Diese Familie aus Bremerhafen hat die   Schnauze gestrichen voll. Sie sind   überzeugt, es geht hier nur noch berg   ab. Die Reporter, die Sie begleiten,   reagieren spürbar reserviert, denn das,   was Sie sagen, ist den meisten im   Mainstream eindeutig zu rechts und jeder   weiß, heute werden Rechts und   Rechtsextrem allzu schnell in einen Topf   geworfen.

 

 Ich finde Deutschland ist da   so starr in vielen Dingen, gerade was   Ausbildung, was Jobs angeht, so und da   glaube ich schon an den amerikanischen   Traum muss ich sagen. Was willst du dann   da machen? Das ist eine sehr gute Frage.   Das weiß ich noch gar nicht so. Gutes   Geld in der Wirtschaft machen, hofft   Patrick.

 

 Als Sonderschullehrer habe er   hier kaum Aufstiegschancen. Dazu drücke   die hohe Steuerlast. Als Familie drohe   einem so der soziale Abstieg, fürchten   die beiden. In Florida hingegen müssen   sie keine Einkommenssteuer zahlen. Das   sichere die Zukunft der Familie. Wer   nicht mit absteigen will, müsse   Deutschland verlassen.

 

 Davon sind Sie   fest überzeugt.   Es brennt an Schulen, es brennt an ähm   Einzugsgebieten, die halt ja hart   getroffen sind. Also, es gibt so viele   Baustellen hier in Deutschland und ähm   ja, man hat das Gefühl, keiner kümmert   sich drum. Ich finde, in gewissen   Punkten muss man auch mal an sich selber   denken.

 

 Man man kann nicht immer nur für   andere tun. muss auch mal was für sich   selber und deswegen auch die   Auswanderung. Also da können wir   arbeiten so viel wie wir möchten und   müssen es halt nicht versteuern. Und das   ist eine Sache, die mir so ein bisschen   mehr Freiheit und auch mehr Spielraum   einfach gibt, wenn es mal irgendwie zu   einem engenpass kommt.

 

  Abstiegsängste,   Aufstiegswünsche.   Sie hat recht, es brennt an den Schulen,   denn sie ist nicht nur Mutter, sondern   arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann auch   beruflich im Schulumfeld. Sie erleben   tagtäglich hautnah, was da abgeht und es   ist alarmierend. Die Realität ist, die   wir “Wir schaffen das Politik von Frau   Merkel” hat für sie ganz offensichtlich   nicht funktioniert.

 

 Der Entschluss   auszuwandern war hart. Die Heimat und   die Familie hinter sich zu lassen. Kein   leichter Schritt, aber für sie war er   notwendig. Nur wenige Monate später in   den USA läuft es besser, deutlich besser   als der wohl erwartet oder sich   gewünscht hätte. Doch anstatt darüber zu   berichten, stellt man ihn eine so   unangenehme Frage, dass es dem Mann   sichtbar unangenehm ist.

 

 Man sieht es   förmlich an seiner Körpersprache. Von   Deutschland vermissen sie bisher nur die   alten Freunde. Oder ist hier mehr   Freiheit?   Du darst gerne anfangen.   Ähm ja.   Hm. Gute Frage.   Mehr Freiheit. Ich weiß gar nicht mehr   genau, was wir uns da drunter   vorgestellt haben, ehrlich gesagt. Unter   mehr Freiheit.

 

 Ich meine, man ist ja   trotzdem irgendwie in seinem Job   gefangen. Also, wenn wir nicht arbeiten   gehen, dann können wir uns das hier   nicht leisten. Aber wir haben schon das   Gefühl, dass die ähm Möglichkeiten hier   grenzenlos sind, dass wir ähm   auch beruflich vielleicht noch mal   andere Wege einschlagen, auch wenn wir   die gleichen Wege jetzt eingeschlagen   haben.

 

 Ich glaube schon, dass wir   ein Stückchen Freiheit hier dazu   gewonnen haben, aber vielleicht nicht   ganz so wie man sich das ausgemalt hat.   Ein Punkt auch, den ihr beide gesagt   habt in Brüerhafen, ihr habt nicht Lust   so viel Steuern zu zahlen, was einfach   immer alles an andere geht.   Das hört sich jetzt tatsächlich sehr   sehr sehr hart an.

 

 Das hört sich an als   wenn wir nicht teilen wollen und nicht   möchten. Also, aber   der Grundsatz stimmt natürlich. Also,   wir möchten gerne für uns und für unsere   Kinder vorsorgen und auch für unsere   Familie und wir helfen auch gerne, wo   man helfen kann.   Nur finde ich, sollte man das selber   entscheiden können, wo man hilft und wie   wem man hilft.

