
Es ist eine Zeit, in der die politische Luft in Deutschland nicht nur brennt, sondern förmlich explodiert. Die Stimmung im Land ist angespannt, geprägt von einer Mischung aus Frustration, Unsicherheit und dem Gefühl, von der politischen Führung im Stich gelassen zu werden. Inmitten dieser aufgeheizten Atmosphäre holt Alice Weidel, die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, zu einem rhetorischen Rundumschlag aus, der in seiner Schärfe und Direktheit kaum zu überbieten ist. In einer aktuellen Ansprache zerlegt sie die Bilanz der Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz und zeichnet das düstere Bild einer Nation, die ihre eigene Identität und Sicherheit auf dem Altar einer fehlgeleiteten Migrationspolitik opfert.
Die Festung als Symbol des Scheiterns
„Unsere Weihnachtsmärkte verwandeln sich in Festungen oder werden gleich ganz abgesagt“, schleudert Weidel der Regierung entgegen. Dieser Satz sitzt. Er trifft einen Nerv, der tief in der deutschen Seele schmerzt. Der Weihnachtsmarkt, einst Inbegriff von Gemütlichkeit, Tradition und unbeschwertem Beisammensein, ist zu einem Hochsicherheitszone mutiert. Wo früher Glühwein und gebrannte Mandeln im Vordergrund standen, dominieren heute massive Betonpoller, schwer bewaffnete Polizisten und Taschenkontrollen das Bild.
Für Weidel ist dies kein bloßes Sicherheitskonzept, sondern die Kapitulationserklärung des Rechtsstaats. Während die Grenzen der Bundesrepublik weiterhin „sperrangelweit offen stehen“, wie sie kritisiert, müssen sich die Bürger im eigenen Land verbarrikadieren. Es ist eine paradoxe Situation: Die Freiheit im Inneren wird eingeschränkt, weil die Kontrolle an den Außengrenzen fehlt. Die „Festung Weihnachtsmarkt“ wird so zum mahnenden Symbol einer Politik, die die Ursachen der Gefahr ignoriert und stattdessen versucht, die Symptome mit Beton zu ersticken.

Bildungsnotstand: Eine Generation wird geopfert
Doch Weidels Kritik beschränkt sich nicht nur auf die innere Sicherheit. Mit ebenso großer Vehemenz prangert sie die Zustände im deutschen Bildungssystem an. Ihre Zahlen sind alarmierend: In 275 bayerischen Schulklassen, so Weidel, sitze „kein einziges Kind mehr mit deutscher Muttersprache“. Das sei ein „Offenbarungseid“ für die Integrationspolitik.
Diese Aussage wirft ein grelles Schlaglicht auf die Realität in vielen Klassenzimmern. Lehrerverbände und Eltern schlagen seit Jahren Alarm, doch die Dimension, die Weidel hier aufzeigt, verdeutlicht die Dramatik. Wenn in Schulen die Lingua Franca auf dem Pausenhof – und zunehmend auch im Unterricht – nicht mehr Deutsch ist, leidet das Bildungsniveau aller Schüler. Weidel spricht davon, dass die Migrationskrise „ganze Generationen um ihr Recht auf ordentliche Schulbildung bringt“.
Es ist ein Teufelskreis: Ohne Sprachkenntnisse keine Bildung, ohne Bildung keine Integration, ohne Integration keine Teilhabe am Arbeitsmarkt. Was bleibt, ist der direkte Weg in die Sozialsysteme. Für die AfD-Chefin ist dies kein Zufall, sondern die logische Konsequenz einer Politik, die Quantität vor Qualität stellt und die Kapazitäten des Landes völlig überschätzt.
Die Abrechnung mit Friedrich Merz
Politisch besonders brisant ist Weidels direkter Angriff auf Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Wahlkampf hatte Merz eine harte Wende in der Asylpolitik versprochen, hatte angekündigt, die Probleme „mit aller Härte“ anzugehen. Viele Wähler setzten ihre Hoffnung auf die Union, in der Erwartung, dass unter Merz wieder Recht und Ordnung einkehren würden.
Doch laut Weidel ist genau das Gegenteil eingetreten. „Sie haben im Wahlkampf alles Mögliche angekündigt und versprochen“, wirft sie ihm vor. Merz habe sich „großzügig aus dem Wahlprogramm der AfD bedient“, um konservative Wähler zu ködern. Doch nach der Wahl sei von diesen Versprechen nichts übrig geblieben. Stattdessen habe Merz „jedes einzelne seiner Wahlversprechen gebrochen“.
