Deine Zeit ist vorbei, Peter. Jetzt ist die Ehre des modernen Pop. Diese Worte sprach Dieter Bohen 30 Minuten vor Peter Mafys Konzert. Er dachte, niemand würde es hören. Er lag falsch. Vor 10 000 Zuschauern holte Peter ihn auf die Bär. Was in den nächsten 2 Minuten passierte, schockierte ganz Deutschland.

 Berlin, Waldbühne, ein warmer Juni Abend 2019. Die Sonne steht tief am Horizont und taucht das legendäre Amphitheater in ein goldenes Licht. 10 000 Menschen strömen durch die Eingänge, Familien, Paare, Gruppen von Freunden. Manche sind in ihren 60ern, andere gerade mal 20. Sie verbindet eines, die Liebe zur Musik von Peter Mafai, dem Mann, der seit über 5 Jahrzehnten deutsche Musikgeschichte schreibt.

 Backstage herrscht die übliche, kontrollierte Hektik vor einem großen Konzert. Techniker überprüfen zum letzten Mal die Verkabelung. Tontechniker justieren die Monitore. Die Band stimmt ihre Instrumente. Peters Gitarrist spielt ein paar Rifs, um warm zu werden. Der Bassist überprüft seine Pedale. Alles läuft nach Plan. Alles ist vorbereitet.

Peter Mafai selbst sitzt in seiner Gaberobe. Ruhig, konzentriert, wie immer vor einem Auftritt. Er trinkt einen Kaffee schwarz ohne Zucker. Seine Routine seit Jahrzehnten. Ein Knopfen an der Tür. Herein ruft Peter. Sein Manager steckt den Kopf herein. Alles bereit. Noch 45 Minuten bis Showtime. Gut. Danke, Martin.

 Peter steht auf, streckt sich. Er geht hinaus in den Backstaitch Bereich. Dort steht ein Kitteringtisch mit Obst, Sandwiches und Getränken. Er nimmt sich einen Apfel, beißt hinein, genießt die Ruhe vor dem Sturm, dann hört er eine Stimme. Laut, durchdringend, unmissverständlich. Peter Mafi, der Mann Hims Peter dreht sich um. Pieter Bohen steht da.

Sonnenbrille auf dem Kopf. Die seine Jacke. Breites Grinsen. Er ist nicht als Gast angekündigt. Niemand hat ihn eingeladen. Dieter sagt Peter neutral. Was für eine Überraschung. Ja, ich war gerade in meinem Studio hier in Berlin. Dachte mir, ich schaue mal vorbei. Sehe, was der alte Peter so macht. Altes Peter.

 Die Worte hängen in der Luft wie ein schlechter Geruch. Großes Konzert heute oder fährt Bohen fort? Ja, antwortet Peter. Ausverkauft. Natürlich ausverkauft. Du hast ja auch treue Fans. Sehr treue Fans. Bohen betont das Wort Treue auf eine Art, die nicht wie ein Kompliment klingt. Deine Fans halten zu dir. Das ist schön. Wirklich schön.

 Loyalität ist wichtig, besonders im Alter. Peter sagt nichts. Er kennt Dieter Bohen seit vielen Jahren. Nicht gut, aber gut genug, um zu wissen, dass der Mann selten grundlos auftaucht und noch seltener grundlos spricht. Weißt du, Peter Bohen lehnt sich gegen den Tisch. Ich habe großen Respekt vor dem, was du gemacht hast.

 Wirklich? 50 Jahre Karriere, das ist beeindruckend. Nicht viele schaffen das. Danke. Aber Bohen macht eine bedeutungsvolle Pause. Du musst doch selbst sehen, dass sich die Zeiten geändert haben. Massiv geändert. Peter stellt seinen Apfel ab. Langsam. Bedächtig. Wie meinst du das? Na ja, die Musikindustrie ist nicht mehr wassihbar.

 Die Leute konsumieren heute anders. Streaming, Playlists, Algorithmen und sie wollen andere Sounds, modernere Produktionen, elektronische Beats, Autotone, diese ganzen neuen Technologien. Ich bin mir dessen bewusst. Bist du das? Bohenstone wird eine Spur schärfer. Weil, wenn ich ehrlich bin, Peter, deine Musik klingt immer noch wie vor 30 Jahren.

 Mehrere Personen im Backstage Bereich haben das Gespräch jetzt mitbekommen. Peters Tourmanager Martin erstarrt mitten in einem Telefongespräch. Zwei Techniker halten inne. Peters Gitarrist Anne sieht von seinem Instrument auf. Sie alle spüren, dass hier gerade etwas Unangenehmes passiert. Musik hat ihren eigenen Charakter, sagt Peter ruhig.

