Willkommen zurück auf der verborgenen   Bühne. Heute öffnen wir den Vorhang für   eine Geschichte, die tief unter die Haut   geht. Wenn wir an Luigi Finess denken,   dann sehen wir sofort den cholerischen   Gendarmen von Saint Tropé vor uns, der   mit wilden Gesten und verzerrtem Gesicht   ganz Deutschland zum Lachen brachte.

 

 Für   Millionen von Menschen war er der   Inbegriff der Freude. Er war der Mann,   der keine Sorgen zu haben schien und der   Leben niemals ernst nahm. Doch der   Scheinwerfer blendet uns oft und lässt   uns die Wahrheit im Schatten nicht   erkennen. Am 27. Januar 1983   verstummte dieses Lachen plötzlich und   eine eisige Stille legte sich über   Europa.

 

 Die Nachrichten meldeten, dass   das Herz des großen Komikers einfach   aufgehört hatte zu schlagen. Doch war es   wirklich nur ein einfaches Herzversagen   oder war es das tragische Ende eines   Mannes, der seine eigene Seele für den   Ruhm verkauft hatte?   Hinter der Maske des Clowns verbarg sich   ein Mensch, den kaum jemand kannte. Ein   Mann, der von Ängsten getrieben wurde   und der von einer unbarmherzigen   Industrie bis auf den letzten Tropfen   Lebenskraft ausgepresst wurde.

 

 Louis de   Fet war nicht nur ein Opfer seines   schwachen Herzens, er war ein Opfer   seiner eigenen Perfektion und einer   tiefen Unsicherheit, die ihn seit seiner   Kindheit verfolgte. Während die Welt   über seine Wutanfälle auf der Leinwand   lachte, ahnte niemand, dass diese Wut   oft real war und seinen Körper von innen   heraus zerstörte.

 

  Aber lassen Sie sich bitte nicht von den   lustigen Bildern täuschen, die Sie   kennen. Denn die Geschichte, die wir   Ihnen heute erzählen, handelt nicht von   Ruhm, sie handelt von dem entsetzlichen   Preis, den man dafür zahlen muss. Nur   wenige Tage bevor sein Herz für immer   stehen blieb, lüftete Leis den Schleier   und offenbarte ein Geheimnis, das so   schwer wog wie ein Todesurteil.

 

 Er   sprach über die Dämonen, die ihn jagten   und die er nie abschütteln konnte. Was   war dieses dunkle Geheimnis, das er bis   zum Schluss in seinem Rosengarten   verbarg? Und warum sagte er eins, dass   das Lachen der Zuschauer für ihn wie   eine süße Droge war, die ihn langsam   tötete? Bleiben Sie unbedingt bis zum   Schluss bei uns, denn um das tragische   Ende dieses Genies wirklich zu   verstehen, müssen wir zurück an den   Anfang gehen und die Wunden öffnen, die   er sein Leben lang zu verstecken   versuchte.

 

  Um das tragische Geheimnis zu verstehen,   dass Luis de Fes bis zu seinem letzten   Atemzug begleitete, müssen wir die   glitzernde Welt des Showbusiness   verlassen und weit zurückreisen. Wir   müssen zurück in das Jahr 1914 in eine   kleine kalte Wohnung in Kurbevoor, nahe   Paris. Hier begann das Drama lange,   bevor die erste Kamera lief.

 

 Der Mann,   den die Welt später als den König der   Komödie feiern sollte, wurde nicht in   eine Wiege aus Gold gelegt, sondern in   einen Abgrund aus Unsicherheit.   Sein vollständiger Name klang wie ein   Versprechen aus einem Märchen Luigi   Fünes de Galarza. Er stammte aus einem   stolzen spanischen Adelsgeschlecht.

 

 Doch   von diesem Adel war nichts übrig   geblieben, außer einem Wappen und   verstaubten Erinnerungen. Die Realität   des kleinen Louis roch nicht nach Parfüm   und Reichtum, sondern nach Angst und   Entbehrung. Sein Vater Carlos war ein   Mann, der an seinen eigenen Träumen   zerbrach. Er war ein gescheiterter   Diamantenhändler, der in einer Welt   lebte, die es nicht mehr gab.

 

 Und dann   geschah das Unfassbare, dass die Seele   des kleinen Jungen für immer zeichnen   sollte. Eines Tages verschwand der Vater   spurlos. Er hinterließ keine Nachricht,   kein Geld und keine Hoffnung. Er   inszenierte seinen eigenen Tod in   Venezuela, um seinen Gläubigern zu   entkommen und ließ seine Frau und die   Kinder im eiskalten Paris zurück.

