Das Trash-TV hat seinen ungekrönten König der klaren Worte wieder. Chris Töpperwien, den meisten Fernsehzuschauern besser bekannt als der „Currywurstmann“, kehrt auf die Bildschirme zurück – und er ist alles andere als begeistert von dem, was er dort vorfindet. In der neuen Staffel von „Reality Backpackers“ verschlägt es den Kult-Auswanderer nach Peru, doch statt atemberaubender Landschaften und spiritueller Erleuchtung dominiert vor allem eines: Frust. Mit einer Mischung aus gewohnter Kodderschnauze und väterlicher Strenge rechnet Töpperwien gnadenlos mit seinen jüngeren Mitstreitern ab und lässt dabei tief blicken.

Es sollte ein Abenteuer werden, eine Reise durch das mystische südamerikanische Hochland, doch für Chris Töpperwien entpuppte sich der Trip schnell als Geduldsprobe der besonderen Art. Der Reality-Veteran, der durch Formate wie „Goodbye Deutschland“ und „Promis unter Palmen“ gestählt ist, trifft in Peru auf eine Gruppe junger Reality-Sternchen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit im Gepäck sind unter anderem Marlisa Rudzio, Damian Weiß, Brenda Brückmann, Laurenz Pesch, Kate Merlan, Elsa Latifaj und Sinan Kakin. Namen, die dem durchschnittlichen Trash-TV-Konsumenten vielleicht geläufig sind, bei Töpperwien jedoch nur für Kopfschütteln sorgen.

„Ich kannte niemanden von diesen Vögeln“

Schon der erste Eindruck scheint das Verhältnis zwischen dem erfahrenen Unternehmer und der jungen Garde besiegelt zu haben. In einem Interview, das an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, macht Töpperwien seinem Ärger Luft. „Ich kannte niemanden von diesen Vögeln“, platzt es aus ihm heraus. Er habe einige der Mitreisenden zwar flüchtig aus anderen Formaten „auf dem Schirm“ gehabt, doch eine echte Bekanntschaft oder gar Sympathie? Fehlanzeige.

Diese Aussage allein wäre schon Zündstoff genug für das eine oder andere Lagerfeuergespräch, doch Töpperwien legt nach – und zwar inhaltlich. Was ihn wirklich auf die Palme bringt, ist nicht etwa die Unbekanntheit seiner Kollegen, sondern deren Auftreten. Der Generationenkonflikt, der in vielen Büros und an Familientischen schwelt, bricht hier in der dünnen Luft der Anden offen aus.

Harte Kritik an Bildung und Benehmen

Töpperwien, der sich selbst als Mann der alten Schule sieht, zeigt sich schockiert über den Bildungsstand und das Sozialverhalten der Generation Z, die ihn umgibt. „Die können alle weder vernünftig Deutsch sprechen, noch benehmen die sich, wie sich das gehört“, urteilt er vernichtend. Es sind Sätze, die sitzen. Sie zeugen von einer tiefen Kluft zwischen dem, was Töpperwien als Anstand und Professionalität empfindet, und dem, was im modernen Reality-TV oft als Unterhaltung verkauft wird.

Besonders ein Thema scheint den Wahl-Amerikaner zur Weißglut zu treiben: die Omnipräsenz der Smartphones. Für viele junge Influencer ist das Handy quasi eine Verlängerung des eigenen Arms, das Tor zur Welt und die Lebensversicherung für die Karriere nach der Show. Für Töpperwien ist es vor allem ein Zeichen von Respektlosigkeit und Realitätsflucht. „Denen hätte ich schon längst die Ohren lang gezogen und das Handy weggenommen“, wettert er. Seine Kritik zielt darauf ab, dass viele junge Menschen so sehr auf ihre Bildschirme fixiert seien, dass sie das reale Leben um sich herum gar nicht mehr wahrnehmen würden. In der atemberaubenden Kulisse Perus wiegt dieser Vorwurf doppelt schwer. Wer nur auf das Display starrt, verpasst die Welt – eine Lektion, die Chris seinen Mitstreitern gerne erteilt hätte, wenn auch mit drastischen pädagogischen Maßnahmen.

