Es war kurz nach 12:30 Uhr in der Nacht, als die Bucht von Sevastopol aus dem Schlaf gerissen wurde. Ein Donnerschliss die Stille so gewaltig, dass in den Wohnhäusern am Ufer die Fensterscheiben barsten und die Menschen schreiend aus den Betten sprang. Eine Feuersäule schoss aus dem Rumpf des größten Schiffes der Schwarzmehrerflotte in den Nachthimmel, hoch genug, um sie von jedem Hügel der Stadt zu sehen.
Das Schlachtschiff Novodrossisk, der Stolz der sowjetischen Marine, hatte soeben seinen Todesstoß empfangen. An Bord befanden sich mehr als 1600 Menschen. Dabei hatte alles 44 Jahre früher ganz anders begonnen. Im Jahr 1911 lief in der Werft von Genoa ein Schlachtschiff vom Stapel, das die italienische Marine mit Stolz erfüllte.
Der Kier war aus dem besten Stahl gefertigt. Die Konstruktion modern und ambitioniert. Das Schiff erhielt den Namen Julio Cesare, zu Deutsch Julius Caesar und galt als eines der mächtigsten Schlachtschiffe, die Italien je gebaut hatte. Vier Jahre später trat es seinen Dienst in der königlichen Marine an und durchfuhr während des Ersten Weltkriegs das Mittelmeer, ohne sich in spektakulären Seeschlachten hervorzutun.
Die wahre Verwandlung des Schiffes fand in den 30er Jahren statt. Italienische Ingenieure unterzogen den Julio Caesare einer radikalen Modernisierung, die ihn von Grund auf veränderte. Die Hauptgeschütze wurden auf einen Kaliber von 320 mm vergrößert. die Kesselanlagen komplett erneuert und die Rumpform durch Einbau eines Wulstsporns optimiert.
Die Höchstgeschwindigkeit stieg von 21 auf 28 Knoten, was für ein Schlachtschiff dieser Größe eine außergewöhnliche Leistung war. Doch die Ingenieure bezahlten diesen Fortschritt mit einer Entscheidung, die Jahrzehnte später tödliche Konsequenzen haben sollte. Um Gewicht zu sparen, verwendeten sie in den inneren Schotten leichte Legierungen statt massivem Stahl.
Das Schiff war schnell, aber nicht robust. Im Februar 1945 trafen sich Stalin, Roosevelt und Churchill in Jalta auf der Krim. Stalin forderte von seinen westlichen Verbündeten ein Teil der erbeuteten italienischen Kriegsflotte als Reparation für die gewaltigen sowjetischen Verluste im Krieg. Die Verhandlungen waren hart und von gegenseitigem Mißstrauen geprägt.
Die Westalliierten hatten keine Absicht, die Seestreitkräfte der Sowjetunion mit modernen Kampfschiffen zu stärken. Die neuesten Schlachtschiffe der Litorio Klasse, wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst mit Hauptgeschützen von 383 mm Kaliber und einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten wurden nach Kriegsende an Italien zurückgegeben und anschließend zu Schrott zerschnitten.
Nur damit keines davon in sowjetische Hände gelangte. Stalin bekam, was die Alliierten für wertlosen Ausschuss hielten, den veralteten abgenutzten Julio Cesade, der da schon fast 40 Jahre alt war. 3. Februar 1948, Hafen von Wallona in Albanien. Die sowjetische Besatzung unter Konteradmiral Leevchenko bestieg den italienischen Kreuzer mit äußerster Vorsicht.
Leschenko fürchtete Sabotage und handelte entsprechend. Noch bevor das Schiff vollständig anlegte, sprangen bewaffnete sowjetische Matrosen an Bord, besetzten Maschinenräume und Steuereinrichtungen und ignorierten die Proteste der italienischen Besatzung vollständig. Was die Sowjets vorfanden, überstieg ihre schlimmsten Erwartungen.
In den Gängen lagen Abfälle und leere Flaschen. Die Schotten waren verrostet und in jedem Winkel des Schiffes wimmelte es von Ratten. Tausende Nager hatten sich in den zwei Jahren des Leerlaufs im italienischen Hafen explosionsartig vermehrt und eine eigenartige Kreuzung aus roten italienischen und schwarzen maltesischen Exemplaren hervorgebracht.
