Es war der 16. August 1870. Der Morgennebel lag noch schwer über den Feldern von Marslatur, einem kleinen Dorf in der Nähe von Metz im Nordosten Frankreichs. Die Sonne hatte kaum begonnen, den Horizont zu erhellen, als das preußische der Drätior unter General Konstantin von Alwins Leben bereits in einer Lage war, aus der es keinen guten Ausweg mehr zu geben schien.

 Die Männer hatten die Nacht marschiert, ihre Uniformen waren verschmutzt, ihre Beine schwer, ihre Munitionstaschen fast leer. Und nun, im fahlen Morgenlicht erkannten ihre Aufklärungere etwas, das ihnen den Atem verschlug. Vor ihnen stand nicht eine geschwächte Nachhut, sondern das gesamte sechste französische Chor unter Marshall François Sertin de Crober.

30.000 Soldaten voll ausgerüstet mit Artilleriestellungen, mit dem Schassportgewehr der präzisesten Infanteriewaffe jener Zeit und mit den Gefürchteten Mitrailöses, den frühen Maschinengewehren des 19. Jahrhunderts. Das Drakesen Chor zählte an jenem Morgen deutlich weniger Männer. Es war isoliert.

 Die eigenen Nachbarcor waren noch nicht in Reichweite und die Munition, das entscheidende Lebensblut eines Infanterieverbandes, näherte sich dem Ende. Einige Regimenter feuerten bereits ihre letzten Patronen ab, um die Linie zu halten. Alvens Leben wusste, was das bedeutete. Wenn sein Chor jetzt zurückwich, wenn die Linie brach, wäre der gesamte rechte Flügel der preußischen Armee schutzlos.

Die Kampagne, die Preußen mit so viel Präzision und Geschwindigkeit begonnen hatte, konnte an diesem Morgen auf diesen Feldern ins Wanken geraten. In diesem Moment des äußersten Drucks traf er eine Entscheidung, die selbster erfahrene Offiziere als Todesurteil betrachteten. Er ließ Majorgeneral Friedrich Wilhelm von Bredo zu sich rufen und erteilte ihm einen Befehl, der in die Militärgeschichte eingehen sollte.

 Mit sechs Schwadronen Kavallerie, rund 800 Reiter, sollte Bredo das französische sechste Chor angreifen. Frontal gegen 30.000 Mann, gegen intakte Artilleriestellungen, gegen ein Heer, das bereit und positioniert war. Bredau soll den Befehl empfangen, seinen Vorgesetzten angesehen und ohne Zögern geantwortet haben. Dann ritt er zurück zu seinen Männern.

 Was in den nächsten 20 Minuten geschah, wird bis heute in Militärakademien auf der ganzen Welt unterrichtet. Es war kein Sieg im klassischen Sinne. Es war kein Triumph, der mit Fanfahen gefeiert wurde. Es war etwas anderes. Etwas, das schwerer wiegt und länger bleibt. Ein Opfer, das bewusst, klar und vollständig erbracht wurde von Männern, die wussten, was sie tat.

 Mehr als die Hälfte der Reiter kehrte nicht zurück und trotzdem oder genau deshalb veränderte diese Attacke den Verlauf der Schlacht, des Krieges und letztlich der Geschichte Europas. Wenn Sie wissen wollen, wie 800 Männer 30.000 in Schrecken versetzten, wie ein Geländemerkmal und ein Augenblick Morgennebel den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuteten und warum dieser Angriff als einer der letzten großen Kavallerieattacken der Geschichte gilt, dann bleiben sie dabei.

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 August auf den Feldern von Marslatour geschah, muss man verstehen, warum dieser Krieg überhaupt begann. Und um das zu verstehen, muss man weiter zurückgehen bis zu einem Kontinent, der seit Jahrzehnten im Gleichgewicht zwischen Großmächten lebte. einem Gleichgewicht, das im Sommer 1870 endgültig zerbrach. Europa war zu jener Zeit kein stabiler Kontinent.

 Es war ein Schachbrett und die entscheidende Figur auf diesem Schachbrett war Otto von Bismark, der preußische Ministerpräsident. Ein Mann, der Politik nicht als Kunst des Möglichen betrachtete, sondern als Kunst des Notwendigen. Bismarck hatte seit 1862 systematisch auf ein Ziel hingearbeitet, die Vereinigung der deutschen Staaten unter preußischer Führung zu einem einzigen Nationalstaat.

 Dieses Ziel hatte er bereits in zwei Kriegen vorangetrieben, gegen Dänemark im Jahr 1864 und gegen Österreich im Jahr 1866. Beide Male hatte Preußen gewonnen. Beide Male war Bismarks Position stärker geworden. Doch das wichtigste Hindernis blieb Frankreich. Das zweite Kaiserreich unter Napoleon dem II betrachtete starken deutschen Nationalstaat als direkte Bedrohung seiner Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent.

 Ein geeintes Deutschland an der Ostgrenze Frankreichs, bevölkerungsreich, militärisch stark, industriell aufstrebend, war für Paris undenkbar. Frankreich hatte jahrhundertelang darauf geachtet, dass die deutschen Staaten gespalten und schwach blieben. Die Idee eines deutschen Reiches war für das französische Establishment nicht nur unbequem, sie war inakzeptabel.

Die unmittelbare Ursache des Krieges war eine dynastische Frage, die auf den ersten Blick wenig mit all dem zu tun hatte. Die Besetzung des spanischen Thrones. Spanien suchte nach dem Sturz von Königin Isabella II. II im Jahr 1868 einen neuen Monarchen. Ein Kandidat war Prinz Leopold von hohen Zollern Sigmaringen, ein entfernter Verwandter des preußischen Königshauses.

Frankreich lehnte diese Kandidatur mit aller Entschlossenheit ab. Die Vorstellung von einem hohen Zollern im Norden und einem weiteren im Süden eingerahmt zu werden, war für Paris ein Albtraum. Bismark sah seine Gelegenheit, als der französische Botschafter Graf Benedetti König Wilhelm dem ersten von Preußen in Bad Ems eine demütigende Garantie abverlangte, Preußen solle für alle Zukunft auf jede Kandidatur eines hohen Zollern für irgendeinen Thron verzichten, lehnte der König höflich ab und informierte Bismarck per Telegramm.

Bismarck veröffentlichte dieses Telegramm in einer redigierten Fassung, die den Ton beider Seiten schärfer erscheinen ließ, als er war. Die Wirkung war kalkuliert und präzise. In Frankreich brach eine Welle der nationalen Empung aus, in Berlin ebenso. Und am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg.

Napoleon II hatte sich in eine Falle manövriert und er wusste es nicht. Der Krieg begann mit einer Überraschung, die Frankreich nie ganz verwinden sollte. Das französische Militär war auf dem Papier beeindruckend. Die Infanterie war mit dem Schasspotgewehr ausgerüstet, einer Waffe, die in Reichweite und Präzision dem preußischen Zündnadelgewehr deutlich überlegen war.

Die Artillerie verfügte über die Mitraliöse, ein rotierendes Meerlaufgewehr, das bis zu 150 Schuss pro Minute abfeuern konnte. Eine frühe Form des Maschinengewehrs, die bei korrektem Einsatz verheerend gewesen wäre. Doch das französische Militär hatte strukturelle Schwächen, die keine Waffe der Welt ausgleichen konnte.

 Die Mobilisierung war chaotisch. Regimenter fanden ihre Ausrüstung nicht. Offiziere trafen bei Einheiten ein, die sie nicht kannten. Die Kommunikation zwischen den Chor war langsam und fehleranfällig. Napoleon II selbst war gesundheitlich angeschlagen. Er litt an einem schmerzhaften Nierenleiden, das seine Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigte und übernahm den Oberbefehl über ein Heer, das er nicht wirklich kontrollieren konnte.

 Das preußische Heer funktionierte anders. Es war das erste Heer der Geschichte, das systematisch Eisenbahn und Telegraph zur strategischen Mobilisierung nutzte. Innerhalb von 18 Tagen nach der Kriegserklärung hatten die Preußen und ihre deutschen Verbündeten rund 380.000 Mann an der Grenze konzentriert, eine logistische Leistung, die selbst Fachleute in Staunen versetzte.

