Peter Mafay stand auf der Bühne der Westfalenhalle in Dortmund und sang gerade die ersten Zeilen von über sieben Brücken musst du gehen, als er etwas bemerkte, das ihn innerhalten ließ. Es war der 23. Oktober 2019, ein kalter Herbstabend. Die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt 18 000 Menschen, die gekommen waren, um eine Legende zu sehen.

Die Atmosphäre war elektrisierend, wie immer bei Peter Mafi. Doch in diesem Moment, mitten im dritten Lied des Abends geschah etwas, das diese Nacht für immer unvergesslich machen würde. In der vierten Reihe, leicht links von der Mitte saß ein kleiner Junge. Er war vielleicht 7 Jahre alt, trug eine viel zu große Ballkappe und ein Peter Maffa T-Shirt, das ihm bis zu den Knien reichte.

Neben ihm saßen seine Eltern eine Frau mit rotgeweinten Augen und ein Mann, dessen Gesicht eine Mischung aus Verzweiflung und letzter Hoffnung zeigte. Der Junge hieß Lukas Bergmann und Lukas lag im Sterben. Seit zwei Jahren kämpfte er gegen ein Neuroblaston, einen aggressiven Kindertumor. Die Ärzte der Universitätsklinik Essen hatten seiner Familie drei Tage zuvor die Nachricht überbracht, die kein Elternteil jemals hören möchte.

Es gibt nichts mehr, was wir tun können. Vielleicht eine Woche, höchstens zwei. Sabine und Michael Bergmann hatten in dieser Nacht nicht geschlafen. Sie hatten nebeneinander auf dem Krankenhausbett gesessen, Lukas, kleine Hand gehalten und zugehört, wie sein Atem immer flacher wurde. Gegen 4 Uhr morgens hatte Lukas die Augen geöffnet und etwas geflüstert.

Mama, hatte er gesagt, seine Stimme kaum hörbar. Bevor ich gehe, möchte ich Peter Mafai sehen. Peter Mafai war Lukas Held, nicht Supermann, nicht Spidermann Peter Mafi. Seit er 3 Jahre alt war, hörte er die Tabaluga Geschichten. Während der Chemotherapie, wenn die Üblichkeit unerträglich wurde, wenn die Schmerzen zu groß waren, bat er immer um dasselbe Mama spielt Peter und Sabine spielte.

Du bist nicht allein. Eiszeit über sieben Brücken. Stunde um Stunde, Nacht für Nacht. Diese Lieder wurden zu Lukas Ankern in einem Meer aus Schmerz. Mama, ich will ihn singen hören. Richtig live. Bevor ich zu den Sternen gehe. Sabine hatte versucht zu erklären, dass Peter Mafai nicht in der Stadt sei, dass es unmöglich sei, Tickets zu bekommen, dass Lukas zu schwach sei, um das Krankenhaus zu verlassen.

Aber Lukas hatte sie nur angeschaut mit diesen großen, müden Augen und geflüstert. Bitte. Was als nächstes geschah, war ein Wunder an sich. Michael Bergmann, ein stiller Mann, der als Automechaniker arbeitete und noch nie in seinem Leben jemanden um etwas gebeten hatte, begann zu telefonieren. Er rief jeden an, den er kannte.

Freunde, Bekannte, den Bruder eines Kollegen, der beim Radio arbeitete. Um 14 Uhr erreichte er jemanden in Peter Mafys Management. “Mein Sohn stirbt”, sagte Michael und seine Stimme brach. Er hat vielleicht noch Tage. Er liebt Peter Mafai mehr als alles auf der Welt. Ich brauche keine VP Plätze. Ich brauche nur irgendwo einen Platz, damit er ihn einmal sehen kann.

Die Frau am anderen Ende der Leitung schwieg einen langen Moment. Wie alt ist Ihr Sohn? Sieben. Geben Sie mir eine Stunde. Um 16 Uhr klingelte Micha. Drei Tickets. Vierte Reihe. Und eine Nachricht. Wir bieten für Lukas. Die Ärzte waren strick dagegen. Lukas Immunsystem war zusammengebrochen. Jede Infektion konnte tödlich sein.

Die Anstrengung, die Menschenmenge, der Lärm war viel zu gefährlich. Aber Sabine sagte etwas, dass die Ärzte verstummen ließ. Er wird sowieso sterben. Lassen Sie ihn wenigstens glücklich sterben. Am Abend des Konzerts trugen Michael und Sabine Lukas vom Auto zum Eingang. Er wog kaum noch 18 kg. Seine Beine waren zu schwach, um ihn zu tragen.

Unter der Baseball Kapper hatte die Chemotherapie ihm jedes Haar genommen. Aber als sie die Halle betraten, als Lukas die Bühne sah, die Lichter, die Menschenmenge, da leuchteten seine Augen zum ersten Mal seit Wochen. Mama, flüsterte er. Peter ist hier. Peter ist wirklich hier. Das Konzert begann. Peter Mafai kam auf die Bühne und die Menge explodierte.

