Mit seinem goldenen Haar und seinem   unverwechselbaren Alpenscham war Hansi   hinterseher jahrzehntelang das Gesicht   des deutschsprachigen Schlagers. Doch   hinter der strahlenden Fassade verbirgt   sich eine Geschichte voller Geheimnisse,   zerbrochener Beziehungen und   schmerzhafter Wahrheiten. Heute   enthüllen wir endlich, was der   71-jährige so lange verschwiegen hat.

 

  Geboren am 2. Februar 1954 im   malerischen Kitzbül schien Hansi   hinterse Leben von Anfang an für den   Erfolg bestimmt. Sein Vater Ernst war   bereits eine Skilegende, Olympiasieger   von 1960 und mehrfacher Weltmeister.   Doch diese Familientradition wurde   gleichzeitig zu Hansis größtem Segen und   schwerster Bürde.

 

 Aufgewachsen auf der   Seitalm, einem entlegenen Berghof ohne   Strom und fließendes Wasser, lernte der   junge Hansi früh, was Entbehrung   bedeutet. Seine Kindheit war geprägt von   harter Arbeit, eisiger Kälte und dem   enormen Druck, das Erbe seines berühmten   Vaters fortzuführen. Mit nur 8 Jahren   trat er der österreichischen   Skiationalmannschaft bei und betrat eine   weltvoller erbarmungsloser Konkurrenz.

 

  Die frühen Erfolge kamen schnell. 1973   siegte er in Anchorage Alaska und   etablierte sich als aufstrebender Star   des Weltcups. Sein flüssiger, mutiger   Fahrstil begeisterte Trainer und Fans   gleichermaßen. 1974   triumphierte er sogar am legendären   Hannenkam in seiner Heimat Kidsbü, ein   Traum für jeden österreichischen   Rennläufer.

 

 Ende desselben Jahres gewann   er den Gesamtweltcup im Riesen Slalom   und holte Silber bei der WM in St.   Moritz. Doch dann kam 1976 das Jahr, das   Hans Leben für immer verändern sollte.   Die Olympischen Winterspiele in   Innsbruck sollten sein großer Moment   werden, der Höhepunkt seiner Karriere   vor heimischem Publikum. Stattdessen   wurde es zu seinem größten Albtraum.

 

  Wenige Tage vor seinem Hauptrennen   verletzte sich Hansi im Training. Obwohl   er noch antrat, konnte er nur den   enttäuschenden 14. Platz erreichen. Die   Reaktion der österreichischen   Öffentlichkeit war brutal und herzlos.   Menschen spuckten ihm ins Gesicht,   bewarfen ihn mit Schneebällen und   machten ihn für eine nationale Schande   verantwortlich.

 

 Diese Demütigung   erschütterte den jungen Sportler so   tief, dass er sich mit nur 22 Jahren   still aus dem Weltcup zurückzog. Der   goldene Junge des österreichischen   Skisports verschwand über Nacht aus den   Schlagzeilen.   Jahre später beschrieb er diese Zeit als   die dunkelste seines Lebens, verlassen   von denen, die ihn einst gefeiert   hatten.

 

 Fast zwei Jahrzehnte später   sollte das Schicksal Hansi eine zweite   Chance geben, auf eine Art, die niemand   erwartet hätte. 1993 nahm er an einer   Geburtstagsfeier des legendären   Musikproduzenten Jack White teil. Gegen   4 Uhr morgens, als die Party zu Ende   ging, zog Hany spontan sein Akkordeon   hervor. und spielte einige alte   Volkslieder unter Whites Balkon.

 

 Es war   ein Moment reiner Dankbarkeit ohne jede   Berechnung. Drei Tage später klingelte   das Telefon. Jack White war fasziniert   von Hanses authentischer, warmer Stimme   und bot ihm einen Plattenvertrag an.   Zunächst zögerte Hansi. Er war kein   ausgebildeter Sänger und hatte keine   Erfahrung in der Musikindustrie.

 

 Doch   seine Frau Romana ermutigte ihn: “Du   hast ein Talent. Nutze diese Chance.”   Bis 1995 hatte Hansi einen Vertrag mit   der Bertlesmann Music Group   unterschrieben. Seine erste Single “Du   hast mich heute noch nicht geküsst”   kletterte überraschend die   österreichischen Charts hinauf, doch es   war Hände zum Himmel, das ihn zum   Superstar machte.

