In einer Zeit, in der Konformität oft als höchste Bürgertugend gepriesen wird und abweichende Meinungen schnell mit gesellschaftlicher Ächtung bestraft werden, erhebt sich eine Stimme, die wir alle kennen. Eine Stimme, die uns Jahrzehnte lang zum Lachen brachte, die aber nun, brüchig vor Alter doch stählern in ihrer Entschlossenheit, uns zum Nachdenken zwingt. Dieter Hallervorden, eine Legende der deutschen Unterhaltung, hat das Parkett der Comedy längst verlassen, um auf der Bühne des Weltgeschehens ein Drama anzusprechen, das uns alle betrifft: Den Verlust des Friedens und den Triumph der Heuchelei.

Der Preis der Wahrheit: Wenn Meinungsmut zur Zielscheibe wird
„Hass schafft Gegenhass, Druck erzeugt Gegendruck.“ Mit diesen einfachen, aber fundamentalen Worten beschreibt Hallervorden die Spirale der Gewalt, in der sich unsere Welt befindet. Doch wer es wagt, diesen Kreislauf zu benennen und die Narrative des Mainstreams zu hinterfragen, muss mit Konsequenzen rechnen. Hallervorden berichtet offen von den persönlichen Angriffen, die er ertragen musste. Von der Presse und Politikern wurde er, wie er selbst sagt, „ordentlich auf die Schnauze“ genommen.
Die Methoden der Diffamierung sind dabei perfide. Man attestierte ihm „Honig im Kopf“, stempelte ihn als dement ab oder nutzte den Kampfbegriff des „alten weißen Mannes“, um seine Argumente zu diskreditieren, ohne sich inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen zu müssen. Es ist eine Taktik, die Hallervorden durchschaut: Wer nicht sofort folgt, wird pathologisiert oder beleidigt. Doch der Grandseigneur des deutschen Kabaretts lässt sich davon nicht beirren. „Mein Leben ist keine Generalprobe“, sagt er mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass am Ende nur das eigene Gewissen zählt. Er trägt die Anfeindungen mit Fassung, wohlwissend, dass er gegen den Strom schwimmt – und das gerne.
Gaza und die späte Einsicht der Kritiker
Besonders brisant sind seine Äußerungen zum Konflikt in Gaza. Bereits im April 2024, zu einer Zeit, als die uneingeschränkte Solidarität noch als unantastbares Dogma galt, wagte Hallervorden es, von Völkermord zu sprechen. Er sah die Bilder, die ihn nicht mehr schlafen ließen, und fühlte eine moralische Verpflichtung, seine Stimme zu erheben. Damals wurde er dafür verbal gesteinigt.
Doch die Zeit scheint ihm recht zu geben. Mit einer Mischung aus Bitterkeit und Genugtuung stellt er fest, dass viele Politiker im Juni 2025 – über ein Jahr später – plötzlich ähnliche Töne anschlagen. „Ich lerne anscheinend schneller, aber ich bin gerne Erster“, kommentiert er trocken. Doch es geht ihm nicht ums Recht haben. Es geht um das Leid, um den „Kinderfriedhof“, der im Gedächtnis der Menschheit bleiben wird. Für Hallervorden bedeutet Freundschaft zu Israel gerade auch, Fehler zu benennen, anstatt sie aus falscher Loyalität zu verschweigen.

Die NATO, Russland und die vergessenen Versprechen
Auch beim Thema Ukraine-Krieg weigert sich Hallervorden, in das simple Schwarz-Weiß-Schema zu verfallen, das die öffentliche Debatte dominiert. Er räumt ein, Putin anfangs vorschnell allein verurteilt zu haben, plädiert aber nun für einen differenzierteren Blick, der die Vorgeschichte nicht ausblendet. Er erinnert an die Versprechen gegenüber Gorbatschow und Jelzin, die NATO nicht nach Osten auszudehnen – ein Wortbruch, der Vertrauen zerstörte.
Seine Analyse ist scharf: Wenn man ein Militärbündnis bis an die Grenzen einer Großmacht schiebt und dort Atomwaffen stationiert, muss man mit einer Reaktion rechnen. Er kritisiert die Rolle der USA, die aus sicherer Entfernung ein Spiel spielen, dessen tödliche Konsequenzen Europa tragen müsste. „Irgendwann müssen die Russen ja auch mal sehen, wo ihre Interessen bleiben“, sagt er, nicht um den Angriff zu rechtfertigen, sondern um die Kausalitätskette zu erklären, die zum Krieg führte. Für ihn ist klar: Wer Frieden will, muss die Sicherheitsinteressen aller Seiten begreifen.
Ein Traum von Gerechtigkeit: Die UN-Abstimmung
Vielleicht der emotionalste Moment seiner Rede ist die Schilderung eines Traumes, der die Absurdität der internationalen Politik entlarvt. Hallervorden stellt sich eine Sitzung der Vereinten Nationen vor, in der drei Abstimmungen direkt aufeinander folgen.
Zuerst die Frage: „Wer ist für Frieden?“ Natürlich würden alle zustimmen. Dann die logische Konsequenz: „Wer verpflichtet sich, sofort alle Rüstungsproduktionen und Waffenexporte einzustellen?“ Hier, so vermutet er realistisch, würde sich das Bild wandeln. Und schließlich der dritte, vernichtende Beschluss: All jene, die für Frieden stimmten, aber weiterhin Waffen liefern, werden persönlich verpflichtet, an die Front zu ziehen. „In ihrem Krieg selber einzurücken, und zwar an voller Front.“
Es ist ein Gedankenspiel, das die moralische Bankrotterklärung der „Kriegstüchtigen“ offenlegt. Es zeigt die Kluft zwischen den schönen Worten in klimatisierten Konferenzsälen und dem dreckigen Sterben in den Schützengräben. Hallervordens Traum von Friedenstauben statt Drohnen mag naiv klingen, aber er ist ein kraftvolles Symbol gegen den Zynismus der Macht.