 Das preußische Kommandosystem war dezentralisiert. Offiziere auf allen Ebenen waren ausgebildet, eigenständig zu handeln, wenn die Lage es erforderte. Das Generalstabsystem, das Helmut von Moltke, dem Älteren aufgebaut hatte, gab dem Preußischen her eine Flexibilität, die dem Französischen fehlte.

 In diesem Kontext muss man die Situation bei Mars Latour verstehen. Das französische Reinarmeeor, der Hauptverband der französischen Kräfte im Nordosten, hatte nach mehreren frühen Niederlagen bei Weißenburg und Wört Anfang August begonnen, sich auf Metz zurückzuziehen, eine gewaltige Festungsstadt an der Mosel. Der Plan war von dort aus nach Westen zu marschieren, sich mit frischen Kräften zu vereinigen und den Krieg neu zu gestalten.

 Mars Latour war der Schlüssel zu diesem Plan. Das kleine Dorf lag an der einzigen brauchbaren Straße, über die das Reheinarmeekor nach Westen entkommen konnte. Die Straße nach Werdun. Wer Mars Laour hielt, kontrollierte den Rückzugsweg von über 170.000 französischen Soldaten. Für Bismarck und Moltke war es daher entscheidend, diese Straße zu sperren, bevor die Franzosen sie nutzen konnten.

 Das sechste französische Chor unter Marschall François Sertin de Conrobert war in dieser Gegend positioniert. Con Robert war kein unbedeutender Offizier. Er hatte in der Krim gekämpft, in Algerien gedient, war ein erfahrener und respektierter Kommandeur. Sein Chor zählte 30.000 Mann, war vollständig ausgerüstet und hatte Artilleriestellungen eingenommen, die das offene Gelände beherrschten.

 Das preußische Dentretti Cor unter General Konstantin von Alvins Leben, geriet in diesen Morgen mit einer grundlegend anderen Ausgangslage. Alvens Leben hatte seine Einheiten in der Nacht marschieren lassen, um eine Lücke im preußischen Vormarsch zu schließen. Er wusste, dass er in der Nähe französischer Kräfte war.

 Aber er unterschätzte zunächst erheblich, was vor ihm stand. Als seine Aufklären, was sich tatsächlich gegenüber stand, war die Lage bereits kritisch. Zurückweichen hätte bedeutet, eine strategisch entscheidende Lücke zu öffnen. Vorwärtsgehen mit erschöpfter Infanterie und fast leeren Munitionstaschen erschien kaum besser.

Friedrich Wilhelm von Bredo wurde am 2. Oktober 1809 in eine preußische Adelsfamilie mit langer Militärtradition geboren. Die Bredos waren Teil jenes junkerischen Milieusös, das Preußen seit Generationen mit Offizieren versorgte. Eine Gesellschaftsschicht, für die der Dienst am Staat keine Wahl, sondern eine Selbstverständlichkeit war.

 Militärische Karrieren wurden in diesen Familien nicht diskutiert. Sie wurden erwartet. Bredo durchlief die übliche Laufbahn eines preußischen Kavallerieoffiziers. Er trat früh in den Dienst ein, diente in verschiedenen Reiterregimenten, stieg langsam aber stetig auf. Er war kein Offizier, der durch brillante Einzelleistungen auffiel oder durch politische Verbindungen gefördert wurde.

Er war das, was das preußische Heer am meisten schätzte und am häufigsten brauchte. Zuverlässig, kompetent, ruhig, unter Druck. Bis zum Sommer 1870 war Bredo Kommandeur der sechsten Kavalleriedivision. Er war 61 Jahre alt. Für die Verhältnisse einer Kavallerieattacke, die körperlich und psychologisch zu den extremsten Kampferfahrungen gehörte, die ein Soldat erleben konnte, war das ein fortgeschrittenes Alter.

 Er war kein junger Heisporn, der nach Ruhm dürstete. Er war ein erfahrener Berufssoldat, der seinen Beruf kannte. Die preußische Kavallerie des Jahres 1870 befand sich in einer eigentümlichen Zwischenlage. Die Traditionen der napoleonischen Kriege, Kavallerieattacken als kriegsentscheidende Waffe lebten in Ausbildung, Doktrin und Selbstbild der Reiterregimenter fort.

 Gleichzeitig hatten die technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte die Grundlagen dieser Tradition erschüttert. Hinterladergewehr, das eine viel schnellere Schussfolge ermöglichte als frühere Waffen und die erhöhte Reichweite der Artillerie hatten Kavallerieattacken gegen vorbereitete Infanterie zu extrem riskanten Unternehmungen gemacht.

 In früheren Kriegen war die Kavallerie oft der entscheidende Faktor gewesen. Ein schneller Stoß in eine wankende Linie konnte eine Niederlage in eine Katastrophe verwandeln. Nun waren die Verteidiger in der Lage, angreifende Reiter auf viel größere Entfernungen mit präzisem Feuer zu empfangen. Bredo wusste das.

 Jeder Kavallerieoffizier wusste das und als Alwens Leben ihm den Befehl erteilte, wusste Bredo noch etwas anderes. Es gab keine Alternative, die nicht noch schlimmer gewesen wäre. Welche Entscheidung hätten sie getroffen, wenn ihnen Ihr General einen Befehl gegeben hätte, den Sie für ein Todesurteil hielten? Und Sie gleichzeitig wussten, dass die einzige andere Option eine noch größere Katastrophe war? Der 16.

 August 1870 begann für das preußische Dentreti. Korps nicht mit einem klaren Plan, sondern mit Unsicherheit. Alvins Leben hatte seine Einheiten in der Nacht auf Positionen westlich von Metz geführt, in dem Bewusstsein, dass er sich in der Nähe französischer Kräfte befand, aber ohne genaue Kenntnis davon, was ihn erwartete.

 Die Aufklärung in jenem Krieg war begrenzt. Telegrafenverbindungen konnten Informationen schnell übermitteln, aber das Bild des Feindes auf dem Boden war stets unvollständig, stets ein Mosaik aus Fragmenten, das Offiziere zu einem ganzen zusammensetzen mussten. Oft unter Zeitdruck, oft mit widersprüchlichen Angaben. Was Alvens Leben in den frühen Morgenstunden erfuhr, war beunruhigend.

Seine Aufklärer meldeten starke französische Kräfte südlich und östlich seiner Position. Zunächst schienen es Nachhuten zu sein. Einheiten, die den Rückzug der Hauptmasse deckten und die man mit entschlossenen Angriffen zurückdrängen konnte. Diese Einschätzung war falsch. Sie war nicht das Ergebnis von Nachlässigkeit, sondern von den unvermeidlichen Ungewissheiten des Krieges.

 Aber sie würde das Trinken Chor in eine Lage bringen, aus der es sich nur mit enormen Opfern befreien konnte. Alvens Leben griff an. Seine Infanteriegumenter rückten vor, stießen auf Widerstand, drängten zurück, stießen erneut auf Widerstand. Im Laufe des Morgens wurde das Bild klarer und je klarer es wurde, desto bedrohlicher erschien es.

 Was vor dem der Chor stand, war kein geschwächter Rückzugsverband. Es war das vollständige sechste französische Chor in voller Stärke, gut positioniert, mit Artillerie, die das offene Gelände zwischen den beiden Armeen beherrschte. Die französische Artillerie war in diesem Krieg ein entscheidender Faktor, aber nicht in der Weise, wie die Franzosen es erwartet hatten.

 Die Mitraiöses, auf die das französische Kommando große Hoffnungen gesetzt hatte, wurden oft schlecht eingesetzt, zu weit hinten positioniert, zu spät in den Kampf geführt. Aber die konventionelle Feldartillerie funktionierte und an jenem Morgen bei Mars Latour feuerte sie auf erschöpfte preußische Infanteristen, die kaum noch Munition hatten, um zu antworten.