 

  Können Sie sich vorstellen, was das für   ein Kind bedeutet, wenn der eigene Vater   der Beschützer sich lieber für Tod   erklärt, als sich der Verantwortung zu   stellen? Für Louis war dies der Moment,   in dem Welt ihren Boden verlor. Die   Armut kroch wie ein kalter Nebel durch   die Ritzen ihrer Wohnung.

 

 Sie hatten oft   kaum genug, um sich Brot zu kaufen.   Louis sah, wie seine Mutter jeden Cent   zweimal umdrehen musste und diese Bilder   brannten sich tief in sein Gedächtnis   ein. Hier genau in diesen dunklen   Stunden wurde sein größter Dämon   geboren, die panische pathologische   Angst vor dem Nichts. Jahre später, als   Louis längst ein Millionär war, gestand   er einmal, dass er nachts immer noch von   diesem Hunger träumte.

 

 Er raffte Geld   und Verträge zusammen, nicht aus Geier,   sondern um eine Mauer zu bauen. Eine   Mauer, die hoch genug war, damit das   kleine verlassene Kind von damals nie   wieder frieren musste.   Doch da war noch eine zweite gewaltige   Kraft, die ihn formte, seine Mutter   Leonor. Wenn Sie sich fragen, woher   Luest diese unglaubliche explosive   Energie nahm, mit der er auf der   Leinwand explodierte, dann müssen sie   nur auf diese Frau blicken.

 

 Sie war   keine einfache Hausfrau, sie war ein   lebender Vulkan. Leonor besaß ein   Temperament, das Wände zum Wackeln   brachte. Sie konnte innerhalb von   Sekunden von zärtlicher Liebe zu   rasender Wut wechseln. Der kleine Louis   beobachtete sie oft aus einem Versteck   heraus. Er sah, wie sie durch das Haus   stürmte, wie ihre Augen funkelten, wie   sie wild gestikulierte, wenn ihr etwas   missfiel.

 

 Sie schrie, sie tobte, sie   verfluchte Gott und die Welt. Und Louis,   der kleine stille Beobachter, sog jede   ihrer Bewegungen auf wie ein Schwamm.   Er erkannte früh, dass diese Wut auch   etwas Komisches hatte. Er begann sie zu   imitieren, um sie zu entschärfen. Er   wurde zu ihrem Spiegelbild: “Jeder   Wutanfall des Gendarmen von Saint Tropé,   jede cholerische Grimasse von Phantomas   war in Wahrheit eine Omage an seine   Mutter.

 

 Aber es war ein gefährliches   Erbe, denn Louis spielte diese Wut nicht   nur er körperte sie. Er erlernte, dass   man laut sein muss, um gehört zu werden   und dass man immer in Bewegung bleiben   muss, um nicht unterzugehen. So wurde   aus dem traumatisierten Jungen ein Mann,   der die Ruhe verlernte. Er schmiedete   aus seiner Angst und dem Temperament   seiner Mutter eine Rüstung, die ihn   weltberühmt machte.

 

 Doch er ahnte damals   nicht, dass genau diese Rüstung ihn   eines Tages erdrücken würde. Denn wer   immer nur rennt, der vergisst, wie man   atmet. Und genau das sollte ihm später   zum Verhängnis werden.   In den 60er und 70er Jahren gab es in   Deutschland kaum ein Entkommen vor   diesem Mann. Lu Fess war allgegenwärtig,   ob als cholerischer Gendarm oder als   hektischer Restaurantkritiker.

 

 Er war   der unangefochtene König der Kinos. Für   das deutsche Publikum war er einfach nur   Balduin der Mann, der uns alle Sorgen   vergessen ließ. Doch während wir in den   Kinoseelen Tränen lachten, zog sich   hinter den Kulissen eine dunkle Schlinge   immer enger um seinen Hals. Der Ruhm   forderte seinen Tribut und er war   unersättlich.

 

 Louis arbeitete wie ein   besessener getrieben von jener alten   Angst vor der Armut, die ihn seit seiner   Kindheit nicht losließ. Er drehte Film   um Filmjagte von einem Termin zum   nächsten und ignorierte jedes Warnsignal   seines Körpers. Er glaubte, er sei   unbesiegbar. Doch am 21. März 1975 kam   der Tag, der alles veränderte.   Es geschah ohne Vorwarnung.

 

 Ein massiver   Herzinfarkt riss den Giganten mitten aus   dem Leben. Die Schmerzen in seiner Brust   waren so gewaltig, dass er glaubte, sein   Ende sei gekommen. Er überlebte nur   knapp, aber das Urteil der Ärzte war   vernichtend und endgültig. Sie sagten   ihm, dass sein Herz verbraucht sei.   Keine Aufregung mehr, kein Stress und   vor allem keine Filme mehr.

