Macadamia-Alarm und Tierheim-Kollaps: Hunde-Profi Martin Rütter rechnet ab – Diese 3 fatalen Fehler machen Sie garantiert an Weihnachten!
Er ist mehr als nur ein Trainer; er ist eine Institution. Für Millionen Deutsche ist Martin Rütter der unbestrittene „Hunde-Profi“, ein „Hunde-Erklärer“ mit fast 30 Jahren Erfahrung, der mit entwaffnender Ehrlichkeit und einem einzigartigen Humor die Abgründe der menschlich-tierischen Beziehung beleuchtet. Im Interview mit dem rbb stellt sich der Mann, den manche scherzhaft als „Seine Heiligkeit“ bezeichnen, den drängendsten Fragen der Gegenwart. Doch während Rütter auf der Bühne mit Anekdoten über komische Hundebesitzer für Lacher sorgt, liefert er eine schockierende Analyse: Die deutsche Gesellschaft taumelt in eine „Wegwerfmentalität“, die unsere Tierheime an den Rand des Kollapses treibt. Und gerade die besinnlichste Zeit des Jahres birgt für unsere Vierbeiner die lautlosesten und tödlichsten Gefahren.

Der stumme Horror unterm Weihnachtsbaum
Weihnachten. Die Zeit der Lichterketten, der Gemütlichkeit und der Schokolade. Doch genau diese idyllische Vorstellung wird von Martin Rütter mit einer Reihe von gnadenlosen Warnungen zerrissen. Er schildert die Feiertage als eine Hochrisikozone, in der naive Besitzer ihre geliebten Hunde unwissentlich in Lebensgefahr bringen.
Die Liste der Gefahren beginnt bei der Dekoration. Es ist nicht der „wilde Hund“, der den Baum umreißt, sondern oft der kniehohe Vierbeiner, dessen wedelnde Rute die empfindlichen Glaskugeln vom Ast fegt. Die Scherben am Boden werden zur akuten Bedrohung. „Das ist, finde ich, ganz logisch, man denkt aber nicht immer daran“, so Rütter. Ein einfacher Austausch von Glas- zu Plastikkugeln kann hier das Leben retten.
Viel gravierender ist jedoch das kulinarische Minenfeld. Schokolade, ein fester Bestandteil der Festtagstradition, enthält den für Hunde giftigen Stoff Theobromin. Die Dosis macht das Gift: während ein Riegel Kinderschokolade für einen Schäferhund noch harmlos sein mag, stellen 200 Gramm Bitterschokolade für einen Dackel eine ernste, lebensbedrohliche Gefahr dar. „Je dunkler die Schokolade ist, je höher ist die Dosis“, mahnt Rütter.
Doch die Schock-Warnung kommt, als das Gespräch auf die allgegenwärtigen Nüsse fällt. Hier enthüllt Rütter eine Gefahr, die selbst vielen aufmerksamen Besitzern unbekannt ist und die er als „größtes Problem“ bezeichnet. „Eine Handvoll Macadamia-Nüsse, das ist erst mal nicht viel, reichen aus, um einen Hund mit 30 kg umzubringen. Also Macadamia-Nüsse, hochgiftig für Hunde.“ Die emotionale Wucht dieser Aussage ist immens. Rütter selbst gesteht, zu Weihnachten „hysterisch“ zu sein: „Bei uns steht alles hoch.“ Diese unverblümte Ehrlichkeit zwingt jeden Leser, die eigenen Weihnachtsvorbereitungen kritisch zu hinterfragen.
Als praktische Lösung für die „Bescherungs-Ecke“ rät der Hunde-Profi zu einer fast schon „Old-Fashioned“-Methode: dem guten alten Kauknochen. Er empfiehlt Familien mit Kindern, dem Hund zuerst seinen Knochen zu geben, ihn auspacken und genüsslich darauf kauen zu lassen. Während der Hund abgelenkt ist und im Körbchen seinen Schatz bearbeitet, kann die restliche Familie in Ruhe die Bescherung genießen. Ein simpler, aber effektiver Tipp, der Stress für Mensch und Tier vermeidet.
Die drei fatalen Fehler der Hundewahl: Die Partnerwahl über die Optik
Martin Rütter ist nicht umsonst als derjenige bekannt, der eher den Menschen als das Tier trainiert. Sein Blick auf die Hundebesitzer-Szene ist schonungslos und komisch zugleich. Er beschreibt die fast schon absurde Situation, in der Menschen ihm Hunderte von Fotos ihrer Vierbeiner zeigen, aber keines von ihrem Lebenspartner. Das Bedürfnis nach Goutieren und Bestätigung über die Schönheit des Tieres scheint oft größer als die Bereitschaft, sich der Verantwortung zu stellen.
