Wenn der Klügere immer nachgibt, regiert   am Ende der Dümmere. Genauso fühlt sich   dieser Koalitionsvertrag zwischen Union   und SPD an. Friedrich Merz hat sich in   meinen Augen kaum durchgesetzt und auch   die Talgrunde ist sich da überraschend   einig. Doch bevor wir darauf eingehen,   werfen wir zuerst einen Blick auf ein   Phänomen, das kaum einer ignorieren   kann. Die AfD.

 

 Selten eingeladen, aber   ständig Thema. Wie kann es sein, dass   eine Partei, die in Talkshows fast nie   zu Wort kommt, dennoch so viel Raum   einnimmt? Er hat ja die AfD im Nacken,   das heißt, er muss an der Stelle muss er   ja liefern. Schon der Versuchsaufbau   unserer Debatte. Warum hat Friedrich   Merz die AfD im Nacken? Warum nicht die   SPD? Ich meine, die   Ruhrgebietswahlkreise sind verloren   gegangen.

 

 Mannheim, Forzheim, die SPD   hat Einbrüche in ihrem Kernmilieu. Also   die Frage müsste sich an die SPD genauso   stellen wie an die Union. Also die Idee,   dass Friedrich März der Handwerker wäre,   den man anrufen könnte und er würde das   kann eine ganz seltsame Idee. Vor all,   wenn er dann was tut, sagen ja die   gleichen Leute, das geht so nicht so und   wie gesagt, es ist noch nichts passiert.

 

  Kann ja auch nicht, die regieren ja noch   nicht. Er hat auch tatsächlich im   Wahlkampf eine Rhetorik genommen, die   krass war, de facto und so weiter. Aber   dieser Koalitionsvertrag in diesem Punkt   ist anders als alles, was Angela Merkel   unterschrieben hat. In Kombination mit   einer möglichen Personalie Dobrint   könnte es funktionieren, kann da noch   was passieren.

 

 Wie schwierig war das für   diese drei Parteien da zusammenzukommen,   also CDU, Cso und die SPD? Haben Sie da   atmosphärische Störungen gehört oder ist   es wirklich so, wie die heute zeigen?   Wir verstehen uns bestens. Ich würde   dieses Atmosphärein nicht überschätzen.   Wenn es um Atmosphäre ginge, wäre die   Ampel die beste Regierung der Welt   gewesen am Anfang.

 

 Ja, die haben ja   Selfies gemacht und sich Ingwertee   gekocht und umarmt und gedutzt und das   war dann ja alles nicht belastbar.   Vielleicht war das der Fehler und wir   haben auch bei Angela Merkels   Koalitionsverhandlung erlebt, ich   erinnere an die letzte, da ging mal   stundenlang nichts im Konrad Adnerhaus   und Frau Vonderlein schlief auf dem   Boden eine Decke gehüllt und als man   nach vielen Stunden rauskam, war Hor   Seofer Innenminister und keiner wusste   mehr warum.

 

 Also da diese   Verhandlungssituation und Stunden würde   ich nicht überschätzen. Die haben das in   einer relativ kurzen Zeit geschafft. Ja.   Und treten ja auch zivil vor die Leute.   Also das ist alles im normalen Bereich.   Nur die Zeiten sind nicht mal normal   eben. Und deswegen ich meine Markus   Söder hat hier das hier verkauft als was   hat er gesagt ein Bestseller.

 

 Jedes Wort   Politik pur. Also hat dieser Vertrag   jetzt inhaltlich gesehen, Robertus Meer   Buckert hat ja schon ein paar Dinge   gesagt. Hat der das Zeug dazu ein   Bestzeller zu werden? Ja, ich glaube   nicht, dass die Leute jetzt alle sich   den runterladen im Internet. Den müssen   sie ja noch nicht mal kaufen, ne? Aber   das glaube ich nicht.

 

 Aber was äh schon   gesagt wurde, was auffällt ist, wir   haben ja in dieser Gesellschaft ein   großes Thema mit Demografie, ja? Also,   weil viele Leute glücklicherweise so alt   werden, weiß man eigentlich nicht mehr,   wie man Rente, Gesundheit und Pflege,   das sind ganz schwierige Aufgaben. Und   die Antwort dieser Koalition ist, wir   gründen Kommission.

 

 Und das ist schon,   finde ich, dass die sich da so trauen   wirklich eigentlich zuzugeben, dass sie   da keinen Plan haben und dann jetzt mal   recherchieren wollen. Hm. Mhm. Teil ich   die Meinung die die Rentenreform. Also,   ich meine, aber dafür gibt es eben die   Mitterrente wird eben die letzte Stufe   gemacht und die Rente mit 63 ist alles   drin eigentlich oder? Ja, das sind   kleine kosmetische Behandlungen, aber   ich würde das genauso sehen.