 Die Munitionslage des Dretin Cor war das zentrale Problem. Infantergimenter, die in den Morgenstunden gekämpft hatten, meldeten, dass ihre Patronen zur Neige gingen. Einige Einheiten feuerten buchstäblich ihre letzten Kartuschen ab. Ohne Munition war Infanterie auf dem offenen Feld keine Streitmacht mehr. Sie war eine Gruppe von Männern mit Bayonetten, die auf einen Feind wartete, der aus sicherer Entfernung schießen konnte.

 Alvins Leben stand vor einer Rechnung, die keine guten Lösungen kannte. Zurückweichen bedeutete die Straße nach Verdun freizugeben und damit den Weg für den Rückzug des gesamten französischen Reheinarmeeor zu öffnen. Das wäre ein strategisches Disaster gewesen, das die gesamte preußische Kampagne in Frage gestellt hätte. Vorwärtsgehen mit erschöpfter munitionsloser Infanterie bedeutete Männer in ein Feuer zu schicken, dass sie nicht erwidern konnten.

 Halten bedeutete auf Verstärkung zu warten, aber Verstärkung brauchte Zeit und Zeit war das, was Alwins Leben in jenem Moment am wenigsten hatte. Es war in diesem Moment, in dieser Abwägung zwischen schlechten Optionen, dass Alwens Leben seinen Blick auf die Kavallerie richtete. Konstantin von Alvens Leben war kein impulsiver Mann.

Er war ein erfahrener General, der seinen Weg durch die preußische Militärhierarchie mit bedacht gegangen war. Er hatte den Krieg gegen Österreich 1866 erlebt und kannte die Realität des modernen Gefechts. Was er an jenem Morgen tat, war keine Entscheidung aus Panik. Es war eine Entscheidung aus kalter Kalkulation, die Kalkulation eines Mannes, der alle verfügbaren Optionen abgewogen hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass eine bestimmte Art von Opfer notwendig war, um eine größere Katastrophe zu verhindern. Die Logik war brutal in

ihrer Einfachheit. Das Dretten, Korps brauchte Zeit. Zeit, um Munition nachzuführen. Zeit um die erschöpfte Infanterie zu reorganisieren. Zeit um auf Verstärkung zu warten. Diese Zeit musste erkauft werden. Und da die Infanterie sie nicht erkaufen konnte, sie hatte weder die Munition noch die Kraft dazu, musste die Kavallerie es tun.

 Eine Kavallerieattacke gegen eine vorbereitete zahlenmäßig überlegene Infanterie mit Artillerieunterstützung war in der Militärdoktrin des 19. Jahrhunderts keine empfohlene Taktik. Sie war das Gegenteil davon. Jeder Offizier, der seine Ausbildung absolviert hatte, wusste, dass Kavallerie gegen geschlossene schießbereite Infanterie nahezu keine Chance hatte.

 Die napoleonischen Kriege hatten dieses Prinzip vielfach bestätigt. Die Entwicklung des Hinterladergewehrs hatte es noch dramatischer bestätigt. Aber Alvens Leben rechnete anders. Er rechnete nicht damit, dass die Kavallerie die französische Linie dauerhaft brechen würde. Er rechnete nicht damit, dass 800 Reiter 30.000 Mann besiegen würden.

 Was er berechnete, war etwas bescheideneres und zugleich entscheidenderes, dass ein plötzlicher unerwarteter Angriff auf die Flanke und die Artilleriestellungen des sechsten Chor Verwirrung und Schrecken erzeugen würde, lang genug, um dem der Drehten Chor die Atempause zu verschaffen, die es brauchte.

 Der Preis für diese Atempause war klar. Niemand, der den Befehl erteilte oder empfing, machte sich Illusionen darüber. Eine Kavallerieattacke unter diesen Bedingungen würde einen erheblichen Teil der angreifenden Einheit kosten. Das war keine Schätzung, das war eine Gewissheit. Alvins Leben ließ Bredo zu sich rufen.

 Was genau zwischen den beiden Männern gesprochen wurde, ist nicht vollständig überliefert. Was überliefert ist? Bredo empfing den Befehl, bestätigte ihn und ritt zurück zu seinen Schwadronen. Es gibt keine Berichte über Widerspruch, keine Überlieferung einer Diskussion. Das entsprach der Kultur des preußischen Offizierschor. Befehle wurden ausgeführt, insbesondere dann, wenn die Lage keine Zeit für Alternativen ließ.

 Was Alvins Leben genau sagte, bevor Bredo ritt, ist in einer überlieferten Form bekannt. Er soll gesagt haben, dass er wisse, was er von Bredo verlange und dass er es nicht verlangen würde, wenn es nicht notwendig wäre. Ob diese Worte genauso vielen oder ob sie in der späteren Überlieferung geformt wurden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

 Was sicher ist, Bredo verstand, was von ihm verlangt wurde und er tat es. Die Einheit, die Bredo an jenem Morgen zusammenstellte, bestand aus sechs Schwadronen, drei vom siebten Kyassierreg und drei vom 16. Ulanenre. Zusammen zählten sie rund 800 Mann zu Pferd. In der Gesamtrechnung der Kräfte, die an jenem Tag bei Marslatur kämpften, war das eine kleine Zahl.

 Im Verhältnis zu dem, was sie angreifen sollten, war es eine verschwindend kleine Zahl. Die Kyassiere waren schwere Kavallerie in der klassischen Tradition. Sie trugen Brustpanzer aus Metall, die sogenannten Kyasse, die aus einer früheren Epoche stammten, in der Kavallerie gegen Säbel und Lanzen kämpfte.

 Gegen Gewehrkugeln boten diese Panzer keinen effektiven Schutz, aber sie hatten eine psychologische Wirkung auf Feind und Freund. Die Kyassiere waren imposante Gestalten auf großen Pferden, ausgestattet mit Säbeln und Karabinern. Sie repräsentierten das Erbe der preußischen Schwerkkavallerie, die in den Kriegen Friedrichs des Großen entscheidende Rollen gespielt hatte.

 Die Ulnen waren eine andere Art von Kavallerieeinheit. Sie trugen Lanzen, eine mittelalterliche Waffe, die im 19. Jahrhundert noch immer in bestimmten taktischen Situationen effektiv war. insbesondere gegen Infanterie in offener Formation und gegen andere Kavallerie. Die Ulanen waren beweglicher als die Kyassiere, leichter bewaffnet, aber dadurch auch weniger durch Körperpanzer geschützt.

Zusammen bildeten diese sechs Schwadronen eine gemischte Kraft aus schwerer und mittlerer Kavallerie. Genau der Typ von Einheit, der für Durchbruchsattacken ausgebildet worden war. Ihre Ausbildung hatte sie auf Szenarien vorbereitet. in denen Kavallerie in den Bruch einer geschwächten Infanterielinie einschoss und die Verwirrung des Gefechts ausnutzte.

 Was sie an jenem Morgen erwartete, war etwas anderes. Eine vollständige, vorbereitete, kampfbereite Verteidigungslinie. Was Bredo vor sich hatte, war bekannt. Seine Aufklärer hatten das Gelände beobachtet. Die französischen Artilleriestellungen waren identifiziert. Die Infanterielinie war sichtbar. Die Entfernung war messbar.

 Was er nicht wissen konnte, was niemand wissen konnte, war wie die 800 französischen Meters zwischen seiner Ausgangsposition und dem feindlichen Gefechtsstand tatsächlich aussehen würden, sobald der Angriff begann. Aber es gab etwas, das Bredo in jenem Moment sah und was in den Berichten der Überlebenden festgehalten wurde. Das Gelände zwischen seiner Position und dem Feind war nicht vollständig offen.

 Es gab Senken, flache Vertiefungen im Boden, die von der Höhe der feindlichen Artilleriestellungen aus nicht vollständig einsehbar waren. Und es gab den Morgennebel, der trotz der fortgeschrittenen Stunde noch in den tieferen Geländeteilen lag. Diese beiden Faktoren, die Geländes und der Nebel, waren die einzige taktische Grundlage, auf der Bredo seine Hoffnung aufbauen konnte.