 

 Für Louis   brach eine Welt zusammen. Er wurde   verbannt in die Stille seines Schlosses   dazu verurteilt, nichts zu tun. Die   Telefonleitungen verstummten. Die   Produzenten, die gestern noch Schlange   standen, wandten sich ab. Die   Versicherungen setzten ihn auf eine   schwarze Liste und weigerten sich das   Risiko für einen kranken Mann zu   übernehmen.

 

 Lu Fess war offiziell   abgeschrieben. Er fühlte sich nutzlos   und alt und die Dämonen der   Vergangenheit kehrten zurück, um ihn zu   verspotten.   Doch dann geschah etwas, dass man nur   als einen Pakt mit dem Risiko bezeichnen   kann. Ein junger waghalsiger Produzent   namens Christian Fechner weigerte sich   das Ende der Legende zu akzeptieren.

 

 Er   wollte Louis zurück auf die Leinwand   bringen für den Film Brust oder Keule.   Aber der Preis dafür war hoch. Da keine   Versicherung der Welt das Risiko tragen   wollte, zahlte Fächner aus eigener   Tasche und stellte Bedingungen, die es   in der Filmgeschichte so noch nie   gegeben hatte.

 

 Und hier kommen wir zu   dem Geheimnis, das damals vor der   Öffentlichkeit streng verborgen wurde.   Die Dreharbeiten zu Brust oder Keule   waren kein normales Filmset. Sie waren   eine medizinische Hochsicherheitszone.   Stellen Sie sich die Szenerie vor. Vor   der Kamera stand Louis und gab alles. Er   schnitt seine berühmten Grimassen, er   fuchtelte wild mit den Armen, er spielte   den Tyrannen mit einer Energie, die fast   übermenschlich wirkte.

 

 Doch nur wenige   Meter entfernt außerhalb des   Bildausschnitts stand ein voll   ausgestatteter Rettungswagen mit   laufendem Motor bereit. Ein Kardiologe   und ein Reanimationsteam wischen ihm   keine Sekunde von der Seite. Sie   beobachteten jeden seiner Atemzüge, jede   Ader, die an seiner Stirnpchte, mit   Argusaugen.

 Nach jeder Szene, wenn der   Regisseur Schnitt rief, brach das Lachen   abrupt ab. Louis musste sich sofort   hinlegen. Ärzte stürzten herbei, um   seinen Puls zu fühlen und ihm   Medikamente zu geben, damit sein Herz   nicht explodierte.   Können Sie die grausame Ironie spüren?   Millionen Menschen im Kino sahen einen   Mann, der vor Lebensfreude sprühte, aber   in Wahrheit sahen sie einen Mann, der   einen Tanz auf dem Vulkan aufführte.

 

  Jeder Wutanfall, den er spielte, hätte   sein letzter sein können. Er wusste,   dass er mit dem Feuer spielte, aber die   Angst in Vergessenheit zu geraten und   arm zu sterben, war größer als die Angst   vor dem Tod. Er hatte einen Vertrag   unterschrieben, nicht nur mit dem   Produzenten, sondern mit seinem eigenen   Ende.

 

 Und wir, das Publikum waren die   ahnungslosen Zeugen dieses gefährlichen   Spiels.   Nach dem nervenaufreibenden Tanz auf dem   Vulkan zog sich Louise immer weiter aus   dem Scheinwerferlicht zurück. Sein   Zufluchtsort war das Château de Clermont   ein imposantes Schloss an der Loire,   dessen dicke Mauern ihn vor der   neugierigen Welt beschützen sollten.

 

  Hier weit weg von dem Lärm der Studios   und den fordernden Blicken der   Öffentlichkeit legte er die Maske des   Clowns endlich ab. Wenn sich die   schweren Eisentore hinter ihm schlossen,   war er nicht mehr der hektische Gendarm   und nicht mehr der cholerische   industrielle. Er streifte das Kostüm des   Weltstars ab und schlüpfte in die   einfache Kleidung eines Gärtners.

 

 Seine   Tage verbrachte er nun nicht mehr mit   Regisseuren, die ihn zu Höchstleistungen   antrieben, sondern mit seinen geliebten   Rosen.   Es ist eine bittersüße und fast schon   poetische Ironie des Schicksals. Der   Mann, der Millionen Menschen mit Worten   und Gesten unterhielt, fand seinen   einzigen wahren Trost in der absoluten   Stille der Natur.