Auf die Frage nach den größten Fehlern, die Hundebesitzer machen, liefert Rütter eine erschreckend einfache Top 3, die den Kern vieler Tierleid-Geschichten trifft:
1. Die uninformierte Anschaffung: Der allererste Fehler ist der Kauf selbst. „Die Menschen doch immer noch relativ uninformiert sich einen Hund kaufen.“ Die Entscheidung wird zu häufig nicht über den Kopf, sondern über das Gefühl – und die Optik – getroffen. „Das heißt, die Partnerwahl Hund nur über Optik. Das wissen wir bei Menschen, das ist auch nicht immer nur der klügste Weg.“ Die emotionale Tragweite dieses Punktes ist enorm: Ein Tier, das 15 Jahre lang ein Familienmitglied sein soll, wird wie ein spontanes Accessoire ausgewählt, basierend auf dem „Oh, ist der süß“-Moment.
2. Die Unterschätzung des Zeitfaktors: Die nächste Hürde ist die Zeit. Rütter erlebt es oft, dass Menschen einen Hund in den Urlaubswochen anschaffen und dann beim Wiedereinstieg in die Vollzeit-Arbeit ratlos sind. „Zeit ist der größte und wichtigste Faktor. Ich muss Zeit haben.“ Dieser Punkt trifft den Nerv einer leistungsorientierten Gesellschaft, die versucht, ein Lebewesen in einen überfüllten Terminkalender zu quetschen.
3. Mangelnde Beschäftigung: Spazierengehen allein reicht nicht. Der dritte fatale Fehler ist die Unterschätzung des Bedarfs an mentaler und körperlicher Beschäftigung. Hunde brauchen mehr als nur Gassi-Runden, sie benötigen Aufgaben, die ihren Geist fordern. Wer dies vernachlässigt, schafft sich nicht nur einen unterforderten, sondern oft auch einen problematischen Hund.
Dazu kommt die finanzielle Realität, die oft ausgeblendet wird. Rütter kalkuliert, dass ein Hund vom Welpenalter bis zum Alter von 15 Jahren gut 20.000 Euro kostet – und das Futter sei dabei noch das kleinste Problem. Tierkrankheiten können schnell ins Astronomische gehen.

Die „Bankrott-Erklärung“ des Hundebesitzers und die Rückruf-Regel
Martin Rütter hat ein feines Gespür für jene Momente im Alltag, die zwar komisch wirken, aber tiefe Probleme im Mensch-Hund-Verhältnis offenbaren. Eine seiner berühmtesten Pointen zielt auf den Klassiker unter den Ausreden: „Der will nur spielen.“
Rütter beschreibt die typische Kette des Kontrollverlusts: Man joggt, der Hund rennt hinterher, der Halter schreit: „Der tut nix.“ Dann springt er den Jogger an: „Der will nur spielen.“ Und wenn es zum Biss kommt, folgt die verzweifelte Erklärung: „Oh, das hat er noch nie gemacht.“ Für Rütter ist dieser Satz eine „Bankrott-Erklärung“. Er signalisiert, dass der Besitzer in diesem Moment keine Kontrolle mehr über sein Tier hat und die Verantwortung für dessen Jagdtrieb oder Aggression abgibt.
Dieser Kontrollverlust manifestiert sich besonders beim Rückruf, wenn der Hund gerade mit anderen Hunden spielt. Ein Hundehalter in der Region beschreibt das Dilemma: Die junge Hündin tobt, ignoriert den Ruf und „haut gerne mal ein ziemliches Stück ab“. Rütters Antwort ist hier psychologisch und erzieherisch brillant, denn er zieht den Parallelen zur Kindererziehung.
„Wie groß ist die Chance, dass ein 9-Jähriger, der gerade mit seinen Freunden im Garten tobt, dass ich sage, komm mal her. Er sagt sofort, das ist eine super Idee, ich komme.“ Die Chance ist gering. Die große Kunst ist es, sich in dieser Entwicklungsphase nicht vom Hund ignorieren zu lassen und damit den Rückruf zu entwerten. Sein Rat: „Ich versuche in der Phase zu vermeiden, den Hund zu rufen, wenn ich mir nicht sicher bin.“ Man muss die „Wette“ eingehen, nur dann zu rufen, wenn eine kurze Spielpause eintritt, in der die Aufmerksamkeit des Hundes kurz frei wird. Nur so kann vermieden werden, dass der Hund lernt, auf Durchzug zu schalten.
Die Allüren von Emma und das Bett-Dilemma
Trotz aller professionellen Strenge ist Rütter selbst ein liebevoller Hundebesitzer seiner Mischlingshündin Emma, die er scherzhaft als „Seine Heiligkeit Emma“ bezeichnet, da sie inzwischen durch seine eigene Bekanntheit so berühmt ist, dass sie fast schon eigene Autogrammkarten braucht.
Seine Bühnen-Anekdoten über den Hund im Bett sind legendär, denn sie führen die Absurdität unserer Hundeliebe ad absurdum: Der Hund, der „Pferdekötel“ frisst oder ein Ochsenziemer verdrückt hat, wird beim nächtlichen Aufwachen mit süßlichem Gesäusel ins Bett geholt, während der Mensch mit weit geringeren Vergehen rausfliegt. „Irgendwas stimmt mit uns nicht!“, ruft er auf der Bühne, während sein Publikum kollektiv lacht und sich ertappt fühlt.
