Wolfgang Bosbach ist einer der letzten   echten Konservativen in der CDU. Kein   bisschen weich gespült, kein Zentimeter   nach links gerückt. Seine Präsenz, seine   Lebenserfahrung, die spürst du in jedem   einzelnen Satz. Wenn er spricht, wird es   plötzlich still. Nicht, weil er laut   ist, sondern weil alle wissen, der meint   es ernst.

 

 Und das krasse, der Mann ist   offiziell im Ruhestand, aber so wie er   hier direkt zu Beginn loslegt, wirkt er   wacher, klarer und schärfer als die   meisten, die noch im Amt sind. Er nimmt   die Runde auseinander, nicht mit   Parolen, sondern mit Verstand. Keine   Wortmeldung machen, Oper erzählt vom   Krieg, aber ich komme aus einer Zeit, da   war ich noch politisch aktiv, da galt   jede Investition in die Bundeswehr als   Militarisierung der Außenpolitik.

 

 Es ist   ein Buch erschienen, äh das Ende der   Geschichte von Herrn Fukoyama. Jetzt   beginnt die Fah nach dem Fall der Mauer,   nach dem Ende der   Ostwestkonfrontation von Frieden, von   Demokratie. Die marktwirtschaftlichen   Systeme haben sich den   staatswirtschaftlichen System als   überlegen erwiesen und und wir hatten   damals 500.

 

000 Soldatinnen und Soldaten   in der Bundeswehr. Dann kam die   Friedensdividende unter 200.000. Wir   haben die Wehrpflicht nicht aus JS und   Dollerei ausgesetzt. Wir haben einen   Prozess nach dem anderen verloren. Das   wurde ja nur noch ein Drittel eines   Jahrgangs der Jungs gezogen. Ich konnte   in der Bürgersprecht überhaupt nicht   mehr erklären, warum der eine gezogen   wurde, die beiden anderen aus dem Kurs   aber nicht.

 

 Das hat zur Aussetzung der   Werpflicht geführt. Und jetzt kommen wir   mal ein Fehler die Aussetzung. Ja, mit   dem Wissen von heute. Ja, wir neigen   dazu mit der Erkenntnissen von heute   Entscheidungen aus der Vergangenheit zu   beurteilen. Machen wir bei Corona auch.   Damals gab’s übrigens darüber gar keinen   großen Streit.

 

 Und jetzt kommen wir mal   zum Thema Investitionen in die   Bundeswehr. Das reicht doch nicht, der   Bundeswehr Geld zu geben. Wir brauchen   auch Personal. Da sind einige sehr sehr   schlicht unterwegs. Äh erstmal, wie viel   brauchen wir? Wollen wollen wir jetzt   wieder die Kreiswe Ersatzäter? Wen   wollen wen wollen wir erfassen? Wollen   wir eine Wehrpflicht für alle? Das ist   ja dann die Alternative, oder wollen wir   so wie in der Vergangenheit haben? Ähm,   wo sind die Ausbilder? Wo ist das Gerät?   Das ist alles nicht trivial. Müsste aber   bei den Koalitionsverhandlungen   mitberaten werden. Sie völlig recht,   glaube ich, dass da viele Themen noch   offen sind, Herr Christ. Sie haben ja zu   ihren Unternehmen gehört ja auch   Beratung, also wenn Sie jetzt   Politikberatung machen oder   Kommunikationsberatung, wie wenn man   beim Thema Werpflicht sind, schafft man   denn in der Bevölkerung jetzt eine   Bereitschaft, die eigenen Kinder jetzt   mit Putin an der Grenze von Europa   stehend äh wieder da an die Waffen zu   schicken?   Also, es geht ja nicht nur um an die

 

  Waffe zu schicken, sondern es geht ja   grundsätzlich um sich für sein Land   einzusetzen. Das äh kann auf der einen   Seite äh ein Engagement in der   Werpflicht bei der Bundeswehr sein. Das   können ja aber auch andere Dinge sein.   Es geht um Heimatschutz. Also ich selbst   war z.B.