 Wenn er seine Schwadronen durch diese Senken führen konnte, ohne entdeckt zu werden, würde er die Franzosen aus kürzester Entfernung überraschen können. Überraschung war das einzige Mittel, dass die numerische und feuertechnische Unterlegenheit seiner Kraft auch nur ansatzweise ausgleichen konnte. Er ordnete seine Schwadronen.

 Er gab die Marschroute an. Er wies seine Offiziere an, ihre Männer zur absoluten Stille anzuhalten. Kein Klirren von Ausrüstung, kein unnötiges Geräusch. Und dann bewegte sich die Kolonne vorwärts, langsam, kontrolliert, in die Senken hinein, auf den Feind zu. Was sie bisher gehört haben, ist die Vorbereitung. Was als nächstes kommt, ist das, wofür dieser Morgen in die Geschichte eingen Sie dabei, denn das Entscheidende beginnt jetzt.

 Es war ungefähr 14 Uhr am Nachmittag des 16. August 1870, als Friedrich Wilhelm von Bredo seinen Schwadronen den Befehl gab, sich in Bewegung zu setzen. Die Sonne stand hoch, aber in den tiefen Geländefalten westlich von Vionville, dem kleinen Dorf, das südlich von Mars Latour lag, hielt sich noch immer eine dünne Schicht Dunst.

 Es war nicht genug, um die Sicht vollständig zu nehmen, aber es war genug, um Konturen zu verwischen, Entfernungen zu verschleiern und einem aufmerksamen Beobachter auf den französischen Artilleriestellungen die präzise Identifikation einer herannahenden Truppe zu erschweren. Bredo hatte das Gelände vor dem Angriff persönlich beobachtet oder durch zuverlässige Aufklären lassen.

 Was er identifiziert hatte, war eine natürliche Mulde, eine flache, aber ausreichend tiefe Senke im Boden, die sich von seiner Ausgangsposition in einem Bogen nach Süden und dann nach Westen zog, bevor sie sich dem französischen Gefechtsstand näherte. Diese Senke würde seine Schwadronen auf einem erheblichen Teil des Weges vor direktem Sichtfeld der feindlichen Artillerie schützen.

 Sie war kein Tunnel und keine Deckung im eigentlichen Sinne, aber sie war genug, um die entscheidenden Sekunden zu gewinnen, in denen die Franzosen die herannahende Kavallerie noch nicht klar erkennen und effektiv bekämpfen konnten. Die Bewegung begann im Schritt. 800 Pferde im Schritt machen erheblich weniger Lärm als 800 Pferde im Galopp.

 Aber sie machen immer noch Lärm. Bredo hatte seinen Offizieren und Unteroffizieren eingeschärft, dass absolute Disziplin in diesen ersten Minuten entscheidend war. Kein Klirren von Säbelscheiden, das vermieden werden konnte. Kein Zuruf zwischen den Reihen. Die Männer ritten in enger Formation. die Schwadronen dicht beieinander, um die Breite der Bewegung zu minimieren und das Risiko zu reduzieren, auf einer der Flanken entdeckt zu werden.

 Die Kyassiere führten die Formation an, ihre schweren Pferde, ihre Metallpanzer, ihre massige Erscheinung. All das war für den entscheidenden Moment des Aufpralls gedacht, nicht für die stille Ernährung. Aber auch sie hielten die Disziplin. Hinter ihnen folgten die Ulanen. Ihre Lanzen vorläufig noch nicht in Angriffsposition, um die Silhouette der Kolonne flacher zu halten.

 Die Entfernung, die Bredo zurückzuleggen hatte, betrug je nach genauer Ausgangsposition zwischen 800 und 1000 m. Auf ebenem, offenem Gelände hätte ein berittener Angriff diese Strecke in etwa einer Minute zurückgelegt, aber das war auf ebenem, offenem Gelände im vollen Galopp, ohne Rücksicht auf Deckung. Bredo wählte einen anderen Weg.

 Der Umweg durch die Senken verlängerte die zurückzulegende Strecke, aber er verringerte das Risiko zu früh entdeckt zu werden. Es war ein Tausch. Mehr Zeit im Anmarsch gegen weniger Zeit unter feindlichem Feuer. Die französischen Beobachter auf den Artilleriestellungen sahen zunächst nichts. Die Geländefalte tat ihre Arbeit.

 Was genau der erste französische Soldat war, der die herannahenden Preußen erkannte? Ob ein Beobachter auf einer erhöhten Position, ein Posten an der Flanke oder ein Artillerist, der einen ungewöhnlichen Staubaufstieg bemerkte, ist in den Quellen nicht präzise festgehalten. Was festgehalten ist, als die Franzosen die Kavallerie identifizierten, war sie bereits sehr nah.

 Die Senke hatte ihren Zweck erfüllt. In jenem Moment gab Bredo den Befehl zur Attacke. Der Übergang vom Schritt zum Galopp bei 800 schweren Kriegspferden ist kein gradueller Vorgang. Es ist eine Explosion von Masse und Bewegung, die sich physisch im Boden spürbar macht. Zeitgenössische Berichte von Schlachten dieser Era beschreiben das Geräusch einer großen Kavallerieattacke als etwas, das man nicht nur hört, sondern fühlt.

 Ein tiefes Dröhnen, das durch die Erde dringt, bevor die Reiter sichtbar sind. Die französischen Infantristen des sechsten Chor, die sich plötzlich mit einer heranrasenden Masse schwerer Kavallerie konfrontiert sahen, hatten nur wenige Sekunden, um zu reagieren. In der Militärtheorie des 19. Jahrhunderts galt als Grundprinzip, dass Infanterie gegen Kavallerie effektiv war, wenn sie Zeit hatte, sich in geschlossene Formationen zu stellen.

 Cares oder dichte Linien, die dem Angreifer von allen Seiten Feuer entgegenbringen konnten und wenn sie Zeit hatte, ruhig zu zielen. Das Schlüsselwort war Zeit. Bredaus Annäherung durch die Geländesenke hatte diese Zeit minimiert. Die französischen Soldaten, die sich dem Angriff gegenüber sahen, hatten nicht die Sekunden, die sie gebraucht hätten, um sich optimal aufzustellen.

 Einige feuerten sofort, andere bewegten sich, um Deckung zu suchen oder Formation zu bilden. Die Gleichzeitigkeit dieser verschiedenen Reaktionen, einige feuern, andere laufen, andere stehen, erzeugte genau jene Unordnung, auf die Bredor gehofft hatte. Die Kyassiere trafen die erste Linie des sechsten Chor mit vollem Tempo.

 Der physische Aufprall von schweren Pferden und gepanzerten Reitern gegen eine Infanterielinie ist in der Militärgeschichte gut dokumentiert. Er ist verheerend für die Moral, auch wenn die materiellen Verluste variieren. Ein Pferd von 500 bis 600 kg, das im Galopp auf einen stehenden Infanteristen trifft, erzeugt eine kinetische Energie, gegen die individuelle Gegenwehr kaum möglich ist.

 Die Linie brach nicht durch präzise Reiterei oder durch überlegene Technik, sie brach durch die rohe Physik der Masse in Bewegung. Die erste Linie der französischen Infanterie riss auf. Soldaten wichen zurück, vielen liefen. Die Kürassiere ritten hindurch, ihre Säbel arbeitend, ihre Pferde weitertreibend. Hinter ihnen folgten die Ulanen, ihre Lanzen jetzt in Position durch die Lücken stoßend, die die Kyassiere geöffnet hatten.

 Aber Bredos Ziel war nicht die Infanterielinie. Die Infanterie war ein Hindernis auf dem Weg zum eigentlichen Ziel, den Artilleriestellungen, die das Tredimenchor seit Stunden unter verherendes Feuer genommen hatten. Die französischen Artilleriestellungen bei Mars Latour waren nach den Grundsätzen der damaligen Militärpraxis aufgebaut.