Die Enttäuschung vieler bürgerlicher Wähler ist greifbar. Sie fühlen sich getäuscht von einer CDU, die zwar rechts blinkt, aber links abbiegt. Weidel nutzt diese Stimmung geschickt. Sie stellt die AfD als die einzige politische Kraft dar, die nicht nur redet, sondern auch bereit wäre, unpopuläre, aber notwendige Maßnahmen durchzusetzen. Dass Merz sich lieber an der Opposition abarbeitet und diese mit „Verleumdung und Beschimpfung“ überzieht, statt die Probleme zu lösen, wertet sie als Zeichen der Schwäche und der Angst vor dem eigenen Machtverlust.

Politik der geschlossenen Tür
Was also ist zu tun? Weidel bleibt die Antwort nicht schuldig. Sie fordert eine radikale Kehrtwende, eine „Politik der geschlossenen Tür“. Was martialisch klingt, ist im Kern die Forderung nach der Wiederherstellung staatlicher Souveränität.
„Das bedeutet im Klartext: Lückenlose Grenzkontrollen“, so Weidel. Keine stichprobenartigen Kontrollen, keine halben Sachen, sondern eine hermetische Abriegelung der Grenzen für jeden, der keine Einreiseberechtigung hat. Dazu gehört für sie zwingend die „ausnahmslose Zurückweisung aller Illegalen“. Wer illegal einreist, hat sein Recht auf Asyl verwirkt – so die Lesart der AfD.
Darüber hinaus fordert sie „endlich rigorose Abschiebungen“. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Deutschland zwar viele Ausreisepflichtige hat, aber nur einen Bruchteil davon tatsächlich abschiebt. Weidel verweist darauf, dass dies eigentlich geltendes Gesetz sei, dessen Nicht-Anwendung einem „millionenfachen Rechtsbruch“ gleichkomme.
Sachleistungen statt Bargeld: Den Magneten abschalten
Ein zentraler Punkt in Weidels Forderungskatalog ist die Bekämpfung der sogenannten „Pull-Faktoren“. Deutschland gilt aufgrund seiner vergleichsweise hohen Sozialleistungen als Hauptziel für Migranten weltweit. Um diesen Anreiz zu nehmen, fordert Weidel: „Für Asylbewerber gibt es nur noch Sachleistungen statt Bargeld.“
Die Idee dahinter ist simpel: Wer Schutz sucht, bekommt Brot, Bett und Seife – aber kein Geld, das oft in die Heimatländer transferiert wird und dort Schlepperbanden finanziert. Mit dieser Maßnahme sollen die „Migrationsmagneten abgestellt“ werden. Es ist eine Forderung, die in anderen europäischen Ländern bereits diskutiert oder umgesetzt wird und die auch in Deutschland immer mehr Befürworter findet, weit über das Lager der AfD hinaus.
Einbürgerung: Ein Privileg, kein Recht
Schließlich widmet sich Weidel dem Thema Staatsbürgerschaft. Die Ampel-Regierung hatte die Hürden für den deutschen Pass gesenkt, was Weidel scharf kritisiert. Sie will das Rad nicht nur zurückdrehen, sondern die Schrauben noch fester anziehen. „Eingebürgert wird nur noch nach strengen Kriterien und frühestens nach 10 Jahren“, lautet ihre Forderung.
Voraussetzung dafür soll sein, dass der Bewerber „auf eigenen Füßen steht“ und „voll im Beruf“ ist. Die „Anspruchseinbürgerung“, also der fast automatische Erhalt der Staatsbürgerschaft nach einer gewissen Zeit, soll abgeschafft werden. Der deutsche Pass soll wieder zum krönenden Abschluss einer gelungenen Integration werden und nicht als Integrationshilfe verschleudert werden. Wer Deutscher werden will, muss beweisen, dass er zu Deutschland gehört – kulturell, sprachlich und wirtschaftlich.
Fazit: Ein Land am Scheideweg
Alice Weidels Rede ist mehr als nur Oppositionsrhetorik. Sie ist ein Spiegelbild der tiefen Zerrissenheit des Landes im Jahr 2026. Die Themen, die sie anspricht – Sicherheit, Bildung, Migration, Identität – sind die drängendsten Fragen unserer Zeit. Ihre Antworten sind radikal, für viele vielleicht zu radikal. Doch sie adressieren Ängste und Sorgen, die in der Mitte der Gesellschaft real existieren.
Während die Regierung Merz versucht, den Status quo zu verwalten, fordert Weidel den Systemwechsel. Ob ihre Vorschläge mehrheitsfähig sind, wird sich zeigen. Doch eines ist sicher: Die Zeit des „Weiter so“ ist vorbei. Die Weihnachtsmärkte mögen im Januar abgebaut sein, doch die Festungsmauern in den Köpfen der Menschen wachsen weiter. Es liegt nun an der Politik, ob sie diese Mauern durch Lösungen einreißen kann – oder ob sie sich selbst dahinter verschanzt.
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