Das Jahr 2026 hat mit einer Zäsur begonnen, die weltweit für Schlagzeilen sorgt. Während viele Menschen hoffnungsvoll auf das neue Jahr blickten, wurde die Neujahrsnacht von einem verheerenden Unglück im Schweizer Kanton Wallis überschattet. Im mondänen Skiort Crans-Montana verwandelte sich die festliche Stimmung in der Nacht zum 1. Januar in ein Szenario des Grauens. In der bei jungen Touristen beliebten Bar „Le Konstellation“ brach gegen 1:30 Uhr ein Feuer aus, das in einer gewaltigen Explosion gipfelte. Nach ersten offiziellen Angaben der Behörden verloren dabei rund 40 Menschen ihr Leben, weitere 115 wurden teils schwer verletzt.

Die Ursache für das Inferno scheint nach ersten Augenzeugenberichten eine tragische Verkettung unglücklicher Umstände zu sein. Berichten zufolge brachten Servicekräfte Champagnerflaschen mit brennenden Wunderkerzen in den vollbesetzten Raum. Dabei kamen die Funken der niedrigen Zimmerdecke offenbar zu nahe, woraufhin sich das Material in Sekundenschnelle entzündete. Was als glamouröser Höhepunkt der Party geplant war, endete in einer Katastrophe. Die Behörden betonten jedoch bereits auf einer Pressekonferenz, dass es derzeit keine Hinweise auf einen terroristischen Anschlag gebe. Die Identifizierung der Opfer, die zumeist zwischen 16 und 25 Jahre alt waren, stellt die Rettungskräfte vor eine gewaltige Aufgabe und wird vermutlich noch Tage oder gar Wochen in Anspruch nehmen. Die Schweiz steht unter Schock; Bundespräsident Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien in der Geschichte des Landes.

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Auch in Deutschland verlief die Silvesternacht nicht ohne Zwischenfälle, wenn auch weitaus weniger dramatisch als in der Schweiz. Zwar meldete die Polizei in Städten wie Berlin, Hamburg und Leipzig eine insgesamt ruhigere Lage als in den Vorjahren, dennoch blieb die Nacht geprägt von Gewalt gegen Einsatzkräfte und schweren Verletzungen durch Pyrotechnik. In Bielefeld bezahlten zwei Jugendliche den Leichtsinn mit ihrem Leben, als sie mit selbstgebauten Böllern hantierten. In Berlin mussten Ärzte im Unfallkrankenhaus die gesamte Nacht hindurch operieren, um nach Explosionen von Feuerwerkskörpern in Händen von Kindern und Jugendlichen zumindest Teile von Gliedmaßen zu retten. Rund 800 Strafverfahren wurden allein in der Hauptstadt eingeleitet – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Debatte um ein allgemeines Böller-Verbot im nächsten Jahr erneut an Schärfe gewinnen wird.

Abseits der Blaulicht-Meldungen gibt es zu Beginn des Jahres 2026 einschneidende politische und wirtschaftliche Veränderungen. In der Weltmetropole New York trat mit Zoran Mamdani der erste muslimische Bürgermeister sein Amt an. In einer symbolträchtigen Zeremonie in einer stillgelegten U-Bahn-Station legte der linke Demokrat seinen Eid auf die Verfassung und den Koran ab. Mamdani, ein erklärter Gegner von Ex-Präsident Trump, hat sich zum Ziel gesetzt, die Stadt für die arbeitende Bevölkerung wieder bezahlbar zu machen. Seine Pläne für kostenlosen Nahverkehr und Mietpreisdeckelungen werden von seinen Anhängern gefeiert, stoßen jedoch bei politischen Beobachtern auf Skepsis hinsichtlich ihrer Finanzierbarkeit und rechtlichen Durchsetzbarkeit.

Crans-Montana: Viele Tote bei Brand in Schweizer Skiort – DW – 01.01.2026

In Europa hat unterdessen die Eurozone Zuwachs erhalten. Bulgarien ist seit dem 1. Januar das 21. Mitglied der Währungsunion. Trotz der feierlichen Einführung in Sofia herrscht in der Bevölkerung eine geteilte Meinung. Während die Jüngeren die Reisefreiheit und den Wegfall von Wechselkursgebühren schätzen, fürchten viele Bürger in einem der ärmsten Länder der EU eine weitere Preissteigerung und den Verlust der Kontrolle über die eigene Wirtschaft. Experten erhoffen sich vom Euro-Beitritt jedoch auch einen Rückgang der Korruption, da das bulgarische Finanzsystem nun unter der direkten Aufsicht europäischer Institutionen steht.

Für die Bürger in Deutschland bringt der Neujahrstag ebenfalls spürbare Neuerungen im Alltag. Das beliebte Deutschlandticket wurde teurer und kostet nun 63 Euro im Monat. Im Gegenzug gibt es Entlastungen an anderer Stelle: Die Pendlerpauschale stieg auf 38 Cent, der Mindestlohn auf 13,90 Euro und in der Gastronomie gilt nun wieder der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen. Ob dies ausreicht, um die angeschlagene Branche dauerhaft zu stützen und die Gäste trotz allgemeiner Inflation wieder häufiger in die Restaurants zu locken, bleibt abzuwarten.

Silvester in Deutschland: Tote und Verletzte durch Feuerwerk

Sportlich gesehen startete das Jahr mit einer Demonstration der Stärke. Der Slowene Domen Prevc dominierte das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und festigte seine Rolle als absoluter Favorit auf den Gesamtsieg der Vierschanzentournee. Mit beeindruckenden Weiten ließ er der Konkurrenz, darunter auch den deutschen Springern um Felix Hoffmann, kaum eine Chance.

Während das Wetter mit einem Sturmtief über Norddeutschland und drohenden Sturmfluten an den Küsten ungemütlich bleibt, zeigt der Jahreswechsel 2026 eines ganz deutlich: Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels. Von tragischen Verlusten über politische Experimente bis hin zu wirtschaftlichen Weichenstellungen – das neue Jahr verspricht, eines der ereignisreichsten der jüngeren Geschichte zu werden.