Die Geschütze standen in Batterien zusammengefasst, bedient von spezialisierten Kanonieren, gedeckt durch Infanterie, die ihre Flanken sichern sollte. Diese Anordnung funktionierte hervorragend gegen Infanterie und gegen Kavallerie, die von weitem Gesehen und mit Kathetchen spezieller Antikavallerie Artillerie, die auf kurze Entfernung ein breites Splitterfeld erzeugte, empfangen werden konnte.

 Was die Artilleristen des sechsten Chor an jenem Nachmittag erlebten, war etwas anderes. Die Kavallerie kam nicht von weit. Sie kam aus einer Geländesenke aus kurzer Entfernung in voller Geschwindigkeit. Die Zeit für eine geordnete Reaktion war minimal. Die Artillerie konnte auf eine heranrasende Kavallerie aus kurzer Entfernung noch mit Katetschen schießen und einige Batterien taten das.

 Die Wirkung war real. Männer und Pferde vielen, aber Kathetschenfeuer auf kurze Entfernung konnte eine Kavallerieattacke in vollem Galopp nicht vollständig stoppen, wenn diese bereits in die Batterien eindrang. Es konnte sie dezimieren, es konnte sie verlangsamen, aber stoppen. Dafür blieb nicht genug Zeit.

 Die preußischen Reiter erreichten die Artilleriestellungen. Was dort stattfand, war kein geordneter Kampf. Es war ein Nahkampf zwischen berittenen Soldaten mit Säbeln und Lanzen auf der einen Seite und Kanonieren, die mit Pistolen, Säbeln und dem Werkzeug ihres Handwerks kämpften. Auf der anderen. Kanoniere galten in allen Armeen jener Zeit als Soldaten, die im Notfall auch im Nahkampf kämpften.

 Aber sie waren keine Infanterie und ihre primäre Aufgabe war das Bedienen ihrer Geschütze, nicht der Nahkampf. Mehrere Batterien wurden in den Minuten des Durchbruchs außer Gefecht gesetzt. Geschütze wurden inutilisiert, Visiere beschädigt, Zündmechanismen zerstört, Munitionswagen gelehrt oder in Brand gesetzt.

 Wie viele Geschütze genau dauerhaft außer Gefecht gesetzt wurden, variiert in den Quellen. Was übereinstimmend beschrieben wird, die Artilleriestellungen, die das Dratchkor unter verheerendem Feuer gehalten hatten, schwiegen für einen entscheidenden Zeitraum. Das war der Kern des taktischen Ergebnisses. Einige der Kürassiere und Ulanen ritten über die Artilleriestellungen hinaus, tief in die Rückwärtsbereiche des sechsten Chor.

 Das war nicht unbedingt geplant. In einer Kavallerieattacke dieser Intensität verloren einzelne Schwadronen und Züge die Formation und ritten weiter, weil Stoppen unter Feuer schwieriger war als weiterbewegen. Diese tieferen Eindringlinge verursachten zusätzliche Verwirrung in den Versorgungslinien und Stabsbereichen des sechsten Chor, aber sie isolierten sich dadurch auch von der Hauptmasse und erlitten in der Folge schwere Verluste.

Was nun geschah, gehört zu den psychologisch interessantesten Aspekten der Batteilie von Marsatur und es ist ein Phänomen, das Militärhistoriker seither intensiv analysiert haben. 30.000 Soldaten, eine vollständige, gut ausgerüstete, kampferfahrene Armee, gerieten in einen Zustand kollektiver Lähmung und Verwirrung, ausgelöst durch den Angriff von 800 Reitern.

 Wie war das möglich? Der erste Faktor war Überraschung. Das sechste Chor hatte nicht damit gerechnet, dass das erschöpfte Munitionslehre den Dronenchor zur Offensive übergehen würde und schon gar nicht mit Kavallerie gegen eine vorbereitete Linie. Die psychologische Wirkung der Überraschung in einem militärischen Kontext ist gut dokumentiert.

Sie verlangsamt Reaktionen, erzeugt Unsicherheit über die eigene Lage und bricht die Handlungsroutinen, auf die Soldaten unter Stress zurückgreifen. Der zweite Faktor war die räumliche Ausbreitung der Verwirrung. Einheiten, die den Angriff direkt erlebten, gaben Nachrichten, mündlich durchboten durch das bloße sehen fliehender Kameraden an benachbarte Einheiten weiter.

 Diese Nachrichten waren selten präzise. In einer Situation, in der niemand genau verstand, was geschah, wurden die Berichte tendenziell schlimmer als die Realität. Einheiten, die den Angriff selbst gar nicht gesehen hatten, reagierten auf Gerüchte und auf die sichtbare Unordnung ihrer Nachbarn.

 Der dritte Faktor war die spezifische Verwundbarkeit der Artillerie. Die Batterien, die zum Schweigen gebracht worden waren, hatten eine Funktion erfüllt, die für das Gesamtgefühl der Kontrolle des sechsten Chor zentral war. Sie hatten das feindliche Vorfeld beherrscht, hatten dem preußischen Danin Cor zugesetzt, hatten dem eigenen Infanteristen das Gefühl gegeben, dass der Feind unter Druck stand.

 Als diese Batterien plötzlich schwiegen, durch den Angriff der preußischen Kavallerie, veränderte sich das Kräfteverhältnis nicht nur taktisch, sondern auch psychologisch. Kan Robert, der Kommandeur des sechsten Chor, reagierte auf die Lage. Er war kein schwacher Offizier und er gab nicht auf.

 Aber die Zeit, die er brauchte, um die Situation zu verstehen, seine Einheiten zu reorganisieren und einen Gegenangriff zu koordinieren, war genau die Zeit, die das Dan Corps brauchte, um seine Munitionslage zu verbessern und seine Linien zu festigen. Das war Alvins Lebenskalkulation gewesen. Sie war aufgegangen, aber zu einem Preis. Kavallerieattacken dieser Art hatten nach dem Durchbruch immer das gleiche Problem, den Rückweg.

 Die Energie des Angriffs trug die Reiter durch die feindliche Linie, aber auf der anderen Seite dieser Linie war feindliches Territorium und die Pferde, die den Galopp durchgehalten hatten, waren erschöpft. Zurückkehren bedeutete denselben Weg zu nehmen oder einen anderen durch oder um Infanterie, die sich mittlerweile reorganisiert hatte und schoss.

 Bredo sammelte seine Schwadronen so gut es möglich war und führte den Rückzug an. Was folgte, war das blutigste des gesamten Unternehmens. Die französische Infanterie, die sich in den Minuten des Durchbruchs in Unordnung befunden hatte, hatte jetzt Zeit gehabt, sich zu fassen. Sie schoss auf die zurückkehrenden Reiter.

 Die französische Kavallerie, die während des Angriffs nicht schnell genug reagiert hatte, um ihn zu stoppen, war jetzt in Bewegung und verfolgte die preußischen Schwadronen. Die Männer, die in den tieferen Bereichen des sechsten Chor geritten waren und sich von der Hauptmasse getrennt hatten, hatten es am schwersten.

 Einige kehrten nicht zurück, einige wurden gefangen genommen, einige fielen im Rückzug unter dem Feuer der reorganisierten Infanterie. Als Bredo seine Schwadronen schließlich hinter die preußische Linie zurückführte, war die Zahl der Männer, die mit ihm zurückkamen, erschreckend gering. Von rund 800 Reitern, die den Angriff begonnen hatten, hatten mehr als die Hälfte in einigen Schätzungen bis zu 600 Mann.

 entweder das Leben gelassen, waren verwundet oder gefangen genommen worden. Die genauen Zahlen variieren in den historischen Quellen, aber der Konsensindeutig. Der Verlust war katastrophal für die beteiligten Einheiten. Das siebte Kyassierre und das 16. Ulanenregiment existierten als kampffähige Einheiten nach jenem Nachmittag kaum noch.

Was von ihnen übrig war, wurde aus der Linie genommen. Sie hatten ihre Aufgabe erfüllt, aber sie würden an jenem Tag nicht mehr kämpfen. Es gibt eine Frage, die jeden beschäftigt, der sich ernsthaft mit dem Todesritt von Bredo auseinandersetzt. Und sie ist keine einfache Frage. Wie fühlt es sich an, Männer in den sicheren Tod zu führen und zu wissen, dass man es tut? Bredo hatte keine Illusionen gehabt.

