Stefan Mross ist eine Institution. Wer an deutsche Volksmusik und sonntägliche Unterhaltung denkt, kommt an seinem Namen nicht vorbei. Seit Jahrzehnten prägt der gebürtige Traunsteiner mit seiner Trompete und seinem charmanten Lächeln die Wohnzimmer von Millionen Zuschauern. Doch wer glaubte, das Leben des „Immer wieder sonntags“-Moderators sei ein einziges bayerisches Idyll aus Applaus und Heiterkeit, wird nun eines Besseren belehrt. Drei Jahre nach der Scheidung von Anna-Carina Woitschack hat Stefan Mross das Schweigen gebrochen und Einblicke gewährt, die so tiefgreifend wie erschütternd sind.
Die Fassade der Fröhlichkeit

Schon früh wurde Mross als musikalisches Ausnahmetalent gefeiert. Der frühe Ruhm brachte jedoch nicht nur Privilegien, sondern auch eine Last mit sich, die er jahrelang im Verborgenen trug. Auf der Bühne der perfekte Unterhalter, privat ein Mann, der unter dem immensen Druck litt, ständig funktionieren zu müssen. Mross gestand nun offen, dass er jahrelang Ängste und Zweifel verdrängte. Er glaubte, sich keine Schwäche erlauben zu dürfen, um seine Glaubwürdigkeit als Künstler nicht zu gefährden. Dieses „Dauerschmunzeln“ vor der Kamera wurde zu einem Schutzschild, das ihn jedoch innerlich immer einsamer machte.
Die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Bild des ewigen Sonnenscheins und der persönlichen Realität war zeitweise kaum noch zu ertragen. Während das Publikum ihn feierte, fühlte sich Mross innerlich oft verloren. Er beschreibt diese Phase als eine Zeit, in der der Applaus die Stille in seinem Privatleben nicht mehr füllen konnte.
Das bittere Ende einer großen Hoffnung
Die wohl schmerzhafteste Zäsur in seinem Leben war das Scheitern seiner Ehe mit Anna-Carina Woitschack. Die Hochzeit im Jahr 2020 galt vielen als der ultimative Neuanfang für den Musiker. Doch hinter den Kulissen der glitzernden Schlagerwelt sah es anders aus. Die Trennung im Jahr 2022 war für Mross weit mehr als nur das Ende einer Beziehung; es war der Zusammenbruch eines Lebensentwurfs. Er hatte an die Beständigkeit geglaubt, an ein gemeinsames Alter, an Sicherheit.
Besonders tragisch: Anna-Carina selbst äußerte sich später mit tiefer Anteilnahme. Sie sah, wie Stefan den emotionalen Druck in sich hineinfraß. Es gab Momente der Hilflosigkeit und Tränen, die nicht aus Wut, sondern aus purer Verzweiflung flossen. Zwei Menschen, die sich liebten, verloren sich im Strudel aus beruflichen Verpflichtungen, öffentlicher Beobachtung und unterschiedlichen Lebensrhythmen. Dass Liebe allein manchmal nicht ausreicht, um den Druck der Öffentlichkeit standzuhalten, ist eine der bittersten Lehren, die Mross ziehen musste.
Gesundheitliche Warnsignale und der Wendepunkt
Mit dem Erreichen seines 50. Lebensjahres forderten Körper und Seele ihren Tribut. Jahrzehnte des „Immer-Präsent-Seins“ hinterließen deutliche Spuren. Stressbedingte Schlafstörungen, innere Unruhe und Erschöpfungszustände machten deutlich, dass es so nicht weitergehen konnte. Mross beschreibt das Gefühl, als würde der Boden unter den Füßen nachgeben – eine innere Erschütterung, die schwerwiegender war als jeder öffentliche Skandal.

Dieser Tiefpunkt wurde jedoch gleichzeitig zum Wendepunkt. Stefan Mross lernte, dass wahre Stärke darin liegt, sich seine Verletzlichkeit einzugestehen. Er suchte sich Hilfe, akzeptierte seine Grenzen und begann, sein Leben bewusster zu gestalten. Nicht mehr jede Erwartung musste um jeden Preis erfüllt werden. Die Musik, die ihn seit seiner Kindheit begleitet, wurde dabei erneut zu seinem Anker – nun jedoch nicht mehr als reines Handwerk, sondern als Ventil für seine wahren Gefühle.
Ein neues Leben in Ruhe und Klarheit
Heute blickt Stefan Mross mit einer neuen Reife auf seine Vergangenheit. Er sieht seine Krisen nicht mehr als Scheitern, sondern als notwendige Korrekturen. Besonders seine Tochter Johanna gibt ihm den Halt, den er in der Welt der Gagen und Einschaltquoten oft vermisste. Finanziell ist er zwar unabhängig, doch er weiß heute besser denn je: Wohlstand ist keine Garantie für inneren Frieden.
Mross ist ruhiger geworden. Sein Blick auf die Liebe ist nicht mehr von romantischen Idealen verklärt, sondern von der Sehnsucht nach Echtheit und Begegnungen ohne Maske geprägt. Wenn er heute auf der Bühne steht, dann mit der Erfahrung eines Mannes, der durch das Tal der Tränen gegangen ist und gelernt hat, dass die leisen Wahrheiten des Lebens oft die wichtigsten sind. Es ist ein neues Kapitel für Stefan Mross – eines, das weniger vom Schein, dafür aber umso mehr vom Sein erzählt.
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