sich nach ihren   Liedern sehnten, mußten auf heimlich   vervielfältigte Kassetten zurückgreifen,   die in studentischen Zirkeln kursierten   wie verbotene Schriften.

 

 Für Klaus Renft   selbst war dies ein persönlicher   Tiefpunkt. Er hatte geglaubt, daß er mit   seiner Musik einen kleinen Freiraum   erkämpft hätte, ein Ventil für all jene,   die nicht mehr schweigen wollten. Doch   nun zeigte sich, wie gnadenlos der   Apparat sein konnte, wenn jemand zu   populär wurde, zu unbequem, zu   inspirieren.

 

 Seine Familie litt unter   der Situation. Freunde wandten sich ab,   weil sie Angst hatten, selbst ins Visier   zu geraten. Manche wagten es nur noch   heimlich, ihnen anzurufen. In dieser   Zeit entstand in Renft ein Gefühl, dass   er später als eine Mischung aus Trauer   und unbändigem Trotz beschrieb. Er   begann über Flucht nachzudenken, aber   noch hielt ihn etwas zurück die   Überzeugung, daß er gerade jetzt nicht   aufgeben durfte, daß sein Schweigen   einer Kapitulation gleich käme.

 

 Dieser   Moment als einziger Satz ihn zum   Verschwinden verurteilte, sollte sein   Leben für immer prägen. In Inter   Interviews sprach er später davon, dass   ihm damals zum ersten Mal bewusst wurde,   dass man nicht nur seine Kunst   bekämpfte, sondern auch seinen Glauben   an sich selbst zerstören wollte. Sehr   geehrte Damen und Herren, in den Monaten   nach der Auslöschung der Klaus Renft   Combo spitzte sich das Drama zu einem   verzweifelten Kampf zwischen dem   unbeugsamen Musiker und einem System,   das keine Abweichung duldete. Was   folgte, war kein lautes Aufbegehren auf   offener Bühne, sondern ein erbitter,   schleichender Krieg um die   Deutungshoheit über seine Existenz. Kaum   war die Anweisung verkündet, setzte eine   Welle von Einschüchterung ein. Ehemalige   Veranstalter erhielten Drohungen, falls   sie weiterhin mit Renft in Kontakt   bleiben sollten. Seine Briefe wurden

 

  kontrolliert, Telefonate abgehört,   Besucher notiert. Es schien, als habe   der Staat beschlossen, ihn nicht nur aus   dem Rampenlicht, sondern aus jedem   privaten Winkel zu verbannen.   Gleichzeitig begannen in der Presse   gezielte Kampagnen. In offiziellen   Kulturzeitschriften erschienen Artikel,   die seine Musik als dekadent und   zersetzend bezeichneten.

 

 Man behauptete,   er habe den Jugendlichen westliche   Dekadenz und bürgerliche Resignation   eingeflößt. Renft las diese Texte mit   einer Mischung aus Bitterkeit und   düsterer Genugtu, denn sie bestätigten,   dass sein Einfluss größer war, als er je   geglaubt hatte. Doch der Schmerz über   die Isolation wuchs.

 

 Ehemalige Freunde   wandten sich endgültig ab. Kollegen   machten große Bögen um ihn, um sich   nicht verdächtig zu machen. Die einzige   Konstante blieb sein unerschütterlicher   Wille weiterzuleben und das Unrecht   nicht zu verschweigen. Heimlich begann   er alte Proberaumaufnahmen zu sammeln   und über Mittelsmänner in den Westen zu   schicken.

 

 Diese Tapes wurden bald zu   Kultobjekten Klänge einer Stimme, die   nicht erstickt werden konnte. Im   privaten Kreis sprach er immer wieder   von jenem Moment im Ministerium. Ich   habe jahrelang auf eine Entschuldigung   gewartet”, sagte er einmal mit bebender   Stimme. “Aber sie kamen nie. Sie wollten   uns nicht nur verbieten, sie wollten   unsere Bedeutung ausradieren.