 

 beim Katastrophenschutz, beim   Techniken Hilfsswerk als Ersatzdienst.   Es gibt ja vielfällige Möglichkeiten,   aber ich ja, es gibt viele Wege sich zu   engagieren, aber mal ehrlich, wenn sich   am Ende alle beim THW melden, wer zieht   dann noch die Uniform an? Wer stellt   sich vor die Truppen? Genau das spricht   Bosbach an und man merkt, der Mann ist   sauer und das zurecht.

 

 Jahrelang wurde   die Bundeswehr klein gespart,   ausgehüllt, fast schon lächerlich   gemacht und jetzt zack kommt die neue   Linie aus Brüssel und Berlin. Plötzlich   soll jeder an die Front ohne   Vorbereitung, ohne Plan, Hauptsache   politisch korrekt verpackt. Und dann   kommt der Moment, wo Trump mal eben mit   einem Mafiaboss verglichen wird.

 

 Und   Bosbach lässt das nicht einfach   durchgehen. Er greift ein und zwar mit   einer Klarheit, die einem fast die   Sprache verschlägt. Er ist der   klassische Mafiaboss. Er will seine   Ideen durchsetzen gegenüber anderen. So   hat er agiert als Immobilien. So hat er   agiert in seiner Fancy Show You fired.   Sie erinnern sich, da wo er die Leute   nur von oben behandelt hat.

 

 So hat er   agiert jetzt auch in seiner ersten   Amtszeit. Sie sagen Mafiabch. Herr   Bosbach, äh sie sind am Kommen Sie jetzt   von Mafia Boss wird mich schon mal   interessieren. Ja, ne? Weil sie   vielleicht mit Ihrer wäre die Frage mit   ihrer gesammelten politischen Erfahrung   über Jahrzehnte haben sie glaube ich am   meisten, was sie hier am Tisch   mitbringen.

 

 Ähm was würden Sie denn   Märzraten in der Diplomatie im Zugehen   auf Trump?   Also, ich halte von Beschimpfungen erst   rechts aus dem Ausland heraus überhaupt   nichts. Ich glaube, dass eine klare   Position immer noch am meisten   beeindruckt. Wir sollten uns ohnehin   zurückhalten, jetzt nicht nur in   Richtung Trump bei der Bewertung anderer   Staaten, Regierungen, Politiken, die uns   möglicherweise völlig fremd sind.

 

 Das   macht uns in der Welt nicht beliebter   und auch nicht einflussreich. Aber wenn   er glaubt, also jetzt mal Frederich   März, wenn er glaubhaft machen kann, wir   sind nicht nur in Deutschland, sondern   wir sind in 26 Länder der Europäischen   Union. Wir werden übrigens für Zölle und   Gegenzölle gar nicht zuständig.

 

 Die   Zuständigkeit wegen Binnenmark, die lagt   bei der EU-Kommission, die leg in   Brüssel. Aber wenn Friedrich Merz mit   dem Fund wuchert, dass er aus Europa   mitbringen kann, dann wird er auch in   den USA ernst genommen. Aber mit   beschimpfen, mit beklammern, mit   jammern, ich glaube, da machst du in   Amerika überhaupt keinen Eindruck.

 

  Sollten wir uns so verhalten wie wie   Kanada, wir zahlen mit gleicher Münze   zurück. Dein Zoll bedeutet mein   Gegenzoll. Ich glaube, dass wir erstmal   gar nicht anders gehen. Äh wir werden   zunächst mal natürlich haben wir   übrigens schon mal gemacht. Ja, aber das   wird auf Dauer aber zu einem ruösen   Wettbewerb gehen.

 

 Das ein das erste was   wir machen und das ist eben auch der   richtige Schritt, den wir jetzt eben als   mögliche nächste Koalition gehen, ist,   dass wir mit diesem starken Paket auch   nach Europa gehen und auf Europa in   Uneuropa auch das Signal setzen, wir als   stärkste äh äh Wirtschaftsnation, als   größte Nation in Europa gehen auch voran   und dann braucht man auch ein starkes   Europa.

 

 Das hat ja Bossbach ganz richtig   gesagt. Da darf man aber muss man   europäische Partner mitnehmen, denn nur   gemeinsam werden wir stark sind. Und   jetzt kommen wir zu einem Punkt, den der   Boschbach angesprochen hat, aber den   noch mal erwähnen will. Wir brauchen ein   geheimnis und starkes Europa. Das sagen   wir alle, das sind wir noch nicht.

