Er war der Prince of Darkness, eine   Legende des Heavy Metal und nun ist er   gegangen. Ossie Osborne ist tot. Mit 76   Jahren hat er die Bühne des Lebens   endgültig verlassen. Für Millionen war   er mehr als nur ein Rockstar. Er war ein   Mythos, ein Phänomen, ein unkaputtbares   Original.

 Doch sein Leben war alles   andere als leicht.   Hinter der Fassade des lauten   exzentrischen Bühnenmonsters verbarg   sich ein Mann, der immer wieder gegen   sich selbst kämpfte, gegen Drogen, gegen   Krankheit. und gegen den eigenen   Verfall. In diesem Video blicken wir   zurück auf sein bewegtes Leben und auf   das tragische Ende eines der größten   Musiker unserer Zeit.

 

 Geboren wurde er   am 3. Dezember 1948 in der tristen   Arbeiterstadt Birmingham. Als John   Michael Osborne wächst Ossi in ärmlichen   Verhältnissen auf. Schon früh zeigt   sich, er ist anders. In der Schule wird   er gemobbt, er leidet unter Dyslexie,   ist oft verträumt, rebellisch und zieht   sich in seine eigene Welt zurück.

 

 Er   schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch,   landet wegen Einbruch, sogar kurz im   Gefängnis. Doch dann verändert einziger   Moment sein Leben. Er gründet mit ein   paar Freunden die Band Black Sabbath und   legt damit den Grundstein für ein   Musikgenre, das bis dahin so nicht   gegeben hatte.

 

 Düster, roh und voller   Wucht. Heavy Metal war geboren und Ossi   wurde sein erstes Gesicht. Mit Songs wie   Paranoid, Iron Man und Warpcks   revolutioniert Black Sabbath die   Rockwelt. Ossis markante Stimme, sein   unberechenbares Bühnenverhalten und sein   Fable für das Dunkle machen ihn zum   Antihelden einer ganzen Generation.   Doch der Ruhm hat seinen Preis.

 

 Bereits   in den 70ern rutscht Ossi tief in   Alkohol und Drogen ab. Er ist   unzuverlässig, zerstörerisch, oft kaum   ansprechbar.   1990   wird er aus seiner eigenen Band   geworfen, angeblich, weil er selbst für   Black Sabbath zu exzessiv war. Die   meisten hätten an diesem Punkt alles   verloren, aber nicht Ossi.

 

 Statt zu   fallen, steigt er wie ein Phönix aus der   Asche. Seine Solokarriere wird ein   Triumph.   Blizzard of Oss, sein erstes Album nach   dem Aus bei Black Sabbath, schlägt ein   wie eine Bombe. Crazy Train wird zum   Kulthit. Die Platten verkaufen sich   millionenfach, doch auch hier begleiten   ihn die Skandale.

 

 Der legendäre Biss in   eine Fledermaus auf der Bühne, das   Pinkeln auf ein Denkmal in Texas.   Lebenden Rock and Roll Karikatur.   Gleichzeitig bleibt er ein getriebener.   Die Drogen, der Alkohol, sie lassen ihn   nicht los. Immer wieder taumelt er am   Rand der Zerstörung, wird zur tragischen   Figur im eigenen Film.   In den 2000er Jahren lernen wir eine   neue Seite von Ossi kennen.

 

 Die Reality   Show The Osborns zeigt ihn als   schrulligen, fluchenden Familienvater,   halb Rockstar, halb Rentner. Millionen   Zuschauer feiern ihn für seine   Authentizität, seine Unbeholfenheit,   seine menschliche Seite. Doch hinter den   Kulissen geht es ihm immer schlechter.   2003 überlebt er nur knapp einen   schweren Quadunfall.

 

 Später folgt die   Diagnose Parkinson, eine unheilbare   Krankheit. die ihn langsam, aber   unaufhaltsam lähmt. Trotzdem kämpft er   weiter, geht ins Studio, bringt Alben   heraus, kündigt Touren an, auch wenn er   sie oft krankheitsbedingt absagen muss.   Der Wille ist da, doch der Körper macht   nicht mehr mit.

 

 Im Juli 2025 steht er   ein letztes Mal auf der Bühne beim Back   to the Beginning Konzert in seiner   Heimatstadt Birmingham. Black Sabbath   spielen ein letztes Mal gemeinsam. Ossie   sitzt auf einem Thron, kann sich kaum   noch bewegen, doch seine Stimme ist da,   kraftvoll, ungebrochen. Die Fans weinen,   jubeln, feiern ihn ein letztes Mal.

 

 Es   ist ein würdiger Abschied. Zwei Wochen   später stirbt Ossie Osborne im Kreis   seiner Familie, wie es heißt. Eine Era   geht zu Ende. Der letzte große   Metalgigant ist gegangen. Was bleibt,   ist ein musikalisches Vermächtnis, das   seinesgleichen sucht. Über 100 Millionen   verkaufte Tonträger.

 

 Der Einfluss auf   unzählige Bands, die Einführung des   Osfest, das Generationen von Metal Fans   geprägt hat und ein Platz in der Rock   and Roll Hall of Fame. Aber vor allem   bleibt das Bild eines Mannes, der nie   perfekt war, aber immer echt, der   gefallen ist und wieder aufgestanden   ist, der sich nie verstellt hat, egal   wie verrückt er erschien.

 

 I Osborne war   ein Rockstar alter Schule. Einer, wie es   ihn heute nicht mehr gibt. Ruhe in   Frieden. Prince of Darkness. Die Bühne   gehört jetzt den anderen, aber niemand   wird sie Jeso betreten wie du.