 

 Das ist   einfach rente Sozialsysteme. Das sind   alles ähm Riesen Bausteine, an die sich   seit Jahren keiner rantraut. Also das   ist irgendwie Augen zu, Ohren zu und man   weiß, dass das in einigen Jahren mit   Vollkaracho gegen die Wand fahren wir zu   besteller Thema. Markus Söder hat nicht   gesagt, welches Genre es am Ende wird.

 

  Ich glaube, das ist halt die spannende   Frage. Wird’s jetzt irgendwie ein Drama?   Wird’s eine Komödie? Wird’s irgendwie   doch der große Heldenepost? Das muss man   vielleicht sehen, aber ich glaube auch   der Titel zeigt so ein bisschen   Verantwortung Verantwortung für   Deutschland.

 

 Bei dem anderen da ging es   um vorher bei der Koalition war es mehr   Fortschrittwagen. Da hatte man mehr die   Stimmung von Aufbruch von kommt jetzt   was Großes. Da ist es tatsächlich eher   so ein bisschen dieses klassische, was   man auch von der ehemaligen Groo   sozusagen gewöhnt ist. Verwalten statt   gestalten habe ich da sofort im Kopf.

 

  Ja, Verwalten statt gestalten. Selbst   die Talkrunde zeigt sich wenig   begeistert von der neuen Koalition   zwischen Lars Klingbeil und Friedrich   Merz. Und ganz ehrlich, wie soll man da   auch Begeisterung empfinden? Man spürt   es, man weiß es, es geht genauso weiter   wie bisher. Kein frischer Wind, kein   Aufbruch, null Aufschwung in Sicht.

 

  Besonders bitter, diese ernüchternde   Einschätzung kommt aus dem Mund einer   linken Journalistin. Wenn selbst sie   kein gutes Haar mehr an dieser Koalition   lässt, sagt das einiges. Aber in alldem   muss ich an dieser Stelle Robin   Alexander loben, denn während die   anderen diskutieren, denkt er an das,   was wirklich zählt, an uns, das Volk.

 

  Was wird eigentlich aus uns nach dieser   endlosen Schuldenorgie und einer   Koalition, die von der Mehrheit der   Deutschen abgelehnt wird? Sondervermögen   ins Schaufenster gestellt, die   Schuldenbremse für die Sicherheit und   die Verteidigung eben dann reformiert   oder eben modifiziert. Und zwar wurde   das begründet mit einer historischen   Lage.

 

 Also wir sind in einer   historischen Lage und deswegen brauchen   wir historische   Maßnahmen. Unterm Strich spricht das,   was Sie jetzt ahnen, wohin diese   Regierung geht, dafür, dass die wirklich   historisch ist, dann leisten werden.   Herr Alexander,   ich glaube zur Hälfte, also wir haben ja   schon drüber gesprochen, was die für die   Wirtschaft vorhaben und ein Teil, den   sie auch vorhaben, ist eine   Staatsreform.

 

 Also, die wollen im großen   Stil Bürokratie abbauen, Prozesse   verschlanken. Ob das alles klappt, ist   eine andere Frage, aber das haben sie   sich vorgenommen. Was aber gar nicht   drin ist, ist was machen eigentlich die   Leute? Also, es ist sozusagen der Staat   versucht was zu machen, der die   Wirtschaft soll was machen, aber den   Bürgern suggeriert man, geht eigentlich   weiter für euch. Mhm.

 

 Und ich glaube,   das stimmt nicht. Ich glaube, es kommen   jetzt zehn harte Jahre und das ist noch   das Beste, was passieren kann. Es kann   auch noch viel krasser schiefgehen und   ähm das ist schwierig für die Politik   das so zu adressieren, aber da finde ich   ist der Koalitionsvertrag ein bisschen   hm mhm. Luft nach oben.

 

 Der   Weltjournalist hielt sich hier   auffallend zurück. Vermutlich, weil er   weiß, wer im öffentlichrechtlichen   Rundfunk zu kritisch wird, landet   schnell auf der schwarzen Liste. Doch   die Fakten sprechen für sich. Dieser   Koalitionsvertrag könnte das Endgültige   aus für die CDU bedeuten. Die gleichen   NGOs, die die CDU noch vor kurzem offen   bekämpft haben, sollen nun weiter   gefördert und finanziert werden.