 

 Der eingängige   Refrain, der die Menschen dazu   aufforderte, freudig die Hände zum   Himmel zu heben, wurde zu seiner   inoffiziellen Hymne. Der Erfolg breitete   sich wie ein Lauffeuer aus. Hansis Musik   fand nicht nur im deutschsprachigen Raum   begeisterte Fans, sondern eroberte   überraschend auch Skandinavien. 2010   erreichte seine Kompilition The Danish   Collection sogar Platz 1 der danischen   Charts.

 

 Eine Leistung, die nur wenigen   deutschen Künstlern gelingt.   Gleichzeitig entdeckten   Fernsehproduzenten sein Talent. Ab 1997   spielte er in einer Reihe von ZDF   Heimatfilmen mit, verkörperte sanfte,   herzensgute Charaktere, die perfekt zu   seinem Image passten. Filme wie   Hochwürdens Ärger mit dem Paradies und   da, wo die Berge sind, machten ihn auch   als Schauspieler bekannt und festigten   seinen Ruf als Inbegriff alpenländischer   Gemütlichkeit.

 

 Doch hinter der   strahlenden Fassade des Familienmenschen   verbarg sich eine zutiefst schmerzhafte   Wahrheit. Während Hansi auf der Bühne   Lieder über Liebe, Zusammenhalt und   Familie sang, war er in Wirklichkeit von   fast seiner gesamten Herkunftsfamilie   entfremdet. Das schockierendste   Beispiel, als seine leibliche Mutter   Josephine am 31.

 

 August 2014 im Alter   von 91 Jahren starb, blieb Hansier   Beerdigung fern. Stattdessen trat er am   nächsten Tag, wie geplant in der   Schlagersendung immer wieder sonntags   auf, als wäre nichts geschehen. Kein   Nachruf, keine öffentliche Trauer, kein   einziges Wort des Gedenkens. Noch   erschütternder, auch zur Beerdigung   seiner Stiefmutter Reingard im Januar   2025 erschien er nicht.

 

 Reingard war   über 5 Jahrzehnte mit seinem Vater ernst   verheiratet gewesen. Ihre letzten Worte   über Hansi waren herzzerreißend. Er   grüßt ihn nicht einmal mehr. Die Wurzeln   dieser Entfremdung reichen zurück bis in   Hanses frühe Kindheit. Seine Mutter   Josehine war gezwungen gewesen, ihn und   seine Schwester Christel den Großeltern   zu überlassen, da sie sie als   alleinerziehende Mutter nicht versorgen   konnte.

 

 In einem verzweifelten Versuch   der Versöhnung schrieb sie ihm später   einen elfseitigen Brief, indem sie ihre   damalige Notlage erklärte. Seine Antwort   war vernichtend. Es hat keinen Sinn. Und   inmitten dieser emotionalen Trümmer gab   es jedoch eine Beziehung, die Hansi über   Jahrzehnte Halt gab, seine Ehe mit   Romana.

 

 Die beiden lernten sich 1985 bei   der Eröffnung eines Fitnessstudios   kennen. Es war wie Bingo. Erinnerte sich   Hansi später an den Moment, als ihre   Augen sich trafen. Romana, bereits ein   Fan aus seinen Skitgen, wurde nicht nur   seine Lebenspartnerin, sondern auch   seine kreative Mitstreiterin. Über 20   seiner Lieder stammen aus ihrer Feder   und sie hat maßgeblich zu seinem   musikalischen Erfolg beigetragen.

  Gemeinsam bauten sie ein stabiles,   skandalfreies Leben mit ihren Töchtern   Laura und Jessica aufnehen. Trotz seines   markellosen öffentlichen Images blieb   auch Hansi nicht von kleineren   Kontroversen verschont.   2023 überraschte er seine Fans mit der   Unterstützung für Sun Minimal, ein   Unternehmen für   Mahlzeitenersatzprodukte.

 

  Die Zusammenarbeit mit der stark auf   Synthetik und Plastikverpackungen   setzenden Marke wirkte seltsam   deplatziert für einen Mann, der für   Naturnähe und Bodenständigkeit stand.   Gleichzeitig wurde er unfreiwillig zum   Ziel von Parodien. In Dänemark   verspottete der Komiker Peter Fröden ihn   als Franzi 25.