Doch auch hier liefert Rütter eine tiefgründige Lösung. Er selbst lässt Emma ins Bett, aber mit einer entscheidenden Einschränkung: Der Mensch macht die Regeln. „Das ist ein super wichtiger Punkt. Ich möchte, dass der Hund schon lernt, dass das unter dem Strich das Haus ist, das mir gehört, und er auch da lebt. Und nicht, ich bin da Servicepersonal in seinem Haus.“ Neben dieser hierarchischen Notwendigkeit nennt er einen weiteren, sehr praktischen Grund: „Sie sieht halt oft aus wie Sau. Und wenn sie selber entscheidet, springt sie rein oder nicht, ist das einfach blöd.“ Die Lektion ist klar: Nähe ja, aber auf Augenhöhe, nicht als Untergebener.

Die Tierschutz-Katastrophe: Deutschlands Tierheime vor dem Kollaps
Die heiteren Anekdoten und die pragmatischen Tipps weichen einer tiefen Besorgnis, als Martin Rütter über sein Engagement für die „Tierheimhelden“ und den Tierschutz spricht. Hier schlägt der Ton von humorvoll auf journalistisch-ernst um.
Rütter, der seit 30 Jahren Tierschutz betreibt, zeichnet ein düsteres Bild: „Der deutsche Tierschutz steht kurz vorm Kollaps.“ Die Gründe sind eine toxische Mischung aus steigenden Kosten und einer zynischen gesellschaftlichen Entwicklung. Die Preise sind explodiert, die Tierheime können die enormen Kosten kaum noch stemmen. Gleichzeitig leben wir laut Rütter „immer mehr in einer totalen Wegwerfgesellschaft“, in der sich Menschen „lapidar einen Hund anschaffen“ und ihn dann, sobald es unpassend wird, einfach entsorgen.
Das Ergebnis ist eine Überfüllung der Tierheime und eine massive Überlastung der Mitarbeiter. Martin Rütter bewundert die Tierpfleger zutiefst: Sie arbeiten für Mindestlohn, leisten harte körperliche Arbeit und sind einer starken psychischen Belastung ausgesetzt. Trotzdem sind sie „mit Feuereifer dabei“ und federn die rücksichtslose Verantwortungslosigkeit der Gesellschaft ab.
„Ich finde es hart, dass das politisch so wenig unterstützt wird. Da müsste mehr passieren“, fordert Rütter eindringlich. Das Leid geht dabei über Hunde und Katzen hinaus. Er berichtet von illegal gehaltenen und dann ausgesetzten Schnappschildkröten, die in Seen oder Parks gefunden werden – Tiere, die mit ihrer beeindruckenden Schnappkraft Finger abbeißen könnten und dann den Rest ihres Lebens im Tierheim verbringen müssen.
Doch gerade zum Fest wird dieses Problem am offensichtlichsten: Martin Rütter warnt eindringlich davor, Tiere zu verschenken. Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen, die oft unter dem Weihnachtsbaum landen, sind keine „Streicheltiere“. Der Hamster ist nachtaktiv und möchte tagsüber schlafen, das Kaninchen will nicht auf den Schoß. Eltern, die glauben, ein Tier sei ein tolles Geschenk, verpassen die Botschaft: „Die Botschaft, ein Tier zu verschenken, [ist] echt daneben.“
Fazit: Die wahre Komplexität der Partnerschaft
Martin Rütters umfassende Analyse – von der tödlichen Macadamia-Nuss bis zum drohenden Kollaps des Tierschutzes – ist ein dringender Appell an die Verantwortung und die Vernunft. Er lehrt uns, dass die Beziehung zum Hund weit über die bloße Dressur hinausgeht; sie ist eine tiefgreifende Partnerschaft, die Wissen, Zeit, Geld und vor allem Regeln erfordert.
Wer einen Hund hält, hat die moralische Pflicht, ihn vor den unbeabsichtigten Gefahren des eigenen Haushalts zu schützen und ihn nicht in die Hände einer Wegwerfgesellschaft zu geben, deren Naivität die Tierheime zerstört. Martin Rütter bietet uns keine einfachen Antworten, sondern einen Spiegel, in dem wir die oft absurde Realität unserer Tierliebe sehen können. Die wichtigste Lektion bleibt: Die Liebe zum Hund muss auf Verstand, Respekt und einer klaren Hierarchie basieren, damit diese einzigartige Beziehung nicht zum Horror für Mensch und Tier wird. Martin Rütter, der Hunde-Profi, der uns immer wieder daran erinnert, dass wir nicht das Servicepersonal im Haus unserer Hunde sind, ist damit eine unverzichtbare Stimme in der aktuellen Debatte um Tierschutz und Tierhaltung.
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