Frostige Nächte und ehrliche Motive

Doch nicht nur die zwischenmenschliche Atmosphäre war unterkühlt, auch die äußeren Bedingungen machten dem Cast zu schaffen. Wer bei Peru an tropische Hitze denkt, hat die Rechnung ohne die Höhenmeter gemacht. „Scheißkalt, ich habe mir da den Arsch abgefroren“, fasst Chris seine meteorologischen Eindrücke gewohnt poetisch zusammen. Die Kälte kroch in die Knochen und drückte zusätzlich auf die Stimmung. Für einen Mann, der sein Leben in das sonnige Kalifornien verlegt hat, war das peruanische Hochland ein Kälteschock. Sein Fazit ist eindeutig: Ein solches Abenteuer würde er höchstens in warmen Gefilden wiederholen. Die Vorstellung von Lagerfeuerromantik wich schnell der harten Realität von Funktionskleidung und Zähneklappern.

Warum tut man sich das also an? Warum verlässt man das gemütliche Zuhause, um mit einer Gruppe fremder Menschen, die man als „Vögel“ bezeichnet, in der Kälte zu frieren? Viele Reality-Stars würden nun von der „Herausforderung“ sprechen, davon, „über sich hinauswachsen“ zu wollen. Nicht so Chris Töpperwien. Seine Ehrlichkeit ist fast schon entwaffnend brutal.

„Wegen des Geldes für das Sparkonto meines Sohnes“

Chris macht keinen Hehl daraus, dass sein Antrieb rein finanzieller Natur ist – gepaart mit einem leichten Lagerkoller zu Hause. „Na ja, in erster Linie wegen des Geldes, das auf das Sparkonto meines Sohnes fließt“, gibt er offen zu. Es ist diese pragmatische, fast schon zynische Offenheit, die ihn von vielen anderen abhebt. Er spielt nicht den erleuchteten Backpacker. Er ist ein Vater, der für die Zukunft seines Kindes arbeitet, auch wenn diese Arbeit bedeutet, sich in Peru den „Arsch abzufrieren“ und sich über mangelnde Deutschkenntnisse zu ärgern. Zudem wollte er „mal wieder rauskommen“. Ein Tapetenwechsel, auch wenn die Tapete diesmal aus frostigen Berglandschaften bestand.

Der Veteran gegen die Neulinge

Mit seiner Teilnahme zementiert Chris Töpperwien seinen Status als feste Größe auf der „Trash-TV-Landkarte“. Er zieht selbstbewusst den Vergleich zu seinen jüngeren Kollegen. Während er bereits durch die Stahlbäder von „Goodbye Deutschland“ oder den psychologischen Krieg von „Promis unter Palmen“ gegangen ist, sind viele seiner Mitstreiter noch „Grünschnäbel“ im Geschäft. Kate Merlan mag zwar ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt sein, und das Duo Laurenz und Brenda kennt man vielleicht von „Temptation Island VIP“, doch für Chris spielen sie offensichtlich in einer anderen, niedrigeren Liga.

Es ist diese Attitüde des erfahrenen Silberrückens, der sich inmitten einer Horde aufgeregter Jungtiere wiederfindet, die den Reiz der kommenden Staffel ausmachen dürfte. Töpperwien inszeniert sich nicht als Teil der Gruppe, sondern als Beobachter, Kritiker und gelegentlicher Zuchtmeister. Er ist derjenige, der ausspricht, was viele Zuschauer vielleicht denken, wenn sie das Verhalten mancher Reality-Teilnehmer beobachten.

Fazit: Krawall mit Ansage

Die Kombination aus einem genervten, frierenden Chris Töpperwien und einer Gruppe junger, smartphone-affiner Reality-Darsteller verspricht vor allem eines: Krawall mit Ansage. Es wird keine harmonische Klassenfahrt werden. Die Zuschauer können sich auf Konfrontationen einstellen, bei denen Welten aufeinanderprallen. Hier der pragmatische Geschäftsmann, der Wert auf Etikette legt (zumindest auf seine Definition davon), dort die Generation Instagram, die nach eigenen Regeln spielt.

Wenn Chris Töpperwien sagt, er lässt es „gleich krachen“, dann ist das keine leere Drohung. Seine Rückkehr ins Trash-TV ist laut, unbequem und herrlich ehrlich. Ob seine pädagogischen Ansätze fruchten oder ob er am Ende doch nur der grummelige Onkel im Hintergrund bleibt, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Langweilig wird es mit dem Currywurstmann in Peru nicht. Und während er sich über die Kälte und die „Vögel“ aufregt, füllt sich das Sparkonto seines Sohnes. Mission erfüllt, könnte man sagen – zumindest aus seiner Sicht. Für den Zuschauer bleibt das Vergnügen, ihm dabei zuzusehen, wie er an den Umständen und seinen Mitmenschen verzweifelt.