 Meine Musik hat einen bestimmten Stil. Das ist gewollt. Stil. Ja, Bohen lacht kurz auf. Das ist ein gutes Wort. Aber weißt du, was Stil in der modernen Musikwelt bedeutet? Es bedeutet Evolution. Anpassung. Und ich sehe bei dir keine Anpassung. Peter verschränkt die Arme. Ich passe mich dem an, was ich für richtig halte, nicht dem, was gerade im Trend ist. Genau das ist das Problem.

Bohens Stimme wird lauter. Du verstehst nicht, dass Trends wichtig sind. Trends sind was die Leute wollen, was die Leute kaufen, was die Leute streamen. Meine Konzerte sind ausverkauft, Dieter. Ja, von deinen alten Fans. Aber wo sind die jungen Leute? Wo sind die 20-jährigen? Die 25-Jährigen? Sie sind da in meinem Publikum.

 Bohen schüttelt den Kopf. Ein paar vielleicht mit ihren Eltern, aber sie kommen nicht wegen dir. Sie kommen, weil Mama und Papa sie mitschleppen. Die Atmosphäre ist jetzt eisig. Martin, der Manager macht einen Schritt nach vorne, aber Peter hebt gleich die Hand. Ein Zeichen. Ich habe das unter Kontrolle.

 Weißt du, was ich denke, Peter? Bohlen kommt einen Schritt näher. Ich denke, du lebst in der Vergangenheit. Du klammerst dich an etwas. das nicht mehr existiert. Ruck ist tot, die Gitarre ist tot. Die Band ist tot. Alles, wofür du stehst, ist Geschichte. Peter lässt die Worte auf sich wirken. Sein Gesicht bleibt ruhig, aber in seinen Augen flackert etwas.

Eine kleine Verhärtung. Das ist eine interessante Theorie. Das ist keine Theorie. Das ist die Realität. Schau dir die Charts an. Schau dir Spotify an. Hop dominiert. Hiphop dominiert. Elektronische Musik dominiert. Rock. Rock ist irgendwo auf Platz 50. Wenn überhaupt. Charts sind nicht alles. Doch Peter, das sind sie.

 Charts zeigen, was die Menschen wollen und die Menschen wollen dich nicht mehr. Nicht wirklich. Sie wollen die Nostalgie, die Erinnerung, aber nicht dich. Die Worte treffen wie Peitschenhiebe. Bohlen sieht zufrieden aus. Er hat sein Gift versprüht. Deine Zeit ist vorbei, Peter. Jetzt ist die Ehre des modernen Pop. Meine Era.

 Die Ehra von Leuten, die verstehen, wie die Industrie funktioniert. Peter atmet tief ein. Aus. Sein Manager Martin sieht besorgt aus. Ahne, der Gitarrist. Balt die Fäuste. Aber Peter bleibt ruhig. unnatürlich ruhig. Das ist deine Meinung, Dieter. Das ist nicht nur meine Meinung. Frag jeden in der Industrie. Jeder weiß es.

 Manche sagen es nur nicht laut. Bohen grinst wieder. Selbstzufrieden. Aber hier, es ist okay. Du hattest eine gute Laufbahn. Eine sehr gute Laufbahn. Sei stolz darauf. Genieße deine letzten Jahre auf der Bühne. Er klopft Peter auf die Schulter. Herablassend, wie man einen alten Mann tröstet, der gerade schlechte Nachrichten bekommen hat.

 Und noch ein kleiner Rat für heute Abend: Versuch nicht zu viele alte Lieder zu spielen. Die jungen Leute im Publikum schlafen sonst ein. Er lacht über seinen eigenen Witz. Laut, unmäßig. Dann dreht er sich um. Ich muss los. Viel Erfolg heute. Du wirst ihn brauchen. Dieter Boh geht. Seine Schritte hallen im Betong nach. Peter steht da bewegungslos.

Die Stille nach Bohens Abgang ist drückend. Martin rennt zu ihm. Peter, das war das war unverschämt. Anne fügt hinzu. Wer denkt er, dass er ist? Dieser Arrogante ist Dieter noch im Gebäude, unterbricht Peter. Seine Stimme ist ruhig. Zu ruhig. Martin blinzelt. Was? Ich ja, ich glaube schon. Er müsste beim Hauptausgang sein.