 Er hatte den Befehl empfangen, das Gelände erkundet, seine Möglichkeiten abgewogen und dann das Beste aus einer unmöglichen Situation gemacht. Die Entscheidung über das Taktische, den Weg durch die Geländes die Nutzung des Nebels, das Timing des Angriffs waren seine Entscheidungen gewesen. Die grundlegende Entscheidung, ob dieser Angriff stattfinden sollte, war Alvens Lebensentscheidung gewesen.

 Aber Bredo war dabei gewesen. Er hatte mit seinen Männern geritten. Er hatte gesehen, wie sie fielen. Er war einer der wenigen, der zurückgekehrt war. Was er in den Stunden und Tagen nach dem 16. August dachte und fühlte, ist nicht überliefert. Das entsprach dem Stil seiner Zeit und seiner Klasse. Preußische Kavallerieoffiziere schrieben keine Memoiren über ihre inneren Zustände.

 Was überliefert ist, sind die Fakten. Er hatte einen Befehl empfangen, ihn ausgeführt und das Ergebnis war militärisch erfolgreich gewesen. Das war die Sprache, in der dieser Krieg beschrieben wurde. Aber die Geschichte hat eine andere Sprache und in dieser Sprache stellt sich die Frage, die auch Sie sich stellen sollten.

 Wenn sie in Bredos Position gewesen wären, wenn sie gewusst hätten, dass mehr als die Hälfte ihrer Männer nicht zurückkehren würden, wenn sie den Befehl vor sich gehabt hätten, was hätten sie getan? Das ist nicht nur eine historische Frage. Es ist eine Frage über die Natur von Führung, Pflicht und das Gewicht von Entscheidungen, die andere mit ihrem Leben bezahlen.

 Als die letzten Reiter der preußischen Schwadronen hinter die eigene Linie zurückkehrten, war es möglich, zum ersten Mal zu zählen. Was die Offiziere zählten, war das, was jeder erwartet hatte und was trotzdem schwer zu fassen war, wenn man es in Zahlen vor sich sah. Von den rund 800 Mann, die den Angriff begonnen hatten, kehrten weniger als die Hälfte zurück.

Die genauen Verlustangen variieren je nach Quelle, aber die übereinstimmenden historischen Berechnungen ergeben folgendes Bild. Das siebte Kyassierregiment verlor in den drei beteiligten Schwadronen zwischen 50 und 60% seiner Stärke an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Das 16. Ulanenregiment erlitt ähnliche Verluste.

 Insgesamt werden die Verluste der Bredau Brigade in den meisten historischen Quellen auf zwischen 300 und 400 Mann beziffert. Ein erheblicher Anteil davon Tote, der Rest verwundete und gefangene. Auch die Pferde, ein Faktor, der in der modernen Erinnerung oft vergessen wird, erlitten massive Verluste. Kriegspen keine anonyme Ressource.

 Sie waren ausgebildete wertvolle Tiere, auf die die Reiter angewiesen waren, und ihre Verluste bedeuteten, dass selbst die überlebenden Reiter ohne Pferd keine Kavalleristen mehr waren. Die Verluste unter den Pferden waren mindestens so hoch wie die unter den Männern, möglicherweise höher. Denn ein Pferd bietet dem feindlichen Schützen eine größere Zielfläche als ein Mensch.

 Was bedeutete das in der Praxis? Das siebte Kyasierre Regiment und das 16. Ulanenregiment existierten nach dem 16. August als kampfähige Einheiten nur noch auf dem Papier. Die überlebenden Männer wurden gesammelt, die Verwundeten in die Verbandplätze gebracht, die Toten lagen auf den Feldern von Maslatur. Beide Regimenter wurden aus der vorderen Linie herausgezogen.

 Sie würden an diesem Krieg nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form teilnehmen. Auf französischer Seite waren die Verluste durch den Angriff schwieriger zu beziffern, weil sie in die Gesamtverluste der Batterille von Marslatour einflossen, was die Quellen eindeutig festhalten. Mehrere Artilleriebatterien des sechsten Chor erlitten erhebliche Verluste an Personal und Material.

 Kanoniere wurden im Nahkampf getötet oder verwundet. Einige Geschütze wurden beschädigt oder vorübergehend außer Gefecht gesetzt. Die genaue Zahl der französischen Verluste, die direkt auf Bredos Angriff zurückzuführen sind, lässt sich von den Gesamtverlusten des Tages nicht vollständig trennen. Aber sie waren real und sie hatten eine direkte taktische Wirkung.

Die Batteilie von Mars Latour kostete beide Seiten insgesamt schwer. Die Franzosen verloren an jenem Tag etwa 1700 Tote und rund 6000 Verwundete. Die Preußen verloren etwa 1600 Tote und rund 6000 Verwundete. Es war eine der blutigsten Schlachten des gesamten Krieges und sie war nicht entscheidend im taktischen Sinne.

 Keine Seite hatte an jenem Tag eine vollständige Niederlage erlitten. Aber strategisch war das Ergebnis eindeutig und es war das Ergebnis, auf das Alwens Leben mit seinem Befehl hingearbeitet hatte. Die Atempause, die Bredos Attacke, dem der Dretti. Korps verschaffte war begrenzt in ihrer Dauer. Militärhistoriker schätzen sie auf etwa 20 bis 30 Minuten, in denen die Artillerie des sechsten Chor weitgehend schwieg und die Infanterie des sechsten Chor sich reorganisierte, anstatt voranzugehen.

20 bis 30 Minuten klingt nach wenig. Im Kontext einer Lage, in der Regimenter ihre letzten Patronen verschossen und der Zusammenbruch der Linie unmittelbar drohte, war es genug. In diesen Minuten gelang es dem der Tretend, Korps seine erschöpftesten Einheiten teilweise zu entlasten und Munitionsnachschub in Gang zu setzen.

Nicht vollständig, das war in dieser Zeit nicht möglich, aber ausreichend, um die Linie zu stabilisieren. Gleichzeitig näherten sich preußische Verstärkungen, die Alvensleben dringend angefordert hatte. Das neunte Chor unter General von Mannstein begann in das Gefecht einzugreifen und die Lücken zu füllen, die das Dance Cor nicht mehr halten konnte.

 Die Batterille von Marslatur endete ohne einen klaren taktischen Sieger. Am Abend des 16. August hielten die Preußen die Straße nach Verdun. Das war das entscheidende Ergebnis. Das französische Reinarmeekor mehr als 170 000 Soldaten mit ihrer gesamten Artillerie und ihren Versorgungsgütern war von seinem westlichen Rückzugsweg abgeschnitten.

Es gab keinen Weg nach Werdon mehr. Es gab keinen Weg zur Vereinigung mit frischen Truppen. Was blieb, war Metz, die Festungsstadt, in die das Reheinarmeekor sich zurückzog und in der es eingeschlossen werden würde. Dieser Einschluss war keine sofortige Folge des 16. August. Er vollendete sich in den folgenden Tagen.

 Zwei Tage nach Mars Latour, am 18. August fand die Batteilie von Gravelotte Privat statt, die größte Schlacht des gesamten Krieges, in der die Preußen und ihre deutschen Verbündeten das Reheinarmeekor endgültig nach Metz zurückdrängten. Auch diese Schlacht war blutig. Die Preußen erlitten allein an jenem Tag über 20.

000 Verluste, mehr als in jeder anderen einzelnen Aktion des Krieges. Aber das Ergebnis war eindeutig. Das französische Reheinarmeekor war in Metz eingeschlossen. Was Mars Latour und Bredus Attacke in diesem größeren Bild bedeuteten, sie hatten die Straße nach Werdun gesperrt, bevor die Franzosen sie nutzen konnten. Hätte das Inträrdenchor am 16.