Die Umbenennung in Novodrask und die Eingliederung in die Schwarzmeerflotte vollzog die sowjetische Marine mit demonstrativem Stolz. Niemand ahnte, was diese Entscheidung eines Tages kosten würde. Die sowjetischen Matrosen, die den Novodrossisk übernahmen, standen vor einem Problem, das in keinem Militärhandbuch stand.
Wie bekämpft man zehntausende Ratten auf einem Schlachtschiff, wenn normale Befehle und Appelle an die Disziplin schlicht wirkungslos bleiben? Die Antwort fanden erfahrene politische Offiziere in einer simplen, aber genialen Idee. Ein Sonderbefehl des Flottenkommandeurs erklärte, dass jeder Matrose, der 100 Ratten tötet, 10 Tage Heimaturlaub erhält.

Die Wirkung war unmittelbar und durchschlagend. Innerhalb von Stunden verwandelte sich das Schiff in ein Schlachtfeld, auf dem Hunderte von Matrosen mit Stöcken, Fallen und bloßen Händen jagten. Einige clevere Seeleute versuchten das System auszutricken, indem sie dieselben toten Tiere mehrmals verschiedenen Offizieren präsentierten. Als der Schwindel auflog, wurde eine neue Regel eingeführt.
Als Beweis des Abschusses musste der Schwanz abgetrennt werden. In wenigen Wochen sankt die Nagerpopulation auf ein erträgliches Maß. Beim gründlichen Reinigen der Innenräume stießen die sowjetischen Matrosen auf etwas, das sie sprachlos machte. In jeder Mannschaftskajüte befand sich ein kleiner Messingham, angeschlossen an ein Rohrnetz, das sich durch das gesamte Schiff zog.
Die italienische Marina hatte Jan Matrosen eine tägliche Weinration gesichert, die man sich direkt in der Kajüte zapfen konnte. Für sowjetische Offiziere, die in strickter Nüchternheit auf See dienten, war dieser Anblick schlicht unvorstellbar. Das gesamte Verteilungssystem wurde sofort demontiert, die Hähne durch Blindstopfen ersetzt.
Vom italienischen Ursprung des Schiffes ze danach nur noch einige Typenschilder an technischen Geräten. Doch die eigentlichen Probleme lagen tiefer, buchstäblich im Stahl des Rumpfes. Zwischen 1950 und 1955 durchlief der Novodrossisk sieben große Werftüberholungen. Turbinen, Kessel, Elektroinstallationen, Wärmedämmung.
Praktisch alles wurde ausgetauscht oder erneuert. Taucherteams durchkämten jeden Winkel des Rumpfes, jeden Spann und jede Schotte auf der Suche nach versteckten Schäden. Niemand fand etwas Verdächtiges. Niemand fand einen Sprengstoff. Niemand fand einen Hinweis auf Sabotage. Dabei hatte das Schiff in der Logik des Kalten Krieges plötzlich eine neue erschreckend wichtige Rolle bekommen.
Im Oktober 1953 genehmigte US-Präsident Eisenhauer die neue Militärdoktrin mit dem Namen Neuer Blick, die vorsah auf jede Aggression des sowjetischen Blocks mit einem Nuklearschlag zu antworten. Amerikanische Schlachtschiffe führten bereits Artillerieprojektile mit atomaren Gefechtsköpfen. Die Sowjetunion brauchte dringend eine Antwort und ausgerechnet der alte italienische Veteran bot eine Lösung.
Seine Hauptgeschütze mit 320 mm Kaliber hatten einen Rohrdurchmesser, der groß genug war, um Projektile mit atomaren Sprengköpfen aufzunehmen. Im März 1955 begannen sowjetische Rüstungsbetriebe mit der Produktion von Spezialgeschossen mit dem Codenamen 5219. Der Novodrossisk sollte das erste sowjetische Überwasserschiff werden, das Ziele mit Atomwaffen treffen konnte.
eine direkte Bedrohung für NATOstützpunkte in der Türkei, in Griechenland und entlang der gesamten südlichen Flanke Europas. Dieses Schiff war also kein Relikt, es war eine Waffe. Im Oktober 1955 traf Nikita Kruschow in Sevastopol ein. Offizieller Anlass war eine Sondertagung über die Zukunft der sowjetischen Kriegsmarine.