 Warum? Peter denkt nach. 10 Sekunden, 20 Sekunden, 30 Sekunden. Dann beginnt ein Lächeln auf seinem Gesicht zu spielen. Es ist kein fröhliches Lächeln. Es ist das Lächeln eines Mannes, der gerade eine Entscheidung getroffen hat. Martin, besorge Dieter eine VIP-Karte. Erste Reihe mittig. Martin start ihn an. Du, du willst, dass er bleibt.

 Oh ja, ich will sehr, dass er bleibt. Peter, was hast du vor? Du wirst es sehen. Wir alle werden es sehen. 30 Minuten später. Die Waldböhne ist ein Meer aus Menschen. 10.000 Gesichter. Jung und alt. Die Sonne ist jetzt untergegangen. Die Bühnenlichter schaffen eine magische Atmosphäre. Die Stimmung ist elektrisierend.

Gespannte Erwartung liegt in der Luft. Die Vorband hat gerade ihr Set beendet. Jetzt ist es Zeit. Zeit für Peter Mafi. Die Lichter gehen aus. Das Publikum brüllt. Ein kollektiver Schrei aus 10000 Kehlen. Die Bühne bleibt dunkel. Dann langsam beginnt ein einzelner Scheinwerfer zu leuchten. Er zeigt auf die Bühne und dort steht er.

 Peter Mafai. Keine aufwendige Bühnenshow, keine Pyrotechnik, kein Schnickschnack, nur ein Mann mit einer Gitarre und einer Band hinter ihm, die seit Jahrzehnten zusammen spielt. Guten Abend, Berlin. Die Menge explodiert. Schön, dass ihr alle da seid. Schön, dass ihr gekommen seid, um Musik zu hören.

 Echte Musik, live gespielte Musik von echten Musikern. Der Applaus schwält an. Peter beginnt mit einem seiner Klassiker. Über sieben Brücken musst du gehen. Die ersten Akkorde erklingen. Die Menge singt sofort mit. Jedes Wort, jede Silbe. 10.000 Stimmen im Einklang. Das Lied endet. Standing Operations Peter lässt die Gitarre sinken. Er tritt ans Mikrofon.

 Wisst ihr, beginnt er? Ich habe heute etwas sehr Interessantes erlebt. Vor etwa einer Stunde hatte ich ein Gespräch. Ein sehr aufschlussreiches Gespräch. Das Publikum wird still, neugierig. Jemand hat mir gesagt, dass meine Zeit vorbei ist. Vereinzelte Burufe aus dem Publikum. Moment, lasst mich ausreden. Diese Person hat mir gesagt, dass Rock tot ist, dass die Gitarre tot ist, dass die Band tot ist, dass alles, wofür ich stehe, Geschichte ist.

 Jetzt b das halbe Stadion. Peter hebt beschwichtigend die Hand. Diese Person hat mir auch gesagt, dass ich heute Abend nicht zu viele alte Lieder spielen soll, weil ihr sonst einschlaft, besonders die jungen Leute unter euch. Das Ben wird lauter, wütender. Diese Person sitzt heute Abend hier in diesem Stadion in der ersten Reihe. Raun geht durch die Menge.

 Wer ist es? Sag uns wer. Peter deutet nach vorne. Die Scheinwerfer schwenken. Sie suchen und dann finden sie ihn. Pietaber Bohlen. Erste Reihe. Mittig. Er sitzt da plötzlich im gleißenden Licht. Sein Gesicht wird rot. Sehr rot. Sehr schnell. Dieter Bohlen. Meine Damen und Herren, die Reaktion ist gemischt. Einige klatschen, weil sie Bohen aus dem Fernsehen kennen. Viele, sehr viele Ben.

Laut, unmissverständlich. Dieter sagt Peter ruhig. Würdest du bitte auf die Bühne kommen? Bohen schüttelt energisch den Kopf. Ich glaube, er ist schüchtern, sagt Peter mit einem leichten Lächeln. Das Publikum lacht, aber es ist kein freundliches Lachen. Dieter, ich bestehe darauf. Jetzt beginnt die Menge zu skandieren. Dieter, Dieter, Dieter.

 Es ist kein Applaus. Es ist eine Forderung, eine Herausforderung. Bohen sieht um sich. Menschen starren ihn an. Von allen Seiten. Er ist gefangen. Gefangen im Scheinwerferlicht. gefangen in einer Situation, die er nicht kontrollieren kann. Langsam steht er auf. Sehr langsam. Wiederbillig. Jeder Schritt zur Bühne fühlt sich an wie ein Gang zum Schaffort.