 

 Und dieses generelle,   wir geben alles, die fast die Hälfte   unseres Gehaltes ab, um jeden in   Deutschland zu zu unterstützen, finde   ich einfach nicht richtig. Er hat   absolut recht und seine zurückhaltende   Haltung ist leider heutzutage schon fast   nachvollziehbar. Denn wer heute offen   Kritik äußert, landet schnell in einer   gewissen Ecke.

 Es kommen Menschen ins   Land, die noch nie Steuern gezahlt haben   und erhalten dennoch alle   Sozialleistungen, die ihn angeblich   zustehen. Irgendwie nicht fair, oder? In   den USA dagegen, wer dort ankommt, muss   arbeiten. Der Staat gibt dir nichts. Und   genau das erlebt die Familie. Auch in   Dänemark. wächst die Skepsis.

 

 Immer mehr   denen sprechen offen aus, dass die   Einwanderung in die Sozialkassen auf   Dauer nicht tragbar ist. Also Hügel, wir   denken immer so an Hügel, alles   gemütlich, aber es gibt auch diese harte   Seite oder wie würdest du das sagen?   Also ja da, ich glaube es liegt auch   daran, dass wir ein kleines Land sind.   Da können wir uns nicht einfach öffnen   und alle reinlassen.

 

  Hügel hat Grenzen. Also ja. Ja, Hügel   hat Grenzen.   Allen und seine Frau Charlotte finden,   dass man Menschen in Not helfen muss,   aber es geht ihnen um ein Gleichgewicht.   Vol Bankf die Leute haben einfach Angst   davor, dass der Wohlfahrtsstaat   verschwindet. Dafür zahlst du ja   Steuern. Ja, genau. Hohe Steuern.

 

 Wir   haben hohe Steuern. Und die Leute haben   eben Angst davor, dass wenn wir zu viele   Menschen aufnehmen und dafür viel Geld   ausgeben, dass wir uns dann den   Sozialstaat nicht mehr leisten können.   Angst, dass es zu viel wird. Mich   interessiert, wann das angefangen hat.   Wir kommen auf das Jahr 2015.   Es war tatsächlich etwas unheimlich, als   sie zu Fuß kamen.

 

  Und wir haben uns gefragt, was haben die   hier vor und wie sollen wir als   Gesellschaft reagieren?   Wir haben sie gesehen, als wir zur   Arbeit fuhren. Sie standen unten an der   Brücke.   Auch die deutsche Asylpolitik war für   sie ein Grund zu gehen. Deutsch in   Berlin gelesen das Groer Freunde in   Berlin sind alle an diesem gleichen   Punkt, dass sie sagen, jetzt reicht’s   irgendwo langsam, also schwappt so eine   Welle über und das stimmt, glaube ich,   viele sehr unzufrieden.

 

 Ähm und dann das   Gefühl habt, dass sie nicht mehr heren,   diese ganzen Asylanträge,   na ja, nicht nur Asylanträge, sondern   einfach alles, was damit einhergeht. Ja,   also du fühlst dich in deiner eigenen   Heimatstadt einfach unsicherer. Dieses   Geball auf einem Raum, das ist das   glaube ich das, was schw es schwierig   macht und das ist ja nicht nur in Berlin   so.

 

  Das war ich bin ein bisschen platt.   Claudia und Gun waren offenbar so   frustriert in Deutschland, dass sie   alles zurückgelassen haben. Familie,   Freunde, die alten Jobs. Jetzt sind sie   selbst Migranten. Ja, sie sind Migranten   mit einem entscheidenden Unterschied.   Migranten, die arbeiten und die sind   fast überall. Herzlich willkommen.

 

 Ein   Blick nach Dänemark zeigt, wie streng   dort reguliert wird. Im Jahr 2024 wurden   dort lediglich 860 Asylanträge bewilligt   und in Deutschland leider habe ich keine   Statistik gefunden, die ausschließlich   die Zahl der bewillig Anträge für dieses   Jahr nennt, nur dieses hier. Im Jahr   2025 wurden in Deutschland bis Ende Mai   rund 62900   Asylanträge gestellt.

 

 Wichtig, das sind   gestellte und nicht bewillig Anträge.   Bitte nicht verwechseln. Weißt du   vielleicht, wie viele davon tatsächlich   anerkannt werden? und hier bleiben   dürfen, lass es mich bzw. uns gerne in   den Kommentaren wissen. Ich denke aber,   es sind deutlich mehr als in Dänemark.   Da darf man sich am Ende nicht wundern,   wenn immer mehr Menschen gehen.

 

 Leider   für uns, aber gut für Sie.   Topqualifizierte, bodenständige und   anständige Deutsche, die diesem Land den   Rücken kehren.