Es gibt ja nichts schöneres als als vor   ausverkauften Seelen zu spielen. Es   kommt es kommt euch drauf an, wie die   Einstellung mit welcher Einstellung du   reingehst. So Michael Goldschaff und   seiner Frau, die wollten uns unbedingt   kennenlernen. Modern Talking war nicht   nur ein deutsches Popduo, es war ein   globales Phänomen.

 

 Mit über 120   Millionen verkauften Tonträgern in mehr   als 40 Ländern schufen Thomas Anders und   Dieter Bohlen einen Sound, der   internationale Grenzen überwand.   Besonders in Osteuropa, Russland, Asien   und Südamerika haben ihre Hits bis heute   Kultstatus. Der spezifische Stil von   Modern Talking, eine einzigartige   Kombination aus eingängigen   Syndpopmelodien, perfekt produzierten   Beats und emotionalen Texten schuf einen   musikalischen Fingerabdruck, der sofort   wieder erkennbar war.

 

 Songs wie my   heart, you’re my soul, Brother Louis und   Sherry, Sherry Lady funktionierten   weltweit, selbst in Märkten, in denen   kaum jemand die englischen Texte   verstand. Interessanterweise war Modern   Talking ursprünglich nicht als Duo   konzipiert. Thomas Anders erklärte in   der Talkshow Riverboat, dass das Label   ihm gesagt habe, falls der erste Song   erfolgreich würde, würde jemand gesucht,   der sich neben ihn auf die Bühne stellen   könnte.

 

 Einige Monate später wurde dies   Dieter Bohlen. Diese Version der   Entstehungsgeschichte wurde von Bohlen   allerdings vehement bestritten. Er   bezeichnete sie als frei erfunden und   betonte, dass ohne ihn und seine   damalige Partnerin Luise der   charakteristische Sound von Modern   Talking gar nicht existiert hätte.   Dieser Widerspruch verdeutlicht bereits   die grundlegenden Differenzen in der   Wahrnehmung ihrer gemeinsamen   Geschichte.

 

 Die kreative Dynamik   zwischen Anders und Bohen war von Anfang   an komplex. Bohen positionierte sich   stets als kreativer Kopf des Projekts.   Er komponierte die Melodien, schrieb die   Texte und zeichnete für die Produktion   verantwortlich. Anders hingegen war die   Stimme und das Gesicht der Band. Diese   klare Rollenverteilung führte jedoch zu   Spannungen.

 

 Anders fühlte sich oft   übergangen und hatte wenig   Mitspracherecht bei der musikalischen   Ausrichtung. In späteren Interviews   beschrieb er, dass er sich manchmal mehr   wie ein Interpret, denn als vollwertiger   Partner gefühlt habe. Ein besonders   symbolträchtiges Element der Modern   Talking Geschichte war die sogenannte   Nora Kette.

 

 Ein Schmuckstück mit dem   Namen von Anders damaliger Ehefrau, dass   er bei Auftritten trug. Für Bohlen wurde   diese Kette zum verhaßsten Symbol für   den Einfluss, den Nora Balling auf   anders und damit indirekt auf die Band   ausübte. Bohlen warf Nora vor, sich zu   sehr in berufliche Angelegenheiten   einzumischen, von Styling Entscheidungen   bis hin zur Tourplanung.

 In der   Boulevardpresse kursierten sogar   Geschichten, wonach sie anders den   Kontakt zu weiblichen Fans untersagt   oder weibliche Moderatorinnen ersetzt   haben soll. Auch wenn viele dieser   Gerüchte übertrieben sein mögen,   verdeutlichen sie, wie sehr private   Einflüsse das professionelle Verhältnis   belasteten.

 

 Die erste Trennung von   Modern Talking 1987 verlief dramatisch.   Boen verkündete das Ende des Duos ohne   Vorwarnung live im Fernsehen. Anders   erfuhr davon zur gleichen Zeit wie das   Publikum. Für ihn war dies nicht nur ein   beruflicher Schnitt, sondern eine   persönliche Demütigung. Diese einseitige   Entscheidung offenbarte das ungleiche   Machtverhältnis innerhalb des Duos.