Die Rote Karte für „die da oben“ und ein Appell an die Jugend
Am Ende seiner Ausführungen wird Hallervorden radikal. Er wendet sich direkt an die junge Generation, die nun wieder mit Einberufungsschreiben konfrontiert wird. Sein Rat ist so drastisch wie unmissverständlich: Diese Schreiben gehören in die Toilette. Oder, falls man antworten muss, versehen mit einem Zitat des Friedensaktivisten Boris Vian an „Pistorius und Konsorten“: „Ach ihr seid fürs Blutvergießen? Ja, dann lasst das eure fließen!“
Es ist ein Aufruf zur Verweigerung, zum zivilen Ungehorsam gegen eine Politik, die sich, wie er sagt, „für die Kriegstüchtigkeit eingerichtet hat“. Hallervorden will, dass wir „denen da oben“ die rote Karte zeigen. Denen, die an Kriegen in der Ukraine, in Gaza und überall auf der Welt ihre „Mördergewinne“ machen.
Fazit: Ein Gewissen, das nicht schweigt
Dieter Hallervorden ist kein Politiker, und das ist vielleicht sein größtes Glück. Er muss keine Wahlen gewinnen, er muss niemandem gefallen. Er folgt nur seinem Gewissen und dem kategorischen Imperativ der Menschlichkeit. Seine Worte mögen anecken, sie mögen provozieren, und sie sind sicherlich nicht bequem. Aber in einer Welt, die am Abgrund steht, in der Diplomatie durch Waffenlieferungen ersetzt wurde und das Wort „Frieden“ fast schon als Verrat gilt, ist seine Stimme unverzichtbar.
Er erinnert uns daran, dass Freiheit und Meinungsfreiheit zarte Pflänzchen sind, die gepflegt werden müssen, sonst verkümmern sie. Und er erinnert uns daran, dass am Ende nicht die Waffen siegen, sondern die Worte. Dass Gräben zugeschüttet werden müssen, statt sie zu vertiefen. Dieter Hallervorden mag ein „alter weißer Mann“ sein, aber sein Geist ist wacher, sein Herz mutiger und sein Blick klarer als der vieler, die heute die Geschicke der Welt lenken. Er ist der verbale Feuerlöscher in einer Welt, die brennt. Und dafür gebührt ihm kein Spott, sondern unser Respekt.
News
Was kanadische Soldaten taten, als sich ein deutscher Major weigerte, zu kapitulieren DD
Oktober 1944. Brekkins Tasche, Niederlande. Der Nordseewind heulte über die flache niederländische Küste und trug den Geruch von Salz und…
Das Ultimatum, das Eisenhower sprachlos machte DD
Januar 1945. Eine gesicherte Telefonleitung zwischen zwei Kommandozentralen knistert und pulsiert. Auf der einen Seite General Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber…
„40 Millionen Menschen sahen zu, wie John Wayne Ali angriff – niemand ahnte, was dann geschah.“
Es war das Jahr 1971. John Wayne, der mächtigste Mann in Hollywood, das Symbol des amerikanischen Patriotismus, betrat das Set…
Bruce Lee wurde von einem unhöflichen Polizisten angesprochen. Er bereute es sofort… DD
Du glaubst, ein Abzeichen auf der Brust verleiht Macht. Wir sind darauf konditioniert worden zu glauben, dass dieses Stück gestanztes…
Ray Charles sagte zu Elvis Presley: „Du kannst keinen Blues singen“ – seine Antwort schockierte das Genie.
Das Klavier stoppte mitten im Akkord. Ray Charles nahm die Hände von den Tasten und wandte den Kopf dem jungen…
Weinen Sie nicht… meine Mama rettet Sie“, sagte das Mädchen zum gefangenen Vampir DD
Der Nebel hing wie ein Phantom, das sich weigerte zu verschwinden über den Kopfsteinpflasterstraßen von Ravens Creek und hüllte die…
End of content
No more pages to load