Lukas versuchte zu klatschen, aber seine Hände waren zu schwach. Stattdessen saß er einfach da, starrte auf die Bühne und lächelte. Bei jedem Lied versuchte er mitzusingen. Seine Stimme war kaum hörbar, ging unter im Lärm von 18 000 Menschen. Aber er sa, das er kannte. Sabine überprüfte alle paar Minuten seinen Puls aus Angst, dass sein Herz aufgeben könnte.

Aber Lukas war lebendiger als seit Monaten. “Das ist der schönste Tag meines Lebens, Mama”, flüsterte er während einer kurzen Pause zwischen den Liedern. Sabine küsste seine Stirn und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten. Dann begann Peter Mafalt über sieben Brücken zu spielen. Lukas absolutes Lieblingslied. Das Lied, das Sabine ihm jeden Abend vorsang, wenn die Angst zu groß wurde.

Peter sang die erste Strophe und die gesamte Halle sang mit. Seine Stimme tief und warm füllte jeden Winkel des Rauns und dann mitten im Refron hörte Peter Mafai auf zu singen. Er stand einfach da, die Gitarre in der Hand und schaute ins Publikum. Die Band verwirrt spielte langsam leiser. Die Menge, unsicher was geschah, wurde still.

Peter nahm das Mikrofon und sagte: “Entschuldigt, ich muss etwas tun.” 18000 Menschen hielten den Atem an. Peter legte seine Gitarre ab und ging zum Bühnenrand. Er schärmte seine Augen gegen die Scheinwerfer ab und späte ins Publikum. In der vierten Reihe, sagte er, seine Stimme jetzt über die gesamte Halle zu hören.

Da ist ein kleiner Junge mit einer Biestballkappe. Lukas Augen weiteten sich. Ja, dich meine ich, sagte Peter und jetzt klang seine Stimme anders. Weicher, menschlicher. Sabine begann zu zittern. Wie heißt du? Rief Peter. Lukas versuchte zu sprechen, aber seine Stimme versagte. Michael hob ihn leicht hoch und flüsterte ihm zu. Sag es, mein Junge.

Sag es. Lukas krächzte der Junge, kaum laut genug. Peter nickte. Lukas, wie alt bist du? Lukas 7. Die Halle war totstill. Man konnte das Atmen der Menschen hören. Peter stand einen Moment lang einfach da. Dann sagte er etwas, das niemand erwartet hatte. Lukas, möchtest du zu mir auf die Bühne kommen? Sabine schlug die Hand vor den Mund.

Michael starrte ungläubig. “Ich ich kann nicht laufen”, sagte Lukas und seine Stimme brach. “Das ist in Ordnung”, sagte Peter sanft. Ich komme zu dir. Und dann geschah etwas, das in der Geschichte der deutschen Rockmusik noch nie passiert war. Peter Mafai verließ die Bühne. Er ging die Stufen hinunter durch die Sicherheitsbarriere direkt in die Menge.

Menschen wichen zurück, machten ihm Platz. Einige weinden bereits. Peter erreichte die vierte Reihe. Er kniete sich vor Lukas hin. “Hallo Lukas”, sagte er leise. “Hallo Peter”, flüsterte Lukas. “Deine Mama hat mir erzählt, dass du meine Lieder magst.” Lukas nickte, Tränen liefen über sein schmales Gesicht.

“Ich höre sie jeden Tag. Sie helfen mir, keine Angst zu haben.” Peter Mafals Augen füllten sich mit Tränen. Er streckte seine Arme aus. “Darf ich dich hochheben? Lukas nickte. Peter Mafai, 70 Jahre alt, hob diesen kleinen sterbenden Jungen in seine Arme und trug ihn durch die Menge zurück zur Bühne. Die gesamte Halle stand auf.

18 000 Menschen, nicht um zu jubeln, um zu weinen. Als Peter die Bühne erreichte, setzte er sich nicht an sein Klavier. Er setzte sich nicht auf einen Hocker. Er blieb stehen Lukas in seinen Armen und sagte ins Mikrofon: “Lukas, ich werde jetzt für dich singen. Nur für dich. Ist das okay?” Lukas konnte nur nicken. Peter begann über sieben Brücken erneut zu singen, aber dieses Mal war es anders.

Seine Stimme war voller Emotion, voller Schmerz, voller Liebe. Es war nicht mehr eine Performance. Es war ein Gebet und dann geschah etwas Magisches. Lukas, dieser kleine sterbende Junge, der kaum noch sprechen konnte, begann mitzusingen. Seine Stimme war zart, zerbrechlich, kaum mehr als ein Flüstern, aber sie war da. Über sieben Brücken musst du gehen.