 

”   Seine Frau berichtete später, wie er in   manchen Nächten reglos in seinem Sessel   saß, als lausche er dem Echo der Lieder,   die jetzt nur noch in seiner Erinnerung   existierten.   Drama erreichte seinen Höhepunkt als   Renft öffentlich in Erwegung zog die DDR   zu verlassen. Ein Schritt, der ihn zum   Staatsfeind machen würde.

 

 Wochenlang   rang er mit sich. Einerseits lockte der   Westen mit der Aussicht, wieder Musik   machen zu dürfen. Andererseits zerriss   es ihn die Heimat aufzugeben.   “Mein Sohn ist ohne seinen Vater   aufgewachsen”, bekannte er später in   einem Interview. “Ich wollte nicht, dass   er auch noch ohne sein Land aufwächst.   Doch je länger er zauderte, desto größer   wurde der Druck.

 

 Spitzel tauchten in   seiner Nachbarschaft auf. Ihm wurde   angedroht, ihn bei jeder Gelegenheit zu   kriminalisieren. Freunde flüsterten:   “Man habe bereits einen Plan, um ihn vor   Gericht zu zerren, sollte er weiter   Kontakte in den Westen pflegen.” Für   Klaus Renft war dies die endgültige   Bestätigung, dass es keine Rückkehr in   ein normales Leben mehr geben würde.

 

 Im   Sommer 1975   fiel schließlich die Entscheidung. Nach   einem weiteren Verhör, bei dem man ihm   kühl vor Augen führte, daß er niemals   wieder eine Bühne betreten dürf, packte   er einen Teil seiner Harbseligkeiten,   eine Gitarre, ein Notizbuch mit Texten,   ein kleines Tonbandgerät. Mehr durfte er   nicht mitnehmen.

 

 Es war ein Abschied   ohne Applaus, ohne Versöhnung, ohne   irgendein Zeichen von Respekt. Seine   Ausreise war für das Regime ein stiller   Triumph. Der Unbequeme war fort. Die   Akten konnten geschlossen werden. Doch   was die Funktionäre nicht begriffen, mit   jedem Kilometer, den Klaus Renft sich   entfernte, wuchs sein Mythos.

 

 Im Westen   wurde er empfangen wie ein Beweis dafür.   wie sehr ein totalitäres System vor der   Macht der Kunst erzittern konnte. Er   selbst sprach später von diesem Moment   als dem Punkt, an dem sein Leben in zwei   Hälften zerbrach. Die Zeit davor und die   Zeit danach, in der er nur noch ein   Exilant war, ein Fremder mit der Last   der Erinnerung.

 

 Doch in all der   Verzweiflung blieb eine Gewissheit, dass   kein Dekret, keine Zensur und kein   Verbotraft seiner Lieder auslöschen   konnte. Sehr geehrte Damen und Herren,   als Klaus Renft schließlich im Westen   ankam, fühlte er zunächst keinen   Triumph, sondern eine überwältigende   Lehre. Er war ein freier Mann, aber auch   entwurzelt, entwöhnt erschöpft von   Jahren des stillen Kampfes.

 

 In den   ersten Monaten nach seiner Ankunft miet   er große Bühnen. Er lebte in einem   kleinen Apartment, weit entfernt von dem   Publikum, das einst jeden Ton seiner   Lieder aufgesogen hatte. Doch mit der   Zeit begannen sich die Wunden zu öffnen   und zugleich zu heilen. In   Westdeutschland lut man ihn zu   Interviews ein.

 

 Man feierte ihn als   Symbol des Widerstands gegen die   Unterdrückung. Seine Stimme klang dabei   brüchig, wenn er von jenen Tagen   erzählte, als er sein Land verlassen   mußte, weil seine Musik als Gefahr   betrachtet wurde. “Nach allem bleibt nur   die Familie”, sagte er einmal leise,   während er ein altes Foto betrachtete.   “Und das, was man glaubt, verteidigen zu   müssen, auch wenn es einen fast   zerstört.