 Er klettert die Stufen hinauf, betritt die Bühne. Die zwei Männer stehen sich gegenüber. Peter reicht ihm ein Mikrofon. Boh nimmt es. Seine Hand sittert leicht. Also Dieter, Peters Stimme ist ruhig, aber das Mikrofon trägt sie zu allen 10000 Menschen. Du hast mir vorhin gesagt, meine Zeit sei vorbei. Möchtest du das jetzt wiederholen? Hier vor all diesen Menschen? Die Stille ist absolut erdrückend.

 Man könnte eine Stecknadelf fallen hören. Bohlenstart in die Menge. Gesichter. Tausende von Gesichtern. Alle fokussiert auf ihn. Wartend. Urteilend. Ich ich habe das nicht so gemeint, stammelt er. Seine Stimme klingt klein, ganz anders als sonst. Nicht so gemeint. Peter bleibt höflich, aber unerbücklich. Wie hast du es denn gemeint? Es war Es war nur Spaß, Peter.

 Ein Scherz unter Kollegen. Ein Scherz. Peter lässt das Wort in der Luft hängen. Du hast mir gesagt, Rock ist tot. War das ein Scherz? Nein, ich meine ja, also die Musikindustrie verändert sich und Bohen stammelt. Dieter Bohlen, der Mann mit der großen Klappe, der immer eine Antwort hat, stammelt wie ein Schuljunge.

 Lass mich dir etwas sagen, Pieter. Peter macht einen Schritt näher. Schau dich um. Schau dir diese Menschen an. Die Scheinwerfer schwenken über das Publikum. Diese Menschen sind nicht eingeschlafen. Sie sind nicht müde. Sie sind nicht gelangweilt. Sie sind hier, weil sie Musik lieben. Echte Musik. Trosender Applaus.

 Und weißt du was das Schönste ist? Peter lässt die Frage einen Moment hängen. Sie sind nicht alle alt. Die Kameras schwenken durchs Publikum. Junge Gesichter, Teenager 20-jährige. Ein Mädchen vielleicht 16 hält ein Schild. Peter Maffi gleich Legende. Ein junger Mann, Anfang 20, hat ein T-Shirt mit Peters Gesicht. Familien drei Generationen zusammen.

 Musik hat kein Alter. Dieter. Musik hat kein Verfallsdatum. Gute Musik bleibt gut. Ob sie vor 50 Jahren geschrieben wurde oder gestern. Ob sie mit einer Gitarre gemacht wurde oder mit einem Computer. Was zählt, ist die Seele, die Authentizität, die Verbindung zu den Menschen. Bohen steht da hilflos. Sein ganzes Leben hat er Menschen beurteilt.

 In Käingschuss, in Interviews. Jetzt wird er beurteilt von 10.000 Menschen gleichzeitig. Peter, ich wollte nicht. Du hast mir gesagt, ich solle mit der Zeit gehen, unterbricht Peter. Aber weißt du was? Manche Dinge sollten nicht mit der Zeit gehen. Manche Dinge sollten die Zeit überdauern. Authentizität z.B. Leidenschaft, Ehrlichkeit und Respekt.

Das letzte Wort betont er. Lässt es wirken. Respekt, Dieter. Das ist etwas, das nie aus der Mode kommt, das nie verhaltet. Die Menge applaudiert lange laut. Ich respektiere dich, Peter. Sagt Bohen leise, aber das Mikrofon fängt es auf. Wirklich? Ich respektiere, was du getan hast.

 Dann zeige es hier jetzt vor all diesen Menschen. Boen kämpft mit sich selbst. Man kann es sehen. Sein Ego gegen die Realität, sein Image gegen die Wahrheit. Sekunden vergehen. Eine Minute. Die Spannung ist kaum auszuhalten. Dann gibt er nach. Du hast recht, sagt er. Die Worte kommen schwer. Jedes einzelne eine Qual. Du hast recht, Peter. Was ich gesagt habe, war falsch.

Es war arrogant. Es war respektlos. Er atmet tief ein. Und es tut mir leid. Die zwei letzten Worte sind kaum hörbar, aber sie sind da. Rock ist nicht tot, deine Musik ist nicht tot und deine Zeit ist definitiv nicht vorbei. Das hier. Er deutet auf die jubelnde Menge. Das hier ist der liebende Beweis.

 Du hattest recht. Ich lag falsch. Peter nickt, streckt seine Hand aus. Bohen zögert. Dann ergreift er sie. Die beiden Männer schütteln Hände. Das Publikum explodiert. Applaus. Standing Ovations. Nicht für Bohlen, für den Moment, für die Ehrlichkeit, für die Lektion, für die Würde. Boen verlässt die Bühne schnell, fast fluchtrartig.