 August die Linie nicht gehalten und ohne Bredos Angriff hätte es sie möglicherweise nicht gehalten, wäre das Reheinarmeekor entkommen. Ein entkonnenes Reheinarmeekor hätte sich mit frischen Kräften vereinigen, reorganisieren und den Krieg verlängern können. Was stattdessen geschah, war der Beginn des Endes des zweiten Kaiserreichs.

Die militärische Bewertung von Bredos Attacke war von Anfang an geteilt. Es gab Offiziere und Militärtheoretiker, die Alwens Lebensentscheidung als notwendig und richtig betrachteten. Die Lage des Dendretten. Korps war kritisch, die verfügbaren Mittel waren begrenzt und das Ergebnis, die Stabilisierung der Linie rechtfertigte das Opfer.

 In dieser Lesart war Bredos Attacke das Paradebeispiel einer mutigen, entschlossenen Entscheidung in einer ausweglosen Situation. Es gab aber auch kritische Stimmen. Einige Offiziere argumentierten, dass Alvens Leben, das Dretti Cor in eine Lage gebracht hatte, die durch bessere Aufklärung und vorsichtigeres Vorgehen hätte vermieden werden können.

 Wenn Alvens Leben gewusst hätte, dass das vollständige sechste Chor vor ihm stand, anstatt einer geschwächten Nachhut, hätte er möglicherweise anders gehandelt. Die Frage, ob Bredos Opfer notwendig war oder ob es das Ergebnis eines Aufklärungsfehlers war, ist eine, die in der militärhistorischen Literatur bis heute diskutiert wird.

 Eine weitere Debatte betrifft die Frage, ob Kavallerieattacken dieser Art im Jahr 1870 überhaupt noch eine sinnvolle taktische Option waren. Die technologische Entwicklung, verbesserte Gewehre, frühe Maschinenwaffen, verbesserte Artillerie hatte die Verwundbarkeit der Kavallerie auf dem offenen Feld dramatisch erhöht. Mars Latur war in dieser Hinsicht ein Sonderfall.

 Die Geländesenken und der Nebel hatten eine Annäherung ermöglicht, die unter anderen Bedingungen unmöglich gewesen wäre. Ohne diese spezifischen Umstände hätte Bredos Brigade möglicherweise die feindliche Linie nie erreicht. Das ist die Frage, die die Geschichte stellt und es ist eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt.

 War das was am 16. August bei Mars La Tour geschah? Ein Beweis dafür, dass Kavallerie auch im modernen Krieg noch eine Rolle spielen konnte. Oder war es der letzte Beweis dafür, dass diese Rolle an ein Ende gekommen war und dass das Überleben eines Teils der Angreifer mehr dem Zufall des Geländes als irgendeiner grundlegenden taktischen Logik zu verdanken war? Was meinen Sie? War das Opfer von Bredos Männern eine unvermeidliche Notwendigkeit? oder hätte es einen anderen Weg gegeben? Es gibt Momente in der Militärgeschichte, die nicht deshalb

bedeutsam sind, weil sie etwas Neues begannen, sondern weil sie etwas Altes beendeten. Bredos Attacke bei Mars Latour am 16. August 1870 ist ein solcher Moment. Sie wird bis heute in Militärakademien auf der ganzen Welt unterrichtet. nicht als Modell, das nachgearmt werden sollte, sondern als Fallstudie über die Bedingungen, unter denen eine an sich veraltete Taktik durch außergewöhnliche Umstände noch einmal funktionieren konnte und über den Preis, den diese Funktion kostete.

 Die schwere Kavallerie, Kyassire, Dragona, Carabinies hatte ihren Höhepunkt in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts erreicht. In den Schlachten Friedrichs des Großen, insbesondere bei Rossbach 1857 und bei Leuten 1857 hatten preußische Kavallerieattacken kriegsentscheidende Wirkung gehabt. Friedrich selbst hatte die Kavallerie als eine seiner wichtigsten Waffen betrachtet und ihre Ausbildung persönlich überwacht.

 Die Tradition dieser Epoche lebte in den Kyrassirregimentern des 19. Jahrhunderts fort in ihrer Ausrüstung, in ihrer Doktrin, in ihrem Selbstverständnis. Aber die Welt hatte sich verändert. Die entscheidende Veränderung war die Verbesserung der Infanteriewaffen. Das Vorderladergewehr der napoleonischen Era hatte eine praktische Feuerrate von etwa zwei bis dre Schuss pro Minute und eine effektive Reichweite von etwa 100 bis 150 m.

 Gegen diese Waffe war eine Kavallerieattacke in vollem Galopp noch gefährlich, aber möglich. Ein Reiter im Galopp legte 100 m in etwa 8 bis 10 Sekunden zurück. In dieser Zeit konnte ein gut ausgebildeter Infanterist vielleicht einen gezielten Schuss abgeben. Das Hinterladergewehr, das Dreise Zündnadelgewehr auf preußischer Seite, das Chaspo auf französischer veränderte diese Rechnung grundlegend.

Das Chass Pot, mit dem die französische Infanterie bei Mars Latour ausgerüstet war, hatte eine effektive Reichweite von 500 bis 600 m und eine Feuerrate von 7 bis 8 Schuss pro Minute. Das bedeutete, dass eine angreifende Kavallerieeinheit für viel längere Zeit und aus viel größerer Entfernung unter präzisem Feuer stand als in früheren Epochen.

 Was früher möglicherweise ein oder zwei Salven bedeutet hatte, bedeutete jetzt eine kontinuierliche Feuerwand, die eine Kavalleriekolonne auf dem offenen Feld buchstäblich aufzulösen vermochte. Bredos Attacke hatte genau deshalb funktioniert oder besser gesagt hatte einen Teil ihres Zwecks erfüllt, weil die spezifischen Bedingungen an jenem Nachmittag die tödlichste Phase dieser Feuerwand verkürzt hatten.

 Die Geländesenken hatten die Kavallerie bis auf wenige hundert Meter an den Feind herangebracht, bevor sie entdeckt wurde. Der Morgennebel hatte die Sicht weiter eingeschränkt. Ohne diese Faktoren wäre die Brigade möglicherweise bereits auf 500 oder 600 m Entfernung unter Feuer genommen worden und hätte die feindliche Linie niemals erreicht.

 Das ist der Grund, warum Militärhistoriker diese Attacke als Ausnahme und nicht als Regel behandeln. Sie zeigt, was unter optimalen Bedingungen noch möglich war, aber die Bedingungen waren so spezifisch, so zufällig in ihrer günstigen Kombination, dass man daraus keine allgemeine taktische Doktrin ableiten konnte. Der Vergleich mit der Charge of the Light Brigade bei Balaklua im Jahr 1854 ist aufschlussreich.

 Dort hatte die britische leichte Kavallerie einen ähnlichen Befehl erhalten, einen Frontalangriff gegen bereitgestellte Artillerie und Infanterie und war in einer Weise vernichtet worden, die in die Geschichte als Symbol sinnloser Opferung einging. Der Unterschied zu Marslatur war eben jener. Bredau hatte das Gelände genutzt, hatte die Überraschung als Waffe eingesetzt und hatte damit ein konkretes taktisches Ergebnis erzielt.

Die leichte Brigade hatte keinen dieser Vorteile gehabt. Nach dem deutsch-französischen Krieg begannen die Militärakademien Europas ernsthaft zu diskutieren, welche Rolle die Kavallerie in zukünftigen Kriegen spielen konnte. Mars Latour wurde zu einem der zentralen Fallbeispiele dieser Diskussion. Die Mehrheit der Theoretiker kam zu dem Schluss, dass Kavallerieattacken gegen vorbereitete Infanterie und Artillerie unter normalen Bedingungen des modernen Krieges nicht mehr durchführbar waren.

Die Kavallerie würde ihre Rolle als Aufklärungswaffe, als Verfolgungstruppe und als schnelle strategische Reserve behalten. Aber die große Kavallerieattacke, die über das Schlachtfeld fegte und Schlachten entschied, gehörte der Vergangenheit an. Der Erste Weltkrieg würde diese Einschätzung dramatisch bestätigen.