Peter hielt das Mikrofon näher zu Lukas Mund und plötzlich hörte die gesamte Halle diese winzige tapfere Stimme. Die Band spielte weiter, aber leiser, respektvoller. Und dann begannen 18 000 Menschen mitzusingen. Nicht laut, nicht mit Jubel, sondern leise wie ein Wiegenlied. Ein gemeinsames Gebet für einen kleinen Jungen, der zu früh gehen musste.

Als das Lied endete, herrschte absolute Stille. Peter flüsterte Lukas etwas ins Ohr. Nur Lukas konnte es hören. Du bist der tapferste Mensch, den ich je getroffen habe. Lukas lächelte. Das erste echte Lächeln seit Wochen. Danke, Peter. Jetzt kann ich gehen. Peter drückte ihn fester. Noch nicht, mein Freund. Noch nicht.

Peter trug Lukas zurück zu seinen Eltern, aber bevor er ihn hinsetzte, sagte er etwas, dass die gesamte Halle hörte. Lukas, ich möchte dir etwas schenken. Er nahm seine eigene Gitarre, die Gitarre, mit der er gerade gespielt hatte, und legte sie vorsichtig auf Lukas. Schoß. Diese Gitarre hat mich durch mein ganzes Leben begleitet.

Jetzt möchte ich, dass sie dich begleitet. Egal, wohin du gehst. Sabine und Michael weinten hemmungslos. Und noch etwas, sagte Peter. Ich möchte, dass du weißt, du bist nicht allein. Nie. All diese Menschen hier, sie alle sind jetzt bei dir und ich auch immer. Die Halle explodierte nicht in Applaus. Sie explodierte in Tränen.

Erwachsene Männer schluchzten, Teenager weinten. Eltern hielten ihre Kinder fester. Peter beendete das Konzert. Aber jedes Lied danach war für Lukas. Nach der Schobrachte Peter eine Stunde mit der Familie Bergmann in seiner Garderobe. Er signi, als Sabine von Lukas Kampf erzählte. “Morgen komme ich ins Krankenhaus”, sagte Peter. Versprochen.

Aber hier kommt der Teil der Geschichte, dem niemand kommen sah. Lukas starb nicht in dieser Nacht, nicht am nächsten Tag. nicht in der nächsten Woche. Irgendetwas an diesem Abend, die Liebe, die er von 18000 Fremden spürte, die Berührung seines Helden, das Gefühl gesehen zu werden, gab Lukas eine Kraft, die seine Ärzte nicht erklären konnten.

Lukas lebte noch vier Monate nach diesem Konzert. Vier Monate, die die Ärzte für unmöglich hielten. Vier Monate voller wertvoller Zeit mit seiner Familie. Vier Monate ohne Angst. Nach dieser Nacht, sagte Sabine Jahre später in einem Interview, hatte Lukas keine Angst mehr vor dem Sterben. Er wusste, dass er geliebt wurde, nicht nur von uns, sondern von Peter und all den Menschen, die in dieser Nacht mit ihm gesungen haben. Das gab ihm Frieden.

Als Lukas schließlich im Februar 2020 starb, hielt er Peters Gitarre in seinen Armen. Das Erlebnis veränderte auch Peter Maf zutiefst. Ich dachte immer, ich wüsste, warum ich Musik mache”, sagte er später in einem seltenen Interview. Aber Lukas hat mir gezeigt, warum ich wirklich hier bin.

Nicht für die Charts, nicht für den Applaus, für Momente wie diesen. Von dieser Nacht an machte es sich Peter zur Aufgabe, bei seinen Konzerten nach Lukas zu suchen. Nach Kindern, die kämpfen, nach Menschen, die gesehen werden müssen. Die Bergmanns gründeten 2021 die Lukaslichtstiftung, um schwerkranken Kindern letzte Wünsche zu erfüllen.

Bis heute hat die Stiftung über 800 Wünsche erfüllt und in Peter Mafeerobe bei jedem Konzert hängt ein Foto von Lukas mit der Baseballkappe mit dem viel zu großen T-Shirt lächelnd. Darunter steht für den tapfersten Freund, den ich je hatte. Die Geschichte von Peter und Lukas erinnert uns daran, dass die wichtigsten Momente im Leben dann passieren, wenn wir innerhalten und auf das achten, was wirklich zählt.

Peter hätte weitersen können. Er hätte den Moment ignorieren können. Er hatte schließlich 18 000 andere Fans. Aber er entschied sich anders. Er entschied sich für Mitgefühlstatt Routine. Er entschied sich für einen Menschen statt für die Show. Und dadurch schenkte er einem sterbenden Jungen vier weitere Monate Lieben. 18 000 Menschen eine Erinnerung, die sie nie vergessen würden und uns allen eine Erinnerung daran, das unbedeutungslos ist, wenn wir ihn nicht nutzen, um anderen zu helfen.