 

” Langsam wagte er sich zurück   auf die Bühne. Anfangs waren es kleine   Clubs, in denen Menschen dicht gedrängt   standen, um diesen Mann zu sehen, der   als Legende galt. Er spielte dieselben   Lieder, die einst aus dem Ether der DDR   verbannt worden waren und zum ersten Mal   seit Jahren durfte er sie laut singen   ohne Angst vor Konsequenzen.

 

  Das Publikum reagierte oft mit Tränen   und langen stillen Momenten, in denen   allen bewusst wurde, wie viel Geschichte   in diesen Melodien lag. Als die Mauer   fiel, kehrte Klaus Renf zurück nach   Leipzig. Er betrat wieder jenen Boden,   auf dem er einst als Rebell gebrannt   worden war.

 Dort kam es zu einem der   bewegendsten Augenblicke seines Lebens.   Er traf ehemalige Weggefährten, die   Jahre zuvor geschwiegen hatten aus Angst   vor Repression. Jetzt umarmten sie ihn   unter Tränen. Manche entschuldigten sich   mit brüchiger Stimme für ihr Schweigen.   Andere hielten einfach nur seine Hand.   Bei einem der ersten Konzerte nach der   Wiedervereinigung stand er auf einer   großen Bühne das Scheinwerferlicht im   Gesicht. Zehntausende waren gekommen.

 

 Er   sang dieselben Lieder, die einmal so   gefährlich gewesen waren. Mit jedem   Akkord fiel ein Stück der Last von   seinen Schultern. Es war als ob all die   Jahre der Verbote des Mißtrauens und der   Einsamkeit sich auflösten in einem   kollektiven Moment der Erinnerung und   Versöhnung.

 

 Später sagte Klaus Renft in   einem Interview, dass er diesen Tag nie   vergessen würde. Es war als hätte man   mir mein Leben zurückgegeben, bekannte   er, aber in Wahrheit war es ein neues   Leben, eines in dem ich nicht mehr   beweisen musste, dass ich existiere.   Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir   heute auf die Geschichte von Klaus Renft   blicken, bleibt eine Frage, die jeder   für sich beantworten muss.

 

 Wie viel Mut   braucht es der eigenen Stimme, treu zu   bleiben, wenn die Welt alles daran   setzt, sie zum Schweigen zu bringen? War   es Naivität? War es stolz? Oder war es   schlicht der unbeugsame Glaube an die   Kraft der Kunst, die ihn damals   weitermachen ließ, während andere längst   aufgegeben hätten? Sein Weg zeigt uns,   daß Freiheit nicht mit dem Moment   beginnt, indem man ein Visum erhält,   sondern in jenem Augenblick, indem man   sich weigert, den eigenen Überzeugungen   zu entsagen.

 

 Klaus Renft hat sein Leben   lang erfahren, wie schmerzhaft der Preis   für diesen Widerstand sein kann. Die   Isolation, das Misstrauen, die Angst vor   Repression. Doch am Ende hat er   bewiesen, daß kein Regime der Welt das   auslöschen kann, was in den Herzen der   Menschen lebt. Meine Damen und Herren,   ist Vergebung wirklich einfach, wenn die   Wunden noch nicht verheilt sind.

 

 Kann   man je ganz zurückkehren an den Ort, der   einen erst gebrochen und dann vergessen   hat? Oder ist es gerade diese Erfahrung,   die einen Menschen letztlich   unvergesslich macht? Ruhm, macht   Respekt? Ist all das wirklich von   Bedeutung, wenn man den Moment erlebt   hat, in dem die eigene Existenz   ausgelöscht wird? Oder liegt die wahre   Größe vielleicht darin, trotzdem   weiterzusingen mit derselben   Leidenschaft, mit der alles begann?   Ich danke Ihnen, dass Sie heute mit mir   dieser Geschichte gefolgt sind. einer   Geschichte, die nicht nur von einer Band   handelt, sondern vom unerschütterlichen   Glauben an Freiheit und Würde.