 

  Anders fühlte sich nicht wie ein   gleichberechtigter Partner behandelt,   sondern wie ein austauschbarer Teil   eines Produkts, dessen Kontrolle er nie   wirklich besessen hatte. Was viele   überrascht, nach mehr als einem   Jahrzehnt der Trennung kam es   1998 zu einem Comeback. Die   Wiedervereinigung war zunächst als   einmaliges Projekt gedacht, doch das   öffentliche Interesse war überwältigend.

 

  Über 16 Millionen Zuschauer verfolgten   den TVritt bei Wetten das und das Album   Back for Good verkaufte sich über 3   Millionen mal in Europa. Aus dem   geplanten einmaligen Nostalgieprojekt   wurden 5 Jahre und sechs neue Alben   zwischen   1998 und 2003.   Doch unter der Oberfläche schwäten die   alten Konflikte weiter.

 

 Der tiefste   Bruch zwischen Anders und Bohlen   entstand nicht durch einen Auftritt oder   eine Studioentscheidung, sondern durch   Bohlens autobiographische Bücher. In   diesen zeichnete er ein wenig   schmeichelhaftes Bild von anders und   stellte ihn als Eitel, schwierig und   musikalisch begrenzt dar. Für anders war   dies ein Verrat, eine Verdrehung ihrer   gemeinsamen Geschichte.

 

 In einem für die   Musikbranche ungewöhnlichen Schritt   reichte er sogar Klage wegen   Rufschädigung ein. Obwohl diese vor   Gericht abgewiesen wurde, war der   emotionale Schaden angerichtet und alte   Wunden wurden wieder aufgerissen. Jüngst   flammte der Konflikt wieder auf. In   einem Podcast 2025 äußerte sich anders   ironisch über Bohlens Gesangsbeiträge   bei Modern Talking.

 

 Er deutete an, dass   Bohen nie in seinem Studio gesungen habe   und fügte hinzu, ehrlich gesagt, das   weiß nur Dieter. Boen reagierte prompt   mit einem wütenden Video auf Instagram,   indem er anders vorwarf, die Fans zu   täuschen. Er betonte, dass er die   charakteristischen hohen Harmonien   gesungen habe, die den Sound von Modern   Talking ausmachten.

 

 Er kritisierte   anders dafür, sich als Schöpfer der   Gruppe darzustellen und die Songs   aufzuführen, als hätte er alles   erfunden. Bohlen bezeichnete anders   Darstellung als dreiste Lüge und   betonte, dass Modern Talking ohne ihn   nur eine Fußnote des Schlagers gewesen   wäre. Heute verfolgen beide Künstler   unterschiedliche Wege.

 

 Bohen etablierte   sich als TV Juror und Produzent,   besonders durch Formate wie Deutschland   sucht den   Superstar. Anders konzentriert sich auf   seine Solokarriere mit besonderem Erfolg   in Osteuropa. Interessanterweise besteht   bis zu 75% von Anders heutigen Setlists   bei Konzerten aus Modern Talking Songs.   Die Leute wollen diese Songs hören   erklärt er pragmatisch.

 

 und ich möchte   Ihnen diese Freude geben. Trotz aller   Differenzen bleibt Modern Talking ein   bedeutender Teil der Popkultur. Sie   waren Vorreiter eines europäischen   Popsounds, lange bevor Boygoups und   Castingshows ähnliche Formeln   übernahmen. Ihr charakteristischer   Sound, insbesondere die hohen Background   Vocals, die tanzbaren Rhythmen und die   romantisch kitschige Atmosphäre bleibt   unverwechselbar.

 

  In gewisser Weise hat die Spannung   zwischen den beiden Musikern den Mythos   Modern Talking sogar verstärkt. Der   Kontrast zwischen dem eleganten Anders   und dem provokanten Bohlen bot Stoff für   Medien und Fans. Viele Bands trennen   sich im Stillen. Modern Talking tat es   zweimal lautstark und kehrte jedes Mal   in die Schlagzeilen zurück.

 Wie anders   in einem seiner Interviews sagte, die   Lieder leben weiter. Die Geschichte von   Modern Talking ist komplex. Eine   Geschichte von Erfolg und Eitelkeit, von   Verrat und Neuanfang. Doch letztendlich   haben zwei Künstler, die persönlich kaum   unterschiedlicher sein könnten,   gemeinsam etwas geschaffen, das größer   war als sie selbst.

 

 Ein Stück   Poppgeschichte, das selbst die lautesten   Auseinandersetzungen nicht zum   Verstummen bringen können.