 

 Eine überzeichnete   Darstellung mit Wasserstoff blondem Haar   und kitschigen Schlagersongs. Was als   harmlose Comedy begann, entpuppte sich   später als illegale Marketingkampagne   eines Glücksspielunternehmens, was zu   heftiger Kritik führte. Ein besonders   emotionaler Moment war 2019 der Tod   seiner geliebten Berner Senennenhündin   Gina.

 

 Sie hat über 90 Menschenjahre   gelebt”, schrieb er bewegt auf Facebook.   In einer Welt, in der er selten über   Schmerz sprach, wurde Ginas Verlust zu   einem seltenen öffentlichen Riss in   seiner sonst so perfekten Fassade.   Vielleicht am aufschlussreichsten ist   Hanses eigenes Geständnis. Er hat keine   echten Freundschaften in der   Unterhaltungsbranche.

 

  “Ich habe mich allen vorgestellt. Ich   war immer freundlich, aber echte   Freundschaft ist nie entstanden”, gab er   einmal zu. Anders als Kollegen wie   Florian Silbereisen oder DJ Ötzi. blieb   er stets eine Einzelgestalt,   respektiert, aber distanziert. Seine   Loyalität gilt ausschließlich Romaner   und seinen Töchtern.

 

 Dort findet er   seinen Kreis, seinen Trost und sein   echtes Leben. Die Bühne mag ihm Ruhen   gebracht haben, aber zu Hause findet er   seinen Frieden. Als wäre die Geschichte   nicht schon komplex genug, meldete sich   kürzlich eine überraschende Stimme zu   Wort. Annelise Gröderer, Hansis erste   Frau.

 

 Die meisten Fans hatten keine   Ahnung, dass er vor Romana bereits   verheiratet war. Anneles erzählte von   ihrer Jugendliebe in den frühen 1900.   Sie heirateten 1975 in Kitsbühl, doch   die Ehe hielt nur 4er Jahre. “Usere   Liebe war mehr wie zwischen Bruder und   Schwester”, erklärte sie rückblickend.   Beide hatten schwierige Kindheiten ohne   prägende Mutterfiguren erlebt, was echte   Intimität erschwerte.

 

 Rückblickend hegt   sie keinen Groll. Er war liebenswürdig,   witzig und warmherzig. Mein Vater   verehrte ihn. Doch ihre Geschichte   bestätigt die stillen Herzschmerzen und   unausgesprochenen Verletzlichkeiten, die   Hans seinen Fans nie gezeigt hat. Und   nach über 70 Jahren Leben und fast 5   Jahrzehnten im Rampenlicht zeigt sich   Hansy Hinterseher als weitaus komplexere   Figur, als seine Musik vermuten lässt.

 

  Der Mann, der Millionen mit Liedern über   Familie und Zusammenhalt begeisterte,   kämpfte selbst mit tiefen familiären   Wunden. Der Sportler, der einst als Held   gefeiert wurde, lernte früh die   Grausamkeit des öffentlichen Urteils   kennen. Doch vielleicht liegt gerade in   dieser Verletzlichkeit seine wahre   Stärke.

 

 Seine Musik berührt die Menschen   nicht trotz, sondern wegen seiner   eigenen Schmerzen. Die Sehnsucht nach   Geborgenheit, die aus seinen Liedern   spricht, entspringt seiner eigenen Suche   nach Heilung. Heute mit 71 Jahren   scheint Hans hinterseer endlich Frieden   gefunden zu haben. Nicht mit seiner   Vergangenheit, aber mit seiner   Gegenwart.

 In Romana und seinen Töchtern   fand er die Familie, die er sich immer   gewünscht hatte. Und in seiner Musik   fand er einen Weg, seine Wunden in Kunst   zu verwandeln. Die Geschichte von Hansi   Hinterseher ist letztendlich eine   zutiefst menschliche, die Geschichte   eines Mannes, der trotz aller Brüche und   Enttäuschungen nie aufgegeben hat.

 

 Ein   Mann, der gelernt hat, dass Familie   nicht nur durch Blut, sondern durch   Liebe und Vertrauen entsteht. Und   vielleicht ist das die wichtigste   Lektion, die er uns allen mit auf den   Weg gibt.