Admiral der Flotte Nikolai Kusnetzov, der ranghöchste Marineoffizier des Landes, erschien nicht. Kusnetzov hatte seit Jahren ein ehrgeiziges Programm für eine ausgewogene Hochseeflotte verfolgt mit Flugzeugträgern und atomgetriebenen U-Booten, die sowjetische Macht in jeden Winkel der Welt projizieren sollten.
Genau diese Vision kollidierte frontal mit Kruschows Überzeugung, dass große Überwasserschiffe veraltet und zu teuer sein. Vor den versammelten Admiralen und Flottenoffizieren in Sevastopol verlor Kuschov die Beherrschung. Er erklärte den Anwesenden, dass die Marine offensichtlich nicht wisse, welche Schiffe das Land brauche, während sogar sein Sohn Sergei das genau verstehe.
Dann setzte er hinzu, dass sowjetische Schiffe nicht weit von den eigenen Küsten fahren würden. Er stand auf und verließ den Saal, ohne auf Fragen oder Diskussionen zu warten. Am nächsten Tag reiste er ab, ohne dass eigens für seinen Besuch polierte und frisch gestrichene Flagschiff der Schwarzmeerflotte auch nur betreten zu haben. 28. Oktober 1955.
Der Novo Drossisk lief aus Sevastopol aus zur Artillerieübungen auf dem schwarzen Meer. Den ganzen Tag feuerte die Besatzung mit den Hauptgeschützen, testete die Feuerleitanlagen und bewies hohe Ausbildungsreife. Die Schießübungen verliefen reibungslos. Am späten Abend kehrte das Schlachtschiff in den Hafen zurück.
Dabei stellte sich heraus, dass ein regulärer Liegeplatz von einem anderen Schiff belegt war. Der Novotisk erhielt den Befehl an Boe Nummer 3 festzumachen, die noch einen Monat zuvor dem Schlachtschiff Sevastopo vorbehalten gewesen war. Dieses ältere Schiff war gerade außer Dienst gestellt und in die Werft verlegt worden, wodurch sein Platz frei wurde.
Das Anlegen verlief schwierig. Der Wchoffizier kämpfte mit der Präzision beim Positionieren des riesigen Rumpfes an der Boye. Mehrfach mussten Ankerketten nachgezogen und die Heckposition korrigiert werden. Gegen 21 Uhr lag der Novodrossisk schließlich fest. Die meisten der 1600 Mann Besatzung zogen sich nach dem langen Übungstag zur Ruhe zurück.
An Bord herrschte die ruhige Routine eines Kriegshüffes im Heimathafen. Wachen wurden besetzt. Offiziere gingen in ihre Kabinen. Dabei fehlten ausgerechnet die beiden wichtigsten Männer des Schiffes. Schiffskommandant Kapitan erster Klasse Kuzma Guchta und der leitende Maschinenoffizier befanden sich beide auf Landurlaub außerhalb Sevastopols.
Vorschriften verlangten, dass mindestens einer von beiden stets an Bord blieb. In Friedenszeiten wurde diese Regel routinemäßig ignoriert. Die Verantwortung trug der Stellvertreter, ein Offizier ohne Erfahrung im Krisenmanagement eines Schlachtschiffes. Um 1:30 Uhr in der Nacht schlug der Wachposten am Heck dreimal die Schiffsglocke.
30 Sekunden später zerriss ein ohrenbetäubender Knall die Nacht. Unter dem Bug des Schlachtschiffes detonierte eine Ladung mit solcher Gewalt, dass die Druckwelle den gesamten Rumpf wie eine Stimmgabel erschütterte. Eine Feuersäule durchlug mehrere Decks und schleuderte Tonnen von Stahl, Holz und menschlichen Körpern in die Luft.
Die vordere Kraftzentrale wurde sofort überflutet und fiel aus, was das gesamte Innere des Schiffes in vollständige Dunkelheit tauchte. In den vorderen Mannschaftsunterkünften starben in diesem einen Moment zwischen 100 und 200 schlafende Matrosen, ohne eine einzige Chance gehabt zu haben. 30 Sekunden nach dem ersten Knall kam der zweite Einschlag, diesmal an Backboard.
Anders als die erste Detonation durchschlug dieser Einschlag das Rumpfblech nicht vollständig, sondern erzeugte eine gewaltige Einbeulungsfläche von fast 90 m². Wasser drang nun von zwei Seiten gleichzeitig in den Rumpf ein und flutete Abteilung für Abteilung in rasanten Tempo. Die Überlebenden des ersten Schocks stolperten in der Dunkelheit über zerbrochene Konstruktionen und die Körper ihrer Kameraden, während die Alarmsirenen zur Gefechtsstation riefen.