 

 Er widmete sich mit   einer Hingabe der Rosenzucht, die fast   an religiöse Verehrung grenzte. Es gibt   sogar eine Rose, die seinen Namen trägt,   die Rose Luide Fess. Sie leuchtet in   einem kräftigen Orange, so lebendig, wie   er einst auf der Leinwand war. Doch   während die Blume blühte, verwellkte der   Gärtner langsam.   In einem seiner seltenen und sehr   intimen Momente der Offenheit verriet er   einmal einem alten Freund, warum er die   Gesellschaft der Pflanzen der   Gesellschaft der Menschen vorzog.

 

 Seine   Worte waren so einfach wie herzreißend.   Er sagte, dass Rosen nicht verlangen,   dass er lustig ist. Sie wollen keine   Grimassen sehen. Sie erwarten keine   Porten und sie kritisieren ihn nicht,   wenn er einfach nur müde und schweigsam   ist. Sie blühen einfach nur und lassen   ihn er selbst sein.

 

 In diesem Garten,   zwischen den Dornen und den Blüten war   er kein Star. Er war einfach nur ein   verletzlicher alter Mann, der versuchte,   die Bruchstücke seiner Seele wieder   zusammenzusetzen, die der Ruhm   zerbrochen hatte.   Doch diese friedliche Stille war   trügerisch und oft von einer schweren   Melancholie durchzogen.

 

 Besucher, die   ihn in seinen letzten Jahren sahen,   berichteten von einem Mann, dessen Augen   den Glanz verloren hatten. Während er   die Welkenblätter seiner Rosen   abschnitt, spürte er wohl, wie seine   eigene Zeit unaufhaltsam ablief. Die   Welt da draußen sah immer noch den   fröhlichen und unbeschwerten Balduin in   ihm und wartete auf den nächsten Witz.

 

  Aber tief in seinem Inneren fühlte er   sich zutiefst unverstanden und einsam.   Er hatte sein ganzes Leben damit   verbracht, anderen Freude zu schenken,   aber er hatte vergessen, sich selbst   etwas von diesem Glück aufzuheben. Er   war ein Gefangener seines eigenen   Erfolgs eingesperrt in einem goldenen   Käfig, den er selbst gebaut hatte.

 

 Und   genau hier, in diesen einsamen Stunden   im Garten, reifte in ihm die bittere   Erkenntnis. Eine Erkenntnis über den   wahren und viel zu hohen Preis des Ruhs   und über die ghnende Lehre, die bleibt,   wenn der letzte Vorhang gefallen ist. Er   bereitete sich darauf vor, sein   Schweigen ein letztes Mal zu brechen.

 

  Und dann kam jener kalte Tag im Januar   1983.   Kurz bevor sein Herz den letzten Schlag   tat, offenbarte Luig für sein wohl   größtes Geheimnis. Es war kein Skandal   über Affären oder Geld. Es war viel   schmerzhafter. Er gestand, dass seine   gesamte Karriere nicht auf Freude   basierte, sondern auf reiner Angst.

 

 Er   sagte sinngemäß, dass er sein Leben lang   vor dem Gespenst der Armut davon   gelaufen sei. Jede Grimasse, jeder   Schrei und jeder Sturz war ein   verzweifelter Versuch, dem Schicksal   seines Vaters zu entkommen. Er hatte der   Welt das Lachen geschenkt, aber er   selbst hatte dabei verlernt, glücklich   zu sein. Das war sein Geheimnis.

 

 Der   lustigste Mann der Welt war im Grunde   ein ängstliches Kind, das nie erwachsen   werden durfte.   Vielleicht hat er der Industrie, die ihn   wie ein Produkt behandelte, nie ganz   verziehen. Er vergab den Produzenten   nicht, die seine Gesundheit für volle   Kinokassen riskierten, aber am Ende fand   er seinen Frieden nicht im Applaus,   sondern bei seinen Rosen. Als er am 27.

 

  Januar die Augen für immer schloss,   weinte ganz Deutschland. Doch wir   sollten nicht um den Clown weinen. Wir   sollten den Menschen ehren, der sich für   uns aufgeopfert hat. Louis de Fess hat   uns gelehrt, dass das Lachen die   stärkste Waffe gegen die Dunkelheit ist,   auch wenn derjenige, der sie führt,   innerlich zerbricht.

  Was bleibt, ist die Erinnerung an einen   Giganten, der uns auch heute noch zum   Lächeln bringt. Wenn die Welt grau   erscheint, haben Sie auch mit ihm   gelacht und geweint. Welcher seiner   Filme ist für Sie unvergesslich?   Schreiben Sie uns Ihre Erinnerungen an   diesen wunderbaren Menschen in die   Kommentare, denn so halten wir sein   Andenken lebendig.

 

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