Er verschwindet in der Dunkelheit backstage. Peter dreht sich zum Publikum, lächelt. Wo waren wir? Ach ja, Musik, echte Musik. Die Band setzt ein. Das Konzert geht weiter. 2 Stunden lang. Jedes Lied wird gefeiert. Jede Note wird absorbiert. Am Ende nach der dritten Zugabe stehen alle 10 000 Menschen. Eine Ovation, die nicht enden will, nicht nur für die Musik, für den Mann, für seine Integrität, für seinen Mut, für seine Würde.

Backstage nach der Show sitzt Peter in seiner Garderobe. Erschöpft, aber zufrieden. Martin kommt herein. Das war Ich habe keine Worte. Musst du auch nicht. Die Medien werden das auseinandernehmen. Lass sie. Die Wahrheit ist die Wahrheit. Anne steckt den Kopf herein. Peter, du bist ein verdammter Held. Peter lacht.

Ich bin kein Held. Ich bin nur jemand, der genug hatte von Respektlosigkeit. Am nächsten Morgen explodieren die Schlagzeilen. Peter Mafal stellt die Bohen bloß. Titan entschuldigt sich öffentlich. 10 000 Zeugen eines historischen Moments. Rock lebt. Die Nacht, die alles veränderte. Die sozialen Medien sind überflutet.

Twitter, Facebook, Instagram, überall Videos von der Konfrontation. Millionenfach geteilt, millionenfach kommentiert. Respekt an Peter Mafi. So behandelt man Arroganz. Endlich hat jemand Bohlen die Wahrheit gesagt. Das war Fernsehen. Nein, besser als Fernsehen. Das war echt. Einige verteidigen Bohen. Es war doch nur Spaß.

Peter hat überreagiert. Bohen hat doch recht mit den Charts. Aber sie sind in der Minderheit. Die überwältigende Mehrheit steht auf Peters Seite. Drei Tage später gibt Bohen ein Interview in der Bildzeitung. “Ich habe einen Fehler gemacht”, sagt er. Peter Mafai ist eine Legende. Was ich gesagt habe, war unangebracht.

Ich habe mich entschuldigt und ich meine es ernst. Ist es eine echte Entschuldigung oder P? Niemand weiß es genau, aber die Worte sind gesagt, sie sind dokumentiert, sie existieren. Peter selbst gibt keine weiteren Interviews zu dem Vorfall. Wenn Journalisten fragen, sagt er nur, es ist vorbei.

 Lass uns nach vorne schauen. Seine Turney geht weiter. Jedes Konzert ausverkauft. Die Geschichte verbreitet sich. Sie wird größer. Sie wird zur Legende. Jahre später bei einem Konzert in Hamburg steht ein Vater mit seinem 14-jährigen Sohn in der Menge. Siehst du den Mann da auf der Bühne? Sagt der Vater. Ja, antwortet der Sohn.

Ich war dabei, als er einem der arrogantesten Menschen Deutschlands eine Lektion erteilte. Vor 10 000 Menschen mit Würde, mit Klasse, ohne Wut. Echt? Ja. Und weißt du was ich dabei gelernt habe? Was? dass man für sich einstehen kann, dass man Respekt fordern kann, dass man nicht alles akzeptieren muss, was andere sagen.

 Und das ist die wahre Geschichte. Nicht nur die Konfrontation, nicht nur die Entschuldigung, sondern die Lektion, die Botschaft, die Tatsache, dass manchmal 2 Minuten reichen, 2 Minuten Mut, 2 Minuten Wahrheit, 2 Minuten, um zu zeigen, dass Würde wichtiger ist als Popularität. Das Respekt wichtiger ist als Charts. Das Charakter wichtiger ist als Imish.

Peter Mafai hat das an diesem Juni Abend 2019 bewiesen in der Waldbune Berlin vor 10.000 Zeugen und die Geschichte wird weiterleben. Sie wird weiter erzählt werden von Generation zu Generation, weil sie universal ist, weil jeder schon einmal klein gemacht wurde, weil jeder schon einmal respektlos behandelt wurde und weil jeder davon träumt, in so einem Moment aufzustehen und zu sagen: “Nein, so nicht mit mir.

” Manchmal ist das alles, was man tun muss. aufstehen, seine Stimme erheben, für sich selbst einstehen. Und wenn man es mit Würde tut, mit Respekt, mit Klasse, dann gewinnt man nicht nur eine Konfrontation. Man gewinnt Herzen, man inspiriert Menschen, man verändert etwas. Peter Mafai hat das getan und deshalb wird diese Geschichte nie vergessen