Die Schotten, aus leichten Legierungen gefertigt begannen unter dem Wasserdruck nachzugeben. Пишу четвёртую и пятую части. Напомню, что пятая заканчивается call. Dieна, die unteren Decks kämpften, wussten genau, was auf dem Spiel stand. Die Schotten aus leichten Aluminiumlegierungen, die die italienischen Ingenieure in den 30er Jahren aus Gewichtsgründen eingebaut hatten, bogen sich unter dem Wasserdruck wie dünnes Blech.
Matrosen stemmten sich mit Rücken und Schultern dagegen, keen als Stützen ein. und schrienen sich gegenseitig Befehle zu in der absoluten Dunkelheit, die nur von einzelnen Taschenlampen durchbrochen wurde. Die Begenpumpen liefen auf maximaler Leistung, aber das Wasser strömte schneller herein, als die Pumpen es abführen konnten.
Pro Sekunde drangen schätzungsweise 1000 Liter durch die Risse und Öffnungen im Rumpf. Es gab in diesem Moment eine einzige realistische Möglichkeit, das Schiff und die Menschen an Bord zu retten. Die Kessel des Novodrossisk waren nach dem Rückkehren von den Übungen noch warm. Die Turbinen hätten innerhalb von 10 bis 15 Minuten anspringen können.
Das Ufer der Nordbucht lag keine 100 Meter entfernt. Hätte der Stellvertreterkommandant sofort den Befehl gegeben, die Maschinen anzuwerfen und den Novodrossisk auf Grund zu setzen, wäre der Rumpf in flachem Wasser liegen geblieben und hunderte, wenn nicht tausende von Menschen hätten überlebt.
Doch dieser Mann hatte keine Erfahrung mit Katastrophen dieser Größenordnung. Er wartete. Er fragte nach oben. Er zögerte. Um 2:30 Uhr morgens erschien auf dem Schlachtschiff Vizeadmiral Parfionov Patiumenko, Kommandeur der Schwarzmeerflotte, begleitet von einer Gruppe hochrangiger Stabsoffiziere. Ihre Ankunft hätte der Wendepunkt sein können.
Endlich war jemand mit Befehlsgewalt und Erfahrung an Bord. Die Besatzung, die seit fast einer Stunde ohne klare Führung kämpfte, hätte auf den entschiedenen Befehl zur Evakuierung oder auf einen koordinierten letzten Versuch gewartet, das Schiff zu retten. Stattdessen erlebten die Matrosen etwas, das sich keiner von ihnen erklären konnte.
Pachomenko ließ alle Matrosen, die nicht unmittelbar in der Schadensbegönzung beschäftigt waren, in Rhein auf dem Oberdeck antreten. Hunderte von Männern standen in militärischer Formation auf einem Schiff. dass ich bereits merklich nach Backboard neigte und warteten auf Befehle. Der Admiral selbst blieb auf dem Oberdeck, von woaus er weder die Lage in den unteren Decks beurteilen, noch mit den Offizieren kommunizieren konnte, die dort unten um das Überleben des Schiffes kämpften.
Er hatte keinen Überblick. Er hatte keine Verbindung zum Hauptgefechtsstand. Er stand auf einem sinkenden Schiff und tat nichts entscheidendes. Zu einem bestimmten Zeitpunkt in dieser Nacht kämpfte sich der leitende technische Ingenieur der Flotte, Kapitan erster Klasse Ivanov durch die überfüllten Decks zum Admiral vor.
Ivana war ein erfahrener Offizier, der die Stabilität großer Kriegsschiffe aus dem F kannte. Was er dem Admiral meldete, war eindeutig. Das Schiff hatte den kritischen Kränkungswinkel erreicht. Die Schlagseite nach Backboard war nicht mehr zu korrigieren. Wenn nicht sofort der Befehl zur Evakuierung gegeben wurde, würde der Novodrossisk sich in wenigen Minuten vollständig umkehren.
Die Reaktion des Admirals war eine Katastrophe für sich. Fuhr Ivanov an, er solle aufhören, Panik zu verbreiten und sofort auf seinen Posten zurückkehren. Iwanov kehrte um. Er stieg zurück in die unteren Decks zu seinen Leuten und wartete dort auf das, was er für unvermeidlich hielt. Veteranen an Bord, Männer, die noch den Krieg erlebt hatten, erkannten die Zeichen.