 

 Also   eins ist klar, wer Diplomatie ernst   nimmt, der reißt nicht öffentlich das   Mundwerk über andere Staatsmänner auf.   Ein starkes und geeintes Europa gibt es   nicht, denn auf die sogenannten   Rechtspopulisten hat keiner Lust. Nur   läuft die Politik so nicht. Diplomatie   anstatt Ideologie, damit ist uns allen   mehr geholfen.

 

 Ich will mal vielleicht   noch einen Aspekt reinbringen, der uns   wirklich Sorge machen sollte. Wir hatten   eine Wahlbeteiligung von   85%. Das macht mir keine Sorge, das ist   richtig gut. Aber bei einer Wahlung, bei   einer Wahlbeteiligung von   85% haben sowohl am linken Rand als auch   die Rechtspopulisten, die AfD   unglaublich hohe Wahlergebnisse auf sich   verbucht.

 

 Ich mache mir Sorgen um 2029,   wenn es diese Bundesregierung nicht   schafft, relativ schnell jetzt   zueinanderzukommen, zügig ins Arbeiten   zu kommen, das was wir gerade gehört   haben von den Menschen, die befragt   worden sind, jetzt wirklich etwas für   Wirtschaft, für soziales, für Wachstum   und auch für Aufbruch zu tun, weil wenn   wir das jetzt nicht gelingen, dann   werden wir zwei uns nicht gelingt,   werden wir 202 vor ganz anderen   Herausforderung stehen.

 

 Herr Pbach den   sagen, so ein Koalitionsvertrag, der   muss jetzt einfach ganz schnell unter   Dach und Fach und den auch gar nicht so   detailliert machen, weil sonst muss man   sich wieder bei dieser Dynamik der Welt   ständig da dran klammern und danachen,   was wir jetzt eigentlich dürfen, was   nicht.

 

 Oder sagen sie Punkt für Punkt   festschreiben, damit es danach kein   Ärger mehr gibt. Das ist ein Argument.   Du kannst dich nicht für vier Jahre   festlegen. Es kann wie beim Ukrainekrieg   in einem halben Jahr ein epoes Ereignis   geschehen. Da kannst du ir den   Koalitionsvertrag gleich wieder neu   schreiben. Wir hätten nechreiben müssen.   Das war nach dem Angriff Russland auf   die Ukraine. Das war das Versich.

 

  Aber das was jetzt schon bekannt ist   nicht zu Regeln fällt dir im Laufe der   Wahlperiode wieder vor die Föße. Wir   können noch so viel Geld in die Hand   nehmen, wenn wir nicht an den   Industriestrompreisen etwas tun. an   Entbürokratisierung, an Beschleunigung   von Genehmigungsverfahren, dann wird das   alles verpuffen, was wir uns hier   vornehmen.

 

 Wir haben keine ruckartige,   wir haben eine schleichende   Deindustrialisierung, wir haben   nachlassende Wettbewerbewerbsfähigkeit.   Das hat auch nichts mit schlechtreden   des Landes zu tun. Das sind ganz einfach   nüchterne Fakten, die man an Statistiken   ablesen kann. und die Rückkehr zur alten   wirtschaftlichen Stärke, das ist auch   das Geheimnis dessen, was Sie gerade   erwähnt haben, wobei ich einen großen   Unterschied sehe zum Bundeskanzler, der   ja wortwörtlich gesagt hat, der   Wohlstand in unserem Land basiert auf   dem Sozialstaat. Nein, das tut er nicht.   Der Wohlstand basiert auf dem Fleiß der   Menschen und auf der   Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Und   dahin müssen wir wieder zurück   wirtschaftlichen. Am Ende sind es weder   die AfD noch die Linken, die das   eigentliche Problem darstellen. Das   Problem ist, unserer Wirtschaft geht es   dreckig und darüber redet kaum einer   wirklich offen. Herr Bosbach hat das in   wenigen Sätzen messerscharf auf den   Punkt gebracht. M.