Kavallerieattacken gegen Maschinengewehre und Stacheldraht endeten regelmäßig in Katastrophen, die selbst die Verluste von Bredos Brigade in den Schatten stellten. Die Era der schweren Reiterei als Schlachtentscheider war vorbei. Mars Laat Tour war ihr letzter Moment. Die unmittelbaren Folgen der Batteilie von Marslatur für den weiteren Verlauf des Krieges sind klar dokumentiert und in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen.

Was am 16. August auf diesen Feldern geschah, war der Beginn einer strategischen Sequenz, die innerhalb von 7 Wochen das zweite Kaiserreich Frankreichs zum Einsturz bringen sollte. Zwei Tage nach Maslatur, am 18. August 1870 fand die Batteilie von Gravlotte Svar statt. Es war die größte Schlacht des gesamten deutsch-französischen Krieges und eine der blutigsten des 19.

Jahrhunderts in Europa. Auf preußischer und deutscher Seite kämpften an jenem Tag rund 127 000 Mann gegen etwa 80.000 Franzosen unter Marshall Basine, dem Oberbefehlshaber des Reinarmeekor. Die Preußen verloren an jenem einzelnen Tag über 20.000 Mann, mehr als in jeder anderen Aktion des Krieges. Aber das Ergebnis war strategisch eindeutig.

 Das Rheinarmee Chor wurde endgültig nach Metz zurückgedrängt. Metsz war eine der stärksten Festungen Europas. Sie war gut versorgt, gut verteidigt und ihre Garnison, das gesamte Reinarmeeor mit über 17.000 Soldaten, war eine gewaltige Kraft. Aber eine Festung, so stark sie auch sein mochte, war auch ein Käfig. Basene und sein Her saßen in Metz fest, während der Krieg sich um sie herum entwickelte. Sie konnten nicht heraus.

Sie konnten nicht helfen. Sie konnten nur warten und langsam ihre Vorräte aufbrauchen. Während Bas in Metz eingeschlossen war, bildete Frankreich eine neue Armee, die Armee der Chalance unter Marshall McMahan und versuchte Mets zu entsetzen. Dieser Versuch führte direkt zur Batteilie von Sedan am 1. September 1870.

McMahhen wurde von den preußischen Armeen eingekreist, seine Armee vernichtet und Frankreichskiser Napoleon II persönlich gefangen genommen. Das erste und einzige Mal in der modernen Geschichte, das ein regierender französischer Kaiser in der Kriegsgefangenschaft endete. Die Nachricht von Napoleons Gefangenname erreichte Paris am 2. September. Am 4.

September wurde das zweite Kaiserreich abgeschafft und die dritte Republik ausgerufen. Der Krieg ging noch weiter. Paris wurde belagert. Die neue Republik kämpfte weiter. Aber das politische Fundament, das den Krieg begonnen hatte, war zerstört. Am 18. Januar 1871 in Versaill im Spiegelsaal des Schlosses auf französischem Boden wurde das deutsche Kaiserreich proklamiert.

 König Wilhelm. Preußen wurde zum deutschen Kaiser. Was Bismarck seit Jahren angestrebt hatte, was als politisches Ziel begonnen hatte und zum Krieg geworden war, war nun Wirklichkeit. Ein geeintes Deutschland als Großmacht in der Mitte Europas. Die Kette der Ereignisse, die zu diesem Moment führte, beginnt nicht bei Sedan und nicht bei Gravelotte.

 Sie beginnt an einem Sommernachmittag bei Mars La Tour, wo ein General eine unmögliche Rechnung aufmachte und ein Brigadekommandeur den Befehl ausführte. Ob man das als kausalen Zusammenhang oder als eine von vielen Faktoren in einer komplexen historischen Sequenz betrachtet, ist eine Frage der Interpretation. Was nicht interpretierbar ist, ohne die Sperrung der Straße nach Verdun am 16.

August wäre das Reheinarekor entkommen. Was dann geschehen wäre, bleibt Spekulation, aber die Geschichte, die wir kennen, hätte sich anders entwickelt. Friedrich Wilhelm von Bredo überlebte den 16. August 1870. Er kehrte mit seinen verbliebenen Männern hinter die preußische Linie zurück, sammelte die Überlebenden und meldete das Ergebnis seinen Vorgesetzten.

Was in diesen Stunden in ihm vorging, ist nicht überliefert. Was überliefert ist, er erfüllte seine Pflicht bis zum Ende seines Dienstes. Bredo wurde für seine Führung am 16. August mit dem Orden Purlemerit ausgezeichnet, dem höchsten preußischen Militärorden, der für persönliche Tapferkeit und hervorragende Führungsleistung im Gefecht verliehen wurde.

 Diese Auszeichnung war eine formale Anerkennung dessen, was er und seine Männer geleistet hatten. Sie war kein Trost für die Gefallenen. Solche Auszeichnungen sind das nie. Aber sie war die Sprache, in der das preußische Militär Anerkennung ausdrückte. Die Attacke, die er geführt hatte, bekam in der militärischen Überlieferung den Namen, unterdem sie bis heute bekannt ist, Bredos Todesritt.

 Dieser Name war nicht offiziell. Er entstand in der Erinnerungskultur des preußischen und später des deutschen Militärs als Kurzbezeichnung für etwas, das schwer in einem einzigen Begriff zu fassen war. einen Angriff, der mit voller Kenntnis seines Preises unternommen wurde, der diesen Preis zahlte und der trotzdem das erreichte, was er erreichen sollte.

Bredo starb am 27. März 1891 in Berlin. Er war 81 Jahre alt. Er hatte den deutsch-französischen Krieg überlebt, die Proklamation des deutschen Kaiserreichs erlebt und die letzten 20 Jahre seines Lebens in einem Deutschland verbracht. dass es ohne den Krieg, in dem er seinen bekanntesten Befehl ausgeführt hatte, nicht gegeben hätte.

Was bleibt, wenn man die Geschichte von Bredos Todesritt zu Ende erzählt hat? Es bleibt keine einfache Antwort. Es bleibt keine Geschichte von markelloser Tapferkeit ohne Preis, keine Geschichte von kluger Strategie ohne Opfer. Es bleibt die Geschichte von Menschen, einem General, der eine unmögliche Rechnung aufmachte, einem Brigadekommandeur, der einen Befehl ausführte, den er verstanden hatte.

 800 Soldaten, von denen mehr als die Hälfte nicht zurückkehrte. In einem Moment, in dem Geschichte eine Entscheidung verlangte und keine der verfügbaren Optionen gut war. Führung in ihrer reinsten und brutalsten Form ist genau das, nicht die Wahl zwischen gut und schlecht, sondern die Wahl zwischen verschiedenen Arten des Schlechten mit dem Gewicht der Konsequenzen auf den Schultern derjenigen, die entscheiden.

 Alvens Leben trug dieses Gewicht, Bredo trug es und die Männer des siebten Kyassierreiments und des 16. Ulanenregiments zahlten den Preis dafür. Die Geschichte erinnert uns daran, dass die Entscheidungen, die den Lauf der Geschichte verändern, selten in großen, hellen Momenten der Klarheit getroffen werden.

 Sie werden in der Ungewissheit des Morgens getroffen mit unvollständigen Informationen unter Zeitdruck von Menschen, die so fehlbar und so mutig sind wie alle anderen auch. Maslatur ist heute ein kleines Dorf in der Region Grand Est im Nordosten Frankreichs. Die Felder, auf denen Bredo ritt, sind ruhig. Es gibt Denkmähler, bescheidene Steine und Inschriften, die an das erinnern, was dort geschah.

 Wer sie besucht, steht auf einem Boden, den die Geschichte einmal für 20 Minuten anhielt, während Männer ritten. Wenn Ihnen diese Geschichte etwas gegeben hat, ein Bild, eine Frage, einen Gedanken, den Sie noch nicht hatten, dann hinterlassen Sie einen Kommentar. Sagen Sie uns, welche Entscheidung in dieser Geschichte beschäftigt Sie am meisten? Die von Alvens Leben, die von Bredo oder die der Männer, die ritten ohne zu zögern? Abonnieren Sie den Kanal und aktivieren Sie die Glocke.