Einige von ihnen zogen sich in ihre Kammern zurück, wechselten in saubere Uniformen und stiegen dann in die untersten Abteilungen hinab. Sie taten das nicht aus Disziplin. Sie taten es, weil sie wussten, dass sie dort unten sterben würden und weil sie ihrer Mannschaft noch ein paar Minuten mehr geben wollten, indem sie die Schotten so lange wie möglich hielten.
Niemand befahl ihnen das. Es war eine stille, persönliche Entscheidung, von der die meisten Überlebenden erst später erfuhren. Um 4 Uhr morgens kippte der Novodrossisk. Der Krängungswinkel überschritt 45°. und nahm dann Rasan zu. Auf dem Oberdeck, wo hunderte von Matrosen in Rhein gestanden hatten, begann der Stahl unter den Füßen der Menschen sich zu neigen, wie ein riesiges schiefes Dach.

Männer griffen nach Reding und Tauen, verloren den Halt, rutschten in Massen die nasse Stahloberfläche hinab und stürzten ins schwarze Wasser der Bucht. In wenigen Sekunden verwandelte sich das Oberdeck in eine Rutschbahn, auf der hunderte von Menschen gleichzeitig abglitten, sich gegenseitig mitreißend, ineinander fallend, schreiend.
Dann mit einem Donnern, das ganze Sevastopol ein zweites Mal aufweckte, rollte der Novodrossisk vollständig auf die Seite und legte seinen riesigen, rostigen, von Muscheln bewachsenen Rumpfboden frei. In diesem Moment ertönte ein Laut, den Anwohner der Bucht ihr Leben lang nicht vergessen sollten. Es war kein einzelner Schrei.
Es war der gleichzeitige Schrei von mehr als 1000 Menschen, die in diesem Sekundenbruchteil ins Wasser fielen, unter Wasser gedrückt wurden, gegen Stahlschlugen oder in sinkenden Abteilungen eingeschlossen worden. Dann, fast ebenso schnell wie er begonnen hatte, erstarb dieser laut. Was blieb, waren das Platschen des Wassers, das Knarzen des sich setzenden Stahls und die vereinzelten Rufe von Schwimmern in der Dunkelheit.
Das Wasser der Sevastopolt hatte im Oktober eine Temperatur von kaum mehr als 14°. Ein Mensch ohne Rettungsweste verlor in solchem Wasser innerhalb von 20 bis 30 Minuten die Kontrolle über seine Muskeln. Matrosen, die es bis zur Oberfläche schafften, schwammen in Richtung Ufer oder versuchten sich auf den aus dem wasserragenden Rumpfboden des umgekippten Schlachtschiffes zu retten.
Die meisten hochrangigen Offiziere, die im Wasser landeten, wurden von Beiboten benachbar Einheiten gerettet. Eines dieser Boote zog Admiral Patiomenko selbst aus der Bucht und brachte ihn ans Ufer, von wo er in den Flotten startab fuhr, um Moskau Bericht zu erstatten. Doch dann geschah etwas, das selbst die erschöpften Überlebenden auf dem umgekippten Rumpf innerhalten ließ.
Aus dem Inneren des Stahls, gedämpft, aber deutlich hörbar, kam Klopfen. Rhythmisches menschliches Klopfen. Menschen, die noch lebten. Als die ersten Taucher am Morgen des 29. Oktober an den Wrackrumpf heranschwammen, war das Klopfen von innen noch deutlich zu hören. Es kam aus mehreren Stellen gleichzeitig, unterschiedlich laut, unterschiedlich rhythmisch, aber eindeutig menschlich.
In einigen Abteilungen des umgekippten Schlachtschiffes hatten sich Lufttaschen gebildet, die den dort eingeschlossenen Männern das Überleben ermöglichten. Das Schiff lag mit dem Kiel nach oben. Der Rumpfboden ragte etwa 3 m über die Wasseroberfläche hinaus und darunter befanden sich noch dutzende, möglicherweise hunderte von lebenden Menschen.