 

 Ein   politisches Eigentor und das mit Ansage.   Doch wechseln wir das Thema. Kommen wir   zu Donald Trump und Friedrich März. Ich   würde jetzt mal davon ausgehen, er plant   ja auch bald noch einen einenen Besuch   in den Vereinigten Staaten, dass da ist   natürlich Frankreich Warschau,   Frankreich-Polen, das ist sein Plan und   dann genau, aber ich gehe davon aus,   dass wenn er tatsächlich das erste Mal   dann zu Trump fährt, einfach auch mit   seinem Geldköfferchen, nämlich mit den   neuen Investitionen, die da geplant   sind, für die Bundeswehr hinfahren wird   und einfach sagen wird, dass Deutschland   auch die Ausgaben für die NATO deutlich   erhöhen wird und damit schon mal erste   Pluspunkte bei ihm sammeln wird. Aber   ist ihnen nicht aufgefallen, dass   Friedrich März das Gegenteil gesagt hat,   dass Friedrich März gesagt hat,   vielleicht gibt es die NATO bald gar   nicht mehr und wir müssen darüber   nachdenken, ob wir unter den   französischen Atomschutzschild kommen   und dass er nach Paris gereist ist. Also   er tut das Gegenteil von dem was sie   aber glauben Sie nicht, dass die   NATOausgaben von Deutschland noch mal   erhöht werden? Also ich s ich sag mal,   man muss auf jeden Fall damit rechnen,   dass die NATO ein Ende bekommen könnte.   So, man muss mit allem Donald Trump,

 

  also weder Donald Trump ein   Transatlantiker, noch ist er ein Freund   der NATO. Das ist doch unser Problem.   Das heißt, sie sie glauben, dass   Friedrich Merz sich abkoppelt von den   Vereinigten Staaten? Nein, das das würde   er bestimmt nicht tun, weil das also das   würde kein deutscher Bundeskanzler tun,   weil wir haben hier die Soldaten stehen   und wir wir sind von denen noch   geschützt.

 

 Aber was doch auffällt ist,   dass März am Tag nach der Wahl sehr   scharf gesagt hat, wo das hingehen   könnte. Ich fand damals   überraschendcharf, aber die Entwicklung   hat ihm recht gegeben. Es fällt auf,   dass er entgegen traditionell als CDU   Position auf diese goistische Position   mit den französischen Waffen gegangen   ist und es fällt auch aus, schauen Sie   mal, wie auf Eden Musk Einmischung im   Wahlkampf reagiert hat.

 

 Er hat sich das   verbeten. Er hat gesagt, wir werden   überlegen, wir darauf reagieren. Er hat   sogar gesagt, er denkt drüber nach, was   mit Tesla zu machen, was ja eine starke   Äußerung für ein deutschen Politiker   ist. Also was man bis jetzt sieht,   glaube ich, dass er denkt, dass er   diesen Konflikt annehmen muss.

 

 Und was   ich bisher für klug halte, ist, dass er   sagt, wir müssen da als Europäer   auftauchen. Also wir fahren da nicht   alleine hin, sondern wir gucken mit   Macron, im Idealfall mit Kiosdama, im   Idealfall mit Ursula von der eben zu   zeigen, hier ist es die Leute, auf die   wir uns noch verlassen können. Mit   Meloni. Mit Meloni.

 

 Ja, aber die fährt   nächste Woche erstm alleine hin, soweit   wir das. Aber das ist   doch, es wäre doch tör zu sagen, Meloni   gefällt uns nicht, da machen wir nichts   mehr mit. Das absolut. Ich habe das Wort   Optimismus. Am Ende wurde eines   besonders deutlich. Frau Meischbergers   Haltung gegenüber Georgia Meloni war   kaum zu übersehen.

 

 Doch Robin Alexander   hat darauf souverän reagiert. Nur weil   man eine Politikerin nicht mag, weil sie   rechts ist, heißt das nicht, dass man   nicht mit ihr reden oder verhandeln   darf. Die kindische Verweigungshaltung,   die im öffentlichrechtlichen Rundfunk   und bei vielen Politikern immer wieder   durchscheint, ist einfach nicht mehr   tragbar.

 

 Es geht hier nicht um   persönliche Sympathien, es geht um das   große Ganze, um Existenzen. Viele   Familien trauen sich nicht mal mehr ein   weiteres Kind zu bekommen wegen   steigender Lebensmittelpreise,   Entlassungswellen, Insolvenzen.   Langfristige Besserung nicht in Sicht.   Und während die Kriminalität zunimmt,   bleibt ein Thema fast völlig außen vor.

 

  Die demografische Entwicklung. Die   Antwort der Politik: Frauen sollen mehr   arbeiten. Und der Fachkräftemangel, der   soll durch mehr Zuwanderung gelöst   werden. Doch man vermischt hier zwei   völlig unterschiedliche Bereiche.   Asylpolitik und Arbeitsmarkt. Das sind   zwei Pachuh. Ob Strompreise, Energie,   Wirtschaft oder Sozialstaat, es bleibt   wie es ist. Stillstand statt Wandel.

 

 Und   genauso wie Friedrich März in diese   Koalition gestartet ist, wird er sie   auch beenden. Kraftlos, angepasst, ohne   echte Handschrift. M.