Die Rettungsoperation begann mit schwerem Gerät. Taucher gingen hinunter, um die Lage zu erkunden, während an der Oberfläche Schneidtrups mit Autogenschneidern anrückten. Der Plan war simpel. Öffnung in der Stahlblech des Rumpfbodens schneiden und die Eingeschlossenen herausholen. Die erste Öffnung gelang und tatsächlich wurden sieben lebende Matrosen herausgezogen.
Erschöpft, halt erfroren, aber am Leben. Sie hatten die Nacht stehend in Hüftom Wasser verbracht. Mit dem Gesicht in der letzten Luftblase unter dem Stahlboden. In vollständiger Dunkelheit, die Stimmen ihrer Kameraden hörend, die Kälte kaum mehr fühlend. Doch mit jeder neuen Öffnung, die in den Rumpf geschnitten wurde, entwich Luft.
Komprimierte Luft, die einzig und allein das Wrack an der Oberfläche hielt und in den intakten Abteilungen das Wasser zurückdrängte. Mit jeder Öffnung sank der Rumpf tiefer. Abteilungen, in denen noch vor wenigen Stunden Männer geatmet hatten, fühlten sich innerhalb von Sekunden mit Wasser, sobald der Luftdruck nachließ.
Versuche die Öffnungen wieder zu verschweißen, scheiterten, weil der innere Luftdruck die frischen Schweißnäter aufriss. Die Retter standen vor einer unmöglichen Gleichung. Jeder gerettete Mensch kostete möglicherweise das Leben mehrerer anderer. Dennoch schnitten sie weiter, zogen noch zwei weitere lebende Matrosen aus dem Stahl, insgesamt neun Menschen, die diese Nacht überlebten, weil sie sich im richtigen Abteil befunden hatten.
Dann verstunkten die Geräusche aus den oberen Abteilungen nacheinander. Aus den tieferen Bereichen des Fracks, jetzt bereits 17 m unter der Wasseroberfläche in weichem Schlamm versinkend, hörten Taucher mit Unterwasserhorchgeräten noch etwas anderes. Keine einzelnen Klopfer mehr. Stim Männer, die gemeinsam sangen.
Es war das Lied vom Warjack, die Hymne der russischen Marine. Das Lied von dem Kreuzer, der sich im Jahr 1904 im Hafen von Chemulpo lieber selbst versenkte, als sich dem Feind zu ergeben. Diese Stimmen drangen noch mehr als 24 Stunden nach dem Unglück aus den Tiefen des Fracks, wurden schwächer, brachen ab, setzten wieder ein, bis sie schließ sich vollständig verstummten.
Am 29. Oktober um 22 Uhr verschwand der Novodrossisk vollständig unter der Wasseroberfläche. Der Stahlrumpf setzte sich auf den Grund der Bucht, 27 m tief, im weichen Schlammen, der das Heck bis zum Turm begrub. Mit ihm gingen alle, die noch in seinem Inneren waren. Die Regierungskommission unter Vorsitz von Vizepremier Viacheslavnerhalb von Stunden in Sevastopol ein.
Zwei Wochen lang wurden Zeugen befragt, Taucher verhört, technische Gutachter konsultiert. General der Spionageabwehr, Chirin, sammelte Aussagen von 250 Personen. Das Ergebnis der Untersuchung war auf dem Papier eindeutig. Eine deutsche Grundmiene aus dem Zweiten Weltkrieg, liegen geblieben auf dem Boden der Bucht hatte den Novodrossisk versenkt.
Nach dem Unglück hatten Taucher tatsächlich 17 undonierte Minen in der Bucht gefunden. Drei davon in einem Radius von 100 m um die Unglücksstelle. Doch die Widersprüche dieser Version waren von Anfang an nicht zu übersehen. Die Batterien deutscher Grundminen konnten unmöglich 10 Jahre in Salzwasser intakt bleiben.
Die Zeitzünder dieser Waffen arbeiteten mit Intervallen, die durch sechs teilbar waren. Der Novodressiesk aber explodierte 8 Stunden nach dem Festmachen. und entscheidend an derselben Boah hatten in den Jahren zuvor dutzende schwerer Kriegshüfe gelegen, ohne dass eine Miene detoniert wäre. Die zweite Version wies in eine andere Richtung und war für den Kremmel noch unangenehmer.
Prinz Junio Valerio Borgese, Kommandeur der berühmten zehnten Flottille der italienischen Marine, hatte öffentlich geschworen, die Wegnahme des Julio Caesare zu rechen. Seine Kampfschwimmer hatten im Dezember 1941 im Hafen von Alexandria die britischen Schlachtschiffe Vallant und Queen Elizabeth mit Haftminen auf den Grund des Hafens geschickt, indem sie nachtauchend die Sprengladungen direkt an den Kielplatten befestigten.
Dieselbe Methode, dieselbe Technik, dieselbe Flottille. Und auffallend, sämtliche italienischen Handelsschiffe hatten den Hafen von Sevastopol in den Tagen vor der Explosion verlassen, als hätten ihre Kapitäne gewusst, was kommen würde. Koschow ließ beide Versionen begaben. Eine öffentliche Untersuchung, die ergeben hätte, dass das Flagschiff der Schwarzmehrflotte mitten im sowjetischen Marinestützpunkt von ausländischen Saboteuren versenkt wurde, wäre eine internationale Demütigung gewesen, die er sich nicht leisten konnte.
Die gesamten Unterlagen der Kommission wurden für 50 Jahre klassifiziert. Admiral der Flotte Kusnetzov, der nicht einmal in Sevastopol gewesen war, wurde zum Vizeadmiral degradiert und mit Berufsverbot aus dem Dienst entlassen. Pasomenko verlor seinen Posten und erhielt einen dienstlichen Verweis. Das Bauprogramm für eine große Hochseeflotte, für das Kusnitzow jahrelang gekämpft hatte, wurde vollständig eingestellt.
Dutzende halbfertige Schiffe wurden auf den Werften zu Schrott geschnitten, bevor sie jeder berührt hatten. Im Sommer 1950, genau 9 Monate nach dem Untergang wurde das Wrack durch Einblasen von Druckluft vom Grund gehoben und zur Werft geschleppt. Dort wurde der Rumpf des Novodrossisk zerlegt und eingeschmolzen.
Die offizielle Opferzahl lautete 829 Tote, wobei einige Quellen von über 600 bestätigten Todesfällen sprechen und die Gesamtzahl der Vermissten nie vollständig geklärt wurde, was bis heute niemand mit Sicherheit sagen kann, wer in jener Nacht wirklich den Abzug betätigt hat. Wenn euch diese Geschichte bewegt hat, lasst ein Like da und schreibt in die Kommentare, welche Version der Ereignisse euch am wahrscheinlichsten erscheint.
Die deutsche Miene oder die italienischen Kampfschwimmer. Abonniert den Kanal, um keine weiteren Geschichten über die Geheimnisse des kalten Krieges zu verpassen. M.
News
Die 5 brillantesten deutschen Generäle, von denen Sie nie gehört haben DD
Haben Sie sich jemals gefragt, welche brillanten Militärstrategen im Schatten der Geschichte verschwanden? Während Namen wie Rommel, Guderian oder Mannstein,…
Giotto Bizzarrini: Wie ein Ferrari-Rebell sein eigenes Superauto baute DD
Es gibt eine Nacht im Jahr 1961, die Geschichte des italienischen Automobilbaus für immer verändert hat. Keine Rennstrecke, kein Triumph,…
Bruce Lee Scherzte Mit Einem Marine Schlag Mich — Nicht Wissend Er War Boxing Champion; 4 Sekunden S DD
Camp Pendleton, Kalifornien. September 1967. Die Marinebasis lag unter brutaler Nachmittagssonne. Hitze strahlte von Beton, Staub in der Luft. Das…
ALICE WEIDEL ZERLEGT FRIEDRICH MERZ VOLLSTÄNDIG – LIVE IM TV VOR MILLIONEN ZUSCHAUERN ! DD
In einer Welt, in der Politik oft wie Chaos klingt, schnitt eine Stimme durch den Lärm, als Friedrich März versuchte,…
„Sie haben uns kaputtes Spielzeug hinterlassen“: Wie australische Wollsocken die Nazis vernichteten DD
Stellen Sie sich vor, Sie werden in einen Fleischwolf geworfen , völlig umzingelt von der tödlichsten Armee der Welt, nur…
Hitlers GEHEIMES URAN in der ANTARKTIS Was verbargen Deutschland und Japan in ihrem NUKLEAREN PAKT? DD
Mai 1941. Der Hilfskreuzer Atlantis steuerte auf den Kergölen Archipel in der subantarktischen Zone zu. Ein abgelegenes Gebiet, unbewohnt und…
End of content
No more pages to load






